Logbuch


Die Tuamotos – Wir haben es jetzt endlich nach Fakarava geschaft


Datum: Mittwoch, 20. Juni 2018 GPS-Position: S 16°03,586‘, W 145°37,216‘ Wir liegen jetzt im Fakarava- Atoll vor dem Ort Rotoava auf 12,3m Wassertiefe vor Anker; das Wasser unter uns schillert türkis ist aber ziemlich undurchsichtig Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, bei kühlen 27,5°C im Schiff, Wassertemperatur ruft bei 27,1°C eine Gänsehaut hervor, Wind 4 Beaufort aus Ost bis Südost, Böen bis 6 Beaufort Nachdem uns am vergangenen Sonntagmorgen , den 17. Juni 2018 so ein Gefühl vom Aufbruch abhielt, waren wir am Abend froh über das Gefühl, denn steifer Wind und Gewitter mit Regen zogen über unseren Ankerplatz hinweg.
Aber irgendwann muß es doch schließlich mal weitergehen!
Zufrieden waren wir mit dem Wetterbericht auch am folgenden Morgen nicht aber unsere Geduld wollte weiter, so daß wir die letzten Sachen zusammenpackten und mit dem Hochwasser um 14:34 Uhr Makemo verließen. Das Atoll spuckte uns förmlich aus und wir schossen mit 7,5 Knoten Geschwindigkeit aus dem Paß heraus. Dabei steckte Gegenwind drei, vier Mal ihre Nase tief in die Wellen, die sich genau dort bilden wo die Wassertiefe der Lagune (30 m) auf die Ozeantiefen (knapp 1000m) treffen. Als wir die Passage hinter uns hatten, atmeten wir einmal entspannt durch und setzten unser kleines Vorsegel und das Großsegel im dritten Reff und segelten gemütlich dahin.
Kurz nach dunkelwerden kam Neptuns Geist an die Wasseroberfläche und prustete neben Gegenwind. Der Geist entpuppte sich als ein ca. fünf Meter langer schwarzer Wal, der Lust hatte mit Gegenwind eine Weile zu spielen und so begleitete er uns ein paar Minuten, immer versucht sich vor unseren Blicken irgendwo unter, vor oder hinter Gegenwind zu verbergen.
Anschließend ging der Wind schlafen und dunkle Wolken zogen am mondbeschienenen Nachthimmel auf, die sich dann am Morgen bei Tageslicht in einem vierstündigen Squall mit Regen und Windstärke sieben über uns entluden. Zu allem Überfluß kurvten wir zu der Zeit um die Atolle Katiu und Tuanaka herum, die uns mit ordentlich Gegenströmung ärgerten, so daß wir den Wind nicht mal eben gemütlich abwettern konnten, sondern uns hart durchkämpfen mußten.
Aber am frühen Nachmittag war auch das überstanden und Neptuns Elemente zeigten sich wieder von der freundlichen Seite, so daß wir das dahinsegeln genießen konnten.
Heute Morgen lachte uns dann auch noch unser Navigationscomputer an, indem er uns versprach, das Gegenwind pünktlich zum Morgenhochwasser um 10:14 Uhr vor der Einfahrt nach Fakarava Nord, dem Pass Garuae ankommen wird.
Tatsächlich waren wir sogar eine halbe Stunde vorher da und so motorten wir mit dem einlaufenden Wasser hinein. Die Wellen waren ziemlich konfus und Gegenwind schaufelte mächtig Seewasser über sich und uns, kam ins Stocken, nahm wieder Fahrt auf, bockte und sprang über Wellen und war, nach einer anstrengenden Viertelstunde in diesem Hexenkessel, durch. Da waren wir wohl ein bisschen voreilig und hätten vielleicht doch bis Stillwasser warten sollen, obwohl ein Teil der Literatur sagt, das es hier eigentlich kein Stillwasser geben soll und der Strom ständig aus dem Atoll mit mehr oder weniger Strömung herausläuft – was soll‘s.
Aber nun sind wir hier: im UNESCO Weltkulturerbe Fakarava. Wir liegen direkt vor dem Ort Rotoava, dem größten Ort in den Tuamotus und um uns herum wimmelt es von Segelschiffen. Das größte Segelschiff am Ankerplatz ist ein hochmoderner Zweimaster mit knapp 100 Meter Länge. Nun werden wir erst einmal, hoffentlich in Ruhe, ausschlafen. Viele Grüße (endlich) aus dem UNESCO Weltkulturerbe Fakarava, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Wir sind jetzt wirklich auf dem Weg nach Fakarava

Hallo Zusammen,

wir sind gestern nach Fakarava gestartet und werden hoffentlich morgen ankommen (noch 85 Seemeilen zu segeln). Das Wetter meint es nicht gut mit uns und bietet von Flaute bis Starkwind alles mit wechselnden Richtungen - so kämpfen wir uns im Slalom um die Atolle.
Unsere aktuelle GPS-Position: 13:30 Uhr (Tahiti Zeit) S16°33,305' W144°24,976' Richtung Fakarava Nord/ Kurs 295°.

Unseren Blockbeitrag werden wir erst aus Fakarava schicken, da uns hier die Ruhe fehlt - der launische Pazifik!

Viele Grüße aus den Tuamotus, Französisch Polynesien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

www.sy-gegenwind.de

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Die Tuamotos – Beinahe von Makemo nach Fakarava


Datum: Sonntag, 17. Juni 2018 GPS-Position: S 16°37,651‘, W 143°34,311‘ Wir liegen jetzt im Makemo- Atoll wieder vor dem Ort Pouheva auf 10,7m Wassertiefe vor Anker; unter uns schillern Sandstückchen und tote Korallenklötze in kristallklarem, türkiesblauem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: ein kleiner Sonnenstrahl im sonst grauen Himmel, Regenschauer um das Atoll herum, bei feuchten 28,4°C im Schiff, Wassertemperatur kühle 27,2°C, Wind 3-4 Beaufort aus Ost bis Nordost So jetzt hatten wir unseren Heckanker aus seinen Verknotungen am Grund, die prima gehalten hatten, gelöst. Das ganze Manöver funktionierte nur mit einem Schnorchel- und Tauchgang von Helge und dem aufholen des Ankers durch Asha. Die Landleinen hielten Gegenwind immer noch auf ihrer Position vor dem Pier, da der Wind genau von vorne wehte. Nach einer kurzen Pause lösten wir dann auch unsere Vorleinen auf dem Pier und machten uns am Samstag, den 16. Juni 2018 um 12:00 Uhr auf den Weg. Natürlich gefiel uns das Wetter nicht so recht, denn es wehte mehr als uns für eine Ausfahrt aus dem Atoll lieb war und so wollten wir zunächst innerhalb des Atolls zur nordwestlich gelegenen Ausfahrt motoren. Es ging prima, die Sonne beschien die Flachs mit den Korallenköpfen, so daß sie in den schönsten Türkistönen leuchteten und so durchkurvten wir das Atoll in einer Slalomfahrt bis ziemlich genau 13:00 Uhr. Da begannen die Farben zu verblassen und die Sonne ließ die Wasseroberfläche glitzern. Ja, wir hatten es eigentlich gewußt, aber manchmal ist doch der Wunsch der Vater des Gedanken. Wir mußten umkehren, denn wir erkannten die Flachs mit den Korallenköpfen nicht mehr und die Seekarte zeigt für das Atoll eine weiße unkartographierte Fläche – Und KAP-Dateien, die Satellitenaufnahmen zeigen, konnten wir bisher nicht hochladen, denn das hiesige Internet ist dafür viel zu schlecht . So folgten wir unserem Track (den auf unserer Elektronik mitgeschriebenen Weg) zurück zum Ausgangspunkt. Bei dem Sonnenstand konnten wir in Fahrtrichtung auch wieder alles sehen. Diesmal ankerten wir vor dem Ort und schmiedeten einen neuen Plan: „Morgen geht es los!“ Bei dem Versuch wollten wir allerdings direkt am Ort aus der Riffpassage heraus ohne eine Fahrt durch das Atoll, was uns dann ein paar Seemeilen mehr segeln bescheren sollte.
Am folgenden Sonntagmorgen hatten wir allerdings überhaupt gar keine Lust aufzustehen, da der Himmel sich grau in grau zeigte und einen Dauerregen über uns ausschüttete. Blöd, das wir zu einer kalten Regendusche keine Lust hatten und für unseren Regenfänger zu viel Wind wehte.
Zum Mittag nahm der Regen ab, aber die Wolken sahen ungewohnt bedrohlich aus und ließen ein leichtes grummeln vernehmen. Naja, noch bietet der Wetterbericht ein paar Tage Spielraum um doch noch weiterzufahren… .

Viele Grüße (immer noch) aus Makemo, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Südseerythmus in Makemo


Datum: 15. Juni 2018 GPS-Position: S 16°37,598‘, W 143°34,290‘ Wir liegen immer noch mit Heckanker und Landleinen am Pier im Makemo- Atoll vor dem Ort Pouheva auf 3,2m Wassertiefe in kristallklarem, türkiesblauem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: wechselhaft zwischen Regenschauern und strahlend blauem Himmel, bei feuchten 29,0°C im Schiff, Wassertemperatur kühle 27,2°C, Wind 4 bis 6 Beaufort aus Ost, die Pier bietet uns Schutz vor den Windwellen „Bilder folgen später, denn unser Internet funktioniert zurzeit nur eingeschränkt“

Es war am Pier doch nicht so ruhig wie wir anfangs dachten, denn während unseres zweiten Tages am Pier drehte der Wind auf Südwest und blies mit drei Windstärken genau auf unseren nun nicht mehr geschützten Liegeplatz – blöd gelaufen, aber der nächste für diese Windrichtung geschützte Platz ist ca. 25 Seemeilen entfernt!
So spannten wir noch ein paar Extraleinen und waren auf dem Sprung, während der Motorschlüssel steckte, für den Fall das unser Heckanker nachgegeben hätte. Der Heckanker trug die Hauptlast und verhinderte, das wir auf die Pier gedrückt wurden. Aber alles hielt und so blieb es nur ein angespannter Tag.
Bei jedem Gang ins Cockpit galt unser erster Blick dem schimmernden Wasser – was schwimmt denn nun wieder unter uns?
In der Regel entdecken wir immer wieder etwas Spannendes: Nasen- Fische, Familie Nemo, braune Kastenfische, deren Augen lange Wimpern haben und irgendwie sogar ein wenig Augentusche drum herum, Pfeilfische in großen Schwärmen, die kurz unter der Wasseroberfläche nach Futter suchen, Zebrafische mit einer knalle gelben Schwanzflosse, ein paar Normalos unter den Exoten und an einem Abend kurz vor der Dämmerung schwammen zwei große Rochen auf dem Meeresboden vorbei. Die Bezeichnung der Fische basiert natürlich auf unserer eigenen Definition, da wir auf dem Gebiet nahezu völlig unkundig sind und die Leute uns hier sowieso nur unaussprechliche polynesische Namen nennen oder einfach nur Fisch sagen.
Am Sonntag, den 03. Juni 2018 zog es uns zum Morgengottesdienst in die größte Kirche der Tuamotus. Sie war fast bis auf den letzten Platz besetzt, wobei die Hälfte der Plätze durch Internatsschüler besetzt war. Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Atollen gehen auf Makemo gemeinsam in Collage- Internat. Der Gottesdienst wurde in einem Mix aus Französisch und Polynesisch gehalten und vor allem wurde viel gesungen – auf Polynesisch natürlich, was dem ganzen einen echt exotisch schön klingenden Rahmen bot. Anschließend umlagerten uns noch einige Kinder, die ihr gesamtes Englisch-Repertoire an uns ausprobierten und uns so die ganze Zeit fragten: „What is your name?“
Für ein paar ruhige Tage konnten wir uns mit einigen notwendigen Dingen beschäftigen und versuchen herauszufinden warum denn unsere Entsalzungsanlage muffig schmeckendes Trinkwasser produziert. Das Ding läuft jetzt jeden Tag und ab und an liefert sie dieses muffig schmeckende Trinkwasser. Wir werden sie länger einschalten, dann scheint es besser zu sein. Das Zubereiten unseres Essens ist ebenfalls eine zeitraubende Aufgabe zumal Asha versucht mit einem möglichst geringen Gasverbrauch, wenig frischem Gemüse und den einseitig verfügbaren Lebensmitteln immer wieder unterschiedliche Leckereien zuzubereiten. Ab und an geht sie dabei auch mal an unsere tief eingegrabenen „Schätze“ in den Staukästen und zaubert einen Labskaus, oder in den Läden findet sie Eier um daraus einen Kaiserschmarren zu bereiten, arme Ritter kommen auf den Tisch wenn wir gerade mal wieder beim Brotkauf übertrieben zugeschlagen haben, weil wir eigentlich weiter wollten und außerdem noch genug Eier da sind. Gestern gab es eine Pfannenpizza mit Aprikosen und einer Dose Schweinefleisch als Auflage. Natürlich reinigten wir Gegenwinds Unterwasserschiff wieder und fetteten ihren Propeller. Außerdem sitzen wir jeden Tag mehrere Stunden über Wetterdaten, Gezeitentafeln, Riff- Ein- und Ausfahrten und unseren möglichen Strecken und der erschreckend schnell rasenden Zeit.
Selbstverständlich nutzen wir die Gelegenheiten zum Schnorcheln, wobei wir unter und um Gegenwind immer wieder etwas Neues entdecken. Direkt unter Gegenwind sitzen ein paar handgroße, korallenfarbige Muscheln die sich zeitweise ein Stückchen öffnen und dann marineblaue oder kräftige türkisfarbene Münder zeigen. Weiße Fische mit bunten Tupfern stecken zwischen den Korallen und Aquarium große knalle blaue Fischschwärme tummeln sich um Korallenköpfe, während eine Moräne in ihrem Versteck auf Beute wartet. „Madame brauner Kastenfisch“ versuchte sogar einmal Helges Zeh anzuknabbern, als er auf der Badeleiter stand um ins Wasser zu gehen.
Eigentlich wollten wir schon längst weiter, aber wir fanden bisher kein passendes Segelfenster, im Gegenteil. Der Wetterbericht versprach uns vier Meter hohe Wellen auf See mit Warnungen für die Tuamotus und einen Wind der sich einmal um die Kompaßrose drehen sollte und von seinem südlichen bis östlichen Sektor auch einiges an Wind androhte. Die hohen Wellen auf See konnten wir von unserem Liegeplatz aus auf der ca. fünf Seemeilen entfernten Riffseite, wie große Explosionen in die Luft schießen, sehen. Außerdem bekamen die nahe am Ufer gelegenen Häuser durch den, bedingt durch die Wellen, hohen Wasserstand im Atoll nasse Füße während Uferstückchen überflutet wurden.
Wir brachten einen zweiten Anker aus - unseren Buganker, den wir ein gutes Stück nach achtern schleppten, damit der unseren Heckanker ein wenig entlasten sollte. So präpariert ging es am Sonntag, den 10 Juni 2018 in die erste Nacht mit Wind aus Süd mit leichter Westtendenz und schon lagen wir mitten im Schwell, der sich in der Lagune aufbaute. Gegen 23:00 Uhr knallten die Wellen so gegen Gegenwind, das die Gischt sogar in unsere Kojen klatschte und Gegenwind einen heidentanz vollführte. Wir packten unsere Notfallbeutel – das erste Mal, das wir dabei fest am Steg vertäut waren und kontrollierten ständig die Leinen, während Gegenwind unter unseren Füßen bockte, mit Gischt um sich warf aber tapfer standhielt. Natürlich schliefen wir nicht mehr und so starteten wir hundemüde in den folgenden Tag. Als der Wind dann schwächer wurde paßten wir unsere Leinen noch einmal an und ein Einheimischer half uns unseren Buganker umzulegen – der Kerl ging mit Schnorchel und Taucherbrille ausgerüstet die drei Meter Wassertiefe runter, holte unseren 16 kg Anker inklusive einige Meter Kette an die Wasseroberfläche und fragte uns dann schwimmenderweise wohin damit… . Helge hatte denselben Anker beim Ausbringen auf dem Grund mal gerade so ein paar Zentimeter verrücken können.
Der Wind wehte weiterhin mit einer frischen Brise und legte sogar noch bis auf Windstärke sieben zu, drehte dabei aber weiter auf östliche Richtungen. Dafür bietet uns die Pier genügend Schutz gegen Wind und Wellen. Die Nächte blieben für uns allerdings weiterhin unruhig und tagsüber blieb immer einer von uns an Bord.
Wir suchen immer noch ein Wetterfenster zum Weitersegeln – das ist eine echte Tagesbeschäftigung – aber wenn jetzt vielleicht doch alles klappt, dann haben wir vielleicht bald eine Chance…

Viele Grüße aus Makemo, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Die Tuamotos – Makemos Polizei: Dein Freund und Helfer


Datum: Ende Mai/ Anfang Juni 2018 GPS-Position: S 16°37,598‘, W 143°34,290‘ Wir liegen inzwischen mit Heckanker und Landleinen am Pier im Makemo- Atoll vor dem Ort Pouheva auf 2,6m Wassertiefe in kristallklarem, türkiesblauem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: strahlend blauer Himmel, bei heißen 32,7°C im Schiff, Wassertemperatur kühle 27,7°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, keine Wellen „Bilder folgen später, denn unser Internet funktioniert zurzeit nur eingeschränkt“

Nachdem wir die ersten Tage an unserem Ankerplatz bei schwachen Winden und bestenfalls einer kleiner Kräuselwelle genossen, den Ort erkundeten, Gegenwinds Außenbordskameraden mit Leckereien versorgten um dann das Schauspiel der bunten und teilweise kurios geformten Fischchen zu beobachten, hatten wir leider in der Nacht vom Sonntag, den 27. Mai 2018 auf Montag eine ziemlich unruhige Nacht, denn der Wind stand mit einer mäßigen Brise aus Südost auf unseren Ankerplatz und ließ Gegenwind auf den Wellen tanzen. Eigentlich wäre das gar nicht so schlimm gewesen, wenn nicht die Ankerkette wie verrückt zwischen den Korallenblöcken hin und her geschobert wäre und sich dabei immer wieder an diesem oder jenem Block verhakt hätte und damit Gegenwinds Nase brutal herumgezogen hätte. So klarierten wir am Morgen etwas müde von der Nacht die Kette und versuchten es mit ein paar Flaschen als Auftriebskörper für die Kette, damit sie frei von den Korallenköpfen im Wasser schwimmen sollte. Die Literatur, die das Verfahren beschreibt, muß das mit einer stabileren Flaschenart gemacht haben, denn unsere Flaschen hingen nahezu ohne Wirkung an der Kette und waren durch den Wasserdruck ganz platt gedrückt. Naja, so durchlebten wir die folgende Nacht wieder mit den fürchterlichsten Kettenknatschgeräuschen und versuchten am Folgetag noch etwas müder den Anker komplett neu auszulegen und so viele Korallenköpfe wie möglich zu umgehen – das ist gar nicht so einfach, wenn der Meeresboden mit Korallenköpfen gespickt ist. Zuerst dachten wir auch, das sei uns ganz gut geglückt, aber nach einem kleinen Winddreher in der dann folgenden Nacht rumpelte die Kette wieder und mit unserem Schlaf war es nicht mehr gut bestellt.
Wir hatten nun allerdings keine Lust mehr die ganzen Tage nur mit „Kettenspielen“ zu verbringen und so gingen wir an Land suchten uns einen schattigen Platz. Helge sollte sich „das zweite Mal“ jetzt als Friseur betätigen, denn Asha hatte Helges erster Versuch vor ein paar Monaten gefallen. Nachdem wir nun unsere Utensilien ausgebreitet hatten und Helge die ersten Schnitte gemacht hatte, kam ein Polizist und sagte uns ganz freundlich, das Haareschneiden ist in der Öffentlichkeit nicht erlaubt. Was nun, denn auf Gegenwind war es zu schauklig dafür!?
Natürlich hatte Jonas, der Polizist auch eine Lösung für uns. Er bot uns an mit zu ihm nach Hause zu kommen und in seinem Garten, hinter dem verschlossenen Gartentor, weiterzumachen – super! So hatten wir beim Haareschneiden auch noch nette Gesellschaft, denn Jonas verfolge jeden Schnitt, bot uns etwas zu trinken an und so plauderten wir die ganze Zeit nebenbei. Anschließend lud Jonas uns in sein Auto ein um mit uns zu einem Supermarkt zu kurven, den wir bisher noch nicht entdeckt hatten – Bieten das auch Polizisten in Deutschland an?
Nach diesem tollen Erlebnis tingelten wir wieder zurück an Bord und leider knatterte Gegenwind immer noch mit ihrer Ankerkette an den Korallenblöcken, so daß wir am Folgetag endlich genug von schlaflosen Nächten hatten. Wir holten den Anker auf und legten uns wie zwei andere Segler, denen es vermutlich ähnlich ergangen war, mit einem Heckanker und zwei Landleinen an die Pier – nun war Ruhe! Viele Grüße aus Makemo, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Die Tuamotos – Kurzstrecke von Raroia nach Makemo


Datum: Sonntag, 27.Mai 2018,12:30 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°37,673‘, W 143°34,320‘ Wir liegen vor Anker im Atoll Makemo vor dem Ort Pouheva auf 9,8m Wassertiefe in glasklarem, türkiesblau schimmerndem Lagunenwasser Aktuelles Wetter: strahlend blauer Himmel, bei heißen 32,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 1 Beaufort aus Ost, Wellen: keine - Gegenwind schaukelt nicht mal mehr Der Wetterbericht versprach uns eine schwache Brise für die nächsten 24 Stunden mit anschließender Flaute über die folgenden Tage. Da uns Raroia ein wenig zu einsam war, wollten wir weiter zu einem etwas belebteren Atoll - Makemo. So holten wir am Donnerstag, den 24. Mai um 12:00 Uhr unseren Anker auf und fuhren unserem alten Track folgend (die aufgezeichnete Wegstrecke bei unserer Einfahrt) wieder auf den offenen Pazifik hinaus. Asha hatte dabei ihren Ausguckplatz auf dem Vorschiff eingenommen um die Korallenbänke rechtzeitig zu erkennen. Wolken und die fortgeschrittene Tageszeit erschwerten die Sicht auf die Korallenbänke und so verließen wir uns auf unsere aufgezeichneten Daten und die Angaben in der Seekarte, sowie die Daten, die wir verfolgt hatten als der Inselversorger ein-/ausgelaufen war. Damit konnten wir sogar unsere Gezeitenberechnung optimieren, denn der Inselversorger nutzt die Stillwasserzeiten genau wie wir. So hatten wir eine herrliche Riffausfahrt ohne Strömung und wir konnten bei 10-15Meter tiefem, kristallklarem, türkiesschimmerndem Wasser den Grund direkt unter uns sehen. Bei einer schwachen Brise gingen wir die Strecke nur unter Vorsegel an und genossen das langsame dahinsegeln, mit dem wir eigentlich zum Tagesanbruch am kommenden Tag vor der Riffpassage in Makemo ankommen sollten.
Der Wettergott hatte allerdings andere Pläne mit uns und stellte den Wind gegen Abend ab, so daß wir in die Nacht hineintrieben. Gegen Mitternacht konnten wir wieder ans Segeln denken. In den Morgenstunden befanden wir uns so natürlich nicht vor Makemo, sondern vor Taenga, das irgendwie eine mächtige Anziehungskraft auf Gegenwind ausübte und uns immer näher heranzog. Um 08:25 Uhr reichte uns das Spiel, so daß wir den Motor anstellten und Gas gaben.
Tatsächlich paßte noch alles zusammen, denn Gegenwind schaffte es pünktlich zum Hochwasser um 14:11 Uhr in Makemo vor der Riffeinfahrt anzukommen. Die fiesen Regenwolken, die uns schon seit ein paar Stunden verfolgten blieben auch jetzt noch achteraus und ein kleiner Sonnenstrahl zwischen den Wolken begleitete uns ins Atoll. Die Riffpassage bis zum Ort, der direkt an der Riffpassage liegt, ist gut ausgetonnt und bei unseren „Navionics“-Seekarten prima kartographiert. Dieses Atoll wird im Laufe der Saison von vielen Yachten angesteuert. So teilen wir uns nun einen 10m tiefen dunkel türkiesen Wasserbereich mit einem finnischen Schiff und weitere fünf Schiffe hatten an der Mole festgemacht. Hier tobt auch wieder ein wenig Leben – das gefällt uns deutlich besser!
Nachdem unser Anker um 15:00 Uhr gefallen war, holten uns die Wolken schließlich mit einem ordentlichen Schauer ein während es bei uns etwas zu essen gab und anschließend war einmal ordentliches Ausschlafen dran, denn wir waren hundemüde von der etwas nervigen 85 Seemeilen langen Überfahrt.
Am folgenden Tag zog es uns gemächlich zu einem Landausflug. Wir genossen ein leckeres Mittagessen auf die Hand (Pommes Frites mit einem Stückchen Marlin) und wir bekamen in einem der vier Shops ein Eis. Außerdem bestellten wir zwei Croissant und Brot für Montag. Anschließend besuchten wir noch unsere finnischen Nachbarn zum „Sundowner“.
Viele Grüße aus Makemo, Tuamotos, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Die Tuamotos: Raroia – Das Südseeparadies hat so seine Tücken


Datum: Montag, 21.Mai 2018,14:00 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°02,770‘, W 142°28,230‘ (unverändert) Aktuelles Wetter: Teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer, bei angenehmen 28,7°C im Schiff, Wassertemperatur 27,4°C, Wind 5 bis 6 Beaufort aus Ost zeitweise gute 7 Beaufort, Gegenwind steckt selbst am Ankerplatz weiterhin die Nase immer wieder ins Wasser und tanzt auf der Windsee im Motu.
„Bilder folgen später, denn unser Internet funktioniert zurzeit nur eingeschränkt“

Die Überfahrt von den Marquesas mit der Einfahrt nach Raroia hatte uns doch ganz schön erschöpft aber unsere erste Nacht vor Anker konnten wir wenigsten tief und fest schlafen - trotz Geschaukel und kräftigem Wind am Ankerplatz. Dieser Archipel ist ganz anders als die Marquesas. Er ist flach und voll mit Palmen am weißen Strand während das Wasser mit Korallenriffen bestückt ist, die teilweise aus dem Wasser gucken und teilweise dicht unterhalb der Wasseroberfläche in dem traumhaften Südseetürkies schimmern.
Mit unserer Entscheidung vor dem Ort zu ankern haben wir uns einige Unannehmlichkeiten verursacht. So ist das aber nun, denn wir waren halt müde und erschöpft und müssen nun damit klarkommen. Unseren Anker hatten wir auf 25 m Wassertiefe fallen lassen und damit 50 Meter Kette und einiges an Leine ausgebracht und bei den zurzeit vorherrschenden starken Winden und den Wellen, die sich im Archipel aufbauen, da wir auf der Westseite liegen, steht so viel Kraft auf dem Ankergeschirr und den Decksbeschlägen von Gegenwind, das wir ein Einholen nicht riskieren wollen bis die Wetterverhältnisse sich bessern und unsere Kraft dafür ausreicht. So sind wir bisher an Bord geblieben um nötigenfalls bei zu heftigen Böen mit Motorhilfe reagieren zu können und damit ein wenig Entlastung auf das Ankergeschirr zu bringen. Die fiesesten Böen kommen übrigens immer im Dunkeln, so daß wir, wie beim Segeln, hier zeitweise Nachtwachen gehen um nicht während des Schlafens von den Böen, unseren Alarmen oder noch schlimmer vom Knirschen beim Auflaufen auf eine der vielen Korallen unliebsam geweckt zu werden. Heute Morgen versprach uns der Wetterbericht allerdings Besserung für die kommenden Tage – wir hoffen darauf.
Aber auch unser Ankerplatz bietet uns ein paar spannende Einblicke in die Motu- Welt. Vor allem navigatorisch arbeiten wir so einiges auf, das wir bisher zwar gelesen hatten aber kaum nachvollziehen konnten. So sind die uns umgebenden Korallenriffe nur zu bestimmten Zeiten zu erkennen, nämlich nur dann, wenn die Sonne im richtigen Winkel darauf scheint. Die westlich von uns gelegenen Korallen leuchten in dem sonst dunklen Wasser nur zwischen ca. 10:00 Uhr morgens und kurz nach Mittag türkis (bzw. die Köpfe braun) während sie sonst weitgehend im dunklen Wasser verborgen bleiben. Die östlich gelegenen Korallen dagegen erkennen wir nur zwischen Mittag und ca. 16:00 Uhr machmittags. Auch Wellen und Wolken spielen bei der Erkennung der Korallen eine große Rolle. Weiße Schaumkronen auf den Wellen verbergen die Riffe während durchziehende Wolken türkisene Riffe und auch dunkle Wasserflächen vortäuschen. Wenn der Himmel dann sogar grau in grau ist, verschwindet jedes noch so schöne Farbenspiel der Riffe im Dunkel des Wassers. Wie gut, das wir das hier an unserem Ankerplatz so gut nachvollziehen können, denn die Navigation innerhalb der Atolle ist eine fast reine Sichtnavigation wie in den alten Segelschiffzeiten. Außer ein paar Hauptstrecken zu den Orten, auf denen sogar Tonnen ausgelegt sind, sind die Atolle nahezu unkartographiert , anders als der Ostseesegler es aus den schwedischen oder norwegischen Schären kennt, in denen jede Kleinigkeit in den Seekarten abgebildet ist.
Ein anderes Abenteuer ergibt sich hier aus den Gezeiten, deren Höhe mit meist weniger als einem Meter nur gering ist, aber deren Strömungen von bis zu acht Knoten bei den Atoll Einfahrten ziemlich bedeutend ist. Gegenwind könnte nicht dagegen an fahren. So stehen nur Hoch- oder Niedrigwasser, also die Stillwasserzeiten zum Ein- und Auslaufen zur Verfügung. Zusätzlich heißt es in der Literatur, das es am einfachsten ist, bei Niedrigwasser einzulaufen, da dann die Riffe am besten erkennbar sind und die Strömungen sowie die Wellen vor den Atollen am geringsten sein sollen. Wir haben inzwischen die verschiedensten Gezeitendaten nach Hoch- und Niedrigwasserzeiten durchwühlt und eigentlich sagen alle etwas anderes aus, was uns die Auswahl nicht gerade leicht macht. Aber jetzt haben wir hier inzwischen zwei Tafeln (Navionics und TotalTide) für uns ausgemacht, die zumindest nicht ganz daneben liegen können, denn wir sind damit gut hier ins Atoll gekommen und die Daten stimmten mit den An- und Abfahrtszeiten von dem Inselversorger, der Nukuhau, die Raroia gestern einen Besuch abgestattet hatte ziemlich überein. Und noch eine Tücke, denn wer sich hier einzig auf die Technik verläßt, der kann damit auch seine Überraschungen erleben, denn wir hatten bei der Einfahrt festgestellt, das unser Echolot (Wasser-Tiefenmesser) bedingt durch das Brodeln von Strömung und Wellen keine Daten mehr lieferte.
Also mal kurz zusammen gefaßt: Wir sollten dringend mal wieder Lottospielen! - Denn die Wahrscheinlichkeit im Lotto zu gewinnen ist wohl kaum kleiner, als einen passenden Zeitpunkt für das Ansteuern eines Atolls in den Tuamotus zu finden, bei dem Wolken, Wind und Wellen genauso wie die Tageszeit, also der Sonnenstand und die errechneten Gezeiten mit der Realität ein paar Tage vor dem Eintreffen vor der Einfahrt zum Atoll mit der unzuverlässigen Segelschiffsgeschwindigkeit vorhergesagt werden können.

Trotzdem ist das hier eine superspannende, hochabenteuerliche Erfahrung in einer echt beeindruckenden Gegend, den „gefährlichen Inseln“ – also ein Idyll mitten im Pazifik!
Viele Grüße aus Raroia, Tuamotu Atoll, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 7. Tag – stürmischer Empfang auf Raroia


Datum: Freitag, 18.Mai 2018,16:20 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 16°02,770‘, W 142°28,230‘ Wir liegen vor Anker im Motu Raroia auf 25m Wassertiefe, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Ua Pou 435sm, Seemeilen seit dem letzten Bericht 81sm.
Aktuelles Wetter: grauer Himmel, bei angenehmen 28,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 5 Beaufort aus Ost zeitweise mit 8 Beaufort (30kn), Gegenwind steckt selbst am Ankerplatz die Nase immer wieder ins Wasser – ungemütlich.
Der gestrige Abend war toll, eine mäßige Brise und angenehme Temperaturen luden zum Mondgucken ein. Selbst mit bloßem Auge konnten wir die Mondstrukturen sehen und mit dem Fernglas wurden sogar etliche Mondkrater auf der beleuchteten Seite deutlich. Gegen 20:00 Uhr nahmen wir unsere normale Fahrt wieder auf, um unseren Einlaufzeitpunkt am kommenden Morgen zu treffen. Das war soooo schön gedacht, aber der Wettergott hatte etwas dagegen. Er schickte uns heftigen Regen und immer weiter auffrischenden Wind, den unser Wetterbericht so nicht angekündigt hatte. So kamen wir gegen 06:00 Uhr heute Morgen an der Atoll- Einfahrt rechtzeitig an, wir mußten aber trotzdem abbrechen, denn die Sicht wurde von Starkregen einem durch und durch grauen Himmel versperrt und der Wind frischte auf 8 Beaufort auf. Zum Glück waren wir im Lee (Windabgewandte Seite) unseres Zielatolls, so daß uns wenigstens die Wellen erspart blieben, denn der Wind geht über so ein flaches Atoll oder wie die Einheimischen sagen Motu, das aus Sand und Palmen besteht, einfach hinweg. So drehten wir unter stark gerefftem Vorsegel bei und warteten… . Eine Zeitlang sah es sogar so aus als ob dieses miese Wetter den ganzen Tag lang anhalten wollte aber ganz so schlimm wurde es dann doch nicht. Zumindest die Wolken gaben der Sonne den Blick frei und auch der Wind ließ eine Windstärke nach und zwar genau zum Richtigen Zeitpunkt – unserm berechneten Niedrigwasser. Und so liefen wir um 13:00 Uhr in das Motu ein. Wir haben ganz schön geschwitzt, denn die Einfahrt kochte für ein paar hundert Meter wie ein überkochender Wasserkessel – und wir mittendrin! Wir waren froh über Gegenwinds kräftigen Motor, der uns mit ca. einem Knoten Fahrt langsam hindurchschob. Haben wir falsche Gezeitendaten – das müssen wir wohl noch herausfinden? Der Weg zum Ankerplatz vor dem Dorf ist gut betonnt und mit Asha’s offenen Augen auf dem Vorschiff, konnten wir die Korallenköpfe, die auch am Fahrwasserrand unter der Wasseroberfläche liegen prima umschiffen. Das Ankern fiel uns diesmal richtig schwer, denn der Wind weht genau auf den Ankerplatz und das in stürmischen Böen, so daß mächtig Druck auf dem Ankergeschirr und den Klampen (Befestigungspunkten an Deck) steht. Jetzt wollen wir den Tag aber langsam ausklingen lassen und den fehlenden Schlaf nachholen! PS: Unsere „Navionics“- Seekarten passen zur Realität und mit der Ansteuerungslinie sind wir gut klar gekommen. Viele Grüße aus Raroia, Tuamotus, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 5. Tag – Ein einfacher Segeltag


Datum: Mittwoch, 16.Mai 2018,12:30 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 13°11,523‘, W 141°27,907‘ Kurs 200°, Geschwindigkeit 5 kn, Großsegel im 3. Reff gesetzt, Genua III voll gesetzt, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Ua Pou 243sm, Etmal in den letzten 24 Stunden 120sm, noch 179sm zu segeln.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, bei feuchtwarmen 29,9°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 4-5 Beaufort aus Ost, wir segeln am Wind bis halben Wind (Wind schräg von vorne bis von der Seite), Wellen mit 1m aus Nordost
Gegenwind boxt sich durch Wellen hindurch oder hüpft drüber hinweg, wie es halt gerade paßt. Unsere Seebeine werden mühsam auch wieder etwas fester und das einzige das uns zu tun bleibt ist schlafen, essen, trinken, den Kurs ständig nachregulieren und vor allem auf das Wetter aufzupassen. Eigentlich ist das Wetter relativ stabil und auch die Vorhersagen versprechen uns vier Windstärken aus östlichen Richtungen aber es schleichen sich doch immer wieder Regenschauer und Squalls dazwischen, so daß wir einmal auf fast völlige Flaute und ein andermal auf auffrischenden Wind reagieren müssen. Letzte Nacht mußte Helge während seiner Schlafenszeit raus, da nicht so klar war ob der Wind ganz weg bleiben wollte und uns damit zum Treiben verdonnerte oder ob er sich wieder auf seine normale stärke zurückbesinnen wollte. So versuchten wir während dieser Wartezeit die Segel vom Hin- und Her- Schlagen abzuhalten. Aber wir hatten Glück der Wind kam wieder und Helge konnte seinen Schlaf fortsetzen, während Asha die Aufregung ihrer Wache ausklingen lassen konnte.
Viele Grüße aus dem Französisch Polynesischen Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 4. Tag – Muskelkater vom Sitzen und Liegen


Datum: Dienstag, 15.Mai 2018,12:30 Uhr Tahiti-Zeit GPS-Position: S 11°19,545‘, W 140°48,265‘ Kurs 200°, Geschwindigkeit 5 kn, Großsegel im 3. Reff gesetzt, Genua III gerefft, zurückgelegte Distanz seit Verlassen von Ua Pou 123sm, noch 298sm zu segeln.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, bei feuchtwarmen 30,1°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 4-5 Beaufort aus Ost, wir segeln am Wind bis halben Wind (Wind schräg von vorne bis von der Seite), Wellen ziemlich konfus mit 1m aus Nordost bis Südost Unseren Aufbruch in Ua Pou hatten wir gestern immer noch ein bisschen verschoben, denn es regnete und den Regen wollten wir noch mit Hilfe unserer Regenfangplane fangen und als Trinkwasser in unsere Flaschen füllen – immerhin konnten wir gute zehn Liter abfüllen. Das bedeutet zwei weitere Tage Trinkwasser. Um 12:30 Uhr holten wir dann unseren Anker hoch und verließen unseren Ankerplatz vor Ua Pou. Wir setzten unsere Segel und richteten unseren Kurs auf die Tuamotos. Nachdem wir die Inselabdeckung verlassen hatten standen noch einige Segelmanöver an, bis wir endlich Ruhe fanden und Gegenwind ihren Kurs zu den Tuamotos mithilfe der Windfahnensteuerung zu unserer Zufriedenheit anlag. Die Segelroutine hatte uns wieder. Wir wurden erstaunlicherweise nicht seekrank, aber das Geschüttel von Gegenwind ging trotzdem nicht spurlos an uns vorüber. So kämpfen wir heute nach einer Nacht mit Schlafmangel mit Muskelkater und ein paar Gelenke melden sich ebenfalls von der Tortur der ständigen, heftigen Bewegungen und vom eingequetscht sein zwischen Körper und Schiffsteilen. Viele Grüße aus dem Französisch Polynesischen Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 2. bis 3. Tag – Unsere Zeit auf Ua Pou


Datum: Montag, 14.Mai 2018,08:30 Uhr Ortszeit GPS-Position: S 09°23,833‘, W 140°07,696‘ Wir liegen immer noch auf 11m Wassertiefe vor Anker in der Bucht von Hakaotu, der Insel Ua Pou, 31 sm von Nuku Hiva entfernt. Es sind noch immer ca. 423 sm zu segeln bis zu unserem Ziel in den Tuamotos, Französisch Polynesien Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel und Regenschauer, 27,0°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind aus Ost, die Wellen verursachen in unserer Bucht ein ständiges auf und ab von ca. einem halben Meter und rauschen an den Felsen entlang wie ein D-Zug Wenn wir den Anker schon mal fallen lassen, dann doch nicht nur für ein paar Stunden… . Unseren Ankerplatz teilten wir mit einem Katamaran, zeitweise – für ein paar Stunden – mit einem Trimaran und für eine Nacht mit einem dänischen Einrumpfboot. Und obwohl wir dicht nebeneinander ankerten waren wir eigentlich allein, denn wir wollten unser Dingi nicht wieder aus der Koje holen und die anderen hatten wohl keine Lust auf einen Besuch bei uns.
So verbrachten wir den Samstag von der Natur umrahmt und gingen die Dinge etwas ruhiger an. Helge schnorchelte um den Propeller für die Tuamotos gut zu reinigen und den Abend verbrachten wir mit Bordkino.
Am Sonntag schauten wir uns das Wetter und unsere Reisedaten nochmal genauer an, um dann zu beschließen das wir noch einen Tag hier bleiben wollten. Am späten Vormittag kamen ein junger Mann mit seinen beiden Nichten, die ihr Wochenende in ihrem „Wochenendanwesen“ verbrachten in einer Piroge (Auslegerkanu) zu uns herüber gepaddelt und luden Helge ein mit an Land zu kommen um ein paar Früchte für die Weiterfahrt mitzunehmen. Mit der Piroge ging es direkt auf den mit Geröll übersäten Strand um zuerst einmal mit der Familie, die an Land geblieben war, zu plaudern bevor es dann ans Pflücken von Papaya und Mango ging.
Mit einem großen Sack voll Obst wurde Helge danach wieder zu Gegenwind zurückgebracht. Als Dankeschön wanderten einige Süßigkeiten und ein paar Haarspangen für die kleinen Mädchen in die Piroge und mit guten Wünschen verabschiedeten wir uns voneinander.
Am heutigen Montag wollen wir unseren Anker aufholen und das „kleine Stückchen“ zu den Tuamotos weitersegeln. Den aktuellen Wetterbericht müssen wir noch abschließend auswerten aber die Gezeiten dürften bei unserer Ankunft moderat sein, denn wir gehen ja auf eine Halbmondphase zu.
Also auf zu den Tuamotos, den gefährlichen Inseln! Viele Grüße aus Hakaotu, Insel Ua Pou, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von den Marquesas zu den Tuamotos – 1. Tag – Ua Pou nächster Versuch


Datum: Freitag, 11.Mai 2018, 15:25 Uhr Ortszeit GPS-Position: S 09°23,833‘, W 140°07,696‘ Wir liegen auf 11m Wassertiefe vor Anker in der Bucht von Hakaotu, der Insel Ua Pou, 31 sm von Nuku Hiva entfernt. Es sind noch ca. 423 sm zu segeln bis zu unserem Ziel in den Tuamotos, Französisch Polynesien Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, Regenschauer bei 28,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind wechselhaft aus Ost, die Wellen verursachen ein sanftes auf und ab in der Bucht und rauschen an den Felsen entlang wie ein D-Zug Wir wollten endlich weiter und so wie es aussieht ist es hier chancenlos alles zu einem Zeitpunkt zusammenzubekommen und dann auch noch ein brauchbares Wetterfenster zu haben. So beschlossen wir, daß wir unseren schnell ausgehenden Brotvorrat hinnehmen müssen und dann irgendetwas anderes zum Frühstück aufzutischen haben. Das ist gar nicht so einfach, denn die uns zusagenden Müslivorräte hatten wir leergekauft und länger haltbares Toastbrot gibt es hier nicht (wie vermissen wir die pappigen amerikanischen Toasts aus der Karibik, die wir dort einfach nur verflucht hatten und mit Freude zu den französischen Baguettes wollten). Naja, es wird wohl auch so gehen. Am Freitag den 11. Mai 2018 um 09:30 Uhr holten wir bei Regenschauern unseren Anker in Taiohae auf, um den nächsten Versuch nach Ua Pou zu starten. Diesmal planten wir die Westküste, an der es mehrere Ankerplätze gibt. Wir setzten das Großsegel im dritten Reff und rollten unser kleines Vorsegel (Genua III) aus und schossen mit 5-6 Knoten Fahrt durch die durcheinanderlaufende, entgegenkommende See. Es war ungemütlich und wir wurden bei fünf Windstärken auf einem am- Wind- Kurs kräftig durchgeschüttelt – Gegenwind ist halt doch ein echter Leichtwindrenner. In die nördlichste Bucht, Hakahetau warfen wir nur einen kurzen Blick, denn Wind und Wellen ließen die drei vor Anker liegenden Schiffe mächtig tanzen. So segelten wir die Küste entlang drei Seemeilen weiter nach Süden. Dabei hatten wir Begleitung von einem kleinen Katamaran, dem das Schaukeln in der Bucht von Hakahetau wohl zu viel war. Er schaffte es nicht uns einzuholen! So kamen wir dann, begrüßt von Delfinen, am Nachmittag in unserer Ankerbucht Hakaotu an und liegen hier zusammen mit dem Katamaran in einer wunderschönen Naturbucht umgeben von Felsen auf denen die Vögel schreien und die Ziegen meckern. Viele Grüße aus Hakaotu, Insel Ua Pou, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Nuku Hiva: Die Wahl zum Französisch Polynesischen Parlament


„Bilder folgen später, denn unser Internet funktioniert zurzeit nur eingeschränkt“
Da wir nun schon einmal zurück in Taiohae waren, konnten wir die Wahl zum Französisch Polynesischen Parlament hier miterleben.
Am Vortag der Wahl, am Samstag, den 07. Mai 2018 wurden Festtagsstände vor den beiden Wahllokalen in Taiohae aufgebaut und so startete der Wahlgang am frühen Sonntagmorgen mit Parteifahnenschwenken vor den Festtagsständen, sowie vielerlei angebotenen Leckereien in den Buden. Selbstverständlich gab es vor und in den Wahllokalen ein Verbot Parteiwerbung zu machen und auch das Tragen der Partei- T-Shirts in den Wahllokalen war nicht erlaubt. Die Menschen kamen im Sonntagsstaat zur Wahl und ihre Kinder vergnügten sich in den Wellen am Ebbstrand.
Wir nutzen die Gelegenheit und langten bei den Leckereien ordentlich zu und wir suchten den Bürgermeister auf um ebenfalls ein Wahllokal besuchen zu dürfen. Er verwies uns an die Wahlleiterin, die uns freundlich einlud einzutreten. Sie fragte die Wahlhelfer und Helferinnen ob wir auch ein paar Fotos machen durften und nachdem das geklärt war, ernteten wir freundliche Fotomienen für unsere Bilder.
Bei der Wahl ging es um die Stichwahl zum Französisch Polynesischen Parlament, bei dem noch drei Parteien von den ursprünglichen sechs zur Auswahl standen. Die Vorwahlen fanden mit dem gleichen Festtagsgewimmel vor vierzehn Tagen statt. Es traten die „Familienpartei“, die „Separationspartei, die eine Abspaltung von Frankreich in ihrem Programm hat“ und die jetzige Regierungspartei an, die dann letztendlich die Wahl gewann – es bleibt also wie es war.
Viele Grüße aus dem Marquess Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ua Pou in Sicht

Ua Pou in Sicht

Ua Pou in Sicht

Unsere Infektionen waren wir nun endlich los und so wollten wir auf dem Weg zu unserem nächsten großen Ziel noch die Insel in Sichtweite – Ua Pou – besuchen. Die Insel liegt ja nur eine Tagesreise von 25 Seemeilen von Nuku Hiva entfernt und so planten wir dort vor dem Ort Hakahau unseren Anker fallen zu lassen und uns um die letzten Vorbereitungen für die Weiterfahrt zu kümmern. Trinkwasser auffüllen, einen Vogelschlag am Windanzeiger im Mast richten sowie Brot und Obst besorgen stand noch auf unserer Liste. Wir hatten einen super prima Segeltag bei drei Windstärken mit vollem Großsegel und unserem kleinen Vorsegel, mit dem wir gute fünf Knoten Fahrt machten – andere Segler behaupteten übrigens das sei viel zu wenig Wind um überhaupt voranzukommen. Der Anblick der Insel Ua Pou war wunderschön mit den ca. 1200 Meter hohen vulkanisch spitzen Bergen. Als wir dann am Donnerstag, den 03. Mai 2018 gegen 15:30 Uhr den Ankerplatz von Hakahau anliefen, mußten wir allerdings feststellen, das vier große Yachten den geschützten Platz hinter dem Wellenbrecher gut ausfüllten. Wir überlegten ob wir uns direkt in der Mitte des kleinen Beckens, vor dem Anleger der Versorgungsschiffe, platzieren wollten und so fragten wir ein paar einheimische Fischer wann denn der nächste Versorger erwartet wird. Und blöderweise sagten sie uns heute oder morgen. Da wir wußten das der erwartete Versorger in der Regel nachts einläuft, zogen wir nach dieser kleinen Ankerplatzrunde wieder ab, setzten unsere Segel und dachten eigentlich daran weiter nach Süden oder besser gesagt nach Südosten, nach Tahuata zu segeln um unsere Vorbereitungen für die Weiterfahrt dort zu erledigen. Doch auch das sollte uns nicht gelingen, denn die ca. 60 Seemeilen rückten bei einer Kreuz gegen Wind und Strom in einen elendig langdauernden Segelschlag, bei dem unsere Kalkulationen dann bei über 20 Stunden endeten. Darauf hatten wir nun gar keine Lust und so setzten wir wieder Kurs auf Nuku Hiva – zurück zum Start. Nicht ganz zurück, denn wir liefen ein wenig genervt kurz nach Mitternacht mit Hilfe von Radar und unserem alten Track (aufgezeichnete Wegstrecke) in die Baie de Controlleur, Hakahaa ein. Hier hatten wir einen ruhigen, großen Ankerplatz für uns alleine. Nach einem ausgiebigen Ausschlafen gingen wir den Tag ruhig an und sortierten uns neu. Am Abend stieg Helge dann in den Mast aber nur halb hoch, denn die einlaufende Dünung war doch zu heftig, so daß Helge den Versuch fürchterlich durchgeschüttelt abbrach. Am kommenden Morgen war es besser und Helge erreichte die Mastspitze und bog den Windmesser wieder gerade. Eigentlich hätten wir in dieser Bucht prima Trinkwasser am Strand bekommen können, doch beschlossen wir darauf zu verzichten, denn die juckende Erfahrung die wir bei unserem letzten Mal mit den Nonos (winzig kleine beißende Sandfliegen) gemacht hatten wollten wir beim besten Willen kein zweites Mal erleben und so holten wir gegen 11:00 Uhr den Anker auf und motorten zurück nach Taiohae. Hier kämpften wir in den folgenden Tagen nun mit dem Auffüllen von unserem Wassertank und liehen uns schlußendlich einige Kanister und ließen uns von Kevins Yachtservice zu einer Wasserstation fahren um auch hier erst einmal wieder ein Haken zu machen. Während unseres kleinen Ausflugs war uns aufgefallen, das unsere Hauptverbraucherbatterie wohl wirklich aus dem letzten Loch pfiff und so tauschten wir das Ding aus. Das war übrigens gar nicht so einfach, denn das Sterben der Batterie hatte sich langsam angekündigt, wir hatten nur keine brauchbare Alternative gefunden. Aber jetzt hatten wir Glück, denn der vorletzte Inselversorger hatte Nachschub geliefert und so konnten wir unsere defekte Batterie (210AH/ AGM) wenigstens gegen eine halbwegs brauchbare Batterie (140AH/ geschlossene Säurebatterie) tauschen. Nun nur noch die letzten Lebensmitteleinkäufe sowie Brot und Obst und dann den nächsten Versuch …? Ein kleiner Tipp für diejenigen die noch hierher kommen wollen: Brot und Eier am besten im Supermarkt reservieren, denn sonst steht man eventuell vor leeren Regalen! Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ein bisschen dies, ein bisschen das

Ein Bienenstock am Wegrand

Ein Bienenstock am Wegrand

Nachdem wir wieder vor Taiohae vor Anker lagen, wollten wir uns eigentlich nur auf unsere nächste Etappe vorbereiten, aber wie das so ist, kam es mal wieder anders als gedacht. Helge hatte wohl bei den letzten Unterwasserreinigungsaktionen an Gegenwind ein wenig zu viel von dem paradiesischen Seewasser abbekommen und so stand ein Arztbesuch im Krankenhaus an. Ohren und Hals hatten sich mächtig entzündet und der Bauch rebellierte kräftig – das Wasser in den Marquesas ist halt nicht besonders sauber. Hier auf Nuku Hiva befindet sich das größte Hospital auf den Marquesas, die Ärzte und das Fachpersonals sind überwiegend französische Kolonialherren. Die Krankenhaussprache ist Französisch und so mühte Helge sich mit seiner Geschichte entsprechend ab. Die Polynesier haben eine Krankenversicherung, die leider für uns nicht gilt und so mußte Helge den Arztbesuch selber zahlen. Die Medikamente waren echte Hammer, das Antibiotikum, so fanden wir heraus, scheint in Deutschland nur für Tiere eine Zulassung zu haben und die Ohrentropfen gaben Helge das Gefühl eine halbe Flasche Rum gesoffen zu haben und so drehte sich Gegenwind mit ihrem sowieso vorhandenen Geschaukel nochmal deutlich schneller und heftiger. Aber nun ist auch das überstanden. Wir haben inzwischen sogar einen Spaziergang auf das Hochplateau unternommen und wurden mit herrlichen Aussichten über unsere Ankerbucht belohnt. Der Weg war allerdings auch mächtig anstrengend, denn die ca.1000 Höhenmeter bei guten 30°C im Schatten hatten es echt in sich. Unsere zweite Gasflasche war jetzt endlich auch soweit verbraucht, das wir sie zum neu befüllen abgeben konnten. Asha hatte die Möglichkeit genutzt wie wild Kuchen und Frühstücksbrötchen zu backen sowie einige aufwendigere Mittagsmahlzeiten im Ofen zuzubereiten, so daß wir zur Abwechslung mal richtig schlemmen konnten. Die vollen Gasflaschen sollten eigentlich unser Aufbruchsignal sein, aber wir waren schon wieder zu lange an diesem Ankerplatz und der Propeller und die Ankerkette schrien nach Unterwasserarbeiten. Helge hatte noch Schnorchelverbot und so mußte diesmal Asha ins Wasser zum Putzen. Wir hatten allerdings gelernt und so spülten wir Ashas Augen und Ohren ordentlich durch und auch der Mund wurde gut ausgewaschen. Trotzdem war es blöd gelaufen, denn Asha zog sich eine Ohreninfektion zu, die nun kuriert wird. Aber bevor der Propeller wieder zuwächst, werden wir hier garantiert verschwinden! Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Postkartenidylle

Imposante vulkanische Naturgestaltung

Imposante vulkanische Naturgestaltung

Wir wollten einmal die Nachbarbucht anschauen und so begannen wir am Donnerstag, den 05. April 2018 mit unseren Vorbereitungen. Helge mußte ins Wasser um den Propeller und den Geschwindigkeitsmesser von dem ewig wuchernden Bewuchs und den Muscheln freizukratzen und außerdem bestellten wir bei Marcel im Supermarkt eine Ladung von sechs  Baguettes – unsere Brotversorgung für die kommenden paar Tage. Am folgenden Tag zog es Helge erst einmal ins örtliche Krankenhaus, denn die Schnorchelaktion für Gegenwinds Unterwasserschiff hatte eine leichte Bindehautentzündung und leichte Magendarmprobleme verursacht. Magendarmprobleme gehören in den Tropen ja zur Routine aber eine Bindehautentzündung ist uns neu. So gab es vom Arzt ein paar Tropfen und die Aussage, das kann vom Schnorcheln kommen, es kann aber auch sein, das gerade eine Epidemie anmarschiert, denn Helge war der vierte Patient in zwei Tagen mit entzündeten Augen. Während Helge beim Arzt saß, holte Asha unsere bestellten Baguettes bei Marcel ab und am Nachmittag rückten wir Gegenwinds Ankerkette mit Schrubber und Kratzer auf den Leib um sie von ihrem Muschelpanzer und dem Wuschelbart zu befreien. Am Samstag, während die Aranui 5 an ihrem Kai lag und der Insel neue Versorgungsgüter brachte, ging es für uns endlich los. Unter Motor fuhren wir die neun Seemeilen gegen Wind und Wellen entlang der beeindruckend, malerisch-bergig-vulkanischen Küste in die Nachbarbucht, die Baie du Contrôleur. Sie besteht aus drei Einzelbuchten und wir suchten uns die mittlere Bucht, die Baie Hakahaa als Ankerplatz heraus. Unser Anker fiel nach zwei Stunden Fahrt um 11:05 Uhr auf knapp 6 Meter Wassertiefe auf Position S08° 52,767’ W140° 02,846’. Hier ließen wir den Tag verstreichen und genossen die Schönheit der Bucht von Bord aus. Am Sonntag machten wir unser Dingi klar für den Landgang und landeten am Strand. Dort banden wir unser Schlauchboot unter einer Palme fest, während unsere Arme und Beine wie verrückt anfingen zu kribbeln. Also zog es uns schnell landeinwärts, denn das Kribbeln sagte uns, das hier viele Nonos (winzig kleine beißende Sandfliegen) unterwegs waren. Wir erkundeten den sonntäglich verschlafenen, zweitgrößten Ort der Insel, „Taipivai“ und schlenderten vier Stunden durch die Gegend. Ein öffentlicher Mangobaum lud uns zur Ernte einiger Früchte ein und ein einheimischer Reiter schenkte uns ein paar Guajaven. So beladen kehrten wir zu Gegenwind zurück. Unseren Ankerlatz teilten wir übrigens mit zwei anderen Schiffen. Auf einem der Schiffe war FKK angesagt und natürlich war es ein französischer Hintern, der sich uns entgegenstreckte. Bisher waren es eigentlich immer nur die alten französischen Kerle, die auf belegten Ankerplätzen ohne Kleidung an Bord herumliefen. Die Nacht verbrachten wir trotz Essigeinreibung leider damit unsere Arme und Beine aufzukratzen, denn die Nonobisse bildeten kleine, fürchterlich juckende Blasen. Am Folgetag mußten wir wieder an Land, denn die Hakahaa- Bucht liefert das sauberste Trinkwasser auf Nuku Hiva und so wollten wir unseren Wassertank hier füllen. Wir rieben uns mit allen unseren Insektenmitteln ein, in der Hoffnung, viel hilft viel und so unternahmen wir drei Dingifahrten an Land um insgesamt 150 Liter Trinkwasser an Bord zu schleppen. - Ganz nebenbei: Wir haben mal nachgerechnet welche Wassermenge wir denn seit erreichen der Karibik mit Kanistern im Dingi an Bord geschleppt haben und sind auf ca.16 Tonnen Wasser gekommen! Trotz der Theorie viel hilft viel, bekamen wir wieder etliche neue Nonobisse. So verzichteten wir auf einen weiteren Landgang, denn die Nonos hatten uns die Gegend deutlich verleidet. Nur der wunderschöne Blick auf die Bucht von einer Nono-freien Gegenwind aus fand unsere absolute Begeisterung – eine echte Postkartenidylle - nicht zu erreichen und doch ganz dicht vor den Augen. Am Dienstag, nach einer weiteren, durch Jucken schlaflosen Nacht, fuhren wir kurz zwei Seemeilen um die Ecke, in die westlichste Bucht der Baie du Contrôleur, die Hooumi- Bucht, in der wir auf Position S08° 53,621‘ W140° 01,553‘ auf 8 Meter Wassertiefe ankerten. Hier lag schon ein anderes uns bekanntes deutsches Schiff vor Anker, mit dem wir uns die Bucht teilten. Wir verzichteten auch hier auf einen Landausflug, denn von anderen Seglern hatten wir gehört, das die Nono- Situation auch in dieser Ecke unbarmherzig sein sollte. Uns blieb also die Postkartenidylle dieses Ankerplatzes. Außerdem spielten etliche kleine Schreihälse in den Felsen verstecken mit uns. Ihre Stimmen hörten sich wie Kinderschreie an und wir hatten Mühe die Ziegen in den Felsnischen und an den Abhängen zu entdecken. Am Donnerstag, den 12. April 2018 segelten wir die neun Seemeilen wieder zurück in die Bucht von Taiohae um hier die letzten Erledigungen zu machen, bevor wir die Insel verlassen wollen. Außerdem können wir hier unsere Nonobisse die kommenden ein bis zwei Wochen noch ein wenig pflegen, denn so lange brauchen die Stellen in der Regel um einigermaßen abzuheilen. Unser Ankerplatz war belegt und so liegen wir nun auf Position S08° 54,994‘ W140° 06,010‘ bei einer Wassertiefe von 11 Metern. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ostern in der „Notre Dame des Marquises“

Notre Dame des Marquises

Notre Dame des Marquises

Ostern stand vor der Tür, natürlich wie jedes Jahr mal wieder völlig überraschend, also genau wie in Deutschland. Auch auf den Marquesas Inseln wird Ostern gefeiert. Es ist ein christliches Fest und die Menschen begehen es katholisch mit einem Kreuzgang durch den Ort am Karfreitag, einer großen Ostermesse am Samstag und einer kleineren Messe am Sonntag. Von Ostermärschen hatten wir hier allerdings nichts gesehen. Die Menschen freuten sich ebenso  wie in Deutschland über ein paar freie Tage. Einen riesigen Unterschied zu Deutschland konnten wir allerdings ausmachen! Die Supermärkte boten nur ein paar wenige, abgezählte Tüten mit Osterschokoladeneiern. Wir ließen unsere Finger davon, denn die Tüten waren unverschämt teuer – eine in Deutschland übliche Tüte mit Schokohäschen und ein paar Schokoeiern kostete hier umgerechnet ca. 15€. Naja, es ist ja nichts Lebenswichtiges. Wir hatten uns vorgenommen an der großen Ostermesse am Samstagabend um 19:00 Uhr teilzunehmen. Die Messe begann vor der großen Kirche von Taiohae, der „Notre Dame des Marquises“ mit einem ersten Gebet vor einem im Hof entzündeten Osterfeuer. Danach zog die Gemeinde in die Kirche ein und verbrachte den Gottesdienst mit sehr vielen klangvollen, stimmgewaltigen auf Polynesisch gesungenen Kirchenliedern, so daß selbst derjenige, der in  Deutschland nur ungern zur Kirche geht, hier einen echten Hochgenuß allein an der Musik gewinnen kann. Die Ansprachen und die Predigt wurden in zwei Sprachen, nämlich auf Französisch und Polynesisch geführt und die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Wir genossen die Musik, die Atmosphäre und die fröhlich gestimmten Menschen. Zu unserem diesjährigen Osteralltag gerieten wir seit langer Zeit mal wieder ins Schlemmen, denn unsere zweite Gasflasche hatte noch eine Restgasmenge, die wir in Kuchen, Aufläufe und Brot steckten, bevor wir die Flasche zum Füllen für unsere kommende Strecke abgaben. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Ein Winzling zwischen Riesen

Gegenwind und die Riesen

Gegenwind und die Riesen

Wir konnten tatsächlich mal wieder einigermaßen schlafen! Seitdem wir in Taiohae angekommen sind, wurde das Geschaukel an unserem Ankerplatz jeden Tag heftiger. Natürlich, denn der Wind und der Schwell drehen für die kommenden Wintermonate auf der Südhalbkugel langsam immer weiter auf Ost bis Südost, so daß die südlich gelegenen Ankerplätze unruhiger werden. So schwitzen wir im tropisch feuchten Restsommer, während Gegenwind im Schwell der in die Bucht einlaufenden Wellen uns wie Flipperkugeln hin und her schüttelte. Wir zurrten alles seefest, wurden zeitweise ein wenig seekrank dabei und während der Nächte bekamen wir kaum eine ruhige Minute in der wir uns nicht in den Kojen an unseren Kopfkissen und Bettlaken festkrallten. Mit Rändern unter den Augen und todmüde versuchten wir trotzdem den Ort und seine Umgebung zu genießen und uns um unseren Gasvorrat zum Kochen zu kümmern. Übrigens ist Kevins Yachtservice in Taiohae der einzige Ort in den Marquesas Inseln an dem wir unsere deutschen Gasflaschen füllen lassen können. Wir machten einige Spaziergänge und verbrachten unsere Zeit mit Klönen an Land – bloß weg von Bord! So nutzen wir nun die schaukelarme Zeit um unsere Erlebnisse aufzuschreiben. Am Freitag, den 23. März 2018 liefen zwei riesige Kreuzfahrer, die Marina und die Crystal Symphony zu einer Stippvisite in die Bucht ein und ankerten direkt am Eingang. Die Marina ging am gleichen Tag wieder auf Fahrt, während die Crystal Symphony erst am folgenden Mittag wieder weiterfuhr. Der Ort wurde mit Touristen überflutet und es erfolgte ein Ansturm auf die Aussichtspunkte, die entweder per PKW in riesigen Kolonnen durch den Ort angefahren wurden oder wenn es die Beine der Kreuzfahrtpassagiere noch zuließen, durch Spaziergänge abgelaufen wurden. Wir betrachteten diese touristische Atmosphäre, die sich jetzt breitmachte und legten einen Tag „Touri- Gucken“ ein – es ging zu wie bei der Kieler Woche. Natürlich plauderten wir auch mit dem Einen oder Anderen dabei über die aktuellen Themen in der Heimat und über unsere beeindruckende Reise. Ab Sonntag, den 25. März 2018 wurde unsere Ankerbucht von den Teilnehmern der Word-ARC, einer Segelrally um die Welt, überflutet. Und so war Gegenwind jetzt mit Abstand das allerkleinste Schiff am Ankerplatz. Wenn wir uns die World- ARC- Schiffe so ansehen, liegen hier wohl gerade ziemlich viele Millionen Euro vor Anker und wenn wir den Gesprächen dieser Nobelsegler Glauben schenken dürfen, dann würde allein das Startgeld für eines dieser Schiffe uns eine mehrjährige Reise in unserem Stil ermöglicht haben. Wir würden übrigens nicht mit den World- ARC-lern tauschen wollen, denn wir haben das Glück, die Welt mit ganz anderen Augen zu erleben. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: Frauenpower - Männer sind die hübscheren Frauen

Tiki- Frau mit ihrem Krieger

Tiki- Frau mit ihrem Krieger

Hier auf den Marquesas Inseln sind uns ein paar bemerkenswerte Besonderheiten aufgefallen. Wie überall in der „kolonialisierten Welt“ leben hier die Kolonialherren und die Ureinwohner mehr oder weniger nebeneinander her. Die Kolonialherren wollen auch hier und heute noch ihren Lebensstil etablieren und mit ein wenig Exotik versehen, während die Ureinwohner ihren Lebensstil unter dem Zwang der Anpassung und Veränderung an die Kolonialherren, die moderne Zeit und die katholische Kirche ein Stück weit beizubehalten versuchen. Die Frauen scheinen hier auf den Marquesas Inseln im Mittelpunkt der Gesellschaft zu stehen. Schon die Tiki- Figuren präsentieren die Frauen im Zentrum der Gesellschaft, indem sie immer wieder die Geburt oder eine schwangere Frau darstellen, die zudem auch vielfach die männlichen Figuren überragen. Im täglichen Leben haben wir realisiert, das die Frauen die wesentlichen Entscheidungen treffen, während die Männer sie bestenfalls nach außen vertreten dürfen. Am Obststand stehen die Frauen hinter der Kasse, während die Männer die körperlichen Dinge erledigen, im Restaurant steht die Frau am Tresen und der Mann in der Küche, die Frau verkauft die Fische, die der Mann fängt. Wir haben gelernt, daß es besser ist eine Frau anzusprechen, wenn es darum geht etwas zu erreichen oder zu erfahren. Die Männer hängen dagegen ihren Gesprächen nach sobald sie den Hochseefischfang, die Jagd auf Ziegen oder die Feldarbeit erledigt haben. Sie sind dann gerne mal zu einer kleinen Unterhaltung aufgelegt, wenn Helge sich zu ihnen gesellt. Übrigens gibt es hier auch Leute die keine Lust haben sich mit zu viel Arbeit aufzureiben. Die Natur bietet ja schließlich genug oder der Nachbar gibt mal etwas aus seinem Garten ab. Wenn aber dann doch mal ein wenig Geld benötigt wird, geht man zur Gemeinde oder zum Nachbarn und dort findet sich schon ein Job für ein paar Tage – Rasen mähen, Straßenränder pflegen, Plantagenarbeit, Kokosnüsse für die Kobraproduktion fertig machen oder ähnliche Tätigkeiten. Das reicht in der Regel für die aktuellen Anschaffungen und so genießen doch einige Menschen ihr Leben auf den Marquesas Inseln ohne in die Gefahr eines in der westlichen Welt gängigen „Burnouts“ zu kommen. Sehr viele Bewohner hier auf den Inseln haben übrigens einen wirklich richtigen, massigen Leibesumfang, der so gar nicht unserem europäischen Schönheitsideal entspricht, denn unter einer Südseeschönheit haben wir uns eigentlich immer tolle, schlanke, sportlich aussehende Frauen und muskulöse Männer vorgestellt – natürlich gibt es sie, aber sie sind nicht die Norm. Die meisten Frauen- und Männerkörper sind außerdem mit reichlichen Tattoos verziert. Es ist hier ganz normal, das man beim zweiten Blick erkennt, das eine unserem Schönheitsideal entsprechende Frau ein Kerl in Frauenkleidern ist oder ein kräftiger, hart anpackender Typ auf dem Bau im schmutzigen Blaumann eine Frau ist. Manche Eltern bei einem Familienspaziergang mit ihren Kindern sind auch nicht so eindeutig zu unterscheiden: wer ist nun Vater beziehungsweise Mutter – aber eigentlich ist es ja auch egal, denn hier wird jeder mit seiner Art und seinem individuellen Aussehen wie ein Mensch behandelt und respektiert – irgendwie echt tolerant, da könnte so manch eine Gesellschaft gut in die Lehre gehen! Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Nuku Hiva: 88 Seemeilen und ein neuer Ort

Landeplatz Mastspitze

Landeplatz Mastspitze

Nachdem unser Anker um 15:20 Uhr an Deck gezogen und gesichert war, verließen wir die Insel Tahuata unter dem kleinen Vorsegel, das Großsegel hatten wir zwar fertig angeschlagen aber nicht gesetzt, denn eine Geschwindigkeit von fünf Knoten bereitete ein herrliches Segelvergnügen. Delfine schwammen um uns herum und einige Fischschwärme sprangen wieder über die Wasseroberfläche, während ein Tölpel versuchte auf unserer Mastspitze zu landen. Zum Glück ist unsere Funkantenne sehr stabil und bietet so dem Windmesser einen guten Schutz vor den tollpatschigen Landeversuchen dieser Vögel, die ungeachtet der Gefahren für ihr eigenes Leben immer wieder versuchen solch exponierte Landeplätze anzufliegen – Tölpel halt. In den Abendstunden versuchten wir in den Rhythmus unserer Nachtwachen hineinzukommen aber das funktionierte natürlich nicht – das braucht halt seine 2-4Tage Zeit. Außerdem quälte uns ein zunehmender, konfuser Seegang, der dann auch noch Unterstützung vom abflauenden Wind bekam. So rollten wir unser Vorsegel klein, damit es nicht wie wild um sich schlug und versuchten ein wenig Ruhe zu finden. Kurz vor Mitternacht war uns das Geschüttel zu viel und wir stellten den Motor für eine gute Stunde an um wenigsten ein paar Meilen vorwärts zu kommen bis der Wind uns wieder unser Vorsegel ausrollen ließ und wir wieder mit unserer Lieblingsgeschwindigkeit von fünf Knoten segeln konnten. So verbrachten wir unsere Zeit im Wechsel zwischen Ruhe und Wachmodus, der uns ziemlich erschöpfte, zumal auch die Sonne ab den frühen Morgenstunden kräftig auf uns niederstrahlte. Gegen 11:00 Uhr bekamen wir die Berge von Nuku Hiva in Sicht und ein paar Delfine begleiteten uns zeitweise wieder ein Stück bis wir um 14:00 Uhr die Ansteuerung der Bucht von Taiohae, auf der Insel Nuku Hiva erreichten. Am Freitag, den 16. März 2018 um 15:00 Uhr fiel unser Anker nach einem 88 Seemeilen langen Segelstückchen auf 9,6m Wassertiefe auf Position S08° 54,870‘ W140° 05,996‘. Wir liegen hier in einer ziemlich großen Ankerbucht direkt vor dem Ort Taiohae mit ca. 30 anderen Schiffen und es ist immer noch relativ viel Platz vorhanden. Einige bekannte haben uns übrigens auch schon begrüßt. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Taiohae, Insel Nuku Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Tahuata: Aufbruch zu neuen Abenteuern


In der Bucht von Vaitahu wurden wir von wild umher tobenden Delfinen empfangen und die Fischschwärme hüpften auf der Flucht vor ihren Freßfeinden aus dem Wasser und platschten lange Strecken auf der Oberfläche entlang, um von den Verfolger doch noch geschnappt zu werden. Außerdem stürzten sich ein paar Fregattvögel auf die Schwärme springender Fische um einfach den einen oder anderen zum Fressen mit in die Luft zu nehmen. Wir stehen dabei immer wieder ganz fasziniert von dem Schauspiel an Deck und lassen uns davon in den Bann ziehen.
Natürlich waren wir nicht für dieses Schauspiel hergekommen, sondern um Gegenwinds Unterwasserschiff wieder fit für die nächsten Seemeilen zu machen. Obwohl wir erst vor drei Monaten für einen neuen Unterwasserantifouling- Anstrich in der Werft waren, hatten sich schon wieder die ersten Muscheln festgesetzt. Außerdem war der Propeller erneut mit einer knapp zwei Zentimeter dicken Pockenschicht überzogen. Nach einigen Schnorchelgängen und mit ein paar Schnittwunden und Pflastern ist das auch erst einmal wieder erledigt.

Im Ort besorgten wir uns noch ein wenig frisches Obst und auch einige Einheimische erkannten uns von unseren früheren Besuchen wieder, so daß munter drauf losgeplaudert und gestikuliert wurde. Die wichtigsten Fragen, die natürlich gegenseitig beantwortet wurden, waren dabei: „Wie alt seid Ihr?“, „Habt Ihr Kinder?“, „Wo kommt Ihr her?“, „Welche Marquess Inseln habt Ihr schon besucht?“, „Wart Ihr schon auf Tahiti?“, „Wie lange bleibt Ihr bei uns?“ und ganz selbstverständlich wurde jedes Mal unser Einkauf und die Kosten analysiert.

Nachdem wir nun auch unsere Segel wieder ausgebuddelt und fertig angeschlagen, den ganzen losen Kram wieder in irgendwelche Ecken fest eingekeilt, den aktuellen Wetterbericht gezogen, unser letztes Mittagessen (Arme Ritter mit Mangomus) am Ankerplatz von Vaitahu eingenommen und unseren Kurs zu den nördlichen Inseln der Marquesas abgesetzt haben, können wir neugierig aufbrechen zu neuen, hoffentlich schönen Abenteuern. Unser Törn wird uns ca. 80 Seemeilen nach Nordnordwest führen, so daß wir nach viermonatigem Aufenthalt auf den superschönen südlichen Marquesas gleich in eine Nachfahrt starten werden – mal sehen ob wir auch nichts verlernt haben.

Viele Grüße aus dem Südseeparadies Vaitahu, Insel Tahuata, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien

Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Hilfe die Neuen kommen

Die Neuen am Dingi- und Fähranleger

Die Neuen am Dingi- und Fähranleger

Es ist immer noch Hurrikansaison oder wie es auf dem Pazifik heißt Zyklonzeit. Sie beginnt im November und endet im April, also der südliche Sommer. Die Marquess Inseln befinden sich gerade außerhalb des östlichen Randes der Zyklonzone. Das ist ja schließlich der Grund, der es uns erlaubt hat zu einem beliebigen Zeitpunkt von Ecuador aus hierher zu segeln. Nun warten wir auf das Ende der Zyklonzeit um weiter in Richtung Westen vorzustoßen. Natürlich sind wir nicht völlig faul dem Warten verfallen, obwohl alles nur sehr träge abläuft. Unsere Vorbereitungen für die Weiterfahrt laufen mit dem Schweiß der sommerlich tropischen Temperaturen einfach davon. Wir haben unsere Proviantschapps und -kisten inzwischen wieder gefüllt, kleine Reparaturen durchgeführt, ein paar Daten über unsere kommenden Ziele zusammengetragen und den Wasser- sowie Dieselvorrat ergänzt. Leider führten schon die kleinsten Bewegungen zu Strömen von Schweiß und erschöpfender Ermüdung, so daß zum Beispiel allein das Nachfüllen von 10 Liter Diesel in den Tank und die Befüllung von zwei 20 Liter Kanistern, die wir an Deck stauten, einen Tag in Anspruch nahmen, während wir das im kühlen Deutschland mal so nebenbei erledigt hätten. Aber was soll’s, das Paradies ist halt tropisch aber der Tropenwinter naht ja schließlich. Am Ankerplatz entsteht zurzeit eine „paradiesische Hektik“, denn die meisten wollen ja in den kommenden Wochen weiter. Außerdem ist jetzt, Mitte März, der Beginn der Reisezeit, so daß die Ankunft der ersten Segler aus Panama und anderen amerikanischen Ländern auf den Marquesas Inseln bevorsteht, denn wer die pazifische Inselwelt in diesem Jahr durchqueren möchte, muß bei seinen Reiseplänen die Einreisebeschränkungen (gerade für nicht EU-Bürger) und die Zyklonzeit berücksichtigen. In der vergangenen Woche war es dann soweit. Die ersten Neuankömmlinge aus Panama erreichten unsere Ankerbucht, Atuona, um die Einreiseformalitäten zu erledigen und die leeren Proviantschapps aufzufüllen. Seitdem ist es eng geworden. Die Einheimischen brachten unterdessen ein Schild „bitte Respekt walten zu lassen und die Fähre nicht zu behindern“ an einem Privaten Anleger an, während der allgemeine Dingi- und Fähranleger von den Neuen total blockiert wurde. Am Mittwoch, den 07. März 2018 erlebten wir einen echt miesen Höhepunkt. Vier neuangekommene Segler mischten das Ankerfeld auf. Wir kamen am späten Nachmittag aus dem Ort zurück und sahen schon von der Straße aus, das die Neuankömmlinge sich ziemlich eng ankuschelten. Abends gegen 21:00 Uhr brach dann das Geschrei los, denn nun nahm das kuschelige Ankern ein jähes Ende, als zwei alteingesessene ihre Fender herausholen mußten und lautstark ihre kuschelbedürftigen neuen Nachbarn aufforderten sich einen anderen Platz zu suchen. In der Zwischenzeit beharkten sich zwei neu angekommene Riesenkatamarane nur eine knappe Schifflänge von Gegenwind entfernt, indem mit kräftigem Poltern der Steuerbordbug des kleineren (47Fuß) Kats mit dem Backbordheck des größeren (52Fuß) Kats mehrfach kollidierte. Natürlich waren Skipper und Crew des größeren Kats anfangs nicht an Bord, während auf dem kleineren Kat hastig an einer Problemlösung gearbeitet wurde. Der kleinere Kat hatte auf engstem Raum mit gut haltendem Bug- und Heckanker geankert, während bei dem größeren Kat trotz angebrachtem Bug- und Heckanker ein zunehmend größerer Bewegungsradius erkennbar wurde. Für den Fall der Fälle hielten wir unsere Fender schon mal bereit, bis sich die Lage klärte und der kleinere Kat, nachdem die „gegnerische“ Crew wieder zurückkam, Anker auf ging und sich einen anderen Platz suchte. Dann gab es ein mächtiges Geschrei als der Skipper von dem kleineren Kat mit seinem Dingi zurückkehrte und versuchte den Vorfall mit seinem drohenden, laut über das ganze Ankerfeld schreienden Kontrahenten zu klären und zeitweise sah es für uns schon so aus, als spitzte sich die Lage weiter zu. Zum Glück wollte die Toporo IX, der Inselversorger, einlaufen und der Skipper von dem kleineren Kat mußte zusehen, das er sein gerade umgeankertes Schiff aus dem Einlaufbereich des Versorgungsschiffes herausbrachte. Das war zu viel miese Aufregung für uns und mit der Aussicht, das ab dem 16. März 2018 die Ralley der World- ARC mit 38 Schiffen auf unseren bis dahin beschaulichen Ankerplatz einstürmen wird, besorgten wir unsere letzten Sachen, sagten Tschüss und segelten am Samstag, den 10. März 2018 weg von dem bevorstehenden Großereignis. Die Bucht von Atuona nimmt 10 bis 15 Schiffe auf, die bei entsprechender Rücksichtnahme genügend Freiraum für sich beanspruchen können. Die Ankerplatzsituation mit dem Gezeitenunterschied von ca. einem Meter, der ständig drehenden Windrichtung, dem immer wieder einlaufenden Schwell, der die Schiffe in der Dünung kräftig hin und her, vor und zurück schwappen läßt, sind nicht immer leicht einzuschätzen, gerade für diejenigen die aus der Karibik kommend so etwas nicht oder nicht mehr gewöhnt sind. Wir verließen die Ankerplatz- Kampfarena Atuona und liegen jetzt als einziges Schiffchen an unserem schon bekannten Ankerplatz vor der Ortschaft Vaitahu auf der Insel Tahuata um die letzten Kleinigkeiten zu erledigen, bevor wir zu neuen tollen Abenteuern aufbrechen. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Vaitahu, Insel Tahuata, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Ein Luxustag

Eine herrliche Kulisse für unseren Luxustag

Eine herrliche Kulisse für unseren Luxustag

Natürlich machten wir einen Sonntag zu unserem Luxustag! Am 04. Februar 2018 klingelte uns unser Wecker um 05:00 Uhr aus den Kojen, also eineinhalb Stunden nach dem ersten Hahnenschrei. Wir suchten unsere sieben Sachen (ein paar nicht völlig ausgeblichene Kleidungsstücke, ein paar Langfahrtenseglerausgehschuhe, einen Wasserdichten Beutel für unsere Computer, Badezeug, Sonnencreme und Sonnenhut) zusammen, machten unser Dingi fertig und nach einem ordentlichen Schluck Wasser paddelten wir an Land. Wir latschten eine halbe Stunde lang steil bergauf und erreichten um kurz nach 07:00 Uhr unser heutiges Ziel: die Hiva Oa Hanakee Pearl Lodge. Dieses drei-sterne Resort bietet jeden Sonntag ein Brunch mit Swimmingpool- Nutzung und Internet an und diese luxuriösen Besonderheiten wollten wir uns heute gönnen. Kaipo empfing uns freundlich, führte uns zum Buffet und gab uns nach einigem Fragen einen Tisch mit einer Steckdose für unsere Computer. Jetzt stürzte sich Helge erst einmal auf die heiße Schokolade, die heiße Milch und den Kaffee, während Asha sich einen Überblick verschaffte: Es gab ja zusätzlich noch Tee, Saft, verschiedenes Blätterteiggebäck, das uns direkt an den Tisch serviert wurde, frische Eier zum selbstkochen, Pancake mit Sirup, selbstgebackene Küchlein, Müsli, frisch geschnippeltes Obst, so eine Art selbstgebackenes Mischbrot, Butter, ein paar Marmeladen, Käse, gekochten Schinken, Joghurt und sogar Honig, Rühreier und gebratenen Speck. So konnten wir den Tag genüßlich beginnen. Leider kam dann ein kleiner Dämpfer in unseren Luxus, denn zu unserer Frage nach dem Internetpasswort, hieß es nur: „Das gibt es nur vom Chef!“ - und der war noch nicht da – wie blöd. Na ja, immerhin konnten wir die Computer laden, einen superherrlichen Ausblick genießen und mit ein paar Hotelgästen ein Schwätzchen halten. Dabei wurde uns allerdings wieder einmal sehr schnell bewußt, daß das was wir als Luxus bezeichnen von den normalen Hotelgästen eher als durchschnittlich oder teilweise sogar minimal angesehen wird. Wir sind halt anders unterwegs und konnten bei den Hotelgästen mit vielen anderen Seglereindrücken ein ganz anderes, ihnen unbekanntes Paradies beschreiben. Der Chef mit dem Internetpasswort stellte sich zu unserem Leidwesen erst gegen 11:00 Uhr ein und erklärte uns, das er seinen Mitarbeitern das Passwort nicht anvertrauen kann, da sonst deren Familien hier um das Hotel herumhängen um das ohnehin schwache Internet zu nutzen. Damit wäre der Zugang für die Hotelgäste dann nur stark einschränkt möglich – so ist das hier halt. Gegen Mittag wechselte das Buffet und so genossen wir das einfache Zulangen zu den ansprechend dastehenden verschiedenen Speisen. Es lockten ein Kartoffelauflauf, Tunfischsteaks, Ziegengeschnetzeltes, das allgegenwärtige Inselgemüse, also grüne Bohnen und der überall übliche Reis. Neben all dem Essen nutzen wir das Internet wie die Weltmeister, so daß wir endlich einige technische Datenblätter für verschiedene Teile auf Gegenwind herunterluden, die nächsten möglichen Ziele auf unserer Route anklickten um so viele Daten und Details zusammenzubekommen wie möglich, denn von dem einen oder anderen Segler hatten wir inzwischen ja wieder neue Anregungen erhalten, die wir jetzt nachschlagen wollten und so flog die Zeit dahin. Der supertolle Ausblick und der pittoreske Swimmingpool bildeten eine prima Kulisse dabei. Auf einen Sprung in den Pool verzichteten wir sogar zugunsten unserer heißbegehrten Internetnutzung und stellten uns dafür lieber am Hafen unter eine unserer Duschen bevor wir zu unserem Alltag an Bord zurückkehrten. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Atuona, Insel Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Die FedEx- Kämpferin

Unser FedEx Päckchen

Unser FedEx Päckchen

Es wurde Zeit Tahuata wieder zu verlassen, denn in Atuona auf Hiva Oa wartete ein Paket auf uns. Und so hievten wir am Mittwoch, den  31.Januar 2018 unseren Anker und motorten beim jetzt abgeflauten Wind wieder zurück nach Atuona. Leider war der Ankerplatz in Port Atuona voll und das Versorgungsschiff, die Toporo IX lag auch gerade am Pier, so daß wir uns dem unangenehmen Schaukeln vor dem Hafen aussetzten mußten und was schlimmer war, wir mußten noch mehr Geduld für das Warten auf unser Päckchen hinnehmen. Aber auch das ging vorbei, denn am Abend verließ das Versorgungsschiff den Hafen und wir fanden wieder ein geschütztes Ankerplätzchen. Als wir dann am folgenden Tag das Päckchen bei Vincent, dem Besitzer der Yachtwerft, der uns seine Werftadresse dafür zur Verfügung gestellt hatte, abholten, sagte er, das wir wie seine Kinder zu Weihnachten strahlten. Und so fühlten wir uns auch – wie Weihnachten! Natürlich ist es nicht so einfach ein paar Dinge hierher zu bekommen, aber kaufen kann man hier eigentlich außer ein paar Blatt Schleifpapier, ein bisschen Farbe und Pinsel nahezu keinen Yachtbedarf. Wer also Reparaturen anstellen will muß entweder sehr erfinderisch sein oder die harte Bestellprozedur durchleben. Das erste ist dabei die Auswahl des richtigen Paketdienstes, denn selbstverständlich funktioniert nicht jeder Paketdienst überall gleichgut. Nach langem Forschen hatten wir uns für FedEx entschieden, denn das soll auf den Marquesas am besten funktionieren. Über die anderen Dienste berichteten uns Segler und Einheimische, das die Lieferzeiten nach Hiva Oa durchaus ein paar Monate betragen können und eventuell sogar der Zoll auf Tahiti einen zur Verzweiflung treiben kann. Wir beschlossen also nur unsere dringendsten Probleme abzustellen und den Ersatz abgelaufener Bankkarten, einen wasserdichten Stecker und vor allem ein paar Federn und Plastikteile für unsere Schotwinden kommen zu lassen. Die Steuerbord Schotwinde hatte auf der Pazifikquerung ja den Geist aufgegeben, da ein paar klitzekleine Federn gebrochen waren, so daß wir unser Vorsegel nur noch mit Mühe bedienen konnten und zeitweise sogar die Schot quer durchs Cockpit auf die Backbord Schotwinde umlenkten. Nun lag die Herausforderung also bei Bärbel in Deutschland, denn FedEx- Filialen gibt es nicht überall, so daß alles online abgewickelt werden mußte. Leider waren die FedEx- Bedingungen und Formulare nicht ganz selbsterklärend und noch dazu kam, das auch die Marquesas Inseln kein Standard bei FedEx sind. Was macht man mit einem Online- Formular, das eine Straße für die Adresse erfordert, aber auf den Marquesas gibt es keine Straßennahmen? Ein Formularfeld verlangte eine Telefonnummer beim Empfänger aber eine deutsche Nummer machte keinen Sinn und wir sind telefonisch nicht erreichbar? Wie wird die Zollerklärung bei einem Mix an Teilen ausgefüllt wenn nur ein Kategorie-Häkchen akzeptiert wird? Fragen über Fragen! Nach vielen verzweifelten E-Mails, die zwischen Bärbel und uns hin- und her gingen, konnte sie in mühevoller Kleinarbeit und unter Zuhilfenahme des FedEx- Online-Supports letztendlich alle offenen Fragen lösen und das Päckchen wurde am Montag, den 22.Januar 2018 abgeholt. Nach all den Schauergeschichten die uns zugetragen wurden, begann nun unsere Zitterpartie. Aber wir waren total super positiv überrascht, als wir am folgenden Wochenende von Vincent die Meldung bekamen, das unser Päckchen bei ihm angekommen war und nun auf unsere Abholung wartete. Da hat der gigantische Aufwand mit FedEx wirklich prima geklappt. Bärbel, wir sind stolz auf Dich!!! Viele Grüße aus dem Südseeparadies Atuona, Insel Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Tahuata: Paradiesisches

Delfinweitsprung

Delfinweitsprung

So nun schieben wir das Kleingedruckte aber wieder beiseite, denn wir sind ja schließlich hier um Südseeträume zu erleben. Und das tun wir auch! Am Donnerstag, den 25. Januar 2018 gingen wir in Atuona, Insel Hiva Oa Anker auf und genossen ein paar schöne Segelstunden zu der uns schon bekannten Insel Tahuata. Diesmal wollten wir uns die Bucht von Hanatefau (nördlich des Ortes Hapatoni) ansehen, denn andere Segler berichteten uns viel Paradiesisches von dort. Übrigens gefiel uns der Ankerplatz direkt vor dem Ort Hapatoni aufgrund des einlaufenden Schwells nicht. Die Bucht Hanatefau ist malerisch, es steht ein Haus in der Bucht und sonst gibt es dort nur beeindruckende Natur. Wir ankerten auf knapp 16 Meter Wassertiefe (Position: S09° 57,689‘, W139° 07,151‘), während hinter uns das steinige Strandriff die Wellen schäumend auflaufen ließ und die Berge in den Himmel aufragten und dabei die Wolken festzuhalten schienen. Wir ließen nun den Tag faul und erschöpft von der Überfahrt mit lesen und Naturgucken verstreichen. Am kommenden Morgen wurden wir um kurz vor 06:00 Uhr vom Platschen und Quieken um uns herum ins Cockpit gelockt. Und da waren die Delfine. Sie kamen in die Bucht und fingen ihr übermütiges Treiben an. Wir vergaßen fast unser Frühstück, denn die Tiere schwammen, prusteten die Luft aus ihren Atemöffnungen und sprangen in den faszinierendsten Pirouetten in die Luft. Den halben Tag konnten wir dieses Schauspiel genießen. Außerdem zog es uns noch einmal zum Schnorcheln um uns das Riff entlang der Felsen anzuschauen. Auch am folgenden Morgen wiederholte sich das Delfinspektakel und wir beschlossen unser Dingi ins Wasser zu setzen und ein Stückchen von Gegenwind weg zu paddeln um mit den Delfinen auf Augenhöhe zu sein. Sie ließen sich nicht von uns stören und spektakelten weiter. Stück für Stück näherten sie sich sogar unserem kleinen Schlauchboot immer dichter. Leider bescherten  uns Fallböen mit auflandigem Wind, der noch dazu immer kräftiger wurde ein unangenehmes Gefühl, so daß wir die Delfinbucht verließen und uns einen sicheren Ankerplatz zwei Seemeilen nördlicher vor Vaitahu suchten. Hier blies der Wind zwar zeitweise mit 8-9 Beaufort über den Ankerplatz aber er war ablandig, so daß wir nur genug Ankerkette auslegten und Gegenwind am Anker hin- und her Tanzen ließen. Wir verbrachten ein paar ruhige Tage an Bord mit Lesen. Viele Grüße aus dem Südseeparadies, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Tahuata: Kleingedrucktes

Nach vier Wochen Marquesaswasser schon wieder gut bewachsen

Nach vier Wochen Marquesaswasser schon wieder gut bewachsen

Es ist mal an der Zeit unserem immer noch „typisch deutschen Verhalten“ ein wenig Platz einzuräumen und endlich mal über das Südseeparadies zu jammern, denn das Kleingedruckte gibt es tatsächlich auch im Paradies. Das heilige Internet: Eigentlich gehört das Internet ja nicht ins Paradies aber… Wir kommen aus einer Internetgesellschaft und so ist das Fehlen vom guten Internet das erste, das uns hier massiv einschränkt, denn es ist teuer, nur teilweise verfügbar, sehr langsam und nur mit einem hohen Aufwand erreichbar. Wir nutzen das Internet für Wetterinformationen, für den Austausch mit Daheim und mit anderen Seglern sowie für unseren Blog, wir benötigen es für die aktuellen Revierinformationen und zur Routenplanung. Und anders als vor dem elektronischen Segelzeitalter bekommt man heute nahezu keine Papierdaten getauscht oder gekauft, denn das gibt es ja alles elektronisch. Die automatischen Computerupdates haben wir schon längst abgestellt, Downloads von Daten (10MB) brauchen, wenn es gut geht ein bis zwei Stunden aber nicht selten auch schon mal mehrere Versuche an mehreren Tagen. Für das synchronisieren unserer eMails sitzen wir durchaus mal einen ganzen Vormittag am Computer (und das ohne Anhänge). Und bei Regen bricht das Internet meist vollständig zusammen. Natürlich hängt die Internetmöglichkeit auch an dem Ort an dem wir uns gerade befinden - Je paradiesischer der Ort, desto schlechter ist das Internet. Zusätzlich haben wir bei Regen oder bedecktem Himmel nicht genug Strom für Computer. Das für uns Deutsche unverzichtbare Brot: Wir sind in einem „französischen“ Gebiet und so gibt es vielerorts Baguette – so weit so gut. Selbstverständlich gibt es frisches Baguette nicht überall und nicht zu jeder Zeit, denn „wer nicht kommt zur rechten Zeit …“. Manchmal ist aber auch das letzte Baguette schon um 08:00 Uhr morgens längst verkauft – also nix für Langschläfer. Allerdings hat auch der „späte Vogel“ durchaus eine Chance auf Baguette, denn in einigen Geschäften kann man sich sein Baguette reservieren lassen. Vor dem Jahreswechsel ging dem Bäcker auf Tahuata das Mehl für die Baguette aus und somit war die Insel bis zum nächsten Versorgungsschiff (Mitte Januar) ohne Brotversorgung. Wir verließen daher den brotlosen Ort. Wer jetzt daran denkt, das wir ja selber backen könnten, der irrt sich leider, denn das kostet zu viel Gas. Viermal Brotbacken entspricht der Füllung einer unserer 5kg Gasflaschen und da wir nur zwei haben, müssen wir damit gut haushalten, denn ein einfaches Nachfüllen funktioniert in den Marquesas nur auf Nuku Hiva.,Die Anschlüsse, die Flaschen und die Regeln für den offiziellen Umgang mit Gas sind in jedem Land unterschiedlich und wir haben uns noch nicht dazu durchgerungen in jedem Land eine landesübliche Flasche zu kaufen und diese dann selbst mittels ein paar gebastelten Anschlüssen umzufüllen.   Die geliebte Schokolade: Ohhhh Jammer - Wir sind leidenschaftliche Schokoladennaschkatzen aber die Preise hier haben es tatsächlich geschafft uns auf einen Schokoladenentzug zu setzen – eine billige 100g Schokolade kostet hier gut und gerne 4€.  Der heißbegehrte Honig Wir haben bisher noch nirgendwo so viele Bienenstöcke gesehen wie hier. Sie stehen in Gärten, an Wegrändern, im Wald und die Bienen fliegen bis zu uns an Bord um für ihre Larven neue Räumlichkeiten zu finden, aber trotzdem ist Honig hier ein Luxusartikel – ein 500g Glas liegt bei 15-20€. Wir sind stattdessen auf eine nur halb so teure Alternative ausgewichen: „Eine Nussnugatcreme - welch ein Ersatz!?“ Die gemeinen, hinterhältigen, bösartigen, niederträchtigen Stechinsekten Das quälendste sind und bleiben Stechinsekten die uns aussaugen, aufritzen und uns bis zum Verrückt werden zum Kratzen bringen. Nach so langer Zeit in den Tropen sind unsere Arme und Beine inzwischen schon mächtig vernarbt von dem vielen Aufkratzen und Heilen der Bisse und Stiche und auch hier im Südseeparadies gehören Nelkenöl, Insektensprays, Essig und Antihistamin- Tabletten zu unseren täglichen Gebrauchsgeständen um die schlimmsten Juckattacken einzudämmen. Die Biester lassen sich nur sehr unzureichend durch Vorbeugemaßnahmen von ihren Angriffen abhalten. Der elende Unterwasserbewuchs Vor etwas mehr als sechs Wochen waren wir in der Schiffswerft und hatten Gegenwinds Unterwasserschiff von allem Bewuchs befreit und sie wieder fit gemacht. Aber trotzdem sind nun unser hochglanzpolierter, gut gefetteter Propeller, sowie unser mit Fett überzogener Geschwindigkeitsmesser schon wieder mit einer Pockenschicht überwuchert und wir müssen kratzen. Na ja, warten wir mal ab, wie lange denn der Antifoulinganstrich Gegenwinds Rumpf bewuchsfrei hält – laut Herstellerangaben bis zu 60 Monate. Der schweißtreibende tropische Sommer Die tropische Wintertemperatur ist ja gut auszuhalten und das Badewasser empfanden wir schon fast als kalt, aber jetzt zum Hochsommer hier im Paradies wird es langsam unangenehm warm! Wir fangen wieder an nachts zu schwitzen und müssen mehrfach aufstehen um etwas zu trinken. Dabei hat unser nächtlicher Wasserkonsum inzwischen schon wieder ein Volumen von einem Liter erreicht. Ab einer nächtlichen Temperatur von 28°C ist bei uns leider die Grenze zu angenehm warm überschritten. Die Tage werden anstrengender, denn die hohen Temperaturen erschöpfen hier jeden der nicht unter einer Klimaanlage sitzt. Unser Badewasser hat so allerdings eine angenehme Temperatur (27°C) erreicht 😉 Der lästige Schwell am Ankerplatz: Anders als in der Karibik ist hier an unseren bisherigen Ankerplätzen immer eine Dünung vorhanden. Mal geht es mit einer langen Dünung ruhig auf und ab, mal wird das ganze etwas ruppiger und die Brandung geht auf den Strand, während wir nur gute 100 bis 200 Meter entfernt vor Anker schaukeln. Erfahrene Südseesegler haben uns erklärt, das uns so ein Geschaukel wohl überall erwarten wird. Wir werden also damit leben müssen, das alles was nicht seefest verstaut ist, immer mal wieder quer durch Gegenwind poltern wird. Auf den Marquesas müssen wir häufiger mit kräftigen Fallböen rechnen, denn bei den hohen Vulkaninseln pustet der Ostpassat auf der geschützten westlichen Inselseite die Fallböen durchaus aus westlichen Richtungen auf die Ankerplätze. Das Gegenwind dabei selbstmörderisch an der Ankerkette in Richtung Strand und Steine zerrt, müssen wir wohl ertragen. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: „Europa“ kommt und geht

Anlegesteg für Seglerdingis, Fähren und Kreuzfahrtlandungsboote

Anlegesteg für Seglerdingis, Fähren und Kreuzfahrtlandungsboote

Wir wollten langsam ins neue Jahr starten und uns ein paar neue Ziele in den Marquesas Inseln suchen. Aber diesmal hielt uns das Wetter auf, denn es fing an häufiger zu regnen und auch die Wellen kamen aus einer anderen Richtung als der Wind und noch dazu unregelmäßig. Und so beschlossen wir noch ein wenig auf Hiva Oa zu bleiben und die Reparatur unseres Sprayhoods (Wind& Regenschutz über dem Eingang) fortzusetzen. Dann bekamen wir eine eMail von Freunden aus Kiel. Stegnachbarn aus unserem Kieler Heimathafen hatten sich auf unsere Spuren begeben und kündigten nun ihr Eintreffen auf den Marquesas Inseln an. Wir glichen die Termine und die Standorte ab und so planten wir am Mittwoch, den 17. Januar 2018 einen gemeinsamen Tag auf der Insel Hiva Oa. Wir waren schon ganz aufgeregt Christel und Rainer nach über dreieinhalb Jahren wiederzutreffen. Und tatsächlich schob sich ihr Schiff, die MS Europa, um kurz nach 08:00 Uhr morgens vor dem Hafen auf den Ankerplatz für die ganz großen Schiffe. Wir frühstückten zu Ende und warfen uns in Schale. Nach so langer Zeit auf Reisen mußten wir schon ganz schön tief in unseren Schapps buddeln, um noch etwas nicht Verschlissenes oder völlig Ausgeblichenes zum Anziehen zu finden, denn wir wollten ja nicht wie verlotterte  Vagabunden zu dem Treffen. Währenddessen beobachteten wir die ersten Landungsboote der MS Europa beim Erkunden der Anlegemöglichkeiten. Kurz vor unserem verabredeten Termin paddelten wir also mit unserem Dingi an Land. Die Landungsboote der MS Europa waren allerdings weg und ein befreundetes deutsches Seglerpaar stand wild gestikulierend am Steg. Als wir dann anlandeten sagten uns die beiden, daß die Boote der MS-Europa nicht in der Lage waren hier anzulanden, denn der Steg bot keine Reifen mehr als Fender. Wir schauten uns alle vier an und wußten eigentlich nicht ob das ein schlechter Scherz war. Das Wasser war bis auf den normalen Schwell relativ ruhig, der Landesteg bot uns ein seit unserer Ankunft unverändertes Bild und so verstanden wir nicht warum die Boote der MS Europa nicht einfach mit ein wenig Landeequipment zurückkehrten, sondern die MS Europa gleich den Anker einholte und sich auf und davon machte. Andere Kreuzfahrer brachten bei gleichen Bedingungen sogar Rollstuhlfahrer sicher an Land.  Die Damen des hiesigen Begrüßungskomitees vom Tourismusbüro standen ebenso hilflos und achselzuckend da wie wir. Naja, immerhin hatten wir nun mehr als ausreichend frisch zurechtgemachte lokale Früchte zum Naschen. Da sind unsere Freunde aus Kiel so nahe und doch so weit weg – das hätten wir nicht erwartet! Es ist echt jammerschade, denn so eine Chance werden wir wohl in nächster Zeit nicht wieder bekommen. Übrigens forschten wir noch ein bisschen nach und erfuhren, daß durchaus der eine oder andere Kreuzfahrer hier beim Landeversuch scheitert und einfach weiterfährt. Wir hätten nicht damit gerechnet, das Kreuzfahrgesellschaften wenig informiert und ausgerüstet ein Ziel ansteuern. Apropos heißen die Einheimischen hier wirklich jeden willkommen, der sie besuchen möchte, nur muß der Besucher sehen wie er herkommt bzw. wie er den Fuß auf den Boden bekommt. Das geht uns Seglern genauso wie den Kreuzfahrern und selbst den Versorgungsschiffen, die ja auch ihr gesamtes Landeequipment mitbringen müssen, damit sie die Inseln beliefern können. Viele Grüße aus dem zurzeit verregneten Marquesas Südseeparadies, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Ponane 2018 – Animalisch, ein ruhiger Jahreswechsel!

Der Silvestermorgen startete mit einem „bums“ an unserem Windgenerator, der sich gerade kräftig in einem Windstoß drehte. Wir stürmten ins Cockpit und sahen auch schon die Unwucht mit der er jetzt lief und im Wasser neben Gegenwind sahen wir die Ursache. Ein kleiner Vogel trieb blutüberströmt, tot neben Gegenwind. Er tat uns echt leid, aber wenigstens mußte er nicht leiden. Nun hieß es für uns erst einmal die Propellerblätter wieder neu auszurichten und auf Schäden zu prüfen. Das ist echt ein Drama, denn jeder der einen Windgenerator betreibt hat auch schon über Vogelschlag berichtet. Da ist es eigentlich an den Herstellern sich über eine Lösung des Problems Gedanken zu machen, denn so ist es weder für die Vögel noch für die Betreiber eine gute Lösung. Nachdem diese Aktion abgeschlossen war kam von Asha aus unserem WC-Raum ein lautes quieken: „Hier ist ein ungebetener Gast!“ Eine Kakerlake hatte den Weg zu uns gefunden und sich als blinder Passagier im WC- Raum versteckt. Wie lästig! Naja, wir haben ja schon Übung mit den Viechern und so holten wir unser gutes Kakerlaken- Gift aus dem Schränkchen und verlegten ihr den Weg. Jetzt heißt es abwarten. Damit waren unsere Silvesteraufregungen auch schon vorbei. Den Abend an Bord läuteten wir mit „Dinner for One“ ein. Anschließend gingen wir zu einem gemütlichen Filmeabend über. Es war super ruhig auf der Insel. Am Strand wurde ab und zu mal gelacht und ein wenig Musik gespielt aber sonst plätscherten nur die Wellen an Gegenwind vorbei auf den Strand, ein Hund bellte immer wieder und wir wurden müde. So machten wir uns noch vor Mitternacht Bett fein, lasen ein wenig und lauschten immer mal wieder auf eventuelle Böller – aber nichts. Fünf Minuten vor Mitternacht wurde am Strand etwas lauter angestoßen und Raketen stiegen in den Himmel. Aber bevor wir das Cockpit erreichten war das Feuerwerk auch wieder vorbei. So warteten wir noch ein wenig weiter bis wir uns dann um 12:00 Uhr ein „frohes neues Jahr“ wünschten und tatsächlich wieder ein paar Raketen in den Himmel stiegen. Sie kamen diesmal von einem Haus am Rande unserer Ankerbucht. Es waren immerhin ein halbes Dutzend Raketen. So richtig wunderten wir uns nicht über diese ruhige Silvesternacht, denn ein paar Dorfbewohner hatten uns in den Tagen zuvor schon erzählt, das es kein wirkliches Feuerwerk geben werde, denn entweder wird Silvester oder Weihnachten groß gefeiert. Dieses Jahr war es Weihnachten und so reichte das Geld halt nicht für ein großes Silvesterfeuerwerk.    Viele geruhsame Neujahrsgrüße aus dem Südseeparadies Atuona, Insel Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Zwischen Weihnachten und Neujahr! – Ponane 2018!

Gauguin Museum

Gauguin Museum

Pläne sind dazu da geändert zu werden und dazu ist immer wieder unsere Flexibilität gefordert! Unser Plan für Heiligabend wurde kurzerhand von dem Inselversorgungsschiff über den Haufen geschmissen. Anstatt den Abend nach unserem Weihnachtsmenü gemeinsam mit der Seglergemeinde zu verbringen, blieben wir an Bord, denn die Landungsboote des Inselversorgungsschiffes blockierten die Anlegestelle, so daß wir keine Möglichkeit hatten an Land zu kommen. So wurde aus dem geselligen Abend ein gemütlicher Fernsehabend mit einem Weihnachtsfilm. Dafür entschädigte uns der kommende Morgen. Pünktlich zum Frühstück gegen 06:00 Uhr füllte sich unsere Ankerbucht vor der Insel Tahuata mit einer riesigen Delfinschule, die um Gegenwind schwamm und lange in und vor der Bucht zu sehen war. Es ist und bleibt ein tolles Erlebnis Delfinen zuzuschauen! Wir verbrachten ruhige Tage und die ganzen Touristen und auch alle anderen Segler verließen die Bucht von Vaitahu nach und nach. Für uns war es dann am Donnerstag, den 28. Dezember 2017 so weit, das wir den Anker an Bord hievten. Eigentlich wären wir auch noch länger geblieben, aber wir hatten kein Brot mehr und der Bäcker im Ort erklärte uns, das er zurzeit nicht backen konnte, da er kein Mehl hatte. Die nächste Lieferung wird erst Anfang kommenden Jahres erwartet. So fuhren wir also unter Motor gegen eine schwache Brise Wind die 12 Seemeilen zurück nach Atuona auf der Insel Hiva Oa. Bei unserer Ankunft wurden wir von befreundeten Seglern, mit denen wir lange Zeit gemeinsam in Ecuador lagen, begrüßt. Es ist toll mit anderen Seglern mal wieder Deutsch reden zu können! Am 29. Dezember 2017 zog es uns in Atuona ins Museum. Die französischen Künstler Paul Gauguin und Jacques Brel lebten und arbeiteten auf Hiva Oa. Wir bestaunten die ausgestellten Gauguin Replikate, betraten sein ehemaliges Atelier und Wohnhaus und besuchten anschließend noch den Friedhof mit den Gräbern Gauguins und Brels, die auf Hiva Oa bei einem herrlichen Ausblick auf die Bucht ihre letzte Ruhe fanden. Und jetzt geht es rasend schnell auf den Jahreswechsel zu. Wir wünschen Euch aus dem Südseeparadies Atuona, Insel Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ponane 2018 (=Frohes Jahr 2018)! Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Tahuata: Frohe Weihnachten! – Koina Noere!

Das "Vater unser" auf Polynesisch

Das "Vater unser" auf Polynesisch

Weihnachten wurde für uns am 23.Dezember 2017 mit einer großen Kirchenmesse in Vaitahu eingeleitet. Der ganze Ort oder besser gesagt, die ganze Insel waren aufgeregt und selbst wir Segler wurden davon angesteckt. Dieses Jahr wird die französisch-polynesische Weihnachtsmesse von Vaitahu im Fernsehen übertragen. Die Informationen gingen im Ort und auf dem Ankerplatz hin und her und es ist kaum zu glauben wie viele unterschiedliche Informationen kursierten aber dann fanden sich doch alle irgendwie rechtzeitig und in der richtigen Kleidung ein. Weiß war angesagt! Das hatte bei uns ein echtes herumwühlen in den Schapps und Schränken verursacht, denn weiß ist bei uns eigentlich inzwischen nichts mehr wirklich. Helge hatte aber Glück, denn die Hosen der Herren durften auch andere Farben haben, aber bei Asha war es dann nicht so einfach und so mußte ein T-Shirt herhalten und wurde kurzerhand zu einem Rock umfunktioniert. Wie gut das Asha inzwischen so viel Training im Nähen hat. Um 18:00 Uhr rief uns dann die Kirchenglocke und um 19:00 Uhr wurde der Gottesdienst eingeleitet. Es wurde aus vollen Kehlen auf polynesisch gesungen und eine Trommel sowie Streichinstrumente begleiteten den Gesang – Beeindruckend schön! Für den Heiligen Abend bereitet Asha gerade unser Menü, danach geht es zur Seglergemeinde, die sich hier zum Picknick zusammenfindet und anschließend zur eigentlichen Weihnachtsmesse geht. Die Weihnachtsbräuche werden unterschiedlich gefeiert. Deutsche und Letten hier am Ankerplatz begehen den Heiligabend im Anschluß an die Adventszeit am 24. Dezember familiär. Während die Franzosen und damit auch die Polynesier keine Adventszeit kennen und den 24. Dezember leger beim Essen zusammensitzen und die Feierlichkeiten um Mitternacht beginnen, also mit unserem ersten Weihnachtstag. Auch die nordamerikanischen Segler und die Briten kennen keine Adventszeit und feiern Weihnachten am 25. Dezember. Wer Lust hat kann sich die Weihnachtsmesse auch im französischen-polynesischen Fernsehen bzw. im Internet (Polynésie 1ѐre) nachträglich anschauen und uns vielleicht auch auf dem einen oder anderen Ausschnitt entdecken! Die Übertragung wurde am 24. Dezember 2017 um 20:00 Tahiti-Zeit gesendet. Hier nun der Link unter dem wir die Weihnachtsmesse gefunden haben: Youtube: La messe de minuit a Tahuata Koina Noere (=Frohe Weihnachten) aus dem Südseeparadies Vaitahu, Insel Tahuata, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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