Logbuch


Osttimor – Es hat „Bum“ gemacht!

Unser Nachbar brennt lichterloh
Unser Nachbar brennt lichterloh

Am Donnerstag, den 30.Jannur 2020, nachdem wir wieder einmal nach einem anstrengenden Tag den Abend an Bord entspannen wollten passierte es!
Wir hatten unser abendliches Obst vorbereitet, unsere Sachen für einen gemütlichen Abend mit einer Hörgeschichte platziert, als es aus den anziehenden Wolken anfing zu regnen. Also packten wir alles im Eiltempo ein und verzogen uns in den viel zu warmen Salon. Wir hatten noch nicht alles am richtigen Platz als wir von einem gewaltigen „Buuuuum“ aufgeschreckt wurden.
Wir ließen alles stehen und liegen und eilten ins Cockpit. Der Regen war in den paar Augenblicken schon vorbei gezogen, hatte aber alles pitschnaß gemacht. Wir schauten uns um und sahen auf unserem Nachbarboot, einem einheimischen 15m Motor- Ausflugsboot mit zwei großen 200PS Außenbordmotoren am Heck, keine 100m entfernt von uns ein orangenes Flackern im Inneren, wie von Feuer.
Dann tauchte eine hektisch gestikulierende und rufende Person am Heck des Bootes auf. Jetzt stiegen auch schon Flammen aus den Fenstern, erst zögerlich dann heftiger werdend. Die Person sprang ins Wasser. Wir überlegten, was wir tun konnten, erkannten aber, daß das Ausflugsboot schon nach den ersten zwei bis drei Minuten verloren war, denn die Flammen schossen nach so kurzer Zeit lichterloh aus allen Fenstern. Wir machten uns bereit, um uns und Gegenwind in Sicherheit zu bringen. Auch auf der Polizeistation machten sie ihr großes Schiff zum Auslaufen fertig, denn der Qualm und die Funken flogen direkt in dessen Richtung. Wir alle hatten Glück, denn der Wind blies das Flammenmeer knapp an uns vorbei. Die Flammen strahlten aber mächtig Hitze aus und bei uns an Bord wurde es heiß vom Feuer. Wir blieben am Anker, hielten uns aber weiter bereit um bei einem Winddreher sofort reagieren zu können. Wobei das gar nicht so einfach gewesen wäre, denn wir hätten ganz dicht an
dem Feuerschiff und zwischen dem Riff im Dunkeln vorbei gemußt um ins Freie zu gelangen. Auf der Polizeistation breitete sich inzwischen immer mehr Hektik aus. Da die Polizei kein eignes kleines, geeignetes Fahrzeug besitzt, kamen sie mit ihrem Übersetztbötchen (etwas größer als eine Optimistenjolle) angepaddelt und lösten die Leinen von einem anderen Ausflugsboot, das ganz dicht hinter dem Feuerschiff ankerte und somit direkt in Gefahr war. Sie bewegten es auf den Strand in Sicherheit. Dann kam auch die Feuerwehr sowie ein paar Fischer, um sich um das lichterloh brennende Feuer zu kümmern. Mit viel Geschrei und einer Menge Improvisation schafften sie es, das Feuer zu löschen und den Brander auf den Strand zu bugsieren. Dabei trug nur ein einziger so eine Art Feuerwehrjacke, während der Rest in kurzen Hosen und mit freiem Oberkörper an die Feuerbekämpfung ging. Das ganze dauerte ungefähr eineinhalb Stunden.

Das ausgebrannte Wrack am Strand

Das ausgebrannte Wrack am Strand

In den folgenden Tagen schauten wir das am Strand liegende völlig ausgebrannte Wrack an. Es war zu einer Attraktion geworden, um die sich immer wieder Menschentrauben sammelten. Wir erfuhren, daß der eine, der von Bord gesprungen war, ins Krankenhaus gebracht wurde und ein zweiter kam in dem Feuer ums Leben. Er war gleich beim Ausbruch des Feuers eingeschlossen gewesen und man konnte nur noch seine verbrannten Überreste bergen. Das Feuer war in den letzten Tagen das Gesprächsthema im Ort. Was uns erstaunte, war der Umgang mit der Aussage das eine Person ums Leben gekommen war. Dazu hieß es nur locker „schade“ aber einer konnte sich ja retten und Euch ist auch nichts passiert.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste, Asien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 6.Tag wieder zurück in Dili


Datum: Samstag, 25. Januar 2020 – 18:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 08°33,002‘, E 125°34,777‘ Wieder zurück an unserem alten Ankerplatz in Dili, Timor- Leste nach 638 sm. Aktuelles Wetter: Nach einem sonnigen Tag stehen wieder graue Wolken über der Insel, nur noch 30,4°C im Schiff, Wassertemperatur 28,1°C, Wind 2 Beaufort aus Nordwest.
Um 17:30 Uhr am Donnerstag, den 23.Januar 2020 sind wir wieder in Dili eingelaufen. Wir fuhren vom schönsten Sonnenschein in den Regen von Dili. Der Regen traf uns natürlich genau beim Einlaufen und Ankern. Und das war ein massiver Regen. Helge mußte die Brille abnehmen und wir mußten die Hände schützend über die Augen halten um überhaupt etwas sehen zu können. Asha stand dabei auf dem Vorschiff um uns um diverse Plastiktüten, Baumstämme und die anderen Ankerlieger herum zu dirigieren. Aber alles ging gut und der Anker liegt nahezu an derselben Stelle wie beim letzten Mal. Der Schauer hatte sogar etwas positives, denn er brachte uns eine erfrischende Dusche freischiff. Am Folgetag erfuhren wir, das der Schauer, bei dem wir hereinkamen etliche Schäden verursacht hatte und man sagte uns, das es auch Tote dabei gegeben haben soll.
Den Freitag machten wir dann unser Schlauchboot wieder einsatzbereit und klapperten die Behörden für eine Wiedereinklarierung ab. Diesmal wollten die Immigrationsbeamten noch eine Crewliste mit unserem Stempel drauf – darauf waren wir nicht vorbereitet und so werden wir die am Montag nachliefern müssen.
Jetzt kümmern wir uns erst einmal darum, unseren Frust über die Rückkehr einzudämmen und dann werden wir weiter sehen.
Viele Grüße aus Dili, Timor- Leste Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 6.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 23. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 08°09,615‘, E 125°12,336‘ Kurs: direkt auf Dili zu, Geschwindigkeit 4 kn unter Motor, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 123 sm mit der Strömung. Mitten in neuen Abenteuern, unser neues Ziel ist unser letzter Ankerplatz, noch 32 sm. Aktuelles Wetter: Graue Wolkenfelder, mit Sonnenschein der sich durch die Wolken drängt, 30,2°C im Schiff, feuchtheiß, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 2 Beaufort aus Nordwest, See 0,5m. Die Meeresströmungen sind konfus und schieben mal um dann wieder gegenan zu stehen. Wenn uns die Strömungen nicht zu stark zurückhalten, sollten wir heute Abend wieder an unserem alten Ankerplatz in Dili sein. Wir hoffen, daß wir noch rechtzeitig vor Dunkelheit ankommen werden und das wir bei den Ankermanövern nicht zu viel Müll an die Oberfläche befördern müssen bevor der Anker hält. Jetzt ist Timor-Leste aus dieser Entfernung schon gut im Dunst und unter Wolken zu

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 5.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 22. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 07°42,582‘, E 123°13,458‘ Kurs: Ost!, Geschwindigkeit 7 kn unter Motor, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 105 sm unter Segeln und Motor mit der Strömung. Mitten in neuen Abenteuern, unser neues Ziel ist unser letzter Ankerplatz, noch 156 sm. Aktuelles Wetter: Dichte graue Wolkenfelder, Squalls ziehen durch, 29,1°C im Schiff, feuchtheiß, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 2 Beaufort aus West/ Nordwest, See 0,5m. Jetzt schieben uns die Meeresströmungen mit ca. zwei Knoten oder mehr.
So richtig zufrieden mit der Fahrt zurück nach Dili sind wir definitiv nicht, aber das Meer und die Natur zeigen uns mal wieder wie klein und abhängig wir doch sind und unsere technischen Möglichkeiten haben definitiv ihre Grenzen.
Das Wetter ist wahnsinnig, es weht meist eher wenig Wind, ab und zu ziehen Squalls mit Windstärke sieben vorbei oder über uns hinweg. Sonst ist hier alles auf Weltuntergangsstimmung getrimmt: Grau in grau, so viele verschiedene helle und dunkle Grautöne kann man sich gar nicht vorstellen, dann Regenwolken, fast schwarz selbst am Tag und der Regen drückt das Wasser platt und schüttet wie verrückt. Außerdem donnert es und Blitze erhellen den ganzen Himmel immer wieder vor allem nachts – echt gespenstisch. Aber in diese Richtung kommen wir wenigstens voran und drehen nicht nur anstrengende Kringel!
Viele Grüße aus der Banda See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 4.Tag auf See


Datum: Dienstag, 21. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 07°53,857‘, E 121°35,690‘ Neuer Kurs: Ost!, Geschwindigkeit 4 kn, unter Genua III, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 80 sm unter Segeln und nahezu NULL auf der Karte. Mitten in neuen Abenteuern, unser neues Ziel ist unser letzter Ankerplatz. Aktuelles Wetter: Dichte Wolkenfelder, Squalls ziehen durch, 29,6°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 2 Beaufort aus West, See 0,2m. Jetzt schieben uns die Meeresströmungen mit ca. zwei Knoten oder mehr.
Den gestrigen Tag konnten wir zeitweise Segeln mit bis zu vier Knoten gegen die Strömung in die richtige Richtung. Dann mußten wir reffen, das Großsegel ins dritte Reff, das Vorsegel kleingerollt und wir machten Rauschefahrt. Dann kamen Strecken in denen wir alles wieder ausreffen mußten und wir rauschten durchs Wasser. Bis der Wind nachließ und unsere Fahrt bremste und unsere Kreuz, die Zickzackkurse gegen den Wind abbremsten. So standen wir letzte Nacht nach viel Arbeit, noch mehr Frust nahezu am selben Punkt wie gestern zur Tagesmeldung.
Mit dem heutigen sehr späten Frühstück haben wir den Kampf aufgegeben und befinden uns nun auf dem Rückweg nach Dili, Osttimor. Der eine oder andere Fragt sich jetzt bestimmt, warum wir nicht einfach an einer der vielen Indonesischen Inseln anlegen. Das ist nicht so einfach, denn die nahen erreichbaren Inseln haben keine Einklarierungsmöglichkeiten und stehen uns so nicht zur Verfügung um einfach einen längeren Stopp einzulegen und auf bessere Bedingungen zu warten.
Viele Grüße aus der Flores See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 3.Tag auf See


Datum: Montag, 20. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 08°06,897‘, E 121°33,486‘ Kurs West?, Geschwindigkeit 1-3 kn, treiben unter Segeln, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 81 sm. Mitten in neuen Abenteuern, unser dichtestes mögliches Ziel liegt noch in ca. 329 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder, 31,7°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 2 Beaufort aus West, See 0,2m. Die Meeresströmungen stehen gegen uns mit einem halben bis zwei Knoten.
Langsam wird uns gewiß, daß wir unser nächstes mögliches Ziel so nicht erreichen können, obwohl wir vorsichtig mit Diesel kalkuliert hatten und auch die Kreuzschläge, das Segeln im Zickzack gegen Wind und Strömung mit ordentlichen Sicherheitsfaktoren eingerechnet hatten, aber die Realität übertrifft unsere Befürchtungen. Gestern hatten wir zwei Segelversuche nach je guten Eineinhalbstunden abgebrochen, denn wir machten nur Weg nach Ost, also rückwärts und das obwohl wir mit ca. 5 Knoten durch Wasser rauschten. Unter Motor schafften wir dann auf direktem Kurs so gerade zwei Knoten – dafür reicht unser Diesel nicht. Und vergangene Nacht setzten wir ein weiteres Mal die Segel gegen 04:00 Uhr, denn selbst unter Motor schafften wir zu dem Zeitpunkt gerade noch einen halben Knoten. Dafür war unser Diesel uns zu schade. So konnten wir zumindest unsere Entfernung halten und machten nur Süd. Die Folge, heute sind wir todmüde. Aber vielleicht liegt ja doch noch ein be
sserer Wind in den Wolken des heutigen Tages?
Viele Grüße aus der Flores See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 2.Tag auf See


Datum: Sonntag, 19. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 07°54,557‘, E 122°27,743‘ Kurs West°, Geschwindigkeit 3,5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 81 sm, noch zu segeln 382 sm. Mitten in neuen Abenteuern, unser dichtestes mögliches Ziel liegt noch in ca. 382 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder, 32,4°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus West, See 0,2m. Die Meeresströmungen stehen gegen uns mit einem halben bis zwei Knoten.
Nachdem wir gestern unseren Blog geschrieben hatten kam etwas Wind auf und wir packten die Segel aus. Man war das frustrierend! Wind und Strömung ließen uns nahezu nur hin- und herfahren. Einmal nach Nord, dabei ging es teilweise sogar Rückwärts und in die andere Richtung fast nur nach Süd. Allerdings war dabei eine kleine Tendenz in unsere gewünschte Richtung erkennbar und so versuchten wir unser Bestes. Dadurch hatten wir allerdings fast den ganzen Tag einen tollen Blick auf die winzige, 747m hohe Vulkaninsel Komba, die wir nördlich passierten. Aus ihrem Schlot stieg Dampf und Rauch aus.
Gegen 21:00 Uhr nahmen wir die Segel wieder weg, denn der Wind war total eingeschlafen und wir trieben nur noch nach Osten. So stellten wir den Motor wieder an. Das ganze Segeln brachte uns in sieben Stunden mal gerade eben knappe zehn Seemeilen in Richtung Ziel. Das Motorbootfahren hat leider auch so seine Grenzen, denn unser Dieselvorrat wird nicht ewig reichen und so müssen wir hoffen, das sich zumindest zeitweise noch günstigerer Segelwind einstellt.
Viele Grüße aus der Banda See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 1.Tag auf See


Datum: Samstag, 18. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 07°39,472‘, E 123°34,946‘ Kurs West°, Geschwindigkeit 4,5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 135 sm. Auf zu neuen Abenteuern, unser dichtestes mögliches Ziel liegt noch in ca. 449 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, ein paar Wolkenfelder, 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 27,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus West, See 0,3m. Die Meeresströmungen verändern sich ständig, die Wellen sind mal sanft mal ruppig.
Nachdem wir am Mittwoch unsere Ausklarierungsprozedur hinter uns gebracht hatten, verstauten wir unser Dingi, sowie die letzten Vorräte und Wasserflaschen, dann waren wir geschafft und ließen den Tag, Tag sein. Am Donnerstag machten wir Gegenwind endgültig segelfertig und anschließend kam Jim vorbei, um uns zu sich an Bord für einen Klönschnack zu holen. Er bot uns an, bei ihm an Bord zu duschen, was wir hocherfreut annahmen, denn das war die erste Dusche seit Verlassen Australiens. Am Freitag, den 17. Januar holten wir unseren Anker hoch, drehten noch eine kleine Hafenfunde zu den beiden anderen Seglern am Ankerplatz und dann verließen wir Dili Richtung Norden. Für unseren Geldbeutel wurde es höchste Zeit, denn wir haben noch genau einen 5 US-Dollar Schein und 1,35 Osttimor Dollar an Silbergeld in der Tasche.
Jahreszeitbedingt werden wir auf unserer Strecke mit Westwind, also Gegenwind und Gegenströmung rechnen müssen. Der Wetterbericht verspricht es auch so aber die Winde sollen nicht so stark sein. Naja, wir fahren immer noch unter Motor bei einem leisen Windzug. Aber das ist besser als zu viel Wind. Die ersten 24 Stunden hatten wir echt Glück mit der Strömung, denn die stand kräftig mit uns. Jetzt haben wir wechselhafte Strömungen, die meist gegen uns stehen. In der vergangenen Nacht konnten wir über den indonesischen Inseln immer wieder Blitze beobachten, während wir einen klaren Sternenhimmel über uns genießen konnten.
So sind wir von Dili aus direkt nach Norden zwischen den Inseln Atauro und Alor hindurch in die Banda See gefahren. Die Indonesier bezeichnen das Gebiet auch gerne als Frauenmeer, da es sanfter sein soll als das Männermeer südlich der Indonesischen Inseln.
Viele Grüße aus der Banda See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Kurz vor Pleite


(Bilder folgen sobald wir ein besseres Internet finden)
Irgendwie geht es nicht ohne Geld, denn wir haben auf der ganzen Tour noch nicht gelernt wie man von Luft und Liebe leben kann. Zum Glück gibt es ja Bankautomaten!
Das mit den Bankautomaten ist hier in Osttomor aber doch nicht so einfach wie es sich anhört. Als unsere US-Dollar, die hiesige Währung, zur Neige ging, wollten wir, wie man das so macht, ein paar Dollar aus dem Automaten ziehen… . Und damit begann die Odyssee!
Kein Bankautomat nimmt hier europäische Bankkarten und scheint auch keine anderen weltweit bekannten Bankkarten zu akzeptieren. In den verschiedenen Banken, bei Geschäften oder bei den großen Hotels vor Ort oder auf dem internationalen Flughafen sieht es nicht besser aus. Natürlich fragten wir bei denselben Stellen, ob denn Kreditkarten funktionieren. Die Aussage half uns nicht weiter, obwohl das an einigen Bankautomaten oder der einen oder anderen Stelle sonst möglich ist. Aber das einzige Kreditkartensystem, das hier verfügbar ist, ist VISA. Unsere zurzeit noch so funktionierende Kreditkarte trägt allerdings einen anderen Namen. Um das herauszufinden war mehr als ein gesamter Vormittag verstrichen, ohne das wir wieder etwas Geld ins Portemonnaies füllen konnten. Außerdem führte unser Weg noch zur Portugiesischen Botschaft, die als Europäische Vertretung auch für uns zuständig ist. Das war denen wohl nicht so ganz klar und so wurden wir freundlich aber bestimmt
abgewimmelt ohne eine Lösung für unseren inzwischen als Problem erklärten Bargeldmangel.
So zog es uns erst einmal zurück an Bord und wir suchten die letzten verbliebenen EUROS zusammen, unseren Notfallgroschen, um es dann mit dem Geldwechsel zu probieren. Das klappte wenigstens, allerdings für einen Wechselkurs mit Gebühr, der einen Wegelagerer hätte blaß aussehen lassen. Aber so konnten wir uns zumindest für unsere Minimaleinkäufe von Trinkwasser, Diesel und Lebensmitteln ausstatten.
Viele Grüße aus Dili, Osttimor, Asien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Die Zyklone Blake und Claudia schütteln uns durch


(Bilder folgen sobald wir ein besseres Internet finden)

Mit Dili, Osttimor haben wir das eigentliche Zyklongebiet der Südhalbkugel jetzt zur Sommerzeit hinter uns gelassen. Das heißt aber leider noch nicht, das diese mächtigen Stürme keinen Einfluß mehr auf uns haben.
Vergangene Woche zog Blake südlich von uns die nordaustralische Küste von Ost nach West entlang und bescherte uns damit letztes Wochenende teilweise starken Wind aus westnordwestlichen Richtungen. Das ging ja noch aber die Wellen die der Zyklon verursachte kamen leider bei Hochwasser voll auf unseren Ankerplatz, denn das Riff, das uns Schutz bietet wird bei Flut überspült und so saßen wir auf Gegenwind bei ca. einem halben Meter Welle und ließen uns fast bis zur Seekrankheit durchschütteln – naja das war dann aber auch irgendwann überstanden.
Der nächste Zyklon bildete sich schon etwas südöstlich von uns und bekam heute einen Namen: Claudia. Auch Claudia zieht entlang der australischen Nordküste westwärts und auch dieser Zyklon schickt uns starken Wind, allerdings mit einer etwas günstigeren Windrichtung aus Westen aber auch diesmal schwappen die Wellen bei Hochwasser über das Riff und schütteln uns durch. Also ist auch dieses Wochenende wieder eine unruhige Zeit angesagt.
Wenn die Schaukelei alles wäre, das uns den Schlaf raubt! Aber das ist leider nicht der Fall, denn die Jungs und Mädels der Polizeistation nebenan sind leidenschaftliche Karaoke Sänger und nutzen nahezu täglich die Nachtstunden, die wohl sonst ziemlich langweilig sind, mit wenig tonsicherem aber dafür inbrünstigem, lauten Gesang bis weit nach Mitternacht und verbreiten ihr Werk über Lautsprecher über die gesamte Wasserfront, also hauptsächlich über uns. Diese Gesänge in nur ca. 100m Entfernung und dazu die noch Schaukelei durch die Wellen der Zyklone lassen unsere Nächte alles andere als erholsam sein. Da hilft es kaum sich ein Kopfkissen gegen die Musik über die Ohren zu stülpen und auch das krampfhafte Festhalten an der Matratze gegen das wilde Schaukeln ist nahezu erfolglos.
Viele übermüdete Grüße aus Dili, Osttimor, Asien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Gewitter, Plastikmüll und freundliche Menschen


(Bilder folgen sobald wir ein besseres Internet finden)

Wir ankern vor der Hauptstadt Osttimors – Dili. Unser erstes Land in Asien. Aktuelles Wetter am Mittwoch, den 01. Januar 2020: Sonnenschein bei 33,6°C im Schiff, die Gewitter- und Regenwolken ziehen gerade über die bis zu 2967 Meter Hohen Berge der Insel, Wassertemperatur 30,9°C, der Wind frischt gerade auf 3 Beaufort aus west-nordwestlichen Richtungen auf. Wir haben Hochwasser und so wird es nicht mehr lange dauern, bis die Wellen, die das schützende Riff überspülen unseren Ankerplatz ein wenig schauklig machen werden.

Seit unserer Ankunft hier in Dili leben wir fast jeden Tag mit richtig heftigen Gewittern, heftiger als zur Gewitterzeit in Panama (Bocas del Torro). Ab und zu regnet es dabei auch. Die Temperaturen sind mörderisch. Bei uns DREIEN läuft bedingt dadurch alles nur im Minimalmodus. Selbst Gegenwind läuft zurzeit auf Sparflamme, sie liefert uns im Moment nicht genug Energie über die Solarfelder, denn es ist vielfach einfach zu bedeckt und der Windgenerator schweigt aus Windmangel. Den Diesel lassen wir nicht laufen, um uns keine von den um uns schwimmenden Plastiktüten einzusaugen und der Generator mag keinen Regen, mit dem die Wolken immer wieder gemein drohen.
Das Einklarieren hier war ganz problemlos. Wir mußten dazu nur an Land um uns der Reihe nach bei Immigration, Zoll und Hafenmeister anzumelden. Die Schwierigkeit bestand nur in der Suche der Büros. Wir hatten zum Glück Anhaltspunkte von anderen Seglern, die vor uns schon hier durchgefahren waren. Das Immigrationsbüro mitten auf dem Hafengelände war vor vielen Jahren bestimmt mal ein schönes Gebäude im Kolonialstil, ist heute aber ziemlich verfallen und die Beamten sitzen in einem dunklen Raum bei einer kleinen elektrischen Funzel aber mit Klimaanlage vor ihren Computern und fertigten die Crews der Containerschiffe und auch uns freundlich ab. Die Zollbeamten hausen in einem kleinen Containerbüro ebenfalls auf dem Hafengelände, während es der Hafenmeister außerhalb des Hafengeländes, ganz am Ende des Hafenbereichs, mit einem festen Steinhaus aber einem winzigen Raum darin am besten hatte. Die ganze Einklarierungsprozedur bestand nur aus ein paar Formularen und einen
Bordbesuch auf Gegenwind wollte auch keiner machen.
Inzwischen haben wir es geschafft einen guten Teil unseres Dieselvorrats zu ergänzen, indem wir mit einer Fuhre leerer Kanister per Dingi und Taxi zur Tankstelle gefahren sind und sie dann schweißtreibend wieder an Bord verfrachteten. Außerdem können wir auch unser Trinkwasser wieder auffüllen. Vom Trinken des hiesigen Leitungswassers wurde uns von verschiedenen Seiten abgeraten, so daß wir im Supermarkt 20 Liter Kanister kaufen und die dann ebenfalls per Taxi oder Pedes und Dingi an Bord bugsieren um unsere eigenen 5 Liter Falschen damit zu füllen. Eine mühsame, langwierige und ebenfalls schweißtreibende Arbeit. Verschiedene Supermärke bieten alles was wir brauchen und so sind wir dabei uns wieder reisefertig zu versorgen. Das ist allerdings nicht so einfach, denn das Wetter sieht derzeit noch nicht danach aus.
Auf der Route hierher hatte Gegenwind sich eine von den vielen im Wasser treibenden Plastiktüten in den Propeller gezogen. Das Problem sind wir auch wieder los, denn die konnten wir aus dem Dingi heraus abpulen. Wir sind nicht bereit hier weiter als unbedingt nötig ins Wasser zu gehen, denn es sieht einfach nur „ekelig“, ölig und dreckig aus. Von einzelnen Autoreifen, über mega-massen Plastiktüten, Plastikwasserflaschen, Chips-Tüten und einigem inzwischen verunstalteten Plastikzeug treiben hier echte Massen undefinierbaren Drecks immer wieder an uns vorbei.
Die Menschen begegnen uns hier freundlich und teilweise sogar hilfsbereit. Auf der Suche nach einer Wäscherei nahm uns ein junger Vater, der sein kleines Kind auf dem Arm trug, gleich mit und führte uns durch die Straßen zur gesuchten Wäscherei und auch auf unserer Suche nach einer Internetkarte fragten wir eine Studentin, die spontan alles stehen ließ und uns zum Telefonladen begleitete und dafür sorgte, das wir einen Zugang zum Internet bekamen (der ist allerdings sehr langsam). Unser Dingi parken wir auf dem Gelände der „Wasserschutzpolizei“ und bekommen von den Jungs und Mädels hilfreiche Worte und vielfach - mindestens einmal täglich - halten wir mit ihnen auch einen längeren Klönschnack. Sobald Helge allein auf der Straße herumsteht, zeigen die jungen Frauen ein reges Interesse ihn kennenzulernen.
Das neue Jahr haben wir übrigens ziemlich ruhig begrüßt. Wir hatten es uns im Cockpit mit etwas zu Knabbern und einer Flasche Wein gemütlich gemacht. Mit „Dinner for one“ und einem längeren Film vertrieben wir uns die Zeit bis Mitternacht, um das Feuerwerk genau vor unserer Nase hochgehen zu sehen. Da hatten wir die erste Reihe erwischt, denn vor dem Gouverneurspalst wurde das offizielle Feuerwerk in die Luft geschossen. Natürlich gab es in der ganzen Stadt verteilt viele kleinere Feuerwerke über die wir auch einen prima Überblick hatten.
Viele Grüße aus Dili, Osttimor/ Asien und alles Gute für das Jahr 2020!!! Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 8.Tag Ankunft in Dili, Osttimor


Datum: Donnerstag, 26. Dezember 2019 – 18:30 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien Jetzt stellen wir die Zeit um, diesmal auf Dili-, Osttimor- Zeit: 18:00 Uhr GPS-Position: S 08°33,055‘, E 125°34,779‘ Wir sind an unserem Ziel in Dili, Osttimor (Timor-Leste) angekommen, zurückgelegte Distanz 108 sm. Wir haben Asien erreicht! Aktuelles Wetter: Sonnenschein, diesig, dichte dunkelgraue Wolken über den Bergen Osttimors, bei 33,7°C im Schiff, Wassertemperatur 30,3°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordwest, ruhiger Ankerplatz.
Nachdem wir gestern einen ruhigen Nachmittag verbrachten und unter Segel gut vorankamen, öffnete sich am Abend mit Dunkelwerden der Höllenschlund. Es war wohl genauso warm wie am Eingang zur Hölle und bestimmt nicht weniger furchteinflößend. Je später die Stunde wurde desto mehr Blitzlichtgewitter zogen auf, bis es letztendlich um uns herum im fünf Sekundentakt den ganzen Himmel mit Blitzen erleuchtete. So manch ein Diskobetreiber wäre neidisch auf so eine Diskobeleuchtung, wenn es nicht so unheimlich dabei wäre. Die meisten Blitze zogen ohne Donner am Firmament auf. In den Morgenstunden mit Hellwerden verebbten die Blitzlichtgewitter wieder und der Höllenschlund schloß sich ohne uns verschluckt zu haben. Und so steuerten wir gegen 10:00 Uhr auf die Hafeneinfahrt von Dili, Osttimor zu. Die Hafeneinfahrt ist gut betonnt und wir schafften es auch dem schwimmenden Plastikmüll auszuweichen. Der Ankerplatz ist nicht ganz so einfach, die guten Plätze sind von lokalen M
otorbooten mit Mooringbojen belegt und die freien Plätze sind tief, mit einem steinigen Ankergrund. Wir brauchten gefühlt unzählige Ankerversuche, bei denen wir so manch einen Plastiksack an die Wasseroberfläche beförderten. Letztendlich hält der Anker jetzt auf einer Wassertiefe von 16,6m. Wir hoffen nur, daß wir uns nicht in irgendetwas verheddert haben, das unseren Anker für immer behalten möchte. Aber erst einmal sind wir angekommen und können uns wieder neu versorgen. Morgen wollen wir zu den Offiziellen zum Einklarieren, denn heute sind wir zu spät und dann wollen wir das quirlige Städtchen aufsuchen.
Viele Grüße aus Dili, Osttimor Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 7.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 25. Dezember 2019 – 11:00 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 08°18,547‘, E 127°18,917‘ Kurs 280°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 79 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 107 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder bei 33,3°C im Schiff, Wassertemperatur 30,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Ost, See 0,2m.
Den vergangenen Tag segelten wir überwiegend unter Vorsegel langsam dahin, denn nach unsern Berechnungen für den Ankunftstermin wollen wir unser Einlaufen für die Tagstunden einplanen und so mußten wir die Geschwindigkeit reduzieren. Zum Wachwechsel gegen 02:00 Uhr starteten wir dann den Motor wieder und machen jetzt den Anlauf auf unser Ziel, das wir morgen Vormittag erreichen wollen. Jetzt, da wir den hohen Inseln Indonesiens und Osttimors näher kommen, erleben wir nachts auch wieder deutlich intensivere Blitze aber ohne Donner. Es flackert immer wieder hell auf und beleuchtet die Wolken und Landformationen gespenstisch – echt imposant und respekteinflößend.
Viele Grüße aus den Gewässern von Selat Watar, nördlich Osttimor, Indischer Ozean Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 6.Tag auf See


Datum: Heiligabend, Dienstag, 24. Dezember 2019 – 11:30 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 08°40,301‘, E 128°35,131‘ Kurs 280°, Geschwindigkeit 3 kn, segeln unter Genua III, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 117 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 185 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder bei 33,2°C im Schiff, Wassertemperatur 30,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Südost, See 0,2m.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachten aus dem Indischen Ozean!
Für uns ist der Tag dieses Jahr alles andere als weihnachtlich. Wir quälen uns mit der Hitze und leben in einem zurzeit ziemlich harten Segelalltag. Bei den Temperaturen steigt selbst „Gustav“ unser elektrischer Autopilot immer wieder und immer häufiger aus und zwingt uns von Hand zu steuern bis er sich erholt hat. Außerdem schwimmen immer häufiger und immer mehr Plastiktüten und anderer Plastikkram an uns vorbei. Das Zeug ist kein Mikroplastik sondern treibt in voller Größe vielfach einen halben Meter unter der Wasseroberfläche und ist somit ein absolutes Sicherheitsrisiko! Letzte Nacht haben wir uns eine von diesen Plastiktüten um den Propeller gewickelt. Es gab anfangs eine ziemliche Unwucht beim Weiterfahren aber das Ding hat sich inzwischen zum Glück wohl wieder einigermaßen vom Propeller gelöst. Vor ein paar Stunden ist sogar ein Totenschiffchen an uns vorbeigetrieben. Gerade haben wir Diesel aus unseren Kanistern nachgetankt und nun wollen wir das let
zte Stück zu unserem Ziel angehen. Hoffentlich ohne weiteres Plastikzeug an Gegenwinds sensiblen Unterwasserteilen.
Viele Grüße aus der Timor See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 5.Tag auf See


Datum: Montag, 23. Dezember 2019 – 11:00 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 09°01,617‘, E 130°29,175‘ Kurs 280°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 119 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 300 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, kleine Wolkenfelder bei 33,7°C im Schiff, Wassertemperatur 31,2°C, Wind Flaute aus Ost-Nordost, See 0,2m.
Australien liegt jetzt in unserem Kielwasser! Wir haben die Arafura See verlassen und schippern nun auf der Tiomor See herum und der Pazifik liegt auch hinter uns! Jetzt segeln wir auf dem Indischen Ozean.
Natürlich schreiben wir auch heute wieder über die Temperatur: sie lähmt uns, macht uns absolut träge und wie bei einem verdurstenden in der Wüste ist die unerträgliche Hitze hier unser Hauptthema. Selbst in der vergangenen Nacht gab es kaum Abkühlung, im Gegenteil wir hatten sogar das Gefühl die Luft ist zum Atmen ungeeignet, wie ein dickflüssiges Medium. Aber trotzdem sind wir wieder ein Stück weiter vorangekommen. Nachdem wir gestern Mittag einem Squall, einer heftigen Regenwolke, ausgewichen sind und sie nördlich umfahren hatten ohne naß zu werden war der Wind auch ganz weg – seitdem haben wir totale Flaute. Heute Vormittag überflog uns noch einmal ein Flugzeug der australischen Grenzkontrolle und nahm per Funk Kontakt mit uns auf und jetzt treiben wir auf der spiegelglatten See, während ein Fischerboot in unserer Nähe herumfährt.
Viele Grüße aus der Timor See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 4.Tag auf See


Datum: Sonntag, 22. Dezember 2019 – 11:00 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 09°24,565‘, E 132°24,655‘ Kurs 280°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 83 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 416 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder und Squalls in Sichtweite, feuchtwarm bei 33,0°C im Schiff, Wassertemperatur 30,4°C, Wind 2 Beaufort aus Ost-Nordost, See 0,2m.
Wir schwitzen jetzt wie jeden Tag und wir sind wieder ein Stückchen vorangekommen. Mal segeln wir bei leichten Winden und machen dabei gute Fahrt, dann ist der Wind wieder weg und wir schalten den Motor ein. Gestern Abend gegen 18:30 Uhr bekamen wir Besuch: Die australische Grenzkontrolle flog über uns hinweg und nahm per Funk Kontakt zu uns auf. Sie fragten unsere Daten ab und fragten, ob wir auch genug Wasser und Lebensmittel für die Überfahrt zur Verfügung haben. Als das geklärt war und unsere Auskünfte ihre Zufriedenheit fanden, drehten sie ab und flogen wieder davon. Heute Vormittag bekamen wir Besucher aus den Tiefen des Meeres. Verschiedene Gruppen Delphine hatten Gegenwind als Spielobjekt entdeckt und leisteten uns eine Zeitlang Gesellschaft. Eine Gruppe dieser Delphine war riesig groß und wir beäugten uns gegenseitig, bis uns die Sonne zu hefig wurde und kurze Zeit später hatten sie wohl auch keine Lust mehr mit Gegenwind zu spielen.
Viele Grüße aus der Arafura See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 3.Tag auf See


Datum: Samstag, 21. Dezember 2019 – 11:00 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 09°48,062‘, E 133°44,231‘ Kurs 290°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 79 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 498 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder, feuchtwarm bei 33,9°C im Schiff, Wassertemperatur 30,3°C, Wind 2 Beaufort aus Ost-Nordost, See 0,5m.
Unsere Hauptbeschäftigung ist Schwitzen und Schwitzen und noch mehr Schwitzen. Unglaublich, das wir trotz Gewöhnung an tropische Temperaturen hier so kämpfen müssen und das obwohl wir ja im tropischen Winter bei Temperaturen um die 25°C schon anfangen zu frieren. Die vergangenen 24 Stunden sind ereignislos verlaufen. Leider ist der Wind schwächer als wir ihn brauchen und so sitzen wir nun mehrfach am Tag und rechnen wie lange denn unser Diesel reichen kann. Wir sind mit der Rechnung nicht so ganz Glücklich, denn zurzeit könnten wir vielleicht gerade mit dem letzten Tropfen Diesel ankommen wenn wir das gesamte Stück motoren müßten. Und der Wetterbericht schein uns das versprechen zu wollen. Da darf dann nix dazwischenkommen auch keine Gegenströmung oder doch vielleicht noch ein kleiner Schlenker. Mit der Entscheidung werden wir jetzt wohl noch den heutigen Tag kämpfen müssen und uns dann mit den Folgen plagen. So schön kann segeln sein!
Viele Grüße aus der Arafura See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 2.Tag auf See


Datum: Freitag, 20. Dezember 2019 – 11:00 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 10°11,402‘, E 134°59,143‘ Kurs 290°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 96 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 575 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, dichte Wolkenfelder, feuchtwarm bei 32,7°C im Schiff, Wassertemperatur 30,3°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost-Nordost, See 0,5m.
Die letzten 24 Stunden sind schön ruhig vergangen. Wir konnten gestern Nachmittag den Motor abstellen und bis heute Morgen durchsegeln. Helge konnte während der ersten Nachtstunden einen wunderschönen klaren, dunklen Sternenhimmel bewundern, während zum Wachwechsel Wolken aufzogen und wir das Großsegel für eine ruhigere Nachtruhe bargen. Gegen 06:15Uhr heute früh zog ein Squall mit 20 kn Wind durch, brachte aber keinen Regen. Anschließend war der Wind ganz weg und seitdem motoren wir wieder. Auf dem Seestück macht sich die hohe Temperatur noch mehr bemerkbar, als am Ankerplatz, denn hier haben wir keine Ausweichmöglichkeit mehr. Es fühlt sich dabei an, als wären wir in einer Sauna eingesperrt und die Tür ist verriegelt, so daß wir nicht heraus können. Wir freuen uns dabei sogar über die Motorstunden, denn dann können wir den kräftigen Ventilator laufen lassen und unser Schwitzen ein wenig eindämmen.
Viele Grüße aus der Arafura See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es!

Datum: Donnerstag, 19. Dezember 2019 – 11:10 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 10°45,818‘, E 136°29,937‘ Kurs 300°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz seit Gove 110 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 670 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, leicht bewölkt, feuchtwarm bei 31,9°C im Schiff, Wassertemperatur 30,0°C, Wind 2 Beaufort aus Nordost. See 0,5m. Der Wetterbericht verspricht wechselhafte, schwache Winde aus östlichen Richtungen für die kommenden Tage. Gestern haben wir unseren Anker vor Australien ein letztes Mal eingeholt. Das war gar nicht so einfach, denn der hatte sich an irgendetwas verheddert und so brauchten wir eine ganze Stunde um uns irgendwie mit vor und zurück, hin und her, hoch und runter und Gegenwinds Motorkraft von dem Unterwassergetüddel zu befreien. Um 10:45 Uhr verließen wir dann aber endlich den Ankerplatz. Der Wind war schwach und blies uns auf die Nase, so daß wir unter Motor raus fuhren. Kurz nach dem Verlassen des Fahrwassers sahen wir eine Schildkröte schräg voraus. Normalerweise tauchen die Tiere unter, sobald wir näher kommen aber diese paddelte nur heftig mit ihren Flossen, konnte aber nicht abtauchen. Hier in Australien haben wir gelernt, daß das keine Seltenheit ist, denn die Schildkröten ernähren sich gerne von den hiesigen Quallen, die allerdings leider aussehen wie weggeworfene Plastiktüten. Nur werden sehr viele Plastiktüten achtlos entsorgt und finden sich auch massenweise im Meer wieder, so daß sie von den Schildkröten als Futter gesehen werden. Die Schildkröten die dann solche Plastiktüten fressen entwickeln damit die Unfähigkeit zu tauchen und verhungern nicht nur aufgrund vom Plastik im Magen elendig. In den Abendstunden setzten wir unsere Segel und konnten eine sternenklare Nacht bei herrlichen Segelbedingungen genießen – zumindest die Wache. Im Schiff zum Schlafen war es allerdings unerträglich heiß 34°C. Heute Morgen war der Wind weg, wir konnten so gerade noch unser Frühstück (australisches Pumpernickel mit Marmelade und eine gepreßte Limone) zu uns nehmen, bevor wir die Schotten schließen mußten. Dann zog ein heftiger Squall mit ergiebigem Regen und gut 30kn Wind in zehn Minuten über uns weg. Der Wind ist nicht geblieben und so fahren wir jetzt wieder unter Motor. Viele Grüße aus der Arafura See, unser letztes Stück Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Unsere Zeit in Gove (Nhulunbuy)

Aborigine Zone: Erlaubnis erforderlich
Aborigine Zone: Erlaubnis erforderlich

Datum: Dienstag, 17. Dezember 2019 – 13:00 Uhr Northern Territory- Zeit
GPS-Position: S 12°11,908‘, E 136°42,278‘ (unverändert)
Kurs: Wir ankern immer noch vor Gove in der Inverell Bay. Wir sind jetzt startklar um den Kontinent zu verlassen.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein bei 33,9°C im Schiff, steigend, Wassertemperatur 31,5°C, Wind 2-3 Beaufort aus nördlichen Richtungen, ein ruhiger Ankerplatz.

Nhulunbuy soll unser letzter australischer Hafen sein. Wir haben in den vergangenen Tagen knapp ein halbe Tonne Diesel, Trinkwasser und ein paar Rucksäcke Proviant an Bord geschleppt und das bei Saunatemperaturen – man, ist das anstrengend!

Der Yacht Club liegt ca. 12km vom eigentlichen Ort entfernt aber es gibt hier einen Bus, der hauptsächlich für die Aborigines gedacht ist und auch vor dem Yacht Club eine Haltestelle hat. So gelangten wir mit unseren großen Rucksäcken gut klimatisiert in den Ort zum Einkaufen und zurück. Dabei lernten wir natürlich die Busfahrerin, Tani, eine neuseeländische Maori kennen, deren Familie nahe der White Island lebt. Sie berichtete von dem aktuellen Vulkanausbruch vor ein paar Tagen und erzählte uns, daß ein Familienmitglied dabei ebenfalls zu Tode gekommen war.

Vor dem Supermarkt im Ort machte Helge beim Aufpassen auf die schweren Einkäufe noch die Bekanntschaft mit einem älteren Aborigine, der ganz einfach auf Helge zukam und fragte ob Helge ihm mal eben helfen könne sein Konto auf dem Handy einzurichten. Dazu drückte er Helge alle Daten in die Hand und freute sich anschließend, daß er nun endlich sein Konto auf dem Handy sehen und bearbeiten konnte. Helge bekam viele Dankesworte zu hören und der ältere Aborigine zu freudig grinsend weiter. Cool, wenn man jemandem so einfach helfen kann!

Der Ort Gove beherbergt ca. 4000 Einwohner, die hauptsächlich für den Bauxitabbau hier leben. So gibt es einen Supermarkt mit ein paar kleineren Läden drum herum, eine Tankstelle, eine katholische Kirche, ein Schwimmbad und ziemlich verteilt Wohnhäuser.

In dem Supermarkt konnten wir unsere verbrauchten Lebensmittel gut ergänzen und bei der Tankstelle bekamen wir den benötigten Diesel.
Unsere Dieseleinkäufe waren aber schon etwas schwieriger. Im Bus durften wir die leeren Kanister mit in den Ort nehmen aber zurück mußten wir uns eine andere Fahrgelegenheit organisieren. Aber die Australier sind, was das angeht sehr hilfsbereit. Beim ersten Transport (die ersten 100l) lud uns ein Pickup ein und fuhr extra mit uns zum Yacht Club. Beim zweiten Dieseleinkauf (wieder 100l) hatten wir sogar noch mehr Glück, denn ein Resortbesitzer nahm uns vom Yacht Club aus mit in den Ort, in dem wir dann unsere Kanister füllten und die letzten Einkäufe erledigten, während er wartete um uns anschließend zum Kaffeetrinken zu sich nach Hause mitzunehmen. Wir gaben bei dem Klönschnack einige unserer spannendsten Geschichten zum Besten und wurden danach zu unserem Dingi gebracht.

Heute haben wir unsere Ausklarierungspapiere vom Zoll bekommen und morgen soll der Anker hoch gehen für die nächste Etappe. So viele Fehler und Korrekturen bei den Ausklarierungspapieren haben wir übrigens noch in keinem anderen Land erlebt wie hier in Australien – aber freundlich sind die Beamten.  

Viele Grüße aus Nhulunbuy, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien – Ankunft in Gove (Nhulunbuy)

Gove: Eines der größten Bauxit- Abbaugebiete
Gove: Eines der größten Bauxit- Abbaugebiete

Datum: Montag, 09. Dezember 2019 – 09:00 Uhr Queensland-Zeit und jetzt die Zeitumstellung auf Northern Territory- Zeit 08:30 Uhr
GPS-Position: S 12°11,908‘, E 136°42,278‘
Kurs: Wir ankern vor Gove in der Inverell Bay auf 6,3m Wassertiefe. Tagesdistanz: 104sm. Unser letzter geplanter australischer Anlaufpunkt.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein, diesig und leicht bewölkt, bei 30,7°C im Schiff, steigend, Wassertemperatur 30,1°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, ein ruhiger Ankerplatz.

Am späten gestrigen Nachmittag haben wir das Vorsegel wieder eingerollt und den Motor gestartet. Wir werden noch zu echten Motorbootfans, denn wir konnten unseren Ankunftszeitpunkt unter Motorfahrt wieder prima bestimmen. So liefen wir mit Hellwerden auf die Ansteuerung von Gove zu. Gove heißt in der Sprache der Ureinwohner Nhulunbuy und ist ein riesiges Bauxit- Abbaugebiet mitten im Land der Ureinwohner. Beim Betrachten der Satellitenbilder von Gove hatten wir den Eindruck, daß das „Land blutet“.
Der Ankerplatz ist trotzdem ein schönes ruhiges Plätzchen, das wir uns mit etlichen anderen Segel- und Moorbooten teilen.

Viele Grüße aus Nhulunbuy, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien – Nach der Torresstraße

Todeskandidat
Todeskandidat

Datum: Samstag, 08. Dezember 2019 – 10:15 Uhr Queensland-Zeit
GPS-Position: S 11°40,048‘, E 138°10,287‘
Kurs: 250°, Geschwindigkeit 2-3kn, wir segeln langsam dahin: Genua III gesetzt. Wir überqueren den Golf of Carpentaria. Tagesdistanz: 116sm, noch zu segeln 101sm zum nächsten Versorgungspunkt.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein, leicht bedeckt, bei 30,6°C im Schiff, steigend, Wassertemperatur 29,4°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, See kleiner 0,5m.

Nachdem wir den gestrigen Tag segelnd gut vorangekommen waren, schlief der Wind am Abend ein und wir motorten durch die Nacht. Heute Morgen mußten wir kurz unsere noch zurückzulegende Strecke nachrechnen und stellten fest wir sind unter Motor zu schnell sind, denn wir wollen bei Tageslicht in den Hafen einlaufen. So setzten wir nach unserem Frühstück wieder das Vorsegel und genießen jetzt die Ruhe des langsamen Segelns bei leichten Winden. Das „Genießen“ hält sich aufgrund der Temperatur leider stark in Grenzen, denn wir fühlen wie in eine Sauna eingesperrt und keiner läßt uns raus. In den vergangenen Jahren haben wir mit dem Beginn des tropischen Sommers ja jedes Mal unsere Aktivitäten an die Temperaturen angepaßt, wie die Einheimischen, die ohne Klimaanlagen auskommen müssen, aber dieses Jahr haben wir noch ein strammes Programm vor uns, das eigentlich nicht zu den Temperaturen paßt.
Ein trauriges Ereignis hatten wir gestern wieder zu verzeichnen. Hier fliegen wieder einige Vögel um uns herum und einige versuchten auf Gegenwind zu landen. Der eine oder andere hatte Erfolg und konnte sich damit eine Zeitlang auf Gegenwind erholen. Leider war einer dabei, der bei dem Landeversuch in den Windgenerator geraten war und blutend, mit gebrochenem Genick ins Cockpit gepurzelt ist. Er hat sein nasses Grab bekommen.

Viele Grüße aus der Arafurasee - dem Golf of Carpentaria, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien – Abenteuer Torresstraße

Auch die Fähre in der Torresstrasse ist irgendwie museumsreif
Auch die Fähre in der Torresstrasse ist irgendwie museumsreif

Datum: Samstag, 07. Dezember 2019 – 10:15 Uhr Queensland-Zeit
GPS-Position: S 11°08,735‘, E 140°02,767‘
Kurs: 250°, Geschwindigkeit 3,5-4kn, wir segeln: Genua III gesetzt. Die Torresstraße liegt in unserem Kielwasser und wir durchpflügen die Arafurasee um den Golf of Carpentaria zu queren. Unsere letzte Tagesfahrt führte von Mount Adolphus Island nach Horn Island 26 sm. Gestern haben wir Horn Island weiter Richtung Westen verlassen. Gesegelt seit Horn Island 127sm, noch zu segeln 216sm.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein, leicht bedeckt, bei 31,4°C im Schiff, Wassertemperatur 28,8°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, See kleiner 0,5m die Wellen sind wie auf der Ostsee.

Am Mittwoch, den 04.Dezember 2019 sind wir von Mount Adolphus Island zu unserer Vorerst letzten Tagesetappe aufgebrochen. Unser Ziel war die Insel Horn mitten in der Torresstaße, der mit Untiefen, heftigen Winden und reißenden Strömungen berüchtigten Meerenge zwischen Australien und Papua Neuguinea.
Wir motorten, denn der Wind war flau. Unseren Tiefenmesser beäugten wir skeptisch, denn seit unseren Ozeanpassagen mit über 1000m Wassertiefen ist uns alles unter 100m suspekt. Naja, damit hatten wir viel zu tun, denn die Wassertiefen erreichten in der Adolphus Passage und im Flinders Kanal, die uns zur Insel Horn führten keine 30m. Die Angaben in der Seekarte und dem Revierführer stimmten auch nur teilweise nach Bereinigung der Gezeitenstände mit der Realität überein. Die Strömung war entgegen unserer Befürchtung sehr moderat, nur 1-2kn Strom schoben uns. Nach unserer Berechnung wollten wir vor Horn Island bei Stillwasser Ankern und so war das Ankermanöver kurz vor
Hochwasser ziemlich entspannt (Hochwasser um 11:12Uhr/ 2,74m auf Position S10°35,681‘ E142°14,519‘ bei Wassertiefe 10,5m). Wir lagen eingekreist zwischen der Insel und Untiefen gemeinsam mit einigen Fischerbooten und ein paar Wracks.
Nach unserer Ankunft gönnten wir uns unser Mittagessen und dann machten wir unser Dingi fertig, das die letzten Monate im Vorschiff verstaut eine Ruhepause hatte.
Helge sollte an Land um Diesel und am besten auch Wasser aufzufüllen. Nur leider hatte unser Außenbordmotor keine Lust nach sooo langer Ruhephase wieder den Dienst aufzunehmen. So verbrachten wir den Rest des Tages mit Arbeiten an diesem hinterhältigen Arbeitsverweigerer.
Die Restarbeiten erfolgten dann am kommenden Morgen und so sprang Helge mit den ersten leeren Diesel- und Wasserkanistern ins Dingi und fuhr los zu Anleger.
Unser Dingi war das kleinste Bötchen, das dort lag. Sonst lagen am Anleger nur stabile Alu und Stahl Arbeitsboote, so daß Helge sich mit unserem kleinen Dingi ein wenig verloren vorkam. Ob das wohl an den Krokodilen liegt, vor denen alle paar Meter Warnschilder aufgestellt sind?
Der Hauptort auf Horn Island erinnerte Helge an den Film „Krokodile Dundee“ und dessen Heimatort. Die Menschen waren ebenso einsilbig, die Straßen Schotterpisten und die Tankstelle mit den Zapfsäulen gehörte eigentlich eher in ein Museum. Aber zumindest Diesel bekam Helge. Einen Wasserhahn für unsere kleinen Mengen Wasser konnte man allerdings nicht bieten. So machte Helge sich wieder auf den Rückweg. Leider hatte der Dingimotor keine Lust mehr seine Arbeit weiter zu verrichten und so blieb Helge nur das Paddeln übrig. Zum Glück paßte die Strömung gerade. Nach ein wenig rechnen beschlossen wir das die Dieselmenge jetzt bis zum nächsten Ziel reichen müßte und Trinkwasser wollten wir weiter strecken für die kommenden Tage – es gibt halt weiterhin keine Dusche.

Verhedderte Ankerkette

Verhedderte Ankerkette

Gestern sind wir dann aufgebrochen zu unserem nächsten Ziel – westwärts!
Das war nicht ganz einfach, denn Horn Island wollte uns nicht loslassen. Beim Einholen der Ankerkette hatte sie sich ordentlich verheddert. Mit einem heftigen Kraftakt zerrten wir das ganze verhedderte Bündel an die Oberfläche und machten uns ans Entknoten. Wir mußten unsere Kette von einem alten Anker sowie ein paar abgeschnittenen Kabeln und einen T-Shirt befreien. Dann aber ging es endlich los mit ansteigender Flut verließen wir Horn Island, warfen noch einen flüchtigen Blick auf das bekanntere Thursday Island und wurden dann zwischen den Untiefen mit bis zu 9kn Fahrt aus dem Inselgewirr hinausgeschoben in den Prince of Wales Kanal. Über die Gannet Passage verließen wir gestern um 12:40 Uhr die Torresstraße.
Die Winde waren schwach und so motorten wir weiter. In den Abendstunden konnten wir für eineinhalb Stunden Segel setzten aber der Wind hielt nicht lange durch und so motorten wir durch die Nacht. Heute Morgen reichte der Wind wieder und so segeln wir seit 07:50 Uhr unter Vorsegel gemütlich dahin. Die Wellen erinnern uns an die Ostsee nur die Temperatur hat damit wohl so gar nichts gemeinsam, denn wir schwitzen wie in der Sauna.

Viele Grüße aus der Arafurasee, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien - Von Portland Roads über die Shelburne Bay nach Mount Adolphus

Gewitterwolke über dem australischen Festland
Gewitterwolke über dem australischen Festland

Datum: Dienstag, 03. Dezember 2019 – 13:00 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 10°38,473‘, E 142°38,608‘, Wassertiefe 7,7m (am 02.12.2019, 17:30Uhr, beim Ankern)
Kurs: Torresstraße. Wir haben jetzt die nördlichsten Inseln und Kaps Australien erreicht und damit das Great Barrier Reef verlassen.
Tagesfahrten, Tagesdistanz von Portland Roads zur Shelburne Bay 60 sm, weiter nach Mount Adolphus Island 84 sm. Heute ist ein Pausentag angesagt.
Aktuelles Wetter: Sonnenschein, etwas diesig, bei 32,2°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort teilweise aus Südost sonst umlaufend, See am Ankerplatz ist wie ein Spiegel.

Lange Tagesetappen liegen hinter uns und so legen wir heute einen Ruhetag in der Blackwood Bay, vor der Insel Mount Adolphus ein. Wir schwitzten schon beim Öffnen der Augen um kurz nach 06:00 Uhr, denn die Nachttemperatur ist nicht unter 28°C gesunken, dazu kommt noch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, so daß sich alles klamm anfühlt.
Unsere Ankerbucht ist superschön mit kleinen Strandflecken, Mangroven und uns umgebenden Hügeln von bis zu 177m und ziemlich gut gegen die starken Gezeitenströmungen der Torresstraße geschützt.
Heute Morgen haben wir an unserem Ankerplatz sogar schon eine Meerjungfrau beim kurzen Luftholen gesehen! Naja, der Legende der alten Seefahrer nach, sieht so jedenfalls eine Meerjungfrau aus. Heute weiß die Wissenschaft es allerdings besser und das damals als Meerjungfrau bezeichnete Wesen ist eine Seekuh, die in flachen Buchten auf dem Meeresgrund am Grasen ist und gelegentlich auftaucht um Luft zu holen – sie sieht aber wirklich eher wie eine Meerjungfrau aus und ist auch genauso schüchtern, denn ihr Auftauchen ist so kurz, das nur der graue Rücken und die Schwanzflosse für einen kleinen Augenblick an der Wasseroberfläche erkennbar sind.
Mit dem Erreichen von Mount Adolphus Island haben wir das Schutzgebiet des Great Barrier Reefs hinter uns gelassen und sind jetzt in der Torresstraße, der Meerenge zwischen Australien und Papua Neuguinea.
Von hier aus wird unser Kurs wieder nach Westen führen. Durch das viele Motorbootfahren ist unser Dieselvorrat allerdings ziemlich zur Neige gegangen, so daß wir planen noch ein wenig in der Torresstraße zu bleiben und bei dem nächsten Stopp für Dieselnachschub zu sorgen. Die Torresstraße bietet die heftigsten Passatwinde weltweit, es sei denn man kommt zum Wechsel der tropischen Jahreszeiten hier an, so wie wir, dann stehen auch mal Flauten und unbeständige Winde auf dem Programm. Der winterliche Südostpassat, der hier in den Monaten Mai bis November normalerweise locker für Windstärken von 20-30 Knoten sorgt, ist jetzt dabei zusammenzubrechen und den unbeständigeren Sommerwinden aus Nordwest, sowie Regen und Gewittern Platz zu machen. Dieses Jahr ist der Saisonwechsel spät dran, aber das ist ja nur gut für uns.

Hübscher Leuchtturm auf Home Islands

Hübscher Leuchtturm auf Home Islands

Unsere Tagesetappen von Portland Raods in die Shelburne Bay und weiter hierher nach Mount Adolphus Island waren einfach nur lange, anstrengende Motorstrecken. Auf dem Weg in die Shelburne Bay legten wir sicherheitshalber sogar noch einen kleinen Umweg ein, denn unsere Seekarten und die Revierführer wiedersprachen sich bei der Durchfahrt durch die Home Islands bei der Paluma Passage bezüglich der Lage zweier kleiner Riffe, so daß wir den Weg außen um die Inselgruppe nahmen. Außerdem gefiel uns der eigentlich geplante Ankerplatz in der dahinter liegenden Margaret Bay nicht, denn die Tiefenangaben in der Seekarte, dem Revierführer und den Anzeigen auf unserem Tiefenmesser entsprechen nicht unserem Bild von der Bucht, so daß wir letztendlich in der sehr schaukligen Shelburne Bay landeten.
Wir waren allerdings zu müde um uns darüber ernsthaft Gedanken zu machen und so legten wir uns einfach in die Kojen und wurden erst durch den Wecker am „nächsten Morgen“ um 01:00 Uhr nachts geweckt. Der Wind war weg, die Wellen platt und so zogen wir kurz vor 02:00 Uhr müde den Anker hoch und nahmen in der stockfinsteren Nacht Kurs auf Mount Adolphus Island.

Viele Grüße von unserem ruhigen Ankerplatz vor Mount Adolphus Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien - Von Night Island nach Portland Roads

Portland Roads: Außenposten der Zivilisation
Portland Roads: Außenposten der Zivilisation

Datum: Freitag, 29. November 2019 – 15:30 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 12°35,633‘, E 143°24,449‘,Wassertiefe 6,4m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Segeln, Tagesdistanz 41 sm, weiter geht es wieder mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs, noch gute 130 sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, mit ein paar dunklen Wolken bei 31,7°C im Schiff, wir tragen Schuhe damit wir uns an Deck und im Cockpit die Füße nicht verbrennen, Wassertemperatur 28,2°C, Wind 4 Beaufort aus Südost, See kleiner als 0,5m aber ziemlich konfus.

Auf unserem Weg von Night Island zu unserem heutigen Ziel konnten wir wieder Segel setzten, so daß wir mit dem dritten Reff im Großsegel und unserem Vorsegel gute 4-6 Knoten Fahrt machten. Der Wind war auch an diesem Tag wieder ziemlich wechselhaft und die Wellen waren unangenehm ruppig und durcheinander. So kamen wir um kurz nach drei am Nachmittag an unserem Ankerplatz in Portland Roads an. Hier liegen wir tatsächlich mal vor ein paar Häusern, zusammen mit drei Fischerbooten. Portland Roads wird in den Revierführern als Außenposten der Zivilisation bezeichnet. Naja, auf den Häusern erkennen wir Satellitenschüsseln und irgendwo läuft ein Generator. Aber Internet finden wir hier nicht.
Nachtrag, Samstag, 30.11.2019: Wir sind noch in Portland Roads geblieben, heute beim Weckerklingeln hat es geregnet und wir waren einfach noch müde und erschöpft.
Die Nacht war trotz der paar Häuser stockfinster. Ein unheimlicher Lichtschein leuchtete zwischen den Bäumen auf, der immer wieder bis in den Himmel aufragte, seine Richtung ständig änderte und selbst die Sterne erblassen ließ. Vermutlich war es ein Auto, das sich die hierherführende Straße bergauf und bergab entlangschlängelte.

Viele Grüße von Portland Roads, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien - Von Howick Island mit Zwischenstopps nach Night Island

Stanley Island: Morgenwolken
Stanley Island: Morgenwolken

Datum: Donnerstag, 28. November 2019 – 11:30 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 13°10,879‘, E 143°34,342‘, Wassertiefe 12,2m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland. Tagesfahrten, Tagesdistanz von Howick Island nach Stanley Island/ Flinders Group 54 sm, weiter nach Morris Island 57 sm, weitere 21 sm nach Night Island, wir wollen unseren Weg mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs fortsetzten, noch gute 167 sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 31,2°C im Schiff, Wassertemperatur 28,4°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See kleiner als 0,5m.

Erschöpfung macht sich bei uns breit! Die langen Tagesetappen bei prallem Sonnenschein sind echt anstrengend. Und die australische Sonne muß noch intensiver sein als die Sonne auf unseren bisherigen Wegen, denn trotz üblicher Sonnencrem mit Schutzfaktor 50, Sonnenhut, T-Shirt und dem Versuch möglichst im Schatten zu sein, stellt sich doch jeden Tag wieder ein kleiner Sonnenbrand in Form geröteter Haut ein. Die vergangenen Tage sind wir lange unterwegs gewesen. Morgens um 04:30 Uhr beginnt zurzeit unser Tag mit dem verschlafenen Aufstehen im Dunkeln, dann gibt es nach der Morgentoilette ein Frühstück und anschließend wird Gegenwind mit dem üblichen Motorcheck geweckt. Kurz vor der Abfahrt wird das Logbuch geschrieben und dann hieven wir den Anker zwischen 06:00 und 07:00 Uhr an Deck. Unsere Fahrten nach Stanley Island und nach Morris Island motorten wir bei fehlendem Wind, während wir heute nach Night Island mal wieder ein Stück segeln konnten. Ganz sicher sind wir
uns aber nicht, was uns denn lieber ist, Segeln oder Motorbootfahren. Segeln ist eigentlich schöner und Diesel sparender aber dabei sitzen wir die ganze Zeit in der prallen Sonne und müssen Gegenwind bei den wechselnden Winden von Hand steuern, denn für die Windfahnensteuerung ist die Route zu eng abgesteckt und für Gustav, unseren elektrischen Autopiloten sind die Segelreaktionen zu ruppig. Beim Motorbootfahren können wir uns wenigstens die meiste Zeit im Schatten verstecken.

Morris Island: Abenddämmerung am Ankerplatz

Morris Island: Abenddämmerung am Ankerplatz

Aber neben diesen kleinen Unstimmigkeiten fahren wir durch eine super herrliche Landschaft. Die Berge des australischen Festlandes werden durch Morgenwolken in faszinierende Schattenspiele verwickelt, unsere Ankerplätze bieten jeden Abend und Morgen ein anderes Bild. Einmal ist es eine Felseninsel wie Howick oder Stanley Island, dann ankern wir hinter einer Palmeninsel, die umgeben ist von einem weitläufigen Riff wie Morris Island und auf deren Strand eigenartige Spuren zu entdecken sind, die durchaus von einem Krokodil stammen könnten.

Night Island: Gesäumt von Mangroven

Night Island: Gesäumt von Mangroven

Und dann verbringen wir die nächste Nacht hinter einer Insel, die von einem Mangrovenwald umgeben ist wie Night Island. Die Inseln sind unbewohnt und so ist es des Nachts stockfinster, nur die Vögel sind unüberhörbar am Schreien und Quieken. Wir befinden uns hier im Krokodilland und so verzichten wir auf einen Sprung ins verlockende Wasser, denn gerade auf den unbewohnten Inseln können sich diese Reptilien niederlassen. Wir sind echt gespannt, ob wir so ein Krokodil an einem unserer Ankerplätze in der freien Wildbahn noch zu sehen bekommen.

Viele Grüße von Night Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien- Von Lizard Island nach Howick Island

Seglerabend auf Lizard Island mit Blick auf die Schiffe
Seglerabend auf Lizard Island mit Blick auf die Schiffe

Datum: Montag, 25. November 2019 – 13:00 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 14°29,723‘, E 144°57,572‘,Wassertiefe 10,1m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Motor, Tagesdistanz 31 sm, weiter geht es wieder mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs, noch gute 280 sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 32,4°C im Schiff, an Deck und im Cockpit verbrennen wir uns ohne Schuhe wieder fast die Füße, Wassertemperatur 27,2°C, Wind 2 Beaufort aus Südost, See kleiner als 0,5m.

Wir hatten uns nach den harten Tagesetappen das Wochenende auf Lizard Island ein wenig Ruhe gegönnt: Lesen, etwas länger schlafen, ein paar Näharbeiten und nicht zu vergessen ein Klönschnack unter Seglern. Am Samstag kamen unsere Nachbarn vorbei und nahmen uns mit an den Strand zum allabendlichen Sun-Downer. Wir haben unser Schlauchboot für die Segelstrecken gut im Vorschiff verstaut, so daß wir es nicht mal eben am Ankerplatz auspacken, denn wir wollen uns nicht noch länger der prallen, anstrengenden Sonne aussetzten, so waren wir dankbar für die Freifahrt.
Heute ist Montag und so beginnt auch bei uns eine neue Arbeitswoche.

Nächster Stopp Howick Island

Nächster Stopp Howick Island

Der Wind war leider wieder zu einer leichten Brise abgeflaut und so motorten wir zu unserem nächsten Übernachtstopp vor der Insel Howick, die wir gegen Mittag erreichten. Vor unserem Bug liegt ein Riff mit grünen Mangrovenwäldern, ein idealer Platz für Salzwasserkrokodile, während die Hügel der Insel trocken, braun aussehen. Bisher haben wir allerdings noch keines der gut getarnten, mächtigen Reptilien entdecken können.

Viele Grüße von Howick Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien - Von Hope Island über Cape Flattery nach Lizard Island

Sanddünen um Cape Flattery
Sanddünen um Cape Flattery

Datum: Freitag, 22. November 2019 – 11:00 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 14°39,673‘, E 145°27,082‘,Wassertiefe 4,5m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrten unter Segeln, Tagesdistanz von Hope Island nach Cape Flattery 55 sm, weitere 20 sm nach Lizard Island, nun wird erst einmal wieder eine kurze Verschnaufpause folgen bevor wir unseren Weg mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs fortsetzten wollen, noch gute 310 sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: wieder strahlender Sonnenschein, bei 29,9°C im Schiff, an Deck und im Cockpit verbrennen wir uns natürlich ohne Schuhe wieder fast die Füße, Wassertemperatur 26,3°C, Wind 4-5 Beaufort aus Südost, See kleiner als 0,5m.

Am Donnerstag, den 21.November 2019 brachen wir morgens um kurz vor 07:00Uhr von Hop Island auf und starteten unsere erste Tagestour unter Segeln! Heute wehte genug Wind um uns unter Segeln schnell genug für die Etappe voranzutreiben. Es ging vorbei an Cooktown, so daß wir auf dem Weg, in Höhe Cooktown, ein paar eMails abschicken konnten und den neuesten Wetterbericht laden konnten, denn die Internetverfügbarkeit wird immer dünner je weiter wir nach Norden kommen. In Cooktown stieg gerade als wir vorbeisegelten eine riesige Qualmwolke auf – das muß ein großes Feuer gewesen sein.
Gegen frühen Nachmittag wollten wir eigentlich hinter Cape Bedford vor Anker gehen, aber die geringen Wassertiefen auf unserem Tiefenmesser und die eingehenden Wellen ließen uns an dem Ankerplatz zweifeln – der ist wohl mehr für Motorboote gedacht. Aber wir hatten Glück, daß der nächste mögliche Ankerplatz sich in nur fünfzehn Seemeilen Entfernung befinden sollte. So segelten wir mit Rauschefahrt nach Cape Flattery, um hinter dem Cape auf 9,2m Wassertiefe einen etwas schaukeligen Übernachtungsplatz zu finden (Position: S 14°56,731‘ E 145°20,116‘). Die Landzunge um Cape Flattery ist übrigens von dem Nationalpark „Great Barrier Reef“ ausgegrenzt, denn hier werden Bodenschätze abgebaut und auf Riesenfrachter verladen. Nichtsdestotrotz ist die Landschaft herrlich anzusehen, denn der Blick geht auf weitläufige, weiße Dünenlandschaften.
Wir waren ziemlich erschossen von dem Segelstück, denn das Segeln bei dem unsteten Wind bedeutete, daß wir von Hand steuern mußten und uns so nicht unter dem schattenspendenden Spayhood verstecken konnten, sondern voll der Sonne ausgesetzt waren. Damit war der Abend kurz, denn wir fielen nach einem kleinen Happen zu Essen direkt in die Kojen.
Am folgenden Morgen brachen wir gegen 07:00 Uhr unter Segeln auf zum nächsten Punkt – Lizard Island. Wir teilen uns das Fahrwasser mit der Berufsschifffahrt, die in diesem Gebiet aber sehr aufmerksam ist. Wir wurden von einem Frachter über UKW-Funk angesprochen um zu klären wer von uns denn welchen Kurs einschlägt. Eigentlich wäre der Riesenfrachter ja ausweichpflichtig gewesen, da wir heute wieder unter Segeln unterwegs waren, aber das war uns zu stressig und so ließen wir ihn passieren und fuhren hinter ihm durch.

Lizard Island: Die Mrs Watson Bay

Lizard Island: Die Mrs Watson Bay

Die Distanz nach Lizard Island beträgt ja nur 20 sm und so erreichten wir den Ankerplatz in der Mrs. Watson Bay schon kurz vor 11:00Uhr, also vor der super fiese brennenden Mittagssonne. Lizard Island ist eines der Highlights für die segelnden und motorbootfahrenden Australier der Ostküste und so tummelten sich in der Ankerbucht zwei Superyachten, fünfzehn Segelschiffe und vier Motorboote. Die Bucht ist tatsächlich superschön und das Wasser ist glasklar – wir haben allerdings niemanden zum Schwimmen oder Baden im Wasser gesehen. Ob das wohl an dem Hai liegt, der hier seine Runden zieht und auch uns schon neugierig begrüßt hat? Nur zwei Taucher waren in Neopren verpackt im Riff gleich neben unserem Ankerplatz unterwegs.

Viele Grüße von Lizard Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien- Von Low Island nach Hope Island

Fische zur Morgenbegrüssung
Fische zur Morgenbegrüssung

Datum: Mittwoch, 20. November 2019 – 17:00 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 15°43,730‘, E 145°27,325‘,Wassertiefe 9,2m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Motor, Tagesdistanz 42 sm, weiter geht es wieder mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs, noch gute 370 sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 32,5°C im Schiff, an Deck und im Cockpit verbrennen wir uns ohne Schuhe wieder fast die Füße, Wassertemperatur 27,2°C, Wind 2 Beaufort aus Südost, See kleiner als 0,5m.

Unser erster Blick ins Wasser heute Morgen brachte uns die Begrüßung von ein paar Fischen unterschiedlicher Gattungen in unserem Außenbords-Aquarium ein!
Und auch heute motorten wir wieder weiter nach Norden. Um 06:45Uhr starteten wir und gegen 14:25Uhr konnten wir an einer öffentlichen Mooringboje festmachen. Hope Island, so heißt die winzige Insel vor der jetzt wir liegen, bekam ihren Namen 1770 von Kapitän James Cook, der ein Leck in seinem Schiff, der Endeavour hatte und „hoffte“ diese Insel noch zu erreichen. Den Namen „Hope (Hoffnung)“ hat die Insel bis heute behalten.
Nach unserer Ankunft bekamen wir Besuch von unserm Nachbarschiff, einem Schiff der Marine Park Behörde. Die Ranger fragten uns ob wir die Regeln kennen, ob wir die Pläne für die verschiedenen Park-Zonen haben und ob wir fischen. Nachdem wir die Fragen zufriedenstellend beantwortet hatten, wünschten sie uns noch eine schöne Zeit und eine sichere Weiterfahrt: Wir haben Literatur über die verschiedenen Parkzonen dabei, die kann man aus dem Internet aus den Behördenseiten herunterladen. Außerdem wußten wir, daß man an den öffentlichen Mooringboje nur 24 Stunden festmachen darf und das wir normalerweise nicht fischen, schien sie zu erfreuen, denn damit brauchten wir keine Fragen zu den verschiedenen Angelregeln beantworten.

Viele Grüße von Hope Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien: Von Cairns nach Low Island

Mangroveninsel als Schutz gegen Wind und Wellen
Mangroveninsel als Schutz gegen Wind und Wellen

Datum: Dienstag, 19. November 2019 – 16:00 Uhr Ortszeit
GPS-Position: S 16°22,901‘, E 145°33,827‘,Wassertiefe 6,5m
Kurs: Nord, entlang der Australischen Küste von Queensland.
Tagesfahrt unter Motor, Tagesdistanz 38 sm, weiter geht es wieder mit Tagesetappen innerhalb des Great Barrier Reefs, noch gute 400sm nach Norden.
Aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein, bei 32,2°C im Schiff, an Deck und im Cockpit verbrennen wir uns ohne Schuhe mal wieder fast die Füße, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2 Beaufort aus Nordost über Ost bis Südost drehend, See kleiner als 0,5m.

Heute sind wir wieder in See gestochen. Auf zur Low Island unter Motor. Wir hatten gehofft, daß wir langsam wieder Segelwind bekommen, aber dafür sind wir wohl schon sehr spät dran in der Saison. Das ist aber immer noch besser als zu viel Wind mit einem ständigen Kampf. Dafür wird es inzwischen gefühlt immer wärmer.
Heute hat Gustav, unser elektrischer Autopilot (Modell: Tillermaster aus dem Jahr 1973) sich über die Temperatur massiv beschwert. Normalerweise gibt er sich ja mit nassen, kühlenden Umschlägen zufrieden um seinen Dienst zu verrichten und Gegenwind auf Kurs zu halten aber heute mußten wir ihm zusätzlich eine schattenspendende Plane aufspannen.

Die Low Island erreichten wir um kurz nach 14:00Uhr. Die Insel bietet uns ein bildschönes Panorama mit einer Strandinsel inclusive Leuchtturm und Sonnenschirmen für die Touristen auf der einen Seite und auf der anderen Seite als Schutz gegen Wind und Wellen, eine Mangroveninsel. Die anlaufenden Wellen durchspülen den Mangrovenwald, der mitten im Wasser zu stehen scheint, um dann einfach zu verschwinden.
Bei unserem Anlaufmanöver an eine der öffentlichen Mooringbojen wurden wir auch gleich ganz aufgeregt begrüßt. Ein kleiner Hai schwamm mehrere Kreise um uns herum und schaute sich seine neuen Gäste sehr neugierig an, während ein Vogel unser Mooringboje als Sitzplatz einnahm.

Unser Highlight war heute allerdings ein UKW-Funkgespräch, denn als wir aus Cairns ausliefen sahen wir auf unserem AIS (ein Gerät mit wir andere in der Umgebung befindliche Schiffe identifizieren können und auch von anderen Schiffen erkannt werden) ein Signal von einem uns seit drei Jahren bekannten australischen Schiff, das nach Cairns einlaufen wollte. Wir hatten uns das erste Mal vor der Karibikinsel Providencia getroffen und anschließend eine Zeitlang in Panama, Bocas del Torro die Ankerplätze miteinander geteilt und dabei eine gesellige Zeit miteinander verbracht, bevor sich unsere Routen trennten. Wir wußten schon, das sie jetzt in der Nähe waren und hatten auf ein Wiedersehen gehofft aber das Wetter bietet halt jetzt gute Chancen weiterzukommen und das müssen sie genauso wie wir nutzen. Aber wer weiß wo und wie sich unsere Wege wieder kreuzen? Bisher waren unsere Versuche einander zu treffen immer wieder gescheitert: das erste Mal in Französisch Polynesien, dann in Fidschi sowie in Neukaledonien und nun auch hier in ihrer Heimat, in Australien. Auch das hat wieder nicht geklappt, wenn auch nur um ein paar Stunden. Das Wetter gibt auf dem Wasser halt den Takt an und das ziemlich rücksichtslos!

Viele Grüße von Low Island, Australien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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