Logbuch


Die Gesellschaftsinseln: Zugeparkt und Weitergefahren

Nordspitze Mooreas beim Passieren

Nordspitze Mooreas beim Passieren

Der Wetterbericht versprach uns unsere gewünschten schwachen bis mäßigen Winde aus Südost. Wir hatten alles Seefest verstaut, Asha hatte uns für die Weiterfahrt das Essen vorbereitet und die Segel waren angeschlagen. Nach dem Frühstück am Dienstag, den 11. September 2018 starteten wir den Motor und begannen die Ankerkette einzuholen. Der Wind hatte mal wieder gedreht, die Boote lagen alle anders ausgerichtet und sehr dicht beieinander, denn der Ankerplatz war ja voll. So mußten wir das Einholen unserer Ankerkette knapp zwei Meter vor dem Heck unseres Nachbarn stoppen, obwohl noch ca. 20 Meter Kette im Wasser waren. Blöd nur, das unser Nachbar nicht an Bord war und unsere Kette, wie so oft in dieser Region, sich mal eben um einen kleinen Korallenblock gelegt hatte und wir sie nicht einfach so wegziehen konnten –zugeparkt! Ziemlich genervt ließen wir wieder Kette raus und warteten auf einen erneuten Winddreher oder unseren Nachbarn. Beides kam am späten Nachmittag – leider zu spät für unsere Weiterfahrt. Wir konnten nicht einmal mehr an Land, denn aus unserem Dingi hatten wir die Luft herausgelassen und es im Vorschiff verstaut. Nachdem unser Nachbar zurück war, vereinbarten wir für den kommenden Morgen unser Ankeraufgehen und blieben noch eine weitere Nacht auf Tahiti. Am kommenden Morgen holten wir uns erst einmal einen neuen Wetterbericht, per Satellit, denn an Land kamen wir ja nicht. Das Wetter ist hier sehr wechselhaft und so hofften wir nur, daß der nächste Starkwind uns noch ein wenig Zeit zum Weiterfahren ließ – Es paßte! Nun zogen wir am Mittwoch, den 12. September 2018 endlich unseren Anker an Deck. Natürlich ging es nicht ohne Mithilfe unseres Nachbarn, der ein ganzes Stück voraus fahren mußte um uns genügend Platz zu schaffen, damit wir unsere Ankerkette von dem Korallenblock, an dem sie sich verknotet hatte, freifahren konnten. Um 10:10 Uhr verließen wir das Ankerfeld und bogen in das Fahrwasser zur nördlichen Ausfahrt ein. Nun kam uns ein Fähnchen schwenkendes Motorboot entgegen, von dem wir nicht wirklich wußten, was die denn wollten, bis wir ein riesiges, treibendes, schwarzes Etwas daneben erblickten. Erstaunt schauten wir dieses riesige, schwarze Etwas an, als es anfing sich zu bewegen, dann prustete es eine ordentliche Fontäne heraus und anschließend kam ein großer, schwarzer Schwanz aus dem Wasser. Nun war es klar, ein wunderschöner großer Wal hatte sich in die Riffpassage verirrt und teilte nun, behütet von dem Motorboot, mit uns das Fahrwasser. Beeindruckt von dem Erlebnis meldeten wir unsere Flughafenpassage über Funk bei der  Hafenbehörde an und nach der Passage setzten wir unsere Segel im Vorhafen von Papeete um Tahiti nun in unserem Kielwasser zurückzulassen. Für uns war Papeete wirklich nur ein Platz für Schiffsarbeiten, denn für Spaziergänge gab es lediglich eine starkbefahrene, vierspurige Hauptstraße oder ein paar Seitenstraßen, die in private Resorts mit hohen Zäunen und kläffenden Hunden führten. Der ganze uns bekannte Bereich um Papeete ist nichts für Fußgänger und Radfahrer, denn die Fußwege sind normalerweise zugeparkt und ein Segelnachbar kam von einer Fahrradtour zurück und meinte nur: „Ich habe es geschafft heil wieder zurückgekommen zu sein!“ Nachdem wir unseren Kurs auf die Nordspitze Mooreas abgesetzt hatten, war unsere einhellige Meinung zu Papeete: „Eine gute Versorgungsbasis aber wir sind jetzt auch echt froh weiter zu segeln!“ Mit dem dritten Reff im Großsegel und unserem kleinen Vorsegel ging es nun bei Windstärke fünf mit rauschefahrt an der ca. 25 Seemeilen entfernten Insel Moorea vorbei. Dann verließ uns der Wind und wir starteten den Motor um unser nächstes Ziel am folgenden Tag zu erreichen. Wir fuhren in eine herrliche sternenklare Nacht und beim Morgengrauen erblickten wir die Konturen von unserem Ziel: Huahine und deren Nacharinseln Raiatea und Tahaa. Etwas müde von der Nachtfahrt liefen wir um 10:10 Uhr durch den super unkomplizierten Pass Avamoa in Huahine ein. Das Finden eines Ankerplatzes war nicht so einfach, denn hier sind gerade viele Schiffe und Charteryachten unterwegs und die guten Ankerplätze sind schnell weg. So ankerten wir schließlich um 11:15 Uhr nach 108 Seemeilen und 25 Stunden auf See auf 17,3 Meter Wassertiefe vor dem Ort Fare auf Position S16°42,802‘ W151°02,376‘. Unser erster Eindruck verspricht uns ein nettes Plätzchen mit einem kleinen Strand und einem belebten Ort – hoffentlich wird die Insel noch nicht von Touristen totgetrampelt! Viele Grüße aus Huahine, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Gesellschaftsinseln: Hafentage und Maramu

Gegenwinds alte und neue Ankerkette

Gegenwinds alte und neue Ankerkette

Nachdem wir den sooooo langen Montag nun hinter uns hatten, folgte das Wochenende, an dem wir uns etwas erholten. Außerdem kramten wir Festmacherleinen und Fender aus den hinteren Winkeln der Backskisten heraus um uns auf die kommenden Tage in der Marina vorzubereiteten. Dazu ließen wir auch die Luft aus unserem Dingi und brachten mal wieder ein paar Flicken an, um die ständig entweichende Luft wieder ein wenig besser in den Luftkammern zu halten. Am Montag, den 20. August 2018 holten wir unseren Anker auf und verholten uns in die angrenzende Marina Taina. Seit verlassen von Panama waren wir hier jetzt das erste Mal wieder mit Festmacherleinen an einem Steg vertäut. Oh, wie ist das doch einfach, gleich von Gegenwind aus an Land zu steigen, ohne erst das Dingi fertig zu machen und 20 Minuten lang durchs Ankerfeld zu tuckern um an einem überfüllten Dingisteg einen Platz zu suchen, an dem unser kleines Dingi nicht von den vielen großen Monstern der anderen Segler als Fender mißbraucht wird. Übrigens hatte unsere geringe Schiffsgröße diesmal einen echten Vorteil, denn wir bekamen sofort einen Liegeplatz in der Marina. In verschiedenen Häfen in Panama hatten wir bei der Anfrage nach einem Liegeplatz im Hafen die Aussage bekommen, das wir wenigstens einen Mindestbetrag für eine Schiffslänge von 40 Fuß zahlen sollten (Gegenwind ist nur 35 Fuß lang / 1 Fuß=0,305 Meter) oder wir bekamen sogar die Aussage „Ihr seid zu klein, Euch nehmen wir nicht!“ Hier haben diesmal die „normal“ Großen das Nachsehen, denn für die heißt es zurzeit: „Es ist alles belegt!“ Da wir allerdings nicht zum Spaß in die Marina gekommen waren, sondern einige dringende Arbeiten, derentwegen wir auf unser Paket aus Deutschland gewartet hatten, erledigen wollten, ging es auch gleich zur Sache. Zuerst pulten wir die alte Ankerkette aus dem Ankerkasten und bugsierten sie auf den Steg zum Entsorgen. Dann schrubbten wir den Ankerkasten und bereiteten die neue Ankerkette vor, indem wir Markierungen anbrachten, damit wir beim Ankern wissen, wieviel Kette draußen ist. Außerdem mußten wir die Kette wieder mit unserer Trosse verspleißen, damit wir notfalls auch mal bei größeren Wassertiefen ankern können. Damit verging der restliche Tag und der folgende Vormittag. Zwischendurch zauberte Asha etwas Leckeres auf den Tisch, damit wir dazu auch genügend Energie hatten. Nun war Gegenwinds Motor (Typ: Nanni N4.38) mit einer größeren Inspektion und Wartung dran. So einfach ist das allerdings nicht, denn die ganzen Ersatzteile waren, abgesehen von dem Paket aus Deutschland, natürlich in den verschiedenen Ecken und Winkeln im und unter dem Vorschiff verteilt, so daß Gegenwind erst einmal völlig auseinander genommen wurde um alles heraus zu buddeln. Dann reichte der Rest des Tages noch zum Öl- und Ölfilterwechsel, bevor wir uns wieder etwas Platz zum Leben schaffen mußten, denn irgendwo in dem Chaos wollten wir ja schließlich noch Schlafen. Den folgenden Tag begannen wir damit die Rettungsinsel und den Fußboden aus dem Cockpit herauszunehmen und die große Backskiste komplett leer zu machen, damit der Motor von verschiedenen Seiten zugänglich wurde. Asha war freiwillig von Bord gegangen, damit wir uns nicht gegenseitig auf die Füße treten konnten oder schlimmer noch, uns in einem unauflösbaren Knoten aus herumliegenden Ankern, Leinen, Motorteilen oder Schläuchen verknoteten. Bei einem kleinen Schiff, auf dem man gleichzeitig lebt und dann noch irgendwelche Wartungsarbeiten im Schiff durchführt, liegen schnell die Nerven blank und außer Stolperfallen bleiben keine Steh- oder Sitzplätze. So verwand sich Helge um die Motorteile, die Lenzschläuche und die Cockpitabflüsse mal von der einen Seite, mal von der anderen Seite um an alles heranzukommen. Hier und da fehlte mal ein Extragelenk im Arm in den Fingern oder in den Beinen, was dann zu den unmöglichsten Verrenkungen führte oder die Fantasie anregte um Hilfsmittel für die Problemstellen zu erfinden und das bei guten 32°C im Schatten. So erfolgte ein Getriebeölwechsel, das Erneuern des Keilriemens, der Kühlmittelwechsel, ein Motoranodenwechsel, der Wechsel der Kraftstofffilter sowie die Kontrolle der Schellen und Befestigungen, Schläuche, Kabel und Sicherungen, das Fetten einiger Schmierteile, der Ersatz einiger Scheuerschutzteile um nur einiges zu nennen. Anschließend ging es an die seit längerem anstehenden Problemfälle. Helge demontierte die Seewasserpumpe um die undichte Stelle mit einer neuen Dichtung zu versehen – erfolglos, denn auch mit der neuen Dichtung tropfte sie genauso wie vorher. Die Dieselpumpe bereitete nach dem Filterwechsel und beim Entlüften Probleme. Außerdem war eine Schraube am Wärmetauscher, der im hinteren Bereich eine Leckage hatte nicht erreichbar ohne den Auspuffkrümmer zu demontieren, da für einen gewöhnlichen Inbusschlüssel einfach nicht genug Platz vorhanden war. Auch an diesen Tagen versuchte sich Asha einen Platz in der Pantry freizumachen und Helges Maschinenteile und Werkzeuge vom Essen fernzuhalten um mit Leckereien die Stimmung wieder zu verbessern. Zum Glück gibt es hier in Papeete einen Nanni-Händler (SOPOM), der gar nicht schlecht ausgestattet ist. Das war ein Grund, das wir die Motorwartung auf Tahiti verschoben hatten, denn im Fall eines Falles wollten wir einigermaßen Zugang zu Ersatzteilen haben sowie wenigstens in einer Marina liegen und nicht manövrierunfähig am Ankerplatz hängen um dort Ewigkeiten auf irgendein Teil zu warten das gerade wieder im Zoll festhängt. Natürlich hatte auch der Nanni- Händler nicht nur seine guten Seiten sondern auch einige Schwachstellen. Zum einen mußte Helge die Beschreibung der benötigten Teile soweit detaillieren, daß er die exakte Nanni-Teilenummer benennen konnte und zusätzlich mußte Helge herausfinden, welcher Mitarbeiter denn in der Lage war, diese Teilenummer so in den Computer einzugeben, daß es sich auch wirklich um das gesuchte Teil handelte – das nennt sich technischer Spezialist. Wer schnell die Geduld verliert, sollte das eher nicht auf sich nehmen! Am Ende bekam Helge allerdings tatsächlich die gewünschten Teile. Für das Problem am Wärmetauscher ließen wir im Hafen ein Werkzeug auf die richtige Größe zurechtstutzen – so klappte es! Am Samstag, den 25. August 2018 starteten wir den Motor zu seinem Probelauf und es ist wieder alles in Ordnung! Dann stand uns nur noch das Einräumen bevor, das wir dann am Folgetag soweit fertig hatten, damit wir mit unserem Sonntagsbesuch einen gemütlichen Sonntagnachmittag an Bord verbringen konnten. Am Folgetag füllten wir noch unseren Dieseltank und ein paar Ersatzkanister in der Tankstelle nebenan und erledigten ein paar Einkäufe. Am Dienstag verließen wir den Marina- Liegeplatz wieder und tuckerten zu unserem Ankerplatz zurück, denn die Wettervorhersage versprach uns kräftigen Starkwind, einen sogenannten „Maramu“, für die kommenden Tage. Am Ankerplatz blieb es allerdings schwachwindig, während draußen bis zu vier Meter hohe Wellen tobten und der Wind auf 7 Beaufort anwuchs. Wir wollen jetzt eigentlich gleich weiter nach Westen aber so nutzten wir diese Wartezeit für Computerupdates, Unterwasserschiff putzen, die letzten Besorgungen, dem Suchen nach Informationen für unsere folgenden Ziele und einen Stadtrundgang um die tollen Fassadenbilder und Touristenpunkte zu fotografieren. Die kommenden Tage soll es vielleicht Segelwetter geben?! Übrigens: Zu den Fähigkeiten der verschiedenen „technischen Spezialisten“ berichteten uns andere Segler, das durchaus mal der eine oder andere Techniker, der an Bord etwas reparieren sollte wegen völliger Unfähigkeit von Bord verwiesen wurde. Viele Grüße aus Tahiti, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Gesellschaftsinseln: Der Montag aus dem fünf Tage wurden

Montag, der 13. August 2018 war eigentlich ein ganz normaler Montag! Wir standen mit Tagesanbruch um kurz nach 06:00 Uhr auf, Helge machte an Deck ein paar Jogaübungen während Asha sich um das Frühstück kümmerte. Anschließend brachten wir unser Dingi ins Wasser und fuhren an Land. Der heutige Plan war einfach: Wir wollten eine neue Ankerkette beim Segelausrüster im Hafen kaufen, ins Dingi einladen und an Bord schaffen, unser langersehntes Ersatzteilpaket aus Deutschland beim Hafenmeister in Empfang nehmen – Liefertag laut FedEx-Tracking: heute - und eine neue Verbraucherbatterie bei einem Batterieladen besorgen. Unser erster Weg führte zum Hafenmeisterbüro um nach dem Paket zu fragen. Wir waren wohl zu früh, denn die Hafenmeister verneinten unsere Frage. Also zogen wir zu dem Segelausrüster im Hafen und sagten dem Besitzer, daß wir nun die Ankerkette, nach der wir vor ein paar Tagen gefragt hatten, kaufen wollten. Seine knappe Antwort war nur: „Die ist jetzt weg. Wer zuerst kommt, der malt zuerst. Ihr müßt bis Ende September oder Oktober warten.“ Naja, wir wußten, das es noch andere Händler gab, die zwar teurer und weiter weg waren aber es gab diese Alternativen. So trennten sich unsere Wege. Asha ging zum Hafenmeisterhäuschen zurück, um dort auf den FedEx- Austräger mit unserem Paket zu warten, während Helge sich per Anhalter auf den Weg in die Stadt machte. Nach nur knapp fünf Minuten Warten hielt ein Auto um Helge mit ins Zentrum von Papeete hineinzunehmen. Von dort suchte Helge zuerst den Batterieladen (MC Import SARL), was trotz Beschreibung nicht ganz so einfach war, wie es sich anfangs anhörte. Endlich gefunden, gab es auch gleich eine passende Batterie (Typ: Dynamic- AGM 180AH). Der Mann vom Batterieladen wollte die Batterie am folgenden Morgen kostenfrei in die Marina liefern. Da es durch die ganze Sucherei spät geworden war, zu spät für den Laden mit der Ankerkette, so machte Helge sich auf den Rückweg. Ein netter Bootebastler nahm Helge vom Batterieladen das Stück ins Zentrum Papeetes mit zurück, denn es regnete gerade. Mit dem Bus ging es von dort zurück zur Marina. Und wieder im Hafen angekommen, machte Helge sich auf zum Hafenmeisterbüro, vor dem Asha wartete. Unser Paket war nicht angekommen. Asha hatte den ganzen Tag vergeblich gewartet. Ihre Nachfragen bei den Hafenmeistern, ob denn vielleicht eine Nachricht von FedEx gekommen sei, wurden verneint, bis dann endlich in den späten Nachmittagsstunden bei einer der vielen  Nachfragen die Aussage kam „Oh, heute Vormittag war eine  eMail gekommen, die hatten wir ganz vergessen. - FedEx braucht noch ein paar Unterlagen.“ Davon, das die noch Unterlagen benötigten, war nie die Rede gewesen. Naja, so ist das halt mit dem Papierkram und den Paketen. Da Helge die benötigten Unterlagen für die anderen Besorgungen bei sich hatte und noch nicht zurück war, hieß es für Asha weiter warten, was allerdings nicht mehr lange dauern sollte. Nun, so verfaßten wir schnell eine  eMail mit den schnell abfotografierten Papieren und sendeten das ganze verkleinert an FedEx. Wir fuhren mit leeren Händen - ohne Packet, ohne Batterie und ohne Ankerkette - zurück an Bord. Am Dienstagmorgen fuhren wir an Land um die Batterie am vereinbarten Treffpunkt in der Marina abzuholen und die eMails zu checken. Was war denn nun mit unserem Paket? Um die eMails zu checken lief Asha mal kurz zum freien Internetzugang im Gemeindehaus – ein 20 Minuten Marsch. Die eMail war niederschmetternd, denn es fehlten weitere Unterlagen sowie unsere Kreditkartenfreigabe (die will eigentlich jeder überall) und die schon gesendeten Unterlagen sollten wir auch nochmal senden, denn die waren nicht optimal ausdruckbar. Genervt eilten wir zum Hafenmeisterbüro, in dem wir tolle Hilfe bekam um die Formulare auszudrucken, damit wir sie zum Ausfüllen erst einmal mit an Bord schleppen konnten. Als wir aus dem Hafenmeisterbüro heraustraten, stand der Mann vom Batterieladen schon da und brachte die gestern gekaufte Batterie wie vereinbar pünktlich. Schwer beladen ging es wieder an Bord und wir beide wuchteten die Batterie auf Gegenwind. Helge hatte nun erst einmal keine Lust auf den frustrierenden Papierkram und so wurde nach einer kurzen Pause die neue Batterie eingebaut – wenigstens ein erfolgreicher Projektabschluß. Anschließend bereitete Asha unser Mittagessen und dann wurde die alte defekte Batterie ins Dingi bugsiert. Nun führte kein Weg mehr an dem Papierkram für das Paket vorbei. Nachdem alles ausgefüllt und abgeknipst in eine eMail an FedEx verpackt war, motorten wir mit dem Dingi an Land um die eMail mit den Unterlagen auf den Weg zu bringen und nebenbei die Batterie am Müllsammelplatz abzustellen. Und schon wieder war ein Tag vorüber. Am Mittwoch wollten wir nun endlich unser Paket und die Ankerkette holen. Wir wunderten uns aber, das alles so ruhig war und nur die Einheimischen mit ihren Auslegerkanus und Fischerbooten unterwegs waren. Die eMails brachten uns keine Antworten und so wollten wir uns gerade auf den Weg in Zentrum nach Papeete machen, als uns die Hafenmeister warnend erklärten: „Heute ist Feiertag - die haben alle frei!“ Meistens informieren wir uns über die Feiertage, nur diesmal dachten wir nicht daran und sind genauso überrascht wie die meisten anderen Segler auch. Ziemlich frustriert verklönten wir den Tag. Am Donnerstag sollte uns nichts mehr bremsen! Wir fuhren früh an Land, fanden aber wieder keine Nachricht von unserem Paket und so machten wir uns mit dem Bus auf in Zentrum von Papeete. Die FedEx- Station liegt ja schließlich auf dem Weg. Wir wurden freundlich begrüßt und mit der Sendungsverfolgungsnummer bekamen wir schnell eine Antwort: „Uns fehlen noch Unterlagen!“ Helge war kurz vor dem Explodieren und nach einigem Suchen fand sich unsere eMail mit den angeblich fehlenden Unterlagen. Jetzt galt es nur noch den Computer dazu zu überreden die Unterlagen auf einen Drucker zu senden. Da wir auf so etwas allerdings meist  vorbereitet sind, hatten wir die Originale dabei und bei den FedEx- Angestellten zeigte sich echte Erleichterung, bis sie dann ihr Kreditkartenlesegerät fütterten. Das Ding streikte bei mehreren Versuchen und wir wurden nach weiteren Kreditkarten gefragt, denn es könnte ja sein das unsere Karte nicht funktioniert. Bargeld wurde nicht akzeptiert, da die FedEx-Mitarbeiter uns ja auch noch keinen Betrag nennen konnten. Darauf waren wir nicht vorbereitet und so zogen wir ohne unser Paket ab – wir hatten allerdings schon einen Blick darauf werfen können. Es war also keine Halluzination. Wir gingen weiter zu dem Segelladen für die Ankerkette (Ocean2000) und schafften es gerade noch vor deren Mittagspause unsere neue Ankerkette (Durchmesser 8mm, Länge 50m, Gewicht 71kg) zu kaufen. Da das Ding doch ordentlich Gewicht hat vereinbarten wir einen kostenfreien Liefertermin zu unserem Dingi für den Abend. Anschließend hatten wir Hunger und besorgten uns in der Markthalle große, leckere Pizzastückchen. Dann beschäftigten wir uns auf dem nach Hause Weg und auch an Bord mit dem Kreditkartenproblem – wer weltweit unterwegs ist, hält am besten mehrere Kreditkarten von verschiedenen Unternehmen bereit , stellt sich darauf ein, den Verkäufern volles Vertrauen entgegenzubringen, das sie schon den richtigen Betrag abbuchen werden, ohne ihn im Vorhinein zu nennen. Nach den Überlegungen fuhr Helge wieder an Land um die Ankerkette in Empfang zu nehmen – „Pustekuchen“, der Typ kam auch nach einer ewigen Warterei von über zwei Stunden nicht und inzwischen war es dunkel geworden. So starteten wir am Freitag einen neuen Anlauf. Zuerst suchten wir den FedEx- Laden auf. Diesmal kam uns eine Mitarbeiterin strahlend entgegen und überreichte uns unser Paket. Das Problem lag an dem Kreditkartenlesegerät. Nun ging es wieder! Und wir bekamen eeeeendlich unser Paket. Es lag natürlich nicht an FedEx, sondern am Französisch Polynesischen Zoll, der ab einem bestimmten Paketwert, wir haben unterschiedliche Beträge gehört, mitverdienen möchte und sich ein paar Formulare und Tätigkeiten sehr, sehr, sehr teuer bezahlen läßt. Mit dem Paket unter dem Arm liefen wir zu dem Laden mit unserer Ankerkette. Übrigens ließ sich unser Paket, sperrige 4,3 kg, ganz leicht durch Papeete tragen, Hauptsache es war in unseren Händen! Die Mittagspause stand allerdings vor der Tür und so besorgten wir uns ein Baguette und etwas Wurst, dazu eine kalte Cola und so setzten wir uns wie viele Einheimische, die ihre Mittagspause genossen, in den großen Park vor dem Hafen von Papeete. Anschließend erreichten wir den Laden in den letzten Minuten der Mittagspause und so klönten wir mit den Mitarbeitern, die vor der Tür ihre Pause verbrachten. Der Chef hatte unsere Ankerkette gestern einfach vergessen - passiert halt… . Dafür brachte uns ein Mitarbeiter samt Ankerkette nun direkt nach der Pause zu unserem Dingi. Wir luden die Kette ein und schafften sie an Bord von Gegenwind. Das war der ganz normale Montag der ein Freitag wurde. Viele Grüße aus Tahiti, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Gesellschaftsinseln - Großstadtgewusel und unsere Erkundung von Tahiti

Abendsilhouette

Abendsilhouette

Das ist Großstadtfeeling: Die Zeit rennt und wir wissen gar nicht wo uns der Kopf steht – es gibt ja soooo viel zu tun. Unser erster Eindruck von Tahiti, der Südseeperle so vieler Träume war überhaupt nicht paradiesisch! Motorboote und Jet-Skys rasen quer durchs Ankerfeld. Wir sehen keine Fische mehr um Gegenwind auch wenn ab und zu mal eine Schildkröte zwischen den Schiffen ihren Kopf heraussteckt. Eigentlich sind wir ja Stadtkinder und nach ca. zehn Monaten in abgeschiedenen Winkeln unserer Erde freuten wir uns anfangs auf Tahiti und die große Stadt Papeete mit immerhin knapp 30.000 Einwohnern. Das verflog allerdings sehr schnell, denn der Verkehrslärm der Hauptstraße verursachte einen Brummschädel bei Helge und übertönte sogar die Brandung des Ozeans am Außenriff. Nach einem Landbesuch überzieht uns eine schmierige, klebrige, ölhaltige Staubschicht und auch Gegenwinds Solarfelder müssen alle zwei Tage davon gereinigt werden, damit die Sonne uns Strom in die Batterien speist. Der Yachthafen, die Taina Marina, vor der wir vor Anker liegen und dessen Dingi- Anleger wir benutzen, stank bei unserem ersten Landgang fürchterlich nach Tankstelle, hatte das vielleicht mit dem Ölwechsel einer super großen Megaluxusmotoryacht zu tun? Die Leute erschienen uns alle gestreßt und verschlossen. Der Ankerplatz ist so voll, das man aufpassen muß dem Nachbarn nicht zu dicht auf die Pelle zu rücken, denn die Schiffe drehen sich am Anker unterschiedlich bei den wechselnden Winden. Hier gibt es sogar überall Fußwege, nur sind die von Autos meist völlig zugeparkt und als Fußgänger messen wir gezwungenermaßen unsere Kräfte mit den PS- strotzenden PKW oder den LKW, was uns zu einem Slalom durch die parkenden Autos zwingt oder wir stehenbleiben müssen, bis sich eine Lücke auftut. Wollen wir allerdings die Straße überqueren, schalten die PS-strotzenden Autos ihre Warnblinker an und lassen uns rücksichtsvoll rüber. Immer wieder treffen wir Polynesier, die in Häusernischen oder zwischen parkenden Autos sitzen, um ihr Bier zu trinken oder ihr Sandwich zu verspeisen – welch paradiesische Idylle. Papeete ist halt zum Arbeiten und Geldverdienen, so versichern es uns die Einheimischen. Wobei es uns allerdings scheint, daß die meisten „Einheimischen“ gar keine sind, sondern eigentlich von den anderen Inseln kommen und alle „nach dem Geldverdienen“ wieder zurück auf ihre Heimatinseln wollen. Die Großstadt hat natürlich auch ihre schönen Seiten: Wir genossen inzwischen ein Mahl bei McDonal – das war mal ein echt anderer, schon fast vergessener Geschmack. Die Fülle und Auswahl an Lebensmitteln, Kleidung und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs war für uns gigantisch im Vergleich zu den „Tante-Emma- Supermärkten“ auf den Tuamotos oder den Marquesas. Unser erster Gang zu einem „Carefour“ (ein Supermarkt wie „Plazza“ in Kiel) verschlug uns fast den Atem mit seinem Angebot. Außerdem gibt es hier wieder Yachtausrüster, die den Namen auch verdienen – natürlich sind sie nicht vergleichbar mit AWN in Deutschland aber sie reichen für die wichtigsten Dinge. Leider sind die Preise exorbitant – nahezu alle Lebensmittel und eigentlich alles andere auch sind meist drei bis fünf Mal so teuer wie in Europa. Einfache Baguette sind hier allerdings jederzeit täglich verfügbar und kosten auch nur (umgerechnet) ca. 50 €-Cent – halt subventioniert. Tahiti hatten wir hauptsächlich geplant um dringend benötigte Teile für uns und Gegenwind zu besorgen und so sind wir seit unserer Ankunft dabei die Stadt mit ihren Läden nach allem abzusuchen, das auf unserer „zu besorgen Liste“ steht. Es ist langwierig, erschöpfend und super Zeit und Nerven fressend. Aber wir haben inzwischen einiges gefunden, darunter sind auch ein paar Sandalen für Helge (die Ecuadorianer haben zu kleine Füße, die Männergröße ist passend für Asha) und auf den anderen Inseln Französisch Polynesiens gab es nur die Auswahl „barfuß“, Plastiksandalen oder Flipflops. Helge hatte sich notgedrungen für Plastiksandalen entschieden – es läuft sich wie auf einer um die Füße gewickelten Plastiktüte, nur rutschfester. Ein paar Hosen und T-Shirts konnten wir auch finden und unsere inzwischen zu löchrigen Kleidungsstücke wurden zu Putzlumpen degradieren. Eine USB- Steckdose zum Laden unserer Kommunikationselektronik haben wir inzwischen sogar schon wieder eingebaut. Neue Kleber, Schrauben, Shampoos, Cremes, Vitamintabletten haben wir ergänzt. Sogar einen PC-Doktor haben wir auftrieben können - allerdings ohne Rettung für einen unserer beiden PC. Der Ersatz macht hier keinen Sinn, denn wenn wir eines der überteuerten Modelle erstehen würden, müssten wir es immer noch einrichten und dafür braucht man einen Internetzugang. Auch wenn das Internet hier „super“ ist, lassen die Bedingungen es für uns nicht zu, so ein Projekt umzusetzen ohne die Nerven zu verlieren oder eine psychiatrische Betreuung ganz dicht dabei zu haben. Wir konnten allerdings endlich unseren jährlichen Zahnarztkontrollbesuch machen, denn auf den Marquesas oder den Tuamotos sind bestenfalls einfache Notfallmaßnahmen (Zahn ziehen) möglich. Außerdem müssen wir in den kommenden Tagen noch eine neue Batterie für Gegenwind an Bord nehmen, sowie ihre Ankerkette ersetzen und uns um eine gründliche Wartung ihres Motors kümmern. Für die meisten Teile haben wir inzwischen einen Händler gefunden, der uns die benötigten Teile liefern kann. Bei den Preisen hier überlegen wir auch drei bis fünf Mal ob wir etwas wirklich brauchen oder ob wir weiterhin verzichten wollen oder eine Alternative finden. Außerdem erwarten wir ein Paket aus Deutschland mit vielen Ersatzteilen von unserer FedEx- Kämpferin. Ein tolles Erlebnis haben wir allerdings bei unseren Einkauftouren immer wieder. Wir müssen eine weite Strecke bis in die Stadt zurücklegen und fahren in der Regel per Anhalter hinein. Dabei haben wir bisher immer super nette Menschen getroffen – einmal hielt ein Taxi, dessen Fahrerin eine polynesische Prinzessin aus Bora Bora war, die uns kostenlos mitnahm, viele Tips gab und uns beim Aussteigen ihren Segen erteilte. Viele Grüße aus Tahiti, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Die Gesellschaftsinseln – Tahiti, wir sind da: Tag 3

Passage am internationalen Flughafen von Papeete

Passage am internationalen Flughafen von Papeete

Datum: Mittwoch, 25. Juli 2018 – 15:30 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 17°34,602‘, W 149°37,189‘ Wir sind auf Tahiti angekommen und liegen vor dem Maeva Beach auf 12,2 Meter Wassertiefe in einem großen Ankerfeld vor Anker. Zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Fakarava insgesamt 265sm. Aktuelles Wetter: strahlend blauer Himmel mit grauen Wolken über den Vulkanbergen Tahitis bei 29,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Fallböen von 6 Beaufort von den Bergen. Gestern am Spätnachmittag sichteten wir die Berge Tahitis im Dunstschleier der Wolken. Und damit endete auch unser herrlich entspannter Segeltag in Regenwolken und immer wieder heranziehenden Squalls. Das ist halt auch so ein Leid des Langfahrtenseglers, denn die herrlichen und tollen Stunden halten nie sonderlich lange an und werden meist durch mieses Wetter zunichte gemacht, bei dem wir uns unter Planenstoff verkriechen oder sogar die Regenkluft anlegen. Diese blöden Squalls machten dann unsere Schlafenszeiten sehr unruhig, denn wir mußten bei den dabei vorherrschenden Winden mächtig Geschwindigkeit reduzieren um erst bei Tageslicht anzukommen. Schließlich drehten wir kurz vor Mitternacht sogar unter Top und Takel bei. Bei dem ersten Tageslicht um kurz vor 06:00 Uhr heute Morgen rollten wir unser Vorsegel wieder aus und düsten zur Einfahrt von Papeete. Die Wellen waren niedrig und die Gezeit spielte bei unserer Ankunft am Papeete Paß auch keine Rolle. So machten wir uns auf, um die Flugzeuge des Tahiti Airport beim Starten und Landen zu bewundern. Wir mußten uns bei der Passage des Flughafens über UKW-Funk mit dem Flughafen abstimmen, damit kein Flugzeug an unserem Mast hängenblieb. Die Ansteuerung von unserem Ankerplatz vor dem Maeva Beach ließ uns ein wenig erschaudern, denn so einen Mastenwald von Yachten hatten wir schon sehr lange nicht mehr gesehen. Wir ankern jetzt mittendrin und es ist sehr eng, so daß wir erst einmal an Bord bleiben um zu beobachten, ob auch alle Abstände zu unseren Nachbarschiffen bei den drehenden Fallböen wirklich passen. So haben wir - hoffentlich?! - auch erst einmal etwas Zeit wieder ordentlich auszuschlafen, bevor wir auf Erkundungstour gehen. Viele Grüße aus Tahiti, Gesellschaftsinseln, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Die Gesellschaftsinseln – Tahiti, wir kommen: Tag 2

Datum: Dienstag, 24. Juli 2018 – 12:00 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 17°19,755‘, W 148°41,925‘ Kurs 260°, Geschwindigkeit gemütliche 3 kn, Großsegel im 3. Reff gesetzt, Genua III fast ganz eingerollt, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Fakarava 204sm, noch 62sm zu segeln. Aktuelles Wetter: strahlend blauer Himmel mit ein paar Wölkchen, bei 30,7°C im Schiff, Wassertemperatur 26,5°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, wir segeln vor dem Wind (Wind von Hinten), Wellen etwas konfus aber nur 0,5m hoch aus Ost. Unsere Seebeine haben sich schon wieder etwas ausgebildet, es bleibt nur noch ein „Muskelkater in allen Knochen“ aber der wird auch wieder vergehen! Bei der Distanz war uns eigentlich schon klar, das wir entweder richtig Gas geben müssen oder kräftig zu trödeln haben, um bei Tageslicht anzukommen. Bei der schwachen Brise trödeln wir und genießen den Ozean mit seinem sternenklaren Himmel, ein paar Sternschnuppen und dem absoluten nichts tun außer essen, schlafen, trinken, lesen oder in die Wellen und den Himmel gucken. Hoffentlich bleibt es so bis zu unserer Ankunft auf Tahiti. Übrigens jagen uns die tropischen Nächte mit ihrer winterlichen Luft definitiv eine Gänsehaut über den Rücken und wir tragen langärmelige Pullover, Jogginghosen und Socken und um nicht zu frieren und hüllen wir uns in eine Decke bei unseren Nachtwachen ein – es ist ja schließlich nur 26°C kühl. Viele entspannte Grüße aus Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Die Gesellschaftsinseln – Tahiti, wir kommen: Tag 1

Datum: Montag, 23. Juli 2018 – 12:00 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°45,341‘, W 147°13,857‘ Kurs 240°, Geschwindigkeit 3,5-4 kn, Großsegel im 3. Reff gesetzt, Genua III, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Fakarava 112sm, noch 154sm zu segeln. Aktuelles Wetter: strahlend blauer Himmel, bei 30,6°C im Schiff, Wassertemperatur 26,9°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, wir segeln vor dem Wind (Wind von Hinten), Wellen konfus aber nur 1m hoch aus Ost. Warum müssen nur jedes Mal beim Segeln die Seebeine neu wachsen? Wir haben gestern um 10:25 Uhr unseren Anker aus den Korallen von Fakarava herausgeholt und verließen mit dem Hochwasser um 11:18 Uhr das Atoll. Es war eine ruhige Ausfahrt und das Segeln bereitete uns Spaß. Während der Nacht machten sich dann die inzwischen wieder ungewohnten Bewegungen bemerkbar – das ist wohl der Preis des Langfahrtensegelns. In den Morgenstunden baute sich hinter uns ein mächtiger Squall auf, der uns eine frische Brise brachte, sich allerdings durch die brennende Sonne hinter Gegenwind wieder auflöste. Nun geht es gemütlich unserem neuen Ziel entgegen – Tahiti. Der Wettergott scheint uns nun doch nach langem Warten keine völlige Flaute aber auch keinen Starkwind zu bescheren. Wir sind schon gespannt, mal wieder eine Großstadt zu besuchen! Viele Grüße aus Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Fakarava von Nord nach Süd und zurück

Frühstücksbesuch

Frühstücksbesuch

Datum: Freitag, 20. Juli 2018 GPS-Position: S 16°03,609‘, W 145°37,193‘ Wir liegen im Fakarava- Atoll vor dem Ort Rotoava auf 10,7m Wassertiefe vor Anker. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer bei 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 26,9°C, Wind wechselhaft 3-5 Beaufort aus Ost. Wir hatten schon mal den Plan Fakarava langsam zu verlassen. Am Freitag, den 06. Juli 2018 holten wir deswegen unseren Anker vor dem Ort Rotoava ein und motorten zehn Seemeilen nach Süden um vor dem Pakota Yachtclub zu ankern und das dort vorhandene Internet, das sogar bis auf den Ankerplatz reichen sollte zu nutzen. Wir fanden sogar eine frei Mooringboje (Position: S16° 13,543‘ W145° 33,442‘) an der wir festmachen konnten und das Internet funktionierte wirklich auch an Bord. Natürlich nicht grenzenlos aber doch so gut, das wir tatsächlich mal wieder nach Deutschland „Skypen“ konnten (natürlich ohne Bild und leider nur viel zu wenige enge Freunde). Anschließend ging es weiter und wir folgten dem ausgetonnten Fahrwasser zum Südpaß, an dem wir vor dem Motu Tamakohua am Samstag dem 07.Juli 2018 auf Position S16°30,375‘ W145° 27,445‘ auf 14,4 Meter Wassertiefe ankerten. Die Nacht war ziemlich unruhig, denn unsere Ankerkette hatte sich mit einigen Korallenblöcken angelegt und rasselte wie ein Geist durch die Nacht – der Wind hatte mal wieder ungünstig gedreht. Am kommenden Morgen guckten wir abermals entsetzt auf das Wetter und den letzten Wetterbericht: Die nächste Planänderung stand an und wir strichen unsere Weiterfahrt nach Tahiti! Anstatt also entspannt im Paß und Drumherum ein wenig zu Schnorcheln, sprangen wir jetzt schnell ins Wasser und schnorchelten zum Riff um wenigstens einen kurzen Blick darauf zu erhaschen – Unter uns schwammen ein paar große Haie, wir erblickten einen Rochen, sahen ein paar hübsch schillernde Korallen, ein paar Fische beim Leichen oder Grasen am Meeresboden und bizarre Korallenformationen, die allerdings nicht blühten – schade, das uns das Wetter drängelte. Nachdem wir uns abgetrocknet hatten, beschlossen wir ein paar Seemeilen weiter zu fahren um eine geschützte Ecke aufzusuchen. Der Wetterbericht versprach ein paar ungemütliche Tage mit Regen, viel Wind und hohen Wellen auf See. Unser Unterschlupf vor dem Motu Hiriva auf Position S16° 27,060‘ W145° 37,161‘ bot uns guten Schutz und einen hübschen Strand. Außerdem trafen wir auf ein deutsches Seglerpaar, das uns schon mit dem Ausspruch begrüßt hatte: „Wir lesen Euren Blog!“ - Wenn das nicht ein Anlaß ist sich kennenzulernen!? Am folgenden Tag kam dann das schlechte Wetter, es schauerte, der Wind bließ uns um die Ohren und der Himmel war grau in grau. Aus diesem Inferno schossen sieben oder acht Yachten auf unsern Ankerplatz zu, die sich bei der, so klang es über Funk, „unvorhergesehenen“ Wetterverschlechterung nun auch einen geschützten Platz suchten. Sie kamen vom Paßschnorcheln und Tauchen, dem Ort den wir aufgrund unserer Wettereinschätzung am Vortag verlassen hatten. Es waren alles große Familienschiffe, die nahezu ohne Sicht durch das Atoll kurvten und dem nicht kartographierten, wenn auch gekennzeichneten Fahrwasser folgten – welch ein Leichtsinn*. Nach ein paar Tagen verließen wir unseren malerischen Unterschlupf und fuhren zurück nach Rotoava dem Hauptort, denn das Wetter zeigte sich sehr instabil und wir mögen weder Flaute noch Starkwind zum Segeln. Außerdem mußten wir uns um frisches Trinkwasser und ein paar frische Lebensmittel kümmern, denn so viel Zeit ohne neue Versorgung hatten wir vorab nicht geplant. *Achtung bei den Fahrten durch das Atoll, denn auch innerhalb der Fahrwasser erspähten wir kleine Korallenblöcke (Durchmesser 2-3 Meter), die bis kurz unter die Wasseroberfläche reichten und weder auf unseren Seekarten abgebildet, noch auf Satellitenfotos erkennbar und bei schlechter Sicht sowie bei Sonne von vorne überhaupt nicht sichtbar waren. Viele Grüße aus Fakarava, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – 193 Atombomben

Die Generation nach dem ersten Test

Die Generation nach dem ersten Test

Datum: Donnerstag, 19. Juli 2018 GPS-Position: S 16°03,609‘, W 145°37,193‘ Wir liegen im Fakarava- Atoll wieder vor dem Ort Rotoava auf 10,7m Wassertiefe vor Anker. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer bei 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 26,9°C, Wind wechselhaft 3-5 Beaufort aus Ost. Vor einigen Wochen fanden wir bei unserer Ortserkundung ein Plakat, das für den 02 Juli 2018 zu einem Gedenkmarsch einlud. Wir beteiligten uns an diesem Gedenkmarsch als einzige Segler, obwohl der Ankerpatz voll war mit Schiffen. Seit einigen Jahren etabliert sich dieses Gedenken am 2. Juli in ganz Französisch Polynesien, denn eine hohe Anzahl an Krebserkrankungen in der Bevölkerung und Geschwüre an Fischen gehören im Paradies zum Alltag. Der Grund dafür liegt in den Französischen Atombombentest – 193 Atombomben wurden in Französisch Polynesien im Moruroa- Atoll getestet. Die Tests begannen am 2. Juli 1966 und endeten 1995 und es wurden „193 Atombomben mit der 8-fachen Sprengkraft der Hiroshima- Bombe getestet“. So gar nicht paradiesisch klingt es für uns, das umgerechnet 30 Jahre lang jeden 7. Tag eine Hiroshima- Bombe im Französisch Polynesischen Paradies explodierte. Die Menschen in Französisch Polyniesen organisieren sich seit einigen Jahren zum Gedenden an diesen Schrecken, denn durch die Wind und Strömungsverhältnisse leiden die Menschen in ganz Französisch Polynesien unter den Folgen und fordern von der Französischen Regierung Aufklärung, Unterstützung bei den gesundheitlichen Folgen, und nicht zu vergessen eine Entschuldigung seitens der Französischen Regierung. Bisher hat auch der heutige französische Regierungschef Macron das abgelehnt. Die Menschen in Französisch Polynesien organisieren sich auf Facebook: Suchwort: "ASSOCIATION 193" Viele Grüße aus dem Atombombenverseuchten UNESCO Biosphärenreservat Fakarava, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Eindrücke aus Fakarava

Haie am Strand

Haie am Strand

Datum: Mittwoch, 11. Juli 2018 GPS-Position: S 16°27,060‘, W 145°22,060‘ Wir liegen im Fakarava- Atoll vor dem Motu Hiriva – in der Südwestecke des Atolls auf 10,5m Wassertiefe vor Anker; das Wasser unter uns schimmert türkis. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer bei 29,4°C im Schiff, Wassertemperatur 26,9°C, Wind 5 Beaufort aus Ost bis Südost, Böen bis 6 Beaufort Der alte Leuchtturm: Fakarava ist ein ziemlich langgezogenes Atoll und es ist das Zentrum der Tuamotos. Durch Fakarava zieht sich eine lange Straße auf dem gerade mal ein paar hundert Meter breiten palmenbewachsenen Korallenstreifen. So führte uns ein Spaziergang vom Ort Rotoava in Richtung Norden zum alten Leuchtturm am Nordpaß des Atolls. Wie bei den meisten Bauten, die nicht mehr gebraucht werden, wurde auch der alte Leuchtturm einfach stehen gelassen bis er irgendwann zerfällt. Neben dem Leuchtturm fanden wir einen Schattenplatz mit Blick auf das Außenriff, auf das die Pazifikwellen rauschten – ein faszinierender Eindruck, bei dem wir lange hinschauten, ein paar Kekse naschten und den Anblick genossen! Die schwarze Tahiti Perle: An einem anderen Tag mieteten wir uns ein paar Fahrräder und radelten in Richtung Süden. Wir besuchten eine Perlenfarm. Der Besitzer erklärte uns wie die Perlen gezüchtet werden und wir bekamen eine geöffnete Perlenmuschel mit der schwarz schillernden Perle darin gezeigt. Um eine Perle zu züchten benötigt man ein noch lebendiges Stückchen Muskelfleisch einer Perlenmuschel, sowie ein kleines Perlmuttkügelchen. Beides wird einer Zuchtmuschel, die nur einen Spaltweit geöffnet wird, damit sie am Leben bleibt, in die Gebärorgane implantiert. Wenn alles gut geht und das Implantat nicht abgestoßen wird, kann nach 18 Monaten eine kleine schwarz schillernde Perle entnommen werden. Wir haben übrigens gelernt, das man diese schwarzen Perlen heute Tahiti Perlen nennt, obwohl es in Tahiti selbst keine Perlenfarmen gibt aber wer will seinem Produkt schon einen „dunklen, bedrohlichen Namen“ geben. Haifütterung: Fakarava ist so groß und bekannt, das hier Superyachten und ein paar exotische Kreuzfahrer einlaufen. Wir landeten mit unserem Dingi an einem Vormittag am Strand, während sich unter uns drei ca. 1,5 Meter lange Haie tummelten. Wir steckten trotzdem die Füße ins Wasser und trugen unser Dingi an Land. Hundert Meter weiter erfuhren wir dann, warum die Haie so dicht am Strand waren. Ein Einheimischer hatte die Tiere für ein paar staunende Touristen mit Fischresten angelockt. Die Haie ließen sich dadurch ins seichte Wasser locken, bis sie im knöcheltiefen Wasser schließlich nicht mehr weiter konnten. Dabei standen die Touristen mit ihren Füßen direkt neben ihnen im Wasser und streichelten die Haie. Reservierte Polynesier: Mit den vielen Touristen und den Massen an Yachten aller Größen kommen uns die hiesigen Polynesier sehr zurückhaltend, sehr reserviert vor – das Bild der fremdenfreudig tanzenden und jubelnden Polynesier ist hier definitiv nur ein verblaßter Südseetraum. Es dauerte ein paar Tage, bis wir, wie auf den anderen von uns besuchten Atollen, ein freundliches „Hallo“ bekamen. Wir vermuten, das liegt einfach an der Flut von Touristen, die das Biosphärenreservat besuchen und dabei ein Tempo an den Tag legen, das südseeuntypisch ist und uns eher an Menschen erinnert, die kurz vor dem Burnout stehen um alles zu geben, damit sie ihre Reise möglichst effizient gestalten. Auffällig anstößig fanden wir übrigens die Begrüßungszeremonie vieler Yachties, die ihren ersten Landgang im Ort unternahmen. Sie kamen mit einem oder mehreren großen Beuteln voll Müll an Land und ihre ersten Worte lauteten: „Wo können wir unseren Müll loswerden?“ Übrigens gibt es auf den Tuamotos, wie auch auf den Marquesas, keine großen Müllverwertungsanlangen und so wird der kommunale Müll gesammelt und an abgelegenen Plätzen gelagert und vermutlich irgendwann mal verbrannt oder zugeschüttet, während der private Müll zusammen mit Naturabfällen überall einfach verbrannt wird. Die Polynesier versuchen ihre Häuser, Gärten, Straßen und die Atolle sauber zu halten. Trotzdem findet man natürlich auch hier überall Verpackungsmüll und anderes Plastikzeug wieder. Wir versuchen Müll zu vermeiden (so hatten wir nach 51 Tagen Pazifiküberquerung lediglich einen 5Liter Kanister mit Plastikmüll gefüllt) und vor allem nehmen wir unseren Müll erst mit an Land, wenn wir wissen ob und wo wir ihn überhaupt vor Ort entsorgen dürfen. Die gefährlichen Inseln - Aufgelaufen: Ende Juni strandete der Frachter „Thorco Lineage“ vor dem Atoll Raroia, unserem ersten Atoll, das wir in den Tuamotos besucht hatten. Nach unseren Informationen ist er aufgrund eines Maschinenschadens gestrandet, konnte aber wohl wieder freigeschleppt werden. Vor ein paar Wochen kollidierte ein uns aus den Marquesas bekannter Segler mit seinem Katamaran mit einem großen Korallenbrocken und demolierte sich ein Ruderblatt. Obwohl der Korallenbrocken mit einer Fahrwassertonne markiert ist, hatte er die Ausdehnung des Flachs ins Fahrwasser hinein unterschätzt und so seine Wende zu spät durchgeführt. Und ebenfalls vor ein paar Wochen kollidierte ein Familientrimaran mit einer Koralle und nahm ordentlich Wasser. Wir hörten von dem Unglück per Funk. Später als wir sie trafen, sagten sie, das die Seekarten nichts angezeigt hatten und der Brocken ganz plötzlich da war. Viele Grüße aus dem UNESCO Biosphärenreservat Fakarava, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Wir haben es jetzt endlich nach Fakarava geschaft

Unser Ankerplatz in Fakarava

Unser Ankerplatz in Fakarava

Datum: Mittwoch, 20. Juni 2018 GPS-Position: S 16°03,586‘, W 145°37,216‘ Wir liegen jetzt im Fakarava- Atoll vor dem Ort Rotoava auf 12,3m Wassertiefe vor Anker; das Wasser unter uns schillert türkis ist aber ziemlich undurchsichtig Zurückgelegte Strecke 157 Seemeilen Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, bei kühlen 27,5°C im Schiff, Wassertemperatur ruft bei 27,1°C eine Gänsehaut hervor, Wind 4 Beaufort aus Ost bis Südost, Böen bis 6 Beaufort. Nachdem uns am vergangenen Sonntagmorgen , den 17. Juni 2018 so ein Gefühl vom Aufbruch abhielt, waren wir am Abend froh über das Gefühl, denn steifer Wind und Gewitter mit Regen zogen über unseren Ankerplatz hinweg. Aber irgendwann muß es doch schließlich mal weitergehen! Zufrieden waren wir mit dem Wetterbericht auch am folgenden Morgen nicht aber unsere Geduld wollte weiter, so daß wir die letzten Sachen zusammenpackten und mit dem Hochwasser um 14:34 Uhr Makemo verließen. Das Atoll spuckte uns förmlich aus und wir schossen mit 7,5 Knoten Geschwindigkeit aus dem Paß heraus. Dabei steckte Gegenwind drei, vier Mal ihre Nase tief in die Wellen, die sich genau dort bilden wo die Wassertiefe der Lagune (30 m) auf die Ozeantiefen (knapp 1000m) treffen. Als wir die Passage hinter uns hatten, atmeten wir einmal entspannt durch und setzten unser kleines Vorsegel und das Großsegel im dritten Reff und segelten gemütlich dahin. Kurz nach dunkelwerden kam Neptuns Geist an die Wasseroberfläche und prustete neben Gegenwind. Der Geist entpuppte sich als ein ca. fünf Meter langer schwarzer Wal, der Lust hatte mit Gegenwind eine Weile zu spielen und so begleitete er uns ein paar Minuten, immer versucht sich vor unseren Blicken irgendwo unter, vor oder hinter Gegenwind zu verbergen. Anschließend ging der Wind schlafen und dunkle Wolken zogen am mondbeschienenen Nachthimmel auf, die sich dann am Morgen bei Tageslicht in einem vierstündigen Squall mit Regen und Windstärke sieben über uns entluden. Zu allem Überfluß kurvten wir zu der Zeit um die Atolle Katiu und Tuanaka herum, die uns mit ordentlich Gegenströmung ärgerten, so daß wir den Wind nicht mal eben gemütlich abwettern konnten, sondern uns hart durchkämpfen mußten. Aber am frühen Nachmittag war auch das überstanden und Neptuns Elemente zeigten sich wieder von der freundlichen Seite, so daß wir das dahinsegeln genießen konnten. Heute Morgen lachte uns dann auch noch unser Navigationscomputer an, indem er uns versprach, das Gegenwind pünktlich zum Morgenhochwasser um 10:14 Uhr vor der Einfahrt nach Fakarava Nord, dem Pass Garuae ankommen wird. Tatsächlich waren wir sogar eine halbe Stunde vorher da und so motorten wir mit dem einlaufenden Wasser hinein. Die Wellen waren ziemlich konfus und Gegenwind schaufelte mächtig Seewasser über sich und uns, kam ins Stocken, nahm wieder Fahrt auf, bockte und sprang über Wellen und war, nach einer anstrengenden Viertelstunde in diesem Hexenkessel, durch. Da waren wir wohl ein bisschen voreilig und hätten vielleicht doch bis Stillwasser warten sollen, obwohl ein Teil der Literatur sagt, das es hier eigentlich kein Stillwasser geben soll und der Strom ständig aus dem Atoll mit mehr oder weniger Strömung herausläuft – was soll‘s. Aber nun sind wir hier: im UNESCO Biosphährenreservat Fakarava. Wir liegen direkt vor dem Ort Rotoava, dem größten Ort in den Tuamotus und um uns herum wimmelt es von Segelschiffen. Das größte Segelschiff am Ankerplatz ist ein hochmoderner Zweimaster mit knapp 100 Meter Länge. Nun werden wir erst einmal, hoffentlich in Ruhe, ausschlafen. Viele Grüße (endlich) aus dem UNESCO Biosphährenreservat Fakarava, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Beinahe von Makemo nach Fakarava

Datum: Sonntag, 17. Juni 2018 GPS-Position: S 16°37,651‘, W 143°34,311‘ Wir liegen jetzt im Makemo- Atoll wieder vor dem Ort Pouheva auf 10,7m Wassertiefe vor Anker; unter uns schillern Sandstückchen und tote Korallenklötze in kristallklarem, türkisblauem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: ein kleiner Sonnenstrahl im sonst grauen Himmel, Regenschauer um das Atoll herum, bei feuchten 28,4°C im Schiff, Wassertemperatur kühle 27,2°C, Wind 3-4 Beaufort aus Ost bis Nordost. So jetzt hatten wir unseren Heckanker aus seinen Verknotungen am Grund, die prima gehalten hatten, gelöst. Das ganze Manöver funktionierte nur mit einem Schnorchel- und Tauchgang von Helge und dem aufholen des Ankers durch Asha. Die Landleinen hielten Gegenwind immer noch auf ihrer Position vor dem Pier, da der Wind genau von vorne wehte. Nach einer kurzen Pause lösten wir dann auch unsere Vorleinen auf dem Pier und machten uns am Samstag, den 16. Juni 2018 um 12:00 Uhr auf den Weg. Natürlich gefiel uns das Wetter nicht so recht, denn es wehte mehr als uns für eine Ausfahrt aus dem Atoll lieb war und so wollten wir zunächst innerhalb des Atolls zur nordwestlich gelegenen Ausfahrt motoren. Es ging prima, die Sonne beschien die Flachs mit den Korallenköpfen, so daß sie in den schönsten Türkistönen leuchteten und so durchkurvten wir das Atoll in einer Slalomfahrt bis ziemlich genau 13:00 Uhr. Da begannen die Farben zu verblassen und die Sonne ließ die Wasseroberfläche glitzern. Ja, wir hatten es eigentlich gewußt, aber manchmal ist doch der Wunsch der Vater des Gedanken. Wir mußten umkehren, denn wir erkannten die Flachs mit den Korallenköpfen nicht mehr und die Seekarte zeigt für das Atoll eine weiße unkartographierte Fläche – Und KAP-Dateien, die Satellitenaufnahmen zeigen, konnten wir bisher nicht hochladen, denn das hiesige Internet ist dafür viel zu schlecht . So folgten wir unserem Track (den auf unserer Elektronik mitgeschriebenen Weg) zurück zum Ausgangspunkt. Bei dem Sonnenstand konnten wir in Fahrtrichtung auch wieder alles sehen. Diesmal ankerten wir vor dem Ort und schmiedeten einen neuen Plan: „Morgen geht es los!“ Bei dem Versuch wollten wir allerdings direkt am Ort aus der Riffpassage heraus ohne eine Fahrt durch das Atoll, was uns dann ein paar Seemeilen mehr segeln bescheren sollte. Am folgenden Sonntagmorgen hatten wir allerdings überhaupt gar keine Lust aufzustehen, da der Himmel sich grau in grau zeigte und einen Dauerregen über uns ausschüttete. Blöd, das wir zu einer kalten Regendusche keine Lust hatten und für unseren Regenfänger zu viel Wind wehte. Zum Mittag nahm der Regen ab, aber die Wolken sahen ungewohnt bedrohlich aus und ließen ein leichtes grummeln vernehmen. Naja, noch bietet der Wetterbericht ein paar Tage Spielraum um doch noch weiterzufahren… . Viele Grüße (immer noch) aus Makemo, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Südseerythmus in Makemo

Muschelschönheit direkt unter Gegenwind

Muschelschönheit direkt unter Gegenwind

Datum: 15. Juni 2018 GPS-Position: S 16°37,598‘, W 143°34,290‘ Wir liegen immer noch mit Heckanker und Landleinen am Pier im Makemo- Atoll vor dem Ort Pouheva auf 3,2m Wassertiefe in kristallklarem, türkisblauem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: wechselhaft zwischen Regenschauern und strahlend blauem Himmel, bei feuchten 29,0°C im Schiff, Wassertemperatur kühle 27,2°C, Wind 4 bis 6 Beaufort aus Ost, die Pier bietet uns Schutz vor den Windwellen. Es war am Pier doch nicht so ruhig wie wir anfangs dachten, denn während unseres zweiten Tages am Pier drehte der Wind auf Südwest und blies mit drei Windstärken genau auf unseren nun nicht mehr geschützten Liegeplatz – blöd gelaufen, aber der nächste für diese Windrichtung geschützte Platz ist ca. 25 Seemeilen entfernt! So spannten wir noch ein paar Extraleinen und waren auf dem Sprung, während der Motorschlüssel steckte, für den Fall das unser Heckanker nachgegeben hätte. Der Heckanker trug die Hauptlast und verhinderte, das wir auf die Pier gedrückt wurden. Aber alles hielt und so blieb es nur ein angespannter Tag. Bei jedem Gang ins Cockpit galt unser erster Blick dem schimmernden Wasser – was schwimmt denn nun wieder unter uns? In der Regel entdecken wir immer wieder etwas Spannendes: Nasen- Fische, Familie Nemo, braune Kastenfische, deren Augen lange Wimpern haben und irgendwie sogar ein wenig Augentusche drum herum, Pfeilfische in großen Schwärmen, die kurz unter der Wasseroberfläche nach Futter suchen, Zebrafische mit einer knalle gelben Schwanzflosse, ein paar Normalos unter den Exoten und an einem Abend kurz vor der Dämmerung schwammen zwei große Rochen auf dem Meeresboden vorbei. Die Bezeichnung der Fische basiert natürlich auf unserer eigenen Definition, da wir auf dem Gebiet nahezu völlig unkundig sind und die Leute uns hier sowieso nur unaussprechliche polynesische Namen nennen oder einfach nur Fisch sagen. Am Sonntag, den 03. Juni 2018 zog es uns zum Morgengottesdienst in die größte Kirche der Tuamotus. Sie war fast bis auf den letzten Platz besetzt, wobei die Hälfte der Plätze durch Internatsschüler besetzt war. Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Atollen gehen auf Makemo gemeinsam in Collage- Internat. Der Gottesdienst wurde in einem Mix aus Französisch und Polynesisch gehalten und vor allem wurde viel gesungen – auf Polynesisch natürlich, was dem ganzen einen echt exotisch schön klingenden Rahmen bot. Anschließend umlagerten uns noch einige Kinder, die ihr gesamtes Englisch-Repertoire an uns ausprobierten und uns so die ganze Zeit fragten: „What is your name?“ Für ein paar ruhige Tage konnten wir uns mit einigen notwendigen Dingen beschäftigen und versuchen herauszufinden warum denn unsere Entsalzungsanlage muffig schmeckendes Trinkwasser produziert. Das Ding läuft jetzt jeden Tag und ab und an liefert sie dieses muffig schmeckende Trinkwasser. Wir werden sie länger einschalten, dann scheint es besser zu sein. Das Zubereiten unseres Essens ist ebenfalls eine zeitraubende Aufgabe zumal Asha versucht mit einem möglichst geringen Gasverbrauch, wenig frischem Gemüse und den einseitig verfügbaren Lebensmitteln immer wieder unterschiedliche Leckereien zuzubereiten. Ab und an geht sie dabei auch mal an unsere tief eingegrabenen „Schätze“ in den Staukästen und zaubert einen Labskaus, oder in den Läden findet sie Eier um daraus einen Kaiserschmarren zu bereiten, arme Ritter kommen auf den Tisch wenn wir gerade mal wieder beim Brotkauf übertrieben zugeschlagen haben, weil wir eigentlich weiter wollten und außerdem noch genug Eier da sind. Gestern gab es eine Pfannenpizza mit Aprikosen und einer Dose Schweinefleisch als Auflage. Natürlich reinigten wir Gegenwinds Unterwasserschiff wieder und fetteten ihren Propeller. Außerdem sitzen wir jeden Tag mehrere Stunden über Wetterdaten, Gezeitentafeln, Riff- Ein- und Ausfahrten und unseren möglichen Strecken und der erschreckend schnell rasenden Zeit. Selbstverständlich nutzen wir die Gelegenheiten zum Schnorcheln, wobei wir unter und um Gegenwind immer wieder etwas Neues entdecken. Direkt unter Gegenwind sitzen ein paar handgroße, korallenfarbige Muscheln die sich zeitweise ein Stückchen öffnen und dann marineblaue oder kräftige türkisfarbene Münder zeigen. Weiße Fische mit bunten Tupfern stecken zwischen den Korallen und Aquarium große knalle blaue Fischschwärme tummeln sich um Korallenköpfe, während eine Moräne in ihrem Versteck auf Beute wartet. „Madame brauner Kastenfisch“ versuchte sogar einmal Helges Zeh anzuknabbern, als er auf der Badeleiter stand um ins Wasser zu gehen. Eigentlich wollten wir schon längst weiter, aber wir fanden bisher kein passendes Segelfenster, im Gegenteil. Der Wetterbericht versprach uns vier Meter hohe Wellen auf See mit Warnungen für die Tuamotus und einen Wind der sich einmal um die Kompaßrose drehen sollte und von seinem südlichen bis östlichen Sektor auch einiges an Wind androhte. Die hohen Wellen auf See konnten wir von unserem Liegeplatz aus auf der ca. fünf Seemeilen entfernten Riffseite, wie große Explosionen in die Luft schießen, sehen. Außerdem bekamen die nahe am Ufer gelegenen Häuser durch den, bedingt durch die Wellen, hohen Wasserstand im Atoll nasse Füße während Uferstückchen überflutet wurden. Wir brachten einen zweiten Anker aus - unseren Buganker, den wir ein gutes Stück nach achtern schleppten, damit der unseren Heckanker ein wenig entlasten sollte. So präpariert ging es am Sonntag, den 10 Juni 2018 in die erste Nacht mit Wind aus Süd mit leichter Westtendenz und schon lagen wir mitten im Schwell, der sich in der Lagune aufbaute. Gegen 23:00 Uhr knallten die Wellen so gegen Gegenwind, das die Gischt sogar in unsere Kojen klatschte und Gegenwind einen Heidentanz vollführte. Wir packten unsere Notfallbeutel – das erste Mal, das wir dabei fest am Steg vertäut waren und kontrollierten ständig die Leinen, während Gegenwind unter unseren Füßen bockte, mit Gischt um sich warf aber tapfer standhielt. Natürlich schliefen wir nicht mehr und so starteten wir hundemüde in den folgenden Tag. Als der Wind dann schwächer wurde paßten wir unsere Leinen noch einmal an und ein Einheimischer half uns unseren Buganker umzulegen – der Kerl ging mit Schnorchel und Taucherbrille ausgerüstet die drei Meter Wassertiefe runter, holte unseren 16 kg Anker inklusive einige Meter Kette an die Wasseroberfläche und fragte uns dann schwimmenderweise wohin damit… . Helge hatte denselben Anker beim Ausbringen auf dem Grund mal gerade so ein paar Zentimeter verrücken können. Der Wind wehte weiterhin mit einer frischen Brise und legte sogar noch bis auf Windstärke sieben zu, drehte dabei aber weiter auf östliche Richtungen. Dafür bietet uns die Pier genügend Schutz gegen Wind und Wellen. Die Nächte blieben für uns allerdings weiterhin unruhig und tagsüber blieb immer einer von uns an Bord. Wir suchen immer noch ein Wetterfenster zum Weitersegeln – das ist eine echte Tagesbeschäftigung – aber wenn jetzt vielleicht doch alles klappt, dann haben wir vielleicht bald eine Chance… Viele Grüße aus Makemo, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Makemos Polizei: Dein Freund und Helfer

Hinter dem Zaun ist das Haus von unserem Freund und Helfer

Hinter dem Zaun ist das Haus von unserem Freund und Helfer

Datum: Ende Mai/ Anfang Juni 2018 GPS-Position: S 16°37,598‘, W 143°34,290‘ Wir liegen inzwischen mit Heckanker und Landleinen am Pier im Makemo- Atoll vor dem Ort Pouheva auf 2,6m Wassertiefe in kristallklarem, türkisblauem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: strahlend blauer Himmel, bei heißen 32,7°C im Schiff, Wassertemperatur kühle 27,7°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, keine Wellen Nachdem wir die ersten Tage an unserem Ankerplatz bei schwachen Winden und bestenfalls einer kleiner Kräuselwelle genossen, den Ort erkundeten, Gegenwinds Außenbordskameraden mit Leckereien versorgten um dann das Schauspiel der bunten und teilweise kurios geformten Fischchen zu beobachten, hatten wir leider in der Nacht vom Sonntag, den 27. Mai 2018 auf Montag eine ziemlich unruhige Nacht, denn der Wind stand mit einer mäßigen Brise aus Südost auf unseren Ankerplatz und ließ Gegenwind auf den Wellen tanzen. Eigentlich wäre das gar nicht so schlimm gewesen, wenn nicht die Ankerkette wie verrückt zwischen den Korallenblöcken hin und her geschobert wäre und sich dabei immer wieder an diesem oder jenem Block verhakt hätte und damit Gegenwinds Nase brutal herumgezogen hätte. So klarierten wir am Morgen etwas müde von der Nacht die Kette und versuchten es mit ein paar Flaschen als Auftriebskörper für die Kette, damit sie frei von den Korallenköpfen im Wasser schwimmen sollte. Die Literatur, die das Verfahren beschreibt, muß das mit einer stabileren Flaschenart gemacht haben, denn unsere Flaschen hingen nahezu ohne Wirkung an der Kette und waren durch den Wasserdruck ganz platt gedrückt. Naja, so durchlebten wir die folgende Nacht wieder mit den fürchterlichsten Kettenknatschgeräuschen und versuchten am Folgetag noch etwas müder den Anker komplett neu auszulegen und so viele Korallenköpfe wie möglich zu umgehen – das ist gar nicht so einfach, wenn der Meeresboden mit Korallenköpfen gespickt ist. Zuerst dachten wir auch, das sei uns ganz gut geglückt, aber nach einem kleinen Winddreher in der dann folgenden Nacht rumpelte die Kette wieder und mit unserem Schlaf war es nicht mehr gut bestellt. Wir hatten nun allerdings keine Lust mehr die ganzen Tage nur mit „Kettenspielen“ zu verbringen und so gingen wir an Land suchten uns einen schattigen Platz. Helge sollte sich „das zweite Mal“ jetzt als Friseur betätigen, denn Asha hatte Helges erster Versuch vor ein paar Monaten gefallen. Nachdem wir nun unsere Utensilien ausgebreitet hatten und Helge die ersten Schnitte gemacht hatte, kam ein Polizist und sagte uns ganz freundlich, das Haareschneiden ist in der Öffentlichkeit nicht erlaubt. Was nun, denn auf Gegenwind war es zu schauklig dafür!? Natürlich hatte Jonas, der Polizist auch eine Lösung für uns. Er bot uns an mit zu ihm nach Hause zu kommen und in seinem Garten, hinter dem verschlossenen Gartentor, weiterzumachen – super! So hatten wir beim Haareschneiden auch noch nette Gesellschaft, denn Jonas verfolge jeden Schnitt, bot uns etwas zu trinken an und so plauderten wir die ganze Zeit nebenbei. Anschließend lud Jonas uns in sein Auto ein um mit uns zu einem Supermarkt zu kurven, den wir bisher noch nicht entdeckt hatten – Bieten das auch Polizisten in Deutschland an? Nach diesem tollen Erlebnis tingelten wir wieder zurück an Bord und leider knatterte Gegenwind immer noch mit ihrer Ankerkette an den Korallenblöcken, so daß wir am Folgetag endlich genug von schlaflosen Nächten hatten. Wir holten den Anker auf und legten uns wie zwei andere Segler, denen es vermutlich ähnlich ergangen war, mit einem Heckanker und zwei Landleinen an die Pier – nun war Ruhe! Viele Grüße aus Makemo, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Kurzstrecke von Raroia nach Makemo

Wettfahrt mit den Regenwolken nach Makemo

Wettfahrt mit den Regenwolken nach Makemo

Datum: Sonntag, 27.Mai 2018,12:30 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°37,673‘, W 143°34,320‘ Wir liegen vor Anker im Atoll Makemo vor dem Ort Pouheva auf 9,8m Wassertiefe in glasklarem, türkisblau schimmerndem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: strahlend blauer Himmel, bei heißen 32,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 1 Beaufort aus Ost, Wellen: keine - Gegenwind schaukelt nicht mal mehr Der Wetterbericht versprach uns eine schwache Brise für die nächsten 24 Stunden mit anschließender Flaute über die folgenden Tage. Da uns Raroia ein wenig zu einsam war, wollten wir weiter zu einem etwas belebteren Atoll - Makemo. So holten wir am Donnerstag, den 24. Mai um 12:00 Uhr unseren Anker auf und fuhren unserem alten Track folgend (die aufgezeichnete Wegstrecke bei unserer Einfahrt) wieder auf den offenen Pazifik hinaus. Asha hatte dabei ihren Ausguckplatz auf dem Vorschiff eingenommen um die Korallenbänke rechtzeitig zu erkennen. Wolken und die fortgeschrittene Tageszeit erschwerten die Sicht auf die Korallenbänke und so verließen wir uns auf unsere aufgezeichneten Daten und die Angaben in der Seekarte, sowie die Daten, die wir verfolgt hatten als der Inselversorger ein-/ausgelaufen war. Damit konnten wir sogar unsere Gezeitenberechnung optimieren, denn der Inselversorger nutzt die Stillwasserzeiten genau wie wir. So hatten wir eine herrliche Riffausfahrt ohne Strömung und wir konnten bei 10-15Meter tiefem, kristallklarem, türkisschimmerndem Wasser den Grund direkt unter uns sehen. Bei einer schwachen Brise gingen wir die Strecke nur unter Vorsegel an und genossen das langsame dahinsegeln, mit dem wir eigentlich zum Tagesanbruch am kommenden Tag vor der Riffpassage in Makemo ankommen sollten. Der Wettergott hatte allerdings andere Pläne mit uns und stellte den Wind gegen Abend ab, so daß wir in die Nacht hineintrieben. Gegen Mitternacht konnten wir wieder ans Segeln denken. In den Morgenstunden befanden wir uns so natürlich nicht vor Makemo, sondern vor Taenga, das irgendwie eine mächtige Anziehungskraft auf Gegenwind ausübte und uns immer näher heranzog. Um 08:25 Uhr reichte uns das Spiel, so daß wir den Motor anstellten und Gas gaben. Tatsächlich paßte noch alles zusammen, denn Gegenwind schaffte es pünktlich zum Hochwasser um 14:11 Uhr in Makemo vor der Riffeinfahrt anzukommen. Die fiesen Regenwolken, die uns schon seit ein paar Stunden verfolgten blieben auch jetzt noch achteraus und ein kleiner Sonnenstrahl zwischen den Wolken begleitete uns ins Atoll. Die Riffpassage bis zum Ort, der direkt an der Riffpassage liegt, ist gut ausgetonnt und bei unseren „Navionics“-Seekarten prima kartographiert. Dieses Atoll wird im Laufe der Saison von vielen Yachten angesteuert. So teilen wir uns nun einen 10m tiefen dunkel türkiesen Wasserbereich mit einem finnischen Schiff und weitere fünf Schiffe hatten an der Mole festgemacht. Hier tobt auch wieder ein wenig Leben – das gefällt uns deutlich besser! Nachdem unser Anker um 15:00 Uhr gefallen war, holten uns die Wolken schließlich mit einem ordentlichen Schauer ein während es bei uns etwas zu essen gab und anschließend war einmal ordentliches Ausschlafen dran, denn wir waren hundemüde von der etwas nervigen 85 Seemeilen langen Überfahrt. Am folgenden Tag zog es uns gemächlich zu einem Landausflug. Wir genossen ein leckeres Mittagessen auf die Hand (Pommes Frites mit einem Stückchen Marlin) und wir bekamen in einem der vier Shops ein Eis. Außerdem bestellten wir zwei Croissant und Brot für Montag. Anschließend besuchten wir noch unsere finnischen Nachbarn zum „Sundowner“. Viele Grüße aus Makemo, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Kurzer Landgang im Ort von Raroia

Gegenwind einsam vor Anker

Gegenwind einsam vor Anker

Datum: Mittwoch, 23.Mai 2018,10:00 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°02,477‘, W 142°28,307‘ Umgeankert auf 12m, so daß wir direkt vor dem Versorgungsanleger liegen Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, bei feuchtwarmen 28,7°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, die Wellen sind nur noch kleine Windwellen Der Wind hatte nachgelassen und der Wetterbericht versprach eher eine leichte bis schwache Brise und so verlegten wir unseren Ankerplatz am gestrigen Mittwochmittag direkt vor den Versorgungspier. Wir benötigten eine gute Stunde um unseren Anker aus den 25 Metern Wassertiefe herauszuarbeiten und bei Helge sind noch einige Blasen übrig, die an das Manöver erinnern, denn bei uns ist das Ankerhieven Handarbeit mit einer Handankerwinde. Anschließend gab es ein Mittagessen zur Stärkung um dann unser Dingi aufzupumpen und endlich die Beine an Land zu schwingen. Begrüßt wurden wir an dem Anlegeplatz von ein paar neugierigen Kindern bevor wir einen Streifzug durch das Dorf machten. Die Menschen begrüßten uns freundlich und die Kinder konnten ihre Augen kaum von uns lassen sobald sie uns begegneten. Das Dorf ist winzig, bietet einen kleinen Flugplatz, der aber bei unserem Besuch wie ausgestorben war. Ein paar Hunde, Schweine, Hühner und Menschen trieben sich auf den sauberen betonierten Ortsstraßen herum. Nach einer guten Stunde Beine vertreten zog es uns wieder zurück an Bord, denn wir waren spät dran, da wir zum Dunkelwerden unser Schlauchboot wieder verpackt haben wollten um uns auf die Weiterfahrt zum nächsten Motu vorzubereiten. Viele Grüße  aus Raroia, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos: Raroia – Das Südseeparadies hat so seine Tücken

Nukuhau - der Inselversorger

Nukuhau - der Inselversorger

Datum: Montag, 21.Mai 2018,14:00 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°02,770‘, W 142°28,230‘ (unverändert) Aktuelles Wetter: Teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer, bei angenehmen 28,7°C im Schiff, Wassertemperatur 27,4°C, Wind 5 bis 6 Beaufort aus Ost zeitweise gute 7 Beaufort, Gegenwind steckt selbst am Ankerplatz weiterhin die Nase immer wieder ins Wasser und tanzt auf der Windsee im Motu. Die Überfahrt von den Marquesas mit der Einfahrt nach Raroia hatte uns doch ganz schön erschöpft aber unsere erste Nacht vor Anker konnten wir wenigsten tief und fest schlafen - trotz Geschaukel und kräftigem Wind am Ankerplatz. Dieser Archipel ist ganz anders als die Marquesas. Er ist flach und voll mit Palmen am weißen Strand während das Wasser mit Korallenriffen bestückt ist, die teilweise aus dem Wasser gucken und teilweise dicht unterhalb der Wasseroberfläche in dem traumhaften Südseetürkis schimmern. Mit unserer Entscheidung vor dem Ort zu ankern haben wir uns einige Unannehmlichkeiten verursacht. So ist das aber nun, denn wir waren halt müde und erschöpft und müssen nun damit klarkommen. Unseren Anker hatten wir auf 25 m Wassertiefe fallen lassen und damit 50 Meter Kette und einiges an Leine ausgebracht und bei den zurzeit vorherrschenden starken Winden und den Wellen, die sich im Archipel aufbauen, da wir auf der Westseite liegen, steht so viel Kraft auf dem Ankergeschirr und den Decksbeschlägen von Gegenwind, das wir ein Einholen nicht riskieren wollen bis die Wetterverhältnisse sich bessern und unsere Kraft dafür ausreicht. So sind wir bisher an Bord geblieben um nötigenfalls bei zu heftigen Böen mit Motorhilfe reagieren zu können und damit ein wenig Entlastung auf das Ankergeschirr zu bringen. Die fiesesten Böen kommen übrigens immer im Dunkeln, so daß wir, wie beim Segeln, hier zeitweise Nachtwachen gehen um nicht während des Schlafens von den Böen, unseren Alarmen oder noch schlimmer vom Knirschen beim Auflaufen auf eine der vielen Korallen unliebsam geweckt zu werden. Heute Morgen versprach uns der Wetterbericht allerdings Besserung für die kommenden Tage – wir hoffen darauf. Aber auch unser Ankerplatz bietet uns ein paar spannende Einblicke in die Motu- Welt. Vor allem navigatorisch arbeiten wir so einiges auf, das wir bisher zwar gelesen hatten aber kaum nachvollziehen konnten. So sind die uns umgebenden Korallenriffe nur zu bestimmten Zeiten zu erkennen, nämlich nur dann, wenn die Sonne im richtigen Winkel darauf scheint. Die westlich von uns gelegenen Korallen leuchten in dem sonst dunklen Wasser nur zwischen ca. 10:00 Uhr morgens und kurz nach Mittag türkis (bzw. die Köpfe braun) während sie sonst weitgehend im dunklen Wasser verborgen bleiben. Die östlich gelegenen Korallen dagegen erkennen wir nur zwischen Mittag und ca. 16:00 Uhr machmittags. Auch Wellen und Wolken spielen bei der Erkennung der Korallen eine große Rolle. Weiße Schaumkronen auf den Wellen verbergen die Riffe während durchziehende Wolken türkisene Riffe und auch dunkle Wasserflächen vortäuschen. Wenn der Himmel dann sogar grau in grau ist, verschwindet jedes noch so schöne Farbenspiel der Riffe im Dunkel des Wassers. Wie gut, das wir das hier an unserem Ankerplatz so gut nachvollziehen können, denn die Navigation innerhalb der Atolle ist eine fast reine Sichtnavigation wie in den alten Segelschiffzeiten. Außer ein paar Hauptstrecken zu den Orten, auf denen sogar Tonnen ausgelegt sind, sind die Atolle nahezu unkartographiert , anders als der Ostseesegler es aus den schwedischen oder norwegischen Schären kennt, in denen jede Kleinigkeit in den Seekarten abgebildet ist. Ein anderes Abenteuer ergibt sich hier aus den Gezeiten, deren Höhe mit meist weniger als einem Meter nur gering ist, aber deren Strömungen von bis zu acht Knoten bei den Atoll Einfahrten ziemlich bedeutend ist. Gegenwind könnte nicht dagegen an fahren. So stehen nur Hoch- oder Niedrigwasser, also die Stillwasserzeiten zum Ein- und Auslaufen zur Verfügung. Zusätzlich heißt es in der Literatur, das es am einfachsten ist, bei Niedrigwasser einzulaufen, da dann die Riffe am besten erkennbar sind und die Strömungen sowie die Wellen vor den Atollen am geringsten sein sollen. Wir haben inzwischen die verschiedensten Gezeitendaten nach Hoch- und Niedrigwasserzeiten durchwühlt und eigentlich sagen alle etwas anderes aus, was uns die Auswahl nicht gerade leicht macht. Aber jetzt haben wir hier inzwischen zwei Tafeln (Navionics und TotalTide) für uns ausgemacht, die zumindest nicht ganz daneben liegen können, denn wir sind damit gut hier ins Atoll gekommen und die Daten stimmten mit den An- und Abfahrtszeiten von dem Inselversorger, der Nukuhau, die Raroia gestern einen Besuch abgestattet hatte ziemlich überein. Und noch eine Tücke, denn wer sich hier einzig auf die Technik verläßt, der kann damit auch seine Überraschungen erleben, denn wir hatten bei der Einfahrt festgestellt, das unser Echolot (Wasser-Tiefenmesser) bedingt durch das Brodeln von Strömung und Wellen keine Daten mehr lieferte. Also mal kurz zusammen gefaßt: Wir sollten dringend mal wieder Lottospielen! - Denn die Wahrscheinlichkeit im Lotto zu gewinnen ist wohl kaum kleiner, als einen passenden Zeitpunkt für das Ansteuern eines Atolls in den Tuamotus zu finden, bei dem Wolken, Wind und Wellen genauso wie die Tageszeit, also der Sonnenstand und die errechneten Gezeiten mit der Realität ein paar Tage vor dem Eintreffen vor der Einfahrt zum Atoll mit der unzuverlässigen Segelschiffsgeschwindigkeit vorhergesagt werden können. Trotzdem ist das hier eine superspannende, hochabenteuerliche Erfahrung in einer echt beeindruckenden Gegend, den „gefährlichen Inseln“ – also ein Idyll mitten im Pazifik! Viele Grüße aus Raroia, Tuamotu Atoll, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 7. Tag – stürmischer Empfang auf Raroia

Wellen wie auf See

Wellen wie auf See

Datum: Freitag, 18.Mai 2018,16:20 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°02,770‘, W 142°28,230‘ Wir liegen vor Anker im Motu Raroia auf 25m Wassertiefe, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Ua Pou 435sm, Seemeilen seit dem letzten Bericht 81sm. Aktuelles Wetter: grauer Himmel, bei angenehmen 28,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 5 Beaufort aus Ost zeitweise mit 8 Beaufort (30kn), Gegenwind steckt selbst am Ankerplatz die Nase immer wieder ins Wasser – ungemütlich. Der gestrige Abend war toll, eine mäßige Brise und angenehme Temperaturen luden zum Mondgucken ein. Selbst mit bloßem Auge konnten wir die Mondstrukturen sehen und mit dem Fernglas wurden sogar etliche Mondkrater auf der beleuchteten Seite deutlich. Gegen 20:00 Uhr nahmen wir unsere normale Fahrt wieder auf, um unseren Einlaufzeitpunkt am kommenden Morgen zu treffen. Das war soooo schön gedacht, aber der Wettergott hatte etwas dagegen. Er schickte uns heftigen Regen und immer weiter auffrischenden Wind, den unser Wetterbericht so nicht angekündigt hatte. So kamen wir gegen 06:00 Uhr heute Morgen an der Atoll- Einfahrt rechtzeitig an, wir mußten aber trotzdem abbrechen, denn die Sicht wurde von Starkregen einem durch und durch grauen Himmel versperrt und der Wind frischte auf 8 Beaufort auf. Zum Glück waren wir im Lee (Windabgewandte Seite) unseres Zielatolls, so daß uns wenigstens die Wellen erspart blieben, denn der Wind geht über so ein flaches Atoll oder wie die Einheimischen sagen Motu, das aus Sand und Palmen besteht, einfach hinweg. So drehten wir unter stark gerefftem Vorsegel bei und warteten… . Eine Zeitlang sah es sogar so aus als ob dieses miese Wetter den ganzen Tag lang anhalten wollte aber ganz so schlimm wurde es dann doch nicht. Zumindest die Wolken gaben der Sonne den Blick frei und auch der Wind ließ eine Windstärke nach und zwar genau zum Richtigen Zeitpunkt – unserm berechneten Niedrigwasser. Und so liefen wir um 13:00 Uhr in das Motu ein. Wir haben ganz schön geschwitzt, denn die Einfahrt kochte für ein paar hundert Meter wie ein überkochender Wasserkessel – und wir mittendrin! Wir waren froh über Gegenwinds kräftigen Motor, der uns mit ca. einem Knoten Fahrt langsam hindurchschob. Haben wir falsche Gezeitendaten – das müssen wir wohl noch herausfinden? Der Weg zum Ankerplatz vor dem Dorf ist gut betonnt und mit Asha’s offenen Augen auf dem Vorschiff, konnten wir die Korallenköpfe, die auch am Fahrwasserrand unter der Wasseroberfläche liegen prima umschiffen. Das Ankern fiel uns diesmal richtig schwer, denn der Wind weht genau auf den Ankerplatz und das in stürmischen Böen, so daß mächtig Druck auf dem Ankergeschirr und den Klampen (Befestigungspunkten an Deck) steht. Jetzt wollen wir den Tag aber langsam ausklingen lassen und den fehlenden Schlaf nachholen! PS: Unsere „Navionics“- Seekarten passen zur Realität und mit der Ansteuerungslinie sind wir gut klar gekommen. Viele Grüße aus Raroia, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 6. Tag – Abgebremst

Datum: Donnerstag, 17.Mai 2018,12:40 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 14°56,277‘, W 142°03,997‘ Kurs 200°, Geschwindigkeit 3 kn, Großsegel im 3. Reff gesetzt, Genua III stark gerefft um unsere Geschwindigkeit zu reduzieren, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Ua Pou 354sm, Etmal in den letzten 24 Stunden 111sm, noch 69sm zu segeln. Aktuelles Wetter: blauer Himmel, bei feuchtwarmen 30,1°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 4 Beaufort aus Ost, wir segeln am Wind bis halben Wind (Wind schräg von vorne bis von der Seite), Wellen mit 0,5-1m aus Ost bis Nordost Wir schaukeln unserem Ziel entgegen. Während der vergangenen Nacht schliefen wir schauklig ruhig und keine Wetteränderung störte unseren Schlaf. Auf Wache hieß es nur den Kurs ab und an mal an kleine Winddreher anzupassen. Heute Morgen beschlossen wir, das wir zu schnell unterwegs waren. Unsere Rechnungen zeigten eine Ankunftszeit in den späten Abend- oder Nachtstunden. Das geht so nicht! Für unser Ziel haben wir fest vorgegebene Zeiten – entweder bei Hoch- oder bei Niedrigwasser, denn sonst können wir mit Strömungen rechnen die zu kräftig für Gegenwind sind. Außerdem brauchen wir zum Einlaufen Tageslicht um die Korallenbänke zu erkennen. Die Einfahrt soll zwar gut markiert sein aber das ist hier halt nicht die Ostsee bei der man sich auf die Angaben in den Seekarten ziemlich gut verlassen kann. So haben wir zwei mögliche Zeiten zum Einlaufen: Einmal zum Hochwasser gegen 07:00 Uhr und einmal zum Niedrigwasser gegen 13:00 Uhr. Wir wollen gerne die frühe Zeit erwischen und so beschäftigen wir uns heute damit die Segelgröße so einzustellen das Gegenwind nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam wird. Segeln nach Terminplan! Viele Grüße  aus dem Französisch Polynesischen Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 5. Tag – Ein einfacher Segeltag

Datum: Mittwoch, 16.Mai 2018,12:30 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 13°11,523‘, W 141°27,907‘ Kurs 200°, Geschwindigkeit 5 kn, Großsegel im 3. Reff gesetzt, Genua III voll gesetzt, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Ua Pou 243sm, Etmal in den letzten 24 Stunden 120sm, noch 179sm zu segeln. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, bei feuchtwarmen 29,9°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 4-5 Beaufort aus Ost, wir segeln am Wind bis halben Wind (Wind schräg von vorne bis von der Seite), Wellen mit 1m aus Nordost Gegenwind boxt sich durch Wellen hindurch oder hüpft drüber hinweg, wie es halt gerade paßt. Unsere Seebeine werden mühsam auch wieder etwas fester und das einzige das uns zu tun bleibt ist schlafen, essen, trinken, den Kurs ständig nachregulieren und vor allem auf das Wetter aufzupassen. Eigentlich ist das Wetter relativ stabil und auch die Vorhersagen versprechen uns vier Windstärken aus östlichen Richtungen aber es schleichen sich doch immer wieder Regenschauer und Squalls dazwischen, so daß wir einmal auf fast völlige Flaute und ein andermal auf auffrischenden Wind reagieren müssen. Letzte Nacht mußte Helge während seiner Schlafenszeit raus, da nicht so klar war ob der Wind ganz weg bleiben wollte und uns damit zum Treiben verdonnerte oder ob er sich wieder auf seine normale stärke zurückbesinnen wollte. So versuchten wir während dieser Wartezeit die Segel vom Hin- und Her- Schlagen abzuhalten. Aber wir hatten Glück der Wind kam wieder und Helge konnte seinen Schlaf fortsetzen, während Asha die Aufregung ihrer Wache ausklingen lassen konnte. Viele Grüße aus dem Französisch Polynesischen Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 4. Tag – Muskelkater vom Sitzen und Liegen

Datum: Dienstag, 15.Mai 2018,12:30 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 11°19,545‘, W 140°48,265‘ Kurs 200°, Geschwindigkeit 5 kn, Großsegel im 3. Reff gesetzt, Genua III gerefft, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Ua Pou 123sm, noch 298sm zu segeln. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, bei feuchtwarmen 30,1°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 4-5 Beaufort aus Ost, wir segeln am Wind bis halben Wind (Wind schräg von vorne bis von der Seite), Wellen ziemlich konfus mit 1m aus Nordost bis Südost Unseren Aufbruch in Ua Pou hatten wir gestern immer noch ein bisschen verschoben, denn es regnete und den Regen wollten wir noch mit Hilfe unserer Regenfangplane fangen und als Trinkwasser in unsere Flaschen füllen – immerhin konnten wir gute zehn Liter abfüllen. Das bedeutet zwei weitere Tage Trinkwasser. Um 12:30 Uhr holten wir dann unseren Anker hoch und verließen unseren Ankerplatz vor Ua Pou. Wir setzten unsere Segel und richteten unseren Kurs auf die Tuamotos. Nachdem wir die Inselabdeckung verlassen hatten standen noch einige Segelmanöver an, bis wir endlich Ruhe fanden und Gegenwind ihren Kurs zu den Tuamotos mithilfe der Windfahnensteuerung zu unserer Zufriedenheit anlag. Die Segelroutine hatte uns wieder. Wir wurden erstaunlicherweise nicht seekrank, aber das Geschüttel von Gegenwind ging trotzdem nicht spurlos an uns vorüber. So kämpfen wir heute nach einer Nacht mit Schlafmangel mit Muskelkater und ein paar Gelenke melden sich ebenfalls von der Tortur der ständigen, heftigen Bewegungen und vom eingequetscht sein zwischen Körper und Schiffsteilen. Viele Grüße aus dem Französisch Polynesischen Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 2. bis 3. Tag – Unsere Zeit auf Ua Pou

Wunderschöne Natur

Wunderschöne Natur

Datum: Montag, 14.Mai 2018,08:30 Uhr Ortszeit GPS-Position: S 09°23,833‘, W 140°07,696‘ Wir liegen immer noch auf 11m Wassertiefe vor Anker in der Bucht von Hakaotu, der Insel Ua Pou, 31 sm von Nuku Hiva entfernt. Es sind noch immer ca. 423 sm zu segeln bis zu unserem Ziel in den Tuamotos, Französisch Polynesien Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel und Regenschauer, 27,0°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind aus Ost, die Wellen verursachen in unserer Bucht ein ständiges auf und ab von ca. einem halben Meter und rauschen an den Felsen entlang wie ein D-Zug Wenn wir den Anker schon mal fallen lassen, dann doch nicht nur für ein paar Stunden… . Unseren Ankerplatz teilten wir mit einem Katamaran, zeitweise – für ein paar Stunden – mit einem Trimaran und für eine Nacht mit einem dänischen Einrumpfboot. Und obwohl wir dicht nebeneinander ankerten waren wir eigentlich allein, denn wir wollten unser Dingi nicht wieder aus der Koje holen und die anderen hatten wohl keine Lust auf einen Besuch bei uns. So verbrachten wir den Samstag von der Natur umrahmt und gingen die Dinge etwas ruhiger an. Helge schnorchelte um den Propeller für die Tuamotos gut zu reinigen und den Abend verbrachten wir mit Bordkino. Am Sonntag schauten wir uns das Wetter und unsere Reisedaten nochmal genauer an, um dann zu beschließen das wir noch einen Tag hier bleiben wollten. Am späten Vormittag kamen ein junger Mann mit seinen beiden Nichten, die ihr Wochenende in ihrem „Wochenendanwesen“ verbrachten in einer Piroge (Auslegerkanu) zu uns herüber gepaddelt und luden Helge ein mit an Land zu kommen um ein paar Früchte für die Weiterfahrt mitzunehmen. Mit der Piroge ging es direkt auf den mit Geröll übersäten Strand um zuerst einmal mit der Familie, die an Land geblieben war, zu plaudern bevor es dann ans Pflücken von Papaya und Mango ging. Mit einem großen Sack voll Obst wurde Helge danach wieder zu Gegenwind zurückgebracht. Als Dankeschön wanderten einige Süßigkeiten und ein paar Haarspangen für die kleinen Mädchen in die Piroge und mit guten Wünschen verabschiedeten wir uns voneinander. Am heutigen Montag wollen wir unseren Anker aufholen und das „kleine Stückchen“ zu den Tuamotos weitersegeln. Den aktuellen Wetterbericht müssen wir noch abschließend auswerten aber die Gezeiten dürften bei unserer Ankunft moderat sein, denn wir gehen ja auf eine Halbmondphase zu. Also auf zu den Tuamotos, den gefährlichen Inseln! Viele Grüße aus Hakaotu, Insel Ua Pou, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 1. Tag – Ua Pou nächster Versuch

Hakaotu: Unsere Ankerbucht mit Regen und Sonne

Hakaotu: Unsere Ankerbucht mit Regen und Sonne

Datum: Freitag, 11.Mai 2018, 15:25 Uhr Ortszeit GPS-Position: S 09°23,833‘, W 140°07,696‘ Wir liegen auf 11m Wassertiefe vor Anker in der Bucht von Hakaotu, der Insel Ua Pou, 31 sm von Nuku Hiva entfernt. Es sind noch ca. 423 sm zu segeln bis zu unserem Ziel in den Tuamotos, Französisch Polynesien Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer bei 28,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind wechselhaft aus Ost, die Wellen verursachen ein sanftes auf und ab in der Bucht und rauschen an den Felsen entlang wie ein D-Zug Wir wollten endlich weiter und so wie es aussieht ist es hier chancenlos alles zu einem Zeitpunkt zusammenzubekommen und dann auch noch ein brauchbares Wetterfenster zu haben. So beschlossen wir, daß wir unseren schnell ausgehenden Brotvorrat hinnehmen müssen und dann irgendetwas anderes zum Frühstück aufzutischen haben. Das ist gar nicht so einfach, denn die uns zusagenden Müslivorräte hatten wir leergekauft und länger haltbares Toastbrot gibt es hier nicht (wie vermissen wir die pappigen amerikanischen Toasts aus der Karibik, die wir dort einfach nur verflucht hatten und mit Freude zu den französischen Baguettes wollten). Naja, es wird wohl auch so gehen. Am Freitag den 11. Mai 2018 um 09:30 Uhr holten wir bei Regenschauern unseren Anker in Taiohae auf, um den nächsten Versuch nach Ua Pou zu starten. Diesmal planten wir die Westküste, an der es mehrere Ankerplätze gibt. Wir setzten das Großsegel im dritten Reff und rollten unser kleines Vorsegel (Genua III) aus und schossen mit 5-6 Knoten Fahrt durch die durcheinanderlaufende, entgegenkommende See. Es war ungemütlich und wir wurden bei fünf Windstärken auf einem am- Wind- Kurs kräftig durchgeschüttelt – Gegenwind ist halt doch ein echter Leichtwindrenner. In die nördlichste Bucht, Hakahetau warfen wir nur einen kurzen Blick, denn Wind und Wellen ließen die drei vor Anker liegenden Schiffe mächtig tanzen. So segelten wir die Küste entlang drei Seemeilen weiter nach Süden. Dabei hatten wir Begleitung von einem kleinen Katamaran, dem das Schaukeln in der Bucht von Hakahetau wohl zu viel war. Er schaffte es nicht uns einzuholen! So kamen wir dann, begrüßt von Delfinen, am Nachmittag in unserer Ankerbucht Hakaotu an und liegen hier zusammen mit dem Katamaran in einer wunderschönen Naturbucht umgeben von Felsen auf denen die Vögel schreien und die Ziegen meckern. Viele Grüße aus Hakaotu, Insel Ua Pou, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Die Wahl zum Französisch Polynesischen Parlament

Das Wahllokal und die Wahlhelfer

Das Wahllokal und die Wahlhelfer

Da wir nun schon einmal zurück in Taiohae waren, konnten wir die Wahl zum Französisch Polynesischen Parlament hier miterleben. Am Vortag der Wahl, am Samstag, den 07. Mai 2018 wurden Festtagsstände vor den beiden Wahllokalen in Taiohae aufgebaut und so startete der Wahlgang am frühen Sonntagmorgen mit Parteifahnenschwenken vor den Festtagsständen, sowie vielerlei angebotenen Leckereien in den Buden. Selbstverständlich gab es vor und in den Wahllokalen ein Verbot Parteiwerbung zu machen und auch das Tragen der Partei- T-Shirts in den Wahllokalen war nicht erlaubt. Die Menschen kamen im Sonntagsstaat zur Wahl und ihre Kinder vergnügten sich in den Wellen am Ebbstrand. Wir nutzen die Gelegenheit und langten bei den Leckereien ordentlich zu und wir suchten den Bürgermeister auf um ebenfalls ein Wahllokal besuchen zu dürfen. Er verwies uns an die Wahlleiterin, die uns freundlich einlud einzutreten. Sie fragte die Wahlhelfer und Helferinnen ob wir auch ein paar Fotos machen durften und nachdem das geklärt war, ernteten wir freundliche Fotomienen für unsere Bilder. Bei der Wahl ging es um die Stichwahl zum Französisch Polynesischen Parlament, bei dem noch drei Parteien von den ursprünglichen sechs zur Auswahl standen. Die Vorwahlen fanden mit dem gleichen Festtagsgewimmel vor vierzehn Tagen statt. Es traten die „Familienpartei“, die „Separationspartei, die eine Abspaltung von Frankreich in ihrem Programm hat“ und die jetzige Regierungspartei an, die dann letztendlich die Wahl gewann – es bleibt also wie es war. Viele Grüße aus dem Marquess Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ua Pou in Sicht

Ua Pou in Sicht

Ua Pou in Sicht

Unsere Infektionen waren wir nun endlich los und so wollten wir auf dem Weg zu unserem nächsten großen Ziel noch die Insel in Sichtweite – Ua Pou – besuchen. Die Insel liegt ja nur eine Tagesreise von 25 Seemeilen von Nuku Hiva entfernt und so planten wir dort vor dem Ort Hakahau unseren Anker fallen zu lassen und uns um die letzten Vorbereitungen für die Weiterfahrt zu kümmern. Trinkwasser auffüllen, einen Vogelschlag am Windanzeiger im Mast richten sowie Brot und Obst besorgen stand noch auf unserer Liste. Wir hatten einen super prima Segeltag bei drei Windstärken mit vollem Großsegel und unserem kleinen Vorsegel, mit dem wir gute fünf Knoten Fahrt machten – andere Segler behaupteten übrigens das sei viel zu wenig Wind um überhaupt voranzukommen. Der Anblick der Insel Ua Pou war wunderschön mit den ca. 1200 Meter hohen vulkanisch spitzen Bergen. Als wir dann am Donnerstag, den 03. Mai 2018 gegen 15:30 Uhr den Ankerplatz von Hakahau anliefen, mußten wir allerdings feststellen, das vier große Yachten den geschützten Platz hinter dem Wellenbrecher gut ausfüllten. Wir überlegten ob wir uns direkt in der Mitte des kleinen Beckens, vor dem Anleger der Versorgungsschiffe, platzieren wollten und so fragten wir ein paar einheimische Fischer wann denn der nächste Versorger erwartet wird. Und blöderweise sagten sie uns heute oder morgen. Da wir wußten das der erwartete Versorger in der Regel nachts einläuft, zogen wir nach dieser kleinen Ankerplatzrunde wieder ab, setzten unsere Segel und dachten eigentlich daran weiter nach Süden oder besser gesagt nach Südosten, nach Tahuata zu segeln um unsere Vorbereitungen für die Weiterfahrt dort zu erledigen. Doch auch das sollte uns nicht gelingen, denn die ca. 60 Seemeilen rückten bei einer Kreuz gegen Wind und Strom in einen elendig langdauernden Segelschlag, bei dem unsere Kalkulationen dann bei über 20 Stunden endeten. Darauf hatten wir nun gar keine Lust und so setzten wir wieder Kurs auf Nuku Hiva – zurück zum Start. Nicht ganz zurück, denn wir liefen ein wenig genervt kurz nach Mitternacht mit Hilfe von Radar und unserem alten Track (aufgezeichnete Wegstrecke) in die Baie de Controlleur, Hakahaa ein. Hier hatten wir einen ruhigen, großen Ankerplatz für uns alleine. Nach einem ausgiebigen Ausschlafen gingen wir den Tag ruhig an und sortierten uns neu. Am Abend stieg Helge dann in den Mast aber nur halb hoch, denn die einlaufende Dünung war doch zu heftig, so daß Helge den Versuch fürchterlich durchgeschüttelt abbrach. Am kommenden Morgen war es besser und Helge erreichte die Mastspitze und bog den Windmesser wieder gerade. Eigentlich hätten wir in dieser Bucht prima Trinkwasser am Strand bekommen können, doch beschlossen wir darauf zu verzichten, denn die juckende Erfahrung die wir bei unserem letzten Mal mit den Nonos (winzig kleine beißende Sandfliegen) gemacht hatten wollten wir beim besten Willen kein zweites Mal erleben und so holten wir gegen 11:00 Uhr den Anker auf und motorten zurück nach Taiohae. Hier kämpften wir in den folgenden Tagen nun mit dem Auffüllen von unserem Wassertank und liehen uns schlußendlich einige Kanister und ließen uns von Kevins Yachtservice zu einer Wasserstation fahren um auch hier erst einmal wieder ein Haken zu machen. Während unseres kleinen Ausflugs war uns aufgefallen, das unsere Hauptverbraucherbatterie wohl wirklich aus dem letzten Loch pfiff und so tauschten wir das Ding aus. Das war übrigens gar nicht so einfach, denn das Sterben der Batterie hatte sich langsam angekündigt, wir hatten nur keine brauchbare Alternative gefunden. Aber jetzt hatten wir Glück, denn der vorletzte Inselversorger hatte Nachschub geliefert und so konnten wir unsere defekte Batterie (210AH/ AGM) wenigstens gegen eine halbwegs brauchbare Batterie (140AH/ geschlossene Säurebatterie) tauschen. Nun nur noch die letzten Lebensmitteleinkäufe sowie Brot und Obst und dann den nächsten Versuch …? Ein kleiner Tipp für diejenigen die noch hierher kommen wollen: Brot und Eier am besten im Supermarkt reservieren, denn sonst steht man eventuell vor leeren Regalen! Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ein bisschen dies, ein bisschen das

Ein Bienenstock am Wegrand

Ein Bienenstock am Wegrand

Nachdem wir wieder vor Taiohae vor Anker lagen, wollten wir uns eigentlich nur auf unsere nächste Etappe vorbereiten, aber wie das so ist, kam es mal wieder anders als gedacht. Helge hatte wohl bei den letzten Unterwasserreinigungsaktionen an Gegenwind ein wenig zu viel von dem paradiesischen Seewasser abbekommen und so stand ein Arztbesuch im Krankenhaus an. Ohren und Hals hatten sich mächtig entzündet und der Bauch rebellierte kräftig – das Wasser in den Marquesas ist halt nicht besonders sauber. Hier auf Nuku Hiva befindet sich das größte Hospital auf den Marquesas, die Ärzte und das Fachpersonals sind überwiegend französische Kolonialherren. Die Krankenhaussprache ist Französisch und so mühte Helge sich mit seiner Geschichte entsprechend ab. Die Polynesier haben eine Krankenversicherung, die leider für uns nicht gilt und so mußte Helge den Arztbesuch selber zahlen. Die Medikamente waren echte Hammer, das Antibiotikum, so fanden wir heraus, scheint in Deutschland nur für Tiere eine Zulassung zu haben und die Ohrentropfen gaben Helge das Gefühl eine halbe Flasche Rum gesoffen zu haben und so drehte sich Gegenwind mit ihrem sowieso vorhandenen Geschaukel nochmal deutlich schneller und heftiger. Aber nun ist auch das überstanden. Wir haben inzwischen sogar einen Spaziergang auf das Hochplateau unternommen und wurden mit herrlichen Aussichten über unsere Ankerbucht belohnt. Der Weg war allerdings auch mächtig anstrengend, denn die ca.1000 Höhenmeter bei guten 30°C im Schatten hatten es echt in sich. Unsere zweite Gasflasche war jetzt endlich auch soweit verbraucht, das wir sie zum neu befüllen abgeben konnten. Asha hatte die Möglichkeit genutzt wie wild Kuchen und Frühstücksbrötchen zu backen sowie einige aufwendigere Mittagsmahlzeiten im Ofen zuzubereiten, so daß wir zur Abwechslung mal richtig schlemmen konnten. Die vollen Gasflaschen sollten eigentlich unser Aufbruchsignal sein, aber wir waren schon wieder zu lange an diesem Ankerplatz und der Propeller und die Ankerkette schrien nach Unterwasserarbeiten. Helge hatte noch Schnorchelverbot und so mußte diesmal Asha ins Wasser zum Putzen. Wir hatten allerdings gelernt und so spülten wir Ashas Augen und Ohren ordentlich durch und auch der Mund wurde gut ausgewaschen. Trotzdem war es blöd gelaufen, denn Asha zog sich eine Ohreninfektion zu, die nun kuriert wird. Aber bevor der Propeller wieder zuwächst, werden wir hier garantiert verschwinden! Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Postkartenidylle

Imposante vulkanische Naturgestaltung

Imposante vulkanische Naturgestaltung

Wir wollten einmal die Nachbarbucht anschauen und so begannen wir am Donnerstag, den 05. April 2018 mit unseren Vorbereitungen. Helge mußte ins Wasser um den Propeller und den Geschwindigkeitsmesser von dem ewig wuchernden Bewuchs und den Muscheln freizukratzen und außerdem bestellten wir bei Marcel im Supermarkt eine Ladung von sechs  Baguettes – unsere Brotversorgung für die kommenden paar Tage. Am folgenden Tag zog es Helge erst einmal ins örtliche Krankenhaus, denn die Schnorchelaktion für Gegenwinds Unterwasserschiff hatte eine leichte Bindehautentzündung und leichte Magendarmprobleme verursacht. Magendarmprobleme gehören in den Tropen ja zur Routine aber eine Bindehautentzündung ist uns neu. So gab es vom Arzt ein paar Tropfen und die Aussage, das kann vom Schnorcheln kommen, es kann aber auch sein, das gerade eine Epidemie anmarschiert, denn Helge war der vierte Patient in zwei Tagen mit entzündeten Augen. Während Helge beim Arzt saß, holte Asha unsere bestellten Baguettes bei Marcel ab und am Nachmittag rückten wir Gegenwinds Ankerkette mit Schrubber und Kratzer auf den Leib um sie von ihrem Muschelpanzer und dem Wuschelbart zu befreien. Am Samstag, während die Aranui 5 an ihrem Kai lag und der Insel neue Versorgungsgüter brachte, ging es für uns endlich los. Unter Motor fuhren wir die neun Seemeilen gegen Wind und Wellen entlang der beeindruckend, malerisch-bergig-vulkanischen Küste in die Nachbarbucht, die Baie du Contrôleur. Sie besteht aus drei Einzelbuchten und wir suchten uns die mittlere Bucht, die Baie Hakahaa als Ankerplatz heraus. Unser Anker fiel nach zwei Stunden Fahrt um 11:05 Uhr auf knapp 6 Meter Wassertiefe auf Position S08° 52,767’ W140° 02,846’. Hier ließen wir den Tag verstreichen und genossen die Schönheit der Bucht von Bord aus. Am Sonntag machten wir unser Dingi klar für den Landgang und landeten am Strand. Dort banden wir unser Schlauchboot unter einer Palme fest, während unsere Arme und Beine wie verrückt anfingen zu kribbeln. Also zog es uns schnell landeinwärts, denn das Kribbeln sagte uns, das hier viele Nonos (winzig kleine beißende Sandfliegen) unterwegs waren. Wir erkundeten den sonntäglich verschlafenen, zweitgrößten Ort der Insel, „Taipivai“ und schlenderten vier Stunden durch die Gegend. Ein öffentlicher Mangobaum lud uns zur Ernte einiger Früchte ein und ein einheimischer Reiter schenkte uns ein paar Guajaven. So beladen kehrten wir zu Gegenwind zurück. Unseren Ankerlatz teilten wir übrigens mit zwei anderen Schiffen. Auf einem der Schiffe war FKK angesagt und natürlich war es ein französischer Hintern, der sich uns entgegenstreckte. Bisher waren es eigentlich immer nur die alten französischen Kerle, die auf belegten Ankerplätzen ohne Kleidung an Bord herumliefen. Die Nacht verbrachten wir trotz Essigeinreibung leider damit unsere Arme und Beine aufzukratzen, denn die Nonobisse bildeten kleine, fürchterlich juckende Blasen. Am Folgetag mußten wir wieder an Land, denn die Hakahaa- Bucht liefert das sauberste Trinkwasser auf Nuku Hiva und so wollten wir unseren Wassertank hier füllen. Wir rieben uns mit allen unseren Insektenmitteln ein, in der Hoffnung, viel hilft viel und so unternahmen wir drei Dingifahrten an Land um insgesamt 150 Liter Trinkwasser an Bord zu schleppen. - Ganz nebenbei: Wir haben mal nachgerechnet welche Wassermenge wir denn seit erreichen der Karibik mit Kanistern im Dingi an Bord geschleppt haben und sind auf ca.16 Tonnen Wasser gekommen! Trotz der Theorie viel hilft viel, bekamen wir wieder etliche neue Nonobisse. So verzichteten wir auf einen weiteren Landgang, denn die Nonos hatten uns die Gegend deutlich verleidet. Nur der wunderschöne Blick auf die Bucht von einer Nono-freien Gegenwind aus fand unsere absolute Begeisterung – eine echte Postkartenidylle - nicht zu erreichen und doch ganz dicht vor den Augen. Am Dienstag, nach einer weiteren, durch Jucken schlaflosen Nacht, fuhren wir kurz zwei Seemeilen um die Ecke, in die westlichste Bucht der Baie du Contrôleur, die Hooumi- Bucht, in der wir auf Position S08° 53,621‘ W140° 01,553‘ auf 8 Meter Wassertiefe ankerten. Hier lag schon ein anderes uns bekanntes deutsches Schiff vor Anker, mit dem wir uns die Bucht teilten. Wir verzichteten auch hier auf einen Landausflug, denn von anderen Seglern hatten wir gehört, das die Nono- Situation auch in dieser Ecke unbarmherzig sein sollte. Uns blieb also die Postkartenidylle dieses Ankerplatzes. Außerdem spielten etliche kleine Schreihälse in den Felsen verstecken mit uns. Ihre Stimmen hörten sich wie Kinderschreie an und wir hatten Mühe die Ziegen in den Felsnischen und an den Abhängen zu entdecken. Am Donnerstag, den 12. April 2018 segelten wir die neun Seemeilen wieder zurück in die Bucht von Taiohae um hier die letzten Erledigungen zu machen, bevor wir die Insel verlassen wollen. Außerdem können wir hier unsere Nonobisse die kommenden ein bis zwei Wochen noch ein wenig pflegen, denn so lange brauchen die Stellen in der Regel um einigermaßen abzuheilen. Unser Ankerplatz war belegt und so liegen wir nun auf Position S08° 54,994‘ W140° 06,010‘ bei einer Wassertiefe von 11 Metern. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ostern in der „Notre Dame des Marquises“

Notre Dame des Marquises

Notre Dame des Marquises

Ostern stand vor der Tür, natürlich wie jedes Jahr mal wieder völlig überraschend, also genau wie in Deutschland. Auch auf den Marquesas Inseln wird Ostern gefeiert. Es ist ein christliches Fest und die Menschen begehen es katholisch mit einem Kreuzgang durch den Ort am Karfreitag, einer großen Ostermesse am Samstag und einer kleineren Messe am Sonntag. Von Ostermärschen hatten wir hier allerdings nichts gesehen. Die Menschen freuten sich ebenso  wie in Deutschland über ein paar freie Tage. Einen riesigen Unterschied zu Deutschland konnten wir allerdings ausmachen! Die Supermärkte boten nur ein paar wenige, abgezählte Tüten mit Osterschokoladeneiern. Wir ließen unsere Finger davon, denn die Tüten waren unverschämt teuer – eine in Deutschland übliche Tüte mit Schokohäschen und ein paar Schokoeiern kostete hier umgerechnet ca. 15€. Naja, es ist ja nichts Lebenswichtiges. Wir hatten uns vorgenommen an der großen Ostermesse am Samstagabend um 19:00 Uhr teilzunehmen. Die Messe begann vor der großen Kirche von Taiohae, der „Notre Dame des Marquises“ mit einem ersten Gebet vor einem im Hof entzündeten Osterfeuer. Danach zog die Gemeinde in die Kirche ein und verbrachte den Gottesdienst mit sehr vielen klangvollen, stimmgewaltigen auf Polynesisch gesungenen Kirchenliedern, so daß selbst derjenige, der in  Deutschland nur ungern zur Kirche geht, hier einen echten Hochgenuß allein an der Musik gewinnen kann. Die Ansprachen und die Predigt wurden in zwei Sprachen, nämlich auf Französisch und Polynesisch geführt und die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Wir genossen die Musik, die Atmosphäre und die fröhlich gestimmten Menschen. Zu unserem diesjährigen Osteralltag gerieten wir seit langer Zeit mal wieder ins Schlemmen, denn unsere zweite Gasflasche hatte noch eine Restgasmenge, die wir in Kuchen, Aufläufe und Brot steckten, bevor wir die Flasche zum Füllen für unsere kommende Strecke abgaben. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ein Winzling zwischen Riesen

Gegenwind und die Riesen

Gegenwind und die Riesen

Wir konnten tatsächlich mal wieder einigermaßen schlafen! Seitdem wir in Taiohae angekommen sind, wurde das Geschaukel an unserem Ankerplatz jeden Tag heftiger. Natürlich, denn der Wind und der Schwell drehen für die kommenden Wintermonate auf der Südhalbkugel langsam immer weiter auf Ost bis Südost, so daß die südlich gelegenen Ankerplätze unruhiger werden. So schwitzen wir im tropisch feuchten Restsommer, während Gegenwind im Schwell der in die Bucht einlaufenden Wellen uns wie Flipperkugeln hin und her schüttelte. Wir zurrten alles seefest, wurden zeitweise ein wenig seekrank dabei und während der Nächte bekamen wir kaum eine ruhige Minute in der wir uns nicht in den Kojen an unseren Kopfkissen und Bettlaken festkrallten. Mit Rändern unter den Augen und todmüde versuchten wir trotzdem den Ort und seine Umgebung zu genießen und uns um unseren Gasvorrat zum Kochen zu kümmern. Übrigens ist Kevins Yachtservice in Taiohae der einzige Ort in den Marquesas Inseln an dem wir unsere deutschen Gasflaschen füllen lassen können. Wir machten einige Spaziergänge und verbrachten unsere Zeit mit Klönen an Land – bloß weg von Bord! So nutzen wir nun die schaukelarme Zeit um unsere Erlebnisse aufzuschreiben. Am Freitag, den 23. März 2018 liefen zwei riesige Kreuzfahrer, die Marina und die Crystal Symphony zu einer Stippvisite in die Bucht ein und ankerten direkt am Eingang. Die Marina ging am gleichen Tag wieder auf Fahrt, während die Crystal Symphony erst am folgenden Mittag wieder weiterfuhr. Der Ort wurde mit Touristen überflutet und es erfolgte ein Ansturm auf die Aussichtspunkte, die entweder per PKW in riesigen Kolonnen durch den Ort angefahren wurden oder wenn es die Beine der Kreuzfahrtpassagiere noch zuließen, durch Spaziergänge abgelaufen wurden. Wir betrachteten diese touristische Atmosphäre, die sich jetzt breitmachte und legten einen Tag „Touri- Gucken“ ein – es ging zu wie bei der Kieler Woche. Natürlich plauderten wir auch mit dem Einen oder Anderen dabei über die aktuellen Themen in der Heimat und über unsere beeindruckende Reise. Ab Sonntag, den 25. März 2018 wurde unsere Ankerbucht von den Teilnehmern der Word-ARC, einer Segelrally um die Welt, überflutet. Und so war Gegenwind jetzt mit Abstand das allerkleinste Schiff am Ankerplatz. Wenn wir uns die World- ARC- Schiffe so ansehen, liegen hier wohl gerade ziemlich viele Millionen Euro vor Anker und wenn wir den Gesprächen dieser Nobelsegler Glauben schenken dürfen, dann würde allein das Startgeld für eines dieser Schiffe uns eine mehrjährige Reise in unserem Stil ermöglicht haben. Wir würden übrigens nicht mit den World- ARC-lern tauschen wollen, denn wir haben das Glück, die Welt mit ganz anderen Augen zu erleben. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Frauenpower - Männer sind die hübscheren Frauen

Tiki- Frau mit ihrem Krieger

Tiki- Frau mit ihrem Krieger

Hier auf den Marquesas Inseln sind uns ein paar bemerkenswerte Besonderheiten aufgefallen. Wie überall in der „kolonialisierten Welt“ leben hier die Kolonialherren und die Ureinwohner mehr oder weniger nebeneinander her. Die Kolonialherren wollen auch hier und heute noch ihren Lebensstil etablieren und mit ein wenig Exotik versehen, während die Ureinwohner ihren Lebensstil unter dem Zwang der Anpassung und Veränderung an die Kolonialherren, die moderne Zeit und die katholische Kirche ein Stück weit beizubehalten versuchen. Die Frauen scheinen hier auf den Marquesas Inseln im Mittelpunkt der Gesellschaft zu stehen. Schon die Tiki- Figuren präsentieren die Frauen im Zentrum der Gesellschaft, indem sie immer wieder die Geburt oder eine schwangere Frau darstellen, die zudem auch vielfach die männlichen Figuren überragen. Im täglichen Leben haben wir realisiert, das die Frauen die wesentlichen Entscheidungen treffen, während die Männer sie bestenfalls nach außen vertreten dürfen. Am Obststand stehen die Frauen hinter der Kasse, während die Männer die körperlichen Dinge erledigen, im Restaurant steht die Frau am Tresen und der Mann in der Küche, die Frau verkauft die Fische, die der Mann fängt. Wir haben gelernt, daß es besser ist eine Frau anzusprechen, wenn es darum geht etwas zu erreichen oder zu erfahren. Die Männer hängen dagegen ihren Gesprächen nach sobald sie den Hochseefischfang, die Jagd auf Ziegen oder die Feldarbeit erledigt haben. Sie sind dann gerne mal zu einer kleinen Unterhaltung aufgelegt, wenn Helge sich zu ihnen gesellt. Übrigens gibt es hier auch Leute die keine Lust haben sich mit zu viel Arbeit aufzureiben. Die Natur bietet ja schließlich genug oder der Nachbar gibt mal etwas aus seinem Garten ab. Wenn aber dann doch mal ein wenig Geld benötigt wird, geht man zur Gemeinde oder zum Nachbarn und dort findet sich schon ein Job für ein paar Tage – Rasen mähen, Straßenränder pflegen, Plantagenarbeit, Kokosnüsse für die Kobraproduktion fertig machen oder ähnliche Tätigkeiten. Das reicht in der Regel für die aktuellen Anschaffungen und so genießen doch einige Menschen ihr Leben auf den Marquesas Inseln ohne in die Gefahr eines in der westlichen Welt gängigen „Burnouts“ zu kommen. Sehr viele Bewohner hier auf den Inseln haben übrigens einen wirklich richtigen, massigen Leibesumfang, der so gar nicht unserem europäischen Schönheitsideal entspricht, denn unter einer Südseeschönheit haben wir uns eigentlich immer tolle, schlanke, sportlich aussehende Frauen und muskulöse Männer vorgestellt – natürlich gibt es sie, aber sie sind nicht die Norm. Die meisten Frauen- und Männerkörper sind außerdem mit reichlichen Tattoos verziert. Es ist hier ganz normal, das man beim zweiten Blick erkennt, das eine unserem Schönheitsideal entsprechende Frau ein Kerl in Frauenkleidern ist oder ein kräftiger, hart anpackender Typ auf dem Bau im schmutzigen Blaumann eine Frau ist. Manche Eltern bei einem Familienspaziergang mit ihren Kindern sind auch nicht so eindeutig zu unterscheiden: wer ist nun Vater beziehungsweise Mutter – aber eigentlich ist es ja auch egal, denn hier wird jeder mit seiner Art und seinem individuellen Aussehen wie ein Mensch behandelt und respektiert – irgendwie echt tolerant, da könnte so manch eine Gesellschaft gut in die Lehre gehen! Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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