Logbuch


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 7.Tag, Flaute auf dem Pazifik


Datum: Samstag, 17. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 16°15,155‘, W 178°45,152‘ Kurs 230°, Motorbootfahren gegen den Wind aber nun mit der Strömung, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 99 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 459 sm, noch zu fahren bis zum Zwischenstopp 138 sm. Aktuelles Wetter: grauer Himmel, immer wieder Regentropfen oder sogar Regeschauer, feuchtwarm bei 29,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,4°C, Wind 1 Beaufort aus West, Wellen 0,3m aus Ost, konfus.
Seitdem wir gestern den Motor gestartet haben geht es wieder voran. Anfangs waren die Wellen ruppig, obwohl vom Wind nur ein Hauch übrig war aber nun haben sich die Wellen auch beruhigt und wir motoren die etwas kabbelige See gemütlich hoch und runter. Heute werden wir den Behörden unsere Planänderung über den neuen Ankunftsort mitteilen und dann mal sehen, daß wir zum Montagmorgen, am Arbeitsbeginn einlaufen. Dazu werden wir unsere Fahrzeit noch ein wenig strecken müssen. Am Wochenende wollen wir möglichst nicht ankommen, denn dann dürften wir noch eine Extragebühr, die sogenannte „Overtime“ zahlen.

Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Fidschi Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 6.Tag, Ziel oder Zwischenstopp


Datum: Freitag, 16. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 15°14,835‘, W 177°24,443‘ Kurs 230°, Motorbootfahren gegen den Wind, Geschwindigkeit 3,5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 39 sm (davon 10 unter Motor), zurückgelegte Distanz seit Apia 360 sm, noch zu segeln bis zum Ziel 465 sm, bis zum Zwischenstopp 238 sm. Aktuelles Wetter: grauer Himmel, Regeschauer, feuchtwarm bei 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2 Beaufort aus West, Regenböen, Wellen 0,5m aus Ost, kabbelig.
Der gestrige Wetterbericht hat uns mächtig ins Überlegen gebracht. Die kommenden 5 Tage werden mit 0-2 Beaufort Wind aus westlichen Richtungen vorhergesagt, also pustet es genau dorther wo wir hinwollen. Ach ja, das haben wir ja noch gar nicht verraten. Unser Ziel ist eigentlich die Westküste von Fidschi auf der Insel Viti Levu mit der Vuda Marina bei Lautoka. Dorthin hätten wir noch 465 Seemeilen vor uns. Das ist leider zu weit zum Motoren. Und eine Woche herumtreiben finden wir im Moment nur blöd. Wir haben heute Vormittag also mal alles Segeltechnische ausprobiert und dann den Motor gestartet, denn die Versuche waren nur deprimierend. Segeln mit einem Knoten Fahrt nach Nordwest, nach Süd oder zurück zum Ausgangsunkt wollten wir definitiv nicht. Ein Kurs der auch nur annähernd in unsere Richtung führte, wollte der Pazifik nicht. Nun haben wir uns eine Alternative gesucht, die mit unserem Dieselvorrat passen sollte. Es ist die Nordinsel von Fidschi, Vanua Levu mit der Copra Shed Marina in Savusavu. Wir werden mal sehen, ob sich die Behörden durcheinander bringen lassen wenn wir dort ankommen, denn den Ort hatten wir bei unserer Anmeldung nicht genannt.
Wir sind mal gespannt welche Gemeinheiten der Wetterbericht heute für uns bereithält.

Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 4.Tag, Untiefen auf dem Weg


Datum: Mittwoch, 14. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 14°41,077‘, W 176°00,585‘ Kurs West, Kreuzen vor dem Wind, Geschwindigkeit 2-3 kn, Genua III nur klein ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 70 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 266 sm, noch zu segeln 552 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolken ziehen auf, feuchtheiß bei 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 0,5m aus Ost.
Wir mögen eigentlich nicht so gerne zu viel Wind, der uns in Französisch Polynesien immer wieder festgehalten hat, aber so wenig Wind gepaart mit dieser brüllendfeuchten Hitze ist absolut zermürbend. Gegenwind schaukelt wie verrückt, wir machen kaum Fahrt und schwitzen dabei als würden wir den ganzen Tag in einer Sauna eingesperrt sein. Das ist wohl der Preis um nicht mit Starkwind und Wasser im Cockpit zu segeln.
Vergangene Nacht haben wir die Foss Bank passiert. Kleine Untiefen mit neun und fünfundzwanzig Metern Wassertiefe mitten im Ozean, der Drumherum überall seine 1000-5000 Meter tief ist. Wir haben diese Untiefen südlich passiert und nun erst einmal wieder freies Wasser. Die nächste Untiefe mit nur fünfundzwanzig Metern Wassertiefe ist die Rochambeau Bank, die wir im Norden passieren wollen. Der sogenannte Pazifische Feuerring, auf dem wir uns hier bewegen bildet durch seine Vulkane ein Menge Unterwassergebirge die zu Inseln geworden sind oder nur bis an die Meeresoberfläche reichen.

Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Grenzgebiet zwischen Tonga und Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 3.Tag, Grenzfahrt


Datum: Dienstag, 13. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 14°19,572‘, W 174°54,018‘ Kurs West°, Geschwindigkeit 3-4 kn, Genua III voll ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 96 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 196 sm, noch zu segeln 619 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein, ein paar Wolken sowie kleine Schauer, feuchtheiß bei 31,0°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost bis Südost, Wellen 0,5m aus Ost.
Der gestrige Abend bot uns einen herrlich klaren, tiefdunkelblauen Sternenhimmel. Allerdings nur bis zum Wachwechsel. Asha konnte ihre Wache also gleich mit einem schönen Regenschauer starten. Der Wind ist auch alles andere als konstant, denn mal richtet Gegenwind ihre Nase mehr nach Süden mal mehr nach Norden. So haben wir das Gebiet von Samoa verlassen und segeln heute auf der Grenze zwischen Tonga und dem französischen Überseegebiet Wallis & Futuna.
Wir haben unseren Kurs übrigens etwas nördlicher abgesetzt, als den direkten Weg zu unserem Ziel, denn der schwere bis orkanartige Sturm auf unserem Ziel hat sich laut Wettervorhersage deutlich abgeschwächt, kann uns aber wohl in den kommenden Tagen Gegenwind und damit eine Kreuz (Zickzacksegeln) bringen. Der Wind würde damit um 180° drehen. Mal schauen, wie sich das weiter entwickeln wird?!

Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Grenzgebiet zwischen Tonga und Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 2.Tag, Nacht der Blitze


Datum: Montag, 12. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 14°09,537‘, W 173°16,203‘ Kurs 255°, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III voll ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 84 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 100 sm, noch zu segeln 713 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtheiß bei 31,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,9°C, Wind 2-3 Beaufort aus Südost, Wellen 0,5m aus Ost.
Nachdem der gestrige Tag mit Motorbootfahren und Segeln ganz nett verlaufen war, löste sich am Abend die große dunkle Wolke von der Hauptinsel Samoas, Upolu und heftete sich an unsere Fersen. Mit Dunkelwerden fing es um die Wolke an zu blitzen und wir nahmen vorsichtshalber das Großsegel herunter. Es folge ein Flaute, die Gegenwind kräftig schüttelte und unser gewohntes Unwohlsein - genannt Seekrankheit - zu Beginn jedes Törns stellte sich ein. Dann holte uns die Wolke ein und überschüttete uns mit Regen. Es blitzte ständig überall um uns herum und ein paar Mal ließ sich auch ein langgezogenes Donnergrummeln vernehmen.
Wir hatten, wohl mehr zur Beruhigung unseres Gewissens, ein paar Elektronikteile in den Backofen, unseren einzigen faradayschen Käfig, verbannt und ein dickes Kabel vom Oberwant aus ins Wasser gehängt. Das ist unser Blitzschutz.
Zwischen unserem nächtlichen Wachwechsel und dem Hellwerden war der Spuk wieder vorbei und jetzt segeln wir wieder unter einer brütend heißen Sonne und überlassen Gegenwind die Arbeit uns voranzubringen.

Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 1.Tag, schon wieder auf See


Datum: Sonntag, 11. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 13°44,368‘, W 171°58,704‘ Kurs 250° zwischen den Inseln Upolu und Savai hindurch, Geschwindigkeit 4,5 kn, Motorfahrt, Genua III als Stützsegel klein ausgerollt, zurückgelegte Distanz seit Apia 16 sm, noch zu segeln 793 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtheiß bei 31,7°C im Schiff, Wassertemperatur 28,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 0,3m Ost.
Letzten Donnerstag hatten wir schon mit unserer Ausklarierung aus Samoa begonnen, indem wir der Einwanderungsbehörde einen Besuch abgestatteten um die Ausreisestempel in unsere Pässe zu bekommen – es dauerte nur eine knappe Stunde. Am Freitag bezahlten wir die Marinagebühren und konnten mit dem Beleg zum Zoll gehen um die Ausreisepapiere zu beantragen. Am Samstag erledigten wir unsere letzten Einkäufe, schleckten ein letztes Samoanisches Eis bei den Imbissständen am Gemüsemarkt – eine Portion Eis reichte für uns beide locker aus und kostete nur 2 Talar, umgerechnet knapp 70€Cent. Anschließend machten wir Gegenwind reisefertig und besuchten unseren deutschen Stegnachbarn zum Abschied.
Heute Morgen um kurz nach 07:00 Uhr kam ein Zollbeamter wie angekündigt zu Gegenwind um uns die Ausklarierungspapiere zu bringen – da hat diesmal ja alles geklappt. Nach unserem Frühstück legten wir um 08:40 Uhr gemeinsam mit unserem deutschen Stegnachbarn ab. Nun sind wir dabei uns zwischen den beiden großen Samoanischen Inseln Upolu und Savai hindurch zu motoren um zur Nacht hin freies Wasser vor uns zu haben.
Der Wetterbericht verspricht uns für die kommenden Tage leichte Winde. Und in vier oder fünf Tagen soll auch wieder eine Flaute anstehen. Über unserem Ziel soll sich allerdings in vier Tagen ein schwerer bis orkanartiger Sturm austoben, um sich dann abzuflauen und nach Süden abzuziehen – so der heutige Wetterbericht. Wir hoffen mal, daß das so stimmt.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Samoa: Schweiß, Kirchen und Männer mit Röcken

Polizei im Rock

Polizei im Rock

Gefühlt ist Samoa der bisher wärmste Ort unserer Reise. Schwitzen ist normal und es beginnt spätestens mit den ersten Bewegungen beim Wachwerden. Ab 08:00 Uhr morgens macht es „plop“ und die Sonne entfaltet ihre volle Kraft. Der Schweiß rinnt schon aus allen Poren sobald wir nur daran denken uns zu bewegen. Ab 10:00 Uhr morgens dürfen wir auf keinen Fall vergessen Schuhe anzuziehen, wenn wir an Deck oder auf dem Steg herumlaufen wollen, denn sonst verbrennen wir unsere Füße – von wegen Barfußrute. Spätestens ab diesem Zeitpunkt fällt unsere Leistungskurve ins Bodenlose und wir hangeln uns von Schatten zu Schatten. Im Schiff steigt die Temperatur gerne mal auf gute 36°C an und wir hängen an unseren Wasserflaschen, die wir kaum noch nachfüllen können bei dem Bedarf. Zum Schlafengehen legen wir uns schweißgebadet hin und hoffen auf die Erschöpfung, die uns dann einen ziemlich unruhigen Schlaf verschafft – Das ist ein normaler Tag. Oder es regnet. Dann ist es nicht ganz so warm aber alles fühlt sich an wie in der Dampfsauna. So langsam akklimatisieren wir uns aber hier auf Samoa. Außerdem konnten, oder besser gesagt mußten wir einige Dinge erledigen um wieder fit für die Weiterfahrt zu werden. Die Leichtwindschaukelei auf dem Ozean hat ein paar Spuren hinterlassen, die wir ausbessern mußten. So haben wir an unserm Vorsegel ein paar Nähte nachgenäht, neuen Dieseltreibstoff besorgt, die lockeren Schrauben an unserer Windfahnensteuerung fixiert, einen Spleiß an unserem Vorsegelfall repariert, unserem „Eisernen Gustav“ (elektrischer Autopilot) ein wenig Pflege zukommen lassen, die Shops nach Proviant zum Auffüllen durchstöbert und einen Haufen Wäsche von Hand durchgespült. Natürlich haben wir auch unsere Umgebung erkundet. Die Touristeninformation bietet eine tolle, kostenlose Vorführung der hiesigen Traditionen, wie ein echtes Samoanisches Tatoo-Ritual, das für die Männer mehrere Tage dauert und am Ende aussieht wie eine knielange auf die Haut gemalte Hose. Ein traditionelles Essen im Erdofen, das wir anschließend verspeisen konnten und die Herstellung der bedruckten Samoanischen Tücher, die aus einer Baumrinde hergestellt werden, sowie einer Tanzeinlage und der Anleitung zum Flechten eines Korbes aus Palmenwedeln konnten wir erleben. Auf unseren Streifzügen durch Apia kamen wir nicht umhin die vielen christlichen Kirchen zu bestaunen und dabei hatten wir fast den Eindruck, daß jeder Samoaner seine eigene Kirche hat. Aber erstaunlicherweise sind die Gottesdienste gut besucht und in einigen Kirchen zahlen die Leute tatsächlich so etwas wie einen Eintritt. Eine katholische Kirche, die man schon fast als Dom bezeichnen kann, dominiert das Stadtbild. Etwas befremdlich waren am Anfang die Männer, denn eine sehr große Zahl trägt einen traditionellen Rock und sogar die Polizisten verrichten ihren Dienst im Rock. Übrigens sind die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit. Die Taxifahrer sind allerdings ein wenig nervig, denn die wollen uns ständig irgendwohin fahren. Genauso treffen wir hier immer wieder auf kleine Jungs, die nach Geld betteln oder Popcorn verkaufen wollen. Heute, am 7.November 2018 war ein Gedenktag für eine große Katastrophe. Vor hundert Jahren kam ein neuseeländisches Passagierschiff nach Samoa und schleppte eine Influenza ein, die 8.500 Samoanern den Tod brachte. Etwas geschmacklos fanden wir es, das genau heute ein Kreuzfahrer Apia mit gut 3000 Passagieren heimsuchte. Etwas ganz besonderes konnten wir hier nach langer Zeit einmal wieder erleben: Einen Kinobesuch! Das hört sich für die meisten wahrscheinlich komisch an, aber es ist unser erster Kinobesuch seitdem wir Deutschland verlassen haben. Zu Beginn unserer Reise hatten wir keinen Bedarf, dann paßten die Sprachen nicht oder es gab gar kein Kino. Letzten Samstag hatten wir uns „Den Nußknacker“, ein Weihnachtsmärchen von Walt Disney in einem gut klimatisierten Kino angeschaut – Das war mal was ganz Anderes! Viele Grüße aus Apia, Samoa (ehemals West Samoa) Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Samoa: Geduld und Behörden

Gegenwind in der Apia Marina

Gegenwind in der Apia Marina

Nachdem wir am Montagvormittag, den 29.Oktober 2018 in der Apia Marina, Samoa festgemacht hatten war unsere Geduld gefragt. Wir hatten den Offiziellen Bescheid gegeben und sie wollten gleich kommen. Als am kommenden Morgen immer noch keiner bei uns vorbei gekommen war, wurden wir allerdings doch langsam nervös, denn wir wollten endlich die gelbe Flagge einholen und mal ein paar Schritte an Land gehen. Das wurde uns aber verboten, solange die Eincheckprozedur nicht erledigt ist. Kurz nach dem Frühstück kam ein Marina- Mitarbeiter und holte den Captain an Land ins Büro und auch Tusi, ein Taxifahrer, der „Son of the Chief“ im Marina- Bereich mischte sich in diese Behördenschlamperei ein. Und tatsächlich, Helge war noch nicht wieder an Bord, da stand schon der erste Behördenvertreter vor Gegenwind. Er war ein weinig ungehalten, daß der Captain nicht an Bord war, sondern kurz nach ihm von der Landseite ankam aber nach unserer Erklärung hatte er vollstes Verständnis dafür und schrieb sich diese Behördenschlamperei in sein Notizbuch. Er war allerdings von der Zollbehörde und durfte nicht an Bord, da es ja eine dringend einzuhaltende Reihenfolge der Offiziellen gibt. So gab er uns ein paare Papiere zum Ausfüllen und wir warteten auf den Beamten vom Gesundheitsamt. Als der dann endlich kam, war er auch schon fast wieder weg, denn er machte sich nur ein paar Notizen, fragte nach Ratten, Kakerlaken und unserer Gesundheit und sagte uns beim Gehen, das wir nun die gelbe Flagge einholen sollten. Nach einer weiteren Wartezeit beschlossen wir gegen Mittag etwas zu Essen, denn wer weiß wann der Zollbeamte wieder kommt - Natürlich beim Essen! Der Typ nervte uns mit dem Durchwühlen unserer Unterwäsche, dem genauen Inspizieren einiger Staukästen und auch unsere Schiffsbatterien wollte er sehen. Dabei fand er ein paar Kekse wohl lecker und sagte uns: „Davon will ich!“ Außerdem wollte er Eiswasser und gab sich mit unserem nur vorhandenen Kühlschrankwasser nicht so ganz zufrieden. Bei dieser ganzen Prozedur lernten wir wieder ein paar neue „Englische“ Begriffe, die uns mit unserer (inclusive Wörterbuch) Interpretation fast zum Verhängnis geworden wären. Englisch ist doch nicht gleich Englisch! Aber der Typ war auch irgendwann fertig. Helge mußte ihn nur noch in sein Büro begleiten um ein paar Kopien zu machen. Das war eine Lachnummer, denn wir fuhren mit seinem Auto. Vor dem Einsteigen mußte das Auto erst einmal gestartet werden und die Klimaanlage auf Volldampf den SUV abkühlen, dann konnten wir nach ein paar Minuten einsteigen um knappe 100 Meter (ein paar Sekunden Fahrt) zu seinem Büro zu fahren. Anschließend lief Helge zurück zu Gegenwind, was dann trotz Stopp beim Quarantäne-Büro deutlich kürzer dauerte als die Autofahrt. Helge brachte die Dame vom Quarantäne-Büro gleich mit. Sie hatte eine deutliche Abneigung gegen Wasser und kleine Segelboote und fühlte sich sichtlich unwohl beim Betreten von Gegenwind, aber dafür füllte sie ihre Papiere schnell aus und war froh ganz schnell wieder zu verschwinden. Jetzt stand für uns noch der Gang zur Einwanderungsbehörde an – wir durften also von Bord!!! Die Dame im Einwanderungsbüro war super freundlich und nachdem wir einen kleinen Zettel ausgefüllt hatten, bekamen wir unsere Stempel in die Pässe. Das war am späten Dienstagnachmittag. So blieb uns noch ein Gang zur Bank um das hier übliche Geld, die Talar in unser Portemonnaie zu bekommen und ein Eis zu schlabbern. Viele Grüße aus Apia, Samoa (ehemals West Samoa) Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 17.Tag, Ankunft in Apia


Datum: Sonntag 28. Oktober 2018 – 14:00 Tahiti Zeit beziehungsweise Montag, 29. Oktober 2018 – 14:00 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 13°49,669‘, W 171°45,568‘ Wir sind fest in der Apia Marina, Samoa (ehemals West Samoa)
Die letzten Seemeilen zum Ziel: 39 sm, Insgesamt haben wir 1300 Seemeilen zurückgelegt. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel bei super schweißtreibenden 33,1°C im Schiff, Wassertemperatur 29,6°C, Wind 0 Beaufort, Wellen 0 m.
Während der Nachtstunden hatten wir den Motor wieder abgestellt und trieben vor dem Hafen von Apia in der Flaute herum, denn wir wollten nicht im Dunkeln einlaufen.
Heute Morgen nach einer kleinen Salzwasserdusche stellten wir um kurz vor 09:00 Uhr Apia Zeit den Motor wieder an und fuhren, während wir frühstückten in den Hafen. Wir meldeten uns wie es sich gehört dazu bei Hafenbehörde an. Naja, wir hatten es lange per Funk versucht, aber gemeldet hat sich erst jemand, als wir die Ansteuerungstonnen passiert hatten. Wir wurden kurz willkommen geheißen und zur Marina weitergeschickt. Hier machten wir am Steg fest und nun warten wir auf die Behördenangestellten vom Gesundheitsamt, vom Zoll und von der Quarantäne, damit wir auch an Land dürfen. Den Grenzschutz dürfen wir dann selber noch aufsuchen. Die kleine Marina ist übrigens mit nur einer guten Handvoll Schiffen sehr überschaubar. Laut ist es hier, denn ein großer Trawler nebenan ist mächtig am Rostklopfen und Renovieren.

Viele Grüße aus Apia, Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 16.Tag, „Zurück in die Zukunft“


Datum: Samstag, 27. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 13°53,148‘, W 171°18,443‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 63sm, noch zu segeln 28sm Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel bei schweißtreibenden 32,0°C im Schiff, Wassertemperatur 29,1°C, Wind 0-1 Beaufort aus nordwestlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Gestern Abend in der Dämmerung konnten wir die Zukunft das erste Mal erblicken. Samoa lag unter einer Wolkendecke im Dämmerlicht voraus. Heute haben wir das Gebiet von Samoa (ehemals Westsamoa) nun erreicht und haben damit einen Sprung in die Zukunft gemacht. Wir haben die Datumsgrenze überschritten.
Von unserem Start in Kiel sind wir immer weiter in die Vergangenheit gefahren und während der halbe Tag in Kiel schon vergangen war, befanden wir uns noch im mitternächtlichen Tiefschlaf. Jetzt haben wir den Sprung in die Zukunft gemacht und sind Kiel um einen halben Tag voraus. Dabei verlieren wir allerdings einen Tag.
Tahiti Zeit: 27.10.2018 – 13:00 Uhr
UTC: 27.10.2018 – 23:00 Uhr
Kiel Zeit: 28.10.2018 -01:00 Uhr
Apia Zeit (Samoa): 28.10.2018 – 13:00

Viele Grüße aus dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 15.Tag, auf dem Rückweg


Datum: Freitag, 26. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 13°58,657‘, W 170°20,640‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 58sm, noch zu segeln 84sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit kleinen Wolkentupfern bei brütend heißen 32,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 0-1 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Seit heute um 11:00 Uhr sind wir auf dem Rückweg. Kiel liegt auf E010°10‘ und wir haben W170°10‘ passiert und damit die größtmögliche Distanz zu unserem Startpunkt erreicht. Jetzt ist es egal ob wir nach Ost oder West segeln, es geht zurück. Nach knapp viereinhalb Jahren haben wir nun die halbe Welt umsegelt. Dabei durften wir tolle Menschen kennenlernen, exotische Erfahrungen sammeln und die Vielfalt auf unserem Planeten bestaunen sowie einige Abenteuer bestehen.
Unsere Erlebnisse reichen dabei bisher von toller Kultur, großen Städten, imposanten Naturschauspielen auf dem Meer wie auch an Land, von Diskriminierung, Unterdrückung, aber auch Wohlstand und Reichtum, zu den Folgen der Kolonisation und heute noch praktiziertem Kolonialgebaren, von den Folgen des Tourismus, der Verschmutzung der Umwelt, der Bedeutung von Trinkwasser für das tägliche Leben, dem Leben in tropischen Temperaturen, der Liebenswürdigkeit, Toleranz und dem Vertrauen der Menschen bis hin zur Bürokratie und der politischen Situation verschiedener Staaten, der Schönheit der Natur und der Diversität von Ländern und Menschen.

Nun steht noch unsere Rückreise an – wir sind mal gespannt welche Herausforderungen wir dabei meisten dürfen.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 14.Tag, wir fahren und treiben

Datum: Donnerstag, 25. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit GPS-Position: S 14°05,881‘, W 169°22,973‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 58sm, noch zu segeln 140sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit kleinen Wolkentupfern bei heißen 31,8°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 0-1 Beaufort aus nördlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen. Gestern Abend beim wunderschön rotschimmernden Sonnenuntergang sichteten wir Land! Die Insel Tau, Amerikanisch Samoa lag unter Wolken ca. 20 Seemeilen südwestlich vor uns. Da wir für die Nachtstunden den Motor ausschalteten und uns in der Flaute wieder treiben ließen begrüßte, sie uns auch heute Morgen wieder. Da uns die Samoanischen Behörden bisher noch nicht auf unsere eMail geantwortet haben, vertrödeln wir jetzt ein wenig Zeit um erst zu den Bürozeiten in Apia anzukommen – so konnten wir wenigstens ohne das Motorenbrummen die Nacht in absoluter Ruhe verbringen. Blöd ist dabei nur, daß Gegenwind in der Dünung kräftig schaukelt. Jetzt sind wir wieder dabei unter Motor einige Seemeilen zu fahren. Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 13.Tag, das Land rückt näher


Datum: Mittwoch, 24. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°03,086‘, W 168°33,057‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 59sm, noch zu segeln 188sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel bei heißen 32,4°C im Schiff, Wassertemperatur 28,5°C, Wind 2 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Gestern trafen wir die ersten Vorbereitungen für unsere Ankunft in Apia, Samoa. Apia ist übrigens der einzige Einklarierungshafen auf Samoa und man muß sich 48 Stunden vor der Ankunft per eMail anmelden. Nun hatten wir gestern also unsere Anmelde-eMail verschickt. Wir sind mal gespannt ob und wie die Antworten, denn wir könnten wohl am Wochenende bei denen vor der Tür stehen. Das Problem dabei ist nur, das die Behörden am Wochenende nicht arbeiten, wir also eigentlich nicht einklarieren können.
Außerdem bekamen wir gestern Nachmittag spontan Besuch. Ein kleiner braunweißgescheckter Vogel landete an Bord. Er war wohl ziemlich erschöpft, denn er trank die dicken Regentropfen an Deck und wir legten ihm noch ein paar Apfelstückchen dazu, die er verspeiste. Ein paar Mal wurde er von Gegenwind heruntergeschaukelt, aber er landete immer wieder an Deck. Die Nacht verbrachte unser kleiner Besucher balancierend an Oberdeck und schloß dabei immer wieder die Augen. Heute Morgen zum Frühstück hörte er das piepen eines vorbeifliegenden Artgenossen und damit verabschiedete er sich mit einigen unschönen Hinterlassenschaften bei uns.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 12.Tag, passierende Schauer


Datum: Dienstag, 23. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°08,026‘, W 167°34,384‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 52sm, noch zu segeln 246sm Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, heftige Regenschauer bei schwülen 30,4°C im Schiff, Wassertemperatur 28°C, Wind 2 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1m aus östlichen Richtungen.
Unsere Nachtwache hatten wir bei einem heftigen Regenschauer übergeben. Während Helge sich in die Koje begab, hatte er das Gefühl ein D-Zug raste über uns hinweg. Asha saß dabei über zwei Stunden in dem Schauer und wurde selbst durch ihr Ölzeug völlig durchnäßt. Auch die Planen, mit denen wir den Platz unter dem Sprayhood verschließen, waren komplett durchweicht und sogar das frisch imprägnierte Spayhood gab schlußendlich auf und ließ die Wassermassen passieren.
Seit 12:10 Uhr fahren wir unter Motor, denn der Wind ist fast völlig weg und ein Regenschauer nach dem anderen geht über uns hinweg. Zwischendurch zeigt sich allerdings immer wieder die Sonne und macht Gegenwind damit zu einer perfekten Dampfsauna. Jetzt ist auch Schluß mit dem Schreiben für heute, denn es rinnen inzwischen zu viele Schweißtropfen auf die Tastatur.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 11.Tag, Amerikanisch Samoa


Datum: Montag, 22. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°13,324‘, W 166°42,150‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III wechselhaft mehr oder wenig eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 68sm, noch zu segeln 297sm Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel bei schwülen 30,7°C im Schiff, Wassertemperatur 27,7°C, Wind 2-3 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1m aus östlichen Richtungen.
Fast alles dreht sich bei uns ums Wetter oder ums Essen. Die Wellen sind im Moment nicht mehr ganz so kabbelig und der Wind drückt uns Schubweise voran – erstaunlich wie der Wind so unregelmäßig über den Ozean kommt, fast wie Wellen ziehen die Böen und die folgenden Windlöcher über uns hinweg. Im Anschluß an unseren täglichen Bericht und die Wetteranalyse wird Asha sich an unser Mittagessen machen. Heute soll es Kartoffeln mit Champignons und Schmelzkäse geben.
Nun aber mal was ganz Anderes. Wir sind dabei Amerikanisch Samoa zu durchqueren. So genau können wir nicht sagen, ob wir die Gebietsgrenze schon erreicht haben, denn in unseren Seekarten ist das nicht abgebildet. Samoa teilt sich in zwei Gebiete, ein US-Amerikanisches Territorium, halt Amerikanisch Samoa und weiter westlich folgt Samoa (früher West Samoa), dessen Schutzmacht heute Neuseeland ist. Wir wollen uns den Papierkram mit dem US-Visum ersparen und werden direkt in den freien Teil nach Apia, Samoa segeln.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 10.Tag, ein Tag wie jeder andere


Datum: Sonntag, 21. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°35,910‘, W 165°38,694‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III wechselhaft mehr oder wenig eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden nur 53sm, noch zu segeln 360sm Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel bei schwülen 30,4°C im Schiff, Regenschauer in Sichtweite, Wassertemperatur 27,4°C, Wind 2-3 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1m aus Südost und Nordost.
Nachdem gestern noch ein paar heftige Schauer über uns hinweggezogen waren, hatte der Wind keine Lust mehr uns voranzuschieben, so daß wir nur noch mit Hilfe der Strömung, gut ein Knoten in die Richtige Richtung, vorwärts kamen. Seit den frühen Morgenstunden segeln wir wieder und der Himmel zeigt sich auch wieder etwas freundlicher. Also, weiter geht es!

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 9.Tag kabbelig, unbeständig, naß


Datum: Samstag, 20. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°45,680‘, W 164°48,170‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 2-3kn, segeln unter Genua III wechselhaft mehr oder wenig eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden nur 65sm, noch zu segeln 410sm Aktuelles Wetter: grauer Himmel bei kühlen 27,3°C im Schiff, Regenschauer passieren, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2-4 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1-1,5m aus Südost und Ost, kabbelig.
Der Pazifik ist wirklich ungeeignet für ein entspanntes Segeln. Nach ein paar schönen Segelstunden stellt sich wieder irgendetwas ein, das unsere Nerven ziemlich anspannt und unsere Geduld sowie unser Durchhaltevermögen mächtig fordert. Gestern Nachmittig zog der Himmel vollständig tief grau auf und seitdem schüttet es immer wieder wie aus Eimern. Nicht genug damit, nein die Wellen kommen auch noch aus den verschiedensten Richtungen und schütteln uns durch wie ein wildgewordenes Karussell. Die Nacht war dementsprechend anstrengend zum Schlafen und zum Wache gehen, denn natürlich hat der Wind bei diesem Spiel auch noch ein Wörtchen mitzureden. Er drehte mehrmals um gute 90° und zwang uns so jedes Mal den Kurs zu ändern. Außerdem gefiel es ihm zwischen den Windstärken einfach hoch und runter zu wechseln – vermutlich alles nur um uns zu ärgern und uns erfolgreich um unseren Schlaf und unsere Ruhe zu bringen. Jetzt aber genug davon. Wir hoffen, daß wir morgen nicht jammern müssen, sondern mal wieder etwas Positives berichten können!

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 8.Tag in Schweiß gebadet


Datum: Freitag, 19. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°53,233‘, W 163°45,883‘ Kurs West (270°), Geschwindigkeit 2-3kn, segeln unter Genua III stark eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 79sm, noch zu segeln 471sm Aktuelles Wetter: Bedeckter Himmel der einige Sonnenstrahlen durchläßt bei schwülen 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Südost und Ost.
In den vergangenen 24 Stunden haben wir auf dieser Etappe das bisher schlechteste Etmal herausgesegelt. Aber mehr lassen Wind und Wellen nicht zu. Und so hatte Helge auch Pech für seine wachfreie Nachthälfte, denn während des Schlafens hieß es festhalten, so kräftig hatte es geschaukelt. Das Vorsegel ist auf Sturmgröße zusammengerollt, damit es nicht den Mast und Gegenwind wie bei einem heftigen Erdbeben ständig erzittern läßt. Es ist halt mal wieder einer dieser unangenehmen Tage, an dem es auch noch so feucht ist, daß uns der Schweiß schon beim Liegen in Strömen herunterläuft. Wir werden uns also auf ein absolutes Minimum an Tätigkeiten beschränken mit dem Wissen: „Das geht ja auch vorbei!“

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 7.Tag, Wetteranalyse bis zum Ziel

Datum: Donnerstag, 18. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit GPS-Position: S 14°44,340‘, W 162°24,584‘ Kurs West (270°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III leicht eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 91sm, noch zu segeln 548sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Süd und Ost. Es geht langsam voran! In der vergangenen Nacht haben wir Bergfest gefeiert, denn die Hälfte der Strecke zu unserem Ziel liegt nun im Kielwasser. Gestern hatten wir den ersten Wetterbericht abgerufen, der von unserem Standort aus bis zum Ziel reicht – es sieht gut aus! Wir scheinen echt Glück zu haben, denn wir haben wohl eines der selten großen Wetterfenster für unsere Tour erwischt. Auch für die kommende Zeit zeigt der Wetterbericht keinen Starkwind oder Sturm. Wir hoffen das bleibt so!!! Ach ja, bisher hatten wir ja noch gar nicht verraten, welches denn unser Ziel sein soll, denn wir wußten es ja selbst noch nicht hundertprozentig. Aber nun trauen wir uns doch langsam zu einer Aussage. Wenn uns nichts dazwischenkommt, wollen wir eine ehemaligen deutsche Kolonie besuchen: Samoa. Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 6.Tag, kleine Segel beim Segeln im Leichtwind und mit kabbeligen Wellen


Datum: Mittwoch, 17. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 15°07,248‘, W 160°56,994‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III leicht eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 89sm, noch zu segeln 634sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 30,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Ost, kabbelig.
Der Wind hat etwas abgeflaut in den letzten 24 Stunden, dafür ist der Seegang unangenehm kabbelig geworden, so daß wir unser Vorsegel ein Stück eingerollt haben damit es nicht so fürchterlich um sich schlägt. Der Eine oder Andere fragt sich bestimmt warum wir nicht mehr Segelfläche setzten, wenn der Wind schwächer wird, sondern eher die Segel verkleinern?
Inzwischen haben wir schon so einiges an verschiedenen Segelkombinationen ausprobiert.
Die besten Segelergebnisse scheinen wir zu erzielen, wenn unser Kurs möglichst direkt auf das Ziel zuführt. Außerdem heißt es hier im Pazifik Schäden durch ständiges Schlagen der Segel zu vermeiden, denn kaputte Segel oder Schäden im Rigg bekommen wir hier nur sehr schwierig repariert oder ersetzt.
Um geradewegs auf unser Ziel zuzuhalten könnten wir Schmetterlingsegeln (Vorsegel auf der einen und Großsegel auf der anderen Seite), das bringt allerdings nur gering höhere Geschwindigkeiten, bedeutet aber ein heftiges Rollen von Gegenwind in der Dünung und bei kabbeliger See und wenig aber wechselhaften Wind schlagende Segel auch trotz Bullenstander am Großsegel (Leine die den Großbaum nach vorne hin fixiert) und ausgebaumter Genua – das ist nicht unser Ding.
Vor dem Wind kreuzen bei leichten Winden und kabbeliger See mit Großsegel und Vorsegel bedeutet bessere Geschwindigkeit aber viel Weg und bei unseren Versuchen keine nennenswert besseren Ergebnisse als unser direkter Kurs nur unter Vorsegel. Es erstaunt uns allerdings immer wieder, das je weniger Wind wir bei kabbeliger See haben, desto besser funktioniert ein mehr oder weniger eingerolltes Vorsegel – die Geschwindigkeit verringert sich kaum, aber das Schlagen des Segels vermindert sich.

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 5.Tag, ein schöner Tag


Datum: Dienstag, 16. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 15°46,037‘, W 159°34,342‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4kn, segeln unter Genua III, Etmal der letzten 24 Stunden 100sm, noch zu segeln 718sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 31°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind 4 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Ost.
Die letzten 24 Stunden bescherten uns eine Zeit auf See wie wir uns das Pazifiksegen immer vorgestellt haben: Sonnenschein ab und an ziehen ein paar Wolken vorbei, der Wind schiebt uns gemütlich voran, während der Nacht konnten wir bei einem herrlichen Sternenhimmel von neuen Plänen träumen und weit und breit ist nichts was das Idyll stört!
Wir lesen inzwischen wieder ausgiebig oder spielen mit der Elektronik, klönen lange nach den Mahlzeiten oder sitzen einfach nur rum und genießen die aufgezwungene Ruhezeit in der Gegenwind einfach ihre Bahn zieht. Natürlich müssen täglich die Leinen kontrollieren, der Wetterbericht muß eingeholt und analysiert werden, Essen zubereiten ist auch ziemlich aufwendig und man hat dabei sowieso immer mindestens eine Hand zu wenig um irgendetwas am Purzeln zu hindern. Ab und zu schauen wir dabei natürlich auch auf’s Segeln aber das läuft schon – anders als auf der Ostsee brauchen wir ja kein Rennen um den letzten Liegeplatz im Hafen zu gewinnen und Schiffe denen wir zeigen können wer schneller ist gibt es hier auch nicht. Seit dem Verlassen von Huahine ist uns noch kein anderes Schiff begegnet. Übrigens haben wir vergangene Nacht das französische Territorium von Französisch Polynesien verlassen. Nun passieren wir die Gewässer der Cook Inseln.

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 4.Tag dunkelblauer Sternenhimmel


Datum: Montag, 15. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 15°48,850‘, W 157°52,486‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III, Etmal der letzten 24 Stunden 86sm, noch zu segeln 816sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 30,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,2°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Ost.
Unsere Seebeine haben sich wieder ausgebildet und wir können ein paar schöne Stunden genießen oder in einen tiefen Schlaf eintauchen. Während Asha sich gestern Abend in ihre Koje gelegt hatte, breitete Helge sich für die Nachtwache im Cockpit aus um den Sternenhimmel zu beobachten. Der Himmel war tiefdunkelblau fast schwarz und unzählbare Sterne glitzerten und funkelten wie kleine Diamanten auf dem dunklen Himmel - ein herrlicher Anblick. Sogar eine Sternschnuppe streifte über den Nachthimmel.
Um kurz nach 23:00 Uhr war dann aber Schluß mit der Beschaulichkeit, Wolken zogen auf und verdeckten den herrlichen Nachthimmel und es fing wieder an zu regnen. Die schönen Stunden waren vorbei, denn anschließend triefte das Cockpit vom Regen. Asha hatte während ihrer Wache dann mit wechselhaft schwachen Winden und schaukligem Seegang zu kämpfen, bei dem sie das Vorsegel ein- und ausrollte um es nicht zu sehr schlagen zu lassen aber trotzdem zu versuchen möglichst noch Fahrt zu machen.

Viele Grüße von der Grenze Französisch Polynesiens Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 3.Tag nichts Neues auf See


Datum: Sonntag, 14. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 16°17,906‘, W 156°34,448‘ Kurs West einige Stunden mit 260°, dann einige Stunden mit 310°, Geschwindigkeit 3,5kn, segeln unter Genua III, Etmal der letzten 24 Stunden 104sm, noch zu segeln 894sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken bei feuchtwarmen 30,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,2°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Südost.
Gestern Abend kam dann die Abwechslung zu dem sonnigen und relativ ruhigen Segeltag. Mit der Dämmerung fielen die Wolken über uns her und brachten einen Schauer nach dem anderen mit sich. Natürlich ärgerte uns nicht nur der Regen, sondern auch der Wind, denn der änderte bei jedem Schauer seine Richtung und nach dem Schauer verließ er uns sogar und ließ uns mit dem Schwell alleine, so daß Gegenwind rollte und dabei fürchterlich mit ihrem Segel um sich schlug. Wir rollten es jedes Mal ein damit es sich nicht kaputtschlug. Der letzte Schauer ergoß sich zum Wachwechsel über uns und Asha hatte dann eine ruhige Wache, während Helge sich von seiner Wache in der Koje erholte.
Jetzt strahlt die Sonne wieder auf uns herab und wir segeln bei leichten 3 Windstärken weiter Richtung Westen, indem wir vor dem Wind leicht aufkreuzen (Zickzak-Segeln). Unsere Seekrankheit klingt dabei immer weiter ab.

Viele Grüße immer noch aus Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 2.Tag unser Rhythmus auf See beginnt wieder


Datum: Samstag, 13. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 16°12,725‘, W 154°50,270‘ Kurs West, Geschwindigkeit 4kn, segeln unter Genua III, Etmal der letzten 24 Stunden 105sm, noch zu segeln 992sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und überall verstreut Wolken bei 29,9°C im Schiff, Wassertemperatur 26,9°C, Wind 4 Beaufort aus Ost, Wellen 1,5m aus Südost.
So könnte das Segeln wieder Spaß machen, wenn wir denn unsere Seekrankheit schon überwunden hätten. Naja es sieht zumindest schon wieder besser aus, aber die Erfahrung zeigt, daß wir in der Regel drei Tage zur Eingewöhnung brauchen.
Vergangene Nacht zog einiges an Regenschauern über uns hinweg und die Wellen haben sich beruhigt.
Gegenwind wackelt sich ihren Weg nach Westen zurecht, während der Windpilot den Kurs hält und wir abwechseln aufpassen, das wir keinem Hindernis, wie den letzten Französisch Polynischen Inseln zu nahe kommen oder zu dicht an die Unterwasserberge herangeraten, die die Wellen wieder kabbelig machen könnten.
Einer von uns liegt dabei in der Koje und versucht die Seekrankheit zu überwinden, während der Andere im Cockpit trotz Seekrankheit auf den Kurs aufpaßt und sich dabei den kleinen Platz unter dem Sprayhood mit Planen zuhängt, damit die Sonne nicht zu schlimm brennt oder der Regen nicht alles naß macht. Die Nacht haben wir auch wieder in zwei Hälften geteilt. Die erste Wachhälfte übernimmt Helge bis gegen 02:00 Uhr dann muß Asha ran.

Viele Grüße aus Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 1.Tag wie gewohnt seekrank


Datum: Freitag, 12. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 16°35,517‘, W 153°12,771‘ Kurs West, Geschwindigkeit 3-6 kn, segeln unter Genua III, zurückgelegte Distanz seit Huahine 131sm, noch zu segeln 1088sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und viele Wolken, feuchtwarm bei 30°C im Schiff, Wassertemperatur 26,4°C, Wind 3-4 Beaufort aus Ost, Wellen 1,5-2m überwiegend aus Südost, überlagert mit Wellen aus Südwest sehr kabbelig.
Wir machen es kurz heute, denn der Pazifische Ozean mag uns nicht, er schüttelt uns wie blöde durch anstatt ein wenig Rücksicht zu nehmen auf unsere Seekrankheit, die sich ja jedes Mal mehr oder weniger für die ersten Seetage einstellt.
Die eine oder andere Welle ist inzwischen ins Cockpit geklatscht, und Gegenwind schaukelt in dem Wellendurcheinander zeitweise von 20° Schräglage der einen Seite zu 20° Schräglage auf die andere Seite – alles klappert und rutsch selbst in den gut verpackten und verkeilten Schapps hin und her. Die vergangene Nacht war damit natürlich super unruhig, denn es zogen Regenschauer über uns hinweg, die auch den Wind auf 6-7 Beaufort anstiegen ließen – natürlich nachts. Wir sind ziemlich müde. Aber was soll’s es geht weiter Richtung Westen!

Viele Grüße aus Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Aufbruch von Französisch Polynesien


Datum: Mittwoch, 10. Oktober 2018 Aktuelles Wetter: trübes regnerisches feucht warmes Wetter, bei 27,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind am Ankerplatz 3 Beaufort aus Südost.

Es ist nun soweit! Wir wollen Huahine und auch Französisch Polynesien in unserem Kielwasser lassen. Wir haben die Gegend intensiv unter die Lupe genommen und auch die Menschen hier ein wenig kennengelernt, so daß wir ein Stück teilhaben konnten an dem Leben hier.
Nachdem am 27. September 2018 der erste Zyklon um Vanuatu durchzog (Luia) erwarten wir auch weiterhin ein schwieriges Segeln, denn das Wetter ist hier meist unbeständig und die Unterwasserwelt ist eine Berg- und Tallandschaft mit einigen untiefen, die zumindest den Seegang kabbelig werden lassen kann. Seit einigen Tagen scheint der Wetterbericht mehr oder wenig brauchbar, zumindest aber stabil zu sein, so daß wir für die kommenden voraussichtlich sieben Tage mit Windstärke 5 aus östlichen Richtungen rechnen können und die Wellen sollen auch einigermaßen moderat sein. Außerdem werden wir wohl mit einigem Regen rechnen müssen. Es ist also nicht unser Wunschwetter, denn Windstärke 5 und Regen fühlt sich schon ziemlich unkomfortabel an – aber es war das Beste, das wir nach langem Beobachten jetzt finden konnten.
So checkten wir bei der Gendarmerie aus - die brauchten zwei Tage um unsere Papiere aus Tahiti kommen zu lassen und nun setzen wir Kurs West!
Unser Ziel ist bei diesen ganzen Überlegungen für die Weiterfahrt immer unbeständiger geworden. Eigentlich sollte unsere Reise nach Tonga gehen, aber die Gegend wird von ziemlich vielen steifen Winden durchzogen, so daß wir jetzt eine nördlichere Route anvisieren. Die nächsten Länder, die zum Einklarieren nicht zu viel Streß machen sollen und auch wettertechnisch freundlicher für uns aussehen, müßten wir in ca. vierzehn Tagen erreichen. Wir sind mal gespannt, wo wir denn wirklich ankommen werden.

Viele Grüße aus Huahine, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Die Gesellschaftsinseln: Marae und heilige Aale

Die heligen Aale mit den blauen Augen

Die heiligen Aale mit den blauen Augen

Am Dienstag, den 25.September 2018 bestiegen wir nach langem Mal wieder ein Fahrrad – das war ganz schön anstrengend! Wir wollten die Insel erkunden und uns ein wenig bewegen, also wollten wir kein Auto und auch keinen Motorroller aber für einen Fußmarsch ist die Insel dann doch zu groß. So besorgten wir uns mal wieder Zutaten für ein Sandwich, packten ein paar Kekse ein und füllten unsere Wasserflaschen. Anschließend gingen wir zum Fahrradverleih gleich beim Dingisteg und bekamen zwei Drahtesel für den Tag mit der Aussage: “Wenn Ihr heute Abend zurückkommt, stellt die Räder einfach in die Garage!“ - Das ist das hier übliche Vertrauen in die Ehrlichkeit der Menschen. Als erstes radelten wir zu einem ziemlich großen „Marae“, einer bemerkenswerten archäologischen Stätte mit Museumshäuschen und vielen Erklärungen. Wir verbrachten einige Zeit beim Lesen der Beschreibungen und mit dem Klönen mit der Mitarbeiterin, die uns erzählte, das die Stätte von der Kommune betrieben wird aber ein Amerikaner der Chef ist und erst die Ausländer die alte polynesische Kultur langsam wieder ausgraben um den Tourismus zu fördern. – Das erleben wir immer wieder, daß hier entweder Amerikaner oder häufiger noch Franzosen die Chefs sind und sonst alles Bedeutende, Wirtschaftliche den Chinesen gehört. Naja, Hauptsache die alte Geschichte gerät nicht völlig in Vergessenheit. Nach dem „Marae“- Besuch fuhren wir ein paar hundert Meter weiter zu uralten polynesischen Fischfallen, die auch heute noch genutzt werden. Nach diesem geschichtlichen Ausflug schwangen wir uns wieder auf die Räder und besuchten die heiligen Aale, die in einem Flußlauf nur hier auf Huahine leben. Das besondere an diesen ca. ein Meter langen Tieren sind ihre stechend blauen Augen – beeindruckend wie sie uns angeschauten! Wir konnten uns kaum von dem Anblick trennen. Dann kam ein anstrengendes Stück steil bergauf, bei dem wir die Räder dann doch schoben. Dafür war die Abfahrt umso leichter. Der Radverleiher hatte uns gewarnt langsam herunter zu fahren, denn die Bremsen an den Rädern waren alles andere als sicher. Von da an genossen wir den herrlichen Anblick der Insel, machten unser geplantes Picknick, bei dem nur die Frage war, wer mehr davon hatte, wir oder die Moskitos und die Sandfliegen, die mal wieder ordentlich zubissen. Geschafft und zufrieden von der ungewohnten Bewegung kehrten wir dann am späten Nachmittag von unserer Inselrundtour zurück. Viele Grüße aus Huahine, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Die Gesellschaftsinseln: „Vanille, Vanille“

Bestäubung geschieht von Hand

Bestäubung geschieht von Hand

Wie Wohl es doch tut sich nach so vielen Regentagen die Beine mal wieder an Land zu vertreten. Außerdem war der blaue Himmel ein echter Ansporn für unseren Tatendrang. So zogen wir mit Trinkwasser und Sandwichutensilien bewaffnet los um herauszufinden wie hier auf Huahine Vanille fabriziert wird. Für den Weg zur Vanille-Farm brauchten wir knapp eine Stunde, dann bogen wir auf die Farm ein. Es war gerade kein anderer Besucher zugegen und so machten wir uns am Eingang bemerkbar und wurden auch gleich von der Farmersfamilie empfangen und Fatino, die Tochter des Hauses übernahm persönlich unsere Führung. Das ist ja ein echter Aufwand so ein paar Vanille-Schoten zu züchten. Bevor ein Vanillestrauch das erste Mal blüht, dauert es ca. drei Jahre um dann über einen langen Zeitraum eine Blüte nach der anderen zu zeigen. Jede Blüte strahlt aber an nur einem einzigen Tag. Diesen einen Blütetag darf man allerdings nicht verpassen, denn die Bestäubung geschieht von Hand – den Bienen überläßt man diese Aufgabe nicht. Anschließend heißt es neun Monate warten, bis eine reife, braune Schote geerntet werden kann. Um allerdings eine verbraucherfertige Vanilleschote zu bekommen, muß zuerst das Wasser heraus massiert werden. Dazu trocknen die Schoten 3 Monate jeweils 3-4 Stunden pro Tag in der Sonne und werden anschließend einzeln von Fatino und ihrer Familie massiert bevor sie verpackt und verkauft werden. Wir haben den herrlichen Vanillegeruch auf der Farm genossen und viel Spaß an Fatinos Erklärungen gefunden. Viele Grüße aus Huahine, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Die Gesellschaftsinseln: Huahine, die Regeninsel

Der Regen fällt wie aus Eimern

Der Regen fällt wie aus Eimern

Huahine gefiel uns auf den ersten Blick, ein hübsches Dorf, super Einkaufsmöglichkeiten, ein guter Dingisteg sowie eine Dusche am Dorfplatz nur 100 Meter daneben, einen Wasserhahn, an dem es Trinkwasser zu zapfen gibt, einen wenn auch etwas unbequemen Platz um die wichtigsten Dinge im Internet kostenlos zu erledigen und außerdem sind die Polynesier auch hier wieder super freundlich. Die Masse der Charterboote und anderen Touristen, die hier ständig an uns vorbei ziehen, sind noch erträglich für uns. Von anderen Seglern und herumlaufenden Touristen (natürlich Amerikaner) hörten wir allerdings Kommentare wie: “Die haben hier ja keine Willkommenskultur!“ – Daran sind wohl die alten Bücher der früheren Seefahrer und Entdecker schuld, die von einem herzlichen Willkommen geschrieben hatten. Wir finden allerdings, das nicht jeder Einheimische für ein paar lumpige US-Dollar gleich einen Freudentanz aufführen muß, nur weil hier hunderte von Touristen die Insel platttreten und ohne zu fragen eine Forderung nach der Anderen kundtun – dafür gibt es ja schließlich Adventuretouren, Hotels und andere Bespaßungsunternehmen die gerne US-Dollar nehmen. Zu Hause möchte ja schließlich auch nicht jeder von Horden vorbeiziehender Touristen wie die Affen im Zoo zu Kunststückchen aufgefordert werden. Nachdem wir uns so einen Überblick über unseren jetzigen Aufenthaltsort gemacht hatten, stand erst einmal die Reparatur unserer Entsalzungsanlage an. Das blieb leider bisher erfolglos. Zum Frustabbau gab es einen etwas ausgedehnteren Spaziergang. Dann war Schluß mit irgendwelchen Unternehmungen und Aktivitäten, denn es begann zu regnen und auch der Wind frischte auf gute 5-7 Beaufort auf. Gegenwind zerrte an ihrer Ankerkette und wir blieben an Bord, denn unser Dingi hätte bei den Windverhältnissen wohl abgehoben. Da es allerdings keine Flügel hat und also nicht zum Fliegen geeignet ist, erlebten wir das Schauspiel vom Salon aus. Die Luft war tagsüber stickig, feucht warm, wie in einer Dampfsauna, während es nachts zum Glück gut abkühlte – unsere Motivation sank ins Tatenlose. Ab und an blickten wir mal aus dem Schiebeluk oder wenn der Schauer gerade Mal wieder zum Nieselregen geworden war, schauten wir mal an Deck nach dem Rechten. Einer dieser Regenschauer hätte in Deutschland vermutlich Keller unter Wasser gesetzt und Flüsse über die Ufer steigen lassen. Dieses Wetter dauerte hier dann allerdings insgesamt eine Woche. Am Montag, den 24.09.2018 begaben wir uns dann erstmals wieder zu Entdeckungstouren an Land. Hier war das Wasser bis auf ein paar Pfützen schon wieder verdunstet. Viele Grüße aus Huahine, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Die Gesellschaftsinseln: Zugeparkt und Weitergefahren

Nordspitze Mooreas beim Passieren

Nordspitze Mooreas beim Passieren

Der Wetterbericht versprach uns unsere gewünschten schwachen bis mäßigen Winde aus Südost. Wir hatten alles Seefest verstaut, Asha hatte uns für die Weiterfahrt das Essen vorbereitet und die Segel waren angeschlagen. Nach dem Frühstück am Dienstag, den 11. September 2018 starteten wir den Motor und begannen die Ankerkette einzuholen. Der Wind hatte mal wieder gedreht, die Boote lagen alle anders ausgerichtet und sehr dicht beieinander, denn der Ankerplatz war ja voll. So mußten wir das Einholen unserer Ankerkette knapp zwei Meter vor dem Heck unseres Nachbarn stoppen, obwohl noch ca. 20 Meter Kette im Wasser waren. Blöd nur, das unser Nachbar nicht an Bord war und unsere Kette, wie so oft in dieser Region, sich mal eben um einen kleinen Korallenblock gelegt hatte und wir sie nicht einfach so wegziehen konnten –zugeparkt! Ziemlich genervt ließen wir wieder Kette raus und warteten auf einen erneuten Winddreher oder unseren Nachbarn. Beides kam am späten Nachmittag – leider zu spät für unsere Weiterfahrt. Wir konnten nicht einmal mehr an Land, denn aus unserem Dingi hatten wir die Luft herausgelassen und es im Vorschiff verstaut. Nachdem unser Nachbar zurück war, vereinbarten wir für den kommenden Morgen unser Ankeraufgehen und blieben noch eine weitere Nacht auf Tahiti. Am kommenden Morgen holten wir uns erst einmal einen neuen Wetterbericht, per Satellit, denn an Land kamen wir ja nicht. Das Wetter ist hier sehr wechselhaft und so hofften wir nur, daß der nächste Starkwind uns noch ein wenig Zeit zum Weiterfahren ließ – Es paßte! Nun zogen wir am Mittwoch, den 12. September 2018 endlich unseren Anker an Deck. Natürlich ging es nicht ohne Mithilfe unseres Nachbarn, der ein ganzes Stück voraus fahren mußte um uns genügend Platz zu schaffen, damit wir unsere Ankerkette von dem Korallenblock, an dem sie sich verknotet hatte, freifahren konnten. Um 10:10 Uhr verließen wir das Ankerfeld und bogen in das Fahrwasser zur nördlichen Ausfahrt ein. Nun kam uns ein Fähnchen schwenkendes Motorboot entgegen, von dem wir nicht wirklich wußten, was die denn wollten, bis wir ein riesiges, treibendes, schwarzes Etwas daneben erblickten. Erstaunt schauten wir dieses riesige, schwarze Etwas an, als es anfing sich zu bewegen, dann prustete es eine ordentliche Fontäne heraus und anschließend kam ein großer, schwarzer Schwanz aus dem Wasser. Nun war es klar, ein wunderschöner großer Wal hatte sich in die Riffpassage verirrt und teilte nun, behütet von dem Motorboot, mit uns das Fahrwasser. Beeindruckt von dem Erlebnis meldeten wir unsere Flughafenpassage über Funk bei der  Hafenbehörde an und nach der Passage setzten wir unsere Segel im Vorhafen von Papeete um Tahiti nun in unserem Kielwasser zurückzulassen. Für uns war Papeete wirklich nur ein Platz für Schiffsarbeiten, denn für Spaziergänge gab es lediglich eine starkbefahrene, vierspurige Hauptstraße oder ein paar Seitenstraßen, die in private Resorts mit hohen Zäunen und kläffenden Hunden führten. Der ganze uns bekannte Bereich um Papeete ist nichts für Fußgänger und Radfahrer, denn die Fußwege sind normalerweise zugeparkt und ein Segelnachbar kam von einer Fahrradtour zurück und meinte nur: „Ich habe es geschafft heil wieder zurückgekommen zu sein!“ Nachdem wir unseren Kurs auf die Nordspitze Mooreas abgesetzt hatten, war unsere einhellige Meinung zu Papeete: „Eine gute Versorgungsbasis aber wir sind jetzt auch echt froh weiter zu segeln!“ Mit dem dritten Reff im Großsegel und unserem kleinen Vorsegel ging es nun bei Windstärke fünf mit rauschefahrt an der ca. 25 Seemeilen entfernten Insel Moorea vorbei. Dann verließ uns der Wind und wir starteten den Motor um unser nächstes Ziel am folgenden Tag zu erreichen. Wir fuhren in eine herrliche sternenklare Nacht und beim Morgengrauen erblickten wir die Konturen von unserem Ziel: Huahine und deren Nacharinseln Raiatea und Tahaa. Etwas müde von der Nachtfahrt liefen wir um 10:10 Uhr durch den super unkomplizierten Pass Avamoa in Huahine ein. Das Finden eines Ankerplatzes war nicht so einfach, denn hier sind gerade viele Schiffe und Charteryachten unterwegs und die guten Ankerplätze sind schnell weg. So ankerten wir schließlich um 11:15 Uhr nach 108 Seemeilen und 25 Stunden auf See auf 17,3 Meter Wassertiefe vor dem Ort Fare auf Position S16°42,802‘ W151°02,376‘. Unser erster Eindruck verspricht uns ein nettes Plätzchen mit einem kleinen Strand und einem belebten Ort – hoffentlich wird die Insel noch nicht von Touristen totgetrampelt! Viele Grüße aus Huahine, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare