Logbuch


Phuket – … nach dem Riff und was nun?

Unsere Kekstüte fest im Visier
Unsere Kekstüte fest im Visier

In der AoPo Grand Marina angekommen waren wir total erschöpft und ausgelaugt von der Havarie. Außerdem merkten wir auch die Anstrengung von dem Segeltörn von Timor-Leste bis Phuket, der Quarantäne und der gefühlt unendlichen Corona-Zwangspause an dem anstrengenden Ankerplatz vor Dili. Das kam jetzt alles auf einmal an die Oberfläche.

Aber das Notwendigste mußten wir doch angehen.
Nachdem wir sicher waren, das Gegenwind durch die Fahrt vom Riff bis zur AoPo Grand Marina immer noch kein Wasser nahm, bestand unsere erste Maßnahme darin, eine ausgiebige Dusche zu nehmen. Die Damen im Marina-Office zeigten dafür vollstes Verständnis und so folgte das Einchecken in die Marina erst später. Die Dusche war eine echte Wohltat nach gut zwei Monaten ohne auch nur die geringste Chance für solch einen Luxus.

Anschließend meldeten wir uns bei David, unserem Agenten als sicher im Hafen angekommen. Unsere Einklarierungspapiere und Visastempel in den Pässen wollte er uns in ein paar Tagen zukommen lassen – das war dann der wirklich unkomplizierteste Teil unserer Einreise nach Thailand.

An den folgenden Tagen inspizierten wir Gegenwind auf Schäden an ihrer Struktur, wir nahmen Bodenbretter hoch, krochen in die letzten Winkel um nach Rissen oder anderen Schäden im Schiff zu suchen, räumten Schapps und Schränke aus, öffneten Tanks um auch in den letzten Ecken nach Schäden zu suchen. Wir fanden zum Glück keine Schäden – Gegenwind ist halt doch ein gutes, altes, stabiles deutsches Mädchen.

So beschlossen wir doch nicht die erste beste Werft, die noch dazu am Ende der Welt liegt und zudem auch ziemlich teuer ist, zu nehmen, sondern uns auch andere auf Phuket ansässige Yachtwerften anzusehen und erst dann zu entscheiden wo wir an Land gehen werden.

Die AoPo-Grand Marina haben wir als Charterbasis und Liegeplatz für Superyachten mit einer angegliederten Hotelanlage erlebt. Die ganze Anlage war wie ausgestorben – Corona halt. Etliche der Superyachten die hier lagen wurden jeden Tag von Bediensteten, die wie die Ameisen wuselten, von oben bis unten geschrubbt und gereinigt.
Wir lernten allerdings doch noch zwei Seglercrews kennen, die sich genau wie wir in die Marina verirrt hatten aber die waren nach kurzer Zeit wieder weg.

Auch die zu Fuß erreichbare Umgebung bot nicht viel, ein paar Häuser und ein kleines sehr einfaches aber sauberes und günstiges Restaurant, das wir zum Mittag gerne aufsuchten und so den ersten Eindruck von der thailändischen Küche bekamen. Es gibt viel Reis und zur Abwechslung vielleicht mal ein paar (Reis-)Nudeln. Die Würzungen waren ungewohnt für unseren Geschmack aber unsere Mahlzeiten waren überaschenderweise bisher immer „nicht scharf“. Mit dem Volumen haben wir allerdings so unsere Probleme, denn was für die hiesigen Menschen eine volle Mahlzeit ist, empfinden wir eher als sehr wenig. Wir essen nicht alle paar Stunden etwas, so wie die Menschen hier, so daß sich auch die kleineren thailändischen Portionen erklären, sondern wir halten uns immer noch an die uns bekannten drei Mahlzeiten am Tag.

Der Supermarkt war etwas weiter entfernt von der Marina und bot nur ein sehr begrenztes Sortiment. Eineinhalb Stunden Fußmarsch mußten wir auf uns nehmen und das entlang der Landstraße auf dem Grünstreifen, immer mit dem Blick auf die vorbeidüsenden Autos und Motorroller, wobei die Motorroller hin und wieder auf der falschen Fahrbahnseite fuhren. Dazu kamen über 30°C im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit, die es fast einfacher gemacht hätte die Luft zu schneiden und herunter zu schlucken als zu atmen. Wir kamen allerdings auch an einigen kleinen, bunten, nett anzusehenden Schreinen vorbei.

Insgesamt kein lohnendes Highlight unserer Reise aber immerhin ein neuer Platz in einem neuen Land und ein Stück weiter für uns.

Interessante Gesellschaft hatten wir an unserem Stegliegeplatz. Die Fische, die um den Steg und um Gegenwind schwammen, wollten mit uns kommunizieren. Wer sagt, das Fische dumm sind, der irrt sich gewaltig. Zuerst wunderten wir uns woher wir naß wurden, wenn wir uns über die Reling beugten. Dann aber erkannten wir, das die Fische, die um Gegenwind schwammen, stehen blieben und sich in unsere Richtung ausrichteten und uns gezielt mit einem enormen Wasserstrahl anspien. Wir warfen ein paar Kekskrümel ins Wasser und sie vertilgten sie, bis keine mehr da waren und dann begannen sie wieder mit dem Wasserspeien. Wir fragten uns, ob die Fische wohl auch aus der Hand fressen würden und so begaben wir uns mit einer Kekskrümeltüte auf den Steg und hielten Krümel ins Wasser. Es dauerte nicht lange und die Tiere schnappten sich die Krümel aus unseren Fingern. Sobald wir mit dem Füttern aufhörten und aufstanden, stellte sich die ganze Gruppe wieder vor uns auf und beobachtete uns. Einige spritzen uns auch wieder naß, immer gezielt ins Gesicht. Andere hatten nun ein interessanteres Ziel, nämlich die Kekskrümeltüte und das solange bis wir wieder ein paar Krümel herausrückten oder aus deren Reichweite verschwanden.

Am Dienstag, den 19.Oktober 2021 hatten wir ein Auto gemietet, um uns die verschiedenen Yachtwerften anzusehen und Angebote einzuholen.
Der Linksverkehr fühlte sich durch unsere Gewöhnung über die letzten Jahre seit Australien ganz normal an aber das Autofahren selbst war nach so langer Abstinenz doch wieder gewöhnungsbedürftig und erst recht die Geschwindigkeit mit dem Auto, die wir so ja gar nicht mehr gewohnt sind. Es scheint aber, daß es mit dem Autofahren wie mit dem Fahrradfahren ist, das verlernt man nicht.

Die Tage vergingen und irgendwie stellte sich bei uns keine Erholung ein, die Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit ließen uns sehr langsam werden und es erschöpfte uns sehr schnell. Wir machten nur das aller Nötigste. So kommen auch unsere Bolg-Beiträge einfach super zeitverzögert und selbst unsere gesamte Kommunikation ist immer noch ein Opfer unserer Erschöpfung.

Inzwischen hatten wir uns für eine Yachtwerft, die Royal Phuket Marina entschieden. Um unsere Müdigkeit zu überlisten, hatten wir den Termin kurzfristig für Samstag, den 23. Oktober 2021 vereinbart. Das ging sogar trotz Feiertag.

Viele Grüße aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Phuket – … und nun der Notfall

Seit 23 Monaten die erste Marina
Seit 23 Monaten die erste Marina

Endlich war es soweit, am 13. Oktober 2021 durften wir die Quarantäne erschöpft von den harten Bedingungen am zugewiesenen Ankerplatz verlassen und sollten uns zum Einklarieren in die Marina begeben. Wir hatten alles für unsere kleine Fahrt in die Yacht Haven Marina vorbereitet.
Zum 10:00Uhr Stillwasser, bei Niedrigwasser, sollten wir dort ankommen damit die Gezeitenströmung für uns nicht zu stark ist.
Da wir den Seekarten in Südostasien nicht voll vertrauen, hatten wir uns verschiedene Seekarten- und auch Satellitendaten angeschaut, verglichen und mit den durchfahrenden Booten, deren Signale wir auf dem AIS (Automatisches Identifikations System) verfolgen  konnten abgeglichen und entsprechend unseren Kurs Richtung Nord-Phuket abgesetzt. Eine Superyacht die sich hier auskannte, wollte hinter den nächsten Inseln auf uns warten, damit wir die Untiefen vor der Yacht Haven Marina in ihrem Kurs sicher umschiffen konnten.

So ging morgens um 07:00Uhr unser Anker hoch. Das Aufholen der langen Kette mit der zusätzlichen Leine war schweißtreibende Schwerstarbeit.  

Dann waren wir aber unter Motor auf dem Weg. Wie die Einklarierung hier mit den Behörden und unserem Agenten wohl ablaufen wird?
Eine knappe viertel Stunde waren wir einfach nur froh unseren ruppigen, erschöpfenden Quarantäne-Ankerplatz endlich verlassen zu dürfen!
Das Wetter war sogar mal ganz friedlich. Wir hatten 5-6m Wasser unter dem Kiel und motorten mit 4kn Geschwindigkeit nach Norden.

Plötzlich blinkte der Tiefenmesser mit nur 1,3m auf, ein Fisch wie es so immer mal wieder  vorkommt aber schon rumpelte es und der Tiefenmesser blieb bei 1,3m konstant stehen. Kräftige Schläge gingen durch Gegenwind und wir hatten Mühe nicht umzufallen. Wir kuppelten den Motor aus und gaben voll zurück aber Gegenwind drehte sich nur ein wenig. Das geschah in Sekundenabläufen.

Wir standen, saßen fest und suchten unsere Umgebung nach dem Problem ab. Das Wasser war trübe grün- grau und auf der Wasseroberfläche erkannten wir nur einige Strudel. Ein Wrack, ein Riff, nochmal der Blick auf die Satellitenkarten und die Seekarten- 5-6m Wassertiefe. Da kann uns eigentlich nichts festhalten, denn Gegenwind hat einen Tiefgang von ca. 1,7m. So kam der Bootshaken zum Einsatz und wir stocherten damit um Gegenwind herum. Damit wurde es klar: Wir waren auf ein unkartografiertes Riff aufgelaufen, das uns nun in seinen Klauen festhielt.

Ein Riff! Jetzt checkten wir erst einmal ob wir irgendwo einen Wassereinbruch hatten – nichts. Das war schon mal positiv. Wir stellten den Motor ab, denn der konnte uns im Moment nicht weiterhelfen. Die nächste Frage stellte sich uns jetzt: „Wie kommen wir hier wieder herunter?“

Wir hatten noch für ca. eine Stunde ablaufendes Wasser bis zum Niedrigwasser, das war nicht gut, denn das setzte uns nur noch fester. Wenn wir jetzt keine schnelle Lösung finden konnten, müßten wir bis zum nächsten auflaufenden Wasser abwarten und hoffen, daß das Wetter halten wird und sich keine Steine in Gegenwind hineinbohren werden.
Wir setzten einen „Mayday“-Ruf  mit unserer Position auf dem Riff ab und beschrieben unsere Situation über UKW-Funk. Da unsere Position gleich neben dem von der Marine überwachten Quarantäne-Ankerplatz war, hatten wir die Hoffnung, das sich die Marine auch zügig melden würde. Es meldete sich allerdings eine Superyacht, ein Katamaran vom Quarantäne-Ankerplatz und kündigte an, das er mit seinem Dingi vorbeikommen wird. Uns blieb ja sowieso nichts anderes übrig als zu warten, das Riff mit Gegenwinds Bewegungen zu beobachten und nach einem möglichen Wassereinbruch zu gucken. Der Wind nahm etwas zu und so wurden die Wellen etwas höher, zum Glück hatten wir nur um die 3-4Windstärken. Gegenwind krachte mit dem weiter ablaufendem Wasser immer heftiger auf die Steine.
Wir kontaktierten unseren Agenten und meldeten unsere Situation. Dabei baten wir um die Möglichkeit die nächstgelegene Marine mit Werftmöglichkeit anlaufen zu können, wenn wir freikommen. Er meldete uns sogar noch, daß er dieses Riff auch nicht kannte und sogar am Vortag noch mit einem großen Motorboot über die Stelle gefahren sei. Allerdings sind die Gezeitenunterschiede hier erheblich und auch wir hätten bei einem hohen Hochwasser wohl nichts von dem Riff gespürt.

Nach einer gewissen Zeit, das kam uns alles sehr, sehr lang vor, kam das Dingi von der Superyacht und fragte wie sie uns helfen könnten. Sie erkundeten die Umgebung und gaben uns so eine Idee von der Lage des Riffs. Freischleppen konnten sie uns nicht ohne noch größeren Schaden anzurichten. Sie fragten noch ob sie uns abbergen sollten, was wir zu dem Zeitpunkt nicht wollten. So verließen sie uns wieder und blieben auf „Stand-by“ für den Fall, daß wir weitere Hilfe benötigten.

Gegenwind krachte mit jeder etwas größeren Welle im 2-5Minutentakt aufs Riff und erschütterte dabei bis in die Mastspitze.   

Dann kam, von unserem Agenten geschickt, ein Speedboot mit zwei Marine-Leuten und einer Dolmetscherin an Bord vorbei. Mit deren Hilfe brachten wir unseren Anker ins freie Wasser, damit wir uns bei auflaufender Gezeit von dem Riff herunterholen konnten. Nach der Aktion verließen sie uns wieder, während Gegenwind weiter aufs Riff krachte. Bei Niedrigwasser konnten wir einen Teil des Riffs kurz unterhalb oder gerade an der Wasseroberfläche erkennen. Es ist ziemlich groß, der für uns sichtbare Teil maß geschätzte gute 100m im Durchmesser.

Bisher hatten wir noch keinen Wassereinbruch, denn daraufhin checkten wir Gegenwind weiterhin die ganze Zeit ab. Außerdem suchten wir für den schlimmsten Fall unsere wichtigsten Sachen und Papiere zusammen. Unser Agent meldete sich mit der Aussage, er hat uns die nächstgelegene gezeitenunabhängige Marina und den frühestmöglichen Werfttermin in 3Tagen organisiert. Alle Werften sind hier gezeitenabhängig, und so nicht jederzeit für uns erreichbar.

Das ständige aufkrachen von Gegenwind war markerschütternd und zerrte heftig an unseren erschöpften Nerven aber immerhin blieb Gegenwind trocken von innen.

Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, schien Gegenwind sich wieder etwas zu bewegen. Das Wasser stieg also wieder. So fingen wir an mit dem Bootshaken dem ein wenig nachzuhelfen und bei weiter steigendem Wasser gaben wir mehr und mehr Spannung auf die Ankerkette. Um 10:40Uhr schwammen wir wieder und lagen ein paar Meter vor dem Riff am Anker auf 6m Wassertiefe. Nun hieß es noch einmal alles zu prüfen, ob wir auch noch fahrtüchtig waren. Das Ruderblatt funktionierte problemlos, kein Wasser im Schiff, der Propeller sah soweit es zu erkennen war unbeschädigt aus und so starteten wir den Motor. Auch das funktionierte einwandfrei. Nachdem wir den Propeller vorsichtig vor und zurück ein-und ausgekuppelt hatten und alles fehlerfrei blieb, holten wir den Anker ein und fuhren erst einmal nach Süden in Richtung Quarantäne-Ankerplatz zurück, also weg von dem Riff. Wir bedankten uns bei der so hilfsbereiten Superyacht über UKW-Funk und wünschten ihnen eine möglichst ruhige Quarantänezeit. Mit genügend Abstand zum Riff tatsteten wir uns dann sehr vorsichtig drum herum, denn auch unsere Notmarina lag im Norden, allerdings nur um die nächste Insel herum. Aber wir mußten an dem Riff vorbei. Unser Vertrauen in die Seekarten und Satellitenbilder und die Routen der anderen Schiffe, die wir aufgezeichnet hatten war ziemlich erschüttert. So stoppten wir jedes Mal, sobald ein Fisch unseren Tiefenmesser irritierte, denn das Wasser war auch weiterhin nahezu undurchsichtig.

Um 11:20Uhr liefen wir in die AoPo Grand Marina ein und bekamen einen Liegeplatz zugewiesen: N08°04,106‘ E098°26,664‘. Endlich fest und Gegenwind zeigte noch keine Probleme von der dreieinhalbstündigen Tortur und Folter.

Damit hatten wir das erste Mal seit verlassen der Marlin Marina in Cairns, Australien am 19.November 2019 eine Landverbindung zu einem Steg – das sind 23 Monate an abgelegen schwer zugänglichen Ankerplätzen. Und nun kurz vor diesem sicheren Hafen auch noch das blöde Riff. Wir haben es so weit geschafft und waren nun aber auch ziemlich geschafft.

Viele Grüße aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Phuket – Quarantäne, Sturm und …

Alarm bei Annäherung - Temperatur Tracking Armbänder
Alarm bei Annäherung - Temperatur Tracking Armbänder

Wir sind jetzt tatsächlich auf Phuket angekommen!
Aber der Reihe nach, denn wir haben seit unserem letzten Bericht einiges sehr aufregend abenteuerliches erlebt.

Nach dem ersten Ärztebesuch zu Beginn unserer Quarantäne hatten wir wieder einen Internetzugang und ein paar frische Lebensmittel und vor allem Trinkwasser und Tracking-Armbänder, die unsere Temperatur kontinuierlich aufzeichnen und weitermelden sollten während der gesamten Quarantänezeit. Einen kleinen Haken hatten die Dinger allerdings, denn sie vibrierten, piepten und leuchteten in Abständen immer wieder, ohne daß wir die Ursache sofort erkannten. So kam der erste Abend mit diesen Dingern ums Handgelenk und Helge verzog sich in die Koje während Asha noch im Cockpit blieb. Gefühlt nahmen wir die immer wiederkehrenden Alarme aber kaum noch wahr und das obwohl um uns herum eine totale Stille herrschte - eine schnelle Gewöhnung? Leider nein, denn als Asha sich ebenfalls Richtung Koje bewegte, erschreckte uns das Blinken, Piepen und Vibrieren so heftig, daß Helge spontan aufrecht in der Koje saß. Nun war klar, was hier passierte! Jedes Mal wenn wir die Armbänder zu dicht zusammenbrachten und den Corona-Sicherheitsabstand nicht einhielten ging der Alarm los. So bekamen die Dinger für diese Nacht verschiedene Ecken im Schiff zugewiesen, um uns unsere Nachtruhe zu gönnen. Am nächsten Morgen legten wir die Armbänder wieder an und der Alarm begleitete uns erneut, sobald wir uns zu nahe kamen, was auf einem 10,5 Meter kleinen Schiff sehr häufig der Fall ist. Wir fragten unseren Agenten nach einer Lösung, die er bei den offiziellen Stellen abklären mußte und so bekamen wir im Laufe des Tages seine Antwort, das wir die Armbänder nachts ablegen durften und auch dafür sorgen sollten, das sie nicht naß wurden. Das half.

Das war leider nicht die einzige Herausforderung während der Quarantänezeit. Es war heiß im Schiff, meist über 30°C und feucht wie in der Sauna und das 24 Stunden am Tag, so daß buchstäblich alles im Schweiß zu ertrinken drohte – der tropische Sommer halt. Das ist übrigens immer noch so und T-Shirts, Shorts und teilweise auch die Unterhosen lassen sich spätestens zur Mittagszeit das erste Mal auswringen.

Zusätzlich hatte das Wetter in Kombination mit dem Quarantäne-Ankerplatz für uns noch weitere Härten parat.

Am 1. Oktober 2021 als wir uns gerade für den Tag fertig machten, freuten wir uns zuerst über eine Wolke, die auf uns zukam und nach einem guten Regenschauer für eine Dusche an Deck aussah. Die Wolke brachte allerding auch stürmischen Wind mit. Knappe 40kn fegten dabei über uns hinweg, so daß sogar Gegenwinds Anker nicht mehr im Ankergrund hielt und wir somit anfingen davonzutreiben und den Anker hinter uns herzogen. Wir starteten den Motor und hielten gegen. Außerdem ließen wir zusätzlich zur 50m langen Kette noch 20m Leine heraus. Letztendlich konnten wir unsere Drift nach ca. 150m wieder stoppen und die etwa zwei stündige Böe abwettern. Als der Spuk wieder nachließ holten wir den Anker ein, um wieder auf unsere angewiesene Quarantäneposition zurückzufahren und dort den Anker erneut auszubringen.  Der Ankergrund war hart und der Anker wollte wieder nur schwer fassen und so legten wir von vornherein 50m Ankerkette plus 15m Ankerleine bei nur gut 9m Wassertiefe aus. Es blieb allerdings die Unsicherheit ob der Anker zukünftig auf dieser Position halten würde.
In den folgenden Tagen folgten etliche Böen mehrmals am Tag und natürlich auch während der Nacht, die allerdings zu unserem Glück nicht ganz so kräftig ausfielen – nur 25-30kn Wind. Der Anker hielt.
Naja, die Zeit bis zum zweiten Ärztebesuch für unseren PCR-Test am 5. Oktober 2021 konnten wir so immerhin sehr unruhig überstehen. Der Seekartenplotter lief nun dauerhaft um unsere Ankerposition zu überwachen, was allerdings bei dem bedeckten Himmel bedeutete das wir den Kühlschrank abschalten mußten, um unseren Energiehaushalt nur mit Windgenerator hinzubekommen. Außerdem waren wir in den Windfeldern immer wieder für spontane Aktionen bereit - 24Stunden am Tag Alarmbereitschaft.
Auf dem Quarantäne-Ankerplatz lagen wir ziemlich exponiert für Wind und Wellen. Die Lust irgendetwas anzufangen zwischen den Böen verging uns sehr schnell, denn die ständige Aufmerksamkeit Tag und Nacht war sehr schnell sehr anstrengend und noch dazu selbst in der Nacht schweißtreibend. So gerieten auch unsere täglichen Abläufe völlig durcheinander, denn wir mußten uns an die unregelmäßig durchziehenden Winde mit unseren Bereitschaften anpassen.

Am 10.Oktober 2021 war es dann endgültig vorbei mit der unruhigen, zeitweisen Ruhe. Im Laufe des Tages fiel das Barometer ungewöhnlich tief. Am Abend wurde die Luft immer drückender und zum Schneiden dick. Gegen 22:00Uhr fiel dann eine Böe spontan über uns her und überraschte uns mit der Heftigkeit und der Geschwindigkeit in der sie aufzog, so daß wir es nicht einmal schafften unsere wenigen noch im Cockpit verbliebenen Sachen rechtzeitig in den trockenen Salon zu schmeißen und so wurde einiges davon naß. Unser Windgenerator, der sich eigentlich bei zu viel Wind selbst abschaltet, schaffte es nicht gegen den Wind herunterzufahren und so fing der Laderegler unter Deck sogar an zu qualmen. Helge griff zur Notmaßnahme um einen Brand zu verhindern und warf eine Leine in die Rotorblätter des Generators, so daß er sich selbst vertüddelte und schließlich stehen blieb. Es war gespenstisch, dunkel und der Regen flog waagerecht an uns vorbei. Gegenwind stampfte und bockte in der sehr rauen See und zerrte an ihrem Ankergeschirr. Sie bekam Massen an Seewasser übers Deck. Der Anker hielt dabei – zum Glück. Wir hielten den Motor bereit zum Starten und uns blieb nichts übrig als das Ganze über uns ergehen zu lassen. Als wir die gefühlt heftigsten Böen erst einmal hinter uns hatten, zeigte uns der Blick auf den Windmesser immer noch gute 45kn, also Sturm an.
Erst nach Mitternacht beruhigte sich die Situation wieder und so fielen wir dann auch langsam erschöpft in die Kojen. Von da an blieben die immer wieder durchziehenden Böen heftig und die See an unserem Ankerplatz sehr ruppig. Wir mußten sogar die Skylights zulassen um kein Seewasser ins Schiff zu bekommen. Das Leben an Bord schrumpfte nun endgültig auf ein unbedingt erforderliches Minimum zusammen, denn wir mußten uns bei allen Aktivitäten abstützen, festhalten oder gut verkeilen um nicht durch Gegenwind zu purzeln. So war unsere Hauptbeschäftigung nun auf dem Handy nach angenehmeren Bildern und Filmen zu suchen und uns auf die nächsten Meilen bis zu unserer Einklarierungs- Marina vorzubereiten. Blöd war dann allerdings, das Ashas Handy den Geist aufgab, der Akku blähte sich immer weiter auf. 

Am 11.Oktober 2021 folgte unser letzter PCR-Test an Bord. Dazu kam das Speedboot wieder an Gegenwind herangefahren und setzte die beiden Ärzteinnen ab, der Dolmetscher blieb lieber auf dem Speedboot, denn die Wellen waren so ruppig, das es eigentlich an ein Wunder grenzte, das niemand Schaden genommen hatte und auch Gegenwind dabei keine Kratzer abbekommen hatte – alle Achtung für die Speedbootcrew! Sie mußten für das Übersteigen der Ärzte mit dem offenen Heck an Gegenwind heranfahren und das gegen die Wellen, die dabei an deren Außenbordern hochspritzen und nahezu ungebremst durch das ganze Cockpit des Speedbootes schossen.

Am Folgetag bekamen wir dann von unserem Agenten die Freigabe aus der Quarantäne gemeldet, so daß wir an dem darauf folgenden Tag zum Einklarieren in den Hafen kommen SOLLTEN.

Damit beginnt unser nächstes brutales Abenteuer – dazu aber mehr beim nächsten Mal.     

Viele Grüße aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch – von Dili bis Phuket, 30 Tage auf See

In der Singapurstrasse
In der Singapurstraße

Endlich, wir haben jetzt die Bilder unserer Überfahrt ins Fotoalbum eingestellt!
Viel Spaß beim Anschauen!

(der direkte Link: "Logbuch - von Dili bis Phuket 30 Tage auf See")

Viele Grüße aus der ziemlich herausfordernden Quarantäne vor Phuket
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind 

Keine Kommentare


Phuket – Corona hat uns zurück: Quarantäne

Datum: Dienstag, 28. September 2021
Unser Quarantäne-Platz GPS-Position: N 08°01,716‘, E 098°27,168‘
Am Anker auf 9,2m Wassertiefe westlich von Nakha Noi Island und nördlich Phae Island
Aktuelles Wetter: großteils bedeckter Himmel, Regenschauer im Laufe des Tages in Sicht, um 17:00Uhr Ortszeit feuchtwarme 32,7°C im Schiff, Wassertemperatur 30,1°C, Wind 2 Beaufort aus West, ein ruhiger Ankerplatz.

Nachdem wir das Wochenende an unserem vorläufigen Ankerplatz verbracht hatten, stand gestern, an unserem offiziellen Ankunftstag, Montag den 27. September der Wechsel auf den Quarantäne-Ankerplatz an. Wie von unserem Agenten vorgegeben wechselten wir früh morgens nach dem Hellwerden auf die angegebene Position. Wir schafften es sogar rechtzeitig vor dem heranziehenden Regenschauer unseren Anker um 07:30Uhr einzugraben. Nun waren wir offiziell in Thailand angekommen. Den Tag verbrachten wir mit abhängen in der feuchtheißen Luft, die auch nicht gerade zu Aktivitäten einlädt. Am Nachmittig bekamen wir noch einmal eine Aufforderung von unserem Agenten, den Ankerplatz weitere gute 300m nach Norden zu verlegen. Das Taten wir und brauchten dabei drei schweißtreibende Anläufe, da der Anker bei den ersten beiden Versuchen auf hartem Grund einfach nicht halten wollte.

Heute Morgen war Besuch angesagt. Ein Speedboot mit Ärzten sollte vorbeikommen für unseren ersten von drei erforderlichen Corona-Tests, die wir während der vierzehntägigen Quarantänezeit durchzustehen haben und das obwohl wir voll Durchgeimpft sind. Die Impfung war übrigens eine Voraussetzung um überhaupt einreisen zu können. Um 10:00Uhr kamen sie, ein Speedboot größer als Gegenwind, brachte drei Ärzte in Vollschutz zu uns. Wir übergaben ihnen unsere Pässe und die Ausklarierungspapiere aus Dili und bekamen unseren allerersten PCR-Test. Der war echt sehr unangenehm, jetzt verstehen wir auch worüber alle Welt bei dem Test immer wieder stöhnt.
Wir bekamen aber noch mehr von den Ärzten. Sie brachten uns noch jedem ein Online-Tracking-Armband für Puls und Temperatur, das wir nun ständig während der Quarantänezeit an Bord tragen müssen. Um 10:10Uhr düste das Speedboot mit den Ärzten wieder davon bis zum nächsten Termin in einer Woche.
Außerdem lieferte uns die Speedbootcrew, die bei unserem Agenten bestellten frischen Waren, die uns schon vor einiger Zeit ausgegangen waren, dazu zählen frische Kartoffeln, Möhren, Eier, Äpfel, ein Kürbis und vor allem Trinkwasser für die kommenden zwei Wochen. Und die Lieferung enthielt SIM-Karten für einen Internetzugang, damit wir uns wenigstens die Zeit ein wenig vertreiben und wieder Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können.

Viele Grüße aus der Quarantäne vor Phuket, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 30.Tag angekommen

Datum: Samstag, 25. September 2021 – 12:00 Uhr Thailand-Zeit GPS-Position: N 08°02,016‘, E 098°26,862‘ Am Anker auf 6m Wassertiefe, Tagesetmal 33sm, seit Dili 2211sm vorangekommen, ursprünglich errechnete Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, grau in grau, Regenschauer, schimmelbildende feuchtwarme 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 29,2°C, Wind 1-2 Beaufort aus West, See ein ruhiger Ankerplatz. Die Fahrt unter Motor ging schnell gestern und bei der Einfahrt in die Gewässer auf der Ostseite Phukets wurden wir von einer interessanten Landschaft und einigem uns entgegen kommendem Müll, meist Styropor-Speiseboxen oder Trinkbechern und etlichen Plastikflaschen empfangen. Kräftige Gegenströmung von deutlich mehr als einem halben Knoten des ablaufenden Gezeitenstroms bremste unsere Fahrt, die wir allerdings mit Motorkraft weitgehend ausglichen und so erreichten wir um 18:40Uhr Dili-Zeit unseren jetzigen Ankerplatz. Puhhh, geschafft!!! Wir sind in Thailand, naja eigentlich ja noch nicht, denn wir können ja noch nicht einklarieren, sondern dürfen hier erst einmal nur ankern. Für die Einklarierung in Thailand brauchen wir zu Corona-Zeiten zwingend einen Agenten, mit dem wir inzwischen ja schon seit einigen Monaten in Kontakt stehen, um die Einreiseformalitäten zu erledigen. Wir haben uns dabei für Seal Superyacht entschieden. David, unser Agent hatte uns auch geholfen in Langkawi, Malaysia Diesel geliefert zu bekommen. Und jetzt stehen wir mit ihm in engem Kontakt für die weiteren Einreiseprozeduren. An unserem jetzigen Ankerplatz werden wir noch bis zu unserem eigentlich ersten Einchecktermin am Montag, den 27.September 2021 bleiben. Den Termin mußten wir übrigens zweieinhalb Wochen vor unserer Ankunft unverrückbar festlegen. Das hat uns während der Fahrt mächtig unter Streß gesetzt, denn das Wetter ist über einen so langen Zeitraum auch in der heutigen Zeit nicht wirklich berechenbar – es macht halt noch was es will. Die vergangene Nacht am Anker konnten wir dann beide ohne Wache zu gehen die Nacht durchschlafen. Naja, wenn das so einfach wäre. Es war noch heißer und feuchter als auf See und unser Schlafrhythmus ist auf Wachen, Schaukeln, spontane Aktionen und ständige Aufmerksamkeit auch beim Schlafen eingestellt, so daß unsere Nacht tatsächlich unruhiger war als beim Segeln. Heute ziehen immer wieder Schauer über uns hinweg und im Schiff wird es immer feuchter. Wir hängen dafür ein wenig herum und regenerieren uns, falls man unser heutiges Faulenzen so nennen möchte. Nun aber erst einmal etwas zu unserer Uhrzeit. Wir haben die gesamte Tour in Dili Zeit gerechnet, um uns unterwegs nicht selbst mit dem Hin-und Her- Rechnen zu verwirren. Nun haben wir unsere Uhren allerdings auf die Lokal-Zeit in Thailand (Bangkok) umgestellt. Heute um 14:00Uhr in Dili ist es 12:00Uhr in Thailand während die Uhr in Deutschland 07:00Uhr anzeigt. Viele Grüße vom Ankerplatz vor Phuket, Thailand Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 29.Tag auf See

Datum: Freitag, 24. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 07°31,645‘, E 098°36,335‘ Kurs 340°, Geschwindigkeit 5kn, Motorfahrt, Tagesetmal 114sm, seit Dili 2178sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 30sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, feuchtheiße 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordost, See 0,1m. Gestern Nachmittag kurz nach 14:00Uhr kam unser Diesellieferant zum vereinbarten Treffpunkt vor Langkawi, Malaysia auf N 06°16‘ E 099°39‘ und wir bekamen unsere bestellten 100l Diesel in 25Liter Kanistern geliefert. Die Übergabe war etwas wackelig bei einem halben Meter Welle aber es gab genug Hände zum Abhalten. Zusätzlich zu dem vereinbarten Preis kam noch eine kleine Gebühr von 30USD, dafür erhielten wir aber auch noch 10l Trinkwasser. Im Anschluß an die Dieselübernahme waren wir gut mit dem Umfüllen beschäftigt, was aus den 25l Kanistern und bei der hohen Welle nicht ganz einfach war. Seitdem haben wir einen leichten Dieselgeruch, halt wie eine Tankstelle, im Cockpit. So frisch versorgt starteten wir um 17:10Uhr um die letzten Seemeilen nach Phuket in Angriff zu nehmen. Es herrscht totale Flaute und wir sind echt froh über den Diesel, denn zum Zeitpunkt unser Dieselübernahme stand der Füllstandsanzeiger auch schon kurz vor Leer. Auch hier haben wir natürlich überall Fischer um uns herum. Auf der gesamten Strecke konnten wir verschiedene Arten von Fischern ausmachen, wahrscheinlich nicht allumfassend aber doch etliche verschieden Fangmethoden und Verhaltensweisen. Zum einen sind da Fischer die fahren kreuz und quer unberechenbar durch die Gegend. Die haben in der Regel ihre Bojen irgendwo ausgesetzt und kurven von einer Boje zu nächsten. Nachts sind sie meist nur mit allen möglichen Scheinwerfern und Neonlampen auszumachen. Eine zweite Kategorie konnten wir ausmachen, die langsam, mit meist 3-4kn Geschwindigkeit in Bögen herumfahren dabei aber wohl eher den Fischen folgen als auf andere Fahrzeuge zu achten. Die sind dabei ein Schleppnetz hinter sich herzuziehen. Nachts sind sie am besten von hinten zu erkennen, denn da strahlen Scheinwerfer auf das Kielwasser, während sie von vorne oder der Seite eher schlecht auszumachen sind. Eine große Flotte von Fischerbooten sieht aus wie riesige Wäschest änder, die wenn sie am Fischen sind eher nur herumtreiben also relativ stationär sind. Nachts haben sie in einigen Gebieten ringsherum nur weiße Neonbeleuchtung oder sie leuchten schon von weitem als Halbkugel am Horizont sichtbar mit Neongrünen Lampen ihr ganzes Gestell aus. Außerdem gibt es natürlich noch viele kleinere Fahrzeuge die meist schnell mal hier mal dort sind und denen wir keine Kategorie zuordnen können. Positionslichter zur Navigation sind eher nicht vorhanden. Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 28.Tag auf See


Datum: Donnerstag, 23. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 06°19,624‘, E 099°34,673‘
Kurs wir treiben vor Langkawi, Geschwindigkeit 1,5kn, Warten, Tagesetmal 70sm, seit Dili 2064sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 136sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 31,0°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordost, See 0,5m.

Gersten spätabends haben wir den Motor angestellt und unseren letzten Diesel in Richtung Langkawi, Malaysia verfahren. Seit heute früh um 08:00Uhr treiben wir nun vor der Insel und warten, denn wir konnten unseren Notfallplan initiieren und werden nun im Laufe des Tages ein Treffen zur Dieselübergabe haben. Corona-bedingt dürfen wir nicht in den Hafenbereich, auch nicht zu einer Tankstelle einlaufen, so daß wir einen Treffpunkt zur Dieselübergabe 2,5sm vor dem Hafenbereich vereinbaren mußten. Das wird damit wohl der teuerste Diesel den wir bisher auf unserer ganzen Reise kaufen mußten. Mit 250USD für 100l schlägt der Betrag schon mächtig zu Buche.
Hier müssen wir tatsächlich mal auf unsere Situation aufmerksam machen. Wir finanzieren unsere Reise aus Erspartem und das hat mit unserer Planung bisher auch prima gepaßt. Mit den Corona- Maßnahmen, die die Preise massiv hochtreiben, bekommen wir allerdings doch langsam Schwierigkeiten. Denn die Preise sind nicht einfach nur um ein paar Euro gestiegen, sondern die Kosten die jetzt für unsere Weiterfahrt nach Europa entstehen, erhöhen sich mal hier um ein paar Tausend, mal dort um einige Hundert und das alleine jetzt für die Administration, um überhaupt von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Allerdings sahen wir auch keinen Sinn darin, weiterhin in Dili festzusitzen, denn ohne Wartung von Gegenwind und ohne eine Möglichkeit an Ersatzteile heranzukommen die mindestens ein halbes Jahr in den Lieferketten unterwegs sind und deren Kosten sich dann auf Deutschland bezogen mindestens um den Faktor 3-4 Erhöhen sowie und bei den herrschenden Bedingungen am Ankerplatz für
uns, die definitiv nicht für einen Langzeitaufenthalt dort ausgelegt sind, hatten wir DREI langsam unsere Grenzen der Belastbarkeit erreicht. So versuchen wir nun die Notwendigen nächsten Reiseschritte zu unternehmen um wieder nach Europa zu gelangen. Nun unser Wunsch für alle die unsere Berichte lesen und denen unsere Berichte gefallen: Wir haben auf unserem Bog einen Link zu unserem PayPal-Konto – es wäre Super wenn ihr uns mit einem Beitrag dort über die Corona-Kostensteigerungen etwas hinweghelfen könnt.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 27.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 22. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 05°25,303‘, E 099°18,427‘
Kurs wir treiben, Geschwindigkeit 0-2kn, Segelversuche mit wechselnder Besegelung, Tagesetmal 29sm nur auf der Stelle, seit Dili 1994sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 168sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 30,4°C im Schiff, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nord, See 0,3m.

Der vergangene Tag bietet ein ziemlich frustrierendes Ergebnis. Wir haben es trotz flauen Winden zwar geschafft 29sm in unserem Kielwasser zu lassen, sind unserem Ziel damit aber kein Stück näher gekommen. Der Wind weht schwach aus Nord und auch die Strömung drückt uns nach Süden, so daß wir unsere Kreuzversuche in den Windfeldern nur mit hin- und hersegeln zubringen konnten. Der Wendewinke lag zwischen 180-200Grad.
Unser Highlight war natürlich wieder einmal des Nachts um 03:30Uhr, denn bei unserem Herumtreiben hatte uns ein Frachter, die Asahi Ocean, genau vor ihrem Bug, so daß wir zum Funkgerät greifen mußten, um auf uns aufmerksam zu machen. Dann haben sie unsere Kennung auf ihrer Elektronik, dem AIS-System bestätigt und korrigierten ihren Kurs um ein paar Grad um die treibende Gegenwind nicht unterzupflügen.
Der Wetterbericht sieht für längere Zeit nach Flaute aus und unser Diesel reicht beim positivsten, hundertsten Nachrechnen definitiv nicht bis Phuket und außerdem steht in Phuket ja auch unser Ankunftstag fest, den wir nicht nach hinten verschieben dürfen. So sitzen wir heute an Notfallplänen, denn in Corona- Zeiten kann man ja nicht einfach irgendwo ranfahren und nachtanken.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 26.Tag auf See

Datum: Dienstag, 21. September 2021 – 12:30 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 05°24,574‘, E 099°27,942‘ Kurs grobe Richtung Phuket mal treiben wir mal versuchen wir ein Stück aufzukreuzen unter Segel, Geschwindigkeit 0-4kn, Segeln unter wechselnder Besegelung, Tagesetmal 49sm davon nur 31sm in die richtige Richtung, seit Dili 1965sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 168sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 31,2°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1 Beaufort aus Nord, See 0,3m. Wir warten auf Segelwind, und schaukeln treibend dahin. Jede Seemeile die wir vorankommen erkämpfen wir uns. Durch die damit verbundenen vielen Segelmanöver und das zusätzliche Slalomfahren um die Fischer, gerade während der Nacht, sind unsere Wach- und Schlafrhythmen völlig durcheinander und wir damit recht müde und so nutzen wir jede Minute um uns ein wenig zu erholen. Gestern Nachmittag hatten wir hier aber auch tolle Gesellschaft, eine Delfinschule begleitete uns ein kleines Stück, während Gegenwind die um uns herumschwimmen Plastikflaschen aus dem Weg kickte. Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 25.Tag auf See

Datum: Montag, 20. September 2021 – 12:30 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 04°53,391‘, E 099°30,585‘ Kurs grobe Richtung ca.315° mal treiben wir mal versuchen wir ein Stück aufzukreuzen unter Segel, Geschwindigkeit 0-4kn Segeln unter wechselnder Besegelung, Tagesetmal 97sm, seit Dili 1916sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 199sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, immer noch brutal feuchtwarme 29,7°C im Schiff, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 1-4 Beaufort aus Nordwest, See bis 0,5m. Seit vergangener Nacht ist der Motor aus, damit wir für unsere Ansteuerung und Notmanöver noch genug Diesel haben. Seitdem versuchen wir mit dem wechselhaften Wind, der uns zudem genau auf die Nase weht, zurechtzukommen. Vom Beidrehen über Segeln nur unter Vorsegel oder unter Vollzeug ist alles dabei. Die Kurse variieren dabei, denn Strömungen schieben uns mal oder werfen uns sogar zurück. Außerdem müssen wir im horrormäßigen Slalom um die Fischermassen kurven. Die Große Pötte treffen wir dagegen nur noch vereinzelt. Unsere Wachen sind bei dem ganzen völlig durcheinander gekommen und wir sind inzwischen ziemlich erschöpft. Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 24.Tag auf See

Datum: Sonntag, 19. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 03°40,498‘, E 100°16,675‘ Kurs ca.315°, Geschwindigkeit 5kn Motorfahrt, Tagesetmal 122sm, seit Dili 1819sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 283sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, brutal feuchtwarme 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordwest, See 0,1m. Wir sind raus aus dem Verkehrstrennungsgebiet der Malakka Straße und können unseren Kurs wieder frei wählen. Wir befinden uns hier schon im Golf von Bengalen aber immer noch in der Malakka Straße. Es geht voran mit Motor, denn es herrscht totale Flaute und es ist regnerisch mit fürchterlich dampfender Luft. Der Schwitzfaktor ist ziemlich hoch. Gestern haben wir den Rest des Verkehrstrennungsgebietes in Angriff genommen. Erst mit einer fürchterlichen Strömung, die unsere Geschwindigkeit auf zeitweise nur einen Knoten heruntergedrückt hatte und gleichzeitig einer Windwolke mit Gegenwinden und bis zu einem halben Meter hohen Wellen. Das hielt zum Glück nur wenige Stunden, denn die Gezeiten wechselten und wir fingen an wieder mehr Fahrt zu machen. Auch der Wind hatte sich gelegt. Dafür kamen mit der Dämmerung die Fischer, die sich sogar bis zur Hälfte unserer Fahrbahnseite des Verkehrstrennungsgebietes ausdehnten. Wir wichen den Fischer aus und begaben uns ebenfalls bis fast in die Mitte der Fahrbahn, denn vor uns wichen die Fischer nicht aus, wahrscheinlich weil sie unsere Navigationslichter nicht kannten oder uns auch für einen Fischer oder ein Fischerfähnchen hielten. Denn natürlich hatten auch diese Fischer nur Baumarktlichter in allen möglichen Farben aber keine Navigationslichter. Aber vor den Großen Pötten hatten die Fischer Respekt und machten Platz. Zum Glück vollführten die Riesenschiffe beim Überholen der langsamen Gegenwind kleine Kursänderungen, so daß wir den Fischern und ihren Fähnchen aus dem Weg gehen konnten. Bis Mitternacht ging das Spiel mit den Fischern weiter, dann wurde das Fahrwasser enger und flacher, die Gezeitenströmung heftiger, zum Glück in unsere Richtung und die Fischer blieben zurück. Mit bis zu sieben Knoten wurden wir über die Engstelle geschoben und um 03:00Uhr, zum Wachwechsel waren wir in freiem Wasser. Während Ashas Wache stellte sich dann aber heraus, das das Wasser doch nicht so frei war, denn die großen Pötte sortierten sich für die Ein- und Ausfahrt in das Verkehrstrennungsgebiet, um sich in die richtige Perlenschnur einzureihen oder am Ende der Perlenschnur richtig Fahrt aufzunehmen. Wir mal wieder mitten drin, denn wir wollten eigentlich ein wenig Platz gewinnen für den anstehenden Wind der uns laut Vorhersage genau auf die Nase wehen soll. Viele Grüße aus der Malakka Straße Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 23.Tag auf See

Datum: Samstag, 18. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 02°22,436‘, E 101°46,829‘ Kurs wir folgen dem Fahrwasser der Malakka Straße, Geschwindigkeit 5-6kn, Motorfahrt, Tagesetmal 138sm, seit Dili 1697sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 402sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: wir sind im tropischen Nordsommer angekommen, großteils bedeckter Himmel, brutal heiße 31,6°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, See 0,1m. Wir schippern jetzt entlang der Fahrwassergrenze der Malakka Straße. Nachdem wir jetzt heftig anstrengende, stressige zwei Tage hinter uns haben, erholen wir uns gerade wieder etwas und holen Schlaf nach. Da unser Bericht über die Singapurstraße gestern etwas spartanisch ausgefallen war, wollen wir das nun aber nachholen. Vorgestern Abend mit Dunkelwerden verdichtete sich der Schiffsverkehr mit lauter Frachtern und Tankern, die genau wie wir Anlauf auf die Singapurstraße genommen haben- natürlich alles unter Motor. Der Horizont in Richtung Stadt sah aus als würde ein riesiges Feuer über Singapur wüten. Unsere eigentliche Überquerung des Verkehrstrennungsgebietes begann gegen 23:00Uhr gut zwei Seemeilen vor der mehrspurigen Schiffsautobahn mit dem suchen nach geeigneten Lücken um durch den passierenden Durchgangsverkehr hindurchzukommen – halt wie beim Überqueren einer Autobahn zu Fuß. Zum Glück war der Mond hell bei einem klaren Sternenhimmel und so hatten wir gute Sicht. Um 01:10Uhr erreichten wir die Nordseite des Verkehrstrennungsgebietes und fuhren unter Motor weiter am Rande der Straße, während die Großen und die Riesen wie an einer Perlenschnur an uns vorbei rasten. Unsere Geschwindigkeit reduzierte sich trotz Motorfahrt auf gerade mal zwei Knoten, denn eine sehr kräftige Strömung stand uns entgegen. An Schlaf war diese Nacht nicht mehr zu denken, denn auch am Fahrwasserrand tobte das Leben. Kleine Fischer mit ihren schnellen Booten flitzen um uns herum und brachten schnell ein paar Leinen oder Bojen aus um sie kurze Zeit später wieder herauszuholen und das so dicht wie möglich am Durchgangsverkehr. Je dichter wir dem Stadtzentrum mit seinen Hafenanagen kamen umso mehr große und riesige Schiffe ankerten außerhalb des Fahrwassers oder nahmen gerade Fahrt auf oder wollten sich einen Ankerplatz suchen und wir mitten in deren Routen. Am Morgen gegen 06:00Uhr hörte die massive Gegenströmung auf und wir konnten wieder mit unserer Mo tormarschfahrt von fünf Knoten vorankommen. Die ganzen Lichter von den Schiffen, von Gebäuden an Land, Fischerblinklichter, schummrige unbeleuchtete Schleppkähne machten aus der ganzen Umgebung eine bunte Lichterlandschaft auf dunklem Grund. Mit Sonnenaufgang konnten wir einen ersten richtigen Blick auf das Geschehen werfen und es zeigte sich überwältigend. Auf der einen Seite hatten wir das Fahrwasser, mit der Perlenschnur vorbeirauschen großer und riesengroßer Schiffe, während auf der Stadtseite die Wasserfläche vollgeparkt war mit den gerade nicht fahrenden großen und riesengroßen Pötten und allem was sonst noch schwimmt. Immer wieder kamen Schiffe aus dem Ankerfeld heraus oder wollten hinein und hielten Kurs auf uns zu und forderten somit unsere volle Aufmerksamkeit. Im Laufe des Tages kamen wir vorbei an einer Flotte unzähliger ankernder Kreuzfahrtschiffe, dann lagen dort noch viel mehr Frachter und Containerschiffe und hinter den beeindruckenden Riesenpött en tauchte die Skyline von Singapurs Zentrum mit all seinen Hochhäusern auf, die neben den Schiffen um uns herum schon fast winzig aber dennoch beeindruckend wirkten. Und wir immer mittendrin, mal zwischen zwei Riesen mal davor und teilweise von einer heftigen Strömung mit bis zu neun Knoten Geschwindigkeit unterwegs. Nach der Mittagszeit kamen wir dann auf der Westseite der Singapurstraße an einer mächtigen vor Anker oder an Bojen liegenden Tankerflotte vorbei. Etlicher der Riesentanker lagen sogar im Päckchen an den Bojen. Um 15:00Uhr hatten wir die Malakka Straße erreicht und die Singapurstraße lag in unserem Kielwasser, genau wie die Schiffsmassen jetzt achteraus blieben. Unser Streßpegel konnte sich beruhigen und wir merkten wie müde wir waren. Bei der Anzahl an Riesenpötten die wir hier in Singapur gesehen haben, kamen wir auf den Gedanken, das auf den Weltmeeren jetzt gerade kein einziges Schiff mehr zu finden sein dürfte – beeindruckend welch eine irre gr oße Flotte doch für den Welthandel unterwegs ist. So viele Schiffe haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen. Die Malakka Straße ist ebenfalls als Verkehrstrennungsgebiet eingerichtet und wir halten uns weiterhin am Rand auf. Bei flauen Winden fahren wir unter Motor hindurch und so wollten wir uns hier eigentlich etwas erholen aber gestern Nachmittag viel das Barometer erst einmal kräftig ab und so präparierten wir uns für eine weitere ungemütlich Nacht, zusätzlich tankten wir noch einmal Diesel aus unseren an Deck verschnürten Kanistern nach. Mit der Dämmerung kam dann ein heftiges Blitzen auf, ein Blitz sah in seiner Ausdehnung fast wie ein Tornado aus. Der Wind frischte auf teilweise 20kn auf, kam aber aus Ost, also von der Seite Malaysias und so hielten wir unter Motor durch und versuchten einen Nachtwachenrhythmus zu finden bei dem wir den vermißten Schlaf nachholen konnten. Der Wind ließ nach ein paar Stunden nach, während das Blitzen, natürlich nicht ganz so heftig, uns bis zum Hellwerden begleitete. Aber es blieb trocken. Und so sind wir heute wieder einigermaßen fit für die nächsten Seemeilen. Viele Grüße aus der Malakka Straße Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 22.Tag auf See

Datum: Freitag, 17. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 01°10,116‘, E 103°42,370‘ Kurs wir folgen dem Fahrwasser der Singapurstraße, Geschwindigkeit mal 2 und dann wieder bis zu 9kn, Motorfahrt, Tagesetmal 124sm, seit Dili 1559sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 540sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, unangenehm heiße 31,1°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Süd, See 0,1m. Wir sind hundemüde nach einer nahezu durchgemachten Nacht und im Streß der Schifffahrtsroute und den irren Massen an Riesenschiffen in der Singapurstraße und wir mittendrin und mal im Slalom drum herum. Und wir sind noch nicht durch! Morgen ausführlicher. Viele Grüße aus der Singapurstraße Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 21.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 16. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 00°44,435‘, E 105°27,002‘ Kurs 315°, Geschwindigkeit um und bei 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 69sm, seit Dili 1435sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 665sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, unangenehm warme 29,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See 0,3m. Seit gestern sind wir wieder auf der Nordhalbkugel! Um 13:07Uhr (Dili Zeit) haben wir den Äquator auf E106° 15,272‘ überquert. Auch hier im Südchinesischen Meer haben wir keine Markierungslinie dafür entdecken können. Der Tag und auch die Nacht vergingen erholsam und wir sind wieder einigermaßen fit für die nächsten Abenteuer. Und da steht auch wieder ein neues Abenteuer auf dem Plan. Wir starten jetzt den Anlauf auf die Singapur Straße, die wohl meistbefahrene Seestraße. Sie ist wie eine Autobahn mit einer rechten und einer linken Spur, seemännisch Verkehrstrennungsgebiet genannt. Wir sind gespannt wie wir das Abenteuer, Gegenwind inmitten der großen vorbeirauschenden Pötte, erleben werden! Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 20.Tag auf See

Datum: Mittwoch, 15. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 00°02,133‘, E 106°17,434‘ Kurs 315°, Geschwindigkeit um und bei 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 63sm, seit Dili 1366sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 737sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, teilweise Regentropfen, feuchtwarme 28,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,2°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See 0,3m. Den vergangenen Tag konnten wir etwas Luft holen und Ruhe genießen. Wir segeln so vor uns hin, hatten entspannte Wachen und angenehme Schlafenszeiten. Trotzdem sind wir noch etwas geschafft von dem Sturm, aber der Wetterbericht verspricht weiterhin ruhiges Wetter. Wir verbringen noch unsere letzten Augenblicke auf der südlichen Halbkugel! Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 19.Tag auf See

Datum: Dienstag, 14. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 00°46,168‘, E 107°00,419‘ Kurs 315°, Geschwindigkeit wir treiben, Genua III klein gerollt, Tagesetmal 29sm aber nur 20sm in die richtige Richtung, seit Dili 1303sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 799sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Tropfenschauer, feuchtwarme 28,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südwest, See 0,3m. Sturm! Der gestrige Nachmittag wurde immer drückender und heißer. Dann fing das Barometer an massiv zu fallen, ganze 9mbar. Die Wolken wurden immer dunkler, so daß wir unsere Vorbereitungen für Schlechtwetter trafen. Helge machte seinen Kontrollgang übers Deck, um ein paar Dinge noch mal neu zu Stauen, während sich Asha sich darum kümmerte unter Deck alles zu sichern und vor allem noch ein schnelles Mittagessen, eine Dose Erbseneintopf zuzubereiten. Währenddessen verdichteten sich die dunklen Wolken immer weiter. Wir drehten bei, mit einem zur Taschentuchgröße verkleinerten Vorsegel und das Großsegel lag sowieso fest verschnürt auf dem Baum. Dann gab es Mittag. Nach dem Essen, Asha schafft gerade noch den Abwasch, fing der Spuk an. Gegen 16:30Uhr heulte der Wind auf, natürlich genau von vorne und Gegenwind drehte sich in einen Winkel von ca. 60 Grad zum Wind und wir trieben damit ganz langsam nach Lee. Der Wind erreichte Sturmstärke, neun Beaufort, die auf unser em Windmesser mit satten 42 Knoten Wind angezeigt wurden. Langsam wurden auch die Wellen höher und wuchsen auf zwei bis drei Meter an, was das Ganze noch deutlich ungemütlicher machte und wir uns damit kräftig abstützen oder verkeilen mußten. Helge übernahm die Wache im Cockpit während Asha unter Deck, die doch immer mal wieder herumpurzelnden Sachen einfing und sich sonst in ihrer Koje einklemmte. Der Schlimmste war gegen 18:00Uhr vorüber gezogen und gegen 19:30Uhr fingen wir vorsichtig wieder an zu segeln, allerdings nun auf einem am Wind Kurs der so gar nicht zu unserer Route paßte. Nach Mitternacht kreuzten noch ein paar nicht seemännisch beleuchtete Fischer und ein Schleppverband unseren Kurs und sorgten für Streß. Gegen 03:00Uhr stand der Wachwechsel an und Asha übernahm die nächste Starkwindfront, die gegen 04:30Uhr nur mit knapp 30kn Wind über uns hinwegbrauste. Seit Hellwerden ist der Himmel nur noch bedeckt, die See hat sich beruhigt und der Wind ist mit einer Flaute eingeschlafen. Wir versuchen jetzt uns von dem Spuk zu erholen und unsere verspannten Muskeln mit etwas Ruhe wieder zu beruhigen. Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 18.Tag auf See

Datum: Montag, 13. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 01°03,855‘, E 107°10,098‘ Kurs 315°, 15 Seemeilen westlich unserer abgesteckten Route, Geschwindigkeit 1kn, Genua III klein gerollt, Tagesetmal 78sm, seit Dili 1274sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 819sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Tropfenschauer, sehr feuchtheiße 30,6°C im Schiff, Wassertemperatur stark angestiegen auf 28,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südost, See 0,3m. Wir sind ziemlich dicht am Äquator, vielleicht schwitzen wir deshalb wie verrückt, vielleicht aber auch, da wir uns dem ausklingenden Nordsommer nähern. Auf jeden Fall ist uns ziemlich heiß. Der Wind ist unzuverlässig, den gestrigen Nachmittag trieben wir einfach nur vor uns hin, nachdem wir den Motor für zwei Stunden zum Batterieladen laufen hatten und ganz nebenbei so auch noch ein paar Seemeilen gut machen konnten. Damit sind wir wenigstens dem Hauptschifffahrtsstrom entgangen. Nun sehen wir die großen 200-300Meter langen Riesen nur noch in guter Entfernung neben uns vorbeiziehen. Vergangene Nacht kam so viel Wind auf, daß wir sogar noch ein ansehnliches Stück Strecke segeln konnten. Mal sehen wie das heute wird, kommt der Wind in der Nacht wieder oder treiben wir heute durch die Nacht durch? Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 17.Tag auf See

Datum: Sonntag, 12. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 01°47,903‘, E 108°13,999‘ Kursänderung auf 315°, Geschwindigkeit 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 89sm, seit Dili 1196sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 892sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, feuchtheiße 29,8°C im Schiff, Wassertemperatur 27,8°C, Wind 3 Beaufort aus Südost abnehmend, See 0,3m. Wie schön das es auch völlig ereignislose Tage gibt, da kann man sich doch mal wieder etwas erholen. Auch die Wellen brauchen anscheinen mal eine Pause, denn das Schaukeln hat ein gut erträgliches Maß erreicht. Naja, vielleicht liegt das aber auch daran das wir gerade ein weiteres Weltmeer erreicht haben, auf dem wir jetzt unser Kielwasser hinterlassen. Die Java See liegt hinter uns und nun schippern wir auf dem Südchinesischen Meer herum in Richtung Singapur Straße. Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 16.Tag auf See

Datum: Samstag, 11. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 02°40,837‘, E 109°22,644‘ Kursänderung auf 310°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 90sm, seit Dili 1107sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 986sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: grau in grau bedeckter Himmel, 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 5 Beaufort aus Ost, See ruppige 0,5m. Bergfest, Bergfest, Bergfest!! Jetzt haben wir die halbe Strecke hinter uns gebracht und wir haben nur noch eine dreistelle Teilstrecke vor unserem Bug! Das Segeln in diesen Gewässern ist und bleibt ermüdend. Die See ist ruppig und die Winde wechselhaft. Aber das unser Kurs jetzt ganz deutlich nach Norden zeigt spornt uns an und wir konnten ja auch wieder ein gutes Stück Strecke ins Kielwasser bringen. Aber nun wieder zu den Fischern, ihr werdet es nicht glauben, gestern Abend in der Dämmerung waren sie alle wieder da, rechts und links und hinter uns. Vor uns war es allerdings dunkel, nur die Lichter von ein paar Frachtern und Tankern, sowie ganz vereinzelt mal ein undefinierbares Licht, tauchten aus der Dunkelheit auf. Und tatsächlich, wir haben den Fischer-Spuk überstanden. Plötzlich war da keine Fischereiflotte mehr um uns herum. Wir können nun wieder normal segeln und müssen uns nur noch mit Frachtern und Tankern arrangieren. Was für eine Erleichterung!. Viele Grüße aus der Java See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 15.Tag auf See

Datum: Freitag, 10. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 03°57,979‘, E 110°06,863‘ Neuer Kurs 325°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 93sm, seit Dili 1017sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1075sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur konstante 27,5°C, Wind 3-4 Beaufort aus Südost, See ruppige 0,5m Welle. Das ständige Aufpassen auf die unendliche Flotte an Fischern ist ziemlich erschöpfend. Es gibt wirklich keine Zeit mehr zum Entspannen, einer von uns ist jetzt zwingend draußen im Cockpit, selbst der kurze Gang zur Toilette muß sehr gut abgepaßt werden. Aber wir sind ein Stück weiter und jetzt liegt sogar ein Nordkurs an, denn die Insel Borneo können wir nun auf ihrer Westseite passieren. Es ist erstaunlich aber bei den vielen Fischern landen nachts immer noch wieder fliegende Fische an Deck, die meisten sind zwar sehr klein aber es gibt sie noch. Leider ist der Flug auf Gegenwinds Deck ihr letzter Flug, denn den Tag erleben sie nur als Trockenfisch und landen bei Helge Decksrundgang so dann wieder bei ihren Artgenossen. Außerdem sehen wir neben dem inzwischen üblichen Plastikmüll jetzt auch immer wieder Treibholz, meist behauene kleine Stücke, neben uns auftauchen. Neu und absolut gewöhnungsbedürftig ist für uns hier auch die Wassertiefe von nur 30 Metern, unser Echolot ist anders als auf dem offenen Ozean mit seinen tausend Metern Tiefe, hier mächtig am Arbeiten. Viele Grüße aus der Java See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 14.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 09. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 04°42,722‘, E 111°25,550‘ Kurs 285°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 83sm, seit Dili 924sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1170sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: großteils bedeckter Himmel, 29,7°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 4 Beaufort aus Südost, See teilweise ruppige 0,5m. Mit viel Aufwand und ständiger Segel- und Kurskorrektur haben wir doch wieder ein gutes Stück Strecke im Kielwasser gelassen. Der Wind war sehr launisch und alle fünf bis fünfzehn Minuten mußten wir an der Segelstellung und am Kurs etwas ändern um voranzukommen. Und dann waren da ja noch die Fischer um uns herum. Auch wenn sich das mit den Fischern jetzt nach einer Wiederholung anhört, aber die sind uns gestern echt gefährlich auf die Nerven gegangen. Auch am gestrigen Nachmittag kamen wir in Schwierigkeiten mit diesen unberechenbaren, verantwortungslosen Fischern. Wir halten uns in der Regel so gut wir können von Fischereifahrzeugen fern, denn die sind ja weltweit unberechenbar gefährlich in ihren Aktionen und Kursen. Aber einer von denen hier, gestern Nachmittag, setzt bisher dem Ganzen die Krone auf. In sicherem Abstand von ca. eineinhalb Seemeilen führte unser Kurs an dem besagten Fischer vorbei, er war also gerade über den Wellenbergen zu sehen. Wir waren allerdings nur mit knapp drei Knoten Geschwindigkeit unterwegs, da änderte der Bursche seinen Kurs um 90 Grad und hielt genau auf uns zu. Um vor ihm lang zu kommen waren wir zu langsam, also ging es mit einigen Segelmanövern hinter ihm lang und anschließend versuchten wir den Abstand zu vergrößern. Dann vollführte der Heini seine nächste 90 Grad Wende und fuhr parallel zu uns, um dann noch eine 90 Grad Drehung zu machen und wieder genau auf uns zuzuhalten . So schnell konnten wir keinen weiteren Abstand gewinnen. Gut zwanzig bis dreißig Meter entfernt ging er an unser Heck heran. Die etwa 20 Leute an Bord hielten Fisch zum Angebot hoch, während wir fürchteten vor dem steil aus der See ragenden Bug in Grund und Boden gerammt zu werden, denn die Wellen erreichten zu dem Zeitpunkt gute eineinhalb Meter. Wir konnten nicht nur den Leuten an Bord unseren Unmut zurufen, sondern hörten auch wie sie ihre Fischangebote herüberschrien. Auch konnten wir jede einzelne Pocke an deren weit aus dem Wasser ragenden Unterwasserschiff begutachten und deren Diesel kräftig riechen. Nachdem wir es mit dem nächsten Segelmanöver geschafft hatten aus dem Gefahrenbereich herauszukommen und die anscheinend verstanden hatten, das wir keinen Fisch von ihnen kaufen wollten, zitterten unsere Knie noch eine ganze Zeitlang danach und wir waren froh das wir noch in einem Stück waren. Viele Grüße aus der Java See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 13.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 08. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 05°12,893‘, E 112°42,480‘
Kurs 285°, Geschwindigkeit 4-5kn, Genua III etwas eingerollt gesetzt, Tagesetmal 80sm, seit Dili 841sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1252sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, vereinzelte Sonnenstrahlen, immer wieder passieren Regenschauer, 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 4-5 Beaufort aus Südost, See ruppige 0,5-1,5m.

Wie gut das es gestern etwas ruhigeres Segeln gab. Seit vergangener Nacht bockt und schaukelt Gegenwind wieder in einer ruppigen durcheinander laufenden See. Dafür haben wir wieder ein gutes Stück Strecke hinter uns gebracht.
Seit den gestrigen Abendstunden haben wir nun ständig Fischer um uns herum. Helge hatte dabei mal die Lichter gezählt, die gleichzeitig um uns herumwuselten und kam dabei bummelig auf sechzig Stück. Wenn das in dem kleinen für uns sichtbaren Umkreis so ist und wenn das auf der ganzen Java See so zugeht, vielviele tausend müssen das dann sein? Da ist es ein Wunder das es überhaupt noch Fische im Wasser gibt oder wann ist die See auch hier leer gefischt? Zusätzlich sehen wir bei fast jedem Blick über das Wasser Plastik, meist Plastiktüten unterhalb der Wasseroberfläche herumtreiben und das bei so schönem klarem Wasser. Heute Vormittag kamen wir einem Fischer sogar auf Zeichenweite nahe und er hielt tatsächliche einen recht ordentlichen Fisch für uns hoch. Wir lehnten ab, denn die Übergabe hätte bei dem Seegang wohl einfach nur Bruch und Kleinholz verursacht.
Viele Grüße aus der wieder sehr ruppigen Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 12.Tag auf See


Datum: Dienstag, 07. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 05°37,587‘, E 113°58,749‘
Kurs 285°, Geschwindigkeit 3-4kn, Genua III und Großsegel im 3.Reff gesetzt, Tagesetmal 65sm, seit Dili 761sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1332sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, warme 30,1°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3-4 Beaufort aus Südost, See erträgliche 0,5m.

So ist das Segeln mal sehr angenehm. Es wurde ja auch Zeit, damit wir uns wieder ein wenig von dem Geschüttel der letzten Tage erholen können. Heute Morgen gab es auch nur einen kleinen Regenschauer mit wenigen Tropfen und auch das Blitzen war während der Nacht nur vereinzelt zu sehen.
In den Abendstunden, während Asha sich in ihre Kojo verzieht gibt es für Helge immer ein kleines Schauspiel, den Sonnenuntergang. Er dauert keine fünf Minuten ist aber jedes Mal wieder ein Hingucker, denn die Sonne fällt in einem enormen Tempo mit einem immer wieder wechselnden Farbspiel einfach ins Wasser und verlischt dann. Uns so schnell wandelt sich auch der Tag in die Nacht. Das war auch gestern so, nur das mit der Dunkelheit auf einmal hunderte von Lichtern um uns herum angingen. Bei Tageslicht war rings um uns alles frei und plötzlich sah die See um uns herum aus wie eine lebendige leuchtende Stadt. Die Lichtervielfalt war enorm und umfaßte wohl alle Regenbogenfarben, die blinkten, blitzten oder einfach nur leuchteten. Wo die wo alle so schnell herkamen? Mit unserem Kurs mußten wir nun natürlich aufpassen aber erstaunlicherweise paßte es irgendwie immer.
Viele Grüße aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 11.Tag auf See


Datum: Montag, 06. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 05°52,750‘, E 115°00,338‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 1-3kn, Genua III immer wieder in wechselnder Größe gesetzt, Tagesetmal 64sm, seit Dili 696sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1396sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer wie auf der Autobahn, zeitweise Gewittergrollen, diesig, angenehm kühle 28,1°C im Schiff aber alles fühlt sich klamm an, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3-7 Beaufort aus Südost bis Ost, See sehr kabbelige 0,5-1m.

Die Woche fängt mit Regenschauern und Gewittern an. Auch vergangene Nacht begleiteten uns Blitze und teilweise Donnergrollen sogar bis in den heutigen Tag hinein und das ganze scheint noch kein Ende zu nehmen. Der Wind frischt während der Regenschauer spontan auf gute sieben Beaufort auf, um zwischen den Regenschauern dann auch mal ein Stück Flaute zu bieten. Wir sind also gut damit beschäftigt das Vorsegel groß und klein zu rollen, um es dem Wind anzupassen, während das Großsegel komplett zusammengewickelt auf dem Baum bleibt. Immerhin haben wir auch so wieder ein Stück Weg geschafft.
Zwischendurch passieren uns immer wieder alle möglichen großen Frachter und Tanker, die einen sicheren Bogen um uns machen.
Bei den lokalen Holzschiffen um uns herum sind wir nicht mehr so sicher, das das alles Fischer sind oder vielleicht doch mal der eine Menschen- oder Materialtransporter, wie wir sie schon in Timor-Leste täglich an uns vorbeifahren sahen. Einige kamen uns inzwischen so nahe, das wir eine ganze Menge Menschen darauf gesehen haben. Wir haben auch versucht ein paar Fotos von ihnen zu schießen aber da ist schaukelbedingt bisher nur Wasser oder Himmel drauf.
Viele Grüße aus der sehr ruppigen und ungemütlichen Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 10.Tag auf See


Datum: Sonntag, 05. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 06°02,595‘, E 116°03,032‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 1,5kn, Genua III gerefft gesetzt, Tagesetmal 89sm, seit Dili 632sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1459sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regen, diesig, nur kühle 27,2°C im Schiff eine angenehme Temperatur aber sehr feucht, alles fühlt sich klamm an, Wassertemperatur 27,7°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See kabbelige 0,5m.

Ein Regensonntag. Die ganze Nacht begleiteten uns Blitze nördlich von unserem Kurs meist über Sulawesi und Borneo. Seit gut dreieinhalb Stunden regnet es nun. Wir haben trotzdem ein ganz ordentliches Stück Strecke zurückgelegt.
Mit der Überquerung der Makassar-Straße, also zwischen den Inseln Sulawesi und Borneo befinden wir uns auf den großen Schifffahrtsrouten. Die Makassar-Straße führt einmal nach Süden in Richtung Bali und die Kreuzung, die wir vergangenen Nacht gequert haben verläuft von West nach Ost und bringt Schiffe von Australien in Richtung Singapur. So haben wir seitdem immer wieder mehrere Tanker und Frachter um uns herum. Einmal begegnete uns sogar ein Schleppverband dabei. Die Großen Pötte können wir prima auf unserer Elektronik verfolgen und die sehen uns auf ihrer Elektronik und damit hat das bisher auch immer gut gepaßt. Natürlich tuckern zwischendurch immer wieder Fischer vorbei. Bei den Fischern ist das anders, die sind unsichtbar für uns, denn die meisten senden kein Signal, das wir verfolgen können und selbst auf dem Radar sind sie nicht zu erkennen, denn die Dinger, meist um die geschätzten 30 Meter lang sind aus Holz. Und auch die klassische Methode, aus deren
Navigationslichtern Richtung und Kurs abzulesen ist in der Regel vergeblich, denn die haben alles Mögliche oder gar nichts an aber keine erkennbaren Positionslaternen. So sind sie für uns Geisterschiffe, die hoffentlich verschwinden wenn es knapp wird.
Viele Grüße aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 9.Tag auf See

Datum: Samstag, 04. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 06°18,446‘, E 117°29,502‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 3-4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 106sm, seit Dili 543sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1546sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, regnerisch, diesig, nur 28,,1°C im Schiff angenehme Temperatur aber sehr feucht-klamm, Wassertemperatur 27,8°C, Wind 3-4 Beaufort aus Süd bis Südost, See 0,5m, vereinzelte Wellenberge mit 1-1,5m. Wir sind gut vorangekommen die letzten vierundzwanzig Stunden, gestern Nachmittag und die erste Nachthälfte sogar unter Genua und dem Großsegel im dritten Reff. Die zweite Nachthälfte haben wir zur Wachübergabe das Großsegel geborgen und sind dann nur unter Genua gesegelt. Dabei stellten sich mehr und Blitze meist etwas nördlich von uns ein, die dann in den frühen Morgenstunden zu richtigem Gewitter wurden und uns ziemlich nahe kamen. Die Blitze folgten zeitweise sogar im fünf Sekunden Takt. Außerdem kam mit dem Hellwerden Regen dazu, der Asha eine ungemütlich Wache verschaffte, während Helge sich in der Koje noch einmal umdrehte.
Eigentlich ist auf der Südhalbkugel jetzt ja noch Winter, also Trockenzeit, so daß wir den Regen und die Gewitter eher damit erklären, das wir uns langsam in die Übergangszone zwischen Nord- und Südhalbkugel bewegen und damit auch Regen und Gewitter normal werden auf unserem Weg in den Norden.
Viele Grüße jetzt aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 8.Tag auf See

Datum: Freitag, 03. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 06°33,808‘, E 119°13,960‘
Kurs 300°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III, wir segeln wieder, Tagesetmal 88sm, seit Dili 437sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1652sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, diesig, 30,5°C im Schiff feucht heiß, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3-4 Beaufort aus Süd, See 0,3-0,5m. Der Wind hat wieder Lust uns voranzuschieben. Nachdem wir gestern den Motor vier Stunden zum Batterieladen und Seemeilenmachen laufen ließen, wurden die Wellen immer höher und unangenehmer. Aber dann hatte der Wind ein Einsehen und fing an unsere Segel zu blähen und die Wellen fanden damit ihre Erklärung. Seitdem segeln wir mit ca. vier Knoten Fahrt dahin.
In den Abendstunden bekamen wir noch Besuch von einem Tölpel. Dieses blöde Vieh setzte sich doch tatsächlich irgendwie oben auf den Mast genau auf den empfindlichen Windmesser. Er ließ sich mit kräftigem Mastschütteln und Schreien irgendwie von seinem Platz vertreiben und hat sich nach einer Flugrunde ums Schiff dann verzogen. Normalerweise sind diese Vögel hartnäckiger in ihren Versuchen genau den ausgewählten Schlafplatz einzunehmen. Zumindest arbeitet der Windmesser noch.
Heute Morgen kam ein angenehmerer Besucher vorbei, ein kleiner Landvogel, der sich auf unserm Großbaum eine halbe Stunde ausruhte.
So jetzt segeln wir aber weiter im Slalom um die ganzen Inseln herum.
Viele Grüße aus der Flores See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 7.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 02. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit

GPS-Position: S 07°24,840‘, E 120°24,031‘

Kurs 300°, Geschwindigkeit 1kn, Genua III klein gerollt, treiben, Tagesetmal verschwindend magere 21sm, seit Dili 349sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1738sm von der Gesamtstrecke 2029sm.

Aktuelles Wetter: blauer Himmel, leicht bewölkt und diesig, 31,2°C im Schiff schweißtreibend feucht heiß, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 1 Beaufort aus Südost, See 0,3m.

Flaute, Flaute, Flaute! Mit ca. einem Knoten Fahrt treiben wir in die richtige Richtung. Wir warten. Jetzt haben wir gerade den Motor angestellt um die Batterien wieder zu laden und damit auch ein paar Seemeilen voranzukommen. Und ganz wichtig, damit gibt es heute wieder eine Kühlschrankkühle Cola zum Mittag. Außer uns darauf zu konzentrieren weiterzutreiben gibt es hier nichts Neues. So berichten wir mal über unsere kritischen Vorräte. Unser Dieselvorrat beträgt 150 Liter im Schiffstank und 100Liter an Deck. Das bedeutet bei einer Reserve von ca. 30Litern, die wir halten wollen eine Kapazität von 220Litern zum Verbrauch. Um es auf unsere Strecke zu beziehen sind das 128 Motorstunden oder umgerechnet bummelige 5Tage und so idealerweise (ohne Strömung und Wind) ca. 700 Seemeilen. Das entspricht ca. der Strecke von Singapur nach Phuket, also die Engstellen der Singapurstraße und der Malakka Straße, für die wir jetzt den Dieselvorrat auch schonen. Die zweite kritische Größe an Bord ist unser Wasservorrat, da unser Wassermacher nicht funktioniert. Wir haben 250 Liter im Tank und 150 Liter in der großen Backskiste und unter dem Salontisch verteilt. Wir verbrauchen täglich 5 Liter davon nur zum Trinken, wenn wir keine schweißtreiben Aktionen haben. Damit kommen wir mit unserem losen Vorrat 25 Tage aus und können dann noch ca. 40 Tage aus dem Tank trinken. Bei unserer Reise-Rechnung von Dili nach Phuket haben wir 4-8 Wochen Zeit einkalkuliert, also maximal 56 Tage ohne die Vorräte neu aufzufüllen. Den Verbrauch von Zahnputzwasser und zum Kochen haben wir mit 50 Litern aus dem Tank gerechnet, denn salzen können wir mit Meerwasser. Zum Waschen oder Duschen konnten wir dabei keinen Frischwasservorrat aufschlagen. Die Idee wir können ja einmal ins Meer springen oder uns einen Eimer Meerwasser über den Kopf gießen nutzen wir nicht, denn auch wir haben die Erfahrung gemacht, das ohne gelegentliches Nachspülen mit Trink-/ Brauchwasser die Haut scheuerstellen oder sogar Ekzeme bekommt, halt wie bei den alten Seefahrern auf ihren großen Entdeckungsreisen.

Viele Grüße aus der Flores See

Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Osttimor – 6.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 01. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 07°34,602‘, E 120°41,154‘
Kurs 300°, Geschwindigkeit 1-2kn, Genua III klein gerollt, mehr treiben als segeln, Tagesetmal magere 43sm, seit Dili 328sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1758sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: wieder blauer Himmel und diesig, 30,9°C im Schiff schweißtreibend heiß, Wassertemperatur 28,2°C, Wind 1 Beaufort aus Südost, See 0,2m.

Flaute! Die meiste Zeit treiben wir mit ein bis zwei Knoten dahin, aber zum Glück in die richtige Richtung. Der Wind hat einfach keine Lust uns voranzuschieben, egal was wir probieren.
Bei unserer gestrigen Motorfahrt gab es noch einen Schreckmoment, als ein hier übliches Fischereigerät direkt neben uns auftauchte. Das war allerdings so überraschend, das wir nicht einmal an ein Foto dachten. Bei dem Fischereigerät handelt es sich um hier übliche Flöße aus Bambus, ca. 1-2 Meter im Quadrat und etwa einen halben Meter über die Wasserlinie ragend. Obendrauf Stand noch so etwas wie ein umgedrehter Besen. Diese Dinger soll es hier häufig geben. Vielleicht können wir ja noch mal einen zum Fotografieren entdecken, obwohl wir eigentlich lieber weit von den Dingern wegbleiben würden, denn sie sind ungekennzeichnet und normalerweise sollen sie nachts auch unbeleuchtet sein, so daß man sie sieht oder halt auch nicht.
So jetzt müssen wir uns heute wieder darauf konzentrieren weiterzutreiben und den Tag langsam vorüber streichen zu lassen;-)
Viele Grüße aus der Flores See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare