Ein neues Jahr beginnt – oh, wie doch die Zeit rast!

Winterwunderland

Winterwunderland

Oh man – während unserer Reise ist die Zeit schon geflogen, aber seitdem wir in Deutschland angekommen sind, hat die Zeit einen Raketenantrieb bekommen und ist kaum noch zu greifen.

Bevor der kommende Sommer an uns vorbeifliegt, wünschen wir euch ein gutes, gesundes und friedliches Jahr 2026!

An einem Montag, in den letzten Wochen des vergangenen Jahres, dem ersten Urlaubstag in unseren neuen Jobs, hat Florian von der Segelzeitschrift „YACHT“ uns für ein Interview besucht und uns Fragen zum ersten Jahr zurück in der Heimat gestellt.
Wir reflektieren unsere Reise sowieso sehr häufig, aber das Gespräch mit Florian hat uns noch einmal mehr zum deutlichen Nachdenken über die Reise angeregt. Wir durften während unserer Reise eine Menge erleben und was uns im Nachhinein immer noch beeindruckt, ist der ständige und auch plötzliche Wechsel zwischen absoluten Hochgefühlen, die von einem auf den anderen Moment in genau das Gegenteil schwingen, weil irgendetwas passiert. Das ist hier in Deutschland definitiv anders. Das Leben verläuft gleichförmiger, und wer unsere Beschreibung böse formulieren möchte, der verbessert unsere Formulierung sogar in „Ihr meint langweilig“.
Wir sehen aber genau da die Herausforderung in unserem neuen Leben in Deutschland. Diese, wir nennen sie lieber „Gleichförmigkeit“ wollen wir mit möglichst vielen Veränderungen und Neuerungen interessant gestalten – ob uns das auf Dauer wohl gelingen wird?

Zurzeit haben wir genügend anspruchsvolle Dinge vor unserer Nase: Zum einen bieten unsere Jobs noch einen guten Schwung Abwechslung und dann wollen wir Gegenwind dieses Jahr wieder ins Wasser bringen und dazu müssen wir ihre Renovierung irgendwie in unseren neuen Alltag hineinbringen, denn nach wie vor wollen wir niemand anderen an ihr herum werkeln lassen. Außerdem steht dieses Jahr noch das große Projekt auf dem Plan, ein neues Heim für uns klar zu machen, zu renovieren und zu beziehen. Nicht zu guter Letzt müssen wir wieder mehr körperliche Bewegung in unseren Alltag integrieren – wir sind seit unserer Ankunft in Deutschland gefühlt „träge und unsportlich“ geworden. Der Kopfstand den Helge so locker an Bord machen konnte, ist verloren gegangen. Anders als während unserer Reise, auf der wir selbst im Schlaf in Bewegung waren, zielen die Anforderungen hier an Land doch eher auf das Durchhaltevermögen an einem Computerarbeitsplatz ab.  

Florian hat uns aber auch an die Zeit vor unserer Reise erinnert und ja, auch im Nachhinein war der ganze Stress mit den Vorbereitungen und den Ängsten, ein ganzes bestehendes Leben loszulassen, genau das richtige für uns. Die gewohnte Bequemlichkeit ist damit verloren gegangen und genau das hat uns mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und Freunden weltweit belohnt. Aber wir sehen auch, das so eine Reise nichts für Jedermann ist, denn die extremen Höhen und Tiefen muß man aushalten wollen und können. Zurück in der Heimat schmunzeln wir mit diesem Wissen schon mal über die eine oder andere Situation, in der sich z.B. jemand über das lange Anstehen an der Supermarktkasse aufregt oder im Regal nicht genau das findet, was ihm gerade vorschwebt. Das haben wir ganz anders erlebt, wie auf Kuba, aber davon sind wir hier in Deutschland weit weg.

Den Artikel von Florian findet ihr in der Ausgabe 2/26 der Zeitschrift „Yacht“ vom 02.01.2026.

Den Wintersturm „Elli“ vor etwas mehr als einer Woche haben wir sicher überstanden. Gegenwind mußte allerdings ein wenig leiden, denn ihre Plane über dem Cockpit wurde von dem Sturm einfach brutal heruntergerissen, so daß die Plane zum Schluß traurig an ihrem Heck herunterhing. Dabei stellen wir auch in diesem Jahr fest, daß wir die winterliche Kälte in Deutschland immer noch nicht mögen, auch wenn die Landschaft durch den inzwischen außergewöhnlichen Schneefall in ein hübsch anzusehendes, winterliches Weiß gehüllt war, sind wir keine Winterfans. Der Sturm „Elli“ hatte so einige Schiffe, die auf ihren Lagerböcken im Hafenvorfeld von Schilksee stehen, von ihren Planen unfreiwillig befreit. Absolut beeindruckt waren wir aber von „Ellis“ Kraft, als wir ein Folkeboot entdeckten, das auf dem Hafenvorfeld steht. Das Boot wiegt knappe zwei Tonnen und der Strum hat es mitsamt dem Lagerbock um ein bis zwei Meter verschoben. Die Natur ist wirklich immer wieder faszinierend.

Der eine oder andere fragt sich inzwischen vielleicht schon, was denn nun aus unseren Vorträgen und dem Buch wird – das müßte ja schon längst alles fertig sein und laufen.

Naja, eigentlich war das auch unser Plan aber … . Ihr kennt das berühmte „aber“ bestimmt auch und bei uns kommt es inzwischen leider vermehrt vor. Lange Rede, kurzer Sinn:
Unser Buch dauert noch ein wenig länger – zum kommenden Weihnachtsfest – so lautet unser neuer Plan.
Unsere Vorträge gehen mit der Vorbereitung in den Endspurt.

Ein Termin steht schon fest: Es ist Samstag, der 7.3.2026 um 17:00 Uhr in der Volkshochschule Nortorfer Ring e.V. (Hier der Link zum Programmheft: https://www.vhs-nortorf.de/uploads/katalog2026-1/programm.html )

Aber dieser Termin soll nicht die Premiere werden – darüber werden wir euch noch informieren.      

Viele Grüße aus dem winterlichen Kiel
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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