Logbuch


Türkei – Gegenwind ist angekommen!

Kranhaken wird für Gegenwind fertig gemacht
Kranhaken wird für Gegenwind fertig gemacht

Laut Plan sollte Gegenwind zwischen dem 13. und 15.April 2022 in der Türkei, in Fethiye ankommen - je nach Wetterbedingungen - denn auch so ein großes Transportschiff wie die Florijngracht muß auf das Wetter achten.

Wir bekamen regelmäßige Meldungen von unserem Schiffstransport und verfolgten so Gegenwinds Weg über den Indischen Ozean, das Rote Meer und durch den Suez Kanal dann durchs Mittelmeer bis zu ihrer Ankunft. Zwischenzeitlich kontaktierten wir den Agenten in Fethiye, der uns von Sevenstar Yacht Transport für die Einklarierung von Gegenwind in der Türkei genannt wurde, damit bei der Entladung alles reibungslos funktionieren sollte. Natürlich hatten wir während unserer Wartezeit genügend Leerlauf um uns in Fethiye ein wenig umzusehen und so streiften wir einfach etwas losgelöst und ohne Druck durch die Gegend. Wir hatten den Kopf allerdings nicht so recht frei für ein einfaches Urlauberleben, denn die vergangene, schwierige Zeit, der Kälteschock von zeitweise über 40°C in Thailand und nun die völlig ungewohnten Umgebungsbedingungen von nur noch gut 20°C, sowie unser Heim, das ohne uns in der Weltgeschichte herumschipperte sorgten bei uns für eine innere Unruhe. So konzentrierten wir uns auf Gegenwinds Ankunft!

Am 11. April 2022 war die Florijngracht mit Gegenwind an Deck vor Suez, dem Eingang zum Suez Kanal angekommen. Und wir bekamen die Meldung, das die Florijngracht am 13. April 2022 in Fethiye ankommen sollte.

Naja, die Ankunft verzögerte sich noch einmal und der neue Termin sollte nun Donnerstag, der 14.April 2022 sein. Beim Frühstück auf dem Balkon unseres Hotelzimmers sahen wir sie dann. Die Florijngracht mit Gegenwind an Deck lag am Ankerplatz in der Bucht von Fethiye!

Wir genossen unser Frühstück und machten uns auf zum Treffpunkt mit dem Agenten, der uns in einer Barkasse zusammen mit den Crews anderer Schiffe, die ebenfalls zur Entladung anstanden, zur Florijngracht brachte.
Hier gingen wir an Bord der Florijngracht, mußten uns in eine Bordliste eintragen, bekamen Helm und Sicherheitsweste und konnten uns dann die Entladung einer großen Luxusmotoryacht in aller Ruhe ansehen bis Gegenwind gegen 12:00Uhr endlich an der Reihe war. Während der Wartezeit fand Asha einen bequemen Sitzplatz um alles im Blick zu behalten, denn auf der Florijngracht war bei fast jedem Schritt klettern angesagt und Helge schaute sich die an Deck festgeschweißten, paßgenauen Transportgestelle und die Laschings der Yachten ein weing genauer an und außerdem entfernte er die neu entstandenen Pocken von Gegenwinds Unterwasserschiff und dem Propeller – dabei war der Unterwasseranstrich nur wenige Monate alt.
Bevor Gegenwind entladen werden konnte, mußte der Skipper an Bord von Gegenwind das Achterstag und die Dirk lösen sowie Fender ausbringen, denn das hatte die Florijngracht-Crew bei der Verladung in Phuket alles sorgfältig montiert beziehungsweise die Fender im Cockpit verstaut. Ein Ärgernis blieb allerdings: In Phuket mußten wir unsere eigenen langen Festmacherleinen verwenden und jetzt blieb eine davon auf der Florijngracht im Nirgendwo verschollen, so daß wir den Schwund leider in Kauf nehmen mußten.

Gegen 12:30Uhr wurden die Gurte um Gegenwind gelegt. Dann ging alles sehr schnell und professionell. Der schiffseigene Kran hievte Gegenwind an, schwenkte herum und bewegte Gegenwind ins Wasser, so daß wir von der Florijngracht auf Gegenwind übersteigen konnten. Helge machte den Motor startklar, währenddessen waren die Gurte abgeschlagen und die Entlade-Crew der Florijngracht von Gegenwind verschwunden: Ablegen!

Adieu Florijngracht, denn nun waren wir DREI wieder auf eigenem Kiel unterwegs. Unser erster Weg führte uns zum Zollsteg um die Einklarierung mit dem Agenten abzuschließen. Das war eine kurze viertelstündige Fahrt, dann die Vorstellung beim Zoll, um die Papiere zu stempeln und anschließend waren wir DREI offiziell in der Türkei wieder vereint.

Die Häfen in Fethiye waren alle proppe voll, so daß wir keinen Liegeplatz in einer der großen Marinas bekamen – die Charteryachten verstopften alle Liegeplätze, denn die Saison hatte noch nicht begonnen. Wir hatten allerdings seit unserer Ankunft in Fethiye alle möglichen Marinas und Stege abgeklappert und waren trotz der Fülle fündig geworden: Eine kleine Marina, die in keiner Seekarte verzeichnet ist und laut Seekarten und Satellitenbildern nur eine Wassertiefe von 50cm aufweist, bot uns einen Liegeplatz. Der Hafenmeister fand unsere Reise so toll, das er uns irgendwie in seinem Hafen unterbringen wollte. Zum Glück lag die reale Wassertiefe letztendlich bei ca. 2,5m also reichlich Wasser unter dem Kiel für Gegenwind und die Einfahrt führte durch ein paar Untiefen, die durch Pfähle gekennzeichnet waren.
So fuhren wir also gut vorbereitet vom Zollsteg direkt zu unserem Liegeplatz in der kleinen namenlosen Marina. Der Hafenmeister half uns noch bei einem der Begrenzungspfähle die tiefe Fahrwasserseite zu finden und nahm dann unsere Leinen am Steg an.
Wir waren wieder mit Gegenwind zusammen!

Trotzdem blieben wir noch im Hotel, denn zum Einen mußten wir ja erst einmal die Solarfelder aus unseren Kojen wieder hinaus an ihren Platz zaubern und alles segelfertig machen und außerdem hatte die Marina kein Toilettenhäuschen, so das wir die türkischen Regeln für einen Hafenaufenthalt nur im Verbindung mit einem Hotelzimmer erfüllen konnten.

Viele Grüße aus dem Mittelmeer
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Istanbul – Zwischenstopp zu Gegenwind oder Urlaub?

Moscheen prägen das Stadtbild
Moscheen prägen das Stadtbild

Istanbul erschien uns kalt, nein eiskalt, wuselig und jeder achtete nur auf sich, es gab hier kein einfaches „Hallo“ beim Vorbeigehen auf der Straße mehr. Dafür aber alte Bauwerke, die Metro, den geordneten Verkehr und das sogar als Rechtsverkehr, was wir nach so langer Zeit mit ganz anderer Normalität als absolut exotisch empfanden.

Wir blieben vier Tage in Istanbul um uns ein wenig zu akklimatisieren und den folgenden Abschnitt zu unserem Treffpunkt mit Gegenwind zu organisieren und Istanbul zu genießen.

Die meiste Zeit nutzen wir natürlich um durch die Stadt zu streifen und uns ein paar Sehenswürdigkeiten anzusehen. Dabei zog es uns zur Blauen Moschee, zur Hagia Sophia, durch die Straßen der Altstadt, einmal über den „Großen Basar“, um mit einem Teppichhändler über einen wunderschönen, handgeknüpften Wandteppich, der den Kaaba in Mekka kunstvoll zeigt, zu plaudern und ein paar süße türkische Leckereien zu erstehen – natürlich wieder zu einem völlig überhöhten Preis. Über die uns inzwischen völlig abgewöhnte Schummel- Mentalität mußten wir danach dringend weiter nachdenken, um unser Verhalten wieder auf härtere Bedingungen einzustellen.
Uns zog es bei einem Spaziergang auch an den Bosporus, die Meerenge, die Europa und Asien voneinander trennt. Wir standen auf der europäischen Seite und schauten uns das Treiben an den Ufern eine Zeitlang an, bis uns der eiskalte Wind wieder vertrieb.

Im Hotel waren wir froh, das die Heizung eingeschaltet war und ein Wasserkocher mit Teebeuteln bereitstand, denn uns war die meiste Zeit des Tages lausig kalt trotz Winterkleidung und angeblichen 15-20°C, die für unser Gefühl eher nahe dem Gefrierpunkt sein mußte. Für die Nächte gab es dicke Bettdecken, in die wir uns einkuscheln konnten – welch ein Luxus das wir uns nach einer Ewigkeit mal wieder in eine Bettdecke kuscheln konnten.

Die Tage vergingen und wir schlenderten jeden Tag durch die Stadt ohne uns die geschichtlichen Daten anzuschauen oder uns einer Führung anzuschließen, sondern einfach nur um neue Eindrücke in uns aufzunehmen und zu realisieren das die Tropen definitiv hinter uns liegen. Das Wegnetz stellte uns beim Durchschlendern allerdings immer wieder vor Herausforderungen und lange Umwege und ständige Wegerkundigungen, denn die Papierstraßenkarten, die wir nutzten, waren fehlerhaft und wiesen viele Lücken auf und ein Internetzugang für Online-Daten stand nicht auf unserer Prioritätenliste, da wir im Hotel ja einen Netzzugang hatten. Wir stellten uns dabei die Frage: „Gibt es heutzutage überhaupt noch altmodische, brauchbare Papierstraßenkarten?“
Beim Essen und auch in den Abendstunden im Hotelzimmer irrten wir in unseren Gedanken immer noch irgendwo zwischen Phuket und unserem realen Standort herum – es ist wohl doch etwas dran, das die Seele langsamer ist als ein Flugzeug.

Trotzdem freuten wir uns über diesen Schritt, der uns hoffentlich mal wieder in eine etwas einfachere Welt hineinkatapultiert hat.

Am Mittwoch, den 06. April 2022 packten wir unsere Reiserucksäcke und machten uns ein Stück zu Fuß und dann per Straßenbahn oder besser gesagt Metro auf den Weg zum Busbahnhof. Bevor wir allerdings in die Metro einstiegen, suchten wir erst einmal ein Lokal zum Mittagessen auf. Es war eine kleine gemütliche Dönerbude, so würde man es in Deutschland wohl bezeichnen. Die Besonderheit war der erste Stock, denn die Fensterfront war vom Fußboden bis zur Decke komplett offen und ohne Geländer mit den Tischen direkt an der ungesicherten Kante. Das hätte in Deutschland wohl niemand zugelassen. Nachdem wir die enge Treppe mit Kopfeinziehen und Hochquetschen unserer Reiserucksäcke geschafft hatten, genossen wir den Überblick über einen großen, belebten Platz, vor dem Metroeingang Aksaray. Nach diesem Mittagserlebnis ging es mit der Metro zum Busbahnhof, um von dort mit dem Nachtbus nach Fethiye zu fahren, damit wir uns auf das Eintreffen von Gegenwind vorbereiten konnten – sie fehlte uns!

In Fethiye kamen wir mit der Dämmerung an, also zu früh um im Hotel einzuckecken, aber wir konnten unsere Rucksäcke dort abstellen und gingen anschließend zu einem der vielen Lokale an der Uferpromenade um uns ein kleines Frühstück zu gönnen und uns an einem heißen Tee aufzuwärmen, denn auch in Fethiye empfanden wir es als lausig kalt.

Viele Grüße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – Auf dem Weg nach...

A380 Emirates bringt uns nach Istanbul
A380 Emirates bringt uns nach Istanbul

Nachdem wir Gegenwind auf die Reise geschickt hatten, begaben wir uns zu unserer Unterkunft in Phuket, einem nagelneuen Hotel, der Travellodge, gleich neben dem großen Einkaufszentrum und nahe bei dem tollen Nachtmarkt Chillva.

Natürlich freuten wir uns über diesen ersten erfolgreichen Schritt unserer Weiterreise aber das fühlte sich so schon ganz schön fremd für uns an. Wir brauchten jetzt ein wenig um zu realisieren, das wir erst einmal eine gewisse Zeit ohne unser Heim sein würden.
Aber das hatte auch seine spannenden Seiten, denn mit dem Einzug ins Hotel merkten wir sehr schnell, das Phuket aus touristischer Sicht durchaus angenehm ist und die Temperaturen verloren mit der Klimaanlage in unserem Zimmer und dem klimatisierten Einkaufszentrum gleich nebenan schlagartig ihre Brutalität, die uns an Bord so heftig zugesetzt hatte. Wir genossen es sogar, uns in der „wärmenden“ Tagessonne von den klimatisierten Räumlichkeiten etwas aufzuwärmen. Und unsere Abende gehörten dem Treiben auf dem Nachtmarkt.
Wir planten und organisierten nun unsere Weiterreise, damit wir Gegenwind an unserem gemeinsamen Treffpunkt wieder in Empfang nehmen konnten.

Am Freitag, den 1. April 2022 starteten auch wir dann unseren „Beamvorgang“ und zwar als Aprilscherz (Facebook).

Nach dem Auschecken aus unserem Hotel fuhren wir mit der Flughafenbusline, die nahezu direkt vor dem Hotel vorbei fuhr, zum Flughafen. Die Schaffnerin, die uns von unseren Fahrten von der Royal Phuket Marina zur Centro-Mall kannte, war total überrascht uns jetzt ganz bis zum Flughafen mitzunehmen. Wir verabschiedeten uns als wir ausstiegen und vertrödelten dann den Nachmittag auf dem Flughafen und wechselten von Sommer- auf Winterkleidung. Da hatten wir auf Gegenwind ganz schön kramen müssen, um die über die Jahre mitgeschleppte Winterbekleidung aus den Tiefen der Schapps und Stauräume herauszubuddeln. Und irgendwie schienen zumindest die langen Hosen ihre Formen auffällig verändert zu haben, denn Helges Hosen wollten ohne Gürtel nicht mehr halten, während Ashas Hosen sich, sagen wir, schwierig anziehen ließen.
Um 21:55Uhr sollte unser Flug starten, doch die Maschine, eine Boeing 777-300 hatte bei der Ankunft in Phuket schon einige Verspätung und so sollte sich auch unser Flug verspäten.

Dubai war unser Zwischenstopp. Wir erreichten ihn mitten in der Nacht, zwischen 01:00 und 02:00 Uhr Ortszeit, so genau achteten wir nicht darauf, denn wir hatten einige Stunden Aufenthalt, bevor es weitergehen sollte. So suchten wir uns eine halbwegs bequeme Sitzliege und dösten vor uns hin, bis am Morgen der Muezzin die Flughafenhallen zum Leben erweckte.

Um 10:45Uhr ging es schließlich weiter, zu unserem nächsten etwas längeren Aufenthaltsort. Diesmal konnten wir den Flug in einem A380 (Maschine-Nummer 133/ A6-EEL) genießen – diese Etappe war übrigens die erste seit unserem Ablegen in Kiel, auf der wir uns hoch über dem Meer und den Wolken bewegten.

Gegen 15:00Uhr Ortszeit kamen wir in Istanbul an!

Es war lausig kalt für unsere Verhältnisse, obwohl wir in lange Hosen, Fließpullover, Schal und Winterjacke eingemümmelt waren. Mit Bus und Taxi gelangten wir zu unserem Hotel. Die Taxifahrt gestaltete sich etwas umständlich, denn es wollte keiner direkt zu unserem Hotel fahren, da es in einer verkehrsberuhigten Zone lag, so daß wir ein Stück zu Fuß gehen und uns den Weg in dem Straßengewirr der Fußgängerzone erfragen mußten. Unser Hotelvermieter begrüßte uns freundlich und wir plauderten erst einmal ein wenig. Dabei stellte sich dann heraus, das wir unsere Taxifahrt zu einem deutlich überhöhten Preis bekommen hatten. „Netter Empfang“ - in den letzten Jahren/ Ländern hatten wir solche „Schummel-Methoden“ so nicht erlebt.

Viele Grüße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – "Scotty, DREI zum Beamen“

Und auf geht`s an Deck der Florijngracht
Und auf geht`s an Deck der Florijngracht

In der AoPo Grand Marina begann nun unser nur knapp zweiwöchiger Wettlauf um alles umzurüsten und neu zu planen für unseren kurzfristig anstehenden Schiffstransport: Geplant am 25. März 2022. Wir mußten alle unsere Segelvorbereitungen auf Gegenwind zurückbauen und vieles neu und anders verstauen.

Unser „Scotty“ für Gegenwind war der „Sevenstar Yacht Transport“ und mit dem Vertrag bekamen wir Unterlagen zum Ausfüllen und Durchlesen sowie die Vorbereitungsunterlagen.

Gegenwind mußte so vorbereitet werden, das das Achterstag (der Draht, der den Mast nach hinten festhält) zum Kranen abgenommen werden konnte. Dazu mußten wir zwei Solarfelder demontieren und eine Antenne abbauen. Außerdem sollten alle Segel abgeschlagen werden und alles mußte seefest verstaut werden, denn auch das große Transportschiff schaukelt in der See und ist Wind und Wetter ausgesetzt.
Sevenstar benannte uns Chris als Ansprechpartner vor Ort und wir bekamen einen Agenten mit dem Sevenstar zusammenarbeitet für die Ausklarierung von Gegenwind aus Thailand genannt. Der Papierkram für die Ausklarierung mußte natürlich auch erledigt werden. Zusätzlich mußten wir unsere Visa verlängern, da die am 26. März 2022 abgelaufen wären und so eventuell oder wie wir vermuteten wahrscheinlich ein paar Tage bis zu unserer Abreise gefehlt hätten. Und die Verlängerung geht nicht von heute auf morgen.
Außerdem mußten wir unsere Reisetaschen packen, denn wir würden ja eine Zeitlang ohne unser Heim auskommen müssen. Die Wintersachen waren in den hintersten Winkeln und Kisten verstaut, denn die hatten wir seit Ecuador nicht mehr gebraucht. Naja, ganz taufrisch sind sie natürlich nicht mehr, ein paar Flecken haben sich vom Holz abgebildet und außerdem scheint die Lagerung einen Einfluß auf die Größe gehabt zu haben, bei Helge fallen die langen Hosen ohne Gürtel herunter, während Ashas Hosen wohl eher eingelaufen sind. Auf jeden Fall würden wir die Winterkleidung für unser Ziel benötigen, denn die Vorhersagen dort sprachen von Schnee zum Zeitpunkt des Taschenpackens.
Wenn unser Heim so ohne uns auf Reisen gehen sollte, brauchten wir ja auch noch eine Unterkunft für uns und außerdem mußten wir Scotty noch einmal bemühen um nicht nur Gegenwind sondern auch uns zum Ziel zu beamen.
So war die Vorbereitungszeit gut mit Aufgaben ausgelastet.

Wir bekamen regelmäßig Standortmeldungen von der „MS Florijngracht“, denn wetterbedingt können bei einem Seetransport immer mal wieder Verzögerungen auftreten. Wir trafen uns auch zwischenzeitlich mit Chris, der uns den Verladevorgang dabei genauer erklärte: „Die Florijngracht wird vor der Insel Ko Yao Yai in einer nördlichen Bucht ca. 5 sm von unserer Marina entfernt vor Anker gehen, wir fahren zum genannten Termin hin, gehen längsseits indem wir unsere Leinen an die hinuntergelassenen Leinen der Florijngracht anknüpfen, dann lösen wir das Achterstag, anschließend kommt Chris mit seinem Schlauchboot bei Gegenwind längsseits, wir steigen auf sein Schlauchboot über – Corona- Bedingt ohne Kontakt zur Verladecrew - und dann kommt die Crew der Florijngracht und bringt sie an Deck um sie dort seefertig zu machen, also Achterstag wieder anschlagen und Gegenwind sicher vertäuen.“
So weit, so gut!

Der Termin rückte näher, verzögerte sich dann aber doch noch. Und am 28.März 2022 war es dann so weit, wir gaben unsere Reiserucksäcke an der Marinarezeption in der AoPo Grand Marina ab, bezahlten unseren Liegeplatz und legten ab mit Kurs auf die Florijngracht zu unserem Krantermin um 14:00 Uhr. Wir waren etwas zu früh dort und warteten. Ein großes Motorboot oder besser gesagt eine kleine Superyacht war noch vor uns dran und das dauerte. Unser Termin verstrich, Wind kam auf und wir warteten und warteten in der prallen Sonne, denn wir hatten ja alles demontiert und verpackt was uns normalerweise auf See Schutz bietet. Es wurde später, das Motorboot war immer noch nicht fertig, Wind und Seegang nahmen zu und wir fragten uns schon, ob das bei den Bedingungen für uns überhaupt noch funktionieren wird? Wir warteten bis das große Motorboot an Deck stand und die Vorbereitungen für unser Kranen anfing. Chris drehte mit seinem Schlauchboot ebenfalls Kreise um die Verladung abzusichern. Es wurde später, kurz vor Feierabend, dann kam Chris und verkündete uns, das es heute nicht mehr geht. Wir waren stinksauer, denn das hätte er uns auch ein paar Stunden früher sagen können, denn die Wetterbedingungen waren eher rauer als ruhiger geworden. Genervt, und trotz massivem Sonnencremeinsatz von der Sonne verbrannt fuhren wir zurück zur AoPo Grand Marina für eine weitere Nacht an unserem Liegeplatz. Zumindest hatte Chris uns nach viel Gezeter zum Abendessen in der Marina eingeladen, der einzige Luxus an diesen Tag, denn für eine Dusche war es zu spät, die schließt um 17:00Uhr und da war es deutlich drüber hinaus.

Am kommenden Morgen, Dienstag, den 29.März 2022 um 07:30Uhr war es soweit. Eine Stunde vorher verließen wir die Marina aber dann ging es pünktlich los: Anlegen, Motor aus, Strom abschalten, die letzten Kleinigkeiten schnappen, Achterstag lösen, Gegenwind abschließen und schon kam Chris mit seinem Schlauchboot längsseits bei uns, damit wir übersteigen konnten. Jetzt war Gegenwind ohne uns unterwegs. Die Verladecrew ging bei Gegenwind an Bord und schlug die Gurte an, ein Taucher war kontinuierlich dabei um die Position der Gurte zu prüfen und dann ging es aufwärts – gute Reise Gegenwind.

Chris brachte uns zurück zur AoPo Grand Marina, wir bezahlten die letzte extra Nacht, nahmen eine ausgiebige Dusche und holten unsere Reiserucksäcke ab, um dann in unser Hotel zu ziehen.
Nun folgten noch drei Nächte Phuket ohne Gegenwind, bevor auch wir unsere Reise antraten.

Viele Grüße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – … Der Wink des Schicksals

Eine andere Perspektive
Eine andere Perspektive

Nun lagen wir hinter der Insel Naka Noi Island vor Anker und schauten auf die Wettervorhersagen mit dem eingeleiteten Wechsel auf den für uns ungünstigen Südwestmonsun, sowie die aktuelle Wettersituation mit den viel zu früh durchziehenden Gewitterschauern. So betrachteten wir unseren Plan ins Rote Meer zu gelangen.

Gegen Wind und Strömung anzukämpfen, sich also gegen die Natur zu stellen und Neptun herauszufordern war definitiv nicht unsere Absicht.

Wir hatten die Vorräte bis auf Frischwaren vollständig an Bord, es fehlte also nur noch der letzte Einkauf. Gegenwind war soweit fit für den nächsten Ozean, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten – aber das hätten wir verkraftet.

Mit dieser zu frühen Wetterentwicklung, die sich gegen unsere Pläne entwickelte stellte sich uns allerdings die große Frage: Was nun?

  • Weiter machen und gegen das Wetter und Neptun ankämpfen

  • Ein Jahr bleiben und den kommenden Sommer, die Regenzeit irgendwie ertragen, wo uns doch schon der tropische Winter hier an Bord extrem gequält hatte

  • Alternative Routen mit den ganzen Corona-Einschränkungen und den dazu passenden Wetterbedingungen suchen

  • Scotty fragen ob er uns mal eben rüberbeamen kann“ - unsere Traumphantasie

  • Gegenwind in der Werft abstellen und in einem kühleren Land Urlaub machen, um dann anschließend Schimmel, Getier und Defekte durch die „Hochtemperaturlagerung“ zu beseitigen

Das waren zumindest unsere am wenigsten verrückten Ideen, die wir erst einmal weiter anschauten und bei denen wir versuchten Für und Wider zusammenzutragen.

Letztendlich blieben zwei Varianten übrig.
Zum Einen versuchten wir uns auf ein Jahr durchhalten bis zum kommenden Januar 2023 einzustellen und überlegten wie wir am Besten mit den Umgebungsbedingungen umgehen sollten: Da kamen Fantasien vom Mieten eines klimatisierten Zimmers, über eine Klimaanlage für Gegenwind mit Hafenplatz und Stromanschluß oder der tägliche Besuch von Einkaufsmalls und Eishalle zum Schlittschuhlaufen auf die Liste
und
zum Anderen formulierten wir ein paar Emails um „Scotty“ zu erreichen.

Auch wenn wir uns nach kühleren Orten sehnten, hatten wir es nun ja erst einmal nicht mehr eilig um den Ankerplatz zu verlassen, denn einen teuren Hafen würden wir noch früh genug aufsuchen,

Wir schauten immer wieder in die verschiedensten Wettervorhersagen aber es änderte sich nichts. Wir beobachteten das Heranziehen eines Twisters, wie viele Thailänder die Depressionen nennen und damit wurden die Gewitter und Wolkenbrüche immer heftiger. Der Luftdruck schwankte mächtig, so daß wir wie üblich in solchen Wetterlagen müde durchhingen und der Kreislauf kämpfen mußte.

In dieser Zeit bekamen wir eine völlig überraschende, super, super tolle Nachricht von einem guten Engel über eine kräftige Unterstützung – Vielen lieben Dank!!!

Kaum einige Tage später, am Donnerstag, den 10.März 2022 erhielten wir eine Email von „Scotty“ mit einem Angebot zum Beamen!
Naja es war eher ein Schiffstransport mit dem Frachter aber für unsere Art des Reisens gefühlt wie beamen.
Das Angebot wühlte uns mächtig auf, denn es war nicht wirklich extrem utopisch hoch, so wie wir es sonst in jeder Erzählung bisher gehört hatten, es hatte allerdings einen Haken – die Entscheidung dafür hatte nur einen Tag Zeit, denn dann sollte der Ladeplan gemacht werden.

Wir telefonierten, wir verbrachten eine schlaflose Nacht, wir rechneten und wir überlegten hin und her.

Jetzt das Angebot von „Scotty“ zum Beamen und wenige Tage zuvor die Überraschung von einem Engel uns zu unterstützen, das muß ein Wink des Schicksals sein!

Mit dieser Kombination könnten wir raus aus den hiesigen, brutalen, tropischen Bedingungen in diesen Gewässern und zusätzlich würden wir damit so weit kommen, das wir unser Ziel doch noch erreichen könnten – auffälliger kann das Schicksal wohl kaum winken.
So sagten wir bei dem Schiffstransport zu!

Am Sonntag, den 12.März 2022 holten wir unseren Anker auf und fuhren in die AoPo Grand-Marina, die wir ja schon kannten. Hier begannen nun unsere Vorbereitungen für den Schiffstransport.

Viele Grüße aus einem anderen Land
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – Aus der Werft und dann weiter ...

Raus aus der Werft
Raus aus der Werft

Unser Plan sah vor, das wir Mitte Januar 2022 von Phuket aus in Richtung Suez Kanal segeln wollten. Aber Mitte Januar standen wir noch hoch und trocken in der Werft der Royal Phuket Marina und kämpften mit den ganzen Reparaturen und unserer Erschöpfung durch die brutale Hitze. Wir sahen unsere Zeit dahinrauschen und schufteten wie es halt gerade möglich war um endlich fertig zu werden. Wir mußten Gegenwind sogar noch einmal umsetzten lassen, um die letzten Riff- Schäden unter dem Kiel reparieren zu können. Währenddessen fing Asha schon langsam an unseren Proviant für die Überfahrt heranzuschaffen und Gegenwind zusätzlich zu den ganzen Baustellen auch damit noch vollzustopfen.

Am Dienstag, den 15.Februar 2022 war es dann endlich so weit, Gegenwind wurde ins Wasser gesetzt! Alle erneuerten Ventile und Dichtungen waren dicht und der Motor, den wir ja ausgebaut und eine ganze Zeitlang mitten im Niedergang stehen hatten, sprang auf anhieb an und lief rund. Das brachte uns bei den Arbeitern ein massives Staunen und Bewundern ein.
So fuhren wir zu unserem Liegeplatz in der Marina um die letzten Dinge zu richten.

Natürlich kamen da noch ein paar neue Arbeiten hinzu, denn der lange Werftaufenthalt hatte zu einigen weiteren Ausfällen geführt. So versagte beispielsweise unsere WC-Pumpe und wir fanden Risse im Gaskasten, durch die Wasser ins Schiff eindrang, so daß unsere Bilge schon ein Stück geflutet war, außerdem lieferte die Solaranlage nicht mehr ausreichend Energie und auch einige Schäkel und Leinen sowie ein Block für den Baumniederholer gaben auf. Alles nur „Kleinigkeiten“ aber die Reparaturteile mußten erst einmal wieder mühsam in den Läden oder in den Tiefen von Gegenwinds Stauräumen mit viel Packerei gesucht und dann auch noch verarbeitet werden.

Die passende Segelzeit für unsere geplante Strecke ist von Januar bis Ende März. Unsere Wetterbeobachtungen aus den vergangenen zwei Jahren stimmten mit den allgemeinen Segelanweisungen überein – so waren wir spät dran aber immer noch im Zeitrahmen, denn in ein paar Tagen sollten wir endlich fertig sein.

So verließen wir am Mittwoch, den 02. März 2022 gegen 10:00 Uhr die Royal Phuket Marina, mit der wir für uns die allerbeste Wahl getroffen hatten und super zufrieden waren. Die Gezeiten für unser Auslaufen hatten wir so gewählt, das wir auf jeden Fall mit ausreichend Wasser unter dem Kiel durch das ca. 5 Seemeilen lange, abgesteckte Fahrwasser gelangen konnten.
Wir wollten unseren Motor einige Stunden lang laufen lassen, um zu sehen ob auch wirklich alles für die lange Passage und die voraussicht vielen Motorstunden im Roten Meer fit ist – das sah super aus.
Wir gingen neben unserem Quarantäneankerplatz vor Anker. Zu dieser Jahreszeit befindet sich der Platz anders als bei unserer Ankunft in Thailand im Lee der Insel Naka Noi Island und bietet daher guten Schutz auch bei schlechtem Wetter, das während des vorherrschenden Nordostmonsuns von Dezember bis April in der Regel aus östlichen Richtungen weht. Hier wollten wir nun die letzten Tests mit unserem reparierten und neuem Equipment machen.

Sofort bei unserer Ankunft am Ankerplatz beschäftigten wir uns als Erstes mit dem Wetter, denn seit ca. ein- bis zwei Wochen zogen immer wieder heftige Gewitter mit Wolkenbrüchen über uns hinweg, was eigentlich in dieser Zeit nicht normal ist aber wir haben das, in unserem Eifer fertig zu werden, für unsere Ozeanpassage nicht bewußt wahrgenommen. Nun, da wir uns die Wetterdaten genau anschauten, erkannten wir, was eigentlich zu dieser Zeit nicht sein sollte: Die ersten Depressionen, Tiefdruckgebiete zeigten eine mögliche Entwicklung hin zum Zyklon oder zumindest zu stürmischen Winden. Es gab allerdings keine Warnungen in den Wettervorhersagen, nur unsere Erfahrungen haben uns da doch genauer hinschauen lassen. Die Möglichkeit zumindest für stürmische Winde, die uns entgegen wehen würden, war sehr wahrscheinlich. Und tatsächlich entdeckten wir in den Vorhersagen leider auch die erste benannte Depression, die uns mit stürmischen Winden und hohen Wellen den Weg versperren sollte.
So war der Wechsel vom Nordostmonsun zum Südwestmunsun eingeleitet und damit würden sich für uns ungünstige Winde und Strömungen jetzt durchsetzten.

Fortsetzung folgt in Kürze!

Viele Grüße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – Unsere besonderen Thailand- Momente

Besuch am Big Budda
Besuch am Big Budda

Wochen, Monate im Stress und Arbeiten an Gegenwind von Morgens bis Abends, um die vergangenen zweieinhalb Jahre der Corona-bedingten Mangelwirtschaft aufzuarbeiten, haben uns mächtig angespannt - Und das alles im Zeitlupentempo der tropischen Temperaturen. Das ist irgendwie widersprüchlich aber trotzdem real. Die Tagestemperaturen im Schiff betrugen meist um die 37°C, manchmal schaffte es unser Thermometer sogar auf gut über 40°C, während es in den Nachtstunden auf teilweise kühle 28°C fiel. Die Wassertemperatur in der Gegend beträgt trotz kräftiger Strömungen um die 31°C. Alles ist heiß, einige elektronische Geräte wie Plotter, Ladegeräte, Handys und Computer waren beim Betrieb am Tage zum anfassen fast zu heiß oder ließen sogar Bildschirme unklar werden. Uns rutschten regelmäßig unsere Werkzeuge aus den Händen und die Schweißtropfen verbreiteten sich überall in Pfützen oder Lachen. So lernten wir auf die harte Tour, das wir unter diesen Bedingungen selbst für einfache Dinge ca. die fünffache Zeit einplanen mußten und selbst unser Gehirn hatte in diesen Temperaturen auf extrem langsam geschaltet. Wenn wir mal wieder nachdenken oder unsere Pläne überarbeiten wollten, suchten wir uns gut klimatisierte Aufenthaltsorte, so daß nach einer gewissen Abkühlung unsere Gehirne tatsächlich wieder normal funktionierten und wir dabei erstaunt feststellten, was unter der Hitze alles untergegangen war – so entstand an diesen kalten Orten eine Abarbeitungsliste nach der anderen um den Hitzeauswirkungen nicht völlig hilflos ausgesetzt zu sein. Und das nennt sich in Phuket die kalte Jahreszeit – gefühlt bisher unsere extremsten Tropenerfahrungen.

Natürlich hatten wir während unseres Aufenthaltes in Phuket immer wieder ein paar kleine Ablenkungen und Erholungen eingebaut. Jetzt soll aber niemand auf den Gedanken kommen, das wir die netten Buchten oder tollen Strände dazu besuchten – das ist etwas für die Touristen die aus der Kälte kommen und sich über jeden Sonnenstrahl freuen, bevor sie sonnenverbrannt wieder ins klimatisierte Hotel zurückkehren.
Uns zog es gerne in gut klimatisierte Einkaufszentren zum Schaufensterbummel um dort mal wieder schwitzfrei ein paar entspannende Stunden zu verbringen und das Menschen-Gewusel zu genießen.

Außerdem entdeckten wir eine Eishalle in die wir uns einige Zeit zum Schlittschuhlaufen begeben hatten. Das war herrlich kalt, wir froren sogar richtig und wir bekamen kälte-rosa-gefärbte Gesichter, denn unsere doch eher dünne Bekleidung war kein echter Kälteschutz. Die Schlittschuhrunden machten super viel Spaß und im Anschluß war der Gang nach draußen in die tropischen Temperaturen auch richtig angenehm – zumindest für einen Augenblick.

Während eines Einkaufsausfluges nach Phuket-Town entdeckten wir auch einen einfach zugänglichen Tempel, indem wir dann auch gleich eine Runde drehten und die für uns ungewöhnlichen Glaubensreliquien anschauten.

Auch hatten wir uns ein Auto - selbstverständlich klimatisiert – gemietet, um die Insel zu erkunden. Die ersten Meter hinter dem Steuer waren echt ungewohnt, denn so eine Geschwindigkeit ist keine Normalität mehr für uns. Der Linksverkehr in dem wir fuhren fühlte sich für uns an, als ob wir gar nichts anderes kennen, nur das Steuer war zum Einsteigen irgendwie auf der falschen Seite.

So besuchten wir den Big Budda, eine übergroße Buddastatue mit Tempelanlage und bestaunten die imposanten Statuen auf dem Gelände, während Priester für die Gläubigen zu gegen waren. Auch machten wir die Bekanntschaft mit den dort frei lebenden Affen, die die liegen gelassenen oder entsorgten Reste der Touristen nach Essbaren durchstöberten.

Thailand ist ja auch ein Land der Tiger und Elefanten und so führte unsere Inseltour zu einem Tiegerpark mit 36 „Streicheltigern“. Auf Phuket leben keine freilaufenden Tiger und so kommen die Tiger für den Streichelzoo aus dem Norden des Landes. Diese imposanten Tiere werden im Zoo geboren und kurz nach der Geburt schon an den Menschen gewöhnt, so daß es für die mutigen Touristen sogar möglich ist, ausgewachsene Zweimeterexemplare in ihrem Gehege zu besuchen, sich direkt mit ihnen fotografieren zu lassen und sie dabei sogar wie ein Miezekätzchen zu streicheln aber nur von hinten. Wir waren nicht so mutig uns für ein Fotoshooting in einen Raubtierkäfig zu begeben. Wir sahen uns das Spektakel lieber von einem Platz hinter dem sicheren Zaun an.

Zu Südostasien gehören auf jeden Fall noch Elefanten dazu und die fanden wir an einer kleinen Station neben der Straße. Dort standen mehrere Elefanten bereit um Touristen durch einen Wald zu tragen. Wir machten einen kurzen Stopp, um die Tiere in der Station einen Augenblick zu beobachten und fuhren anschließend weiter zum großen Touristenstrand auf der Westseite Phukets, um auch dort mal einen Blick zu riskieren. Über Patong- Beach ging 2004 die große Tsunamie-Welle mit ihren Zerstörungen. Jetzt ist das Leben natürlich wieder normal, wenn man davon absieht, das Corona-bedingt nur ca. 20% der Touristen bisher zurückgekehrt sind. Der Strand ist mit Länderflaggen gut gekennzeichnet, so daß sich die Menschen jedes Landes in ihrem Strandabschnitt um ihre Flagge versammeln können. Für unser Empfinden ist das eine merkwürdige Gesellschaft, die ins Ausland fährt um unter ihresgleichen zu bleiben.
Da wir zum Dunkelwerden dort waren und die Amüsierstraße gerade anfing in Schwung zu geraten, schlenderten wir noch einmal rüber, um das Bild des „Ballermanns“ in Thailand mit seinen vielen süßen Mädels oder auch Ladyboys mitzuerleben und auch den touristisch etwas aufdringlichen Nachtmarkt mit seinen kleinen Leckereien kennenzulernen. Es hielt uns allerdings hier nichts wirklich fest.

Inzwischen haben wir auf anderen Wegen den lokalen Nachtmarkt Chillva besucht und das Gewusel mit den verschiedenen Düften der lokalen Küche, den kleinen Bands und vor allem der freundlich entspannte Umgang miteinander waren ein echt klasse Erlebnis, bei dem wir an mehreren Abenden eine nette Zeit verbrachten.

Viele Grüße jetzt aus einem anderen Land
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – Unser neues Großsegel

Unser neues Großsegel
Unser neues Großsegel

Natürlich erleben wir auch einige tolle Höhepunkte bei der ganzen Arbeit an und um Gegenwind. So haben wir unser neues Großsegel zwischen Weihnachten und Neujahr angeschlagen. Dazu waren wir ein paarmal bei „Rolly Tasker Sails“, einem der weltgrößten Segelmacher, der hier in Thailand eine riesige Segelmacherei betreibt. „Rolly Tasker Sails“ findet man auch in Deutschland, in Greifswald.

Die Halle hier ist riesig und wir wurden superfreundlich vom Chef persönlich empfangen. Sven Cornelius, ein Deutscher, nahm unsere Daten auf, vermaß mit seinen Mitarbeitern unser altes Großsegel und gab uns ein super Angebot, noch dazu mit der Aussage in drei Wochen ist es fertig.

Sven führte uns voller Stolz durch seine Segelmacherei. Der größte Schatz von „Rolly Tasker Sails“ sind die langjährigen Mitarbeiter, die sowohl bei der Aufnahme unserer Segeldaten sowie bei der Übergabe aufmerksam auch auf die kleinen Dingen geachtet haben und uns so  demonstriert haben, das sie ihr Handwerk beherrschen.
Beeindruckend fanden wir die Größe der Halle, mit der Möglichkeit sogar Segel für eine Superyacht problemlos auszubreiten.
Begeistert zeigte Sven uns die hochmodernen, computergestützten Zuschneidemaschinen, mit denen die Segeltuchbahnen exakt geschnitten werden. Dort verweilten wir eine ganze Zeit lang, um uns die Arbeitsschritte vom Computerdesign bis zu den einzelnen Stoffbahnen zeigen zu lassen.
Danach kommen die Bahnen zu den Näherinnen, die aus den Einzelstücken ein Segel zusammenbauen und anschließend die ganzen Beschläge bis zum fertigen Segel hinzufügen.

Zum Glück hat „Rolly Tasker Sails“ ein großes Lager an hochwertigen Segelstoffen und Tuchen, das für zwei Jahre Material vorrätig halten kann. Zurzeit ist auch „Rolly Tasker Sails“ von den weltweiten Lieferschwierigkeiten von Tuchen und Segelstoffen betroffen und nur durch das große Lager lassen sich auch noch weiterhin die Aufträge abarbeiten, damit wir Segler mit ordentlichen Segeln unterwegs sein können.

Total überrascht hat uns ein Bereich in der Halle, mit Leinen-Wickel- und modernen  Kunststoffspritzmaschinen, mit denen die benötigten Leinen und Plastikbeschläge in der Fabrik selber hergestellt werden können. Dabei sind sogar Leinen- Wickelmaschinen aus Oldenburg im Einsatz.

Die Segel werden in die ganze Welt verschickt.

Direkt nach Weihnachten, unserem Wunschtermin, holten wir unser neues Großsegel dann ab. Wir wurden von Eric, Svens Vertreter empfangen und packten gemeinsam mit den Mitarbeitern unser neues Segel noch einmal aus, um zu sehen ob auch wirklich alles paßt. Die Mitarbeiter schauten gespannt auf unsere kritischen Blicke. Aber unsere Blicke wurden immer freudiger und wir sahen unsere Wünsche erfüllt. So wurden auch die Mitarbeiter immer munterer uns gegenüber und freuten sich mit uns, daß wir zufrieden mit ihrer Arbeit waren. Anschließend nahmen wir noch eine neue vor Ort produzierte Leine und etwas Segelgarn aus dem Shop mit.
Danach ging es für Eric an ein weiteres neues Segel, nun von unseren Freunden, für die Eric sich ebenfalls ausgiebig Zeit nahm. Wir waren mit dabei die Maße für das Segel zu diskutieren und konnten sehen mit welchem Engagement die Segeldesigner im Computer daraus ein passendes Segel kreierten.

Sofort als wir zurück an Bord waren, schlugen wir das neue Großsegel an und setzten es probehalber – zum Glück war der Wind sehr schwach, denn Gegenwind stand ja aufgebockt in der Werft. Es sieht super aus und paßt so wie wir uns das vorgestellt haben. Das Segel wird auf der kommenden Etappe zeigen, was es leisten kann. 

Vielen Dank Sven und Eric für Eure super Betreuung und auch Euren überwiegend weiblichen Mitarbeitern vielen Dank für ihre professionelle Arbeit.
Wir finden es super, daß wir die Fotos veröffentlichen dürfen.

Viele Grüße aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – Zäh und anstrengend

Der Motor steht gute zwei Wochen im Salon
Der Motor steht gute zwei Wochen im Salon

Wir sind im Paradies und trotzdem klagen wir über Streß, Anstrengung, Erschöpfung und keine Zeit.
Tatsächlich, das gibt es!

Seit über drei Monaten sitzen wir nun schon in der Werft und arbeiten an Gegenwind, kämpfen mit Ersatzteilen und fühlen uns gehetzt vom Kalender. Unsere „to do“- Liste nimmt gefühlt kein Ende, obwohl wir doch langsam dies und das fertig bekommen. So ist Gegenwinds Unterwasserschiff jetzt komplett fertig und so gut wie neu. Auch der Motor steht wieder an seinem Platz, nachdem er uns gute zwei Wochen im Salon Gesellschaft geleistet hatte. Der erste kurze Probelauf hat auch gleich auf Anhieb prima geklappt, dafür waren die Arbeiten kein Vergnügen. Die meisten Ersatzteile wie eine neue Rettungsinsel oder eine neue Ankerkette haben wir inzwischen an Bord. Natürlich gibt es auch Teile die wir nicht bekommen haben, zum Beispiel für unseren Windgenerator. Eigentlich hatten wir Anfang Dezember die Bestellung platzieren wollen aber dann traten plötzlich noch Probleme mit den Teilen beim Hersteller auf und ab Mitte Dezember bekamen wir keine Antwort mehr. In der zweiten Januarwoche erhielten wir doch wieder eine Nachricht von ihm, aber da war es für eine Bestellung zu spät. Wir haben die Einzelteile vom Windgenerator jetzt zerlegt und sind dabei eigene Bauteile zu fertigen – hoffentlich klappt das.

Auch fehlt noch die Wiederbelebung des Wassermachers, obwohl wir die Teile inzwischen bekommen haben. Die Ersatzteillieferung dazu aus Deutschland hatte uns einen guten Monat lang nahezu täglich mächtig genervt und beschäftigt, denn den brauchte das Paket von Bangkok bis zu uns mit einem leidigen Hin und Her zwischen uns, dem Lieferdienst und dem Zoll, so daß selbst die sonst so höflichen Thailänder aus dem Marina-Office, die uns bei den Telefonaten halfen im Tonfall deutlich, sagen wir „energischer“ klangen. Aber die Teile sind letztendlich angekommen.

So ganz nebenbei stapeln sich auch unsere Vorräte für die Weiterfahrt immer höher zwischen den Ersatzteilen, denn auch die müssen von den verschiedenen Supermärkten zusammengesucht und an Bord geschafft werden. Vieles davon schleppen wir in glühender Hitze in unseren Rucksäcken über mehrere Kilometer lange Fußmärsche an Bord. Zum Glück fahren seit November wieder öffentliche Busse, die uns die richtig weiten Wege etwas erleichtern. Aber die vollständige Verproviantierung für mindestens drei Monate mit der Gefahr, daß wir nirgendwo nachfüllen können, ist doch ein erheblicher Aufwand. Es gibt hier immerhin gute Schiffsausrüster und Supermärkte, aber natürlich ist nicht immer alles verfügbar.       

Ideal sind die Voraussetzungen hier trotzdem nicht. Es ist brutal heiß, im Schiff liegt die Temperatur tagsüber bei 36°C, an Deck können wir nur mit Schuhen schmerzfrei laufen oder beim Arbeiten nur mit Knieschutz knien. Die Hände mit denen wir die Werkzeuge halten, müssen wir ständig trocken wischen, damit die Werkzeuge uns nicht aus der Hand rutschen. Vom T-Shirt bis zur Unterhose können wir unsere Kleidung nach spätestens einer Arbeitsstunde auswringen und damit wenigstens eine Kaffeetasse füllen – das müssen wir natürlich wieder auffüllen, denn sonst fühlt sich der Körper schnell wie eine Dörrpflaume an. Nachts fällt die Temperatur kaum unter 29°C. Wir hatten aus Interesse sogar mal die Temperatur in unseren Schränken gemessen und da zeigte unser Thermometer mehr als 40°C an. Ventilatoren, die wir dank Landstrom problemlos betreiben können, laufen 24 Stunden am Tag. Und dabei haben wir zurzeit „die kalte Saison“.

Aber das ist natürlich noch nicht alles, denn es gibt Tiere, die diese warme Feuchte besonders lieben: die Moskitos. Sie sind echte Plagegeister. In jedem Schatten und während der gesamten Nächte schwirren sie in Massen um uns herum. Manchmal verschlucken wir sogar welche. Unsere Gegenmaßnahmen wirken bei den Mengen eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir cremen uns den ganzen Tag und auch während der Nacht alle 2-3 Stunden mit Moskitocreme ein und mit Beginn der Dämmerung hilft eine Räucherspirale um uns die Sauger etwas vom Leib zu halten. Das grenzt schon fast an Folter, denn so schlafen wir keine Nacht durch und das seit unserer Ankunft.

Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder ins Wasser zu kommen und Schutz und Schlaf auf dem weiten Ozean zu suchen.
Bald muß es soweit sein!

Viele Grüße von der inzwischen super gestreßten und erschöpften Gegenwind-Crew aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – Hoch und trocken

Kielschaden 10cm² von der Kielhacke sind abgebrochen
Kielschaden 10cm² von der Kielhacke sind abgebrochen

ACHTUNG ÜBERLÄNGE!
Am Samstag, den 23. Oktober 2021 verließen wir die AoPo Grand Marina mit Ziel uns DREI in die Yachtwerft zu begeben.
Um zur Werft in der Royal Phuket Marina zu gelangen, mußten wir wieder an dem blöden Riff vorbei. Diesmal waren wir allerdings übervorsichtig, wir folgten unserem Track, den wir um das Riff ja schon geschafft hatten, stoppten allerdings bei jeder kleinen Unsicherheit auf, denn die Aussagen von Einheimischen und anderen Seglern, die hier schon eine ganze Zeit unterwegs sind, lassen nicht gerade viel Vertrauen in irgendeine Seekarte aufkommen. Zum Hochwasser mußten wir vor der Einfahrt zur Royal Phuket Marina ankommen, um durch einen langen ausgebaggerten Kanal hineinzugelangen – die Passage dauerte ca. eine Stunde. Wir bekamen von der Marina einen Guide mit Boot vorneweg geschickt um sicher durch den Kanal zu gelangen. Unsere Seekarte gab den Kanal allerdings recht gut wieder und zusätzlich war er noch mit Pfählen auf der Backbordseite markiert. Trotzdem hätten wir ohne Guide unsere Probleme gehabt, denn wir mußten eine Stelle passieren, an der unser Echolot (Tiefenmesser) blind war und aufgrund von Pflanzen am Boden nur gut einen Meter Wassertiefe anzeigte – das wäre bei einem festen Untergrund 0,7 m Wassertiefe zu wenig gewesen. Da wären wir ohne Guide so wohl nicht mehr durchgefahren, zumal das Wasser auch nur eine graubraune, undurchsichtige Brühe war.
In der Marina-Einfahrt angekommen machten wir kurz am Tanksteg fest, um das an Land heben  mit der Kranmannschaft zu besprechen und dann ging es auch schon in die Kranbox und ab in die Lüfte mit uns DREIEN. So standen wir frisch abgespritzt am 23.Oktober 2021 um 14:30Uhr hoch und trocken im Werftbereich der Royal Phuket Marina.
Unsere Position ist: N07°58,076‘ E098°23,485‘. Gegenwinds Standort findet ihr auch auf „MarineTraffic“.

Jetzt war unsere Idee, endlich mal etwas Ruhe zum Regenerieren zu finden, unsere „Wunden zu lecken“ und unsere nächsten Schritte zu planen und umzusetzen.

Bis heute (Silvester) suchen wir immer noch die Zeit zum Regenerieren, denn irgendwie sind die Wartungs-, Reparatur- und Vorbereitungsarbeiten um die kommende Segelsaison für unsere Weiterfahrt zu bekommen doch sehr aufreibend und können mit jedem Alltagsstreß in einem normalen Arbeitsleben problemlos konkurrieren, zumal ja auch noch die nächste COVID19-Variante in der Tür steht und damit droht uns die Türen vor der Nase wieder zu verschließen. So haben wir nicht einmal mehr viel Zeit für Ablenkungen.

Nun aber erst einmal zu unserem allerersten Blick, als Gegenwind aus dem Wasser heraus war. Er galt natürlich Gegenwinds Unterwasserschiff und den Schäden, die durch das Stranden auf dem Riff entstanden waren.

Es zeigte sich jetzt, wie stabil Gegenwind doch gebaut ist. Ja, sie zeigte GFK-Schäden am Kiel, aber alles reparierbar, auch die Stelle an der Kielhacke, die herausgebrochen war – ein ca. 10cm² großes Stück. Der Edelstahl-Skeg, mit dem Ruder hatte nicht einmal einen Kratzer abbekommen nur ein wenig Farbe und einige Muscheln verloren – Glück im Unglück nennt man das wohl!

Die ersten Tage auf dem Trockenen galten unserer Umgebung. Wir wohnen natürlich weiter auf Gegenwind auch wenn sie in der Werft steht und damit etwas unkomfortabler ist.

Wir erkundeten die Infrastruktur: Zuallererst stand die Frage auf dem Plan, wo und wie bekommen wir Ersatzteile für uns und für Gegenwind. Wo gibt es Brot, wo bekommen wir frisches Obst und Gemüse, wie gut sind die Supermärkte ausgestattet mit unseren Alltagsprodukten, wie zum Beispiel „Klopapier“ und wie sind sie erreichbar, wo können wir mal etwas günstiges Essen gehen.
So machten wir uns auf den Weg. Unser Werftliegeplatz bietet einen soliden und vor allem sauberen Betonfußboden und ist umgeben von einer schicken Hotel und Wohnanlage, die Corona-bedingt allerdings fast vollständig ausgestorben ist. Morgens und abends werden die „Sandbox-Touristen“ von den Ausflugsbooten hier eingesammelt und abgesetzt. Außerdem werden Motorboote, die in einem riesigen Regalsystem gelagert werden,  mit Riesengabelstaplern aus dem Lagergestell ins Wasser oder wieder zurück ins Regalfach gestellt.
Die Leute sind freundlich. Allerdings kamen in unseren ersten Werfttagen immer wieder Arbeiter auf uns zu, die uns ihre Dienste anboten und in uns eine sprudelnde Einnahmequelle sahen. Den Zahn haben wir ihnen gezogen, denn so reich sind wir doch nicht, das wir Heerschaaren für dies und das und alles beschäftigen können. Unsere Devise ist da „Do it yourself“, denn damit kennen wir Gegenwinds Zustand und müssen uns keinen überflüssigen Schnickschnack aufschwatzen lassen, den wir, damit es klappt auch noch im Detail vorgeben und überwachen müßten – also daneben stehen und die Handgriffe erklären. So etwas brauchen wir nicht.

Von unserem Werftstellplatz aus brauchen wir zu Fuß etwa eine halbe Stunde bis an die Hauptstraße. Manchmal werden wir auch mitgenommen. Wir sind in einem Auto- und Motorroller- Land. Es gibt hier zwar Fußwege aber die verdienen eher den Namen Hindernisparkuhr, mit Verkehrsschildern auf Kopfhöhe für Helge, also Kopf einziehen. Außerdem sind die Fußwege gespickt mit etlichen Pfeilern, Autos, Kantsteinen und Sträuchern oder herunterhängenden Ästen, die es zu umrunden gilt. Viele Straßen haben gar keine Fußwege sondern nur Grünstreifen, so daß wir hier als Fußgänger meist die einzigen auf der Straße sind, denn wer will bei über 30°C im Schatten schon laufen und das auch noch auf dem Grünstreifen entlang vielbefahrenen, mehrspurigen Autostraßen. So haben wir uns unsere Umgebung wacker erkämpft und ein paar riesige Einkaufszentren und Supermärkte gefunden, bei denen wir unsere Vorräte besorgen können. Gut bestückte Segelausrüstungsläden gibt es hier ebenfalls, aber in der Nachbar-Marina ca.1,5km entfernt.

Um Euch mal einen kleinen Eindruck von unserem Streß zu geben und für uns beim Schreiben etwas Zeit zu sparen, zeigen wir Euch hier mal unsere To-Do-Liste:

  • Fangen wir einfach mit dem lädierten Kiel an, der muß abgeschliffen und neu geformt und aufgebaut werden.
    Den großen Bereich haben wir inzwischen fertig und auch das abgebrochene Stück ist neu geformt und an die Kielhacke angepaßt. Die Arbeiten bei über 30°C im Schutzanzug waren so schweißtreibend, daß Helge eine Wassertropfenspur hinter sich herzog, denn aus dem Anzug floß in Strömen der Schweiß aus den Arm- und Beinbündchen. Das war auch maximal 2-3 Stunden am Tag auszuhalten und nach zwei Tagen war ein Tag Ruhe angesagt. Helges Kommentar: „Ich fühle mich wie eine Dörrpflaume und das bei einem Trinkwasserdurchsatz von 5-6Litern am Tag.
    Für die kleineren Stellen auf denen Gegenwind gerade steht, muß sie noch einmal umgesetzt werden.
  • Neues Antifouling muß gestrichen werden, dazu muß auch der Wasserpaß noch einmal ca. 10cm höher gezogen werden, denn das ständige, heftige Schaukeln in Dili am Ankerplatz hat dort einen Teil des Überwasserbereichs zerstört, auch das ist inzwischen großteils erledigt.
  • Lackarbeiten an der fast völlig abgeblätterten Fußreling und den Handläufen müssen durchgeführt werden. Wobei wir auch da die erste Hälfte erledigt haben.
  • Außenbordsventile, die im vergangenen Jahr undicht geworden sind und sich nicht mehr bewegen lassen müssen erneuert werden. Eines ist schon ausgetauscht, das zweite ist teilweise demontiert.
  • Die Ankerhalterung am Bugbeschlag hatte sich bei der Havarie verbogen und muß nun noch wieder gerichtet werden.
  • Der Anker schreit nach Rostentfernung und neuem Rostschutz
  • Die Ankerkette muß ersetzt werden, denn etliche Kettenglieder haben anstatt 8 nur noch 5mm Durchmesser – da war der Dauereinsatz in Dili einfach zu brutal.
  • Ein neues Kabel für unsere Zweifarbenlaterne am Bugkorb muß eingezogen werden, denn das alte Kabel hat Wasser gezogen und ist Stromundurchlässig geworden.
  • Der Gaskasten braucht einen neuen Abflußschlauch
  • An einem Riesenprojekt sind wir gerade dran: Die Propellerwelle braucht ein neues Lager und dazu muß der Motor aus dem Motorraum heraus. Außerdem stehen am Wärmetauscher noch ein paar Dichtungen zum Wechsel an. Von der üblichen jährlichen Motorwartung, wie z.B. Ölwechsel, Filterwechsel brauchen wir da kaum noch reden, denn die werden wir in einem Abwasch gleich mitmachen.
  • Ein Dorn im Auge ist uns seit einiger Zeit unsere Rettungsinsel, denn die ist so in die Jahre gekommen. Das Thema Wartung konnten wir bisher vergessen, denn das war für unser Modell nirgendwo möglich. Hier würde man sich dran versuchen aber der Wartungspreis liegt nahezu beim Preis einer neuen Insel. So haben wir uns entschieden unsere alte in den Ruhestand zu schicken und eine neue an Bord zu nehmen.
    Wir haben es uns nicht nehmen lassen die alte Insel dann auch mal zu testen – die Entscheidung für eine neue Insel ist goldrichtig.
  • Wir werden unsern Wassermacher wieder aktivieren und dazu eine neue Membrane und viele neue Dichtungen einbauen. Eigentlich hatten wir vor uns auf Zwischenstopps mit Trinkwasser zu versorgen, aber das war vor Corona. Jetzt müssen wir wohl mit den vielen Corona-Einreiserestriktionen eine Nonstop-Tour planen und dazu benötigen wir mehr Trinkwasser als wir an Bord mitschleppen können.
  • Unser Windgenerator war hier am Quarantäneankerplatz ausgefallen und so müssen wir für unsere Stromversorgung auch etwas tun. Eigentlich sollten Ersatzteile bereits auf dem Weg sein, aber bedingt durch die weltweiten Lieferprobleme von Elektronikteilen und einem doch komplizierteren Ersatzteil warten wir noch auf Antworten von dem Hersteller, kurz vor Weihnachten hat der einfach die Kommunikation eingestellt und zeigt seitdem keine Reaktion mehr.
    Wir werden eine Lösung finden müssen, sonst bekommen wir unsere Stromversorgung nicht gedeckt.
  • Unserem ENO-Kochherd konnten wir hier wieder einen elektrischen Zündfunken auf Knopfdruck verpassen. Das Anzünden per Feuerzeug, wenn auf See die Kochtöpfe draufstehen war doch ein ziemlicher Balanceakt.
  • Der Schiffspropeller muß noch mit Antifouling gestrichen werden
  • Und ein paar Anoden als Korrosionsschutz brauchen wir auch noch
  • Wir haben nun auch wieder einen zweiten Computer an Bord. Wenn unser inzwischen doch etwas betagtes Panama-Modell den Geist aufgeben sollte, wollen wir unterwegs auf jeden Fall Wetter abrufen und auswerten können und auch unsere Sicherheitsmeldungen und die Kommunikation mit den Einreisebehörden und Agenten per Email sind essentiell.
  • Elektronische Seekarten für den Indischen Ozean und das Mittelmeer hängen gerade in Bangkok fest. Wir hoffen die schaffen das letzte Stückchen zu uns jetzt auch noch in den nächsten Tagen.
  • Ein neues Großsegel mußten wir in Auftrag geben, denn bei unserem alten sind nicht nur die Nähte schadhaft, sondern auch das Tuch im oberen Bereich hat angefangen mürbe zu werden. Dazu werden wir auch noch einen extra Bericht liefern, denn die Segelmacherei hier vor Ort hat uns echt beeindruckt.
  • Natürlich stehen ganz nebenbei noch die Routenplanung, die Verproviantierung und die Frage nach den möglichen Zielhäfen auf unserem Zettel. Allerdings verursachen die Zielhäfen mit den Corona-Einreiseformalitäten und der sich ausbreitenden neuen Corona-Variante und deren Einfluß auf die Weiterfahrt uns immer größeres Kopfzerbrechen.


Wer möchte darf uns bei der Liste natürlich gerne unterstützen – nutzt einfach den PayPal link.

Wir sind ziemlich traurig darüber, das wir es immer noch nicht hinbekommen haben, allen unseren super lieben und treuen Unterstützern eine persönliche Nachricht zu schicken.
Also sagen wir auf diesem Weg erst einmal super vielen herzlichen Dank!  
Aber keine Angst das ist nicht alles, denn wir melden uns noch persönlich, es dauert nur, denn wir kämpfen mit der Organisation von Ersatzteilen und administrativen „Kleinigkeiten“ die uns so ziemlich die Nerven rauben – und so genervt dürfen wir wirklich niemandem gegenübertreten oder schreiben… .

GUTEN RUTSCH!

Viele Grüße von der gestreßten Gegenwindcrew aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – … nach dem Riff und was nun?

Unsere Kekstüte fest im Visier
Unsere Kekstüte fest im Visier

In der AoPo Grand Marina angekommen waren wir total erschöpft und ausgelaugt von der Havarie. Außerdem merkten wir auch die Anstrengung von dem Segeltörn von Timor-Leste bis Phuket, der Quarantäne und der gefühlt unendlichen Corona-Zwangspause an dem anstrengenden Ankerplatz vor Dili. Das kam jetzt alles auf einmal an die Oberfläche.

Aber das Notwendigste mußten wir doch angehen.
Nachdem wir sicher waren, das Gegenwind durch die Fahrt vom Riff bis zur AoPo Grand Marina immer noch kein Wasser nahm, bestand unsere erste Maßnahme darin, eine ausgiebige Dusche zu nehmen. Die Damen im Marina-Office zeigten dafür vollstes Verständnis und so folgte das Einchecken in die Marina erst später. Die Dusche war eine echte Wohltat nach gut zwei Monaten ohne auch nur die geringste Chance für solch einen Luxus.

Anschließend meldeten wir uns bei David, unserem Agenten als sicher im Hafen angekommen. Unsere Einklarierungspapiere und Visastempel in den Pässen wollte er uns in ein paar Tagen zukommen lassen – das war dann der wirklich unkomplizierteste Teil unserer Einreise nach Thailand.

An den folgenden Tagen inspizierten wir Gegenwind auf Schäden an ihrer Struktur, wir nahmen Bodenbretter hoch, krochen in die letzten Winkel um nach Rissen oder anderen Schäden im Schiff zu suchen, räumten Schapps und Schränke aus, öffneten Tanks um auch in den letzten Ecken nach Schäden zu suchen. Wir fanden zum Glück keine Schäden – Gegenwind ist halt doch ein gutes, altes, stabiles deutsches Mädchen.

So beschlossen wir doch nicht die erste beste Werft, die noch dazu am Ende der Welt liegt und zudem auch ziemlich teuer ist, zu nehmen, sondern uns auch andere auf Phuket ansässige Yachtwerften anzusehen und erst dann zu entscheiden wo wir an Land gehen werden.

Die AoPo-Grand Marina haben wir als Charterbasis und Liegeplatz für Superyachten mit einer angegliederten Hotelanlage erlebt. Die ganze Anlage war wie ausgestorben – Corona halt. Etliche der Superyachten die hier lagen wurden jeden Tag von Bediensteten, die wie die Ameisen wuselten, von oben bis unten geschrubbt und gereinigt.
Wir lernten allerdings doch noch zwei Seglercrews kennen, die sich genau wie wir in die Marina verirrt hatten aber die waren nach kurzer Zeit wieder weg.

Auch die zu Fuß erreichbare Umgebung bot nicht viel, ein paar Häuser und ein kleines sehr einfaches aber sauberes und günstiges Restaurant, das wir zum Mittag gerne aufsuchten und so den ersten Eindruck von der thailändischen Küche bekamen. Es gibt viel Reis und zur Abwechslung vielleicht mal ein paar (Reis-)Nudeln. Die Würzungen waren ungewohnt für unseren Geschmack aber unsere Mahlzeiten waren überaschenderweise bisher immer „nicht scharf“. Mit dem Volumen haben wir allerdings so unsere Probleme, denn was für die hiesigen Menschen eine volle Mahlzeit ist, empfinden wir eher als sehr wenig. Wir essen nicht alle paar Stunden etwas, so wie die Menschen hier, so daß sich auch die kleineren thailändischen Portionen erklären, sondern wir halten uns immer noch an die uns bekannten drei Mahlzeiten am Tag.

Der Supermarkt war etwas weiter entfernt von der Marina und bot nur ein sehr begrenztes Sortiment. Eineinhalb Stunden Fußmarsch mußten wir auf uns nehmen und das entlang der Landstraße auf dem Grünstreifen, immer mit dem Blick auf die vorbeidüsenden Autos und Motorroller, wobei die Motorroller hin und wieder auf der falschen Fahrbahnseite fuhren. Dazu kamen über 30°C im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit, die es fast einfacher gemacht hätte die Luft zu schneiden und herunter zu schlucken als zu atmen. Wir kamen allerdings auch an einigen kleinen, bunten, nett anzusehenden Schreinen vorbei.

Insgesamt kein lohnendes Highlight unserer Reise aber immerhin ein neuer Platz in einem neuen Land und ein Stück weiter für uns.

Interessante Gesellschaft hatten wir an unserem Stegliegeplatz. Die Fische, die um den Steg und um Gegenwind schwammen, wollten mit uns kommunizieren. Wer sagt, das Fische dumm sind, der irrt sich gewaltig. Zuerst wunderten wir uns woher wir naß wurden, wenn wir uns über die Reling beugten. Dann aber erkannten wir, das die Fische, die um Gegenwind schwammen, stehen blieben und sich in unsere Richtung ausrichteten und uns gezielt mit einem enormen Wasserstrahl anspien. Wir warfen ein paar Kekskrümel ins Wasser und sie vertilgten sie, bis keine mehr da waren und dann begannen sie wieder mit dem Wasserspeien. Wir fragten uns, ob die Fische wohl auch aus der Hand fressen würden und so begaben wir uns mit einer Kekskrümeltüte auf den Steg und hielten Krümel ins Wasser. Es dauerte nicht lange und die Tiere schnappten sich die Krümel aus unseren Fingern. Sobald wir mit dem Füttern aufhörten und aufstanden, stellte sich die ganze Gruppe wieder vor uns auf und beobachtete uns. Einige spritzen uns auch wieder naß, immer gezielt ins Gesicht. Andere hatten nun ein interessanteres Ziel, nämlich die Kekskrümeltüte und das solange bis wir wieder ein paar Krümel herausrückten oder aus deren Reichweite verschwanden.

Am Dienstag, den 19.Oktober 2021 hatten wir ein Auto gemietet, um uns die verschiedenen Yachtwerften anzusehen und Angebote einzuholen.
Der Linksverkehr fühlte sich durch unsere Gewöhnung über die letzten Jahre seit Australien ganz normal an aber das Autofahren selbst war nach so langer Abstinenz doch wieder gewöhnungsbedürftig und erst recht die Geschwindigkeit mit dem Auto, die wir so ja gar nicht mehr gewohnt sind. Es scheint aber, daß es mit dem Autofahren wie mit dem Fahrradfahren ist, das verlernt man nicht.

Die Tage vergingen und irgendwie stellte sich bei uns keine Erholung ein, die Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit ließen uns sehr langsam werden und es erschöpfte uns sehr schnell. Wir machten nur das aller Nötigste. So kommen auch unsere Bolg-Beiträge einfach super zeitverzögert und selbst unsere gesamte Kommunikation ist immer noch ein Opfer unserer Erschöpfung.

Inzwischen hatten wir uns für eine Yachtwerft, die Royal Phuket Marina entschieden. Um unsere Müdigkeit zu überlisten, hatten wir den Termin kurzfristig für Samstag, den 23. Oktober 2021 vereinbart. Das ging sogar trotz Feiertag.

Viele Grüße aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – … und nun der Notfall

Seit 23 Monaten die erste Marina
Seit 23 Monaten die erste Marina

Endlich war es soweit, am 13. Oktober 2021 durften wir die Quarantäne erschöpft von den harten Bedingungen am zugewiesenen Ankerplatz verlassen und sollten uns zum Einklarieren in die Marina begeben. Wir hatten alles für unsere kleine Fahrt in die Yacht Haven Marina vorbereitet.
Zum 10:00Uhr Stillwasser, bei Niedrigwasser, sollten wir dort ankommen damit die Gezeitenströmung für uns nicht zu stark ist.
Da wir den Seekarten in Südostasien nicht voll vertrauen, hatten wir uns verschiedene Seekarten- und auch Satellitendaten angeschaut, verglichen und mit den durchfahrenden Booten, deren Signale wir auf dem AIS (Automatisches Identifikations System) verfolgen  konnten abgeglichen und entsprechend unseren Kurs Richtung Nord-Phuket abgesetzt. Eine Superyacht die sich hier auskannte, wollte hinter den nächsten Inseln auf uns warten, damit wir die Untiefen vor der Yacht Haven Marina in ihrem Kurs sicher umschiffen konnten.

So ging morgens um 07:00Uhr unser Anker hoch. Das Aufholen der langen Kette mit der zusätzlichen Leine war schweißtreibende Schwerstarbeit.  

Dann waren wir aber unter Motor auf dem Weg. Wie die Einklarierung hier mit den Behörden und unserem Agenten wohl ablaufen wird?
Eine knappe viertel Stunde waren wir einfach nur froh unseren ruppigen, erschöpfenden Quarantäne-Ankerplatz endlich verlassen zu dürfen!
Das Wetter war sogar mal ganz friedlich. Wir hatten 5-6m Wasser unter dem Kiel und motorten mit 4kn Geschwindigkeit nach Norden.

Plötzlich blinkte der Tiefenmesser mit nur 1,3m auf, ein Fisch wie es so immer mal wieder  vorkommt aber schon rumpelte es und der Tiefenmesser blieb bei 1,3m konstant stehen. Kräftige Schläge gingen durch Gegenwind und wir hatten Mühe nicht umzufallen. Wir kuppelten den Motor aus und gaben voll zurück aber Gegenwind drehte sich nur ein wenig. Das geschah in Sekundenabläufen.

Wir standen, saßen fest und suchten unsere Umgebung nach dem Problem ab. Das Wasser war trübe grün- grau und auf der Wasseroberfläche erkannten wir nur einige Strudel. Ein Wrack, ein Riff, nochmal der Blick auf die Satellitenkarten und die Seekarten- 5-6m Wassertiefe. Da kann uns eigentlich nichts festhalten, denn Gegenwind hat einen Tiefgang von ca. 1,7m. So kam der Bootshaken zum Einsatz und wir stocherten damit um Gegenwind herum. Damit wurde es klar: Wir waren auf ein unkartografiertes Riff aufgelaufen, das uns nun in seinen Klauen festhielt.

Ein Riff! Jetzt checkten wir erst einmal ob wir irgendwo einen Wassereinbruch hatten – nichts. Das war schon mal positiv. Wir stellten den Motor ab, denn der konnte uns im Moment nicht weiterhelfen. Die nächste Frage stellte sich uns jetzt: „Wie kommen wir hier wieder herunter?“

Wir hatten noch für ca. eine Stunde ablaufendes Wasser bis zum Niedrigwasser, das war nicht gut, denn das setzte uns nur noch fester. Wenn wir jetzt keine schnelle Lösung finden konnten, müßten wir bis zum nächsten auflaufenden Wasser abwarten und hoffen, daß das Wetter halten wird und sich keine Steine in Gegenwind hineinbohren werden.
Wir setzten einen „Mayday“-Ruf  mit unserer Position auf dem Riff ab und beschrieben unsere Situation über UKW-Funk. Da unsere Position gleich neben dem von der Marine überwachten Quarantäne-Ankerplatz war, hatten wir die Hoffnung, das sich die Marine auch zügig melden würde. Es meldete sich allerdings eine Superyacht, ein Katamaran vom Quarantäne-Ankerplatz und kündigte an, das er mit seinem Dingi vorbeikommen wird. Uns blieb ja sowieso nichts anderes übrig als zu warten, das Riff mit Gegenwinds Bewegungen zu beobachten und nach einem möglichen Wassereinbruch zu gucken. Der Wind nahm etwas zu und so wurden die Wellen etwas höher, zum Glück hatten wir nur um die 3-4Windstärken. Gegenwind krachte mit dem weiter ablaufendem Wasser immer heftiger auf die Steine.
Wir kontaktierten unseren Agenten und meldeten unsere Situation. Dabei baten wir um die Möglichkeit die nächstgelegene Marine mit Werftmöglichkeit anlaufen zu können, wenn wir freikommen. Er meldete uns sogar noch, daß er dieses Riff auch nicht kannte und sogar am Vortag noch mit einem großen Motorboot über die Stelle gefahren sei. Allerdings sind die Gezeitenunterschiede hier erheblich und auch wir hätten bei einem hohen Hochwasser wohl nichts von dem Riff gespürt.

Nach einer gewissen Zeit, das kam uns alles sehr, sehr lang vor, kam das Dingi von der Superyacht und fragte wie sie uns helfen könnten. Sie erkundeten die Umgebung und gaben uns so eine Idee von der Lage des Riffs. Freischleppen konnten sie uns nicht ohne noch größeren Schaden anzurichten. Sie fragten noch ob sie uns abbergen sollten, was wir zu dem Zeitpunkt nicht wollten. So verließen sie uns wieder und blieben auf „Stand-by“ für den Fall, daß wir weitere Hilfe benötigten.

Gegenwind krachte mit jeder etwas größeren Welle im 2-5Minutentakt aufs Riff und erschütterte dabei bis in die Mastspitze.   

Dann kam, von unserem Agenten geschickt, ein Speedboot mit zwei Marine-Leuten und einer Dolmetscherin an Bord vorbei. Mit deren Hilfe brachten wir unseren Anker ins freie Wasser, damit wir uns bei auflaufender Gezeit von dem Riff herunterholen konnten. Nach der Aktion verließen sie uns wieder, während Gegenwind weiter aufs Riff krachte. Bei Niedrigwasser konnten wir einen Teil des Riffs kurz unterhalb oder gerade an der Wasseroberfläche erkennen. Es ist ziemlich groß, der für uns sichtbare Teil maß geschätzte gute 100m im Durchmesser.

Bisher hatten wir noch keinen Wassereinbruch, denn daraufhin checkten wir Gegenwind weiterhin die ganze Zeit ab. Außerdem suchten wir für den schlimmsten Fall unsere wichtigsten Sachen und Papiere zusammen. Unser Agent meldete sich mit der Aussage, er hat uns die nächstgelegene gezeitenunabhängige Marina und den frühestmöglichen Werfttermin in 3Tagen organisiert. Alle Werften sind hier gezeitenabhängig, und so nicht jederzeit für uns erreichbar.

Das ständige aufkrachen von Gegenwind war markerschütternd und zerrte heftig an unseren erschöpften Nerven aber immerhin blieb Gegenwind trocken von innen.

Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, schien Gegenwind sich wieder etwas zu bewegen. Das Wasser stieg also wieder. So fingen wir an mit dem Bootshaken dem ein wenig nachzuhelfen und bei weiter steigendem Wasser gaben wir mehr und mehr Spannung auf die Ankerkette. Um 10:40Uhr schwammen wir wieder und lagen ein paar Meter vor dem Riff am Anker auf 6m Wassertiefe. Nun hieß es noch einmal alles zu prüfen, ob wir auch noch fahrtüchtig waren. Das Ruderblatt funktionierte problemlos, kein Wasser im Schiff, der Propeller sah soweit es zu erkennen war unbeschädigt aus und so starteten wir den Motor. Auch das funktionierte einwandfrei. Nachdem wir den Propeller vorsichtig vor und zurück ein-und ausgekuppelt hatten und alles fehlerfrei blieb, holten wir den Anker ein und fuhren erst einmal nach Süden in Richtung Quarantäne-Ankerplatz zurück, also weg von dem Riff. Wir bedankten uns bei der so hilfsbereiten Superyacht über UKW-Funk und wünschten ihnen eine möglichst ruhige Quarantänezeit. Mit genügend Abstand zum Riff tatsteten wir uns dann sehr vorsichtig drum herum, denn auch unsere Notmarina lag im Norden, allerdings nur um die nächste Insel herum. Aber wir mußten an dem Riff vorbei. Unser Vertrauen in die Seekarten und Satellitenbilder und die Routen der anderen Schiffe, die wir aufgezeichnet hatten war ziemlich erschüttert. So stoppten wir jedes Mal, sobald ein Fisch unseren Tiefenmesser irritierte, denn das Wasser war auch weiterhin nahezu undurchsichtig.

Um 11:20Uhr liefen wir in die AoPo Grand Marina ein und bekamen einen Liegeplatz zugewiesen: N08°04,106‘ E098°26,664‘. Endlich fest und Gegenwind zeigte noch keine Probleme von der dreieinhalbstündigen Tortur und Folter.

Damit hatten wir das erste Mal seit verlassen der Marlin Marina in Cairns, Australien am 19.November 2019 eine Landverbindung zu einem Steg – das sind 23 Monate an abgelegen schwer zugänglichen Ankerplätzen. Und nun kurz vor diesem sicheren Hafen auch noch das blöde Riff. Wir haben es so weit geschafft und waren nun aber auch ziemlich geschafft.

Viele Grüße aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Phuket – Quarantäne, Sturm und …

Alarm bei Annäherung - Temperatur Tracking Armbänder
Alarm bei Annäherung - Temperatur Tracking Armbänder

Wir sind jetzt tatsächlich auf Phuket angekommen!
Aber der Reihe nach, denn wir haben seit unserem letzten Bericht einiges sehr aufregend abenteuerliches erlebt.

Nach dem ersten Ärztebesuch zu Beginn unserer Quarantäne hatten wir wieder einen Internetzugang und ein paar frische Lebensmittel und vor allem Trinkwasser und Tracking-Armbänder, die unsere Temperatur kontinuierlich aufzeichnen und weitermelden sollten während der gesamten Quarantänezeit. Einen kleinen Haken hatten die Dinger allerdings, denn sie vibrierten, piepten und leuchteten in Abständen immer wieder, ohne daß wir die Ursache sofort erkannten. So kam der erste Abend mit diesen Dingern ums Handgelenk und Helge verzog sich in die Koje während Asha noch im Cockpit blieb. Gefühlt nahmen wir die immer wiederkehrenden Alarme aber kaum noch wahr und das obwohl um uns herum eine totale Stille herrschte - eine schnelle Gewöhnung? Leider nein, denn als Asha sich ebenfalls Richtung Koje bewegte, erschreckte uns das Blinken, Piepen und Vibrieren so heftig, daß Helge spontan aufrecht in der Koje saß. Nun war klar, was hier passierte! Jedes Mal wenn wir die Armbänder zu dicht zusammenbrachten und den Corona-Sicherheitsabstand nicht einhielten ging der Alarm los. So bekamen die Dinger für diese Nacht verschiedene Ecken im Schiff zugewiesen, um uns unsere Nachtruhe zu gönnen. Am nächsten Morgen legten wir die Armbänder wieder an und der Alarm begleitete uns erneut, sobald wir uns zu nahe kamen, was auf einem 10,5 Meter kleinen Schiff sehr häufig der Fall ist. Wir fragten unseren Agenten nach einer Lösung, die er bei den offiziellen Stellen abklären mußte und so bekamen wir im Laufe des Tages seine Antwort, das wir die Armbänder nachts ablegen durften und auch dafür sorgen sollten, das sie nicht naß wurden. Das half.

Das war leider nicht die einzige Herausforderung während der Quarantänezeit. Es war heiß im Schiff, meist über 30°C und feucht wie in der Sauna und das 24 Stunden am Tag, so daß buchstäblich alles im Schweiß zu ertrinken drohte – der tropische Sommer halt. Das ist übrigens immer noch so und T-Shirts, Shorts und teilweise auch die Unterhosen lassen sich spätestens zur Mittagszeit das erste Mal auswringen.

Zusätzlich hatte das Wetter in Kombination mit dem Quarantäne-Ankerplatz für uns noch weitere Härten parat.

Am 1. Oktober 2021 als wir uns gerade für den Tag fertig machten, freuten wir uns zuerst über eine Wolke, die auf uns zukam und nach einem guten Regenschauer für eine Dusche an Deck aussah. Die Wolke brachte allerding auch stürmischen Wind mit. Knappe 40kn fegten dabei über uns hinweg, so daß sogar Gegenwinds Anker nicht mehr im Ankergrund hielt und wir somit anfingen davonzutreiben und den Anker hinter uns herzogen. Wir starteten den Motor und hielten gegen. Außerdem ließen wir zusätzlich zur 50m langen Kette noch 20m Leine heraus. Letztendlich konnten wir unsere Drift nach ca. 150m wieder stoppen und die etwa zwei stündige Böe abwettern. Als der Spuk wieder nachließ holten wir den Anker ein, um wieder auf unsere angewiesene Quarantäneposition zurückzufahren und dort den Anker erneut auszubringen.  Der Ankergrund war hart und der Anker wollte wieder nur schwer fassen und so legten wir von vornherein 50m Ankerkette plus 15m Ankerleine bei nur gut 9m Wassertiefe aus. Es blieb allerdings die Unsicherheit ob der Anker zukünftig auf dieser Position halten würde.
In den folgenden Tagen folgten etliche Böen mehrmals am Tag und natürlich auch während der Nacht, die allerdings zu unserem Glück nicht ganz so kräftig ausfielen – nur 25-30kn Wind. Der Anker hielt.
Naja, die Zeit bis zum zweiten Ärztebesuch für unseren PCR-Test am 5. Oktober 2021 konnten wir so immerhin sehr unruhig überstehen. Der Seekartenplotter lief nun dauerhaft um unsere Ankerposition zu überwachen, was allerdings bei dem bedeckten Himmel bedeutete das wir den Kühlschrank abschalten mußten, um unseren Energiehaushalt nur mit Windgenerator hinzubekommen. Außerdem waren wir in den Windfeldern immer wieder für spontane Aktionen bereit - 24Stunden am Tag Alarmbereitschaft.
Auf dem Quarantäne-Ankerplatz lagen wir ziemlich exponiert für Wind und Wellen. Die Lust irgendetwas anzufangen zwischen den Böen verging uns sehr schnell, denn die ständige Aufmerksamkeit Tag und Nacht war sehr schnell sehr anstrengend und noch dazu selbst in der Nacht schweißtreibend. So gerieten auch unsere täglichen Abläufe völlig durcheinander, denn wir mußten uns an die unregelmäßig durchziehenden Winde mit unseren Bereitschaften anpassen.

Am 10.Oktober 2021 war es dann endgültig vorbei mit der unruhigen, zeitweisen Ruhe. Im Laufe des Tages fiel das Barometer ungewöhnlich tief. Am Abend wurde die Luft immer drückender und zum Schneiden dick. Gegen 22:00Uhr fiel dann eine Böe spontan über uns her und überraschte uns mit der Heftigkeit und der Geschwindigkeit in der sie aufzog, so daß wir es nicht einmal schafften unsere wenigen noch im Cockpit verbliebenen Sachen rechtzeitig in den trockenen Salon zu schmeißen und so wurde einiges davon naß. Unser Windgenerator, der sich eigentlich bei zu viel Wind selbst abschaltet, schaffte es nicht gegen den Wind herunterzufahren und so fing der Laderegler unter Deck sogar an zu qualmen. Helge griff zur Notmaßnahme um einen Brand zu verhindern und warf eine Leine in die Rotorblätter des Generators, so daß er sich selbst vertüddelte und schließlich stehen blieb. Es war gespenstisch, dunkel und der Regen flog waagerecht an uns vorbei. Gegenwind stampfte und bockte in der sehr rauen See und zerrte an ihrem Ankergeschirr. Sie bekam Massen an Seewasser übers Deck. Der Anker hielt dabei – zum Glück. Wir hielten den Motor bereit zum Starten und uns blieb nichts übrig als das Ganze über uns ergehen zu lassen. Als wir die gefühlt heftigsten Böen erst einmal hinter uns hatten, zeigte uns der Blick auf den Windmesser immer noch gute 45kn, also Sturm an.
Erst nach Mitternacht beruhigte sich die Situation wieder und so fielen wir dann auch langsam erschöpft in die Kojen. Von da an blieben die immer wieder durchziehenden Böen heftig und die See an unserem Ankerplatz sehr ruppig. Wir mußten sogar die Skylights zulassen um kein Seewasser ins Schiff zu bekommen. Das Leben an Bord schrumpfte nun endgültig auf ein unbedingt erforderliches Minimum zusammen, denn wir mußten uns bei allen Aktivitäten abstützen, festhalten oder gut verkeilen um nicht durch Gegenwind zu purzeln. So war unsere Hauptbeschäftigung nun auf dem Handy nach angenehmeren Bildern und Filmen zu suchen und uns auf die nächsten Meilen bis zu unserer Einklarierungs- Marina vorzubereiten. Blöd war dann allerdings, das Ashas Handy den Geist aufgab, der Akku blähte sich immer weiter auf. 

Am 11.Oktober 2021 folgte unser letzter PCR-Test an Bord. Dazu kam das Speedboot wieder an Gegenwind herangefahren und setzte die beiden Ärzteinnen ab, der Dolmetscher blieb lieber auf dem Speedboot, denn die Wellen waren so ruppig, das es eigentlich an ein Wunder grenzte, das niemand Schaden genommen hatte und auch Gegenwind dabei keine Kratzer abbekommen hatte – alle Achtung für die Speedbootcrew! Sie mußten für das Übersteigen der Ärzte mit dem offenen Heck an Gegenwind heranfahren und das gegen die Wellen, die dabei an deren Außenbordern hochspritzen und nahezu ungebremst durch das ganze Cockpit des Speedbootes schossen.

Am Folgetag bekamen wir dann von unserem Agenten die Freigabe aus der Quarantäne gemeldet, so daß wir an dem darauf folgenden Tag zum Einklarieren in den Hafen kommen SOLLTEN.

Damit beginnt unser nächstes brutales Abenteuer – dazu aber mehr beim nächsten Mal.     

Viele Grüße aus der Royal Phuket Marina, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch – von Dili bis Phuket, 30 Tage auf See

In der Singapurstrasse
In der Singapurstraße

Endlich, wir haben jetzt die Bilder unserer Überfahrt ins Fotoalbum eingestellt!
Viel Spaß beim Anschauen!

(der direkte Link: "Logbuch - von Dili bis Phuket 30 Tage auf See")

Viele Grüße aus der ziemlich herausfordernden Quarantäne vor Phuket
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind 

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Phuket – Corona hat uns zurück: Quarantäne

Datum: Dienstag, 28. September 2021
Unser Quarantäne-Platz GPS-Position: N 08°01,716‘, E 098°27,168‘
Am Anker auf 9,2m Wassertiefe westlich von Nakha Noi Island und nördlich Phae Island
Aktuelles Wetter: großteils bedeckter Himmel, Regenschauer im Laufe des Tages in Sicht, um 17:00Uhr Ortszeit feuchtwarme 32,7°C im Schiff, Wassertemperatur 30,1°C, Wind 2 Beaufort aus West, ein ruhiger Ankerplatz.

Nachdem wir das Wochenende an unserem vorläufigen Ankerplatz verbracht hatten, stand gestern, an unserem offiziellen Ankunftstag, Montag den 27. September der Wechsel auf den Quarantäne-Ankerplatz an. Wie von unserem Agenten vorgegeben wechselten wir früh morgens nach dem Hellwerden auf die angegebene Position. Wir schafften es sogar rechtzeitig vor dem heranziehenden Regenschauer unseren Anker um 07:30Uhr einzugraben. Nun waren wir offiziell in Thailand angekommen. Den Tag verbrachten wir mit abhängen in der feuchtheißen Luft, die auch nicht gerade zu Aktivitäten einlädt. Am Nachmittig bekamen wir noch einmal eine Aufforderung von unserem Agenten, den Ankerplatz weitere gute 300m nach Norden zu verlegen. Das Taten wir und brauchten dabei drei schweißtreibende Anläufe, da der Anker bei den ersten beiden Versuchen auf hartem Grund einfach nicht halten wollte.

Heute Morgen war Besuch angesagt. Ein Speedboot mit Ärzten sollte vorbeikommen für unseren ersten von drei erforderlichen Corona-Tests, die wir während der vierzehntägigen Quarantänezeit durchzustehen haben und das obwohl wir voll Durchgeimpft sind. Die Impfung war übrigens eine Voraussetzung um überhaupt einreisen zu können. Um 10:00Uhr kamen sie, ein Speedboot größer als Gegenwind, brachte drei Ärzte in Vollschutz zu uns. Wir übergaben ihnen unsere Pässe und die Ausklarierungspapiere aus Dili und bekamen unseren allerersten PCR-Test. Der war echt sehr unangenehm, jetzt verstehen wir auch worüber alle Welt bei dem Test immer wieder stöhnt.
Wir bekamen aber noch mehr von den Ärzten. Sie brachten uns noch jedem ein Online-Tracking-Armband für Puls und Temperatur, das wir nun ständig während der Quarantänezeit an Bord tragen müssen. Um 10:10Uhr düste das Speedboot mit den Ärzten wieder davon bis zum nächsten Termin in einer Woche.
Außerdem lieferte uns die Speedbootcrew, die bei unserem Agenten bestellten frischen Waren, die uns schon vor einiger Zeit ausgegangen waren, dazu zählen frische Kartoffeln, Möhren, Eier, Äpfel, ein Kürbis und vor allem Trinkwasser für die kommenden zwei Wochen. Und die Lieferung enthielt SIM-Karten für einen Internetzugang, damit wir uns wenigstens die Zeit ein wenig vertreiben und wieder Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können.

Viele Grüße aus der Quarantäne vor Phuket, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 30.Tag angekommen

Datum: Samstag, 25. September 2021 – 12:00 Uhr Thailand-Zeit GPS-Position: N 08°02,016‘, E 098°26,862‘ Am Anker auf 6m Wassertiefe, Tagesetmal 33sm, seit Dili 2211sm vorangekommen, ursprünglich errechnete Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, grau in grau, Regenschauer, schimmelbildende feuchtwarme 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 29,2°C, Wind 1-2 Beaufort aus West, See ein ruhiger Ankerplatz. Die Fahrt unter Motor ging schnell gestern und bei der Einfahrt in die Gewässer auf der Ostseite Phukets wurden wir von einer interessanten Landschaft und einigem uns entgegen kommendem Müll, meist Styropor-Speiseboxen oder Trinkbechern und etlichen Plastikflaschen empfangen. Kräftige Gegenströmung von deutlich mehr als einem halben Knoten des ablaufenden Gezeitenstroms bremste unsere Fahrt, die wir allerdings mit Motorkraft weitgehend ausglichen und so erreichten wir um 18:40Uhr Dili-Zeit unseren jetzigen Ankerplatz. Puhhh, geschafft!!! Wir sind in Thailand, naja eigentlich ja noch nicht, denn wir können ja noch nicht einklarieren, sondern dürfen hier erst einmal nur ankern. Für die Einklarierung in Thailand brauchen wir zu Corona-Zeiten zwingend einen Agenten, mit dem wir inzwischen ja schon seit einigen Monaten in Kontakt stehen, um die Einreiseformalitäten zu erledigen. Wir haben uns dabei für Seal Superyacht entschieden. David, unser Agent hatte uns auch geholfen in Langkawi, Malaysia Diesel geliefert zu bekommen. Und jetzt stehen wir mit ihm in engem Kontakt für die weiteren Einreiseprozeduren. An unserem jetzigen Ankerplatz werden wir noch bis zu unserem eigentlich ersten Einchecktermin am Montag, den 27.September 2021 bleiben. Den Termin mußten wir übrigens zweieinhalb Wochen vor unserer Ankunft unverrückbar festlegen. Das hat uns während der Fahrt mächtig unter Streß gesetzt, denn das Wetter ist über einen so langen Zeitraum auch in der heutigen Zeit nicht wirklich berechenbar – es macht halt noch was es will. Die vergangene Nacht am Anker konnten wir dann beide ohne Wache zu gehen die Nacht durchschlafen. Naja, wenn das so einfach wäre. Es war noch heißer und feuchter als auf See und unser Schlafrhythmus ist auf Wachen, Schaukeln, spontane Aktionen und ständige Aufmerksamkeit auch beim Schlafen eingestellt, so daß unsere Nacht tatsächlich unruhiger war als beim Segeln. Heute ziehen immer wieder Schauer über uns hinweg und im Schiff wird es immer feuchter. Wir hängen dafür ein wenig herum und regenerieren uns, falls man unser heutiges Faulenzen so nennen möchte. Nun aber erst einmal etwas zu unserer Uhrzeit. Wir haben die gesamte Tour in Dili Zeit gerechnet, um uns unterwegs nicht selbst mit dem Hin-und Her- Rechnen zu verwirren. Nun haben wir unsere Uhren allerdings auf die Lokal-Zeit in Thailand (Bangkok) umgestellt. Heute um 14:00Uhr in Dili ist es 12:00Uhr in Thailand während die Uhr in Deutschland 07:00Uhr anzeigt. Viele Grüße vom Ankerplatz vor Phuket, Thailand Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 29.Tag auf See

Datum: Freitag, 24. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 07°31,645‘, E 098°36,335‘ Kurs 340°, Geschwindigkeit 5kn, Motorfahrt, Tagesetmal 114sm, seit Dili 2178sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 30sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, feuchtheiße 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordost, See 0,1m. Gestern Nachmittag kurz nach 14:00Uhr kam unser Diesellieferant zum vereinbarten Treffpunkt vor Langkawi, Malaysia auf N 06°16‘ E 099°39‘ und wir bekamen unsere bestellten 100l Diesel in 25Liter Kanistern geliefert. Die Übergabe war etwas wackelig bei einem halben Meter Welle aber es gab genug Hände zum Abhalten. Zusätzlich zu dem vereinbarten Preis kam noch eine kleine Gebühr von 30USD, dafür erhielten wir aber auch noch 10l Trinkwasser. Im Anschluß an die Dieselübernahme waren wir gut mit dem Umfüllen beschäftigt, was aus den 25l Kanistern und bei der hohen Welle nicht ganz einfach war. Seitdem haben wir einen leichten Dieselgeruch, halt wie eine Tankstelle, im Cockpit. So frisch versorgt starteten wir um 17:10Uhr um die letzten Seemeilen nach Phuket in Angriff zu nehmen. Es herrscht totale Flaute und wir sind echt froh über den Diesel, denn zum Zeitpunkt unser Dieselübernahme stand der Füllstandsanzeiger auch schon kurz vor Leer. Auch hier haben wir natürlich überall Fischer um uns herum. Auf der gesamten Strecke konnten wir verschiedene Arten von Fischern ausmachen, wahrscheinlich nicht allumfassend aber doch etliche verschieden Fangmethoden und Verhaltensweisen. Zum einen sind da Fischer die fahren kreuz und quer unberechenbar durch die Gegend. Die haben in der Regel ihre Bojen irgendwo ausgesetzt und kurven von einer Boje zu nächsten. Nachts sind sie meist nur mit allen möglichen Scheinwerfern und Neonlampen auszumachen. Eine zweite Kategorie konnten wir ausmachen, die langsam, mit meist 3-4kn Geschwindigkeit in Bögen herumfahren dabei aber wohl eher den Fischen folgen als auf andere Fahrzeuge zu achten. Die sind dabei ein Schleppnetz hinter sich herzuziehen. Nachts sind sie am besten von hinten zu erkennen, denn da strahlen Scheinwerfer auf das Kielwasser, während sie von vorne oder der Seite eher schlecht auszumachen sind. Eine große Flotte von Fischerbooten sieht aus wie riesige Wäschest änder, die wenn sie am Fischen sind eher nur herumtreiben also relativ stationär sind. Nachts haben sie in einigen Gebieten ringsherum nur weiße Neonbeleuchtung oder sie leuchten schon von weitem als Halbkugel am Horizont sichtbar mit Neongrünen Lampen ihr ganzes Gestell aus. Außerdem gibt es natürlich noch viele kleinere Fahrzeuge die meist schnell mal hier mal dort sind und denen wir keine Kategorie zuordnen können. Positionslichter zur Navigation sind eher nicht vorhanden. Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 28.Tag auf See


Datum: Donnerstag, 23. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 06°19,624‘, E 099°34,673‘
Kurs wir treiben vor Langkawi, Geschwindigkeit 1,5kn, Warten, Tagesetmal 70sm, seit Dili 2064sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 136sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 31,0°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordost, See 0,5m.

Gersten spätabends haben wir den Motor angestellt und unseren letzten Diesel in Richtung Langkawi, Malaysia verfahren. Seit heute früh um 08:00Uhr treiben wir nun vor der Insel und warten, denn wir konnten unseren Notfallplan initiieren und werden nun im Laufe des Tages ein Treffen zur Dieselübergabe haben. Corona-bedingt dürfen wir nicht in den Hafenbereich, auch nicht zu einer Tankstelle einlaufen, so daß wir einen Treffpunkt zur Dieselübergabe 2,5sm vor dem Hafenbereich vereinbaren mußten. Das wird damit wohl der teuerste Diesel den wir bisher auf unserer ganzen Reise kaufen mußten. Mit 250USD für 100l schlägt der Betrag schon mächtig zu Buche.
Hier müssen wir tatsächlich mal auf unsere Situation aufmerksam machen. Wir finanzieren unsere Reise aus Erspartem und das hat mit unserer Planung bisher auch prima gepaßt. Mit den Corona- Maßnahmen, die die Preise massiv hochtreiben, bekommen wir allerdings doch langsam Schwierigkeiten. Denn die Preise sind nicht einfach nur um ein paar Euro gestiegen, sondern die Kosten die jetzt für unsere Weiterfahrt nach Europa entstehen, erhöhen sich mal hier um ein paar Tausend, mal dort um einige Hundert und das alleine jetzt für die Administration, um überhaupt von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Allerdings sahen wir auch keinen Sinn darin, weiterhin in Dili festzusitzen, denn ohne Wartung von Gegenwind und ohne eine Möglichkeit an Ersatzteile heranzukommen die mindestens ein halbes Jahr in den Lieferketten unterwegs sind und deren Kosten sich dann auf Deutschland bezogen mindestens um den Faktor 3-4 Erhöhen sowie und bei den herrschenden Bedingungen am Ankerplatz für
uns, die definitiv nicht für einen Langzeitaufenthalt dort ausgelegt sind, hatten wir DREI langsam unsere Grenzen der Belastbarkeit erreicht. So versuchen wir nun die Notwendigen nächsten Reiseschritte zu unternehmen um wieder nach Europa zu gelangen. Nun unser Wunsch für alle die unsere Berichte lesen und denen unsere Berichte gefallen: Wir haben auf unserem Bog einen Link zu unserem PayPal-Konto – es wäre Super wenn ihr uns mit einem Beitrag dort über die Corona-Kostensteigerungen etwas hinweghelfen könnt.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 27.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 22. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 05°25,303‘, E 099°18,427‘
Kurs wir treiben, Geschwindigkeit 0-2kn, Segelversuche mit wechselnder Besegelung, Tagesetmal 29sm nur auf der Stelle, seit Dili 1994sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 168sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 30,4°C im Schiff, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nord, See 0,3m.

Der vergangene Tag bietet ein ziemlich frustrierendes Ergebnis. Wir haben es trotz flauen Winden zwar geschafft 29sm in unserem Kielwasser zu lassen, sind unserem Ziel damit aber kein Stück näher gekommen. Der Wind weht schwach aus Nord und auch die Strömung drückt uns nach Süden, so daß wir unsere Kreuzversuche in den Windfeldern nur mit hin- und hersegeln zubringen konnten. Der Wendewinke lag zwischen 180-200Grad.
Unser Highlight war natürlich wieder einmal des Nachts um 03:30Uhr, denn bei unserem Herumtreiben hatte uns ein Frachter, die Asahi Ocean, genau vor ihrem Bug, so daß wir zum Funkgerät greifen mußten, um auf uns aufmerksam zu machen. Dann haben sie unsere Kennung auf ihrer Elektronik, dem AIS-System bestätigt und korrigierten ihren Kurs um ein paar Grad um die treibende Gegenwind nicht unterzupflügen.
Der Wetterbericht sieht für längere Zeit nach Flaute aus und unser Diesel reicht beim positivsten, hundertsten Nachrechnen definitiv nicht bis Phuket und außerdem steht in Phuket ja auch unser Ankunftstag fest, den wir nicht nach hinten verschieben dürfen. So sitzen wir heute an Notfallplänen, denn in Corona- Zeiten kann man ja nicht einfach irgendwo ranfahren und nachtanken.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 26.Tag auf See

Datum: Dienstag, 21. September 2021 – 12:30 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 05°24,574‘, E 099°27,942‘ Kurs grobe Richtung Phuket mal treiben wir mal versuchen wir ein Stück aufzukreuzen unter Segel, Geschwindigkeit 0-4kn, Segeln unter wechselnder Besegelung, Tagesetmal 49sm davon nur 31sm in die richtige Richtung, seit Dili 1965sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 168sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 31,2°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1 Beaufort aus Nord, See 0,3m. Wir warten auf Segelwind, und schaukeln treibend dahin. Jede Seemeile die wir vorankommen erkämpfen wir uns. Durch die damit verbundenen vielen Segelmanöver und das zusätzliche Slalomfahren um die Fischer, gerade während der Nacht, sind unsere Wach- und Schlafrhythmen völlig durcheinander und wir damit recht müde und so nutzen wir jede Minute um uns ein wenig zu erholen. Gestern Nachmittag hatten wir hier aber auch tolle Gesellschaft, eine Delfinschule begleitete uns ein kleines Stück, während Gegenwind die um uns herumschwimmen Plastikflaschen aus dem Weg kickte. Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 25.Tag auf See

Datum: Montag, 20. September 2021 – 12:30 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 04°53,391‘, E 099°30,585‘ Kurs grobe Richtung ca.315° mal treiben wir mal versuchen wir ein Stück aufzukreuzen unter Segel, Geschwindigkeit 0-4kn Segeln unter wechselnder Besegelung, Tagesetmal 97sm, seit Dili 1916sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 199sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, immer noch brutal feuchtwarme 29,7°C im Schiff, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 1-4 Beaufort aus Nordwest, See bis 0,5m. Seit vergangener Nacht ist der Motor aus, damit wir für unsere Ansteuerung und Notmanöver noch genug Diesel haben. Seitdem versuchen wir mit dem wechselhaften Wind, der uns zudem genau auf die Nase weht, zurechtzukommen. Vom Beidrehen über Segeln nur unter Vorsegel oder unter Vollzeug ist alles dabei. Die Kurse variieren dabei, denn Strömungen schieben uns mal oder werfen uns sogar zurück. Außerdem müssen wir im horrormäßigen Slalom um die Fischermassen kurven. Die Große Pötte treffen wir dagegen nur noch vereinzelt. Unsere Wachen sind bei dem ganzen völlig durcheinander gekommen und wir sind inzwischen ziemlich erschöpft. Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 24.Tag auf See

Datum: Sonntag, 19. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 03°40,498‘, E 100°16,675‘ Kurs ca.315°, Geschwindigkeit 5kn Motorfahrt, Tagesetmal 122sm, seit Dili 1819sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 283sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, brutal feuchtwarme 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordwest, See 0,1m. Wir sind raus aus dem Verkehrstrennungsgebiet der Malakka Straße und können unseren Kurs wieder frei wählen. Wir befinden uns hier schon im Golf von Bengalen aber immer noch in der Malakka Straße. Es geht voran mit Motor, denn es herrscht totale Flaute und es ist regnerisch mit fürchterlich dampfender Luft. Der Schwitzfaktor ist ziemlich hoch. Gestern haben wir den Rest des Verkehrstrennungsgebietes in Angriff genommen. Erst mit einer fürchterlichen Strömung, die unsere Geschwindigkeit auf zeitweise nur einen Knoten heruntergedrückt hatte und gleichzeitig einer Windwolke mit Gegenwinden und bis zu einem halben Meter hohen Wellen. Das hielt zum Glück nur wenige Stunden, denn die Gezeiten wechselten und wir fingen an wieder mehr Fahrt zu machen. Auch der Wind hatte sich gelegt. Dafür kamen mit der Dämmerung die Fischer, die sich sogar bis zur Hälfte unserer Fahrbahnseite des Verkehrstrennungsgebietes ausdehnten. Wir wichen den Fischer aus und begaben uns ebenfalls bis fast in die Mitte der Fahrbahn, denn vor uns wichen die Fischer nicht aus, wahrscheinlich weil sie unsere Navigationslichter nicht kannten oder uns auch für einen Fischer oder ein Fischerfähnchen hielten. Denn natürlich hatten auch diese Fischer nur Baumarktlichter in allen möglichen Farben aber keine Navigationslichter. Aber vor den Großen Pötten hatten die Fischer Respekt und machten Platz. Zum Glück vollführten die Riesenschiffe beim Überholen der langsamen Gegenwind kleine Kursänderungen, so daß wir den Fischern und ihren Fähnchen aus dem Weg gehen konnten. Bis Mitternacht ging das Spiel mit den Fischern weiter, dann wurde das Fahrwasser enger und flacher, die Gezeitenströmung heftiger, zum Glück in unsere Richtung und die Fischer blieben zurück. Mit bis zu sieben Knoten wurden wir über die Engstelle geschoben und um 03:00Uhr, zum Wachwechsel waren wir in freiem Wasser. Während Ashas Wache stellte sich dann aber heraus, das das Wasser doch nicht so frei war, denn die großen Pötte sortierten sich für die Ein- und Ausfahrt in das Verkehrstrennungsgebiet, um sich in die richtige Perlenschnur einzureihen oder am Ende der Perlenschnur richtig Fahrt aufzunehmen. Wir mal wieder mitten drin, denn wir wollten eigentlich ein wenig Platz gewinnen für den anstehenden Wind der uns laut Vorhersage genau auf die Nase wehen soll. Viele Grüße aus der Malakka Straße Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 23.Tag auf See

Datum: Samstag, 18. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 02°22,436‘, E 101°46,829‘ Kurs wir folgen dem Fahrwasser der Malakka Straße, Geschwindigkeit 5-6kn, Motorfahrt, Tagesetmal 138sm, seit Dili 1697sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 402sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: wir sind im tropischen Nordsommer angekommen, großteils bedeckter Himmel, brutal heiße 31,6°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, See 0,1m. Wir schippern jetzt entlang der Fahrwassergrenze der Malakka Straße. Nachdem wir jetzt heftig anstrengende, stressige zwei Tage hinter uns haben, erholen wir uns gerade wieder etwas und holen Schlaf nach. Da unser Bericht über die Singapurstraße gestern etwas spartanisch ausgefallen war, wollen wir das nun aber nachholen. Vorgestern Abend mit Dunkelwerden verdichtete sich der Schiffsverkehr mit lauter Frachtern und Tankern, die genau wie wir Anlauf auf die Singapurstraße genommen haben- natürlich alles unter Motor. Der Horizont in Richtung Stadt sah aus als würde ein riesiges Feuer über Singapur wüten. Unsere eigentliche Überquerung des Verkehrstrennungsgebietes begann gegen 23:00Uhr gut zwei Seemeilen vor der mehrspurigen Schiffsautobahn mit dem suchen nach geeigneten Lücken um durch den passierenden Durchgangsverkehr hindurchzukommen – halt wie beim Überqueren einer Autobahn zu Fuß. Zum Glück war der Mond hell bei einem klaren Sternenhimmel und so hatten wir gute Sicht. Um 01:10Uhr erreichten wir die Nordseite des Verkehrstrennungsgebietes und fuhren unter Motor weiter am Rande der Straße, während die Großen und die Riesen wie an einer Perlenschnur an uns vorbei rasten. Unsere Geschwindigkeit reduzierte sich trotz Motorfahrt auf gerade mal zwei Knoten, denn eine sehr kräftige Strömung stand uns entgegen. An Schlaf war diese Nacht nicht mehr zu denken, denn auch am Fahrwasserrand tobte das Leben. Kleine Fischer mit ihren schnellen Booten flitzen um uns herum und brachten schnell ein paar Leinen oder Bojen aus um sie kurze Zeit später wieder herauszuholen und das so dicht wie möglich am Durchgangsverkehr. Je dichter wir dem Stadtzentrum mit seinen Hafenanagen kamen umso mehr große und riesige Schiffe ankerten außerhalb des Fahrwassers oder nahmen gerade Fahrt auf oder wollten sich einen Ankerplatz suchen und wir mitten in deren Routen. Am Morgen gegen 06:00Uhr hörte die massive Gegenströmung auf und wir konnten wieder mit unserer Mo tormarschfahrt von fünf Knoten vorankommen. Die ganzen Lichter von den Schiffen, von Gebäuden an Land, Fischerblinklichter, schummrige unbeleuchtete Schleppkähne machten aus der ganzen Umgebung eine bunte Lichterlandschaft auf dunklem Grund. Mit Sonnenaufgang konnten wir einen ersten richtigen Blick auf das Geschehen werfen und es zeigte sich überwältigend. Auf der einen Seite hatten wir das Fahrwasser, mit der Perlenschnur vorbeirauschen großer und riesengroßer Schiffe, während auf der Stadtseite die Wasserfläche vollgeparkt war mit den gerade nicht fahrenden großen und riesengroßen Pötten und allem was sonst noch schwimmt. Immer wieder kamen Schiffe aus dem Ankerfeld heraus oder wollten hinein und hielten Kurs auf uns zu und forderten somit unsere volle Aufmerksamkeit. Im Laufe des Tages kamen wir vorbei an einer Flotte unzähliger ankernder Kreuzfahrtschiffe, dann lagen dort noch viel mehr Frachter und Containerschiffe und hinter den beeindruckenden Riesenpött en tauchte die Skyline von Singapurs Zentrum mit all seinen Hochhäusern auf, die neben den Schiffen um uns herum schon fast winzig aber dennoch beeindruckend wirkten. Und wir immer mittendrin, mal zwischen zwei Riesen mal davor und teilweise von einer heftigen Strömung mit bis zu neun Knoten Geschwindigkeit unterwegs. Nach der Mittagszeit kamen wir dann auf der Westseite der Singapurstraße an einer mächtigen vor Anker oder an Bojen liegenden Tankerflotte vorbei. Etlicher der Riesentanker lagen sogar im Päckchen an den Bojen. Um 15:00Uhr hatten wir die Malakka Straße erreicht und die Singapurstraße lag in unserem Kielwasser, genau wie die Schiffsmassen jetzt achteraus blieben. Unser Streßpegel konnte sich beruhigen und wir merkten wie müde wir waren. Bei der Anzahl an Riesenpötten die wir hier in Singapur gesehen haben, kamen wir auf den Gedanken, das auf den Weltmeeren jetzt gerade kein einziges Schiff mehr zu finden sein dürfte – beeindruckend welch eine irre gr oße Flotte doch für den Welthandel unterwegs ist. So viele Schiffe haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen. Die Malakka Straße ist ebenfalls als Verkehrstrennungsgebiet eingerichtet und wir halten uns weiterhin am Rand auf. Bei flauen Winden fahren wir unter Motor hindurch und so wollten wir uns hier eigentlich etwas erholen aber gestern Nachmittag viel das Barometer erst einmal kräftig ab und so präparierten wir uns für eine weitere ungemütlich Nacht, zusätzlich tankten wir noch einmal Diesel aus unseren an Deck verschnürten Kanistern nach. Mit der Dämmerung kam dann ein heftiges Blitzen auf, ein Blitz sah in seiner Ausdehnung fast wie ein Tornado aus. Der Wind frischte auf teilweise 20kn auf, kam aber aus Ost, also von der Seite Malaysias und so hielten wir unter Motor durch und versuchten einen Nachtwachenrhythmus zu finden bei dem wir den vermißten Schlaf nachholen konnten. Der Wind ließ nach ein paar Stunden nach, während das Blitzen, natürlich nicht ganz so heftig, uns bis zum Hellwerden begleitete. Aber es blieb trocken. Und so sind wir heute wieder einigermaßen fit für die nächsten Seemeilen. Viele Grüße aus der Malakka Straße Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 22.Tag auf See

Datum: Freitag, 17. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 01°10,116‘, E 103°42,370‘ Kurs wir folgen dem Fahrwasser der Singapurstraße, Geschwindigkeit mal 2 und dann wieder bis zu 9kn, Motorfahrt, Tagesetmal 124sm, seit Dili 1559sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 540sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, unangenehm heiße 31,1°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Süd, See 0,1m. Wir sind hundemüde nach einer nahezu durchgemachten Nacht und im Streß der Schifffahrtsroute und den irren Massen an Riesenschiffen in der Singapurstraße und wir mittendrin und mal im Slalom drum herum. Und wir sind noch nicht durch! Morgen ausführlicher. Viele Grüße aus der Singapurstraße Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 21.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 16. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: N 00°44,435‘, E 105°27,002‘ Kurs 315°, Geschwindigkeit um und bei 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 69sm, seit Dili 1435sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 665sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, unangenehm warme 29,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See 0,3m. Seit gestern sind wir wieder auf der Nordhalbkugel! Um 13:07Uhr (Dili Zeit) haben wir den Äquator auf E106° 15,272‘ überquert. Auch hier im Südchinesischen Meer haben wir keine Markierungslinie dafür entdecken können. Der Tag und auch die Nacht vergingen erholsam und wir sind wieder einigermaßen fit für die nächsten Abenteuer. Und da steht auch wieder ein neues Abenteuer auf dem Plan. Wir starten jetzt den Anlauf auf die Singapur Straße, die wohl meistbefahrene Seestraße. Sie ist wie eine Autobahn mit einer rechten und einer linken Spur, seemännisch Verkehrstrennungsgebiet genannt. Wir sind gespannt wie wir das Abenteuer, Gegenwind inmitten der großen vorbeirauschenden Pötte, erleben werden! Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 20.Tag auf See

Datum: Mittwoch, 15. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 00°02,133‘, E 106°17,434‘ Kurs 315°, Geschwindigkeit um und bei 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 63sm, seit Dili 1366sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 737sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, teilweise Regentropfen, feuchtwarme 28,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,2°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See 0,3m. Den vergangenen Tag konnten wir etwas Luft holen und Ruhe genießen. Wir segeln so vor uns hin, hatten entspannte Wachen und angenehme Schlafenszeiten. Trotzdem sind wir noch etwas geschafft von dem Sturm, aber der Wetterbericht verspricht weiterhin ruhiges Wetter. Wir verbringen noch unsere letzten Augenblicke auf der südlichen Halbkugel! Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 19.Tag auf See

Datum: Dienstag, 14. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 00°46,168‘, E 107°00,419‘ Kurs 315°, Geschwindigkeit wir treiben, Genua III klein gerollt, Tagesetmal 29sm aber nur 20sm in die richtige Richtung, seit Dili 1303sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 799sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Tropfenschauer, feuchtwarme 28,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südwest, See 0,3m. Sturm! Der gestrige Nachmittag wurde immer drückender und heißer. Dann fing das Barometer an massiv zu fallen, ganze 9mbar. Die Wolken wurden immer dunkler, so daß wir unsere Vorbereitungen für Schlechtwetter trafen. Helge machte seinen Kontrollgang übers Deck, um ein paar Dinge noch mal neu zu Stauen, während sich Asha sich darum kümmerte unter Deck alles zu sichern und vor allem noch ein schnelles Mittagessen, eine Dose Erbseneintopf zuzubereiten. Währenddessen verdichteten sich die dunklen Wolken immer weiter. Wir drehten bei, mit einem zur Taschentuchgröße verkleinerten Vorsegel und das Großsegel lag sowieso fest verschnürt auf dem Baum. Dann gab es Mittag. Nach dem Essen, Asha schafft gerade noch den Abwasch, fing der Spuk an. Gegen 16:30Uhr heulte der Wind auf, natürlich genau von vorne und Gegenwind drehte sich in einen Winkel von ca. 60 Grad zum Wind und wir trieben damit ganz langsam nach Lee. Der Wind erreichte Sturmstärke, neun Beaufort, die auf unser em Windmesser mit satten 42 Knoten Wind angezeigt wurden. Langsam wurden auch die Wellen höher und wuchsen auf zwei bis drei Meter an, was das Ganze noch deutlich ungemütlicher machte und wir uns damit kräftig abstützen oder verkeilen mußten. Helge übernahm die Wache im Cockpit während Asha unter Deck, die doch immer mal wieder herumpurzelnden Sachen einfing und sich sonst in ihrer Koje einklemmte. Der Schlimmste war gegen 18:00Uhr vorüber gezogen und gegen 19:30Uhr fingen wir vorsichtig wieder an zu segeln, allerdings nun auf einem am Wind Kurs der so gar nicht zu unserer Route paßte. Nach Mitternacht kreuzten noch ein paar nicht seemännisch beleuchtete Fischer und ein Schleppverband unseren Kurs und sorgten für Streß. Gegen 03:00Uhr stand der Wachwechsel an und Asha übernahm die nächste Starkwindfront, die gegen 04:30Uhr nur mit knapp 30kn Wind über uns hinwegbrauste. Seit Hellwerden ist der Himmel nur noch bedeckt, die See hat sich beruhigt und der Wind ist mit einer Flaute eingeschlafen. Wir versuchen jetzt uns von dem Spuk zu erholen und unsere verspannten Muskeln mit etwas Ruhe wieder zu beruhigen. Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 18.Tag auf See

Datum: Montag, 13. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 01°03,855‘, E 107°10,098‘ Kurs 315°, 15 Seemeilen westlich unserer abgesteckten Route, Geschwindigkeit 1kn, Genua III klein gerollt, Tagesetmal 78sm, seit Dili 1274sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 819sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Tropfenschauer, sehr feuchtheiße 30,6°C im Schiff, Wassertemperatur stark angestiegen auf 28,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südost, See 0,3m. Wir sind ziemlich dicht am Äquator, vielleicht schwitzen wir deshalb wie verrückt, vielleicht aber auch, da wir uns dem ausklingenden Nordsommer nähern. Auf jeden Fall ist uns ziemlich heiß. Der Wind ist unzuverlässig, den gestrigen Nachmittag trieben wir einfach nur vor uns hin, nachdem wir den Motor für zwei Stunden zum Batterieladen laufen hatten und ganz nebenbei so auch noch ein paar Seemeilen gut machen konnten. Damit sind wir wenigstens dem Hauptschifffahrtsstrom entgangen. Nun sehen wir die großen 200-300Meter langen Riesen nur noch in guter Entfernung neben uns vorbeiziehen. Vergangene Nacht kam so viel Wind auf, daß wir sogar noch ein ansehnliches Stück Strecke segeln konnten. Mal sehen wie das heute wird, kommt der Wind in der Nacht wieder oder treiben wir heute durch die Nacht durch? Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 17.Tag auf See

Datum: Sonntag, 12. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 01°47,903‘, E 108°13,999‘ Kursänderung auf 315°, Geschwindigkeit 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 89sm, seit Dili 1196sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 892sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, feuchtheiße 29,8°C im Schiff, Wassertemperatur 27,8°C, Wind 3 Beaufort aus Südost abnehmend, See 0,3m. Wie schön das es auch völlig ereignislose Tage gibt, da kann man sich doch mal wieder etwas erholen. Auch die Wellen brauchen anscheinen mal eine Pause, denn das Schaukeln hat ein gut erträgliches Maß erreicht. Naja, vielleicht liegt das aber auch daran das wir gerade ein weiteres Weltmeer erreicht haben, auf dem wir jetzt unser Kielwasser hinterlassen. Die Java See liegt hinter uns und nun schippern wir auf dem Südchinesischen Meer herum in Richtung Singapur Straße. Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 16.Tag auf See

Datum: Samstag, 11. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 02°40,837‘, E 109°22,644‘ Kursänderung auf 310°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 90sm, seit Dili 1107sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 986sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: grau in grau bedeckter Himmel, 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 5 Beaufort aus Ost, See ruppige 0,5m. Bergfest, Bergfest, Bergfest!! Jetzt haben wir die halbe Strecke hinter uns gebracht und wir haben nur noch eine dreistelle Teilstrecke vor unserem Bug! Das Segeln in diesen Gewässern ist und bleibt ermüdend. Die See ist ruppig und die Winde wechselhaft. Aber das unser Kurs jetzt ganz deutlich nach Norden zeigt spornt uns an und wir konnten ja auch wieder ein gutes Stück Strecke ins Kielwasser bringen. Aber nun wieder zu den Fischern, ihr werdet es nicht glauben, gestern Abend in der Dämmerung waren sie alle wieder da, rechts und links und hinter uns. Vor uns war es allerdings dunkel, nur die Lichter von ein paar Frachtern und Tankern, sowie ganz vereinzelt mal ein undefinierbares Licht, tauchten aus der Dunkelheit auf. Und tatsächlich, wir haben den Fischer-Spuk überstanden. Plötzlich war da keine Fischereiflotte mehr um uns herum. Wir können nun wieder normal segeln und müssen uns nur noch mit Frachtern und Tankern arrangieren. Was für eine Erleichterung!. Viele Grüße aus der Java See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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