Logbuch


Australien: Von Fitzroy Island nach Cairns

Cairns: Touristenhochburg
Cairns: Touristenhochburg

Datum: Sonntag, 17. November 2019 – Ankunft in der Marlin Marina, Cairns 10:05 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 16°55,232‘, E 145°46,887‘,Wassertiefe am Liegeplatz 4,5m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Motor, Tagesdistanz nur 17 sm, jetzt wollen wir einen Ruhetag einlegen. Dann geht es weiter mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs, noch gute 450sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 29,7°C im Schiff, an Deck und im Cockpit verbrennen wir uns ohne Schuhe fast die Füße, Wassertemperatur 28,1°C, Wind 2 Beaufort aus Ost bis Südost, See kleiner als 0,5m.

Für die kurze Strecke nach Cairns sind wir auch wieder vor 07:00 Uhr aufgebrochen – die frühen Morgenstunden sind die angenehmste Zeit des Tages. Nach der Anmeldung per UKW-Funk in der Marlin Marina konnten wir dann um 10:00Uhr fast direkt an den Tanksteg um unseren Dieseltank wieder aufzufüllen und eine halbe Stunde später langen wir am Marina- Liegeplatz.

Die Marlin Marina ist kein wirklich schöner Platz, aber um einmal Luft zu holen reicht es uns. Im Wesentlichen dient die Marina als Superyachtliegeplatz und Angelboothafen und ist außerdem eine sehr stark frequentierte „Touristenverladestation“ für die Strandfahrten nach Fitzroy Island und zu den Tauchspots im Great Barrier Reef. So liegt über der Marina der Motorenlärm der Ausflugsboote, der Jet Skis und der dazugehörige intensive Treibstoffduft. Außerdem landen gleich nebenan die Rundflughelikopter.

Vor dem Luft holen war für uns nun natürlich erst einmal wieder Arbeit angesagt, denn die Wäsche muß erledigt werden, Gegenwind hatte eine Süßwasserdusche verdient und auch wir wollten nach einer Woche mal wieder eine ausgiebige Dusche genießen.
In den Nachmittagstunden machten wir noch einen kleinen Rundgang. Die Stadt lebt anscheinend intensiv vom Tourismus, denn an fast jeder Ecke kann man Touren ins Outback oder ins Great Barrier Reef buchen, das überwiegend junge Leute anzieht – darunter etliche deutsche Stimmen. Unser Erholungs-Highlight des Tages war dann ein angenehm klimatisiertes Einkaufszentrum, in dem wir uns endlich mal wieder etwas herunterkühlen konnten. Die Geschäfte interessierten uns dabei wenig und die meisten hatten auch geschlossen.  

Für den heutigen Montag stehen noch ein paar Besorgungen u.a. von frischen Lebensmittel an, das Füllen von unseren Wasservorräten sowie weitere Recherchen und Planungen für die Strecke nach Norden, um dann morgen wieder Fahrt aufzunehmen.  

Viele Grüße aus Cairns, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien - Von Mourilyan Harbour nach Fitzroy Island

Wochenendausflugsziel
Wochenendausflugsziel

Datum: Samstag, 16. November 2019 – 16:00 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 16°55,746‘, E 145°59,292‘,Wassertiefe an der Mooringboje 8,9m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland. Tagesfahrt unter Motor, Tagesdistanz 43 sm, weiter geht es mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs noch gute 450sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 31,4°C im Schiff, während wir uns an Deck und im Cockpit ohne Schuhe die Füße fast verbrennen, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2 Beaufort aus Ost bis Südost, See kleiner als 0,5m.

Heute Morgen haben unseren Anker um kurz nach 06:00 Uhr hoch geholt und sind bei einer leichten Brise 43 sm weiter nach Norden motort. Jetzt liegen wir vor Fitzroy Island wieder an einer öffentlichen Mooringboje. Diesmal haben wir das australische Leinen-Bojen-System hoffentlich soweit überlistet, das die Boje nicht wieder die ganze Nacht an Gegenwind anklopfen wird – die Boje hängt jetzt kurz über der Was
seroberfläche direkt an Gegenwinds Nase.
Fitzjoy Island scheint das Wochenendausflugsziel aus dem nahegelegenen Städtchen Cairns zu sein, denn bei unserer Ankunft waren bis auf eine alle öffentlichen Mooringbojen schon belegt und wir lieferten uns ein Rennen mit einem Katamaran um die letzte Boje. Es ging zum Schluß nur um ein paar Meter. Fitzroy hat einen hübschen Strand, eine nervige Fähre, die uns bei jedem Anlegemanöver mächtig ins Schaukeln bringt und ein Resort. Hier wird auch tatsächlich gebadet – natürlich im Ganzkörperschwimmanzug als Schutz vor den gefährlichen Quallen und auch als Sonnenschutz.

Viele Grüße von Fitzroy Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien: Von Dunk Island nach Mourilyan Harbour in den Moresby River

Zuckerrohrfabrik und ein paar Fischerboote
Zuckerrohrfabrik und ein paar Fischerboote

Datum: Freitag, 15. November 2019 – 17:30 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 17°36,336‘, E 146°07,496‘, Wassertiefe 6,2m (bei Hochwasser). 
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Motor, Tagesdistanz nur 25 sm, weiter geht es mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs gute 600sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 31,0°C im Schiff, Wassertemperatur 27,9°C, Wind 2 Beaufort aus Nordost, See kleiner als 0,5m.

Eigentlich wären wir gerne weiter gefahren, aber die brauchbaren Übernachtankerplätze sind selten und so ließen wir heute nach einer sonnigen Motorbootfahrt im Moresby River unseren Anker fallen. Die Einfahrt zum Moresby River wird durch den Mourilyan Harbour gekennzeichnet, eine Zuckerrohrfabrik mit Verladestation – mehr gibt es hier auch nicht. Wir haben hier einen beschaulichen Ankerplatz in der Gezeitenströmung des einmündenden Flusses gefunden. Wir hoffen die Beschaulichkeit wird uns heute mit Dunkelwerden nicht durch Moskitos verleidet, denn wir sind umgeben von ein paar Fischerbooten und ganz vielen Mangroven. Übrigens die Sonne brennt uns während der Fahrt wirklich heftig auf den Pelz und so sind wir nach den Tagestouren inzwischen fast mehr erschöpft als auf großen Seestücken. So und jetzt geht es wieder in die Koje, denn morgen früh geht es ja wieder weiter. 

Viele Grüße aus dem Moresby River, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien: Von Orpheus Island nach Dunk Island

Die ganze Nacht klopfte die Mooringboje an Gegenwind
Die ganze Nacht klopfte die Mooringboje an Gegenwind

Datum: Donnerstag, 14. November 2019 – 17:30 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 17°57,807‘, E 146°09,790‘, Wassertiefe 10,2m. 
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Motor und für die letzten zwei Stunden mit Vorsegelunterstützung, Tagesdistanz 44 sm, weiter geht es mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs gute 600sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 31,4°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2-3 Beaufort aus Nordost, See kleiner als 0,5m.

Das Aufstehen heute Morgen fiel uns schon etwas schwer, denn der Wecker klingelte uns wie am Vortag um 04:30 Uhr aus den Laken. Es gab ein kurzes Frühstück und nachdem wir uns sortiert hatten zogen wir die Mooringleine ein und um 06:30 Uhr waren wir auf dem Weg zum nächsten Punkt. Die Nacht war leider etwas unruhig, denn die schöne Besucherboje, ausgelegt für Schiffe bis zu 20m Länge, hatte eine richtig dicke, lange Trosse, an der wir uns festgeknotet hatten und da der Wind über Nacht nachließ klopfte die Boje die ganze Nacht gegen Gegenwind. Was für eine nervtötende, wachhaltende Fehlkonstruktion für Schiffe unserer Größe. Aber zumindest befand sich an der Mooringtrosse ein schönes Zertifikat in Edelstahl auf einem Plastikschwimmer.

Heute haben wir unseren Anker um 15:00 Uhr im Süden der pittoresken Insel Dunk fallen lassen. Wir Schippern so also gemütlich durch das Great Barrier Reef mit seinen verschiedenen Schutzzonen, die uns allerdings einiges an Aufmerksamkeit abverlangen, denn dafür gibt es extra Pläne, die zusätzlich zu den Seekarten, Gezeiten, Strömungen und dem Wetter sowie den nicht gerade üppigen Ankerplätzen zu beachten sind.  

Viele Grüße von Dunk Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien: Der Auftakt zu Tagestouren

Besucherboje in beliebten Ankerbuchten
Besucherboje in beliebten Ankerbuchten

Datum: Mittwoch, 13. November 2019 – 17:30 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 18°35,727‘, E 146°29,198‘ 
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Motor, Tagesdistanz 45 sm, mit Tagesetappen wollen wir innerhalb des Great Barrier Reefs gute 600sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 31,1°C im Schiff, Wassertemperatur 27,1°C, Wind 3 Beaufort aus Nordost, See 0,5m.

Es geht weiter! Wir haben heute unsere Festmacher in der Break Water Marina in Townsville losgeworfen und sind mit Kurs Nord gestartet. Bei einer schwachen Brise aus Nordost motorten wir. Unser Weg führte uns zwischen Magnetic Island und dem Festland entlang durch das zurzeit freigegebene militärische Übungsgebiet direkt zu der Palm Island Gruppe. Wir passierten die Inseln der Gruppe westlich immer mit Blick auf die trockene, braune Landschaft. In der Pioneer Bay, vor der Insel Orpheus, der nördlichsten Insel dieser Gruppe machten wir an einer Besucherboje fest. Australien bietet in vielen beliebten Buchten kostenfreie Mooringbojen für Besucheryachten an. Wir haben die Bucht allerdings für uns. So können wir beide die Nacht zum Schlafen nutzen und müssen nicht mit Nachtwachen durchs Riff düsen.

Eigentlich lädt die Bucht zum Baden und zu einem Landgang ein aber für einen Landgang haben wir keine Zeit, denn wir wollen ja Strecke machen und das Thema Baden ist so eine ganz andere Sache. Nachdem Helge vor ein paar Tagen in dem schmuddeligen Wasser der Marina noch einmal Gegenwinds Unterwasserschiff inspiziert hatte, verzichten wir ab jetzt doch lieber auf einen Sprung in unsere Riesenbadewanne. Die Tierwelt Australiens ist in vielen Bereichen sehr gefährlich und so berichten die Nachrichten hier immer wieder von Unfällen. Unsere Riesenbadewanne wird von gefährlich brennenden Quallenarten bewohnt. Einige gibt es das ganze Jahr über und für andere beginnt jetzt die Saison. Baden also nur mit Vollschutz oder gar nicht. Aber das ist ja nicht alles, denn unsere Ankerbucht beheimatet auch Salzwasserkrokodile mit denen nicht zu spaßen sein soll. Natürlich gibt es immer ein paar Mutige, die auch mit Krokodilen Baden und manchmal auch gebissen werden aber wir gehören in dem Fall nicht zu den Mutigen. Außerdem ist hier auch durchaus mit dem einen oder anderen angriffslustigen Hai zu rechnen.            

Viele Grüße aus der Little Pioneer Bay, Orpheus Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien: „Outback“

Australischer Roadtrain
Australischer Roadtrain

Australien ohne ins „Outback“ zu fahren, das geht ja wohl gar nicht!

So machten wir uns am Mittwoch, den 06. November 2019 auf zum Flughafen, wo es die meisten Autovermietungen gibt. Wir nahmen den Bus für die gut 6km lange Strecke.

Unser Ziel war Charters Towers, eine kleine Goldgräberstadt ca. 120km Landeinwärts, im Outback. Eigentlich müßten wir ja sagen, das Outback fängt schon kurz hinter der Stadtgrenze von Townsville an, denn außer der städtischen Müllkippe folgen dann nur noch Farmen und wilde Landschaft. Die Strecke ist gut ausgebaut mit vielen Rastmöglichkeiten, die wir auch gut nutzten. Das war seit Martinique in der Karibik die erste Autotour bei der wir selbst am Steuer saßen. Und natürlich hatte das Auto nur Gaspedal und Bremse und wir fuhren auf der falschen Seite. Selbstverständlich war es nur aus deutscher Sicht die falsche Straßenseite, denn hier in Australien befindet sich das Steuer rechts und alle fahren links. 

Die Straße nach Charters Towers zog und zog sich. Einige wenige Autos kamen uns entgegen und zwei oder drei überholten uns sogar. In Charters Towers angekommen, hatten wir Mittagshunger und fanden sogar ein Kebab-Lokal. Habt Ihr schon mal Kebab in Tortilla und mit kaltem Raspelkäse gegessen? Das ist zumindest im Outback die Art einen Kebab zuzubereiten.

Nach dem Mittag zog es uns noch auf den Towers Hill, dem Hausberg von Charters Towers, einem faszinierenden Aussichtspunkt. Der Berg wurde in frühen Jahren als Goldmine ausgebeutet und während des 2. Weltkrieges mußte er als Munitionslager herhalten.
Auf dem Towers Hill wurden wir intensiv beobachtet. Freilebende Kängurus schauten uns interessiert zu und verfolgten unsere Schritte neugierig aus sicherer Distanz.

Nach dem Besuch auf dem Towers Hill begaben wir uns auf den staubigen Rückweg. Natürlich machten wir auch dabei wieder einige Stopps und ließen den einen oder anderen Road Train an uns vorbeirauschen – die Dinger sind schon echt mächtig. Außerdem lagen etliche Farmen am Weg und die Rinder die auf den Weiden standen, knabberten an dem recht kargen braunen Gras.  

Viele Grüße aus Townsville, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien steht still

Melbourne Cup Party
Melbourne Cup Party

… oder anders ausgedrückt, der Melbourne Cup zieht ganz Australien in den Bann. Der Melbourne Cup ist das wichtigste, jährliche australische Pferderennen, bei dem JEDER mitfiebert und mitwettet. Die Straßen sind während der Zeit wie leer gefegt, die Arbeitswelt ruht und jeder sitzt am Fernseher, meist bei einer kleinen Party wie bei einer Fußballweltmeisterschaft in der die deutsche Mannschaft im Finale spielt.

Natürlich waren wir am Dienstag, den 05. November 2019 von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr mit dabei. In der Marina wurde der Aufenthaltsraum mit Tischen und Bänken versehen und jeder der sich rechtzeitig angemeldet hatte, konnte an dem Event teilnehmen. Es gab Sekt, Bier, was zu Knabbern und ein Lunchbuffet. Man klönt, schaut sich die Jockeys und Pferde an und dann ist es soweit: DAS Rennen startet. Es dauert ca. drei Minuten und dann ist alles vorbei. Der Sieger wird gefeiert und die Preise werden verteilt. Natürlich gab es auch bei uns in der Marina Wetten und Preise. Ashas Wette brachte uns eine Weinflasche!   

Viele Grüße aus Townsville, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien: Skippy, das Känguru läßt Grüßen

Koala beim Touristengucken
Koala beim Touristengucken

Endlich haben wir Zeit uns mal ein bisschen in der Gegend umzusehen. Für Montag, den 04.November 2019 hatten wir einen Shuttle- Bus bestellt, um so ein paar Kilometer außerhalb der Stadt das Billabong Schutzgebiet zu besuchen. 
So stiegen wir also morgens um 08:45 Uhr in den Abholservice ein und los ging es, raus aus der Stadt. Wir fuhren auf einer gut ausgebauten Landstraße von der Breite, die eine deutsche Autobahn übertrifft. Hier sahen wir die ersten Kängurus, das australische Nationalsymbol – am Straßenrand ziemlich mausetot und breitgefahren.

Als wir nach einer guten halben Stunde Fahrzeit im Billabong Schutzgebiet ankamen, wurden wir mit einer kleinen Beschreibung und einer deutschsprachigen Broschüre begrüßt und starteten unseren Rundgang durch die australische Tierwelt. Es ging los mit den etwas verschlafenen Koalas – welch niedliche zum Kuscheln aussehende Knuddeltiere. Wir lernten allerdings, daß sie ca. 20-22 Stunden am Tag schlafen, eine Mindesthöhe vom Erdboden von ca. 1,4 Metern benötigen um nicht nervös zu werden und das Kuscheln echten Streß für die Tiere bedeutet, denn es stört ihre überlebensnotwendige Ruhe. Sie sind aber total süß anzusehen, wie sie sich auf ihrem Sitzplatz im Baum einrichten.
Nach den Koalas besuchten wir Yarrabah und Hope, ein Pärchen Kasuare, das hier im Park lebt und zum Brutprogramm für die Nachzucht dieser Art in Gefangenschaft gehört. Sie sind große urzeitliche Laufvögel mit einem wunderschön blau schillernden Kopf und Hals.
Unser weiterer Weg führte uns zu Papageien, verschiedenen endemischen Schlangen und Reptilien, einem Schnabeligel, den Wombats, Wellensittichen, Bilbies (sehen aus wie eine Art große Wüstenmaus) sowie zwei Emus, die uns neugierig Ihren Kopf mit den dunklen, runden Kugelaugen über den Zaun hinweg entgegenstreckten und bei unserm Verlassen einen tiefen, lauten, dunklen Ton von sich gaben. 

Gegen Mittag legten wir eine kleine Futterpause für uns ein, mußten aber aufpassen, daß die überall rumlaufenden, quiekenden Entenscharen und Gänse uns die Brote nicht wegstibitzten.

Außerdem schauten wir bei der Krokodilfütterung zu. Die kleinen Süßwasserkrokodile sahen schon gefährlich aus aber als wir dann die Kraft und die Schnelligkeit der großen bis zu fünf Meter langen Salzwasserkrokodile bei der Fütterung sahen, wurde uns spätestens klar, daß wir in dem Gebiet dieser riesigen Echsen, das sich auf unserem Weg weiter nach Norden befindet, nicht mehr ins Wasser wollen.
Wir konnten ein paar Dingos kennenlernen. Das sind die größten in Australien lebenden Raubtiere an Land. Sie sind so eine Art wilde Hunde.

Und dann waren da noch die Kängurus – das australische Nationalsymbol hat es uns angetan. Sie waren so süß und die Gehege waren zum Betreten offen. Bei den großen Tieren gab es Nachwuchs. Eines wühlte sich im Beutel der Mutter herum wobei die Füße nach draußen hingen und ein anderes lief neben der Mutter her und steckte den Kopf immer wieder in den Beutel um zu trinken. Nachdem wir eine Zeitlang im Gehege waren, kamen die Tiere neugierig zu uns, um sich ordentlich streicheln zu lassen. In einem anderen Gehege mit kleineren Kängurus wurden wir von einem fast adoptiert und nicht mehr weggelassen. Es hatte Spaß daran unsere Arme und Hände abzuschlabbern. So hatten wir Skippy live – vielleicht erinnert sich ja noch der eine oder andere an die Fernsehserie aus den 1960er Jahren.   

Am Nachmittag wurden wir dann wieder von dem Shuttleservice in die Stadt gebracht.

Viele Grüße aus Townsville, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien: Unsere ersten Eindrücke aus dem Land der Kängurus

Gegenwind in der Breakwater Marina
Gegenwind in der Breakwater Marina

Nun sind wir schon eine gute Woche in Australien und haben immer noch keine Kängurus gesehen. Eigentlich sind die Kängurus das Nationalsymbol Australiens und sie sind eigentlich eine Plage, so wurde es zumindest in einem Beitrag im Weltspiegel (gesendet am Sonntag, den 27.10.2019) berichtet aber hier in der Stadt lassen sie sich nicht blicken.
Dafür haben wir hier den Eindruck, die Menschen sehen nahezu alle sooo weiß aus oder verstehen wir langsam wo der Begriff „Bleichgesichter“ herkommt?

Die Breakwater Marina, in der wir einen Liegeplatz haben ist eine gut gepflegte Marina mit prima Service und zuvorkommenden Mitarbeitern und vor allem sind die Duschen super klasse, sauber, großzügig und die Wassertemperatur läßt sich nach Belieben regulieren.

Die Kreditkarte oder auch ein gut gefülltes Portemonnaie werden gerne gesehen – dafür gibt es guten, freundlichen Service bei allen Gelegenheiten. Man darf aber trotzdem nicht zu viel erwarten, denn hier wird nicht wirklich improvisiert sondern alles wird am liebsten „zertifiziert“ erledigt. So haben wir jetzt unsere erste Woche mit Bootsarbeiten und Besorgungen verbracht. Dabei haben wir bisher noch keine Zeit für Fotos oder Sightseeing- Abstecher gehabt.
Die Straßen sind auf Autofahrer ausgelegt. Als Fußgänger warten wir an den Ampeln Ewigkeiten. Die Straßen sind gefühlt Meilenbreit und als Fußgänger muß man teilweise auf braunen Grasflächen entlanglaufen, so daß unsere Beine am Ende eines Tages meist völlig verstaubt sind. Immerhin kann man aber entlang der Straßen auf Fußwegen gehen. Busse fahren selten und sonntags gar nicht. Nichtsdestotrotz haben wir inzwischen Papierseekarten (Übersegler) für die kommenden Strecken bekommen, auch die elektronischen Seekarten konnten wir abholen und Ersatz für unseren defekten Notfallsender konnten wir auftreiben und bestellen. Außerdem haben wir uns um unser Dieseltankproblem gekümmert und nun eine chemische Lösung bekommen. „FuelDoctor“ ist wohl die einzige lokale Variante mit der Dieselverschmutzung umzugehen, denn da haben wir wohl Dieselbakterien im Tank, die sich mit den hiesigen Reinigungsmethoden und bei den tropischen Temperaturen nur chemisch unter Kontrolle halten lassen. Außerdem haben wir die super Waschmaschinen in der Marina ordentlich drehen lassen um alles mal wieder maschinell richtig durchzuspülen. Jetzt warten wir noch auf unsere Lieferungen bevor wir hier die Leinen wieder lösen werden. Die kommenden Tage wollen wir für einen Blick in unsere Umgebung sowie unsere weitere Routenplanung und die Neuverproviantierung nutzen.     

Viele Grüße aus Townsville, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 14.Seetag, Ankunft in Australien

Vor dem Bug: Australien
Vor dem Bug: Australien

Datum: Donnerstag, 24. Oktober 2019 – 18:30 Uhr Australien Zeit
GPS-Position: S 19°15,183‘, E 146°49,396‘
Angekommen in Townsville Australien. Tagesetmal 94 sm. Gesamtstrecke von Noumea, Neukaledonien nach Townsville, Australien betrug 1295 sm.
Aktuelles Wetter: Bedeckter Himmel bei 28,9°C im Schiff, Wassertemperatur 26,4°C, Wind 4 Beaufort aus Südost.

Die Einfahrt in das Great Barrier Reef gestern Nachmittag war ziemlich Nerv tötend. Im Wechsel zwischen Regenscheuern, abflauendem Wind (7kn) und kabbeliger See, bis zu 2m, ging es zehn Minuten später mit heftigem Wind (27kn) und noch kabbeligerer See auf einem am Wind Kurs unter Vorsegel (Wind schräg von vorne) durch die Palm Passage mitten durch das Great Barrier Reef. Die Durchfahrt durch die Palm Passage dauerte gute vier Stunden für 25 Seemeilen. Eigentlich hatten wir auf ruhigeres Wasser nach der Passage gehofft, denn immerhin kamen wir von einer Wassertiefe unter dem Kiel von über 1000m auf nur noch 40m nach der Riffdurchfahrt – aber „Pustekuchen“. Wir hatten keine Lust auf Zickzacksegeln um gegen den aus Südosten wehen Wind anzukommen und so motorten wir die ca. 60 Seemeilen zu unserem Ziel. Das war die reinste Hoppel-, Karussell-, Schleuder-, Rodeo- Tour. Wir bekamen in der Nacht kaum ein Auge zu.
Todmüde sind wir dann heute um 11:00 Uhr Neukaledonien Zeit, bzw, 10:00 Uhr Australien Zeit in Townsville in die Breakwater Marine eingelaufen. Wir mußten am Tanksteg festmachen und auf die Behörden warten. Trotz unserem etwas zu frühen Erscheinen – wir hatten uns ja ein paar Tage vorab für 11:00 Uhr angekündigt, kamen sie nach kurzem warten und fertigten uns superfreundlich ab. Viele Papiere wurden ausgefüllt und unterschrieben und nebenbei gab es noch einen netten Plausch. Die beiden Zoll-/ Immigrationsbeamten gaben sich mit ihrem Papierstapel zufrieden, während die beiden Damen von der Bio-Security Gegenwinds Hölzer auf Termitenbefall abklopften, in losen Lebensmittelverpackungen nach Ungeziefer suchten und bei Milchpulver das Herkunftsland wissen wollten, da das nicht aus allen Ländern eingeführt werden darf. Außerdem fragten die beiden Damen nach allen von uns bereisten Ländern und Gegenden, sowie nach unseren Wanderaktivitäten, ob wir nicht vielleicht mit unseren Schuhen oder sonst wie Ungeziefer einschleppen könnten. Nachdem sie dann aber mit unseren Antworten und dem Untersuchen von Gegenwind zufrieden waren, bekamen wir nur noch die Rechnung für eine Stunde Arbeit von 530AUS$ präsentiert.
Nach dieser ganzen Prozedur fragten wir nur noch nach einem Liegeplatz in der Marina, verholten kurz dahin, machten eine Mittagspause, nahmen eine ordentliche Dusche und anschließend unternahmen wir einen kleinen Spaziergang. Jetzt ist Schluß für heute: Wir gehen in aller RUHE Schlafen und werden dann ab Morgen mit den Vorbereitungen zu den nächsten Etappen weitermachen.

Viele Grüße aus Townsville, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 13.Seetag, Ansteuerung Great Barrier Reef voraus

Datum: Mittwoch, 23. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°02,352‘, E 147°32,367‘
Kurs West. Genua III gesetzt, Geschwindigkeit 5 kn, Kurs 270°. Tagesetmal 92 sm, vor uns liegen noch 94 sm.
Aktuelles Wetter: Bedeckter Himmel bei feuchtwarmen 28,4°C im Schiff, Wassertemperatur 25,0°C, Wind 4 Beaufort aus Ost, See 1,5m.

Nach dem Beginn einer ungemütlich windigen und schaukeligen Nacht, hatte sich das Wetter in der zweiten Nachthälfte beruhigt. Die Wellen sind etwas kleiner geworden, schütteln uns aber immer noch ordentlich durch und der Wind hat auf angenehme vier Windstärken nachgelassen. Seit 06:00 Uhr heute Morgen segeln wir wieder mit ausgerolltem Vorsegel.
Wir sind etwas später als gedacht und so stehen wir jetzt ca. 15 Seemeilen vor der Einfahrt in die Palm Passage des Great Barrier Reefs. Wir sind schon gespannt wie die Kängurus uns empfangen werden.

Viele Grüße aus australische Gewässern
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 12.Seetag, ein anderer Flieger

Datum: Dienstag, 22. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°22,455‘, E 149°04,621‘
Kurs West. Genua III gesetzt und auf Taschentuchgröße verkleinert, Geschwindigkeit 2-6 kn, Kurs 280°. Tagesetmal 106 sm, vor uns liegen noch 183 sm.
Aktuelles Wetter: Teilbedeckter Himmel bei 27,8°C im Schiff, Wassertemperatur 24,9°C, Wind 6 Beaufort aus Ost, See 2m.

Wir haben eine ungemütliche Nacht mit schlechtem Schlaf und einigen blauen Flecken hinter uns. Asha hatte sich bei dem Schleuderkurs während ihrer Wache sogar noch die Lippe und das Zahnfleisch blutig geschlagen. Der heutige Tag ist allerdings auch nicht besser. Und Besserung ist nicht in Sicht. Es bläst halt und wir haben nur ein kleines Stück des Vorsegels gesetzt und versuchen nicht schneller als 3-4 kn zu werden um Morgen im Laufe des Tages in die Einfahrt des Great Barrier Reef hineinzukommen. Dort steht uns eine ca. 30 Seemeilen lange Riffdurchfahrt bevor.
Gestern Mittag bekamen wir Besuch aus der Luft. Ein Flugzeug der australischen Grenzbehörde überflog uns im Tiefflug und nahm per Funk Kontakt zu uns auf um unsere Daten abzufragen und uns darüber zu informieren, das wir direkt zum Einklarierungsplatz fahren müssen und vor der Einklarierung mit niemandem Kontakt aufnehmen dürfen.

Viele Grüße aus australische Gewässern
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 11.Seetag, Der Wind ist da

Balanceakt auf der Saling
Balanceakt auf der Saling

Datum: Montag, 21. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°27,060‘, E 150°51,141‘
Kurs West. Genua III gesetzt, Geschwindigkeit 4-6 kn, Kurs 265°. Tagesetmal 92 sm, vor uns liegen noch 284 sm.
Aktuelles Wetter: Blauer Himmel mit einigen grauen Wolken dazwischen bei 28,0°C im Schiff, Wassertemperatur 24,5°C, Wind 4 Beaufort aus Ost, See 1-1,5m.

Seit gestern Abend 23:00 Uhr ist die Flaute vorbei und wir machen wieder Fahrt. Ein Vogel leistete uns gestern zum Dunkelwerden wieder Gesellschaft. Zuerst hatte er sich den Bugkorb als Schlafplatz ausgesucht, bis Gegenwind ihn dort hinuntergeschüttelt hatte. Dann wollte er sich auf dem Solarfeld einen neuen Schlafplatz suchen aber das ließ Helge nicht zu und so zog er einen letzten Kreis um uns und flog schimpfend davon.
Wir machen uns heute so langsam Gedanken um die Ansteuerung von unserem Ziel, denn wir haben die letzten ca. 80 Seemeilen innerhalb des Great Barrier Reefs zu machen. Eigentlich wollen wir nicht während der Nacht durch unbekannte Rifffahrwasser segeln, aber wenn wir für die Behörden gegen Mittag ankommen wollen, dann bleibt uns wohl keine Wahl. Zum Glück wird unser Weg auch von der Großschifffahrt benutzt und so sollten wir damit wohl zurechtkommen. Nur unseren Zeitpunkt für die Einfahrt ins Riff müssen wir einigermaßen hinbekommen, denn der soll möglichst bei Tageslicht sein. So werden wir heute Nachmittag wohl schon mal anfangen unsere Geschwindigkeit wieder zu reduzieren und dann mal schauen wo wir morgen stehen.

Viele Grüße aus australische Gewässern
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 10.Seetag, Der Himmel wird grau

Datum: Sonntag, 19. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°30,371‘, E 152°26,371‘
Kurs West. Genua III gesetzt und klein gerollt, Motorfahrt, Geschwindigkeit 5 kn, Kurs 275°. Tagesetmal 54 sm, vor uns liegen noch 374 sm.
Aktuelles Wetter: Blauer Himmel achteraus, grauer Himmel voraus bei 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 24,3°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, See 1m.

Wir stecken noch in der Flaute. Die Nacht haben wir mit langsamem herumtreiben bei 1-2 kn Fahrt verbracht während wir um 10:00 Uhr heute den Motor zum Batterieladen gestartet haben und gleichzeitig damit ein wenig Strecke machen.
Vor uns wird der Himmel immer grauer und damit kündigt sich wohl die vorhergesagte Wetteränderung an. Kein Sonntagswetter, aber wir nähern uns langsam unserem Ziel.
Zu essen wird es heute mal wieder, wie jetzt schon seit 6 Tagen, Kartoffeln geben. Irgendwie hatten wir bei der Planung unserer frischen Lebensmittel mit einer längeren Überfahrt gerechnet. So heißt es nun für die letzten Tage: Frische Lebensmittel aufessen, denn bei unserer Ankunft müssen die Frischbestände weg sein. Andernfalls werden die guten frischen Lebensmittel, die ja teilweise aus Australien kommen von der australischen Biosicherheitsbehörde eingezogen und auf unsere Kosten vernichtet.

Viele Grüße aus australische Gewässern
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 9.Seetag, Flaute

Flaute
Flaute

Datum: Samstag, 19. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°36,448‘, E 153°22,289‘
Kurs West. Genua III gesetzt und meist klein gerollt, Geschwindigkeit 1-2 kn, Kurs 270° mal mehr Nord mal mehr Süd je nach Strömung und Windhauch. Tagesetmal 64 sm, vor uns liegen noch 427 sm.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei wärmer werdenden Temperaturen, 29,1°C im Schiff, Wassertemperatur 25,0°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, See 1m.

Immer langsamer schaukeln wir dahin. Windstärke zwei und ab und zu mal ein bisschen mehr sind bei dem Seegang nichts zum Segeln. Also treiben wir mehr als wir segeln, denn das Großsegel haben wir ganz weg genommen und auch das Vorsegel klein gerollt, damit sie im Seegang nicht wie wild hin und her schlagen und sich damit am Ende selbst zerstören.
Das dumme an dem sooo ruhigen Wetter ist nur, das sich das Wetter meist nur ca. 10 Tage stabil hält bevor ein nächstes Starkwindgebiet durchzieht und das scheint auch dieses Mal wieder zu kommen. Unsere 10 Tage auf See sind fast um und nun ist auch schon der nächste Starkwind auf den Wetterkarten zu erkennen. Da werden wir uns schon langsam mal drauf vorbereiten und wenn die Wettervorhersage so bleibt werden wir ab Sonntag/ Montag mit zunehmenden Winden zu tun haben, die für uns hoffentlich nicht zu ungemütlich werden – da hat man halt Pech wenn man zu langsam ist.

Viele Grüße aus australischen Gewässern
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 8.Seetag, Dieselpest, da ist sie wieder

Datum: Freitag, 18. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°40,171‘, E 154°25,341‘
Kurs West. Großsegel im 2. Reff und Genua III gesetzt, Geschwindigkeit 3 kn, Kurs 275° mit Wind von Steuerbord achteraus. Tagesetmal 86 sm, vor uns liegen noch 487 sm.
Aktuelles Wetter: Strahlend blauer Himmel bei warmen 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 24,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, See 1m.

Langsam, aber immerhin voran! Vergangene Nacht sind wir mehr getrieben als gesegelt. Heute mit Hellwerden hatten wir den Motor angestellt, die Batterien müssen ja sowieso geladen werden und nun segeln wir wieder. Ruhiges schon fast zu warmes Wetter läßt uns etwas träge werden.
Gestern Nachmittag wollten wir den Motor anstellen und welch ein Wunder, bei dem Blick in den Dieselfilter vor dem Motorstart durften wir wieder feststellen, das unser schöner neuer Diesel, den wir in Noumea getankt hatten, nun doch wieder von Schmutz und Dieselpest befallen ist und das obwohl wir den Tank gereinigt hatten und einen Zusatz verwenden. Naja, hilft ja nix, also den Dreck aus dem Dieselfilter ablassen, wieder etwas Diesel von Hand nachpumpen und erst dann den Motor starten. Da müssen wir uns in Australien wohl noch einmal wieder intensiver mit beschäftigen. Bis dahin heißt es wachsam sein und den Filter gut im Blick behalten, sonst werden wir zum reinen Segelboot und wir müßten jetzt unseren Kühlschrank abstellen, denn der Windgenerator fehlt unserer Energieversorgung. In ein paar Tagen wäre das ohne Kühlschrank ja gar nicht so schlimm, denn bis zu unserer Ankunft im australischen Einklarierungshafen müssen die frischen Kühlschranksachen sowieso verbraucht sein, wenn wir sie nicht dem Biosecurity- Officer überlassen wollen.

Viele Grüße aus australischen Gewässern
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 7.Seetag, Angriff auf unsere Energieversorgung

Datum: Donnerstag, 17. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°44,007‘, E 155°53,404‘
Kurs West. Großsegel geborgen, Genua III gesetzt, Geschwindigkeit 4-5 kn, Kurs 250° - kreuzen vor dem Wind. Tagesetmal 98 sm, vor uns liegen noch 571 sm.
Aktuelles Wetter: Wieder blauer Himmel mit Wolkenfeldern bei 27,8°C im Schiff, Wassertemperatur 24,4°C, Wind 3-4 Beaufort aus Ost, See 1m.

Es geht voran! Wir haben australische Gewässer erreicht. Bei unserer gestrigen Mittagskommunikation haben wir unsere Ankunft bei den australischen Behörden gemeldet. Die Meldung soll mindestens 96 Stunden vor Erreichen des Hafens mit genauer Uhrzeit geschehen. Das werden wir wohl noch ein paar Mal aktualisieren müssen, denn zurzeit ist noch nicht einmal der Ankunftstag klar.
Der Abend gestern fing so schön ruhig an, bis der Mond seine volle Helligkeit abstrahlte und dann kamen sie! Die Vögel, so groß wie unser Windgenerator. Zu fünft flogen sie direkt auf unseren Geräteträger mit Windgenerator und Solarfeld zu. Bevor Helge reagieren konnte und den Generator abschalten konnte krachte es und einer der Vögel flatterte zwischen den Flügeln des Windgenerators und zwei andere ließen sich auf die Solarfelder fallen während zwei weitere dicht über dem geschehen schwebten. Der Vogel, der mit dem Windgenerator gekämpft hatte flog davon, Gegenwind schüttelte einen vom Solarfeld ab und einer konnte sich einen Augenblick halten. Das war der Auftakt zu einem ca. drei Stunden dauernden Kampf um unsere Energieversorgung. Zuerst war das vertreiben der Vögel mit einer Taschenlampe ganz erfolgreich, bis sie sich daran gewöhnt hatten. Auch half Gegenwind mit ihren Wackel- und Schaukelbewegungen ordentlich mit um die Vögel auf Distanz zu halten – einer flatterte ins Vorsegel, einer rammte das Achterstag und brachte dabei sogar den ganzen Mast zum Zittern. Dann schaffte es aber der eine oder andere immer wieder zu landen und sich auf dem Solarfeld zu halten. Da die Viecher allerdings eine ziemlich große Schweinerei hinterlassen, wollten wir sie nicht auf den Solarfeldern haben, denn die brauchen Sonne und keine riesigen Vogelkleckse. So einfach war es aber nicht die Vögel von dem Sitzplatz wegzubekommen, denn die sind alles andere als Scheu. Sie beißen einfach neugierig, verärgert in den Gegenstand hinein der ihnen zu nahe kommt. Also half alles nichts, die Viecher bekamen Schläge was schon ein ziemlicher Balanceakt am Geräteträger war aber immer noch einfacher als den hartnäckigen Vogeldreck bei dem schaukeln mühsam abzukratzen, wobei das normale abwischen von Staub im Hafen schon sehr lange Arme erfordert.
Den Schaden den die Vögel angerichtet haben, konnten wir heute begutachten. Der Windgenerator hat eine ziemlich Unwucht, die wir auf See nicht beheben können – also fällt der für die Stromversorgung aus. Die Solarfelder konnten wir ausreichend schützen vor dem Vogeldreck. Sie liefern also weiterhin Strom. Der Wegfall des Windgenerators bedeutet allerdings, daß wir unsere Stromversorgung mit Dieselstrom ergänzen müssen um genügend Energie zu gewinnen. So hübsch die Flieger über dem Wasser anzusehen sind, aber trotzdem hoffen wir, daß sie uns die kommenden Nächte in Ruhe lassen und sich ihren Schlafplatz wo anders suchen.

Viele Grüße aus australischen Gewässern
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 6.Seetag, Schlafgast an Bord

Schlafgast an Bord
Schlafgast an Bord

Datum: Mittwoch, 16. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°22,522‘, E 157°31,787‘
Kurs West. Großsegel geborgen, Genua III gesetzt, Geschwindigkeit 3 kn, Kurs 250-270°. Tagesetmal 113 sm, vor uns liegen noch 663 sm.
Aktuelles Wetter: Blauer Himmel mit Wolkenfeldern bei 27,4°C im Schiff, Wassertemperatur 24,3°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, See 1m.

Der vergangene Tag brachte uns eine schnelle Fahrt. Zuerst mit Genua und Großsegel im zweiten Reff, wobei wir das Großsegel zur Abenddämmerung wegnahmen. Aber auch nur unter Vorsegel oder sogar teils eingerolltem Vorsegel machten wir bis zu sieben Knoten Fahrt. Im Morgengrauen verlor der Wind seine Kraft und seitdem schaukeln wir mit nur noch mit drei Knoten Fahrt dahin.
Irgendwann gestern Abend schlich sich ein blinder Passagier ein und nutze Gegenwinds Großbaum als Schlafplatz. Natürlich kreisten auch noch ein paar andere Vögel um uns herum, aber denen gelang es nicht einen Landeplatz auf der schaukelnden Gegenwind zu erreichen. Der Anflug auf so ein schwankendes Schiff scheint auch für die so geübten Flieger eine echte Herausforderung zu sein und nicht jeder schafft es. Unser Schlafgast schaffte es aber sogar zweimal, denn als wir das Vorsegel refften, streckte er seinen Kopf entrüstet aus den Federn, flog auf und kreiste während des Manövers um uns, um anschließend wieder Platz zu nehmen. Nun folgte ein kurzes Federputzen und dann verschwand der Kopf wieder zwischen den Federn. Zum Hellwerden bekam er wohl Hunger und verließ seinen Schlafplatz, denn Frühstück boten wir ihm nicht an.

Viele Grüße aus dem Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 5.Seetag, freies Wasser voraus

Datum: Dienstag, 15. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 18°21,192‘, E 159°28,506‘
Kurs West – Damit könnt Ihr jetzt auch schon fast unser Ziel sehen. Großsegel im 2. Reff und Genua III gesetzt, Geschwindigkeit 4 kn, Kurs 270°. Tagesetmal 102 sm, vor uns liegen noch 774 sm.
Aktuelles Wetter: Blauer Himmel mit eine paar Wolkentupfern bei 27,5°C im Schiff, Wassertemperatur 23,8°C, Wind 3-4 Beaufort aus Südost, See 1m.

Wir haben ruhige 24 Stunden hinter uns. Heute Vormittag haben wir zusätzlich das Großsegel im 2. Reff gesetzt – wir halten die Segel relativ klein, damit sie im Seegang nicht kaputt schlagen. Dafür verzichten wir auf ca. einen halben bis einen Knoten Fahrt.
Inzwischen konnten wir unseren Kurs soweit ändern, das wir unser Ziel direkt ansteuern können, natürlich abgesehen von dem Schlenker, den wir hinter dem Great Barrier Reef machen müssen. Wir segeln hier in der sogenannten Coral Sea, einem Gebiet mit vielen Untiefen und Inselchen. Der eine oder andere macht auch schon mal einen Stopp aber wir haben beschlossen durchzufahren und das stabile Wetter für eine ruhige Überfahrt zu nutzen – klassisch halt. Die bergigen Unterwasserlandschaften verursachen ja auch unangenehme Wellensysteme. Die großen Untiefen und Inselchen wie zum Beispiel das Chesterfield Riff, die Avon Inseln, das Bampton Riff und das Nereus Riff liegen jetzt südlich unseres Kurses. Auf ein paar weitere Riffe und Untiefen werden wir nördlich und südlich unserer Route noch aufpassen müssen. Außerdem haben wir so viel Schiffsverkehr wie lange nicht mehr – jeden Tag ein bis zwei Frachter in unserem Umfeld.

Viele Grüße auch weiterhin aus dem Französischen Überseegebiet
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 4.Seetag, Vogelalarm

Datum: Montag, 14. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 19°10,116‘, E 161°02,089‘
Kurs Nordnordwest. Großsegel geborgen, Genua III gesetzt, Geschwindigkeit 5 kn, Kurs 300°. Tagesetmal 128 sm, vor uns liegen noch 882 sm.
Aktuelles Wetter: Teilweise bedeckter Himmel, Südwind bringt kühle Luft mit, bei 26,3°C im Schiff, Wassertemperatur 24,0°C, Wind 3-4 Beaufort aus Süd, See 1m.

Nachdem wir gestern Nachmittag sowie die erste Nachthälfte herrliches Segelwetter hatten, wir rauschten mit 7 kn dahin unter zweifach gerefftem Groß und Vorsegel, sorgte die zweite Nachthälfte für Action und einen unruhigen Schlaf. Wir bargen nachts um kurz vor 05:00 Uhr das Großsegel und ließen uns bei dann nur noch 5-6 kn Fahrt mit dem Vorsegel durch die Wellen schaukeln.
Außerdem hatten es einige Vögel auf uns abgesehen. Eigentlich ist die Gesellschaft dieser tollen Flieger schön anzusehen. Aber vergangene Nacht waren sie zu neugierig auf Gegenwind. Sie umkreisten uns in tollkühnen Aktionen und mußten dabei immer wieder halsbrecherisch dem wilden Kreisen von Gegenwinds Mast ausweichen. Einige fanden allerdings unseren Geräteträger mit dem Solarfeld und dem Windgenerator spannend und kamen zur näheren Begutachtung dem Windgenerator sehr nahe, so daß wir ihn Zeitweise ausschalten mußten um keinen Schaden am Gerät davon zu tragen und nicht schon wieder einem Selbstmördervogel (das wäre Nummer drei gewesen) mit den schnell drehenden Propellern ein Werkzeug für die Tat zu bieten. Aber diesmal ging alles gut.

Viele Grüße auch weiterhin aus dem Französischen Überseegebiet
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien achteraus: 3.Seetag, explodierende Sternschnuppe

Datum: Sonntag, 13. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 20°31,086‘, E 162°44,288‘
Kurs Nordnordwest. Großsegel im 2. Reff und Genua III sind gesetzt, Geschwindigkeit 5 kn, Kurs 340°. Tagesetmal 95 sm, vor uns liegen noch 1008 sm.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein, es wird wieder heißer, bei 29,3°C im Schiff, Wassertemperatur 23,8°C, Wind 3 Beaufort aus Nord bis Nordwest, See 1m.

Den größten Teil der Nacht sind wir unter Motor gefahren, da der Wind völlig eingeschlafen war. Nur die Strömung stand noch gegen uns mit zeitweise bis zu zwei Knoten.
Jetzt gerade hat der Wind aufgefrischt und wir haben wieder Segel gesetzt und den Motor abgestellt. Leider kommt der Wind aus der Richtung in die wir wollen. Aber das wird laut unserem letzten Wetterbericht wohl auch nur ein paar Stunden anhalten. Anschließend erwarten wir dann wieder den Südostpassat, der uns zu unserem Ziel bringen soll.
Die Nachtstunden der ersten Nachthälfte werden zurzeit hell beleuchtet durch den fast Vollmond, so daß der Himmel blaugrau erscheint und die Sterne dezent im Hintergrund bleiben – ein schöner Anblick! Während Helges Wachbeginn leuchtete eine superhelle Sternschnuppe auf, die dann hoch am Himmel einfach zerplatzte – ob das wohl ein alter Satellit war, der zurück auf die Erde kam? Das war jedenfalls ein faszinierender Anblick, die Teile in alle Richtungen auseinander fliegen zu sehen.

Viele Grüße auch weiterhin aus dem Französischen Überseegebiet
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien außer Sicht: 2.Seetag, ohne Seekrankheit

Datum: Samstag, 12. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 21°30,745‘, E 164°00,924‘
Kurs Nordnordwest, außer Sichtweite folgen wir immer noch dem Küstenverlauf Neukaledoniens.
Großsegel im 3. Reff und Genua III sind gesetzt, Geschwindigkeit 4 kn, Kurs 300°. Tagesetmal 95 sm, vor uns liegen noch 1101 sm.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein mit ein paar Wolken, bei 28,1°C im Schiff, Wassertemperatur 23,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Südost, See 1m.

Langsam und gemütlich gehen wir die ersten Tage auf See an. Wir müssen uns ja schließlich wieder an unseren üblichen Wach-, Schlafrhythmus auf See gewöhnen und da sind wir die ersten Tage meist etwas müde. Diesmal gibt es aber bisher keine Seekrankheit an Bord – das ist etwas super-höchst-seltenes! Daran könnten wir uns gewöhnen.
Außer einem Frachter während der frühen Morgenstunden und einem Licht während der Nacht haben wir den Ozean für uns.
Wir planen die Flachs um das Chesterfeld Reef nördlich zu umrunden, bevor wir auf Westkurs gehen.

Viele Grüße auch weiterhin aus dem Französischen Überseegebiet
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien querab: 1.Seetag, vor und zurück

Hübscher Sonnenuntergang auf See
Hübscher Sonnenuntergang auf See

Datum: Freitag, 11. Oktober 2019 – 12:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 22°11,492‘, E 165°27,716‘  
Kurs Nordnordwest der Küstenlinie folgend Neukaledonien an Steuerbord Querab in Sichtweite. Motorfahrt, 5 kn Kurs 300°, die Genua III nur als Stütz kleingerollt. In unserem Kielwasser liegen seit verlassen der Ilot Maitre 76 sm und vor uns liegen noch weitere 1190 sm.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein mit ein paar Wolken, bei 27,4°C im Schiff, Wassertemperatur 23,1°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nord bis Nordwest, ruhiges Wasser, See 1m.

Wir sind wieder unterwegs – Neue Abenteuer warten auf uns. Aber zuerst einmal müssen wir das kommende Seestück bewältigen, also mit etwas unbeständigem Wetter kämpfen. Und rechtzeitig – 96 Stunden vorab - die Behörden über unseren exakten Ankunftstermin und Ort informieren, damit wir keine Einreiseprobleme bekommen.
Zurzeit geht es ganz einfach bei Flaute unter Motor voran. Den hatten wir heute Morgen gegen 06:30 Uhr eingeschaltet, nachdem wir gute 8 Seemeilen von der Strömung im Laufe der zweiten Nachthälfte zurück getrieben wurden. Laut unseren letzten Wetterdaten sollte sich aber bald wieder Südostwind einstellen, mit dem wir dann weiter segeln können. Bei diesen ruhigen Bedingungen schlägt nicht einmal die sonst übliche Seekrankheit zu – hoffen wir, das uns das Übel auch weiterhin erspart bleibt.
Ein Highlight der Nacht für Asha während ihrer Wache war ein Wal, der eine Zeitlang neben Gegenwind schwamm und immer wieder Luft aus seinem Atemloch ausblies. Durch die Nähe war das irgendwie unheimlich. Als Asha dann allerdings einmal lauf rief, verschwand er – Helge hatte das ganze Spektakel allerdings tief und fest verschlafen.

Viele Grüße aus den Gewässern von Neukaledonien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Neukaledonien – Jetzt aber los

Datum: Donnerstag, 10. Oktober 2019 – 11:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 22°20,017‘, E 166°24,377‘ auf 2,9m Wassertiefe (Mooringboje vor der Îlot Maître, Neukaledonien)
Leinen los! Der nächste Kontinent liegt in ca. 1000-1200 Seemeilen vor unserem Bug.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, im Schiff ist es 29,4°C warm, Wassertemperatur 23,2°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südwest.

Endlich - alles ist bereit, die vorgekochten Speisen abgekühlt und im Kühlschrank, die Regensachen aus dem Schrank gepult und wir DREI wollen jetzt weiter.

Der letzte Wetterbericht verspricht uns das für unsere Strecke normale Wetter, so daß wir wohl auch den einen oder anderen Schlenker für steife, drehende und uns entgegenwehende Winde einplanen müssen. Ein Wetter zu erwischen das länger als eine Woche durchsteht, ist hier leider echte Glückssache und erfordert selbst für unsere Verhältnisse ein übermenschliches Maß an Geduld. Also los!

Viele Grüße aus Neukaledonien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Neukaledonien – Jeder Weg fängt mit dem ersten Meter an

Start und Ziel
Start und Ziel

Datum: Mittwoch, 09. Oktober 2019 – 16:30 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 22°20,017‘, E 166°24,377‘ auf 3,3m Wassertiefe (Mooringboje vor der Îlot Maître, Neukaledonien)
Die ersten 4 Seemeilen der Etappe liegen im Kielwasser. Der neue Kontinent liegt aber immer noch in ca. 1000-1200 Seemeilen vor unserem Bug.
Aktuelles Wetter: Feuchtwarm, bewölkt, im Schiff ist es 27,9°C warm, Wassertemperatur lausig kalte 24,0°C, Wind 4 Beaufort aus Südost.

Nachdem wir heute, das letzte frische Brot für die Etappe besorgt, sowie Trinkwasser bis oben hin gefüllt hatten, Freunden und Nachbarn Tschüs gesagt und uns bei der Marina abgemeldet hatten, lösten wir unsere Leinen. Natürlich waren wir mit unseren Vorbereitungen noch nicht ganz fertig aber jetzt sind wir unterwegs.

Wir haben die ersten Seemeilen zurückgelegt und für einen kleinen Zwischenstopp vor der Îlot Maître noch mal an einer Mooringboje Halt gemacht. Hier haben wir einen Schnorchelgang zu unserem Unterwasserschiff unternommen um den Propeller zu reinigen – und das obwohl wir den diesmal mit superteurem Spezialantifouling versehen hatten. Die Wassertemperatur sorgte dafür, daß wir uns mächtig beeilten um dann doch mit Zähneklappern wieder an Deck zu kommen. Außerdem verstauen wir gerade die letzten Einkäufe, checken noch einmal das Wetter und dann kommt der Rest der Strecke.  

Viele Grüße noch aus Neukaledonien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Neukaledonien – Wartezeit aber nun geht‘s endlich los

Neues Sprayhood
Neues Sprayhood
Wir haben jetzt geschützte Sitzplätze
Wir haben jetzt geschützte Sitzplätze

Datum: Dienstag, 08. Oktober 2019 – 12:00 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 22°16,668‘, E 166°26,359‘ (unser Liegeplatz in der Port Moselle Marina)
Das nächste große Ziel liegt in ca. 1000-1200 Seemeilen vor unserem Bug, ein neuer Kontinent.
Aktuelles Wetter: die Sonne brennt, im Schiff ist es 29,2°C warm, Wassertemperatur 23,5°C, Wind 2 Beaufort aus Südost. Der heutige Wetterbericht verspricht uns für die nächsten Tage schwache Winde aus südöstlichen Richtungen. Für die Überfahrt geht es also für die ersten Tage entspannt los. Wir sollten dabei wohl etwas nach Norden halten um dem südlich durchziehenden kommenden Starkwindgebiet aus dem Weg zu gehen.

Unsere Wartezeit auf passendes Wetter geht endlich zu Ende!
Morgen wollen wir los, Kurs West, oder besser gesagt Kurs Nordwest um dann später nach Westen zu drehen und endlich einen neuen Kontinent anzusteuern.

Natürlich haben wir die Wartezeit nicht einfach nur so herumgesessen oder uns einfach nur vergnügt sondern an Gegenwind gearbeitet. Wir haben einen aus Fidschi mitgebrachten Planenstoff zu einem neuen Sprayhood (Schutzverdeck über dem Eingang) verarbeitet. Das bisherige Sprayhood hatten wir ja schon mehrfach nachgenäht aber die Nähte und inzwischen auch der Stoff hielten einfach heftigem Regen nicht mehr stand.
Das existierende Sprayhood haben wir draufgelassen und die schwere LKW-Plane daran festgenäht. In reiner Handarbeit haben wir Stich für Stich eine neue wasserdichte Schutzkappe genäht. Das war eine Woche harte Arbeit von morgens bis abends, brachte uns einige Nadelstiche in die Finger, ordentlich Schwielen und auch ein paar blaue Flecken, denn wir konnten das alte Sprayhood nicht mehr abnehmen ohne die Befestigungsreißverschlüsse zu zerstören und so mußten wir uns für einen Teil der Nähte mächtig winden. So, nun ist das Projekt abgeschlossen und fertig zum Test auf See und das Wetter sieht auch einigermaßen einladend zur Weiterfahrt aus.

Natürlich werden wir Euch von See wieder täglich live berichten!

Viele Grüße aus Neukaledonien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Neukaledonien – ausgecheckt und doch geblieben

www.windy.com - Abfahrt verzögert
www.windy.com - Abfahrt verzögert

Datum: Freitag, 27. September 2019 – 11:00 Uhr Neukaledonien Zeit
GPS-Position: S 22°16,668‘, E 166°26,359‘ (unser Liegeplatz in der Port Moselle Marina)
Das nächste große Ziel liegt in ca. 1000 Seemeilen vor unserem Bug, ein neuer Kontinent.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtwarm bei 27,6°C im Schiff, Wassertemperatur 24,1°C, Wind 4 Beaufort aus Südost. Der Wetterbericht vom gestrigen Abend versprach uns für die nächsten Tage Winde aus südöstlichen Richtungen, mal eine schwache Brise und für ein paar Stunden mal starken Wind.

Unsere Erkältungen sind so gut wie weg, nur ein Resthusten ist noch geblieben. Wir fühlen uns wieder fit genug für neue Abenteuer. Vielen Dank für Eure lieben Besserungswünsche!

Am Freitagvormittag hatten wir die Ausklarierungsformalitäten bei Grenzschutz, Zoll und dem Hafenamt erledigt. Am Mittag waren wir einmal Zollfrei tanken gefahren, so daß nun nur noch die letzten Einkäufe, das Bunkern von Trinkwasser und natürlich das letzte Verstauen und das Anschlagen der Segel anstanden. Unser Plan sah vor am Sonntag, den 29.September 2019 die Leinen in Nouméa zu lösen und Neukaledonien mit Kurs West zu verlassen… .

Heute - Sonntag: 29. September 2019:
… Wenn die Wetterberichte doch einmal so bleiben könnten, wenn sie denn schon einigermaßen brauchbaren Wind versprechen, dann wären wir jetzt auf See. Naja, so haben wir heute beschlossen die kommenden Winde mit tagelang anhaltenden Böen der Stärke sieben noch in Nouméa abzuwarten. Morgen werden wir uns beim Grenzschutz wieder anmelden und dann heißt es warten bis die Wettervorhersage wieder besser aussieht. Zum Glück dürfen wir als Europäer hier in Neukaledonien ohne Limit bleiben. Das sieht in den folgenden Ländern leider ganz anders aus, da heißt es raus, wenn das Visum abgelaufen ist.

Ihr lest von uns sobald es denn endlich losgeht! Und natürlich werden wir Euch auch dieses Mal wieder von See täglich live berichten!

Viele Grüße aus Neukaledonien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Nouvelle Calédonie: Fridays for Future!

Fridays for Future
Fridays for Future

Oder wie es hier in Neukaledonien heißt: „Mobilisation - pour le Climat & le Biodiversité en Nouvelle Calédonie“.

Das Regierungsgebäude befindet sich genau gegenüber der Marina, auf der anderen Straßenseite, so daß die ersten Lautsprecheransagen und die ersten Pfiffe am Freitag, dem 20.September 2019 um 08:00 Uhr bei uns an Bord deutlich zu vernehmen waren.

Natürlich waren wir neugierig was denn nun aus dem weltweiten Aufruf zum Klimaprotest hier im Pazifik angekommen ist.

Und tatsächlich, das kleine Grün vor dem Regierungsgebäude wurde belebt von Jugendlichen, Eltern mit ihren Kindern die Plakate malten sowie Jung und Alt die sich versammelt hatten um zusammen zu sein, Reden zu hören, Beifall zu klatschen und anschließend ein Picknick zu veranstalten. Zum Picknick sollten eigentlich keine Wegwerfartikel mitgebracht werden, aber das war bei den Teilnehmern wohl nicht ganz angekommen.

Aber bei dem Protest ging es um den Erhalt der einmaligen Natur hier in Neukaledonien, denn hier existieren sehr viele endemische Pflanzen und Tiere, außerdem hat Neukaledonien die größte Lagune der Welt. Das ist die eine Seite, während auf der wirtschaftlichen Seite intensiver  Bergbau betrieben wird und die Minenlandschaft Natur frißt sowie einige rauchende Minenschlote den Himmel schon ziemlich vergrauen um Erze für umweltfreundliche Batterietechnologie zu liefern.  

Viele Grüße aus Nouméa, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Nouvelle Calédonie: Erkältung, Erkältung

Ein Teil unserer Erkältungsmittelchen
Ein Teil unserer Erkältungsmittelchen

Bei Asha kamen die ersten Anzeichen einer Erkältung auf.

Eigentlich wollten wir ja unsere sieben Sachen zusammenpacken und zu neuen Ufern aufbrechen und waren froh, daß wir dazu einen Liegeplatz in der Marina Port Moselle bekamen. Leider konnten wir die Gelegenheit nicht wie geplant nutzen um alles zu verstauen und zu erledigen, sondern begaben uns ins Krankenlager Gegenwind. Nach einer Woche Husten, Halsschmerzen und anderen Erkältungssymptomen bei Asha ging es dann auch bei Helge los. Es ist halt Winter und da grassiert schon mal so eine Erkältungswelle. Das gibt es ja nicht nur im winterlichen Deutschland sondern auch auf einer winterlichen Pazifikinsel, denn hier sind zurzeit ziemlich viele davon betroffen. Das liegt wohl an den kühlen Temperaturen, denn tagsüber ist es für uns noch angenehm warm bei nur ca. 25°C, da frieren aber andere schon. Sobald es dunkel wird, ist es allerdings auch für uns aus mit dem angenehm warmen Gefühlt. Bei nur ca. 18°C ziehen wir lange Hosen, Socken und Vliespullover über und uns ist trotzdem kalt. Es gibt hier auch nicht wenige, die sich dicke Daunenjacken dabei anziehen. Nur die Urlauber aus Australien oder Neuseeland laufen hier dann noch im T-Shirt herum.

Mit unseren hartnäckigen Erkältungen haben wir inzwischen einen Arzt besucht, ein paar Pillen geschluckt, ordentlich inhaliert und Kamillentee getrunken, Hustenbonbons gelutscht und ätherische Öle geschnuppert aber so richtig besser werden will es auch jetzt noch nicht. Da müssen wir wohl noch ein wenig Geduld aufbringen – aber dann geht es weiter.

Viele Grüße aus Nouméa, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Nouvelle Calédonie: Zurück zur Hauptstadt

Ile de Casy: Erste Pflanzen nach dem Feuer
Ile de Casy: Erste Pflanzen nach dem Feuer

Es wurde Zeit die Insel nahe dem Paradies zu verlassen, denn es kündigte sich zum Ende der Woche mal wieder ein steifer Westwind an, der den Ankerplatz in der Baie de Kuto vor der Île des Pins sehr ungemütlich machen sollte.

So holten wir unseren Anker am Dienstag, den 20. August 2019 ein und setzten Kurs auf die 45 Seemeilen entfernte Baie de Prony. Wir hofften dabei für die Strecke auf etwas Gesellschaft, denn zurzeit sind die Wale in der Lagune. Eine Walschwanzflosse konnten wir auch erblicken aber wir fuhren nicht näher heran, denn die Tiere wurden schon von Walguckbooten begleitet. Natürlich gibt es Regeln für die Walbegleitung. So dürfen maximal vier Schiffe neben einem oder mehreren Walen herfahren. Und das wird auch ausgiebig genutzt, denn eine Flotte von Segelkatamaranen und Motorbooten (wir haben 10-15 Boote gezählt) fährt täglich mit Touristen raus zum Gucken. Zum Glück gibt es hier „Ranger“ die auf die Tiere  aufpassen.

Am späten Nachmittag kamen wir dann in der Baie de Prony an. Leider waren alle Mooringbojen belegt – es ist halt Ferienzeit. So ankerten wir also auf sehr steinigem Grund in einer kleinen Seitenbucht, der Baie de la Mine aux Anglais auf 9,3m Wassertiefe (Position: S22°20,780‘ E166°48,883‘). Diesmal benutzen wir auch wieder einen Kettenball, den wir an der Ankerkette auf halber Länge festmachten um die Kette hochzuhalten, damit sie nicht die ganze Nacht über die Steine rasselte.

Am nächsten Morgen verholten wir uns dann an eine frei gewordene Mooringboje vor der Île de Casy (Position: S22°21,078‘ E166°50,642‘ auf 8,3m Wassertiefe). Vor dieser Insel lagen wir auf dem Hinweg schon, aber nun wollten wir die Insel auch erkunden. Die Insel ist heute Naturschutzgebiet und hier sind viele endemische Pflanzen zu finden. Der Rundgang ist wunderschön, obwohl vor einigen Jahren ein Teil der Vegetation durch ein außer Kontrolle geratenes Grillfeuer einiger Segler verwüstet wurde.

Den steifen Westwind ritten wir am Freitag, den 23.August 2019 an der Mooringboje ab – wie gut das die meisten Bojen und Anlagen für deutlich größere und schwerere Schiffe ausgelegt sind und Gegenwind als Leichtgewicht damit einen sicheren Platz hat.

Am Sonntag, den 25. August 2019 kehrten wir wieder zurück nach Nouméa um unser Aufbruch- Programm für die nächste Etappe abzuarbeiten und dann auf das richtige Wetter zu warten. Inzwischen haben wir auch schon die ersten Proviantkisten wieder gefüllt, die ersten Backskisten seefest gestaut um nun erst einmal den nächsten angekündigten stürmischen Westwind abzureiten. Dazu haben wir die Mooringboje verlassen und sind ein paar Meter weiter in den Hafen hineingegangen (Position S22°16,274‘ E166°25,784‘ auf 11m Wassertiefe), um unter Landschutz vor Anker abzuwarten. Das haben viele andere Segler ebenfalls gemacht. Das Ankern im Hafenbereich wird in solchen Situationen vom Hafenkapitän geduldet. Damit sind wir nicht der vollen Wucht von Wind und Wellen ausgesetzt, die durch die Einfahrt auf das Mooringfeld stehen werden.     

Viele Grüße aus Nouméa, Nouvelle Calédonie
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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