Logbuch


Nouvelle Calédonie: Erkältung, Erkältung

Ein Teil unserer Erkältungsmittelchen
Ein Teil unserer Erkältungsmittelchen

Bei Asha kamen die ersten Anzeichen einer Erkältung auf.

Eigentlich wollten wir ja unsere sieben Sachen zusammenpacken und zu neuen Ufern aufbrechen und waren froh, daß wir dazu einen Liegeplatz in der Marina Port Moselle bekamen. Leider konnten wir die Gelegenheit nicht wie geplant nutzen um alles zu verstauen und zu erledigen, sondern begaben uns ins Krankenlager Gegenwind. Nach einer Woche Husten, Halsschmerzen und anderen Erkältungssymptomen bei Asha ging es dann auch bei Helge los. Es ist halt Winter und da grassiert schon mal so eine Erkältungswelle. Das gibt es ja nicht nur im winterlichen Deutschland sondern auch auf einer winterlichen Pazifikinsel, denn hier sind zurzeit ziemlich viele davon betroffen. Das liegt wohl an den kühlen Temperaturen, denn tagsüber ist es für uns noch angenehm warm bei nur ca. 25°C, da frieren aber andere schon. Sobald es dunkel wird, ist es allerdings auch für uns aus mit dem angenehm warmen Gefühlt. Bei nur ca. 18°C ziehen wir lange Hosen, Socken und Vliespullover über und uns ist trotzdem kalt. Es gibt hier auch nicht wenige, die sich dicke Daunenjacken dabei anziehen. Nur die Urlauber aus Australien oder Neuseeland laufen hier dann noch im T-Shirt herum.

Mit unseren hartnäckigen Erkältungen haben wir inzwischen einen Arzt besucht, ein paar Pillen geschluckt, ordentlich inhaliert und Kamillentee getrunken, Hustenbonbons gelutscht und ätherische Öle geschnuppert aber so richtig besser werden will es auch jetzt noch nicht. Da müssen wir wohl noch ein wenig Geduld aufbringen – aber dann geht es weiter.

Viele Grüße aus Nouméa, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Nouvelle Calédonie: Zurück zur Hauptstadt

Ile de Casy: Erste Pflanzen nach dem Feuer
Ile de Casy: Erste Pflanzen nach dem Feuer

Es wurde Zeit die Insel nahe dem Paradies zu verlassen, denn es kündigte sich zum Ende der Woche mal wieder ein steifer Westwind an, der den Ankerplatz in der Baie de Kuto vor der Île des Pins sehr ungemütlich machen sollte.

So holten wir unseren Anker am Dienstag, den 20. August 2019 ein und setzten Kurs auf die 45 Seemeilen entfernte Baie de Prony. Wir hofften dabei für die Strecke auf etwas Gesellschaft, denn zurzeit sind die Wale in der Lagune. Eine Walschwanzflosse konnten wir auch erblicken aber wir fuhren nicht näher heran, denn die Tiere wurden schon von Walguckbooten begleitet. Natürlich gibt es Regeln für die Walbegleitung. So dürfen maximal vier Schiffe neben einem oder mehreren Walen herfahren. Und das wird auch ausgiebig genutzt, denn eine Flotte von Segelkatamaranen und Motorbooten (wir haben 10-15 Boote gezählt) fährt täglich mit Touristen raus zum Gucken. Zum Glück gibt es hier „Ranger“ die auf die Tiere  aufpassen.

Am späten Nachmittag kamen wir dann in der Baie de Prony an. Leider waren alle Mooringbojen belegt – es ist halt Ferienzeit. So ankerten wir also auf sehr steinigem Grund in einer kleinen Seitenbucht, der Baie de la Mine aux Anglais auf 9,3m Wassertiefe (Position: S22°20,780‘ E166°48,883‘). Diesmal benutzen wir auch wieder einen Kettenball, den wir an der Ankerkette auf halber Länge festmachten um die Kette hochzuhalten, damit sie nicht die ganze Nacht über die Steine rasselte.

Am nächsten Morgen verholten wir uns dann an eine frei gewordene Mooringboje vor der Île de Casy (Position: S22°21,078‘ E166°50,642‘ auf 8,3m Wassertiefe). Vor dieser Insel lagen wir auf dem Hinweg schon, aber nun wollten wir die Insel auch erkunden. Die Insel ist heute Naturschutzgebiet und hier sind viele endemische Pflanzen zu finden. Der Rundgang ist wunderschön, obwohl vor einigen Jahren ein Teil der Vegetation durch ein außer Kontrolle geratenes Grillfeuer einiger Segler verwüstet wurde.

Den steifen Westwind ritten wir am Freitag, den 23.August 2019 an der Mooringboje ab – wie gut das die meisten Bojen und Anlagen für deutlich größere und schwerere Schiffe ausgelegt sind und Gegenwind als Leichtgewicht damit einen sicheren Platz hat.

Am Sonntag, den 25. August 2019 kehrten wir wieder zurück nach Nouméa um unser Aufbruch- Programm für die nächste Etappe abzuarbeiten und dann auf das richtige Wetter zu warten. Inzwischen haben wir auch schon die ersten Proviantkisten wieder gefüllt, die ersten Backskisten seefest gestaut um nun erst einmal den nächsten angekündigten stürmischen Westwind abzureiten. Dazu haben wir die Mooringboje verlassen und sind ein paar Meter weiter in den Hafen hineingegangen (Position S22°16,274‘ E166°25,784‘ auf 11m Wassertiefe), um unter Landschutz vor Anker abzuwarten. Das haben viele andere Segler ebenfalls gemacht. Das Ankern im Hafenbereich wird in solchen Situationen vom Hafenkapitän geduldet. Damit sind wir nicht der vollen Wucht von Wind und Wellen ausgesetzt, die durch die Einfahrt auf das Mooringfeld stehen werden.     

Viele Grüße aus Nouméa, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Nouvelle Calédonie: Ganz nahe am Paradies

Pinien - Namensgeber der Insel
Pinien - Namensgeber der Insel

Als es Asha nach ein paar Tagen wieder besser ging setzten wir gemeinsam das erste Mal den Fuß auf die nächstgelegene Insel zum Paradies!
Das war übrigens gar nicht so einfach, denn der herrliche weiße Sandstrand empfing uns anfangs mit einer kräftigen Brandungswelle, die aus den vergangenen Starkwindtagen übriggeblieben war. Da mußten wir halt durch aber das wurde nach ein paar Tagen harmloser.

Der Sand war super herrlich weiß und weich – wir sind uns nicht ganz einig wo wir denn so einen Strand das letzte Mal besucht haben: vielleicht an der kanarischen Küste?
Außerdem erlebten wir hier den ersten Strand seit verlassen der Kanarischen Inseln, der uns ohne diese lästigen Sandfliegen und Moskitos empfing. Diese Biester haben uns bisher nahezu überall mit ihren Bissen belästigt und hier kann man am Strand sitzen ohne Moskitomittel und ohne ständiges Kratzen und um sich Schlagen!

Unsere ersten Wege auf der Île des Pins führten uns natürlich zu den örtlichen Supermärkten und zu möglichen Trinkwasserquellen. Da wir keinen Zwischenstopp in Nouméa eingelegt hatten, mußten wir an unsere Reserven, denn Brot, frisches Obst und Gemüse gingen zur Neige und auch unser Trinkwasservorrat hatte deutlich abgenommen. Die Supermärkte haben hier auf der Insel die Größe von Tante-Emma-Läden und auch die Auswahl ist eingeschränkt. Brot gibt es nur bis spätestens 09:00Uhr wenn man Glück hat und auf frisches Obst und Gemüse verzichteten wir, denn es war schon ziemlich welk. Aber wir haben ja Dosen, und statt Brot Müsli. Außerdem hatte Asha in ihren Reserven noch ein paar Gläser eingemachte Bananen, die sie zu Bananenbrot verarbeitete – Gas zum Kochen werden wir in Nouméa ja wieder auffüllen können. Unseren Trinkwasserengpaß konnten wir an einem etwas versteckten Wasserhahn entschärfen. Wir brauchten allerdings ordentlich Geduld, denn das Füllen eines unserer fünf Liter Kanisters dauerte knappe sechs Minuten.

Die Insel ist allerdings herrlich – ruhige Natur, selbst um die Hauptstraße herum, auf der nur wenige Autos fahren. Und bis auf Vogelstimmen, Rascheln im Busch und dem Rauschen des Meeres ist es still. Selbst die Touristenattraktionen aus der Zeit als Strafkolonie sowie die Aussichtspunkte hatten wir meist für uns alleine.

Wir besuchten die Inselmetropole Vao mit seiner großen aber hübschen Kirche, wir wanderten zu einer abseits gelegenen kleinen Grotte mit Tropfsteinen und bizarren Tropfsteinfiguren und Luftwurzeln. Außerdem zog es uns auf den Pic N’ga in die Höhe von 265m mit einem super schönen Rundblick über die ganze Insel.

Natürlich gab es so nahe am Paradies auch wieder das eine oder andere zu erledigen: Eine weitere Antenne für unseren neuen AIS-Sender (das Gerät sendet unsere Daten an andere Schiffe in der Nähe) mußte installiert werden. Dazu braucht es einen Platz der weit genug von der Funkantenne entfernt ist und auch dem Radargerät nicht in den Sendebereich hineinstrahlt. Da blieb nur das Achterstag, denn auch das Kabel mußte ja hinreichen. Außerdem mußte die leckende WC-Pumpe repariert werden und unsere zweite Verbraucherbatterie mußte vom Netz, denn die zeigte einen deutlichen Defekt: nicht regenerierbare 10,8V Spannung sind leider ein deutliches Zeichen. Somit müssen wir uns zurzeit mit unserem Stromverbrauch einschränken.

Am Samstag, den 17. August 2019 kam ein Hochhaus in unsere Ankerbucht. Die 1900 Kreuzfahrer überfluteten den schönen weißen Sandstrand und boten den Einheimischen die Möglichkeit ein paar australische Dollar mit Andenken, Inseltouren und Speisen zu verdienen. Wenn man bedenkt, das auf der Île des Pins nur knapp 2000 Einwohner leben, verdoppelte der Kreuzfahrer die Anzahl der Menschen auf der Insel mal eben. Wir nutzen die Gelegenheit gleich mal wieder um ein wenig Kreuzfahrttouristen zu gucken. Während wir uns mit Langarmpullover wie die Einheimischen verpackt hatten, da es ja winterlich kalt ist (24°C am Tag), lagen und stolzierten die Kreuzfahrer in Badehose und Bikini herum – wir müssen uns in den letzten Jahren echt an tropische Sommertemperaturen gewöhnt haben. Allerdings sahen wir auch vielfach Badebekleidung die große Teile vom Körper bedeckte – ob das wohl an dem Bewußtsein der weißen Australier liegt, das die Sonne, bedingt durch das große Ozonloch in diesen Regionen ein anderes Bekleidungsverhalten prägt.

Viele Grüße aus Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Nouvelle Calédonie: Auf zur « l’île la plus proche du paradis »

Baie de Prony: Minenindustrie inmitten von Natur
Baie de Prony: Minenindustrie inmitten von Natur

Eigentlich wollten wir in Nouméa ja wieder ein wenig Trinkwasser an Bord nehmen und unsere Vorräte auffüllen aber der Westwind machte uns einen Strich durch die Rechnung, so daß wir ans Sparen gingen.

Nachdem wir am Freitag, den 09. August 2019 so unsanft von unserem Ankerplatz vor der Îlots Maître aufgebrochen waren, zog es uns ins 30 Seemeilen entfernte Naturschutzgebiet der Baie de Prony. Um 14:20 Uhr machten wir an einer Mooringboje vor der Île Casy fest. (Position: S22°21,075‘ E166°50,570‘ auf 6,4m Wassertiefe). Damit hatten wir einen ruhigen Liegeplatz inmitten eines herrlichen Naturblicks. Allerdings konnten wir von unserem Liegeplatz auch einen entfernten Blick auf den hiesigen Hauptwirtschaftszweig werfen: Riesige Minenanlagen und Verschiffungsplätze für dicke Frachter finden sich überall verstreut auf der Insel und tragen die Natur ab – mit teils erheblichen Einschnitten in die Natur. Wir brauchen ja Nickel für klimafreundliche Technologien. Neukaledonien beliefert ca. 10% des Weltmarktes und es liegen hier ca. 8% der weltweiten Nickelvorkommen.

Wir wollten weiter und so lösten wir am kommenden Morgen unsere Mooringleine und machten uns auf zur 44 Seemeilen entfernten „l’île la plus proche du paradis“, was so viel wie „die nächstgelegene Insel zum Paradies“ heißt.

Als wir gegen 16:00 Uhr vor der „Île des Pins“ (Insel der Pinien), so heißt die nächstgelegene Insel zum Paradies ankamen, verließ gerade ein riesiger Kreuzfahrer die Insel. In der Hauptbucht, der Baie de Kuto, war auch unter den Seglern gerade Aufbruch angesagt, denn die Wettervorhersage beschwor einen ungemütlichen Ankerplatz. Und so zogen wir in die Nachbarbucht, der Baie de Kanumera, die etwas besseren Schutz versprach und ankerten dort auf Position S22°39,965‘ E167°26,673‘ auf 8,5m Wassertiefe. Uns bot sich ein wunderschöner weißer Sandstrand inmitten einer Südsee-Bilderbuch-Landschaft.
Am Folgetag blieben wir an Bord, Gegenwind schaukelte ordentlich und Asha hatte sich etwas zugezogen, das ihr heftige Schwindelanfälle verursachte – vielleicht zu viel Sonne ohne Sonnenhut am Vortag?!

Montag, den 12. August 2019 wechselten wir dann in die Baie de Kuto, die Hauptbucht, da der Wind wieder auf seine übliche Richtung  drehte (Position S22°39,515‘ E167°26,420‘ auf 5,6m Wassertiefe). Nun ankerten wir vor einer reinen Strandkulisse, Südseepalmen und dem Landeplatz der ehemaligen Strafkolonie, denn Neukaledonien mit der „Île des Pins“ war für die Franzosen das, was Australien für die Engländer war – eine Strafkolonie.     

Viele Grüße aus Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Nouvelle Calédonie: Einmal um die nächste Ecke

Stolzierender Vogel
Stolzierender Vogel

Obwohl wir doch so einiges zu erledigen haben und die Wege weit sind, um in Nouméa, kompliziert und/oder teuer an Land zu kommen wollten wir einen kleinen Ausflug unternehmen und mal die nächste Ecke kennenlernen um den Kopf frei von Plänen, von Besorgungen und von Reparaturen zu bekommen. Unser Ziel war die Ausflugsinsel gleich gegenüber der Hauptstadt – Îlots Maître, vier Seemeilen Fahrt.

Nachdem wir unseren neuen Seekartenplotter montiert hatten, konnten wir ihn nun das erste Mal probieren. Am Dienstag, den 06. August 2019 um 12:20 Uhr banden wir uns an einer der freien Mooringbojen vor der Insel fest (Position: S22°19,988‘ E166°24,371‘ auf 4,5m Wassertiefe). Es gab erst einmal Mittag –TK-Gemüse vom morgendlichen Einkauf mit Kartoffeln sowie Semmelknödeln und Champignonragout. Wir genossen den Blick auf das Treiben im Resort vor unserer Nase.

Am kommenden Tag winkte uns eine Schildkröte mit ihrer Flosse beim Frühstück zu, bevor sie wieder auf Tiefe zu ihrem eigenen Frühstück ging. Das scheint ihr morgendliches Ritual zu sein, an den Mooringbojen bei den Seglern einmal „hallo“ zu sagen, denn das geschah auch an den Folgetagen.
Natürlich wollten wir auch die Insel erkunden und so zog es uns an Land zum Resortbesuch und Inselrundgang. Obwohl die Insel ein beliebtes Ausflugsziel ist, erlebten wir wilde Natur – frei lebende giftige Schlangen, riesige Spinnen in wegeüberspannenden Netzen  und bunte Vögel die unseren Weg kreuzten waren der Höhepunkt.

So nebenbei arbeiteten wir weiter an der Verkabelung unseres neuen AIS-Senders, der für unsere kommende Strecke zur Vorschrift wird (AIS-Sender = ein Gerät das unseren Standort an andere Schiffe in der Umgebung automatisch übermittelt).

Am Freitagmorgen gegen 04:30 Uhr wurden wir unsanft aus dem Schlaf gerüttelt, da der Wind mit bis zu Windstärke 7 auf West gedreht hatte und so die Wellen in der Lagune genau auf unseren Ankerplatz zutrieb. Gegenwind machte Bocksprünge und schaufelte Wasser an Deck, während es für uns ziemlich ungemütlich wurde. Nach einem knappen Frühstück hatten wir die Nase voll und lösten uns gegen 08:30 Uhr von der Mooringboje um einen ruhigeren Platz zu suchen. Einfach nach Nouméa zurückfahren war keine gute Idee, denn bei Westwind steht auch dort auf unseren Liegeplatz Wind und Welle und so zog es uns weiter!

Viele Grüße aus Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Nouvelle Calédonie: Einmal um die Ecke

Sandstrand nur für uns
Sandstrand nur für uns

Wir genießen die kühlen Temperaturen hier in Neukaledonien! Nach der langen Zeit in den heißen Tropen freuen wir uns endlich mal wieder darüber uns mit einer Bettdecke zuzudecken, lange Jeanshosen und langärmelige Fließpullover zu tragen, abends einen oder auch zwei heiße Tees zu trinken. Die Krönung erlebten wir, als wir in der vergangenen Woche in den Morgenstunden unsere Bordheizung anstellten. Zum einen sprang die Heizung an, also hatten wir eine Temperatur unter 20°C und zum anderen waren wir echt erstaunt, daß sie nach soooo langer Zeit der Mißachtung überhaupt noch ansprang. Es war echt klasse mal wieder die Wärme einer Heizung zu spüren! – Wir sind wohl doch echte Nordeuropäer! Die Temperaturen liegen hier tagsüber bei angenehmen 25°C, während es in den Abend-und Nachtstunden auf kalte 17-18°C abkühlt und auch die Wassertemperatur mit 21,8°C lädt nicht mehr zum Baden ein.

Ab um die Ecke: Am Sonntag, den 21. Juli 2019 verließen wir unsere Mooringboje vor der Neptune-Schiffswerft in Numbo und motorten acht  Seemeilen weiter in die Baie de Maa, in der wir auf 10,4m Wassertiefe unseren Anker auf Position S22°12,594‘ E166°22,210‘ fallen ließen. Hier waren wir mitten in der schönsten Natur! Von den Industrieanlagen und den Werften in Numbo war nichts mehr mitzubekommen und in den späten Nachmittagsstunden verließen uns auch die Wochenendausflügler, so daß wir die Bucht für uns hatten. Was blieb war herrliche Natur, die im Spiel von Wolken und Sonne ständig ihr Aussehen veränderte. Außerdem sprangen Fischschwärme immer wieder aus dem Wasser und ein paar Vögel schwirrten um uns herum. Gegenwinds Wasserplätschern und unsere eigenen Geräusche klangen auf einmal richtig laut in den Ohren. Die abendliche Dunkelheit überzog die Bucht, so daß nur der Mond die Silhouetten der Berge um uns herum zeigte.

Am kommenden Tag brachten wir unser Dingi ins Wasser um die pittoreske Landschaft mal vom festen Boden aus zu betrachten. Von den Muscheln, den gar nicht tropischen Gräsern und dem Sandstrand waren wir hin und weg.

Es steht aber leider noch ein wenig Arbeit an Bord an und so zog es uns am Dienstag, den 23. Juli 2019 wieder in die Zivilisation. Vor Nouméa, der Hauptstadt ankerten wir zuerst am Rande des eigentlich überfüllten Ankerfeldes, aber da wir unseren Anker nur über Steine zogen, meldeten wir uns bei Ivonne, einer Deutschen, die hier den Trans-Ozean Stützpunkt betreibt an, um bei ihr direkt an eine ihrer Mooringbojen zu gehen. Das ist sehr eng – französisch halt – aber die hält wenigstens. So liegen wir jetzt im Getümmel von der Baie de l’Orpheliant auf Position S22°17,101‘ E166°26,246‘. Baden gehen sollten wir hier nicht, denn wir wurden vor großen Haien – Bull-Sharks –gewarnt, die vor ein paar Wochen einen zehn-jährigen Jungen beim Baden zerrissen haben. Eigentlich stehen die Tiere unter Naturschutz und das ist wohl auch der Grund, daß sie sich stark vermehren konnten und so inzwischen eine Gruppe von ca. 80 Tieren bilden sollen. Aber nach dem Unfall hat man jetzt 20 dieser Tiere erlegt.   

Viele Grüße aus Nouméa, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Nouvelle Calédonie: Wir DREI auf Landausflug

Landausflugsquartier
Landausflugsquartier

Am Mittwoch, den 19. Juni 2019 sind wir zu unserem Landausflug aufgebrochen. Erst einmal ging es mit einer kleinen acht Seemeilentour in die Nachbarbucht an eine Mooringtonne auf Position S22°14,478‘ E166°24,770‘. Dort verbrachten wir eine Nacht um dann am kommenden morgen früh aufzustehen und bei unserem Landausflugsquartier einzuchecken.
Um 07:30 Uhr hob der Kran der Neptune Werft Gegenwind aus dem Wasser. Nun begann erst einmal das übliche Programm mit dem Unterwasserschiffreinigen – diesmal durfte Helge sich selbst an dem Hochdruckreiniger austoben und Gegenwind vom Bewuchs der letzten eineinhalb Jahre befreien. Anschließend kamen wir auf unseren Stellplatz, an dem wir uns zuerst einmal häuslich einrichteten, denn auch in der Werft trennen wir DREI uns nicht. Während Gegenwind ihre Schönheitskur genießt und ihre kleinen Wehwehchen bearbeitet werden, müssen wir Menschen uns auf Gegenwind mit Werkzeugen, Farben und allen möglichen Ersatzteilen sowie der herumliegenden Ausrüstung, die nun den Weg freimachen muß für die Arbeiten an sonst schlecht zugänglichen Bereichen arrangieren.     

Unsere Arbeitsliste war mal wieder lang. Wir begannen mit dem Schleifen vom Unterwasserschiff, damit das nach der langen Zeit im Wasser mal ein wenig austrocknen konnte, dann legten wir ein paar kleine Osmosebläschen frei. Anschließend ging es an den schwierigsten Teil der Arbeit, die leckenden Cockpitlenzventile, die dafür sorgen, das Regenwasser und überkommende Wellen aus dem Cockpit abfließen können. Die Beiden Ventile leckten und so mußten wir sie auswechseln. Die Hauptschwierigkeiten lagen zum einen im Einbauplatz – halt unter dem Cockpit und ganz dicht an dem Motor und die zweite große Schwierigkeit lag in der Beschaffung neuer Ventile und Schläuche. Bewaffnet mit Schraubenschlüssel, Bohrmaschine, Säge und allen möglichen Hilfsmitteln zwängte Helge sich zu den Baumaßnahmen in die Backskiste und unter das Cockpit zwischen Motorgetriebe, Wassersammler und Lenzpumpe. Wie gut das er regelmäßig seine Yogaübungen an Deck macht.

Nach dem Ausbau kam das Anpassen der neuen Ventile – die Ventile hatten wir vor dem Werftbesuch ja schon besorgt aber die kleinen Anpassungen erforderten jetzt einiges an Probieren und Kreativität, denn eins zu eins ließen sich die Ventile natürlich nicht ersetzen. Während Helge sich mit den Basteleien auseinandersetzte, sorgte Asha für das leibliche Wohl, denn das ist ja schließlich entscheidend für die Stimmung und letztendlich für das Gelingen!

Eine gute Woche dauerten die Arbeiten an den störrischen Ventilen, dann ging es ans Unterwasserschiff. Als erstes waren die Osmosestellen zu bearbeiten und danach bekam Gegenwind einen neuen Schutzanstrich. Im Hinblick auf die kommende Route strichen wir diesmal auch den Propeller an, denn das Schwimmen mit Krokodilen soll man vermeiden, wenn einem das Leben lieb ist.

Nach dem Unterwasseranstrich standen nun die letzten Arbeiten im und unter dem Cockpit an. Die Hauptlenzpumpe mußte neu verlegt werden, denn die paßte natürlich nicht mehr ins neue System mit den Cockpitventilen und außerdem stand noch ein Motorcheck von einer sonst sehr schlecht erreichbaren Stelle an. Zusätzlich erhielt die Pinne eine weitere Lackschicht und auch eine Schubladenaufhängung unter der Spüle mußte repariert werden. Außerdem mußten wir zwischendurch immer wieder unseren bestellten Teilen hinterherlaufen, denn auch hier bedarf es einiges an Geduld und gutem Zureden wenn es darum geht Teile aus dem Ausland zu bekommen.

Am Mittwoch, den 10. Juli 2019 kam dann der große Tag und wir DREI konnten wieder zurück ins Wasser. Die Ventile halten Dicht und das Unterwasserschiff sowie der Propeller strahlen  diesmal in schwarz. Jetzt liegen wir vor der Neptune Werft an einer Mooringtonne, erholen uns von dem Streß und versuchen langsam alles wieder an seinen richtigen Platz zu stauen und auf unsere ausstehenden Lieferungen zu warten.    

Viele Grüße aus Numbo, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Nouvelle Calédonie: Laufereien ohne Pause

Noumea: Gegenwind in Port Moselle

Noumea: Gegenwind in Port Moselle

Die letzten Meilen zur Hauptstadt Neu Kaledonien, Noumea waren noch einmal wieder stressig, denn der Motoralarm ertönte kurz vor dem Einlaufen – er mußte also ignoriert werden, dafür behielten wir allerdings die Temperaturanzeige mit Argusaugen im Blick, die zum Glück unveränderlich auf ihrem normalen Wert blieb. Wir legten nach einer kurzen Anmeldung per Funk am Montag, den 10. Juni 2019 um 15:00 Uhr im Yachthafen Port Moselle (Position: S22°16,632‘ E166°26,407‘) an und wurden sogleich freundlich von einem Marina Mitarbeiter begrüßt. Er bestellte sofort die Leute von der Bio-Security für unsere Einklarierungszeremonie. Und es dauerte nicht lange, dann kamen sie auch schon an Bord. Asha war gerade dabei unser Mittag vorzubereiten. Nach ein paar formellen Fragen, einem Blick in den Kühlschrank und ins inzwischen leere Fach mit dem frischen Obst und Gemüse sowie den üblichen Fragen nach Honig, Frischfleisch und Käse und nicht zu vergessen dem Smalltalk über das Leben in Noumea und einige interessierte Fragen zu unserer Reise verließen sie uns schon wieder und wir konnten uns über unser Mittagessen hermachen. Anschließend holten wir die gelbe Flagge herunter, spazierten einmal am Ufer auf und ab um danach bei einem heißen Tee unter Decken eingekuschelt unser Zähneklappern zu kurieren. Es ist hier ja schließlich winterlich kalte 18°C des Nachts und auch tagsüber steigt das Thermometer in der Regel nicht höher als angenehme 25°C.

Am Folgetag erledigten wir den Rest des Papierkrams beim Hafenmeister und bei der Immigrationsstelle. Wir bekamen nur auf Nachfrage einen Stempel in unsere Pässe, schließlich ist Nouvelle Calédonie ja ein Französisches Überseedepartment in dem wir als Europäer kein Visum benötigen.
Neu Kaledonien ist nach unserer bisherigen Erfahrung das am wenigsten französische Überseegebiet Frankreichs. Man kommt hier bestens mit Englisch aus und mit Helges Französisch Kenntnissen haben wir hier viel Spaß und nette Gespräche in einem echten Kauderwelsch aus verschiedenen Sprachen, sogar Deutsch ist dabei. Manchmal kommen natürlich auch Hände und Füße zum Einsatz, denn jeder möchte irgendwie kommunizieren – das nennt man wohl multikulti! Nach dem zweiten Weltkrieg sind hier so viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen hängen geblieben, die sich inzwischen alle als Neukaledonier sehen und damit auch einen eigenen Nationalstolz entwickelt haben mit dem sie die Frage nach der Unabhängigkeit von Frankreich selbstbewußt angehen. Etliche Neukaledonier sehen sich aber eigentlich am liebsten als echte Europäer.

Für den nächsten Abschnitt unserer Reise wollen wir Nouvelle Calédonie mit all seiner Infrastruktur nutzen um uns DREI fit für die kommenden Abenteuer zu machen. Nach nun fünf Jahren unter der brennenden Sonne wollten wir unsere Haut mal von einem Profi auf Sonnenschäden untersuchen lassen und außerdem ein paar andere Arztbesuche erledigen. Unsere Haut ist in bestem Zustand und für die kommenden Gegenden sind wir nun auch wieder mit dem passenden Impfschutz versehen. Japanische Enzephalitis (übertragen durch Stechinsekten) wird für die weiteren Gebiete genauso wichtig, wie die Auffrischung von unserer Polioimpfung, denn einige der folgenden Länder kämpfen gerade mit einer Epidemie, so daß eine frische Impfung und ein neuer Nachweis erforderlich sind. Auch Gegenwind ruft nach einiger Pflege, denn ihre Cockpitventile tropfen, das Unterwasserschiff braucht einen neuen Antifoulinganstrich, unsere Navitagionsgeräte zeigen Ausfälle und noch so ein paar „Kleinigkeiten“. So sind wir seit unserer Ankunft von Arzt zu Arzt gelaufen, von einem Laden zum nächsten gezogen, sind mit dem Bus zu einer Werft gefahren, die für uns interessant erschien und haben ein Gewerbegebiet mit allem möglichen technischen Kram entdeckt. Abends sind wir daher meist nach einer heißen Tasse Tee tief und fest eingeschlafen um das Programm am Folgetag fortzusetzen.
Man muß die meisten Leute hier wie fast überall immer wieder an die Aufgaben, Lieferungen erinnern, aber jeder ist willig und es gibt natürlich immer wieder Zeit für einen kleinen Austausch über „Gott und die Welt“ dabei oder wir bekommen weitere Adressen genannt, bei denen unser Ansprechpartner auch in der Regel gleich mal schnell anruft um sicher zu gehen das wir den Weg nicht umsonst machen – das nennt sich doch mal Kundenorientierung.

Viele Grüße aus dem winterlichen Numbo, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Neukaledonien: Unsere ersten Abenteuer in einem neuen Land

Datum: Sonntag, 09. Juni 2019 – 16:00 Uhr Neukaledonien- Zeit
GPS-Position: S 22°20,662‘, E 166°44,711‘
Wir liegen vor Anker in der Bucht Baie Ue, auf 8,8 Metern Wassertiefe.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel mit kleinen Regentropfen, bei 23,6°C im Schiff, Wassertemperatur 22,4°C, Wind 3-4 Beaufort aus südöstlichen Richtungen, leider ist unser Ankerplatz etwas schauklig.

Nachdem wir die erste Nacht in Neukaledonien wieder gut und schaukelfrei geschlafen hatten machten wir uns am Donnerstag, den 06. Juni 2019 auf in Richtung Hauptstadt. Allerdings wurden wir ziemlich unsanft aus unserer Freude an der pittoresken Landschaft herausgerissen. Der Temperaturalarm vom Motor quiekte und leuchtete immer wieder kurzeitig auf. Also Motor aus und Segel (Groß im 2. Reff und Genua III) hoch, wir sind ja schließlich ein Segelschiff und ein bisschen Kreuzen (im Zickzack gegen den Wind ansegeln) haben wir auch mal gelernt. Doof ist es nur, wenn man denn muß und keine freie Wahl hat. Es segelte sich wie zwischen schwedischen Schären mit Nordseewattenmeerströmungen und einem Mix aus Dänischer Südsee aber wir kamen aber relativ gut voran und die Seekarten (Navionics) sowie die hiesigen Seezeichen sind echt gut. Nach viereinhalb Stunden und 17 gesegelten Seemeilen fuhren wir zum Schluß sogar das Ankermanöver noch unter Segeln, das trotz jahrelang fehlender Übung noch prima klappte. Hundemüde fielen wir in die Koje. Auf Position S22°23,082‘ E166°53,823‘ in der Bucht Bonne Anse, am Baie du Cap, in der wir auf 12,6 m Wassertiefe unseren Anker fallen ließen, umfing uns allerdings eine laute Nachtruhe, denn Fallböen stürmten um Gegenwind und die Ankerkette knatschte über Geröll.
Den kommenden Tag widmeten wir uns dem Motor: Keilriemen wechseln, Seewasserimpeller wechseln, Kühlwasser noch genauer checken und dann wollten wir einen Probelauf starten in der Hoffnung das hält bis zur Hauptstadt und dem nächsten Hafen. Aber die nächste Hiobsbotschaft meldete sich: Der Gaszug war gebrochen, so daß wir kein Gas mehr geben können. Aber das kann doch einen Seemann nicht erschüttern – oder? Zumindest gibt es Übergangsweise bis zum nächsten Yachtshop eine provisorische Lösung mit Leinen aus dem Maschinenraum bis ins Cockpit.
Am Samstag, den 08. Juni 2019 starteten wir unseren Probelauf und nahmen den Anker auf, um mit Motor und sicherheitshalber Großsegel (im 2. Reff) die nächsten Meilen zu machen. Das Glück sollte mit uns sein, denn gleich nachdem Anker auf Gehen begrüßten uns zwei Delfine. Wir fuhren durch tolle schroffe Landschaften aus rotem Fels und grünen Hügeln. Nach 13 Seemeilen und drei Stunden Motorsegeln fiel der Anker in der Baie Ue auf 8,8 m Wassertiefe, auf Position S22°20,662‘ E166°44,711‘. Unsere Gaszugkonstruktion mit den Leinen ist zwar umständlich aber sie funktioniert und der Temperaturalarm des Motors meldete sich auch nicht zu Wort.
Heute wollten wir eigentlich die letzten 20 Meilen zum Einklarierungshafen angehen, aber wir waren so müde von den letzten Aktionen, das wir beschlossen einen Tag hier auszuruhen und erst danach das letzte Stück hinter uns zu bringen und uns in die Formalitäten zu stürzen.

Viele abenteuerliche Grüße aus Neukaledonien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Fiji im Kielwasser: 7.Tag, wir sind in Neukaledonien

Datum: Mittwoch, 05. Juni 2019 – 18:00 Uhr Fiji-Zeit oder jetzt 17:00 Neukaledonien- Zeit
GPS-Position: S 22°17,754‘, E 167°00,969‘
Wir liegen seit 16:10 Uhr Neukaledonien- Zeit vor Anker in der Bucht „de Goro Port“, auf 12,3 Metern Wassertiefe. Gesegelt seit gestern 101sm, Gesamtdistanz 711sm.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel, zeitweise Regen bei 24,1°C im Schiff, Wassertemperatur ist weiter gefallen auf kalte 22,5°C, Wind 1-3 Beaufort aus westlichen bis nördlichen Richtungen, Seegang ist hier am Ankerplatz zum Glück nicht vorhanden.

Die ganze Nacht sind wir Motorboot gefahren. Es hat aber doch nicht gepaßt heute früh in das Archipel einzulaufen, denn wir waren gut eine Stunde zu spät für die Gezeit. So verbrachten wir den Vormittag mal wieder mit rumtreiben ca. zehn Seemeilen vor dem Paß. Wir hatten die Segel geborgen und den Motor abgestellt, so daß Gegenwind in den kleinen Wellen sachte dahinschaukelte.
Zum Mittag starteten wir den Motor und nahmen Anlauf auf die Paßeinfahrt. Wir wollten bei Niedrigwasser durch die Havanna- Passage ins Archipel. Wir waren pünktlich zum Niedrigwasser dort, es war auch ziemlich ruhig, aber uns fehlte der einlaufende Strom, der uns mitziehen sollte? Naja, so kämpfte Gegenwind sich langsam hindurch und wir bogen gleich nach der Durchfahrt rechts ab um für die Nacht einen ruhigen Schlafplatz zu finden. Dabei kamen wir sogar ohne als Speise im Kochtopf zu landen sicher am Kap der Kannibalen vorbei. Jetzt liegen wir vor einer malerischen Landschaft und bewundern einen schicken Wasserfall die Berge hinabrauschen.
Nun müssen wir nur noch die letzten ca. 50 Seemeilen zur Hauptstadt nach Noumea fahren um einzuklarieren. Aber morgen ist auch noch ein Tag!

Viele Grüße und gute Nacht aus Neukaledonien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Fiji im Kielwasser: 6.Tag, heute sind wir ein Motorboot

Datum: Dienstag, 04. Juni 2019 – 13:00 Uhr Fiji Zeit
GPS-Position: S 21°51,844‘, E 168°40,629‘
Kurs 250°, Motorbootfahrt, Geschwindigkeit 5kn, Großsegel und Genua III geborgen. Etmal in den letzten 24 Stunden 66sm, noch zu segeln 94sm.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel, bei 26°C im Schiff, Wassertemperatur weiter fallend auf nur 23,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus südlicher bis östlicher Richtung, Seegang 2m aus Südwest, Wellen 0,5m aus südlichen Richtungen, ziemlich unruhig.

Gestern Abend hat uns der Wind verlassen! Die Nacht verbrachten wir rumtreibend – leider nicht bei netter Musik und Tanz, sondern auf unserer hin- und her rollenden Gegenwind. Heute sind wir nun endgültig geplagt von Muskelkater aber das Schaukeln geht weiter. In den Morgenstunden mußte Helge sich erst einmal um das Kühlsystem unseres Motors kümmern, denn beim letzten Abschalten gab es einen Kühlwassertemperaturalarm. Also galt es nun einmal den Kühlwasserstand prüfen, einmal die elektrischen Kontakte vom Alarmgeber prüfen und einmal den Seewasserimpeller inspizieren. Dabei mußte der Niedergang so fixiert werden, das er nicht durchs Schiff flog und es ging darum nicht zu viel Wasser im Schiff zu verteilen und möglichst auch keine Schrauben zu verlieren oder gar das Werkzeug in die Bilge kullern zu lassen. Das hört sich nicht nur schwierig an, sondern ist ein absoluter Akrobatenakt bei so einem Seegang. Ein kleines Paddelblatt vom Seewasserimpeller war verdreht,
ein paar Tropfen Kühlwasser konnten noch nachgefüllt werden aber das war es dann mit den Bordmitteln hier auf hoher See. Der Probelauf dauert nun schon gut drei Stunden und der Motor läuft ohne eine Alarmmeldung zu geben. Wir hoffen mal, das es das war!
So motoren wir nun unserem Ziel entgegen!
Übrigens passieren wir gerade ein Flach mit 500m Wassertiefe, die Recif Durand, das südlich von uns in ca. zehn Seemeilen Entfernung sogar bis an die Oberfläche reicht. Sonst haben wir um uns herum eher ca. 1000m Wassertiefe.
Viele Grüße aus dem Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Fiji im Kielwasser: 5.Tag, wie im Karussell

Datum: Montag, 03. Juni 2019 – 13:00 Uhr Fiji Zeit
GPS-Position: S 21°30,797‘, E 169°44,292‘
Kurs ca. 250°, halber bis am Wind (Wind von der Seite bis schräg von vorne), Geschwindigkeit zwischen 3 und 5kn, Großsegel im zweiten Reff und Genua III gesetzt. Etmal in den letzten 24 Stunden 92sm, noch zu segeln 157sm.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel, bei 25,6°C im Schiff, Wassertemperatur nur 24,5°C, Wind 3-4 Beaufort aus südlicher Richtung, Seegang 2m aus Südwest, Wellen 1m aus südlichen Richtungen ziemlich kabbelig.

Nachdem wir gestern Abend wieder mal das dritte Reff eingebunden und das Vorsegel ein gutes Stück kleiner gerollt hatten, ging es immer gegen starken Wind und kabbelige Wellen gegen an. Unsere Nacht war zusätzlich zum Frieren wie Karussell fahren. Im Cockpit hieß es festhalten und in der Koje hat sich der Körper den dringenden Schlaf geholt, indem er die Umgebung einfach ausgeblendet hat. Die Folgen sind allerdings etwas unangenehm, denn so im Schlaf verspannt mit dem Festhalten an der Bettdecke tun uns heute alle Knochen weh. Heute hat der Wind wieder nachgelassen und eine etwas freundlichere Richtung für uns angenommen, so daß uns nur noch die kabbeligen Wellen durch Gegenwind schubsen. Festhalten ist angesagt, aber wir kommen voran!

Viele Grüße aus dem Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Fiji im Kielwasser: 4.Tag, Vanuatu tropisch warm?

Datum: Sonntag, 02. Juni 2019 – 13:00 Uhr Fiji Zeit
GPS-Position: S 20°57,057‘, E 171°14,401‘
Kurs ca. 260°, am Wind (Wind schräg von vorne), Geschwindigkeit zwischen 4 und 5kn, Großsegel im zweiten Reff und Genua III gesetzt. Etmal in den letzten 24 Stunden 100sm, noch zu segeln 247sm.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel ab und an mal ein Stückchen Blauschimmer zu erkennen, bei 25,9°C im Schiff, Wassertemperatur nur 24,6°C, Wind 3-4 Beaufort aus Südwest bis Süd, Wellen 1m aus südlichen Richtungen etwas kabbelig.

Hoffentlich dreht der Wind bald auf eine südlichere Richtung, denn sonst geraten wir viel zu weit nach Norden. Und wir haben uns doch entschieden die Inselgruppe Vanuatus nicht anzulaufen, die Gegenwind damit ansteuert. Unser Zeitplan würde mit einem Abstecher mit dem seltenen Segelwetter hier völlig aus den Bahnen geraten.
Als Schulmädel in der sechsten Klasse im Erdkundeunterricht hatte Asha übrigens schon mal erklärt, sie möchte einmal ins tropische Vanuatu – jetzt sind wir zumindest in den Gewässern des Pazifikstaates. Naja, und das mit den Tropen ist hier gefühlt auch so eine Sache, denn der tropische Winter, der ja im Anmarsch ist, läßt uns inzwischen schon ganz schön frieren. Nachts werden Schlafsäcke herausgeholt und wir vermummeln uns auf unseren Wachen im Cockpit im Ölzeug, damit die Zähne nicht zu sehr klappern.

Viele Grüße aus dem Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Fiji im Kielwasser: 3.Tag, Bergfest!?

Datum: Samstag, 01. Juni 2019 – 13:00 Uhr Fiji Zeit
GPS-Position: S 20°28,745‘, E 172°56,376‘
Kurs 250°, am Wind (Wind schräg von vorne), Geschwindigkeit zwischen 3 und 5kn, Großsegel im dritten Reff und Genua III gesetzt. Etmal in den letzten 24 Stunden 101sm, noch zu segeln 347sm.
Aktuelles Wetter: Sonnig mit Durchzug leichter Wolken, bei 26,8°C im Schiff, Wassertemperatur 25,1°C, Wind 3-4 Beaufort aus Süd bis Südwest, relativ ruhige See, Wellen 1m aus südlichen Richtungen etwas kabbelig.

Unser Vogel von gestern ist nicht zurückgekommen!
Nun geht also alles seinen ganz ruhig geregelten Gang an Bord – so mögen wir die Überfahrten! Mal dreht der Wind etwas auf, ein Reff mehr, mal läßt der Wind nach, ein Reff weniger, dann treiben wir mal für kurze Zeit in einer kleinen Flaute. Aber trotzdem kommt Gegenwind unserem Ziel näher. Heute haben wir die Hälfte der Strecke hinter uns gelassen, ob das auch die Hälfte der Zeit war?

Viele Grüße aus dem Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Fiji im Kielwasser: 2.Tag, ein mächtig großer Vogel

Blinder Passagier lässt sich nicht durch Kontrollgang stören

Blinder Passagier lässt sich nicht durch Kontrollgang stören

Datum: Freitag, 31. Mai 2019 – 13:00 Uhr Fiji Zeit
GPS-Position: S 19°59,600‘, E 174°38,284‘
Kurs 250°, am Wind (Wind schräg von vorne), Geschwindigkeit knapp 5kn, Großsegel im dritten Reff und Genua III gesetzt. Etmal in den letzten 24 Stunden 115sm, noch zu segeln 446sm.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel mit Regenschauern und Squalls zwischendurch, bei 27,8°C im Schiff, Wassertemperatur 25,5°C, Wind 4-5 Beaufort aus Süd bis Südsüdwest, relativ ruhige See, Wellen 1m aus südlichen Richtungen.

Unsere Seekrankheit läßt langsam nach und so konnten wir die vergangene Nacht sogar wieder einigermaßen Schlafen. Wir hatten ja auch einen Aufpasser an Bord. Gestern am Spätnachmittag gesellte sich ein ziemlich großer Vogel zu uns. Erst umkreiste er Gegenwind und dann nahm er Platz. Natürlich nicht ohne vorher seine unschönen Spuren an Deck zu verteilen. Gegenwinds Bugkorb gefiel ihm und da landete er und nachdem er sein Gleichgewicht gefunden hatte begann er sein Gefieder zu putzen. Dabei ließ er sich auch nicht stören als Helge seinen täglichen Kontrollgang aufs Vorschiff machte. Zur Nacht stecke er seinen Kopf in die Federn und schlief ordentlich wackelnd aber fest ein auf seinem Platz ein. Zum Morgengrauen zog er ab und besorgte sich ein Frühstück um anschließend auf wieder auf seinem Platz auf Gegenwinds Bugkorb zu landen, sich wieder das Gefieder zu putzen und das nächste Schläfchen zu genießen. Jetzt zum Mittag ist er wieder fortgeflogen – wir sind mal gespannt ob er nach dem Fischen wieder zu uns zurückkommt!

Viele Grüße aus dem Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji im Kielwasser: 1.Tag, unsere Seebeine müssen sich noch entwickeln

Datum: Donnerstag, 30. Mai 2019, Himmelfahrt – 13:00 Uhr Fiji Zeit
GPS-Position: S 19°14,084‘, E 176°28,411‘
Kurs 250°, Geschwindigkeit 5kn, Großsegel im zweiten Reff und Genua III gesetzt. Bisher gesegelte Strecke 136sm, noch zu segeln 560sm.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel mit leichten Sonnenscheinauflockerungen dazwischen, bei 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,1°C, Wind 4 Beaufort aus Südost, relativ ruhige See, Wellen 1m aus Süd bis Südost.

Wir halten uns heute kurz, denn wie bei jedem Törn fordert auch diesmal die Seekrankheit die ersten Tage ein wenig Rücksichtnahme auf unser Befinden. Wir hängen unseren Gedanken nach und verarbeiten unseren Abschied von Fiji aber wir freuen uns auch schon auf das kommende Land!

Viele Grüße aus dem Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji im Kielwasser: 0.Tag, noch nicht ganz weg

Datum: Mittwoch, 29. Mai 2019 – 09:15 Uhr Fiji Zeit GPS-Position: S 18°06,653‘, E 178°23,725‘ (unser Ankerplatz in Suva) Kurs Süd um die Südspitze von Viti Levu herum – so planen wir es jetzt, unser Anker geht gleich hoch, die Genua III ist angeschlagen und fertig zum Einsatz, das dritte Reff (unsere Standardauslaufeinstellung) ist eingebunden, vor uns liegen ca. 700 sm. Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtwarm bei 27,0°C im Schiff, Wassertemperatur 26,9°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südost, ruhiges Wasser in der Ankerbucht. Nachdem wir nun ein Wetter gefunden haben, das uns so einigermaßen paßt und die Formalitäten nicht noch weiter streßt, ist jetzt tatsächlich alles startklar – mit einem Tag Verspätung aber das nennt man hier einfach mal Fiji-Zeit. Mit der Überdehnung unseres Visum haben wir uns hier in Fiji einen Stempel eingefangen, der uns mit einer zusätzlichen Gebühr belegt, wenn wir innerhalb des nächsten Jahres zurückkommen wollten. Die Beamten waren mal wieder super-super freundlich bei dem Papierkram, obwohl wir auch dieses Mal wieder Papiere ausgefüllt haben, gleichzeitig Fragen beantworten mußten und nebenbei mit Smalltalk abgelenkt wurden – und das selbstverständlich in English. Nun ist das letzte frische Obst an Bord, unser Dingi in Gegenwind verstaut und wir haben uns noch einmal eine letzte Flasche Wasser als Dusche gegönnt. Klar zum Auslaufen! Es geht weiter nach Westen, neuen Abenteuern, neuen Ländern und Menschen entgegen! Viele Grüße aus Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Jetzt aber Anker hoch

Leckereien vom Bufett

Leckereien vom Bufett

Nun sind wir doch schon seit knapp zwei Wochen in Suva. Das Wetter und die Wettervorhersagen sind echt absolut garstig! In den letzten beiden Wochen haben wir außerhalb der Zyklonsaison verfolgt ob hier doch noch ein später Zyklon über uns hinwegrauscht, obwohl die eigentlich zu niedrige Wassertemperatur – nur ca. 26°C – dagegen spricht, aber die Warnsysteme gingen von gelb über rot und sind nun wieder auf gelb mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit. Währenddessen meldete der Fiji Wetterbericht Starkwind und Sturmgefahr, außerdem brachte er Schwell- und Flutwarnungen mit Wellen von 4,5 Metern, die über das Riff schwappen sollten. Davon haben wir nur ein wenig mehr Wind gespürt und die hohe Brandung am Außenriff mitbekommen. Die Wettervorhersagen zeigen für die kommende Woche wechselnde Winde mit Flauten. Südlich der Route nach Neukaledonien werden sich wohl weitere Sturmgebiete in Australien entwickeln und mit dem Durchzug unser Wetter beeinflussen. Die beiden großen Wettermodelle (ECMWF und GFS – www.windy.com ) sind sich auch mal wieder nicht so wirklich einig über die Vorhersagen. Wir interpretieren die Vorhersagen mit schwächeren Winden allerdings als Chance für uns, morgen, Dienstag, den 28.Mai 2019 unseren Anker zu lichten und um die Südspitze Viti Levus herum unseren Kurs in Richtung Westen abzusetzen.
Gegenwind aus einem anderen Blickwinkel

Gegenwind aus einem anderen Blickwinkel

So ganz wohl haben wir uns übrigens die letzte Woche hier in Suva nicht mehr gefühlt, denn wir haben unseren Aufenthalt ein wenig überdehnt, natürlich mit Absprache der Behörden, aber doch nur geduldet. Trotzdem waren wir noch einmal im Kino und schauten uns Disneys „Aladin“ an, man kann ja nicht nur rumsitzen und warten. Außerdem besorgten wir noch ein paar Teile für Gegenwind und genossen gestern ein Luxusfrühstück im „Continental-Style“. Da sich unser Ankerplatz hier in Suva direkt vor dem Novotel befindet, schauen wir den Hotelgästen beim Frühstücken zu und beneiden sie um die kleinen Leckeren, die ihnen geboten werden. Das wollten wir auch mal und gestern war es soweit. Wir gingen zum Frühstück auf die „andere“ Seite, um mal auf eine andere als die gewohnte Art unser Frühstück zu genießen und zusätzlich Gegenwind aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Die Hotelgäste, die uns normalerweise ja auf Gegenwind beim Frühstücken zusehen, beneiden uns dabei auf ihre Art – auf unsere Abenteuer nämlich. Übrigens: Sobald wir in See stechen werden wir natürlich auch wieder täglich berichten! Viele Grüße aus dem großstädtischen Suva, Viti Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Wetterkapriolen - Länger als geplant in Suva

Wachsoldaten

Wachsoldaten

Für Suva hatten wir zwei bis drei Tage eingeplant, nun sind es schon fünf Tage und ein Aufbruch ist nicht in Sicht. Suva ist eine quirlige Stadt. Während Gegenwind an ihrem Ankerplatz von der Polizei bewacht wird und auch unser Dingi am Dingisteg unter Polizeiaufsicht steht, genießen wir das wuselige Treiben, die vielen Menschen, den riesigen Früchte- und Gemüsemarkt, sowie die Infrastruktur Suvas. Nur auf den stinkenden Straßenverkehr könnten wir gut verzichten. Wir haben inzwischen schon einen guten Teil des Stadtzentrums abgelaufen und das Fiji-Museum mit der hiesigen Geschichte angesehen. Ohne die als primitiv angesehene damalige Technologie der Pazifischen Inselwelt gäbe es heute wohl keine modernen Katamarane! UN-Generalsekretär A. Guterres war während unserer ersten Streifzüge durch Suva auch gerade zu Besuch – Klimawandel ist in der Politik auch hier ein Thema. Sichtbar ist Umweltschutz allerdings hauptsächlich für Touristen. Beim Eingang zum Parlament standen wir am Wachhäuschen vor einem modern und einem im Kolonialstil gekleideten Wachsoldaten und wir wurden eingeladen ein paar Fotos von ihnen zu machen. Der traditionell gekleidete Soldat strahlte uns seinen Stolz entgegen blieb aber stumm und steif, während sein modern gekleideter Kamerad gerne, wie hier eigentlich überall üblich, einen kleinen Klönschnack mit uns hielt. Bei einem wesentlichen Teil unserer Laufereien durch Suva ging es allerdings um unseren Aufenthalt und unsere Ausklarierung, die wir mit dem Zoll abstimmen müssen. Anders als gedacht bildet sich gerade ein verspäteter Zyklon nördlich von Fiji und die Zugrichtung sowie die Ausdehnung betrifft unseren Ankerplatz und unsere weitere Route nach Westen. Bis heute bietet allerdings noch kein Wettermodell eine Vorhersage, die über ein paar Stunden hinaus wirklich verwendbare Daten liefert. So warten wir und bleiben in Kontakt mit den Behörden für unsere Ausklarierung bis wir wissen, wie es sich weiterentwickelt. Suva bietet mehrere Kinos und am Samstag, den 18. Mai 2019 beschlossen wir uns in einem davon den Film „The Hustle“ (deutscher Titel: Glam Girls- Hinreißend verdorben) anzuschauen. Das moderne, gut klimatisierte Kino war eine schöne Abwechslung zu dem tropischen Paradies und seinen echt Nerv tötenden Wetterkapriolen. Viele Grüße aus dem großstädtischen Suva, Viti Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Angekommen in Suva

Suva empfängt uns grau in grau

Suva empfängt uns grau in grau

Jetzt oder nie - Und es war jetzt! Besser wird der Wetterbericht nicht, zumindest nicht für unsere verbleibende Zeit. Die Wettervorhersagen versprachen 4 Beaufort/ 15 kn Wind aus Südost mit Böen von maximal 6 Beaufort/ 25 kn und nur rauer See – das ist jedenfalls ruhiges Wetter nach hiesiger Definition auch wenn es uns eigentlich zu viel ist. Aber unsere Zeit in Fiji läuft ab. So haben wir dann tatsächlich ohne Widerspruch von Gegenwind die Leinen in Savusavu losgeworfen und sind am Montag, den 13. Mai 2019 um 10:25 Uhr in See gestochen (für die Segler: 3.Reff im Großsegel und halb eingerolltes Schlechtwettervorsegel, die Genua III). Gegenwind belohnte uns mit ihrer maximalen Geschwindigkeit und heftigen Wellensprüngen, in denen sie mächtig Wasser über das Deck, das Cockpit und uns schaufelte und sogar den Windgenerator und die Solarfelder ordentlich mit Seewasser spülte. Das ging so den ganzen Tag, so daß unsere Seebeine etwas wackelig blieben und unsere Mägen nach einem halben Jahr ruhigen Liegens am schaukelfreien Ankerplatz sich ziemlich unwohl fühlten. Etwas Besserung gab es gegen Mitternacht, als wir den Makangai-Channel passierten und nun geschützt vor den 2 m hohen Wellen im Schutz der Insel Makangai weitersegeln konnten. Nun hieß es allerdings Kreuzen (gegen den Wind im Zickzack fahren). Damit war dann unser Schlaf erledigt, zumal die Strecke nur in Teilen kartografiert ist, in denen wir dann unseren Kurs absetzten wollten und das ist Arbeit für zwei. In den Morgenstunden entschieden wir uns den Motor anstelle der Segel zu nutzen, denn sonst hätten wir eine weitere Nacht auf See einplanen müssen, was uns überhaupt nicht in den Kram passte. Suva empfing uns mit Weltuntergangsstimmung, es war grau in den trübsten Schattierungen und regnerisch dazu. So erreichten wir unseren Ankerplatz in Suva, der Hauptstadt Fijis tatsächlich noch mit dem letzten grauen Licht des Tages um 17:30 Uhr. Nun ankern wir in der Nukulekaleka-Bay (unter Seglern auch Lami-Bay genannt) auf 6,6 m Wassertiefe, Position: S18°06,653‘ E178°23,725‘. Wassertemperatur nur noch 26, 9°C (gut ein Grad kälter als in Savusavu). Und Ihr werdet es kaum glauben, angenehm frischen 27°C Lufttemperatur – es gibt nachts wieder eine dünne Bettdecke zum einkuscheln. Und so müde wie wir nach der Tour waren, fielen wir auch gleich todmüde in die Kojen. Viele Grüße aus dem großstädtischen Suva, Viti Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Wetter, Wetter und ein neuer Starttermin

Wetterplanung

Wetterplanung

Wie einfach ist doch das Segeln auf der Ostsee! Jetzt wo die Sommersaison dort beginnt bekommen wir immer wieder Meldungen über die ersten Segelstunden der Ostseesaison – einfach Segel setzten und ein paar Stunden Spaß haben. So einfach geht es hier leider nicht auch wenn unsere Temperaturen herrlichen „Sommer“ versprechen. Zum einen beginnt hier bei uns natürlich der Winter auf der Südhalbkugel und zum anderen hat die Zyklon- und Regensaison noch nicht aufgegeben, obwohl sie offiziell zu Ende ist. Ca. 1000 Seemeilen westlich von unserem Standort formiert sich eine tropische Störung, die sogar noch zu einem Zyklon werden kann. Das ganze System beeinflußt unser Wetter hier und bringt Regen, unbeständige und auch starke bis steife Winde. Abgekühlt hat es sich allerdings und wir haben uns während der letzten Nächte sogar mal wieder eine dünne Bettdecke übergeworfen – halt nur noch 26,6°C. Die Wetterberichte sind nicht so einheitlich, daß sie uns gute Daten über einen Tag im Voraus liefern und da wir keine Lust auf hartes Segeln bei rauem Seegang verspüren, warten wir – was in der Ostsee ein paar Stunden bedeutet, wird hier schnell zu Tagen oder Wochen mit viel Geduld – es heißt ja schließlich auch Langfahrtensegeln! Da sind doch ein paar Wochen mehr oder weniger mal drin, denn es geht beim Langfahrtensegeln ja dann auch gleich wieder auf ein paar hundert Seemeilen und einige Tage oder Wochen hinaus auf den Ozean. Der Wetterbericht scheint allerdings unsere Aufenthaltsgenehmigung für Fiji zu kennen, denn für die kommende Woche kündigt er Besserung an!?!? Viele Grüße aus dem heute schon wieder regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Gegenwind hat NEIN gesagt

Das Zeug war in unserem Dieseltank

Das Zeug war in unserem Dieseltank

Am Mittwoch, den 01. Mai 2019 wollten wir ja eigentlich mit der Segelsaison starten. Die Betonung liegt hier auf dem „eigentlich“. Wir hatten unseren Proviant fertig, die Segel angeschlagen, unsere Navigation präpariert und nun schauten wir uns noch einmal das Wetter an, das uns nicht mehr so ganz gefiel, aber es hätte nach unserer Einschätzung bis zum Ziel durchstehen müssen. Also ab an den Motorstart zum Ablegen. Dazu gehört bei uns immer ein kurzer letzter Blick auf Ölstand, Kühlwasser, Seewasserfilter und Dieselvorfilter. Zu blöd – aber der Dieselvorfilter war dunkel, so daß wir eine kleine Probe abließen, die uns schwarzklebrig entgegenkam. So sollte kein Diesel aussehen! Nach einigem Hin und Her nahmen wir Gegenwinds Aussage, sie fühlt sich nicht wohl mit der dunklen Brühe im Dieselfilter auf und entschieden uns zum Bleiben, um das Problem anzugehen bevor wir einen Motorausfall riskieren und damit womöglich in irgendeiner Engstelle  auf einem Riff hängenbleiben. So laufen Pläne dahin… . Jetzt hieß es erst einmal den Segelfertigzustand wieder auf kurzzeitigen Hafenmodus zurückzubringen und dann mal schauen wie wir das Problem lösen. Natürlich gab es hier nur eine Fiji-Lösung, denn in den Werkstätten und Fachgeschäften schaute man uns nur ziemlich unverständlich an, als wir nach Möglichkeiten einer Tankreinigung oder einer Absaugemöglichkeit fragten. Die anderen Segler um uns herum verstanden eher unser Vorhaben, konnten uns aber nicht helfen. Stattdessen nutzen sie unser Problem als Information um dann ihren eigenen Dieseltank zu inspizieren. Letztendlich fand Helge nach langem Palaver, viel Lauferei aber doch noch am selben Tag in einem der Baumärkte eine große Handölpumpe und ein paar „Bastelteile“. Anschließend bereiteten wir uns am Abend mental auf das Abtauchen in Gegenwinds Keller zu unserem Dieseltank vor.
Kellerarbeiten

Kellerarbeiten

Am Folgetag reinigten wir den Dieselfilter – Ersatz für das Filterelement gibt es wohl erst im nächsten Land in ca. 700 Seemeilen Entfernung. Danach fingen wir an den Grund von unserem Dieseltank leer zu pumpen. Die schwarzklebrige Masse, die wir dabei herausholten, verstopfte die Ölpumpe alle paar Züge, so daß wir sie ständig demontieren und reinigen mußten. Ziemlich genervt hörten wir mit Dunkelwerden auf, verschlossen unseren Keller wieder und taten noch einen frustrierten Blick in den Wetterbericht. Naja, der frische Wind, den wir an unserem Liegeplatz wahrnahmen, wurde von dem Wetterbericht bestätigt und so waren wir irgendwie doch froh, daß wir nicht losgekommen waren, denn Windstärke sechs bis sieben von vorne mit rauer See sind dann doch kein Segelspaß für uns. Wir müssen uns halt alle DREI wohlfühlen und wenn einer von uns NEIN sagt, ist die Entscheidung klar – diesmal war es Gegenwind die ihre Bedenken angemeldet hatte. Am Freitag lief es besser mit dem Auspumpen des Diesels aus dem Tank und zum Schluß war der Treibstoff sogar wieder klar. Seitdem Filtern wir knapp 100 Liter Diesel, die wir in Kanistern an Deck zwischengelagert haben und füllen sie sauber und klar Liter für Liter wieder in den Tank. Kaffeefilter tun dabei einen guten Dienst, es dauert halt nur lange. Heute am Sonntag lief der Motor das erste Mal nach der Aktion und es sieht so aus, als brauchen wir nur noch auf passendes Wetter mit weniger Wind und vielleicht auch weniger Regen warten, um einen neuen Start zu probieren. Viele Grüße immer noch aus dem heute wieder regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Unsere Segelsaison beginnt wieder

Segelfertig

Segelfertig

Es ist wirklich anstrengend in Fiji! Es regnet in Unmengen, mehr als jede gute Dusche an Wasser hergibt, dann scheint die Sonne und alles dampft und wir fühlen uns wie in einer Dampfsauna. Anschließend brennt die Sonne uns auf den Pelz, als wollte sie einem auf Maximum eingestellten Solarium Konkurrenz machen. So ganz nebenbei versuchen Spinnen, Kakerlaken, Moskitos und deren kleine Schwestern, die Sandfliegen uns einzuspinnen und auszusaugen oder einfach nur eine Bleibe zu finden. Trotzdem haben wir es geschafft Gegenwind segelfertig zu bekommen. Die Arbeiten wie Rigg checken, Segel anschlagen, Holzteile schleifen und lackieren und noch so einiges an Kleinkram an Deck und unter Wasser, das gepflegt, geprüft und überholt werden mußte, hatte nur Platz und Zeit in den wenigen Stunden in denen es nicht zu heiß oder zu nass war – also selten. Außerdem mußten sämtliche Vorräte gecheckt, abgelaufene Sachen verbraucht und ergänzt werden – Gegenwind wurde einmal auf den Kopf gestellt. Für die Insekten blieb uns hier letztendlich nur die großflächig eingesetzte Chemiekeule übrig. Allerdings mußten wir bei den Kakerlaken zum Einzelkampf übergehen und sie mit einem panzerauflösenden Spray außer Gefecht setzen – dabei sind leider auch Helges Fingernägel in Mitleidenschaft gezogen worden – aber wir haben gesiegt und gute zehn Stück beim Versuch bei uns an Bord heimisch zu werden vernichtet. In den letzten Tagen haben wir uns von unseren Freunden verabschiedet, was uns allen nicht ganz leicht fiel! Morgen, Mittwoch, den 1 Mai 2019 wollen wir nun unsere Leinen in Savusavu lösen und die Segelsaison mit einem ersten kleinen Segelstückchen nach Suva beginnen. Drückt uns die Daumen für einigermaßen brauchbares Wetter, denn der Wetterbericht ist hier doch nur bedingt realitätsnah. Viele Grüße aus dem heute regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Zwei Kulturen in einem Land

Auch Helge steht der Sulu

Auch Helge steht der Sulu

Es wird ja wirklich Zeit, das wir uns wieder einmal melden! Kaum zu glauben aber das tägliche Leben verschlingt auch bei uns so mancherlei: „Wir wollten doch noch!“, aber das kennt Ihr ja… . Unser neues Crewmitglied hat sich inzwischen super eingelebt und sich auch an den Einsatz zur  Schwerstarbeit als Großraumtransporter gewöhnt. Ein Dingi für Langfahrtensegler muß halt mehr leisten als ein Spaßdingi auf der Ostsee. Wir sind nun schon über vier Monate in unserem Zyklonversteck und haben inzwischen den Einen oder Anderen kennengelernt und auch zum Freund gewonnen. Dabei leben wir tatsächlich in einem Land mit zwei Kulturen. Die Melanesier, also die Urbevölkerung Fidschis konzentriert ihr Leben auch heute noch auf kleine mehr oder weniger entwickelte Dörfer mit einem Chief, der irgendwie als Bürgermeister gilt, aber doch mehr ist und unter anderem auch die Polizeifunktion wahrnimmt und eigentlich fast wie ein Vater für alles ist. Vor einiger Zeit besuchten wir unsere melanesische Freundin Mili und ihre Familie. Dazu mußten wir einige  Regeln einhalten. Zum Einen mußten wir einen Sulu tragen – so gab es Helge das erste Mal mit „Rock“ zu sehen – und Milis Mutter mußte unseren Besuch und das was wir in dem Dorf machen wollten und durften mit dem Chief absprechen. Natürlich konnten wir uns in Milis Haus bei ihrer Familie frei bewegen, aber im Dorf wurden wir von Mili oder ihrer Mutter immer begleitet. Als Ehrengäste wurden wir zusammen mit der Gesangtruppe des Dorfes ins benachbarte Resort gefahren und waren Teil der Gesang- und Tanzaufführung für die Luxustouristen des Resorts. So durften wir allerdings keine Fotos machen und jeder aus der Gesanggruppe zog uns einfach mit in die richtigen Positionen. Diese Art der Vorführungen sind eine der wenigen Möglichkeiten für das Dorf Geld für die Weiterentwicklung der Gemeinschaft zu verdienen. Es war ziemlich gewöhnungsbedürftig für uns in die richtigen Positionen geschoben zu werden und auch einen oder mehrere Begleiter bei uns zu haben aber wir hatten viel Spaß gemeinsam und wurden am späten Abend im Gemeindehaus sogar zu einer Kawa- Runde eingeladen - auch das natürlich strikt geregelt im Wechsel zwischen Händeklatschen, Trinken und Reden. Die Kawa- Runde ist eine traditionelle, gesellschaftliche Zeremonie in der man ein aus Pflanzen hergestelltes berauschendes Gebräu zu sich nimmt. Es ist für die Melanesier ein wichtiger hochgeachteter Bestandteil ihrer Kultur. Ein ganz anderes Erlebnis hatten wir vergangene Woche, als wir mit dem öffentlichen Bus in einer gut zweistündigen Tour quer über die Insel nach Labasa gefahren sind. Als erstes genossen wir die Bustour in die höher gelegenen vulkanischen Gebiete. Es war angenehm kühl und das nur mit offenen Fenstern. Die Landschaft auf dem Hochplateau bot einen tollen Ausblick auf tropische Regenwälder, Plantagen und Dörfer – eine echte Abwechslung zu unserem Savusavu. Auf dem Busbahnhof in Labasa wurden wir von einem wuseligen Treiben empfangen. Man hatte uns im Vorfeld schon erzählt, das Labasa als indische Stadt gesehen wird und tatsächlich hatten wir bei dem Besuch den Eindruck, daß es hier kaum Melanesier auf den Straßen gibt. Wir waren nach Labasa gekommen um ein wenig mehr von der indischen Kultur mitzubekommen und nun standen wir mittendrin. Uns zog es in den größten hinduistischen Tempel auf der Insel, den Sangam Tempel. Etwas zurückhaltend lasen wir am Eingang ein Schild mit der geforderten Kleiderordnung, der wir so gar nicht entsprachen. Aber da kam auch schon jemand auf uns zu und lud uns trotzdem ein seinen Tempel kennenzulernen. So bekamen wir eine private Führung um mehr über Vishnu und Shiva und die Glaubensregeln im Tempel zu erfahren. Anschließend führte uns Chalmaiya ins Büro um den Präsidenten der Anlage, die zusätzlich zum Tempel noch eine Schule, eine Krankenschwesternausbildungsstätte, sowie einige Handelsgebäude umfaßt, bei einem Kaffee kennenzulernen. Asha hatte mit ihrem indischen Namen dabei echtes Interesse geweckt und so vertieften wir uns ausgiebig ins Gespräch, so das wir gleich noch zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen wurden. Die Übernachtung beim Präsidenten und seiner Familie lehnten wir dann aber doch ab und nahmen den letzten Bus nach Hause. Wir erleben hier wie zwei Kulturen, die Ureinwohner, also die Melanesier und die indisch stämmigen Fidschianer, die durch die Kolonisation hergekommen sind, nebeneinander leben und in ihrem Verhalten sehr deutliche Unterschiede zeigen. Die Melanesier schauen vielfach grimmig drein, haben aber doch meist ein freundliches „Bula“ (hallo) für uns und untereinander übrig. Wir treffen sie nur mal eben zum Einkaufen oder zum Arbeiten in den großen Orten wie Savusavu. Wenn wir mit ihnen reden, erzählen sie hauptsächlich vom Fischen, von ihrer Familie und vom Dorfleben. Die Kinder lernen Englisch als Amtssprache in der Schule. Zuhause wird „Fidschi“ gesprochen. Die indisch stämmigen Fidschianer leben hauptsächlich im Ort, sind meist geschäftig, sitzen hinter dem Steuer oder an den Supermarktkassen und sagen so gut wie nie „hallo“. Auch deren Kinder lernen die Amtssprache Englisch in der Schule, aber sie sprechen zu Hause ihre indische Heimatsprache. Im Ort begegnen uns immer wieder indisch aussehende Frauen mit einem blauen Auge oder Kinder mit blauen Flecken – Gewalt in der Familie ist hier ein eigentlich nicht ausgesprochenes Thema. Viele Grüße aus dem sonnigen und regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Unser neues Crewmitglied

Unser neues Crewmitglied

Unser neues Crewmitglied

Gestern haben wir nun endlich den kleinen roten Teufel, unser geliehenes Dingi wieder an seinen Besitzer zurückgegeben. Wir wurden doch tatsächlich mit der Frage empfangen, wie häufig wir denn von ihm ins Wasser geworfen wurden. „Gar nicht!“ war unsere stolze Antwort. Natürlich gab es ein paar kritische Situationen, bei denen auch schon mal Wasser reinlief und ein paar lustige Balanceakte mußten wir auch überstehen aber abgesehen von nassen Füßen hatte der kleine Teufel uns nicht überlisten können. Mit dem Rücktransport unserer Leihgabe per Schlepp hatte unser neues Crewmitglied somit auch gleich seine erste Aufgabe prima gemeistert und das obwohl sie eine so lange Reise um die halbe Welt per Flieger hinter sich hatte. Nachdem klar war das wir unser neues Dingi bei SVB in Deutschland bestellen wollten, gab es einiges auf den Weg zu bringen. Alle Mitarbeiter die sich um unsere Bestellung gekümmert haben, leisteten einen tollen Job und das bei unseren Sonderwünschen – vielen Dank! Als das Paket oder eigentlich müssen wir sagen die beiden Pakete unterwegs waren, verfolgten wir die Sendungen mit Hochspannung, denn auch hier hatten wir die wildesten Geschichten von verirrten Paketen und entschwundenen Bestellungen gehört. Unser neues Schlauchboot sollte per DHL kommen, denn DHL ist der Lieferservice, der direkt hierher nach Savusavu liefert. Da das Schlauchboot mit all seinen Zubehörteilen zu schwer für ein DHL-Paket war, machte SVB zwei Pakete daraus – einmal das Schlauchboot und einmal die Zubehörteile – so paßte es. Es bedeutete für uns allerdings doppeltes Zittern. Nachdem wir die ersten Daten im deutschen Paket-Tracking-System fanden, liefen wir zum DHL- Service um unsere Pakete schon mal anzukündigen. Die deutschen Tracking Nummern waren allerdings nicht mit dem internationalen DHL-Verfolgungscomputer kompatibel und so ließ sich nichts finden – puhhh! Allerdings schickte man uns zum Zoll, genauer gesagt zu unserem Zollbeamten, der auch schon unsere Einklarierung vorgenommen hatte. Er beruhigte uns und schickte uns zur normalen Fiji-Post, wo man uns erklärte, das schon alles gut gehen wird und wir ja immer mal wieder vorbeigucken können – na, solche Aussagen kennen wir ja… . Außerdem sagten wir bei Beverly in unserem Marina- Büro Bescheid. Im Laufe der Wochen fanden wir im Tracking-System Aussagen wie „das Zielland ist erreicht“, danach „ist auf dem Weg ins Zielland“ bis zum Schluß „Verzollung im Zielland“ und „auf dem Weg zur Auslieferungsstelle“. In der Zwischenzeit wurden wir gute Bekannte mit unserem Zöllner, der DHL-Dame und den Leuten von der Fiji-Post. Es gab auch meistens ein paar kleine Alltagsgeschichten zum Austauschen. Am Freitag, den 22.02.2019 kam uns Beverly, mit dem Abholschein des ersten Paketes entgegen – eigentlich hatten wir die Adresse nicht als Lieferadresse angegeben – aber was soll’s. Wir liefen zur Fiji-Post – auch die Adresse hatten wir nicht als Lieferadresse angeben aber dort holten wir das Paket mit den Zubehörteilen ab. Jetzt hatten wir schon mal die Paddel! Am Mittwoch, den 27.02.2019 schauten wir bei der Fiji-Post vorbei und eine Mitarbeiterin zeigte uns unser zweites Paket, nur mitnehmen konnten wir es noch nicht, denn es fehlte noch der Zollstempel zur Freigabe. Das sollte am kommenden Tag erfolgen. So blieb uns noch ein netter Klönschnack und wir gingen am Folgetag wieder hin. Als die Postmitarbeiter uns sahen, legten sie das Paket bereit und schoben unserem Zollbeamten die Papiere zur Freigabe unter die Nase und nun war auch unser neues Schlauchboot nach nur gut dreieinhalb Wochen Lieferzeit in unseren Händen. Viele Grüße aus dem tropisch heißen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Übrigens

Unsere Lieblingssendung „Von Hamburg bis Haiti“ (NDR-Info) brachte letzten Sonntag einen tollen Bericht über die Insel vor der wir gerade an der Mooringtonne liegen: https://www.ndr.de/info/sendungen/zwischen_hamburg_und_haiti/Fidschis-freundlicher-Norden,sendung861686.html Viel Spaß beim Hören! Viele Grüße aus dem tropisch regnerischen, heißen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Schweißtreibendes Paradies

Treigut um Gegenwind

Treibgut um Gegenwind

Auch nachdem der Tropensturm Mona nun schon lange abgezogen ist, bleibt das Wetter hier das alles Bestimmende. Wenn wir jemanden treffen, lautet die Begrüßung in der Regel: „Hallo, heute ist es wieder sehr heiß…!“ oder „Hallo, man der Regen überflutet ja alles…!“ Wir sitzen also weiterhin regelmäßig am Wetterbericht und beobachten die Prognosen und machen halt das, was das Wetter gerade zuläßt. An den heißen Sonnentagen, zerfließen wir schon beim Frühstück und ab spätestens 10:00 Uhr morgens dürfen wir nicht vergessen Schuhe anzuziehen, wenn wir uns an Deck, oder an Land in der Sonne bewegen wollen, denn sonst verbrennen wir uns die Füße. Das sieht dann jedes Mal wie ein lustiger Stepptanz aus. Zu unseren Gängen in den Ort darf auf keinen Fall eine Flasche Wasser fehlen. Manchmal traut Helge sich auch auf einen ausgedehnten Spaziergang – zwei Stunden in der prallen Sonne sind aber auch genug. Der Wasserkonsum dabei ist enorm: zweieinhalb bis drei Liter Wasser gehen dabei drauf und die müssen im Gepäck mitgeführt werden. Im Ort gibt es allerdings auch ein paar Zapfstellen. Läden mit einer Klimaanlage gehören zu unseren Lieblingsplätzen und so kehren wir gerne mal bei einem der beiden technischen Kaufhäuser ein und schauen uns zum x-ten Mal die Auslagen an. In der angenehm klimatisierten Temperatur schöpfen wir wieder ein wenig Energie. Übrigens ergeht es den Einheimischen, die dieses Klima seit ihrer Geburt kennen nicht besser, auch sie wälzen sich nachts in ihren Betten, auch ihnen steht der Schweiß im Gesicht und auch sie sind erschöpft. Die Schulkinder die uns nachmittags auf dem Nachhauseweg begegnen schleppen sich uns schweißgebadet und mit einem Lappen den Schweiß wischend entgegen. An anderen Tagen regnet es dafür wie aus Eimern. Manchmal nur ein paar kurze Schauer, manchmal auch den ganzen Tag. Seitdem wir diesen Regen hier kennen, würden wir jeden  noch so heftigen norddeutschen Regen allerdings nur noch als Nieselregen bezeichnen und selbst die Regenzeit in Panama haben wir nicht so heftig in Erinnerung. Während dieser Schauer füllen wir aber innerhalb von einer halben Stunde mal eben dreißig bis fünfzig Liter Regenwasser für unsere Trinkwasserversorgung in Kanister. Das örtliche Trinkwassernetz, das aus den Hängen gespeist wird, ist überfordert mit so viel Wasser und liefert an Regentagen nur braunes Wasser mit wer weiß was drin. Die Straßen weisen nach solchen Regentagen gerne große Schlaglöcher im Teer auf, denn die Flicken werden meist ausgespült und die Straßenmeisterei ist ständig am Flickschustern. An den Regentagen bleiben wir in der Regel an Bord, denn der geht durch bis auf die Haut und auch das Dingi ist dabei schnell randvoll mit Wasser. Wir nutzen solche Schauer dann aber gerne mal als echte Regendusche. Die Feuchtigkeit läßt die Insektenwelt aufblühen und da hier nur wenig Wind vorhanden ist, wimmelt es überall von Fliegen und Moskitos. Abends zur Dämmerung, wenn es langsam kühler wird, zwingen uns die Biester bei ca. 30°C unter Deck um dann die Fenster und die Tür mit Netzten zuzuhängen. So summt es dann nur draußen während wir die Nacht im „Schwitzkasten“ verbringen. Diese Bedingungen sind ziemlich erschöpfend und verlangsamen das Leben im hiesigen tropischen Sommer enorm und da der Wetterbericht ziemlich unzuverlässig ist, bleibt uns auch nur ein spontanes, ans Wetter angepaßtes Leben übrig. Was heute nicht passiert, geht vielleicht morgen. So nun aber erst einmal genug zum Wetter. Denn wir versuchen hier natürlich auch wieder unser tägliches Leben zu gestalten. Für Gegenwind stehen einige aufwendige Arbeiten an. So muß das Sprayhood dringend nachgenäht werden, denn inzwischen sind alle Nähte auf. Da alle Reißverschlüsse der Korrosion zum Opfer gefallen sind und wir so nur am montierten Sprayhood arbeiten können, müssen alle Nähte an Deck per Hand erneuert werden. Vor gut zweieinhalb Wochen fing unser Schlauchboot an Luft zu verlieren - es ist aus PVC und hat uns nun zwei Jahre gedient. Die PVC-Klebungen halten den tropischen Anforderungen nicht länger stand. Nach zwei Reparaturen gaben wir auf, denn immer neue Löcher stellten sich ein. So weit ab vom Schuß ist es gar nicht so einfach Lösungen zu finden. Aber dank anderer Segler hier vor Ort sind wir weiterhin mobil und kommen an Land, denn wir konnten uns einen „kleinen roten Teufel“ mieten. Das kleine GFK-Dingi ist ein wenig kippelig und versucht schon mal uns abzuwerfen aber bisher haben wir es immer geschafft trocken überzusetzten. Vor Ort bekommen wir keinen Ersatz für unser Schlauchboot und so begaben wir uns im Internet auf die Suche. Dabei hatten wir Lieferanten von Neuseeland, Australien, China, USA und Deutschland durchgestöbert – jetzt ist ein Ersatzdingi aus Deutschland zu uns unterwegs! Wer glaubt, in den Tropen gibt es keine Erkältungen, der liegt nur fast richtig, denn die Fieberkrankheit, die hier gerade durchzieht wird von den Einheimischen gerne Erkältung genannt. Helge hat die Krankenwoche inzwischen fast überstanden. Mal sehen ob und wann es Asha erwischt. Viele Grüße aus dem tropisch regnerischen, heißen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Besuch vom Tropensturm „Mona“

Regenfänger: Unsere Trinkwasserversorgung

Regenfänger: Unsere Trinkwasserversorgung

Wir haben uns ein echt aufregendes Plätzchen für die pazifische Sommerzeit gesucht. Seit dem Durchzug des Tiefdruckgebietes am Neujahrstag beobachteten wir das Wetter weiter sehr kritisch, mindestens zweimal täglich, denn ein weiteres Tief drohte mit mehr. Die Wetterberichte gaben sehr unterschiedliche Prognosen, die Menschen hier vor Ort wurden immer unsicherer und auch wir versuchten unsere eigenen Wetterinterpretationen der verschiedenen Wettermeldungen. Vor ein paar Tagen gingen in Fiji dann die Warnmeldungen über einen Tropensturm los. Dann bekam der Sturm einen Namen: Mona. In der „Fiji Times“ wurde von Evakuierungen berichtet, und auch hier in Savusavu vernagelten viele Geschäftsleute und einige Privatleute ihre großen Fensterfronten mit Brettern. Es wurden ein paar Vorräte besorgt und Taschenlampen bereitgestellt. Die Segler um uns herum zurrten alles fest, was nicht schon sturmsicher war und es wurden ein paar Extraleinen ausgebracht. Wie die meisten anderen waren wir ja von unseren Silvestervorbereitungen noch sturmklar. Jetzt hieß es warten! Schon seit Tagen schüttete es hier wie aus Kübeln, und vermutlich würde keine europäische Kanalisation diese Wassermassen auch nur ansatzweise bewältigen können, aber hier nimmt man die kleinen Bäche über die Straßen halt einfach hin. Leider schwemmte der Regen etliches Plastikzeug sowie Öle mit sich direkt ins Meer. Außerdem flossen an Gegenwind immer wieder Berge aus „Pampers“ vorbei – so einfach die Dinger beim Windelwechseln auch sein mögen aber für die Umwelt sind die kleinen Plastikhosen einfach eine Katastrophe. Für uns bedeutete der Regen Trinkwasser, denn die Wasserwerke liefern bei so einem Regen nur braunes, stark gechlortes Wasser, das eigentlich auch von keinem Einheimischen ungekocht getrunken wird – außerdem forderten die Behörden zum Abkochen auf. Mit unserem Regenfänger füllten wir unsere Trinkwasservorräte gut auf – Fünf Liter Kanister raus, zehn Minuten warten und schon wieder war ein Kanister voll. Also ist unsere Trinkwasserversorgung sicher 🙂 Die Unmengen von Regen verwandelten Gegenwind allerdings zu einer Tropfsteinhöhle. Ein norddeutscher, schmuddeliger Novembertag ist aus unserer hiesigen Sicht gemütlich am Kaminfeuer zu ertragen, während wir hier jetzt in immer feuchterem Klima schwitzen, und den schnell wachsenden Stockflecken in Gegenwind beim größer werden zugucken. Inzwischen ist alles klamm. Die Luft im Schiff ist zum Schneiden, denn der Sprühnebel, der bei so einem  Regen in der Luft liegt, dringt durch jede kleine Ritze. Erschrocken stellten wir heute fest, daß die heftige Feuchtigkeit nahezu alle lackierten Flächen – ob Zweikomponenten Lack an Deck oder nur einfachen Lack im Schiff zum Blasenwerfen bringt. In den letzten Tagen mußten wir außerdem jeden Tag mehrere Stunden den Motor laufen lassen um unsere Batterien zu laden, denn von der Sonne die unsere Solarfelder normalerweise speist, war nichts mehr zu erkennen und unserer Windgenerator war ja schon sturmsicher verpackt. Allerdings konnten wir so bequem an Bord duschen, denn dazu zogen wir nur unsere Badesachen an und gingen für fünf Minuten in die natürliche Regendusche an Deck. Die Spitzenwindgeschwindigkeiten im Zentrum von Mona, die am Sonntag, den 06.Januar 2019 nördlich an unserer Insel Vanua Levu vorbeizog, sollen laut den Wetterberichten um die 30-50kn betragen haben. Auf Gegenwind hatten wir hingegen Flaute mit dem einen oder anderen kleinen Windstupser von ca. 15kn Wind. Die Wetterberichte änderten sich während des An- und Durchzugs von Mona regelmäßig und korrigierten die Zugbahn und die Stärke ständig, so daß wir bei jedem neuen Blick wieder andere Daten bekamen. Der Pazifik ist halt ein launisch, wechselhafter Ozean. Naja, wenn so aber ein Tropensturm sein soll, dann lassen wir uns das gefallen. In unserem Fotoalbum zeigen wir die sich ständig verändernden Routen-Vorhersagen aus dem „Joint Typhon Warning Center (JTWC)“ von mehreren Tagen. (Hier der Link zum JTWC: http://www.metoc.navy.mil/jtwc) Viele Grüße aus dem Tropensturm geplagten Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Stürmische Neujahrsgrüße!?

Sturmklar: Großsegel abgeschlagen, Windgeneratorflügel demontiert

Sturmklar: Großsegel abgeschlagen, Windgeneratorflügel demontiert

Euch allen ein frohes und glückliches Jahr 2019!!! Seit dem zweiten Weihnachtstag stecken unsere Nasen zwei bis drei Mal täglich in den sich ständig ändernden Wetterberichten, denn da tat sich nordwestlich von uns ein kleines drehendes Tiefdruckgebiet auf. In den folgenden Tagen verdichteten sich die Prognosen, daß wir um den Jahreswechsel eine Depression oder vielleicht sogar einen Zyklon (tropischen Sturm) erwarten sollten. So mußten wir erst einmal alles stehen und liegen lassen und Gegenwind und uns auf das schlimmste vorbereiten und alle losen Teile entweder unter Deck verstauen oder gut vertäuen. Wir nahem das Großsegel ab, brachten extra Vorleinen aus und besorgten schon mal etwas mehr Trinkwasser und ein paar Extrarationen. Die Einheimischen waren da entspannter und schauten nur mal nach ein bisschen extra Trinkwasser, einer funktionierenden Taschenlampe und ein paar Dosen im Schrank. Am Sonntag, den 30. Dezember 2018 kam dann vom Fidschi-Wetterdienst die Zyklon-Warnung heraus. Fidschi sollte sich auf einen Zyklon der Kategorie 1 (34-47kn Windgeschwindigkeit) vorbereiten. So kamen am Silvestertag viele Segler, die es in die Umgebung gezogen hatte in unsere Bucht, außerdem wurden alle Schiffe, die in den unterschiedlichen Marinas festgemacht hatten losgebunden und die ganzen Mooringtonnen wurden belegt. Nichtsdestotrotz gingen die Planungen für Silvesterunternehmungen weiter und am Silvesterabend zog es die Mutigen zu den Veranstaltungen, während die Ängstlichen sich doch eher an Bord verzogen. Wir wollten unser leichtes Dingi so klein wie möglich ohne Luft sicher an Deck verstauen und so gehörten wir zu den Ängstlichen und machten uns einen gemütlichen Abend an Bord. Natürlich durfte dabei „Dinner for one“ nicht fehlen. Es regnete viel und nur kleine Pausen ließen uns ein wenig Luft schnappen. Pünktlich zur Mitternacht fing es heftig an zu gießen und so schauten wir uns die kleinen Feuerwerke von unserem Platz unter dem Sprayhood aus an, bevor wir in die Kojen gingen. Eigentlich hätte der Zyklon mit Hellwerden über uns hinwegziehen sollen, aber er hat es sich wohl im letzten Moment noch einmal anders überlegt und einen nördlicheren Kurs eingeschlagen. Der Himmel ist hier somit nur ein wenig grau in grau, der Wind streicht mit zwei Beaufort über Gegenwind hinweg und es wird nach den verschiedenen Wettermodellen auch kein Zyklon mehr über uns herüberziehen. Zumindest jetzt nicht! Laut Prognosen sind allerdings noch weitere Tiefdruckgebiete für die kommende Woche im Anmarsch auf Fidschi. Wir hoffen die haben auch ein Einsehen mit uns und jagen uns nur einen Schrecken ein ohne uns zu treffen. Das Jahr fängt also spannend an, mal sehen was daraus wird?! In diesem Sinne ein frohes neues Jahr aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Viele tropische Weihnachtsgrüße!

Der Weihnachtsmarkt: tropisch dargebotene Weihnachtslieder

Der Weihnachtsmarkt: tropisch dargebotene Weihnachtslieder

Am Samstag, den 15.Dezember 2018 eröffnete der hiesige Weihnachtsmarkt, der hier allerdings „Weihnachtskarneval“ heißt, für eine Woche die Tore. Wir gehörten dabei zu denen, die sich die abendlichen Veranstaltungen von der VIP- Tribüne anschauen konnten und einen extra leckeren Happen dazu serviert bekamen. Es ist faszinierend, wie Multikulturell das Fest war. Die Ansprachen wurden in den drei Landessprachen, Fidschi, Englisch und Hindi gehalten und die Veranstaltungen boten für jeden Kultur- und Glaubenskreis etwas „Weihnachtliches“. Angefangen mit christlichen Weihnachtsgottesdiensten wurden anschließend an verschiedenen Tagen Bollywood-Tänze präsentiert oder gemäß dem tropischen Verständnis Weihnachtslieder dargeboten. Natürlich durften auf dem Weihnachtsmarkt Kunsthandwerkstände und Futterbuden nicht fehlen. Außerdem sorgten eine Kinderhüpfburg und ein hiesiges Riesenrad mit viel Krach und einer ziemlich klapprigen Technik für den Spaßfaktor. Zu Helges Geburtstag verspeisten wir in unserem Lieblingsrestaurant, dem Lias Café, ein leckeres Stückchen extra hergerichteten Geburtstagskuchen und die drei Mädels, die uns dort regelmäßig servieren, boten Helge ein Geburtstagsständchen, in das sogar einige andere Gäste einstimmten. Zu unserem Leid hatte uns beide eine ziemlich lästige tropische Erkältung ereilt, von der wir uns zum Glück vor den Weihnachtstagen erholt hatten. So ganz nebenbei besuchten wir schon wieder einmal einen Friseur, nähten zum wiederholten Mal ein paar Nähte von Gegenwinds Sprayhood nach und verholten uns am Freitag, den 21. Dezember 2018 an unsere für die Zyklonzeit gebuchte sturmsichere Mooringtonne. Hier richten wir uns jetzt für ein paar Monate ein um unser Leben auf Fidschi möglichst angenehm zu gestalten. Die tropischen Temperaturen, die uns mächtig zu schaffen machen und den Schweiß in Strömen fließen lassen, bringen uns so ganz nebenbei aber auch eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit mit den Menschen um uns herum. Den Vormittag des Heiligabends haben wir wie fast alle Menschen auf der Welt mit den letzten Weihnachtseinkäufen verbracht. Und auch in Savusavu waren die Geschäfte überfüllt und die Schlangen an den Kassen lang. Für Heiligabend hatte Asha wie jedes Jahr ein leckeres Essen gezaubert: Es gab einen eingelegten Weihnachtsschinken im Backofen mit Ananasstückchen angerichtet, Backkartoffeln, selbstgemachten Rotkohl und als Nachtisch einen Jogurt mit Passionsfrüchten und Wackelpeter zubereitet. Anschließend genossen wir einen online Weihnachtsfilm. Den ersten Weihnachtsfeiertag starteten wir bei unserem Frühstück mit „Gruß an Bord“, einer Sendung von NDR-Info, die wir hier in Fidschi dank der guten Internetverbindung tatsächlich online hören konnten. Vielen Dank NDR- „Gruß an Bord“-Redaktion: Wir haben uns riesig gefreut über Eure ganz persönlichen Wünsche zu uns auf die Gegenwind! Frohe Weihnachten aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare