Logbuch


Fiji: Besuch vom Tropensturm „Mona“

Regenfänger: Unsere Trinkwasserversorgung

Regenfänger: Unsere Trinkwasserversorgung

Wir haben uns ein echt aufregendes Plätzchen für die pazifische Sommerzeit gesucht. Seit dem Durchzug des Tiefdruckgebietes am Neujahrstag beobachteten wir das Wetter weiter sehr kritisch, mindestens zweimal täglich, denn ein weiteres Tief drohte mit mehr. Die Wetterberichte gaben sehr unterschiedliche Prognosen, die Menschen hier vor Ort wurden immer unsicherer und auch wir versuchten unsere eigenen Wetterinterpretationen der verschiedenen Wettermeldungen. Vor ein paar Tagen gingen in Fiji dann die Warnmeldungen über einen Tropensturm los. Dann bekam der Sturm einen Namen: Mona. In der „Fiji Times“ wurde von Evakuierungen berichtet, und auch hier in Savusavu vernagelten viele Geschäftsleute und einige Privatleute ihre großen Fensterfronten mit Brettern. Es wurden ein paar Vorräte besorgt und Taschenlampen bereitgestellt. Die Segler um uns herum zurrten alles fest, was nicht schon sturmsicher war und es wurden ein paar Extraleinen ausgebracht. Wie die meisten anderen waren wir ja von unseren Silvestervorbereitungen noch sturmklar. Jetzt hieß es warten! Schon seit Tagen schüttete es hier wie aus Kübeln, und vermutlich würde keine europäische Kanalisation diese Wassermassen auch nur ansatzweise bewältigen können, aber hier nimmt man die kleinen Bäche über die Straßen halt einfach hin. Leider schwemmte der Regen etliches Plastikzeug sowie Öle mit sich direkt ins Meer. Außerdem flossen an Gegenwind immer wieder Berge aus „Pampers“ vorbei – so einfach die Dinger beim Windelwechseln auch sein mögen aber für die Umwelt sind die kleinen Plastikhosen einfach eine Katastrophe. Für uns bedeutete der Regen Trinkwasser, denn die Wasserwerke liefern bei so einem Regen nur braunes, stark gechlortes Wasser, das eigentlich auch von keinem Einheimischen ungekocht getrunken wird – außerdem forderten die Behörden zum Abkochen auf. Mit unserem Regenfänger füllten wir unsere Trinkwasservorräte gut auf – Fünf Liter Kanister raus, zehn Minuten warten und schon wieder war ein Kanister voll. Also ist unsere Trinkwasserversorgung sicher 🙂 Die Unmengen von Regen verwandelten Gegenwind allerdings zu einer Tropfsteinhöhle. Ein norddeutscher, schmuddeliger Novembertag ist aus unserer hiesigen Sicht gemütlich am Kaminfeuer zu ertragen, während wir hier jetzt in immer feuchterem Klima schwitzen, und den schnell wachsenden Stockflecken in Gegenwind beim größer werden zugucken. Inzwischen ist alles klamm. Die Luft im Schiff ist zum Schneiden, denn der Sprühnebel, der bei so einem  Regen in der Luft liegt, dringt durch jede kleine Ritze. Erschrocken stellten wir heute fest, daß die heftige Feuchtigkeit nahezu alle lackierten Flächen – ob Zweikomponenten Lack an Deck oder nur einfachen Lack im Schiff zum Blasenwerfen bringt. In den letzten Tagen mußten wir außerdem jeden Tag mehrere Stunden den Motor laufen lassen um unsere Batterien zu laden, denn von der Sonne die unsere Solarfelder normalerweise speist, war nichts mehr zu erkennen und unserer Windgenerator war ja schon sturmsicher verpackt. Allerdings konnten wir so bequem an Bord duschen, denn dazu zogen wir nur unsere Badesachen an und gingen für fünf Minuten in die natürliche Regendusche an Deck. Die Spitzenwindgeschwindigkeiten im Zentrum von Mona, die am Sonntag, den 06.Januar 2019 nördlich an unserer Insel Vanua Levu vorbeizog, sollen laut den Wetterberichten um die 30-50kn betragen haben. Auf Gegenwind hatten wir hingegen Flaute mit dem einen oder anderen kleinen Windstupser von ca. 15kn Wind. Die Wetterberichte änderten sich während des An- und Durchzugs von Mona regelmäßig und korrigierten die Zugbahn und die Stärke ständig, so daß wir bei jedem neuen Blick wieder andere Daten bekamen. Der Pazifik ist halt ein launisch, wechselhafter Ozean. Naja, wenn so aber ein Tropensturm sein soll, dann lassen wir uns das gefallen. In unserem Fotoalbum zeigen wir die sich ständig verändernden Routen-Vorhersagen aus dem „Joint Typhon Warning Center (JTWC)“ von mehreren Tagen. (Hier der Link zum JTWC: http://www.metoc.navy.mil/jtwc) Viele Grüße aus dem Tropensturm geplagten Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Stürmische Neujahrsgrüße!?

Sturmklar: Großsegel abgeschlagen, Windgeneratorflügel demontiert

Sturmklar: Großsegel abgeschlagen, Windgeneratorflügel demontiert

Euch allen ein frohes und glückliches Jahr 2019!!! Seit dem zweiten Weihnachtstag stecken unsere Nasen zwei bis drei Mal täglich in den sich ständig ändernden Wetterberichten, denn da tat sich nordwestlich von uns ein kleines drehendes Tiefdruckgebiet auf. In den folgenden Tagen verdichteten sich die Prognosen, daß wir um den Jahreswechsel eine Depression oder vielleicht sogar einen Zyklon (tropischen Sturm) erwarten sollten. So mußten wir erst einmal alles stehen und liegen lassen und Gegenwind und uns auf das schlimmste vorbereiten und alle losen Teile entweder unter Deck verstauen oder gut vertäuen. Wir nahem das Großsegel ab, brachten extra Vorleinen aus und besorgten schon mal etwas mehr Trinkwasser und ein paar Extrarationen. Die Einheimischen waren da entspannter und schauten nur mal nach ein bisschen extra Trinkwasser, einer funktionierenden Taschenlampe und ein paar Dosen im Schrank. Am Sonntag, den 30. Dezember 2018 kam dann vom Fidschi-Wetterdienst die Zyklon-Warnung heraus. Fidschi sollte sich auf einen Zyklon der Kategorie 1 (34-47kn Windgeschwindigkeit) vorbereiten. So kamen am Silvestertag viele Segler, die es in die Umgebung gezogen hatte in unsere Bucht, außerdem wurden alle Schiffe, die in den unterschiedlichen Marinas festgemacht hatten losgebunden und die ganzen Mooringtonnen wurden belegt. Nichtsdestotrotz gingen die Planungen für Silvesterunternehmungen weiter und am Silvesterabend zog es die Mutigen zu den Veranstaltungen, während die Ängstlichen sich doch eher an Bord verzogen. Wir wollten unser leichtes Dingi so klein wie möglich ohne Luft sicher an Deck verstauen und so gehörten wir zu den Ängstlichen und machten uns einen gemütlichen Abend an Bord. Natürlich durfte dabei „Dinner for one“ nicht fehlen. Es regnete viel und nur kleine Pausen ließen uns ein wenig Luft schnappen. Pünktlich zur Mitternacht fing es heftig an zu gießen und so schauten wir uns die kleinen Feuerwerke von unserem Platz unter dem Sprayhood aus an, bevor wir in die Kojen gingen. Eigentlich hätte der Zyklon mit Hellwerden über uns hinwegziehen sollen, aber er hat es sich wohl im letzten Moment noch einmal anders überlegt und einen nördlicheren Kurs eingeschlagen. Der Himmel ist hier somit nur ein wenig grau in grau, der Wind streicht mit zwei Beaufort über Gegenwind hinweg und es wird nach den verschiedenen Wettermodellen auch kein Zyklon mehr über uns herüberziehen. Zumindest jetzt nicht! Laut Prognosen sind allerdings noch weitere Tiefdruckgebiete für die kommende Woche im Anmarsch auf Fidschi. Wir hoffen die haben auch ein Einsehen mit uns und jagen uns nur einen Schrecken ein ohne uns zu treffen. Das Jahr fängt also spannend an, mal sehen was daraus wird?! In diesem Sinne ein frohes neues Jahr aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Viele tropische Weihnachtsgrüße!

Der Weihnachtsmarkt: tropisch dargebotene Weihnachtslieder

Der Weihnachtsmarkt: tropisch dargebotene Weihnachtslieder

Am Samstag, den 15.Dezember 2018 eröffnete der hiesige Weihnachtsmarkt, der hier allerdings „Weihnachtskarneval“ heißt, für eine Woche die Tore. Wir gehörten dabei zu denen, die sich die abendlichen Veranstaltungen von der VIP- Tribüne anschauen konnten und einen extra leckeren Happen dazu serviert bekamen. Es ist faszinierend, wie Multikulturell das Fest war. Die Ansprachen wurden in den drei Landessprachen, Fidschi, Englisch und Hindi gehalten und die Veranstaltungen boten für jeden Kultur- und Glaubenskreis etwas „Weihnachtliches“. Angefangen mit christlichen Weihnachtsgottesdiensten wurden anschließend an verschiedenen Tagen Bollywood-Tänze präsentiert oder gemäß dem tropischen Verständnis Weihnachtslieder dargeboten. Natürlich durften auf dem Weihnachtsmarkt Kunsthandwerkstände und Futterbuden nicht fehlen. Außerdem sorgten eine Kinderhüpfburg und ein hiesiges Riesenrad mit viel Krach und einer ziemlich klapprigen Technik für den Spaßfaktor. Zu Helges Geburtstag verspeisten wir in unserem Lieblingsrestaurant, dem Lias Café, ein leckeres Stückchen extra hergerichteten Geburtstagskuchen und die drei Mädels, die uns dort regelmäßig servieren, boten Helge ein Geburtstagsständchen, in das sogar einige andere Gäste einstimmten. Zu unserem Leid hatte uns beide eine ziemlich lästige tropische Erkältung ereilt, von der wir uns zum Glück vor den Weihnachtstagen erholt hatten. So ganz nebenbei besuchten wir schon wieder einmal einen Friseur, nähten zum wiederholten Mal ein paar Nähte von Gegenwinds Sprayhood nach und verholten uns am Freitag, den 21. Dezember 2018 an unsere für die Zyklonzeit gebuchte sturmsichere Mooringtonne. Hier richten wir uns jetzt für ein paar Monate ein um unser Leben auf Fidschi möglichst angenehm zu gestalten. Die tropischen Temperaturen, die uns mächtig zu schaffen machen und den Schweiß in Strömen fließen lassen, bringen uns so ganz nebenbei aber auch eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit mit den Menschen um uns herum. Den Vormittag des Heiligabends haben wir wie fast alle Menschen auf der Welt mit den letzten Weihnachtseinkäufen verbracht. Und auch in Savusavu waren die Geschäfte überfüllt und die Schlangen an den Kassen lang. Für Heiligabend hatte Asha wie jedes Jahr ein leckeres Essen gezaubert: Es gab einen eingelegten Weihnachtsschinken im Backofen mit Ananasstückchen angerichtet, Backkartoffeln, selbstgemachten Rotkohl und als Nachtisch einen Jogurt mit Passionsfrüchten und Wackelpeter zubereitet. Anschließend genossen wir einen online Weihnachtsfilm. Den ersten Weihnachtsfeiertag starteten wir bei unserem Frühstück mit „Gruß an Bord“, einer Sendung von NDR-Info, die wir hier in Fidschi dank der guten Internetverbindung tatsächlich online hören konnten. Vielen Dank NDR- „Gruß an Bord“-Redaktion: Wir haben uns riesig gefreut über Eure ganz persönlichen Wünsche zu uns auf die Gegenwind! Frohe Weihnachten aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Pläne Entwickeln sich wie das Wetter

Savusavu unser Sturmschlupfloch google earth 16_12_2018

Savusavu unser Sturmschlupfloch/ google earth 16.12.2018

Anfangs haben wir nur auf stabileres Wetter gewartet. Jetzt werden wir uns hier in Savusavu für die kommenden Monate häuslich einrichten. Ja, eigentlich wollten wir ja schnell weiter nach Australien aber nun haben wir ein paar zu hohe Risiken in unserem Plan erkannt. Das Wetter und die Strecke nach Australien sind gespickt mit spontanen Wetteränderungen, die auch starke Gegenwinde und Sturm hergeben können und wir haben realisiert, das wir bei unserem Segeltempo nicht vor solch bösen Überraschungen gefeit wären. Wir sind nicht so hartgesotten, das wir Stürme gerne durchsegeln und so haben wir beschlossen in Savusavu ein geschütztes Fleckchen zu ergattern und uns hier für die kommenden Monate der Zyklonsaison einzurichten. Dazu haben wir ab eine starke, sturmerprobte Mooringtonne angemietet, die von Mangroven und einem Riff umschlossen ist und zusätzlich einen gemütlichen kleinen Marina- Anlegesteg mit netten Leuten bietet. Wir wollen uns diese Woche dorthin verlegen. Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Owen hält uns auf

zyGrib: Wettervorhersage vom 04.12.2018

zyGrib: Wettervorhersage vom 04.12.2018

Unser Plan sah Fidschi nur als kurzen Zwischenstopp vor, aber nun sind wir doch noch länger hier als erwartet. Schuld daran ist „Owen“, ein Zykon (so nennt man die tropischen Stürme im Südwestpazifik), der sich zurzeit im Korallenmeer austobt. Von Anfang November bis Ende April ist hier im Südostpazifik die Zyklonsaison und wir stecken mittendrin, da wir in der sogenannten südpazifischen Segelzeit (von Mai bis Oktober) aufgrund von zu viel Wind für unsere Verhältnisse immer wieder festgesteckt hatten. Jetzt während der Zyklonzeit ist es besser. Allerdings besteht so auch immer die Gefahr von Zyklonen. So beobachten wir das Wetter und die Wetterentwicklung um uns herum sehr intensiv.
zyGrib: Wettervorhersage vom 27.11.2018

zyGrib: Wettervorhersage vom 27.11.2018

Vor einer Woche entdeckten wir in unseren Wetterdaten, den „grib-files“ eine Störung um die Salomonen, gute tausend Seemeilen entfernt, denn dort entsteht unter Anderem das Wetter für uns hier auf Fidschi. Ein paar Tage später zeigten die offiziellen Warnsysteme eine mögliche Sturmentwicklung an.
cyclocane: mögliche Sturmrichtungen Stand: 30.11.2018

cyclocane: mögliche Sturmrichtungen Stand: 30.11.2018

Leider sind die Zyklone auf dem Pazifik nicht so schön berechenbar wie die Hurrikane auf dem Atlantik. Die Vorhersagen für die mögliche Sturmentwicklung gingen von Papua-Neu Guinea über Australien nach Neu Kaledonien und eine mögliche Richtung zeigte sogar nach Fidschi – wie blöd. Aber damit wollten wir nicht in Richtung Westen ablegen. Einige Zeit später verliefen einige Sturmprognosen immer noch über Neu Kaledonien, unserem nächsten geplanten Stopp und so verweilen wir hier auf Fidschi bis sich der Zyklon ausgetobt hat und die Folgen an uns vorbeigezogen sind. Hier werden die Wellen voraussichtlich etwas höher und wir werden wohl mit Regen und Gewitter rechnen dürfen sobald sich das Sturmgebiet auflöst und ostwärts abzieht. Also warten wir noch ab – und so schlecht gefällt uns Fidschi auch nicht, wenn es nur nicht so brütend heiß wäre.
cyclocane: der neueste Weg von "Owen" Status 04.12.2018

cyclocane: der neueste Weg von "Owen" Status 04.12.2018

Falls Ihr Lust habt unsere Wetterbeobachtungen mal zu Hause auszuprobieren, dann findet Ihr mit folgenden Links/ Programmen die von uns verwendeten Analyse Programme. Wir kommen dabei am besten mit dem GFS-Wettermodel zurecht, an das wir uns gewöhnt haben:
  • „windy.com“ bietet eine Möglichkeit Wind und Wetterkarten direkt im Internet anzuschauen (https://www.windy.com/). Dabei heißt es dann allerdings das GFS-Wettermodell auszuwählen, da sonst die Wetterkarten andere Vorhersagen liefern.
  • Die „Cyclocane“ Seite liefert uns die Zyklonvorhersagen, Warnungen und Analysen mit denen wir auch die akute Gefahr abschätzen (https://www.cyclocane.com/) .
  • zyGrib: ist das von uns bevorzugte Wetteranalyseprogramm, das kostenfrei aus dem Internet heruntergeladen und auf dem Computer installiert werden kann. Mit dem Programm kann man das gewünschte Gebiet auswählen und die Wetterdaten der US-Amerikanischen NOAA herunterladen  (http://zygrib.org/). Das sind dann die sogenannten „grib-files“.
Viel Spaß beim Nachforschen! Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Fiji: Papierkrieg und pazifische Insel mit indischem Einschlag

Gegenwind aus luftiger Höhe

Gegenwind aus luftiger Höhe

Bei unseren ersten Schritten in Savusavu fragten wir uns, ob wir die pazifische Inselwelt verlassen haben, denn irgendwie schien im Ort alles sehr indisch zu sein. Das Aussehen und teilweise das Verhalten der Menschen, die Geschäfte, der Markt, die Restaurants, das Essen strahlten uns irgendwie nicht im pazifischen Stil an, sondern wirkten wuselig indisch. Wir müssen allerdings gestehen, daß wir bisher noch nicht in Indien waren, aber so stellen wir es uns dort ansatzweise vor. Ganz von der Hand zu weisen ist unser Eindruck allerdings nicht, denn knapp die Hälfte der Bevölkerung stammt bedingt durch die britische Kolonisation aus Indien, denn die Briten brachten viele indische Arbeiter für ihre Plantagen her. Bevor wir nun aber anfangen konnten uns auf unsere Umgebung zu stürzen, mußten wir erst einmal den Papierkram für unseren Aufenthalt in Fiji zu Ende bringen. Damit wir innerhalb Fijis herumsegeln dürfen, müssen wir ein sogenanntes „Cruising Permit“ haben, das die Marina für uns bestellen mußte. Nach drei Tagen und vielen Nachfragen bekamen wir das Papier ausgehändigt. Damit mußten wir noch zum Zoll laufen und es dort abstempeln und unterschreiben lassen. Nachdem wir das alles erledigt hatten, dürfen wir nun innerhalb Fijis herumsegeln. Trotzdem müssen wir uns einmal wöchentlich bei den Behörden per eMail melden und denen mitteilen wo wir gerade sind, wer sich an Bord befindet (Crewänderungen müssen übrigens vorher bekannt gegeben und genehmigt werden) und wohin wir wollen. Das ist insgesamt ein hoher Aufwand. Aber so etwas kennen wir schon aus anderen Commonwealth Ländern – „Die lieben ihren Papierkram!“ Ursprünglich stand Savusavu ja gar nicht auf unserem Reiseplan und so wollten wir auch gleich weiter. Das bedeutete, daß wir uns erst einmal um Gegenwind kümmerten. Wir checkten einmal alles routinemäßig durch, wobei diesmal auch wieder ein Kletterakt in den Mast dazu gehörte, um die Rollen, Bolzen, Drähte Leinen, die Kabel und die Elektronik zu prüfen. Fällig war auch ein Schnorchelgang um den Propeller und das Unterwasserschiff zu inspizieren und zu reinigen. Außerdem füllten wir unseren leergefahrenen Dieseltank und diesmal auch unsere Kollektion Deckskanister, um unsere Dieselreichweite für eventuelle Flauten zu vergrößern. In Savusavu entdeckten wir einen Schuh-Reparaturservice, der unsere durchgelatschten Schuhe wieder auf Vordermann brachte. Passende neue Schuhe sind nahezu nicht zu bekommen, denn hier trägt man Flipflops oder geht barfuß. Ein Inder der in einer kleinen Ecke sitzt und mit Nadel und Faden Stich für Stich die Schuhe bearbeitet, erledigte unsere Reparaturen für nur 5 FJD (keine 2,5€) – der Mindestlohn beträgt hier 3,10 FJD pro Stunde. Am Montag, den 26. November 2018 wollten wir nun endlich mal etwas mehr von der Insel sehen und so begaben wir uns zum hundert Schritt entfernten Busbahnhof. Wir bestiegen den Bus nach Labasa, der größten Stadt der Insel. Die Tour ging auf die andere Seite von Vanua Levu über die Berge hinweg. In einem vollen, eng bestuhlten Bus, 5 Sitzplätze pro Reihe, wurden wir in einer gut zweistündigen Busfahrt durch herrliche tropische Regenwaldlandschaften und vorbei an diversen Dörfern und Feldern kutschiert. Die Stadt Labasa war richtig wuselig und auch hier war der indische Einschlag deutlich dominierend. In den Abendstunden waren wir wieder zurück an Bord und durften erst einmal die Hitze des Tages aus Gegenwind herauslassen ohne gleichzeitig zu vielen Moskitos Zugang zum Salon zu gewähren. Übrigens sind die brüllende Hitze, tagsüber um die 35°C in Gegenwind und nachts noch um die 29-30°C sowie Massen an Moskitos hier eine echte Herausforderung an unsere Kondition. Wir schlafen keine Nacht durch, trinken pro Tag 4-5 Liter meist Wasser, wechseln ein durchgeschwitztes T-Shirt gegen ein gerade getrocknetes, die Hosen kleben und der Schweiß rinnt nahezu pausenlos über sämtliche Körperteile. Außerdem plagen uns Unmengen von Moskitos, die sich mit Leichtigkeit ihre Wege durch unsere Moskitonetzte und Kleidungsstücke suchen. Die Folge sind aufgekratzte Mückenstiche, die sich entzünden. Mit einer gewissen Beruhigung haben wir allerdings festgestellt, das es den Einheimischen vielfach auch nicht besser ergeht als uns. Es ist allerdings hart mitanzusehen, das auch Kleinkinder von Mückenentzündungen geplagt sind und dabei teilweise ganze Unterschenkel offene Wunden zeigen. Die Temperaturen lassen uns träge werden und wenn möglich folgen wir dem Beispiel der Einheimischen, die im Schatten sitzen oder liegen und sich möglichst wenig bewegen. So warten wir jetzt auf das passende Wetter für die Weiterfahrt. Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 9.Tag, angekommen und einklariert

Datum: Montag, 19. November 2018 – 18:30 Uhr Samoa Zeit (17:30 Fidschi Zeit) GPS-Position: S 16°46,646‘, E 179°20,171‘ Angekommen an der Mooringboje (9,9m Wassertiefe) in der Coprashed Marina in Savusavu auf Vanua Levu, Fidschi, Etmal seit gestern 99 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 605 sm. Aktuelles Wetter: blauer Himmel, leicht bewölkt, brütend warm bei 32,1°C im Schiff, Wassertemperatur 28,8°C, Wind 0-1 Beaufort, Wellen keine. Die vergangene Nacht motorten wir bei völliger Flaute durch. Um 22:28 Uhr sprang unsere Positionsanzeige um – von 180° westlicher Breite auf 180°östlicher Breite und so sind wir nun wieder im Osten, da wo die Sonne aufgeht 😉 Pünktlich um 08:00 Uhr, fünf Seemeilen vor der Riffeinfahrt nach Savusavu wurde Helge aus der Koje geholt und der Motor für eine Stunde zum gemütlichen Frühstück abgestellt. Anschließend machten wir uns an die letzten Meilen zur Marina. Kurz vor Erreichen der Marina wollten wir uns per Funk anmelden, aber es meldete sich nur ein deutschsprachiger Segler mit der Aussage, heute ist Feiertag, Mohammed’s Geburtstag. So was blödes, denn ein Einlaufen am Wochenende/ Feiertag wollten wir eigentlich vermieden haben, denn die kassieren so schon ordentliche Gebühren. Naja, was soll’s, wir hatten noch die Hoffnung, daß die Offiziellen sich erst am Folgetag um uns kümmern würden, denn kurz vor uns war ein riesiger Kreuzfahrer, die Maasdam, eingelaufen. Um 12:40 Uhr machten wir an einer Mooringboje der Coprashed Marina fest und sofort war auch ein Mitarbeiter bei uns, um für die Begrüßung durch die Offiziellen zu sorgen. Eine halbe Stunde später saßen ein Beamter für Zoll & Grenzschutz und ein zweiter Beamter der Gesundheitsbehörde im Salon. Freundlich füllten sie die Papiere aus, ließen sich die Unterschriften geben und nahmen Helge gleich mit, damit er Geld zum Bezahlen der Gebühren direkt vom Automaten abheben konnte. Die Geldübergabe wurde dann schnell auf der Straße erledigt und die Quittung gab es auch dazu. Der nächste Beamte, der von der Umweltbehörde, stand schon am Marina-Shuttle bereit und so ging es wieder zurück zu Gegenwind. Seine erste Frage galt Asha, die die Leine von dem Marina- Shuttle annahm: „Nur der Captain darf von Bord. Du hast das Schiff noch nicht verlassen?“ Was für eine Frage … . Aber der junge Beamte war nett, füllte seine Papiere aus und wollte wissen welche Lebensmittel wir mit ins Land bringen. Wir erklärten ihm, daß wir keine frischen Lebensmittel mehr an Bord hätten, was ihn aber nicht befriedigte. So zeigten wir ihm unsere Konserven und er schrieb auch gleich Ketchup und Sardinendose auf seinen Zettel. Die anderen Dosen und Tüten wollte er gar nicht mehr so genau sehen, denn da waren keine Etiketten mehr drauf. Nun erklärte er uns noch, das wir die ganzen Sachen doch ganz schnell essen sollten, am besten heute noch und uns dann hier in Savusavu neu eindecken sollten. Wir fanden das Ganze ziemlich amüsant und als er uns dann noch erklärte, das er gerade in der Lernphase für seinen nagelneuen Job stecke und jetzt nur alleine zu uns kommen mußte, weil seine erfahrenen Kollegen gerade beim Kreuzfahrer und auf dem Flughafen zu tun hatten, mußten wir unser Schmunzeln ziemlich zurückhalten, zumindest bis er von Bord war. Übrigens: Die Kosten für die Einklarierung belaufen sich am Wochenende/ Feiertag auf 580 FJ$, (das ist der doppelte Preis der an Arbeitstagen während der Bürozeiten anfällt) Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fidschi Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 8.Tag, ins Inselgewirr von Fidschi

Datum: Sonntag, 18. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 16°43,554‘, W 179°19,442‘ Kurs 240°, Motorbootfahren, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 47 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 506 sm, noch zu fahren bis zum Zwischenstopp 96 sm. Aktuelles Wetter: blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, brütend warm bei 30,0°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 0-1 Beaufort, Wellen 0,3m aus Ost. Zum Dunkelwerden gestern Abend stellten wir den Motor ab, denn wir wollten eine ruhige Nacht verbringen und wären sowieso zu schnell gewesen um am Montag anzukommen. Was für eine Stille um uns herum. Es blieb ein leichtes Schaukeln von Gegenwind, ruhiger als an vielen Ankerplätzen und jedes noch so leise quietschen, knarren und fast sogar unser Atmen war zu hören. Ab und an zogen Vögel an uns vorbei und auch deren Flügelschlag war deutlich zu vernehmen. Heute Morgen starteten wir den Motor wieder und erreichten die ersten Inseln des Fidschi Archipels. Jetzt tuckern wir gerade entlang der Insel Taveuni. Hier heißt es jetzt gut aufpassen, denn Inseln und Untiefen spicken den Weg nach Savusavu. Eigentlich wollten wir es uns mit unserem ursprünglichen Ziel ja einfach machen und das ganze Inselgewirr umfahren aber so müssen wir mitten hindurch und entsprechend auf die Strömungen, die Untiefen und die Inseln achtgeben. Außerdem ist uns auch gleich beim Motorstart der erste Frachter begegnet. So motoren wir bei null Wind mit offenen Luken und Fenstern und unseren Planen als Sonnenschutz über dem Cockpit in der brütend heißen Sonne von Fidschi auf den kommende Marina zu. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Fidschi Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 7.Tag, Flaute auf dem Pazifik

Datum: Samstag, 17. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 16°15,155‘, W 178°45,152‘ Kurs 230°, Motorbootfahren gegen den Wind aber nun mit der Strömung, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 99 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 459 sm, noch zu fahren bis zum Zwischenstopp 138 sm. Aktuelles Wetter: grauer Himmel, immer wieder Regentropfen oder sogar Regeschauer, feuchtwarm bei 29,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,4°C, Wind 1 Beaufort aus West, Wellen 0,3m aus Ost, konfus. Seitdem wir gestern den Motor gestartet haben geht es wieder voran. Anfangs waren die Wellen ruppig, obwohl vom Wind nur ein Hauch übrig war aber nun haben sich die Wellen auch beruhigt und wir motoren die etwas kabbelige See gemütlich hoch und runter. Heute werden wir den Behörden unsere Planänderung über den neuen Ankunftsort mitteilen und dann mal sehen, daß wir zum Montagmorgen, am Arbeitsbeginn einlaufen. Dazu werden wir unsere Fahrzeit noch ein wenig strecken müssen. Am Wochenende wollen wir möglichst nicht ankommen, denn dann dürften wir noch eine Extragebühr, die sogenannte „Overtime“ zahlen. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Fidschi Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 6.Tag, Ziel oder Zwischenstopp

Datum: Freitag, 16. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 15°14,835‘, W 177°24,443‘ Kurs 230°, Motorbootfahren gegen den Wind, Geschwindigkeit 3,5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 39 sm (davon 10 unter Motor), zurückgelegte Distanz seit Apia 360 sm, noch zu segeln bis zum Ziel 465 sm, bis zum Zwischenstopp 238 sm. Aktuelles Wetter: grauer Himmel, Regeschauer, feuchtwarm bei 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2 Beaufort aus West, Regenböen, Wellen 0,5m aus Ost, kabbelig. Der gestrige Wetterbericht hat uns mächtig ins Überlegen gebracht. Die kommenden 5 Tage werden mit 0-2 Beaufort Wind aus westlichen Richtungen vorhergesagt, also pustet es genau dorther wo wir hinwollen. Ach ja, das haben wir ja noch gar nicht verraten. Unser Ziel ist eigentlich die Westküste von Fidschi auf der Insel Viti Levu mit der Vuda Marina bei Lautoka. Dorthin hätten wir noch 465 Seemeilen vor uns. Das ist leider zu weit zum Motoren. Und eine Woche herumtreiben finden wir im Moment nur blöd. Wir haben heute Vormittag also mal alles Segeltechnische ausprobiert und dann den Motor gestartet, denn die Versuche waren nur deprimierend. Segeln mit einem Knoten Fahrt nach Nordwest, nach Süd oder zurück zum Ausgangsunkt wollten wir definitiv nicht. Ein Kurs der auch nur annähernd in unsere Richtung führte, wollte der Pazifik nicht. Nun haben wir uns eine Alternative gesucht, die mit unserem Dieselvorrat passen sollte. Es ist die Nordinsel von Fidschi, Vanua Levu mit der Copra Shed Marina in Savusavu. Wir werden mal sehen, ob sich die Behörden durcheinander bringen lassen wenn wir dort ankommen, denn den Ort hatten wir bei unserer Anmeldung nicht genannt. Wir sind mal gespannt welche Gemeinheiten der Wetterbericht heute für uns bereithält. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 5.Tag, Begleitung

Datum: Donnerstag, 15. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°56,605‘, W 176°52,792‘ Kurs 255°, Segeln am Wind (Wind schräg von Vorne), Geschwindigkeit 2 kn, Genua III in verschiedenen Größen ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 55 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 321 sm, noch zu segeln 499 sm Aktuelles Wetter: teilweise Sonnenschein, sonst bedeckter Himmel, feuchtheiß bei 31,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 2 Beaufort aus Nordost in Böen 3 Beaufort, norddrehend, Wellen 0,5m aus Ost. Auch wenn es langsam echt langweilig wird, Schwitzen bleibt auch jetzt unsere Hauptbeschäftigung. In den Nächten kühlt es sich um ein paar Grad auf etwa 28°C ab und die Gelegenheit nutzen wir um uns vom Tag ein wenig zu erholen und etwas zu regenerieren. Der Ozean um uns herum war bisher relativ leer, es springen keine Fische und Vögel kamen nur vereinzelt mal vorbei – andere Schiffe haben wir seit Verlassen von Samoa nicht mehr gesehen. Heute Morgen fing es allerdings um uns herum an zu piepen und zu quieken und eine ziemlich große Vogelschar weißer und brauner Seevögel ist auf der Jagd nach Fischen um Gegenwind herum. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 4.Tag, Untiefen auf dem Weg

Datum: Mittwoch, 14. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°41,077‘, W 176°00,585‘ Kurs West, Kreuzen vor dem Wind, Geschwindigkeit 2-3 kn, Genua III nur klein ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 70 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 266 sm, noch zu segeln 552 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolken ziehen auf, feuchtheiß bei 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 0,5m aus Ost. Wir mögen eigentlich nicht so gerne zu viel Wind, der uns in Französisch Polynesien immer wieder festgehalten hat, aber so wenig Wind gepaart mit dieser brüllendfeuchten Hitze ist absolut zermürbend. Gegenwind schaukelt wie verrückt, wir machen kaum Fahrt und schwitzen dabei als würden wir den ganzen Tag in einer Sauna eingesperrt sein. Das ist wohl der Preis um nicht mit Starkwind und Wasser im Cockpit zu segeln. Vergangene Nacht haben wir die Foss Bank passiert. Kleine Untiefen mit neun und fünfundzwanzig Metern Wassertiefe mitten im Ozean, der Drumherum überall seine 1000-5000 Meter tief ist. Wir haben diese Untiefen südlich passiert und nun erst einmal wieder freies Wasser. Die nächste Untiefe mit nur fünfundzwanzig Metern Wassertiefe ist die Rochambeau Bank, die wir im Norden passieren wollen. Der sogenannte Pazifische Feuerring, auf dem wir uns hier bewegen bildet durch seine Vulkane ein Menge Unterwassergebirge die zu Inseln geworden sind oder nur bis an die Meeresoberfläche reichen. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Grenzgebiet zwischen Tonga und Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 3.Tag, Grenzfahrt

Datum: Dienstag, 13. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°19,572‘, W 174°54,018‘ Kurs West°, Geschwindigkeit 3-4 kn, Genua III voll ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 96 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 196 sm, noch zu segeln 619 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein, ein paar Wolken sowie kleine Schauer, feuchtheiß bei 31,0°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost bis Südost, Wellen 0,5m aus Ost. Der gestrige Abend bot uns einen herrlich klaren, tiefdunkelblauen Sternenhimmel. Allerdings nur bis zum Wachwechsel. Asha konnte ihre Wache also gleich mit einem schönen Regenschauer starten. Der Wind ist auch alles andere als konstant, denn mal richtet Gegenwind ihre Nase mehr nach Süden mal mehr nach Norden. So haben wir das Gebiet von Samoa verlassen und segeln heute auf der Grenze zwischen Tonga und dem französischen Überseegebiet Wallis & Futuna. Wir haben unseren Kurs übrigens etwas nördlicher abgesetzt, als den direkten Weg zu unserem Ziel, denn der schwere bis orkanartige Sturm auf unserem Ziel hat sich laut Wettervorhersage deutlich abgeschwächt, kann uns aber wohl in den kommenden Tagen Gegenwind und damit eine Kreuz (Zickzacksegeln) bringen. Der Wind würde damit um 180° drehen. Mal schauen, wie sich das weiter entwickeln wird?! Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Grenzgebiet zwischen Tonga und Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 2.Tag, Nacht der Blitze

Datum: Montag, 12. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°09,537‘, W 173°16,203‘ Kurs 255°, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III voll ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 84 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 100 sm, noch zu segeln 713 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtheiß bei 31,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,9°C, Wind 2-3 Beaufort aus Südost, Wellen 0,5m aus Ost. Nachdem der gestrige Tag mit Motorbootfahren und Segeln ganz nett verlaufen war, löste sich am Abend die große dunkle Wolke von der Hauptinsel Samoas, Upolu und heftete sich an unsere Fersen. Mit Dunkelwerden fing es um die Wolke an zu blitzen und wir nahmen vorsichtshalber das Großsegel herunter. Es folge ein Flaute, die Gegenwind kräftig schüttelte und unser gewohntes Unwohlsein - genannt Seekrankheit - zu Beginn jedes Törns stellte sich ein. Dann holte uns die Wolke ein und überschüttete uns mit Regen. Es blitzte ständig überall um uns herum und ein paar Mal ließ sich auch ein langgezogenes Donnergrummeln vernehmen. Wir hatten, wohl mehr zur Beruhigung unseres Gewissens, ein paar Elektronikteile in den Backofen, unseren einzigen faradayschen Käfig, verbannt und ein dickes Kabel vom Oberwant aus ins Wasser gehängt. Das ist unser Blitzschutz. Zwischen unserem nächtlichen Wachwechsel und dem Hellwerden war der Spuk wieder vorbei und jetzt segeln wir wieder unter einer brütend heißen Sonne und überlassen Gegenwind die Arbeit uns voranzubringen. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 1.Tag, schon wieder auf See

Datum: Sonntag, 11. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 13°44,368‘, W 171°58,704‘ Kurs 250° zwischen den Inseln Upolu und Savai hindurch, Geschwindigkeit 4,5 kn, Motorfahrt, Genua III als Stützsegel klein ausgerollt, zurückgelegte Distanz seit Apia 16 sm, noch zu segeln 793 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtheiß bei 31,7°C im Schiff, Wassertemperatur 28,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 0,3m Ost. Letzten Donnerstag hatten wir schon mit unserer Ausklarierung aus Samoa begonnen, indem wir der Einwanderungsbehörde einen Besuch abgestatteten um die Ausreisestempel in unsere Pässe zu bekommen – es dauerte nur eine knappe Stunde. Am Freitag bezahlten wir die Marinagebühren und konnten mit dem Beleg zum Zoll gehen um die Ausreisepapiere zu beantragen. Am Samstag erledigten wir unsere letzten Einkäufe, schleckten ein letztes Samoanisches Eis bei den Imbissständen am Gemüsemarkt – eine Portion Eis reichte für uns beide locker aus und kostete nur 2 Talar, umgerechnet knapp 70€Cent. Anschließend machten wir Gegenwind reisefertig und besuchten unseren deutschen Stegnachbarn zum Abschied. Heute Morgen um kurz nach 07:00 Uhr kam ein Zollbeamter wie angekündigt zu Gegenwind um uns die Ausklarierungspapiere zu bringen – da hat diesmal ja alles geklappt. Nach unserem Frühstück legten wir um 08:40 Uhr gemeinsam mit unserem deutschen Stegnachbarn ab. Nun sind wir dabei uns zwischen den beiden großen Samoanischen Inseln Upolu und Savai hindurch zu motoren um zur Nacht hin freies Wasser vor uns zu haben. Der Wetterbericht verspricht uns für die kommenden Tage leichte Winde. Und in vier oder fünf Tagen soll auch wieder eine Flaute anstehen. Über unserem Ziel soll sich allerdings in vier Tagen ein schwerer bis orkanartiger Sturm austoben, um sich dann abzuflauen und nach Süden abzuziehen – so der heutige Wetterbericht. Wir hoffen mal, daß das so stimmt. Viele Grüße aus dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Samoa: Schweiß, Kirchen und Männer mit Röcken

Polizei im Rock

Polizei im Rock

Gefühlt ist Samoa der bisher wärmste Ort unserer Reise. Schwitzen ist normal und es beginnt spätestens mit den ersten Bewegungen beim Wachwerden. Ab 08:00 Uhr morgens macht es „plop“ und die Sonne entfaltet ihre volle Kraft. Der Schweiß rinnt schon aus allen Poren sobald wir nur daran denken uns zu bewegen. Ab 10:00 Uhr morgens dürfen wir auf keinen Fall vergessen Schuhe anzuziehen, wenn wir an Deck oder auf dem Steg herumlaufen wollen, denn sonst verbrennen wir unsere Füße – von wegen Barfußrute. Spätestens ab diesem Zeitpunkt fällt unsere Leistungskurve ins Bodenlose und wir hangeln uns von Schatten zu Schatten. Im Schiff steigt die Temperatur gerne mal auf gute 36°C an und wir hängen an unseren Wasserflaschen, die wir kaum noch nachfüllen können bei dem Bedarf. Zum Schlafengehen legen wir uns schweißgebadet hin und hoffen auf die Erschöpfung, die uns dann einen ziemlich unruhigen Schlaf verschafft – Das ist ein normaler Tag. Oder es regnet. Dann ist es nicht ganz so warm aber alles fühlt sich an wie in der Dampfsauna. So langsam akklimatisieren wir uns aber hier auf Samoa. Außerdem konnten, oder besser gesagt mußten wir einige Dinge erledigen um wieder fit für die Weiterfahrt zu werden. Die Leichtwindschaukelei auf dem Ozean hat ein paar Spuren hinterlassen, die wir ausbessern mußten. So haben wir an unserm Vorsegel ein paar Nähte nachgenäht, neuen Dieseltreibstoff besorgt, die lockeren Schrauben an unserer Windfahnensteuerung fixiert, einen Spleiß an unserem Vorsegelfall repariert, unserem „Eisernen Gustav“ (elektrischer Autopilot) ein wenig Pflege zukommen lassen, die Shops nach Proviant zum Auffüllen durchstöbert und einen Haufen Wäsche von Hand durchgespült. Natürlich haben wir auch unsere Umgebung erkundet. Die Touristeninformation bietet eine tolle, kostenlose Vorführung der hiesigen Traditionen, wie ein echtes Samoanisches Tatoo-Ritual, das für die Männer mehrere Tage dauert und am Ende aussieht wie eine knielange auf die Haut gemalte Hose. Ein traditionelles Essen im Erdofen, das wir anschließend verspeisen konnten und die Herstellung der bedruckten Samoanischen Tücher, die aus einer Baumrinde hergestellt werden, sowie einer Tanzeinlage und der Anleitung zum Flechten eines Korbes aus Palmenwedeln konnten wir erleben. Auf unseren Streifzügen durch Apia kamen wir nicht umhin die vielen christlichen Kirchen zu bestaunen und dabei hatten wir fast den Eindruck, daß jeder Samoaner seine eigene Kirche hat. Aber erstaunlicherweise sind die Gottesdienste gut besucht und in einigen Kirchen zahlen die Leute tatsächlich so etwas wie einen Eintritt. Eine katholische Kirche, die man schon fast als Dom bezeichnen kann, dominiert das Stadtbild. Etwas befremdlich waren am Anfang die Männer, denn eine sehr große Zahl trägt einen traditionellen Rock und sogar die Polizisten verrichten ihren Dienst im Rock. Übrigens sind die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit. Die Taxifahrer sind allerdings ein wenig nervig, denn die wollen uns ständig irgendwohin fahren. Genauso treffen wir hier immer wieder auf kleine Jungs, die nach Geld betteln oder Popcorn verkaufen wollen. Heute, am 7.November 2018 war ein Gedenktag für eine große Katastrophe. Vor hundert Jahren kam ein neuseeländisches Passagierschiff nach Samoa und schleppte eine Influenza ein, die 8.500 Samoanern den Tod brachte. Etwas geschmacklos fanden wir es, das genau heute ein Kreuzfahrer Apia mit gut 3000 Passagieren heimsuchte. Etwas ganz besonderes konnten wir hier nach langer Zeit einmal wieder erleben: Einen Kinobesuch! Das hört sich für die meisten wahrscheinlich komisch an, aber es ist unser erster Kinobesuch seitdem wir Deutschland verlassen haben. Zu Beginn unserer Reise hatten wir keinen Bedarf, dann paßten die Sprachen nicht oder es gab gar kein Kino. Letzten Samstag hatten wir uns „Den Nußknacker“, ein Weihnachtsmärchen von Walt Disney in einem gut klimatisierten Kino angeschaut – Das war mal was ganz Anderes! Viele Grüße aus Apia, Samoa (ehemals West Samoa) Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Samoa: Geduld und Behörden

Gegenwind in der Apia Marina

Gegenwind in der Apia Marina

Nachdem wir am Montagvormittag, den 29.Oktober 2018 in der Apia Marina, Samoa festgemacht hatten war unsere Geduld gefragt. Wir hatten den Offiziellen Bescheid gegeben und sie wollten gleich kommen. Als am kommenden Morgen immer noch keiner bei uns vorbei gekommen war, wurden wir allerdings doch langsam nervös, denn wir wollten endlich die gelbe Flagge einholen und mal ein paar Schritte an Land gehen. Das wurde uns aber verboten, solange die Eincheckprozedur nicht erledigt ist. Kurz nach dem Frühstück kam ein Marina- Mitarbeiter und holte den Captain an Land ins Büro und auch Tusi, ein Taxifahrer, der „Son of the Chief“ im Marina- Bereich mischte sich in diese Behördenschlamperei ein. Und tatsächlich, Helge war noch nicht wieder an Bord, da stand schon der erste Behördenvertreter vor Gegenwind. Er war ein weinig ungehalten, daß der Captain nicht an Bord war, sondern kurz nach ihm von der Landseite ankam aber nach unserer Erklärung hatte er vollstes Verständnis dafür und schrieb sich diese Behördenschlamperei in sein Notizbuch. Er war allerdings von der Zollbehörde und durfte nicht an Bord, da es ja eine dringend einzuhaltende Reihenfolge der Offiziellen gibt. So gab er uns ein paare Papiere zum Ausfüllen und wir warteten auf den Beamten vom Gesundheitsamt. Als der dann endlich kam, war er auch schon fast wieder weg, denn er machte sich nur ein paar Notizen, fragte nach Ratten, Kakerlaken und unserer Gesundheit und sagte uns beim Gehen, das wir nun die gelbe Flagge einholen sollten. Nach einer weiteren Wartezeit beschlossen wir gegen Mittag etwas zu Essen, denn wer weiß wann der Zollbeamte wieder kommt - Natürlich beim Essen! Der Typ nervte uns mit dem Durchwühlen unserer Unterwäsche, dem genauen Inspizieren einiger Staukästen und auch unsere Schiffsbatterien wollte er sehen. Dabei fand er ein paar Kekse wohl lecker und sagte uns: „Davon will ich!“ Außerdem wollte er Eiswasser und gab sich mit unserem nur vorhandenen Kühlschrankwasser nicht so ganz zufrieden. Bei dieser ganzen Prozedur lernten wir wieder ein paar neue „Englische“ Begriffe, die uns mit unserer (inclusive Wörterbuch) Interpretation fast zum Verhängnis geworden wären. Englisch ist doch nicht gleich Englisch! Aber der Typ war auch irgendwann fertig. Helge mußte ihn nur noch in sein Büro begleiten um ein paar Kopien zu machen. Das war eine Lachnummer, denn wir fuhren mit seinem Auto. Vor dem Einsteigen mußte das Auto erst einmal gestartet werden und die Klimaanlage auf Volldampf den SUV abkühlen, dann konnten wir nach ein paar Minuten einsteigen um knappe 100 Meter (ein paar Sekunden Fahrt) zu seinem Büro zu fahren. Anschließend lief Helge zurück zu Gegenwind, was dann trotz Stopp beim Quarantäne-Büro deutlich kürzer dauerte als die Autofahrt. Helge brachte die Dame vom Quarantäne-Büro gleich mit. Sie hatte eine deutliche Abneigung gegen Wasser und kleine Segelboote und fühlte sich sichtlich unwohl beim Betreten von Gegenwind, aber dafür füllte sie ihre Papiere schnell aus und war froh ganz schnell wieder zu verschwinden. Jetzt stand für uns noch der Gang zur Einwanderungsbehörde an – wir durften also von Bord!!! Die Dame im Einwanderungsbüro war super freundlich und nachdem wir einen kleinen Zettel ausgefüllt hatten, bekamen wir unsere Stempel in die Pässe. Das war am späten Dienstagnachmittag. So blieb uns noch ein Gang zur Bank um das hier übliche Geld, die Talar in unser Portemonnaie zu bekommen und ein Eis zu schlabbern. Viele Grüße aus Apia, Samoa (ehemals West Samoa) Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 17.Tag, Ankunft in Apia


Datum: Sonntag 28. Oktober 2018 – 14:00 Tahiti Zeit beziehungsweise Montag, 29. Oktober 2018 – 14:00 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 13°49,669‘, W 171°45,568‘ Wir sind fest in der Apia Marina, Samoa (ehemals West Samoa)
Die letzten Seemeilen zum Ziel: 39 sm, Insgesamt haben wir 1300 Seemeilen zurückgelegt. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel bei super schweißtreibenden 33,1°C im Schiff, Wassertemperatur 29,6°C, Wind 0 Beaufort, Wellen 0 m.
Während der Nachtstunden hatten wir den Motor wieder abgestellt und trieben vor dem Hafen von Apia in der Flaute herum, denn wir wollten nicht im Dunkeln einlaufen.
Heute Morgen nach einer kleinen Salzwasserdusche stellten wir um kurz vor 09:00 Uhr Apia Zeit den Motor wieder an und fuhren, während wir frühstückten in den Hafen. Wir meldeten uns wie es sich gehört dazu bei Hafenbehörde an. Naja, wir hatten es lange per Funk versucht, aber gemeldet hat sich erst jemand, als wir die Ansteuerungstonnen passiert hatten. Wir wurden kurz willkommen geheißen und zur Marina weitergeschickt. Hier machten wir am Steg fest und nun warten wir auf die Behördenangestellten vom Gesundheitsamt, vom Zoll und von der Quarantäne, damit wir auch an Land dürfen. Den Grenzschutz dürfen wir dann selber noch aufsuchen. Die kleine Marina ist übrigens mit nur einer guten Handvoll Schiffen sehr überschaubar. Laut ist es hier, denn ein großer Trawler nebenan ist mächtig am Rostklopfen und Renovieren.

Viele Grüße aus Apia, Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 16.Tag, „Zurück in die Zukunft“


Datum: Samstag, 27. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 13°53,148‘, W 171°18,443‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 63sm, noch zu segeln 28sm Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel bei schweißtreibenden 32,0°C im Schiff, Wassertemperatur 29,1°C, Wind 0-1 Beaufort aus nordwestlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Gestern Abend in der Dämmerung konnten wir die Zukunft das erste Mal erblicken. Samoa lag unter einer Wolkendecke im Dämmerlicht voraus. Heute haben wir das Gebiet von Samoa (ehemals Westsamoa) nun erreicht und haben damit einen Sprung in die Zukunft gemacht. Wir haben die Datumsgrenze überschritten.
Von unserem Start in Kiel sind wir immer weiter in die Vergangenheit gefahren und während der halbe Tag in Kiel schon vergangen war, befanden wir uns noch im mitternächtlichen Tiefschlaf. Jetzt haben wir den Sprung in die Zukunft gemacht und sind Kiel um einen halben Tag voraus. Dabei verlieren wir allerdings einen Tag.
Tahiti Zeit: 27.10.2018 – 13:00 Uhr
UTC: 27.10.2018 – 23:00 Uhr
Kiel Zeit: 28.10.2018 -01:00 Uhr
Apia Zeit (Samoa): 28.10.2018 – 13:00

Viele Grüße aus dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 15.Tag, auf dem Rückweg


Datum: Freitag, 26. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 13°58,657‘, W 170°20,640‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 58sm, noch zu segeln 84sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit kleinen Wolkentupfern bei brütend heißen 32,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 0-1 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Seit heute um 11:00 Uhr sind wir auf dem Rückweg. Kiel liegt auf E010°10‘ und wir haben W170°10‘ passiert und damit die größtmögliche Distanz zu unserem Startpunkt erreicht. Jetzt ist es egal ob wir nach Ost oder West segeln, es geht zurück. Nach knapp viereinhalb Jahren haben wir nun die halbe Welt umsegelt. Dabei durften wir tolle Menschen kennenlernen, exotische Erfahrungen sammeln und die Vielfalt auf unserem Planeten bestaunen sowie einige Abenteuer bestehen.
Unsere Erlebnisse reichen dabei bisher von toller Kultur, großen Städten, imposanten Naturschauspielen auf dem Meer wie auch an Land, von Diskriminierung, Unterdrückung, aber auch Wohlstand und Reichtum, zu den Folgen der Kolonisation und heute noch praktiziertem Kolonialgebaren, von den Folgen des Tourismus, der Verschmutzung der Umwelt, der Bedeutung von Trinkwasser für das tägliche Leben, dem Leben in tropischen Temperaturen, der Liebenswürdigkeit, Toleranz und dem Vertrauen der Menschen bis hin zur Bürokratie und der politischen Situation verschiedener Staaten, der Schönheit der Natur und der Diversität von Ländern und Menschen.

Nun steht noch unsere Rückreise an – wir sind mal gespannt welche Herausforderungen wir dabei meisten dürfen.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 14.Tag, wir fahren und treiben

Datum: Donnerstag, 25. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit GPS-Position: S 14°05,881‘, W 169°22,973‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 58sm, noch zu segeln 140sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit kleinen Wolkentupfern bei heißen 31,8°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 0-1 Beaufort aus nördlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen. Gestern Abend beim wunderschön rotschimmernden Sonnenuntergang sichteten wir Land! Die Insel Tau, Amerikanisch Samoa lag unter Wolken ca. 20 Seemeilen südwestlich vor uns. Da wir für die Nachtstunden den Motor ausschalteten und uns in der Flaute wieder treiben ließen begrüßte, sie uns auch heute Morgen wieder. Da uns die Samoanischen Behörden bisher noch nicht auf unsere eMail geantwortet haben, vertrödeln wir jetzt ein wenig Zeit um erst zu den Bürozeiten in Apia anzukommen – so konnten wir wenigstens ohne das Motorenbrummen die Nacht in absoluter Ruhe verbringen. Blöd ist dabei nur, daß Gegenwind in der Dünung kräftig schaukelt. Jetzt sind wir wieder dabei unter Motor einige Seemeilen zu fahren. Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 13.Tag, das Land rückt näher


Datum: Mittwoch, 24. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°03,086‘, W 168°33,057‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 59sm, noch zu segeln 188sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel bei heißen 32,4°C im Schiff, Wassertemperatur 28,5°C, Wind 2 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Gestern trafen wir die ersten Vorbereitungen für unsere Ankunft in Apia, Samoa. Apia ist übrigens der einzige Einklarierungshafen auf Samoa und man muß sich 48 Stunden vor der Ankunft per eMail anmelden. Nun hatten wir gestern also unsere Anmelde-eMail verschickt. Wir sind mal gespannt ob und wie die Antworten, denn wir könnten wohl am Wochenende bei denen vor der Tür stehen. Das Problem dabei ist nur, das die Behörden am Wochenende nicht arbeiten, wir also eigentlich nicht einklarieren können.
Außerdem bekamen wir gestern Nachmittag spontan Besuch. Ein kleiner braunweißgescheckter Vogel landete an Bord. Er war wohl ziemlich erschöpft, denn er trank die dicken Regentropfen an Deck und wir legten ihm noch ein paar Apfelstückchen dazu, die er verspeiste. Ein paar Mal wurde er von Gegenwind heruntergeschaukelt, aber er landete immer wieder an Deck. Die Nacht verbrachte unser kleiner Besucher balancierend an Oberdeck und schloß dabei immer wieder die Augen. Heute Morgen zum Frühstück hörte er das piepen eines vorbeifliegenden Artgenossen und damit verabschiedete er sich mit einigen unschönen Hinterlassenschaften bei uns.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 12.Tag, passierende Schauer


Datum: Dienstag, 23. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°08,026‘, W 167°34,384‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 52sm, noch zu segeln 246sm Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, heftige Regenschauer bei schwülen 30,4°C im Schiff, Wassertemperatur 28°C, Wind 2 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1m aus östlichen Richtungen.
Unsere Nachtwache hatten wir bei einem heftigen Regenschauer übergeben. Während Helge sich in die Koje begab, hatte er das Gefühl ein D-Zug raste über uns hinweg. Asha saß dabei über zwei Stunden in dem Schauer und wurde selbst durch ihr Ölzeug völlig durchnäßt. Auch die Planen, mit denen wir den Platz unter dem Sprayhood verschließen, waren komplett durchweicht und sogar das frisch imprägnierte Spayhood gab schlußendlich auf und ließ die Wassermassen passieren.
Seit 12:10 Uhr fahren wir unter Motor, denn der Wind ist fast völlig weg und ein Regenschauer nach dem anderen geht über uns hinweg. Zwischendurch zeigt sich allerdings immer wieder die Sonne und macht Gegenwind damit zu einer perfekten Dampfsauna. Jetzt ist auch Schluß mit dem Schreiben für heute, denn es rinnen inzwischen zu viele Schweißtropfen auf die Tastatur.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 11.Tag, Amerikanisch Samoa


Datum: Montag, 22. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°13,324‘, W 166°42,150‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III wechselhaft mehr oder wenig eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 68sm, noch zu segeln 297sm Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel bei schwülen 30,7°C im Schiff, Wassertemperatur 27,7°C, Wind 2-3 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1m aus östlichen Richtungen.
Fast alles dreht sich bei uns ums Wetter oder ums Essen. Die Wellen sind im Moment nicht mehr ganz so kabbelig und der Wind drückt uns Schubweise voran – erstaunlich wie der Wind so unregelmäßig über den Ozean kommt, fast wie Wellen ziehen die Böen und die folgenden Windlöcher über uns hinweg. Im Anschluß an unseren täglichen Bericht und die Wetteranalyse wird Asha sich an unser Mittagessen machen. Heute soll es Kartoffeln mit Champignons und Schmelzkäse geben.
Nun aber mal was ganz Anderes. Wir sind dabei Amerikanisch Samoa zu durchqueren. So genau können wir nicht sagen, ob wir die Gebietsgrenze schon erreicht haben, denn in unseren Seekarten ist das nicht abgebildet. Samoa teilt sich in zwei Gebiete, ein US-Amerikanisches Territorium, halt Amerikanisch Samoa und weiter westlich folgt Samoa (früher West Samoa), dessen Schutzmacht heute Neuseeland ist. Wir wollen uns den Papierkram mit dem US-Visum ersparen und werden direkt in den freien Teil nach Apia, Samoa segeln.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 10.Tag, ein Tag wie jeder andere


Datum: Sonntag, 21. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°35,910‘, W 165°38,694‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III wechselhaft mehr oder wenig eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden nur 53sm, noch zu segeln 360sm Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel bei schwülen 30,4°C im Schiff, Regenschauer in Sichtweite, Wassertemperatur 27,4°C, Wind 2-3 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1m aus Südost und Nordost.
Nachdem gestern noch ein paar heftige Schauer über uns hinweggezogen waren, hatte der Wind keine Lust mehr uns voranzuschieben, so daß wir nur noch mit Hilfe der Strömung, gut ein Knoten in die Richtige Richtung, vorwärts kamen. Seit den frühen Morgenstunden segeln wir wieder und der Himmel zeigt sich auch wieder etwas freundlicher. Also, weiter geht es!

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 9.Tag kabbelig, unbeständig, naß


Datum: Samstag, 20. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°45,680‘, W 164°48,170‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 2-3kn, segeln unter Genua III wechselhaft mehr oder wenig eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden nur 65sm, noch zu segeln 410sm Aktuelles Wetter: grauer Himmel bei kühlen 27,3°C im Schiff, Regenschauer passieren, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2-4 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 1-1,5m aus Südost und Ost, kabbelig.
Der Pazifik ist wirklich ungeeignet für ein entspanntes Segeln. Nach ein paar schönen Segelstunden stellt sich wieder irgendetwas ein, das unsere Nerven ziemlich anspannt und unsere Geduld sowie unser Durchhaltevermögen mächtig fordert. Gestern Nachmittig zog der Himmel vollständig tief grau auf und seitdem schüttet es immer wieder wie aus Eimern. Nicht genug damit, nein die Wellen kommen auch noch aus den verschiedensten Richtungen und schütteln uns durch wie ein wildgewordenes Karussell. Die Nacht war dementsprechend anstrengend zum Schlafen und zum Wache gehen, denn natürlich hat der Wind bei diesem Spiel auch noch ein Wörtchen mitzureden. Er drehte mehrmals um gute 90° und zwang uns so jedes Mal den Kurs zu ändern. Außerdem gefiel es ihm zwischen den Windstärken einfach hoch und runter zu wechseln – vermutlich alles nur um uns zu ärgern und uns erfolgreich um unseren Schlaf und unsere Ruhe zu bringen. Jetzt aber genug davon. Wir hoffen, daß wir morgen nicht jammern müssen, sondern mal wieder etwas Positives berichten können!

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 8.Tag in Schweiß gebadet


Datum: Freitag, 19. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 14°53,233‘, W 163°45,883‘ Kurs West (270°), Geschwindigkeit 2-3kn, segeln unter Genua III stark eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 79sm, noch zu segeln 471sm Aktuelles Wetter: Bedeckter Himmel der einige Sonnenstrahlen durchläßt bei schwülen 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Südost und Ost.
In den vergangenen 24 Stunden haben wir auf dieser Etappe das bisher schlechteste Etmal herausgesegelt. Aber mehr lassen Wind und Wellen nicht zu. Und so hatte Helge auch Pech für seine wachfreie Nachthälfte, denn während des Schlafens hieß es festhalten, so kräftig hatte es geschaukelt. Das Vorsegel ist auf Sturmgröße zusammengerollt, damit es nicht den Mast und Gegenwind wie bei einem heftigen Erdbeben ständig erzittern läßt. Es ist halt mal wieder einer dieser unangenehmen Tage, an dem es auch noch so feucht ist, daß uns der Schweiß schon beim Liegen in Strömen herunterläuft. Wir werden uns also auf ein absolutes Minimum an Tätigkeiten beschränken mit dem Wissen: „Das geht ja auch vorbei!“

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 7.Tag, Wetteranalyse bis zum Ziel

Datum: Donnerstag, 18. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit GPS-Position: S 14°44,340‘, W 162°24,584‘ Kurs West (270°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III leicht eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 91sm, noch zu segeln 548sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Süd und Ost. Es geht langsam voran! In der vergangenen Nacht haben wir Bergfest gefeiert, denn die Hälfte der Strecke zu unserem Ziel liegt nun im Kielwasser. Gestern hatten wir den ersten Wetterbericht abgerufen, der von unserem Standort aus bis zum Ziel reicht – es sieht gut aus! Wir scheinen echt Glück zu haben, denn wir haben wohl eines der selten großen Wetterfenster für unsere Tour erwischt. Auch für die kommende Zeit zeigt der Wetterbericht keinen Starkwind oder Sturm. Wir hoffen das bleibt so!!! Ach ja, bisher hatten wir ja noch gar nicht verraten, welches denn unser Ziel sein soll, denn wir wußten es ja selbst noch nicht hundertprozentig. Aber nun trauen wir uns doch langsam zu einer Aussage. Wenn uns nichts dazwischenkommt, wollen wir eine ehemaligen deutsche Kolonie besuchen: Samoa. Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 6.Tag, kleine Segel beim Segeln im Leichtwind und mit kabbeligen Wellen


Datum: Mittwoch, 17. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 15°07,248‘, W 160°56,994‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 3kn, segeln unter Genua III leicht eingerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 89sm, noch zu segeln 634sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 30,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Ost, kabbelig.
Der Wind hat etwas abgeflaut in den letzten 24 Stunden, dafür ist der Seegang unangenehm kabbelig geworden, so daß wir unser Vorsegel ein Stück eingerollt haben damit es nicht so fürchterlich um sich schlägt. Der Eine oder Andere fragt sich bestimmt warum wir nicht mehr Segelfläche setzten, wenn der Wind schwächer wird, sondern eher die Segel verkleinern?
Inzwischen haben wir schon so einiges an verschiedenen Segelkombinationen ausprobiert.
Die besten Segelergebnisse scheinen wir zu erzielen, wenn unser Kurs möglichst direkt auf das Ziel zuführt. Außerdem heißt es hier im Pazifik Schäden durch ständiges Schlagen der Segel zu vermeiden, denn kaputte Segel oder Schäden im Rigg bekommen wir hier nur sehr schwierig repariert oder ersetzt.
Um geradewegs auf unser Ziel zuzuhalten könnten wir Schmetterlingsegeln (Vorsegel auf der einen und Großsegel auf der anderen Seite), das bringt allerdings nur gering höhere Geschwindigkeiten, bedeutet aber ein heftiges Rollen von Gegenwind in der Dünung und bei kabbeliger See und wenig aber wechselhaften Wind schlagende Segel auch trotz Bullenstander am Großsegel (Leine die den Großbaum nach vorne hin fixiert) und ausgebaumter Genua – das ist nicht unser Ding.
Vor dem Wind kreuzen bei leichten Winden und kabbeliger See mit Großsegel und Vorsegel bedeutet bessere Geschwindigkeit aber viel Weg und bei unseren Versuchen keine nennenswert besseren Ergebnisse als unser direkter Kurs nur unter Vorsegel. Es erstaunt uns allerdings immer wieder, das je weniger Wind wir bei kabbeliger See haben, desto besser funktioniert ein mehr oder weniger eingerolltes Vorsegel – die Geschwindigkeit verringert sich kaum, aber das Schlagen des Segels vermindert sich.

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare


Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 5.Tag, ein schöner Tag


Datum: Dienstag, 16. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 15°46,037‘, W 159°34,342‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4kn, segeln unter Genua III, Etmal der letzten 24 Stunden 100sm, noch zu segeln 718sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 31°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind 4 Beaufort aus Ost, Wellen 1-1,5m aus Ost.
Die letzten 24 Stunden bescherten uns eine Zeit auf See wie wir uns das Pazifiksegen immer vorgestellt haben: Sonnenschein ab und an ziehen ein paar Wolken vorbei, der Wind schiebt uns gemütlich voran, während der Nacht konnten wir bei einem herrlichen Sternenhimmel von neuen Plänen träumen und weit und breit ist nichts was das Idyll stört!
Wir lesen inzwischen wieder ausgiebig oder spielen mit der Elektronik, klönen lange nach den Mahlzeiten oder sitzen einfach nur rum und genießen die aufgezwungene Ruhezeit in der Gegenwind einfach ihre Bahn zieht. Natürlich müssen täglich die Leinen kontrollieren, der Wetterbericht muß eingeholt und analysiert werden, Essen zubereiten ist auch ziemlich aufwendig und man hat dabei sowieso immer mindestens eine Hand zu wenig um irgendetwas am Purzeln zu hindern. Ab und zu schauen wir dabei natürlich auch auf’s Segeln aber das läuft schon – anders als auf der Ostsee brauchen wir ja kein Rennen um den letzten Liegeplatz im Hafen zu gewinnen und Schiffe denen wir zeigen können wer schneller ist gibt es hier auch nicht. Seit dem Verlassen von Huahine ist uns noch kein anderes Schiff begegnet. Übrigens haben wir vergangene Nacht das französische Territorium von Französisch Polynesien verlassen. Nun passieren wir die Gewässer der Cook Inseln.

Viele Grüße aus dem Gebiet der Cook Inseln Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

Keine Kommentare