Logbuch


Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Partytime

Festgelände vor unserer Nase

Festgelände vor unserer Nase

Manchmal ist hier in Timor-Leste auch richtig was los!

Der Weltfriedenstag wurde gefeiert. Dazu war die Hauptstraße an der Wasserfront für Spielmannsumzüge gesperrt und auf dem Gelände der Policia Maritima, direkt vor unserer Nase waren Stände und eine Bühne aufgebaut. Da war was los!

Eine Woche lang fand das Dili International Filmfestival hier statt. Am Mittwoch den 7.Oktober 2020 gab es dazu den Deutschen Abend direkt am Strand. Dabei haben wir die Gelegenheit weitere Deutsche, die uns hier noch nirgendwo über den Weg gelaufen sind, kennenzulernen. Außerdem gab es ein leckeres deutsches Abendessen, wir hatten Gulasch und Nudeln und einen noch leckereren von der Organisatorin selbstgemachten Apfelstrudel als Nachtisch. Anschließend gab es eine Videobotschaft vom Deutschen Botschafter für Indonesien und Timor-Leste. Er konnte aufgrund der Corona-Einschränkungen im Flugverkehr nicht Vorort sein. Und dann folgte der deutsche Film: „Kirschblüten und Dämonen“ in deutscher Sprache mit englischen Untertiteln. Der Film ist echt typisch deutsche, schwere Kost. Die Leinwand hatte eine superklasse Position, direkt im Meer mit dem Sonnenuntergang als Hintergrund.    

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Trinkwasser ein Luxusgut? Teil 2

Brauchwasserflasche, Margarinetopf mit Waschlappen und Handdesinfektion

Brauchwasserflasche, Margarinetopf mit Waschlappen und Handdesinfektion

„2,2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. … Dabei sind mehr als zwei Drittel der Erde von Wasser bedeckt, allerdings sind nur 0,3 Prozent davon trinkbar. Und dieses Trinkwasser ist zudem sehr ungleich verteilt.“ (Quelle: Unicef, Weltwassertag 2020)

Was bedeutet die Trinkwassersituation jetzt hier aber für uns?

Wir haben unseren Wasserverbrauch ständig im Blick und sind gefühlt immerzu am Laufen um Wasser zu beschaffen. Dazu paddeln wir hier ca. 150m in unserem Dingi, ausgerüstet mit einem dieser 19l Kanister und einigen 5l Flaschen an Land, dann laufen wir einen guten Kilometer mit dem leeren 19l Kanister sowie den Flaschen in unseren Rucksäcken zu unserem Trinkwasser-Supermarkt. Dort kaufen wir einen 19l Kanister, füllen zwei 5l Flaschen davon ab, verstauen die wieder in unseren Rucksäcken, so daß jeder von uns ca. 10 Liter auf dem Rücken zurück zum Dingi schleppt. Je nach Wind, Wellen und Notwendigkeit schnappen wir uns dann noch ein paar weitere 5 l Kanister um den Gang zu wiederholen und die Kanister in unserem Dingi zwischenzulagern oder uns reicht ein Gang, den wir zu Gegenwind paddeln und an Bord wuchten. Die Herausforderung für das Stückchen mit dem Dingi sind Wind und Wellen. Weht der Wind zu heftig können wir den Rückweg zu Gegenwind vergessen, denn gegen zu viel Wind können wir nicht anpaddeln, so daß wir bis in die Abendstunden warten müssen. Sind die Wellen zu hoch, brechen sie am Strand, an dem wir mit unserem Dingi ins Wasser müssen, so daß wir erst recht mit der schweren Wasserlast nicht durch die Brandung kommen, auch dann müssen wir warten, auf den richtigen Gezeitenstand. Wenn Gegenwind dann noch im Schwell wie verrückt tanzt, wird auch das an Bord hieven der Wasserkanister aus dem ebenfalls tanzenden Dingi zu einem Balanceakt zwischen Festhalten und Rucksäcke an Bord wuchten. Bisher haben wir hier auf diese Art inzwischen 108x19l= 2052 Liter Trinkwasser also gut zwei Tonnen auf unseren Schultern und per Schlauchboot an Bord geschleppt (Zeitraum 27.12.2019 bis 05.10.2020). Den größten Teil des Trinkwassers verbrauchen wir auch tatsächlich zum Trinken, pro Tag ca. 5-7Liter je nach Temperatur. Der Rest verteilt sich aufs Kochen und Zähneputzen.

Neben dem Trinkwasser haben wir noch eine zweite Wassersorte an Bord. Unser Brauchwasser besorgen wir an einem der frei zuganglichen Wasserhähne in eineinhalb Liter Flaschen, die wir bei unseren Landausflügen füllen und somit keine Extrawege auf uns nehmen. Zu der Menge haben wir keine detaillierten Aufzeichnungen.
Eine eineinhalb Liter Brauchwasserflasche reicht meist zwei Tage für Abwasch sowie Körperreinigung mit Waschlappen für uns beide. Das sind sechs Margarinetöpfchen mit je 250ml Brauchwasser. Wobei in der Regel pro Tag ein Margarinetöpfchen für den Abwasch zur Verfügung steht und jeder von uns dann pro Tag ein Margarinetöpfchen für sich nutzen kann.

Zum Jahresbeginn gab es hier saisonbedingt immer mal einen Schauer, so daß wir uns prima zum Duschen in eine echte Regendusche an Deck stellen konnten und das kühle Naß genießen durften. Da es seit Monaten aber nun schon knochentrocken ist, bleibt der Margarinetopf mit Waschlappen unsere abendliche Erfrischung. Für Gegenwind bleibt da nix übrig, sie liegt inzwischen unter einer klebrigen Ruß- und Staubschicht, denn das ölige Hafenwasser wollen wir ihr nicht antun, genauso wie wir hier nicht ins Wasser springen, denn die Abwasser der Stadt und aus dem Gewerbehafenbetrieb werden hier irgendwie eingeleitet.
Über unsere Toilettenspülung müssen wir uns zum Glück keine Gedanken machen, denn da können wir das Seewasser nutzen.

Bei Gegenwinds Innereinigung verzichten wir nahezu komplett auf Wasser und verwenden stattdessen Essig, so bekommen wir auch gar nicht erst Probleme mit Schimmel oder Spark.

Weitere Wassersparmaßnahmen haben wir für die Händehygiene etabliert, denn da verwenden wir Händedesinfektionsmittel und auch beim Rasieren wird Wasser gespart, mit Hilfe eines elektrischen Trockenrasierers.

Bei dem Wort Dusche fangen unsere Träume an in schillerndsten Farben von den verschiedensten Möglichkeiten und Varianten zu kreisen! Zum Glück kennen wir hier inzwischen auch einige supernette Leute die unsere Träume von Zeit zu Zeit erfüllen und uns damit einen echten Luxustag bescheren! 

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Trinkwasser ein Luxusgut? Teil 1

Trinkwasserversorgung

Trinkwasserversorgung

Seit ca. neun Monaten halten wir uns nun in Dili, Timor-Leste auf.
Ein wesentlicher Punkt unseres täglichen Lebens hier besteht aus der Trinkwasserbeschaffung, denn seit erreichen Französisch Polynesiens ist unser Wassermacher in den Streik gegangen und produziert nur noch Salzwasser. Bei der Beschaffung von Ersatzteilen streiken wir aufgrund des hundsmiserablen Service des Herstellers.

So hatten wir viele Reiseziele so ausgesucht, daß wir unsere Wasserversorgung vor Ort gewährleisten konnten oder nur kurzzeitig geblieben sind. Beschreibungen von Seglern, die ihre Tanks immer wieder ausreichend mit Regenwasser füllen konnten, können wir nicht bestätigen. Ja, abhängig von den Jahreszeiten und Orten kamen auch wir mal in den Genuß Regenwasser tankfüllend nutzen zu können aber das waren bisher die Ausnahmen: Wie in Bocas del Torro, Panama, dort füllten wir während der Hurrikan Zeit unsere Trinkwasservorräte immer wieder mit Regenwasser auf. Beim Vorbeizug von Hurrikan Otto konnten wir innerhalb weniger Stunden den Tank von 250l komplett füllen. Außerdem konnten wir während der Zyklon Zeit auf den Marquesas, Französisch Polynesien und in Savusavu, Fidschi ein paar Mal Regenwasser sammeln. Das war es dann aber auch schon. Hätten wir uns darauf verlassen, gerade während der Wintermonate, wäre unser Tank trocken geblieben.

Unsere Trinkwasserbeschaffung hier in Dili, Timor-Leste ist schon ziemlich anspruchsvoll. Als wir Ende Dezember 2019 hier ankamen, bekamen wir immer mal wieder einen Regenschauer ab, bei dem wir auch etwas Regenwasser sammeln konnten. Das Wasser eignete sich aber nicht zum Trinken, denn bedingt durch die Luftverschmutzung war zu viel Dreck in dem Wasser aber immerhin konnten wir es zum Waschen, Abwaschen oder zum Putzen verwenden. Seit März allerdings ist hier kein Tropfen mehr gefallen. Die Landschaft ist inzwischen auch ziemlich braun und staubtrocken geworden. So schleppen wir jeden Tropfen Wasser an Bord.

Die Wasserversorgung hier in Dili befindet sich in der Entwicklung. Es gibt vielfach ein Wassernetz, das aber üblicherweise kein Trinkwasser, sondern lediglich Brauchwasser liefert. Es ist auch bei weitem nicht jeder an dieses Netzt angeschlossen. Öffentliche Wasserhähne für einen Zugang zu diesem Wassernetzt sind selten in der Stadt, wir haben drei richtige Wasserhähne in unserer näheren Umgebung in je ca. 1km Entfernung gefunden. Außerdem sehen wir immer wieder angezapfte Leitungen an denen sich Menschen ihr Wasser in Kanister für zu Hause abfüllen und teilweise mit vollgeladenen Pickup-Ladeflächen wieder ab düsen. Außerdem werden diese Zapfstellen auch zum Wäsche waschen oder für die eigene Körperhygiene und zum Zähneputzen verwendet. Die kleineren Kinder werden meist nackt gewaschen, wobei die Kleidung gleich mit gespült wird, während die Erwachsenen sich dort voll angekleidet abspülen und schrubben. Einige Haushalte haben für die Wasserversorgung große Kunststofftanks neben ihre Häuser gestellt, die dann von Tankwagen gefüllt werden.

Für Trinkwasser gibt es hier ein Trinkwasser Kanister-System, bei dem man 19l Kanister kauft und diese im Kreislauf leer abgibt, um volle mit nach Hause zu nehmen. Ein Kanister kostet knapp 10USD während eine Füllung bei ca. 1USD liegt. Die Preise liegen ja nach Betreiber des Systems um plus minus 0,10USD. Es können sich aber nicht alle hier dieses saubere und teure Trinkwasser leisten, so daß wir auf der Straße auch schon mal, gerade von Kindern, auf unsere Trinkwasserfaschen angesprochen werden.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Seglers Freiheit mal anders

Die Corona-Zeit wird langsam anstrengend, denn wir stecken nun schon seit gut acht Monaten auf unserem „etwas unkomfortablen“ Ankerplatz in Dili, Timor-Leste fest.
So besteht unser Alltag hauptsächlich aus warten, informieren, grübeln und nichts ist wirklich planbar – so hatten wir uns dieses Jahr echt nicht vorgestellt! Und es ziehen weitere, düstere Wolken heran!

Es ist ja nicht so, das wir gar nichts zu tun haben aber es bleibt im wesentlichen beim Festsitzen und Warten, Ideen sammeln und verwerfen sowie aktuelle Infos verfolgen und nebenbei Gegenwind und uns am Leben erhalten.

Außerdem läßt der Südwinter so langsam erkennen, daß er zu Ende gehen möchte und das bedeutet natürlich auch einen Wetterwechsel. Die Winde die jetzt noch günstig für unsere Weiterreise wehen, werden nicht ewig durchhalten – genaugenommen müssen wir bis Ende September aufbrechen wenn wir dieses Jahr noch weiter wollen – und da sind die düsteren Wolken! 
So haben wir inzwischen Kontakt mit den Malaysischen und Thailändischen Behörden aufgenommen und inzwischen auch Antworten erhalten:

  • Thailand hat uns bisher eine Absage für eine Einreise auf unbestimmte Zeit erteilt.
    In den Gerüchten heißt es, die gilt bis zur Implementierung einer Impfung, wobei in Phuket aber über die Öffnung einiger gezielter all-inclusive Luxushotelresorts nachgedacht werden soll.
  • Malaysia prüft unsere Anfrage immer noch aber wenn das doch noch etwas werden soll, dann nur mit einer Sonderausnahmegenehmigung, denn Touristeneinreisen bleiben vorerst bis Ende Dezember untersagt. Wir wurden in der Botschaft auch schon gefragt ob wir nicht einen Plan B hätten… . - Die sind echt lustig!
  • Auch Indonesien haben wir inzwischen ein weiteres Mal auf den Prüfstein gelegt und dort stehen nach unseren Informationen zwei Marinas offen aber die bieten nur ein 30Tage-Visum, das nicht verlängert werden kann – wohin sollten wir denn danach? – uns DREI in Luft auflösen? Das kommt also nicht in Frage.  
  • Australien hält die Grenzen für Einreisende weiter strikt geschlossen. Und Australier dürfen ihr Land nur mit Sondergenehmigung verlassen – also ist Australien wieder zu einer „Gefängnisinsel“ geworden. So fing doch die australische Geschichte mal an?!
  • Richtung Südafrika haben wir für uns bisher ausgeschlossen, denn wir wollten vor dem nächsten großen Ozeantrip noch einmal schnell in die Werft und das Unterwasserschiff bearbeiten sowie ein paar Seekarten und ein neues Großsegel in Malaysia oder Thailand an Bord holen.

So gehen uns gerade die Segel- Optionen aus, denn einfach so losfahren mit der Hoffnung, das muß schon gehen – ist nicht so unser Ding, denn da steht die konkrete behördliche Drohung im Raum, daß wir nur für ein paar Stunden zum Übernehmen von Diesel und Wasser anhalten dürfen und dann weitergeschickt werden.
So bleibt uns wohl nur die Gastfreundschaft der Timoresen weiter in Anspruch zu nehmen, die uns hier bisher freundlich und hilfsbereit verweilen lassen!

So ist die Freiheit der Meere zurzeit wohl dahin!
Oder wie ein anderer festsitzender Segler sich gerade schon fragt: „Are we sailing the „square riggers“ of the future?“

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Alltagsgeschichten

Kurz vor Niedrigwasser laufen die Wellen gegen unser schützendes Riff

Kurz vor Niedrigwasser laufen die Wellen gegen unser schützendes Riff

Die Menschen hier in Timor-Leste sind echt nett und kontaktfreudig, so daß unser Freundes und Bekanntenkreis wächst und gedeiht!

Zurzeit sitzen wir allerdings mal wieder auf Gegenwind fest und können leider niemanden davon treffen. Seit einer guten Woche lassen uns Wind und Wellen nicht mehr von Bord. Mit Windstärke sechs pustet der Wind von See kommend aus östlichen Richtungen teils unberechenbar über den Ankerplatz, dazu kommen noch die Wellen, die bei Hochwasser heftig über das Riff schwappen und dabei teilweise eine Wellenhöhe von einem halben Meter erreichen, so daß wir wie Milchshakes durchgeschüttelt werden. Das Leben an Bord ist so echt beschwerlich, heftiger als beim Segeln, denn da wird Gegenwind ja noch vom Segel gestützt. So müssen wir uns jetzt beim Bewegen an Bord abstützen und festhalten um nicht ebenfalls herum zu purzeln. Ein paar blaue Flecken haben wir uns auch schon zugezogen und unsere Füße sind echt in Gefahr, wenn wir zu dicht beieinander stehen, denn da treten wir uns schon brutal auf die Zehen beim Gleichgewicht halten oder stolpern. Selbst das Sitzen geht nicht ohne sich einzuklemmen oder abzustützen. Die Computerarbeit wird dabei zum Kampf um weder den Laptop vom Tisch fliegen zu lassen oder selber die Balance zu verlieren. Und wer jetzt an eine ruhige Nachtruhe glaubt, der irrt sich gewaltig. Wir wachen häufig auf, weil einer sich gerade mal wieder die Schulter verdreht hat und stöhnt oder der andere über einen schmerzenden Nacken klagt. Nicht zu vergessen sind natürlich die Moskitos, die zum Nachtleben dazugehören und zusätzlich ihr Plagewerk verrichten. Bei dem schaukeln haben wir auch schon einige T-Shirts im Liegen durchgescheuert.

Aber trotz des Schaukelns beschäftigen wir uns tagsüber mit Näh- und Flickarbeiten, denn unser Schlauchboot braucht ein neues Mäntelchen als Sonnenschutz, da das alte durch Sonne und Seewasser inzwischen in seine Bestandteile zerfallen ist, außerdem kreiert Asha gerade neue Handytaschen mit Stoff- und Polstereinlage sowie wasserfestem PVC-Mantel, zusätzlich nehmen wir Schuhreparaturen vor und versehen die verschiedensten Kleidungsstücke mit Flicken um nicht irgendwelche „Einmalkleidung“ kaufen zu müssen – das alles natürlich von Hand, denn wir haben ja keine Nähmaschine an Bord.

Unsere Akrobatik beim Kochen dürfen wir selbstverständlich auch nicht verschweigen, denn da landet schon mal ein Ei, das eigentlich in einem tiefen Teller zum Braten vorbereitet werden soll auf dem Herd oder dem Fußboden und nicht in der Pfanne während einer von uns vor der Pantry sein ungewolltes Schaukel-Tänzchen aufführt und dabei versucht die Zutaten sowie die Kochutensilien akkurat zu jonglieren – vielleicht müssen wir ja auch nur noch etwas mehr üben.
Laut Wetterbericht werden wir wohl noch eine weitere Woche durchhalten müssen. Dann hoffen wir auf etwas Besserung.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Und täglich grüßt das Murmeltier

Fischerboot am Strand

Fischerboot am Strand

Uppsss – und schon wieder ist mehr als ein Monat vorbei. Wo bleibt nur die Zeit?
Aber vielleicht rauscht die Zeit ja einfach so weiter, weil die Tage in Ungewißheit in einer relativen Routine halt so vergehen?!

Die vergangenen Wochen waren für uns nur gefüllt mit unserem üblichen Alltag: Alle paar Tage Trinkwasser und frische Lebensmittel besorgen, mit unserer stetig wachsenden Freundesgemeinde kommunizieren, denn wir werden fast überall auf den Straßen wiedererkannt, die letzten uns unbekannten Straßen oder Wohngebiete in Dili zu Fuß erkunden, unsere „Lieblingslokale“ ab und an mal aufsuchen und nicht zu vergessen immer wieder tageweise an Bord bleiben, da Wind und Wellen uns auf Gegenwind fesseln. Inzwischen hatten wir auch ein zweites Mal einen Taucher für Gegenwinds Ankerkette, da die sich wieder einmal mit irgendwelchem Kram am Grund vertüddelt hatte. Diesmal kam ein anderes Tauchergespann, da die Taucher, die wir beim ersten Mal hatten ihren Preis um einhundert Prozent erhöht hatten.

Eine Neuerung allerdings gibt es, denn seit ein paar Tagen haben wir Visa-Stempel in unseren Pässen. Mit dem Ende des ersten „state of Emergency“ (Notstands) ende Juni mußten wir uns um unsere Aufenthaltsverlängerung kümmern. Letzte Woche bekamen wir unsere Pässe dann mit dem Visumstempel zurück. Unser Ansprechpartner bei der Immigrationsbehörde kümmert sich prima um uns. Aber der Berg, der auf einen Schlag angefallenen Visumanträge war doch ziemlich hoch für die Beamten, so daß das ganze Verfahren mit den Corona-Unsicherheiten sich doch ordentlich hingezogen hatte. Bei der Immigrationsbehörde kennt man uns inzwischen schon und so freuen wir uns auch gerne mal auf einen Klönschnack mit den Beamten und wenn gerade ein paar Erdnüsse herumgereicht werden, dürfen wir auch zulangen.
Die Visa laufen aber auch in einigen Tagen schon wieder ab – ein Monat ist halt keine Ewigkeit, so daß wir die Prozedur dann wieder von neuem starten müssen – vielleicht!
Hier in Timor-Leste wurde ein neuer „state of emergency“ gestartet, der nun erst einmal bis zum 4. September 2020 gelten soll, so daß wir mal gespannt sind, welchen vielleicht aufschiebenden Einfluß das wieder auf unsere Visa haben wird.

Der neue „state of emergency“ soll Timor-Leste vor dem Einschleppen des Corona-Virus schützen, so daß im Wesentlichen der Grenzverkehr betroffen ist. Vor knapp einer Woche gab es hier einen neuen Corona-Fall. Ein Einreisender aus Indonesien wurde positiv auf den Virus getestet während seiner 14-tägigen Quarantäne.
Hier in Dili geht das Leben also wie gewohnt weiter. Ein paar mehr Menschen tragen Masken, in vereinzelten Supermärkten wird das Maskentragen sogar verlangt, Händehygienemöglichkeiten sind wieder vermehr verfügbar und wenn man sich unsicher ist, wird auch der Abstand wieder etwas größer. So etwas wie in Deutschland, daß man sich im Restaurant anmelden muß und seine Daten zu hinterlegen hat, haben wir hier noch nicht kennengelernt. Timor-Leste hat es bisher super hinbekommen Corona-frei zu bleiben!
Laut Auswärtigem Amt ist Timor-Leste allerdings ein Corona-Risikogebiet. Damit widersprechen die Aussagen des Auswärtigen Amtes ihren eigenen Regeln für die Ausweisung von Corona- Risikogebieten. Naja, es ist ja aber sowieso nahezu unmöglich als Urlauber aus Deutschland hierher zu gelangen, denn es fehlen schließlich die Flugverbindungen.

Wenn wir jetzt schon mal über das Reisen reden, dann dürfen wir natürlich unsere Weiterfahrt nicht auslassen. Ja, irgendwann wollen wir auch mal weiter, obwohl Timor-Leste uns so nett aufgenommen hat. Also hier die Fakten: Unser nächstes Reiseziel soll Malaysia auf direktem Weg sein. Die Segelsaison für eine solche Fahrt endet wie jedes Jahr mit dem Monsunwechsel spätestens Anfang Dezember und wir planen für die ca. 1700sm 4-6 Wochen Segelzeit ein. Unsere Idee ist es Ende September in Dili den Anker zu lichten. Vor Corona hätten wir uns weiter keine Gedanken machen müssen. Nun kommen aber die ganzen Unsicherheiten und Regelverschärfungen der Corona-Zeit dazu. Malaysias Grenzen sind noch mindestens bis zum 31. August 2020 Corona- bedingt für Touristen geschlossen. Für unserer Einreise nach diesem Datum benötigen wir zurzeit nach offiziellen Angaben die Zustimmung der Malaysischen Immigrationsbehörde, zusätzlich ein Schreiben der Malaysischen Botschaft vor unserer Abfahrt, das uns die Einreise freigibt, das aber nur eine vierwöchige Gültigkeit hat, eine Malaysische Handy- App die wir vor Reiseantritt installieren und freigeben müssen, einen Malaysischen „Sponsor“ (Bürgen) und zusätzlich haben wir bei unserer Ankunft mit einer vierzehntägigen Quarantäne zu rechnen, das evtl. auch fern von Gegenwind, wobei ein nicht ganz unerheblicher Teil an Hotel- und Hafenliegekosten zu erwarten ist. Und dann ist noch völlig unklar wie lange wir in Malaysia bleiben dürfen. Mit diesen Anfangsdaten stehen wir nun in direktem Kontakt zur Malaysischen Botschafterin hier in Dili um zu sehen wie wir das überhaupt schaffen können.
Drückt die Daumen und dann schauen wir mal was das Murmeltier draus machen wird!

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Nichts Neues aus Südostasien

Hochkonzentriert extra für die Kamera

Hochkonzentriert extra für die Kamera

Wir stecken immer noch in Dili fest, wir kämpfen immer noch mit den unangenehmen Bedingungen von Wind und Welle an unserem Ankerplatz oder wenn das Wetter besser ist, treiben wir uns in Dili herum – wir kennen inzwischen wohl so ziemlich die allermeisten Straßen, Wege und Plätze der Hauptstadt. Wenn es uns dabei in etwas abseits gelegene Straßen verschlägt, kommen uns auch schon mal Horden von Kindern „Malae, Malae (Ausländer, Ausländer)“-rufend entgegengerannt und klatschen uns strahlend, lachend, kichernd und plappernd ab. Wir haben immer noch keine wirkliche Planungsmöglichkeit für unsere Weiterreise.

Eine Neuerung allerdings gibt es: Seit dem 28. Juni 2020 ist hier der Corona-Notstand, der „state of emergency“  beendet und wir haben eine Visumverlängerung beantragt. Jetzt warten wir auf das Resultat. Aber mit an Sicherheit grenzender  Wahrscheinlichkeit werden die Visa verlängert, nur wie lange?

Die Grenzen nach Timor-Leste sind irgendwie nicht mehr ganz geschlossen, außerdem gibt es sowieso eigentlich keine Flieger. Nach Darwin, Australien gehen ein paar Versorgungsflugzeuge und Reisende aus Australien können so auch herkommen. Sie müssen vor der Ausreise aus Australien eine vierzehntägige Quarantäne durchlaufen und auch Gesundheitszertifikate haben. Australien selbst hält laut Medien zurzeit seine Grenzen für einreisewillige Nichtaustralier noch bis Ende des Jahres geschlossen. Aus Indonesien können wieder Menschen nach Timor-Leste über einige Grenzübergänge einreisen wobei aber Indonesiens Grenzen noch geschlossen sind?! Es soll in Indonesien inzwischen sogar zwei Marinas für Segler geben in die eine Einreise möglich sein könnte – so ganz sicher sind wir da aber nicht, denn die offiziellen Stellen reden von Crew-Visa ohne ausdrücklich Segler einzubeziehen. Doch die zwei Marinas veröffentlichen das als Möglichkeit für Segler -  wir bleiben da skeptisch. Außerdem steigen zurzeit auch die Fallzahlen in Indonesien drastisch. Malaysia unser nächstes Ziel aber auch Thailand wollen offiziell die Grenzen frühestens Ende August öffnen. So warten wir weiter und lernen dabei viele Menschen besser kennen oder treffen neue. Auch mit dem hiesigen Friedensnobelpreisträger und ehemaligen Präsidenten José Ramos Horta haben wir inzwischen bei einem Klönschnack ein Bierchen zusammen getrunken.

Übrigens das Tragen von Masken ist inzwischen fast so wie vor Corona und auch der Abstand ist hier weiter geschrumpft. Allerdings gibt es immer noch an vielen Stellen die Möglichkeit zum Händewaschen und an einigen wenigen Stellen wird auch weiterhin aktiv dazu aufgefordert, obwohl diese drei Maßnahmen eigentlich über den „state of emergency“ weiterbestehen.

Ach ja, unsere Seglergemeinde ist inzwischen von drei auf zwei Schiffe geschrumpft. Die Sofia do Mar ist vor eineinhalb Wochen aufgebrochen um direkt nonstop nach Réunion (ca. 4000sm) zu segeln – das Französische Überseegebiet läßt Europäische Segler mit vorheriger Anmeldung einreisen. Wir drücken den beiden die Daumen.

Zu guter Letzt hat jetzt auch das Kino mit englischsprachigen Filmen hier wieder geöffnet.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Verlängerung, die Nächste

Ankerkettenbefreiungsaktion mit Taucher

Ankerkettenbefreiungsaktion mit Taucher

Corona hält unsere Seglerwelt weiter fest im Griff. Die Grenzen um uns herum bleiben fest geschlossen.
Hier in Dili freuten sich schon alle auf das Ende des Corona-Notstands im Land zum Ende der ersten Verlängerung Ende Mai. Es gibt ja auch keine wirklichen Fälle mehr. Aber es sollte anders kommen, denn die Regierung entschied sich für eine erneute vierwöchige Verlängerung bis zum 28.Juni 2020. Diese Maßnahme betrifft hauptsächlich einige Grenzgebiete und vor allem die Reisemöglichkeiten. An der direkten Grenze zu Indonesien, auf der indonesischen Seite, sind 10 Corona-Fälle aufgetreten und darüber sollen auf keinen Fall Corona-Infizierte ins Land kommen. Auch der Hafen und der Flughafen bleiben aus diesem Grund weiterhin für Personenverkehr geschlossen. In letzter Zeit sehen wir zwar immer mal wieder vereinzelte Flugzeuge hereinkommen, aber die fliegen nur dringendes Material ein und aus.
In Dili sieht es irgendwie fast aus wie immer, naja fast: Es sind wieder mehr Leute auf der Straße, der Straßenverkehr hat weiter zugenommen, ein paar weitere Restaurants haben geöffnet, Taxen und Microlets, die hiesigen Minibusse fahren wieder vermehrt und es sind wieder mehr Straßenverkäufer mit Obst, Masken, Telefonrubbelkarten und Zigaretten unterwegs. Leider fehlen den Straßenverkäufern die Kunden und so sind sie deutlich hartnäckiger hinter uns her, wenn sie uns auf der Straße entlanggehen sehen. Wir wissen, daß sie nur versuchen ihre tägliche Mahlzeit für sich und ihre Familien zusammenzuverdienen aber trotzdem kaufen wir nur das, was wir wirklich brauchen, denn sonst könnten wir inzwischen einen überquellenden Obststand mit zusätzlichem Masken- und Zigarettenverkauf aufmachen.

Das Leben in Dili normalisiert sich weiter. Eigentlich sollten die Schulen inzwischen wieder geöffnet haben, aber wir haben noch keine nennenswerte Anzahl Schüler mit ihren Schuluniformen auf den Straßen gesehen. Bestehen bleibt weiterhin das Tragen von Masken in Läden und in öffentlichen Gebäuden, genauso wie die Händehygiene und das „social Distancing“, wobei die Masken auch immer häufiger nur unter dem Kinn hängen und das Händewaschen ab und zu mal vergessen wird, oder gar nicht mehr möglich ist, weil man vergessen hat den Wassertank aufzufüllen – aber so schlimm ist das ja nicht, solange keine Reisenden ins Land kommen, die das Virus wieder einschleppen.

Bei einem unserer Spaziergänge zum Einkaufszentrum kam einmal sogar eine wildfremde Frau direkt auf Helge zugestürmt um ihm die Hand zu reichen und mit mehreren Handküssen zu versehen, wie es vielfach für Nonnen und Priester hier üblich ist, bevor sie wieder zurück auf ihren Weg ging. Es ist schon komisch aber wir und da ganz besonders Helge, werden hier ja wie Methusalem betrachtet. Das Durchschnittsalter beträgt im Land 19 Jahre und bei einem Gespräch mit einem „unserer“ Polizisten kamen wir auch mal wieder aufs Alter zu sprechen und für hiesige Verhältnisse ist er mit 30 Jahren schon ziemlich alt und so bestaunt er uns für unsere ganzen Aktivitäten. Ein Kollege hatte uns zu Fuß in ca. 4km Entfernung gesehen und auch unsere Rucksäcke sind in der Regel voll mit Einkäufen wie  20l Trinkwasser und ein paar Lebensmittel die wir zum Schiff schleppen – das verursacht hier echtes Staunen, denn eigentlich fährt man Roller oder Auto – gerade die Weißen und Alten.

Ein Highlight hatten wir am Montag den 25. Mai. 2020. Der Ankergrund auf dem wir ankern ist nicht gerade optimal, denn der Grund ist voll mit Geröll, altem Mooringgeschirr, Teile versunkener Wracks und wer weiß was sonst noch. Mit den ganzen Winddrehern, die Gegenwind mal in die eine, mal in die andere Richtung drehen, hatte sich ihre Ankerkette irgendwo richtig vertüddelt und so hingen wir an einer ziemlich straff gespannten Ankerkette, die Gegenwind bei dem hier durchgehenden Schwell immer wieder heftig einrucken ließ. Zum Glück konnten wir bei kräftigen Winden noch Leine nachgeben. Aus eigener Kraft kamen wir aus dieser Lage nicht heraus, denn auf 17m Wassertiefe kommen wir nicht hinunter. So blieb uns nichts anderes übrig als einen Taucher kommen zu lassen. Der große Tag war dann am Montag den 25. Mai 2020 gekommen. Mit vier Leuten, zwei Aufpassern im Begleitboot und zwei Tauchern rückten sie an. Die beiden Taucher wuselten und blubberten gut eineinhalb Stunden an der Kette in dem Modder herum, bis die Kette von ihrem Metall-Gebilde-Mooring-Leinen-Wirrwarr befreit war. Nun hat Gegenwind endlich ihre 50 m Kette wieder frei, um sich „leichtfüßig“, hüpfenderweise um ihren Anker zu drehen.

Das Hüpfen ist leider wörtlich zu nehmen, denn seit der Wind auf SW, also Wintersaison, gedreht hat, ist der Ankerplatz noch ein Stück anstrengender geworden. Die Wellen rauschen vielfach mit bis zu einem halben Meter über das Riff und bringen Gegenwind entweder zum Wellenhüpfen oder wenn gleichzeitig kein Wind weht, bekommen wir die Wellen auch gerne mal von der Breitseite, so daß wir Drei zu ungewollten Tänzen gezwungen werden – damit bildet sich sogar der Seegrasbewuchs auf Gegenwinds blauer Rumpffarbe bis auf 30-40cm über ihrer Wasserlinie. Außerdem steht inzwischen häufiger ein starker Wind auf das Ankerfeld. Diese Art von Wind und Wellen sind ziemlich Nerv tötend, denn so müssen wir alle unsere Landgänge darauf abstimmen. Bei den Landgängen heißt es dann alle Vorräte wieder aufzufüllen und Trinkwasser zu besorgen, damit wir wieder gut versorgt eine längere Periode ungeplant tagelang an Bord festsitzen können. Gegen zu starken Wind können wir nicht anpaddeln und die Wellen rauschen über das Riff und brechen sich weißschäumend am Strand, so daß sie einen Überschlag mit Kopfstand beim Anlanden oder vielleicht ein Vollbad beim Heimweg androhen. Beides haben wir bisher nur Ansatzweise erlebt aber auf die volle Ladung verzichten wir gerne – da Tanzen wir lieber einen schaukligen DREIER am Anker.            

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Normalität

Bordyoga oder die Welt steht Kopf

Bordyoga oder die Welt steht Kopf

Die Zeit vergeht, während die Corona-Krise das Leben bestimmt. In Timor-Leste wurde der „state of emergency“ bis zum 26. Mai 2020 verlängert. Das war irgendwie ganz komisch, denn die Verlängerung wurde erst nach einem Tag „Freiheit“ verkündet. An diesem einen Tag haben sich ein paar mehr Leute auf die Straßen getraut, bevor dann am Folgetag der Ausnahmezustand fortgesetzt wurde. Das ging alles sehr gesittet ab und seitdem lockert sich das Leben hier stückchenweise ein wenig. Natürlich bleibt das Gros der Menschen zu Hause aber man guckt schon mal vorsichtig auf die Straße, es spielen schon mal wieder vereinzelt Kinder vor den Häusern, einige Restaurants bieten wieder Sitzplätze an und der eine oder andere Laden öffnet seine Türen wieder. Selbstverständlich alles mit den neugewonnenen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Maskenpflicht beim Einkaufen und Abstandsregeln. Die Grenzen bleiben strikt geschlossen und auch die Nachbarländer haben ihre Grenzen dicht. Flugzeuge sehen wir auch keine mehr über uns rein- oder rausfliegen. Die Versorgungsfrachter legen regelmäßig an und bringen die lebenswichtigen Güter, während der Fährverkehr mit den großen Fähren nur sehr eingeschränkt hauptsächlich Waren zu den entlegenen Gebieten bringt und die kleinen Transportboote ebenfalls tief beladen jeden Tag ihren Warentransport aufrecht erhalten.
Die Corona- Fälle hier im Land sind alle unter Kontrolle und man will definitiv keine neuen Fälle aus anderen Ländern haben.

Für uns ist die Lage zurzeit ungewiß entspannt. Unser Visum ist bis zum Ende des „state of emergency“ ausgesetzt und soll anschließend einfach und kostenfrei verlängert werden, wenn wir weiterhin bleiben wollen. Naja, wo sollen wir auch hin? Unser Ansprechpartner im Immigration Hauptquartier war super hilfsbereit und hatte uns, als denn die Infos offiziell waren, ausführlich informiert und uns darüber hinaus seine Hilfe angeboten, wenn wir weitere Fragen haben. „Timor-Lest ist ja ein kleines Land“ war seine Aussage.

Unsere Landgänge haben sich inzwischen auch deutlich entspannt. Bei unseren Polizisten tragen wir uns am Tor ins Registrierbuch ein, tauschen ein paar Infos oder Scherze aus und machen uns auf den Weg. Außerdem dringen in den Abendstunden inzwischen wieder fröhliche, inbrünstige, schiefe Karaoke-Gesänge von der Polizeistation zu uns an Bord herüber. Leider kommen wir zurzeit trotzdem nicht an Land, denn Wind und Wellen rauschen etwas zu heftig über unseren Ankerplatz, so daß wir damit wieder für ein paar Tage an Bord festsitzen.

Das Timor-Plaza-Einkaufszentrum haben wir mittlerweile auch mit einem langen Fußmarsch aufgesucht. Auf dem Weg dorthin besorgten wir ein paar neue Dieselkanister beim Baumarkt, anschließend aßen wir im Food-Bereich des Einkaufszentrums zu Mittag und auf dem Rückweg schleppten wir 40 Liter Diesel von der Tankstelle zurück an Bord. Außerdem haben wir uns an einem Tag den Luxus gegönnt, in „dem“ portugiesischen Restaurant bei einer wohltuenden Klimaanlage ein Mittagsmenu zu essen und dort anschließend deren angebotene Dusche zu nutzen. Das mit dem Duschen ist hier echt doof. Es hat hier schon lange nicht mehr richtig geregnet und damit bleibt unsere natürliche Dusche abgestellt, so daß unser tägliches Bad nur noch aus ca. 200ml Wasser und einem Wachlappen besteht. Wir müssen halt jeden Liter Wasser mehrere Kilometer schleppen und dann mit dem Dingi zu Gegenwind paddeln. Bei diesen Temperaturen ist das alles andere als spaßig, zumal wir ja schon mehr als genug mit dem Ranschaffen von Trinkwasser kämpfen. Das ist für viele Einheimische auch nicht anders, denn viele haben keinen Anschluß an eine Wasserversorgung. Und selbst wenn, ist das Wasser aus dem Wasserhahn kein Trinkwasser. Das muß man extra kaufen, so daß diejenigen die kein Geld haben, ständig mit dem Risiko leben, sich irgendwelche Keime, Bakterien oder Viren über das Wasser das sie trinken einzufangen.

Eine der wahren Geschichten, die man sich hier inzwischen immer wieder erzählt, handelt von einem  der ersten Corona- Verdachtsfälle: „Ein Einheimischer hatte Symptome die zur Corona-Erkrankung passen konnten und so ging er ins Krankenhaus zur Untersuchung. Der Arzt teilte ihm nach der Untersuchung mit, er habe kein Corona sondern Tuberkulose. Der Betroffene hat sich riesig gefreut, daß er nicht das gefährliche Corona sondern nur die hier vielerorts verbreitete Tuberkulose habe.“

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn: Licht und Schatten

Nun sitzen wir schon fast vier Wochen in der Corona-Krise fest.

Es zeigen sich inzwischen ein paar kleine Lichtblicke. Wir können mittlerweile relativ entspannt zum Einkaufen an Land gehen. Unsere Polizisten, bei denen wir ja unser Dingi auf dem Hof abstellen, scherzen jetzt wieder und lassen uns mit unseren Rucksäcken problemlos passieren um neues Trinkwasser sowie frisches Obst und Gemüse zu besorgen. Das wollen sie immer noch bestätigt bekommen aber bei unserer Rückkehr hinterfragen sie unsere Einkäufe nicht mehr. Allerdings sehen sie uns natürlich bei der Rückkehr mit unserem Marschgepäck vor sich: Jeder von uns trägt etwa 10-20l Wasser auf dem Rücken und die Taschen voll weiterer Einkäufe. So legen wir bei unseren Einkaufstouren normalerweise ca. 3km bei über 30°C im Schatten zurück. Öffentlicher Personen- und Taxiverkehr ist zurzeit übrigens ausgesetzt. Aber das ist ja ein prima Training, wenn man die anderen Tage an Bord nur sitzt oder liegt und den Kreislauf eigentlich völlig runterfährt.
Es haben sogar schon wieder ein paar weitere Läden vorsichtig die Türen geöffnet, natürlich mit Händewaschgelegenheit und Seife vor dem Eingang und auch Masken sind Pflicht. So fanden wir letzte Woche tatsächlich einen Friseur, der unsere inzwischen viel zu dichten Mähnen stutze und uns bei der anschließenden Wäsche auch eine kleine Kopf und Nackenmassage verpaßte. Das Bedienen der Schere mit Handschuhen war für die Friseure allerdings Neuland, denn die rutsche gerne mal ein weinig aus den behandschuhten Händen, zum Glück ohne Mißgeschick.
Bei unserem letzten Shoppingbesuch an Land entdeckten wir, das auch der Burger King hier wieder geöffnet hat und Take-Away anbietet. Wir sind also nix wie hinein und haben einmal wieder Eis und andere Snacks mitgenommen. Anschließend suchten wir uns eine abgelegene Bank im Schatten und bekamen sogar Gesellschaft zum Klönen von zwei Angestellten aus einem benachbarten Geschäft, die gerade ihre Mittagspause hatten. Keine Angst, die Beiden brachten ihre Stühle mit und setzten sich in einem sicheren Abstand neben uns, so daß keiner den anderen anpusten konnte. Der Mensch ist ja schließlich ein Gesellschaftswesen. Es war mal wieder angenehm mit anderen Menschen zusammen zu sein. Das Gespräch war natürlich nicht ganz einfach, denn die beiden suchten alle ihre Englischkenntnisse zusammen und auch das Handy mußte zur Übersetzung helfen.

Neben diesen Lichtern gibt es natürlich auch Schattenseiten. Es bleibt die Ungewißheit, wie sich die gesamte Situation weiter entwickeln wird. Zurzeit sind alle Grenzen hier in der Region zu. An Weiterfahrt ist so also nicht zu denken. Wir haben gehört, das Timor-Leste den Ausnahmezustand vermutlich noch bis Ende Mai verlängern will. Im Moment sind hier 23 Corona-Fälle bekannt, davon zwei Portugiesen und 21 meist Studenten aus Timor-Leste. Alle haben das Virus aus dem Ausland mitgebracht und sie befinden sich in Quarantäne. Wir sind froh, daß es keine weißen Touristen sind, die das Virus hergeschleppt haben, denn dann würde man uns wohl auch wieder böse mustern. So kommt in Abständen nur die Frage, wie lange wir schon hier sind und spätestens bei unserer Antwort: „Since Christmas!“ ist alles gut.
Ein weiteres Ärgernis ist die Frage nach unserm Visum bzw. unserer Aufenthaltsdauer. Seit ein paar Tagen ist das Visum abgelaufen, aber auch hier ist das Verfahren für die Notstandszeit ausgesetzt. Was danach passiert ist vage. Die Internetseiten des Auswärtigen Amtes liefern keine Informationen – nicht einmal die amtlichen Meldungen stehen dort zur Verfügung oder sind verlinkt (da sind die Seiten der US-Botschaften deutlich besser auf Stand, um ihre Bürger im Ausland zu informieren).
Wir haben so den direkten Kontakt zur Botschaft in Jakarta gesucht und haben zumindest darüber Ansprechpartner genannt bekommen. Letztendlich haben wir aber wieder zu unserer altbewährten Methode gegriffen: Sohlen runterlaufen. So haben wir letzte Woche neben unseren Einkäufen einen kleinen Schlenker eingelegt um das Hauptquartier der Immigration aufzusuchen. Dort bekamen wir die Info, das wir uns zum Ende des geplanten Shutdowns dort melden sollen für weitere Infos. In deren Andeutung liegt die Hoffnung für uns, das unser Visum einfach erst einmal verlängert wird; naja wo sollten wir auch hin zurzeit.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn bringt uns Abgeschiedenheit

Mit selbstgenähten Masken

Wir wünschen Euch Frohe Ostern!

Seit zwei Wochen sitzen wir nun aufgrund des „State of Emergency“ an Bord fest. Es fällt uns nicht leicht die Zeit hier in Untätigkeit und Ungewißheit an Bord zu verbringen. Zum Glück haben wir an Bord Internet, so daß wir das aktuelle Geschehen verfolgen können und auch den Kontakt zur Außenwelt aufrechterhalten. Seit ein paar Tagen ist das Internet allerdings etwas schlechter geworden, denn man will Online-Kapazitäten für Schule und Studium freihalten. Wobei nur ca. 50% der Studenten sich überhaupt einen Internetzugang oder auch nur ein Smartphone dazu leisten können.
Naja, solange wir wenigstens weiterhin Emails verschicken und an Infos kommen können, ist das ja besser als gar nichts, aber noch geht zeitweise etwas mehr als das.

Inzwischen haben wir eigene selbstgenähte Masken. Asha hat Nadel und Faden geschwungen und Stich für Stich ein paar schicke Masken angefertigt. Übrigens scheinen hier noch genügend Masken auf dem Markt zu sein, denn Stoffmaskenverkäufer laufen herum und viele Leute tragen die dünnen grünlichen Einmal-Papiermasken, von denen vermutlich bald viele davon an Gegenwind als Müll vorbeischwimmen werden.
Außerdem tut die lange Zwangspause Gegenwinds Großsegel gut, denn nun ist mal Zeit um einige Nähte nachzunähen und ein paar Flicken aufzusetzen.
Viel Zeit bedarf es an Bord fürs Zubereiten unserer Mahlzeiten. Während der ersten Woche gab es zum Frühstück selbstgebackenes Bananenbrot. Auch zum Mittagessen läßt Asha sich immer wieder etwas Neues einfallen: Pizza mit selbst zubereitetem Teig, Kartoffelpuffer, Kürbisgerichte, Risotto- Variationen, Pfannkuchen nach eigens angepaßten Rezepten, denn wir haben nicht immer alle Zutaten die eigentlich verwendet werden sollten. Der Smutje ist ja bekanntlich für die gute Laune an Bord verantwortlich!

Zweimal sind wir inzwischen sogar an Land zum Einkaufen gewesen: am Samstag, den 4. und Donnerstag den 9. April 2020. Wir sind dabei ebenso unsicher, wie die Maritime-Polizisten bei denen wir unser Dingi abstellen und über deren Tor wir auschecken. Die Regeln besagen zwar, daß Ausländer die länger im Land sind, Einkaufen und die dringendsten Dinge erledigen dürfen aber die Verantwortung dafür sorgt doch für Unsicherheit und so auch für die verschiedensten Aussagen. Aber wir sind ja zum Glück schon lange bekannt und wenn wir mit unseren leeren Wasserkanistern vor dem Wachhäuschen stehen und erklären, das wir Proviant und Trinkwasser benötigen, verstehen sie es doch, denn auch deren Mama muß alle fünf Tage einkaufen, damit sie etwas zu Essen bekommen. Das haben sie uns erzählt. Dabei werden wir allerdings gut kontrolliert, wie lange und wohin wir gehen.
Die Straßen sind relativ leer, die Supermärkte sind geöffnet und die Regale voll, sogar bei einigen kleinen Läden stehen die Türen offen und auch der Obst-und Gemüsemarkt ist gut bestückt. Allerdings heißt es überall Maskenpflicht und auch das Händewaschen ist ein muß. Dazu stehen Seife und entweder Wasserspender oder richtige Wasseranschlüsse zur Verfügung. Die Versorgung des Landes scheint auch weiter zu funktionieren, denn wir sehen immer wieder Containerschiffe zum Entladen im Hafen anlegen.

Uns ist bei unserem zweiten Einkaufsbesuch deutlich geworden, daß die ersten Menschen hier anfangen Hunger zu leiden, obwohl die Regierung auch hier Hilfsmaßnahmen eingeleitet hat. Wir wurden von mehreren Menschen angesprochen und höflich um Hilfe gebeten, einige Straßenjungen versuchten uns doch noch mehr Obst anzudrehen, als wir wollten und wir wurden auch direkt nach etwas Eßbarem oder etwas Geld, konkret für Essen gefragt. Das ist neu, denn das haben wir hier bisher noch nicht erlebt. Wohin das nicht nur hier, sondern weltweit wohl noch führen wird?

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn schließt nun auch hier die Tore

Alle fahren nach Hause

Der Notfall, oder wie es hier heißt, der „State of Emergency“ ist seit Samstag, dem 28.März 2020 nun auch in Timor-Leste eingetreten und soll bis zum 28.April 2020 gelten.

Seit unserem letzten Bericht haben wir unsere Vorräte weiter aufgestockt, so daß wir uns unter Deck inzwischen kaum noch bewegen können. Aber da die Informationslage insgesamt sehr unklar ist und sich viele Informationen wiedersprechen haben wir für eine lange Zeit vorgesorgt und bis zur letzten Stunde immer wieder die frischen Lebensmittel sowie vor allem Trinkwasser ergänzt.
An Land sahen wir, das immer mehr Menschen die Stadt verließen und Stück für Stück haben auch immer mehr Läden geschlossen. Die Supermärkte waren für unsere Besorgungen allerdings geöffnet.

Am Freitag, den 27.März 2020 ließ uns die Maritim-Polizei, bei der wir unser Dingi abstellen, nicht an Land, sondern schickte uns paddelnder weise zum Immigrationsbüro im Hafen. Zum Glück kam ein freundlicher Einheimischer mit seinem motorisierten Boot und nahm uns dorthin in Schlepp – das war ziemlich weit. Der Immigrationsbeamte erklärte uns, daß wir heute in die Stadt gehen sollten, um noch einmal einzukaufen, denn danach sollen wir für vier Wochen, also die gesamte „Notfallzeit“, an Bord bleiben. Für unsere Trinkwasserversorgung sagte er uns zu, daß die Maritim-Polizei uns damit versorgen solle. Er rief auch gleich bei der Maritim-Polizei an und so war alles für diesen Tag in Ordnung. Für das weitere Vorgehen zu unserem Visum, das innerhalb der „Notfallzeit“ ablaufen wird, gab er uns eine Telefonnummer.
Der Rückweg zur Maritim-Polizei, um unser Dingi dort an Land zu stellen, war gaaanz schön lang zum Paddeln. Nun aber ließen uns die Polizeibeamten auch wieder freundlich an Land zu unseren Besorgungen.

Auf den Straßen bemerkten wir immer wieder, daß die Menschen große Ängste haben und ziemlich verunsichert sind. Wir wurden in der vergangenen Woche auch häufig angesprochen: „Corona, Corona???“ Vielfach war die Verständigung schwierig, denn Englisch ist nicht sonderlich geläufig in der Bevölkerung, obwohl man sich bemüht die Defizite nachzuholen. Hier wird die Landesspreche Tetun gesprochen, die wir nicht verstehen. Wir nahmen uns aber jedes Mal die Zeit uns mit den Fragenden so gut wie möglich auszutauschen und spätestens wenn sie verstanden, das wir seit letztem Weihnachten, also vor dem Corona-Virus, in Dili sind, bekamen wir wieder freundliche Gesichter zu sehen, denn so sind wir ja keine Gefahr sondern genau wie sie selbst „OK“.

Vergangenes Wochenende gab es hier laut Hörensagen von unseren Bekannten Auseinandersetzungen mit Zugereisten, die hier leben. Es flogen auch Steine – aber so etwas gibt es in Europa wie z.B. in Spanien wo Krankenwagen beworfen werden ja auch, wenn die Menschen vor Ort Angst haben und  einfache verständliche Erklärungen fehlen, die die Ängste nehmen. Der Auslöser hier waren Bilder, die über Facebook geteilt wurden und einen heftigen Asthmaanfall mit dem Titel Corona zeigten und so für Panik und vor allem Wut auf diejenigen auslösten, über die diese Krankheit ins Land kam.
Das Gesundheitssystem hier in Timor-Leste befindet sich auf unterem Niveau. Corona-Tests können hier nicht durchgeführt werden, sondern werden bisher nach Australien geschickt. Offiziell gibt es hier einen Corona-Fall. China und Kuba engagieren sich mit medizinischen Hilfslieferungen bzw. Fachkräften.

Wir sitzen jetzt erst einmal an Bord und können das stark eingeschränkte Leben auf den Straßen, sowie den mächtig reduzierten Verkehr nur noch aus der Ferne beobachten.
Am Samstagmittag liefen auf der fast leeren Straße, die genau in unserem Blickfeld liegt, eine größere Gruppe sowie etliche Polizisten herum und dabei gab dabei eine Schießerei. Fünf-, sechs Pistolenschüsse jagten uns einen heftigen Schreck ein. Die Lage wurde dann aber von der Polizei schnell geklärt und die Menschenmenge löste sich auf. Eigentlich befürchten wir erst im weiteren Verlauf der „Ausgangssperre“ Gewalttätigkeiten. Die Menschen wurden zum Schutz vor dem Corona-Virus einfach nach Hause geschickt, aber wovon sollen sie leben? Hier gibt es anders als in Deutschland keine Lohnfortzahlung und wer nicht arbeitet, verdient nichts und kann seine Familie nicht mehr ernähren. Was machen die meist 4-10-jährigen Kinder, die normalerweise täglich ihre Mangos und Eier auf der Straße verkaufen um sich ein Brötchen oder etwas Reis zu leisten? Wovon leben jetzt die Menschen, die mit ihren Kokusnußkarren üblicherweise nach Kundschaft suchen, es ab heute aber nicht mehr dürfen oder zumindest keine Kunden mehr finden?

Wir fragen uns hier auch immer häufiger, ob die Toten in den ärmeren Regionen unserer Erde, die durch den Verlust ihrer Erwerbsquellen als Folge der Corona-Krise und dem nahezu weltweiten Shutdown umkommen, auch als Corona-Tote gezählt werden? Welche Hilfsprogramme sind gegen Hunger, Gewalt und Krawalle sowie weitere Flüchtlingswellen inzwischen auf den Weg gebracht?

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Der Corona- Wahnsinn ist nun auch bei uns angekommen

Unsere schnell besorgten Vorräte stehen erst einmal im Salon
Unsere schnell besorgten Vorräte stehen erst einmal im Salon

Wir dachten schon, daß Timor-Leste eines der wenigen Länder ist, das von dem Corona-Virus verschont wird – „Pustekuchen“!. Mit den ganzen Medienberichten und den Informationen von Freunden weltweit, war uns eigentlich schon sehr früh klar, daß das ein Wunschdenken war, das wir hier auf der Insel mit den Einheimischen geteilt haben.
Denn wenn wir die vergangenen Wochen/ Monate zurückschauen, fingen unsere schlimmsten Befürchtungen eigentlich schon Ende Januar mit dem Verfolgen der Ereignisse in China und dem Rest der Welt an.
Aber nun ist es soweit und der ganze Corona-Krisen-Wahnsinn ist auch hier angekommen.

Als wir vergangenen Freitag, den 20. März 2020 zum Einkaufen an Land gepaddelt sind, wurden wir von der Maritim- Polizei am Ausgang aufgefordert uns sofort bei der Einwanderungsbehörde zu melden und so folgten wir der Aufforderung und gingen direkt zum Einwanderungsbüro. Der Beamte kontrollierte unsere Pässe und vor allem unsere Einreisestempel. Nach einer längeren Diskussion, denn Englisch ist für die Beamten nur eine Fremdsprache, die selten gebraucht wird, kamen wir gemeinsam zu dem Schluß, das alles in Ordnung ist und wir schon vor Corona-Zeiten hier angekommen sind. Er machte uns darauf aufmerksam, das wir jetzt streng von der Maritim- Polizei kontrolliert werden und wir mit dem Ablauf unseres Visum Mitte April Timor-Leste verlassen müssen, uns bis dahin aber in der Hauptstadt Dili frei bewegen dürfen. Außerdem erzählte er uns, das jetzt die Grenzen für Einreisende geschlossen sind. So, das war nun geklärt und wir erledigten beruhigt unsere Besorgungen bevor wir zu unserem Dingi zurückgingen. Als wir den Eingang zur Maritim-Polizei erreichten, um uns wieder in dem Besucherbuch einzutragen, wurden wir noch einmal auf die jetzt besonders wichtige Kontrolle hingewiesen und bekamen auch gleich die Einschränkung, das wir bis spätestens 16:00Uhr an Bord zurückkehren müssen. Es wird ungemütlicher.

Am folgenden Tag zog es uns an Land um ein paar Hamstereinkäufe zu machen, da wir einige Andeutungen verstanden haben, die uns eventuell für die kommenden Wochen an Bord fesseln könnten. So stockten wir unseren Proviant kurzfristig auf. Unsere ersten Supermärkte waren fast wie immer. Nur standen jetzt überall Desinfektionsmittel zum Hände Einsprühen herum oder es waren Wasserhähne zum Händewaschen vor den Märkten installiert. Es wurde auch keiner mehr hereingelassen, der sich nicht die Hände gereinigt hatte. Als wir dann zum Mittagessen eine Shoppingpause einlegten, sahen wir die Leute irgendwie verändert - hektisch und verängstigt herumlaufen. Wir haben leider das Problem, das wir kein Tetum und kein Portugiesisch verstehen und die Menschen hier nur wenig Englisch sprechen, so daß uns viele allgemeine Informationen einfach fehlen.
Als wir nach der Mittagspause unsere Shoppingrunde fortsetzten, ließ Asha Helge mit den Rücksäcken vor einem Supermarkt stehen und zuerst waren die Kassen leer und wenige Kunden durchsuchten die Regale. Dann brach aber plötzlich das Chaos aus. Die Menschen strömten hinein. Nach kurzer Zeit kamen die Ersten mit mehreren Reissäcken, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Wasserflaschen wieder heraus – Klopapier war hier nicht der Renner! Der Supermarkt füllte sich zusehends und die Schlange an der Kasse wurde immer länger, so daß Asha letztendlich über eine viertel Stunde anstand. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig zum Torschluß wieder zurück am Dingi zu erscheinen.

Am Sonntag wollten wir unsere Wasservorräte auf Maximum auffüllen – also 60Liter vom Supermarkt schleppen, denn das ist hier die einzige saubere Trinkwasserversorgung. Der Wachposten der Polizei Maritima wollte uns allerdings nicht mehr durchlassen und er erklärte uns, das jetzt der erste vom Corona-Virus Betroffene hier in Dili festgestellt wurde!
Der Betroffene ist eine Studentin, die für ein halbes Jahr in Portugal war und das Virus bei ihrer Rückkehr mitgebracht hatte. Nur angekommen war die Betroffene schon am 12. März, während sie vergangene Woche erst Symptome zeigte und getestet wurde. Tiomor-Leste kann keine eigenen Corona-Tests durchführen und so werden alle Proben zur Auswertung nach Australien geschickt.
Wir führten eine längere, nette Diskussion mit dem Polizeibeamten über das ganze Thema und über unsere Versorgung mit Trinkwasser. Letztendlich sollten wir unser Wasser einkaufen und er empfahl uns auch gleich noch weitere Einkäufe zu erledigen, was wir dann auch taten. Außerdem gab er uns auch noch je eine Schutzmaske, damit uns nichts passiert. Die Polizei Dein Freund und Helfer!
So kehrten wir nach mehreren Shoppingtouren gerade rechtzeitig um 16:00Uhr wieder zurück. Und Ihr werdet es nicht glauben obwohl es noch keine Ausgangssperre gibt, waren die Straßen so gut wie leer, in den Supermärkten und auf den Märkten waren kaum Leute – keine Hamsterkäufe mehr! Gut wir müssen dazu sagen, das ein Großteil der Einheimischen gar nicht das Geld für Hamsterkäufe hat. Das Bild, das auf den Straßen blieb waren Kinder, die versuchten ein paar Eier oder Mangos zu verkaufen. Während es in Deutschland schwer fällt zu Hause zu bleiben nimmt man das hier als nötige Maßnahme hin und das obwohl es hier keine Lohnfortzahlung und keine Sozialhilfe gibt. Das bedeutet, wer nicht arbeitet verdient kein Geld mehr um seine Familie zu Versorgen.

Den gestrigen Montag sind wir an Bord geblieben. Aber heute waren wir wieder an Land um uns auf den neuesten Stand zu bringen. Wir wurden nicht aus der Polizeistation gelassen und die Angst hier vor Ort ist riesig. In dieser Woche soll das weitere Vorgehen entschieden werden.

Für uns bleibt die Situation weiter angespannt, denn zum Einen läuft unser Visum in ca. vier Wochen ab und zur Zeit haben alle Länder, die als mögliche Ziele für uns in Frage kommen ihre Grenzen geschlossen, so daß eine Einreise unmöglich ist.
Letzten Donnerstag, also nach der Grenzschließung kam hier ein Australier mit seinem Schiff an. Er durfte kurz an Land um Diesel und ein paar Vorräte zu ergänzen und mußte dann das Land sofort wieder verlassen.
Wir hoffen, daß man unser Visum so lange verlängern wird, bis sich die Lage wieder entspannt.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – „Burger King“ ohne Burger

"Burger King" ohne Burger

Ein Teil unseres Alltags besteht darin, hier und da einen Platz zu finden, bei dem wir nicht in der brütenden Hitze zerfließen und auch nicht in der Sonne gegrillt werden. So haben wir ein paar Lieblingsplätze, die uns eine angenehm kühle Umgebung bieten. Ein solcher Ort ist ein „Burger King“, der seine Klimaanlage ideal eingestellt hat und wir bei einem Eis oder einem Mittagsmenü uns dort nach Lust und Laune aufhalten können.

Vor ca. eineinhalb Wochen, als wir wieder zum Abkühlen hingingen, waren ALLE Burger-Produkte mit dem Aufkleber „nicht verfügbar“ versehen. Zum Glück wollten wir an diesem Tag nur ein Eis und eine Zeitlang dem brutalen Schwitzen in der Hitze entgehen. Aber natürlich fragten wir nach, was das zu bedeuten hatte und bekamen die Aussage, daß die Ware in dem Drehkreuz Singapur aufgrund des Corona-Virus feststeckte, so daß keine Burger hier ankamen. Nur Eis, Hühnchenprodukte und Pommes Frites waren nicht betroffen, da sie aus Australien geliefert werden.
Singapur ist das Drehkreuz für den Handel in dieser Region und mit der Corona-Virus-Krise sind die Lieferketten hier in Mitleidenschaft gezogen worden, so daß alle „Burger King“ Filialen in Dili keine Burger verkaufen konnten. Inzwischen ist wieder eine Lieferung angekommen und es gibt wieder Burger bei „Burger King“.

Von dem Ausbruch der Corona-Krise bleiben auch wir nicht unbeeinflußt, denn zum Einen hängt unsere weitere Reise- und Aufenthaltsplanung, die in dieser Gegend aufgrund des Wetters, der Geographie, sowie der Einreisebestimmungen, eh schon sehr anspruchsvoll ist, nun auch noch an den Verschärfungen von Einreisebedingungen durch diese Corona-Krise. Und zum Anderen befinden wir uns hier in einem Gebiet mit einer als schlecht beurteilten Gesundheitsversorgung, so daß wir inzwischen die Apotheken durchstöbert haben um unsere Bordapotheke wieder mit Erkältungsmitteln, Antibiotika und Lungenkrankheitsmitteln, also den üblichen Virus- und Entzündungsbekämpfenden Medikamenten aufzufüllen. Wir waren überrascht, wie gut wir hier, natürlich nach langer Suche, diese Medikamente beschaffen konnten. Mit unserem ungeplant langen Aufenthalt hier in Dili freuen wir uns jetzt allerdings darüber, daß so wenige Touristen dieses Land besuchen, denn damit ist die Gefahr angesteckt zu werden nicht so groß.     

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste, Asien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Feuerholz oder Gaskocher

Feuerholz: Das Bündel für einen USD

Für uns wurde es höchste Zeit unsere Gasknappheit endlich zu lösen, denn aus Neukaledonien sind wir mit nur einer vollen und einer fast leeren (deutschen 5kg) Gasflasche losgefahren. In Australien gab es keine Möglichkeit die Flachen aufzufüllen und so wollten wir eigentlich schon längst in Malaysia sein, denn dort hofften wir auf eine Möglichkeit die Flaschen zu füllen. Nur womit kochen wir bis dahin, da unsere Reise ja nun aufgrund dieser Jahreszeit länger dauern wird, als wir erwartet hatten. Für Timor-Leste und auch für Indonesien haben uns bisher alle versichert, daß es hier keine Möglichkeit gibt unsere Flaschen zu füllen.
Trotz dieser miesen Aussichten sind wir losgezogen um die verschiedenen Gashändler und Zubehörläden abzuklappern. Vielleicht würden wir ja einen Adapter finden um von Flasche zu Flasche zu füllen oder wir binden eine hiesig Gasflasche einfach oben auf unserem Gaskasten fest und basteln uns einen neuen Anschluß?
Nach etlichen Tagen Lauferei und vielen fragenden Gesichtern, was diese komischen Ausländer denn wollen, fanden wir eine Gasstation die vielversprechend war. Dort lagen etliche Adapterstücke, die konnten Flaschen füllen und sie schienen unseren Wunsch zu verstehen. Natürlich war es wichtig die richtigen Ansprechpartner vorzufinden und so brauchten wir auch hier ein paar Tage bis alles paßte und wir gemeinsam eine Lösung für unser Gasproblem fanden. Unsere deutsche Gasflasche und eines unserer Füllabdapterstücke zusammen mit deren extra Anschlußstutzen brachte die perfekte Lösung, mit der alles zusammenpaßte. Das Füllen unserer Flasche selbst war dann nur noch ein Akt von zwei bis drei Minuten. So hatte sich die Woche Lauferei für uns echt gelohnt und wir konnten wieder vom Kochen mit minimalstem Gasverbrauch umstellen auf normales Kochen. Das Kochen mit minimalstem Gasverbrauch bedeutete für uns in diesem Fall Dosenessen, das nur warm zu machen ist mit einem Stück Brot dazu oder Quick-Cook-Nudel mit einer Dose Gemüse verrührt – irgendwann reicht das aber wirklich!
Aber die ganze Suche nach dem Gas hatte auch noch einen weiteren Aspekt, nämlich Land und Leute wirklich näher kennenzulernen. Hier in Timor-Leste wird immer noch überwiegend auf dem offenen Holzfeuer gekocht. An Straßenverkäufen lassen sich dazu kleine Bündel Feuerholz für einen USD kaufen.
Wenn man dagegen bedenkt, daß eine hiesige 10kg Gasflasche ca. 100USD kostet und der Normalverdienst für einen acht Stunden Arbeitstag bei etwa 150 USD pro Monat liegt, dann wäre die Investition in eine solche Gasflasche eine riesige Leistung, die nicht mal eben zu bewerkstelligen ist, zumal es ja nicht mit der Gasflasche allein getan ist, sondern auch noch ein Kocher, der liegt hier im Schnitt zwischen 50 und 100 USD sowie ein Gasregulator von ca. 40USD hinzukommen. Die Wiederauffüllung der 10kg Gasflasche kostet „nur“ 36 USD. Solche Beträge können von den meisten hier nur schwer erbracht werden. Man bezahlt die Dinge des täglichen Bedarfs eher in kleinen, überschau
baren Beträgen – dazu paßt auch eine wöchentliche Gehaltsauszahlung in bar. Selbst für den geliebten Motorroller wird das Benzin in der Regel nur halbliter- oder literweise getankt, denn das bekommt man hin.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste, Asien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Es hat „Bum“ gemacht!

Unser Nachbar brennt lichterloh
Unser Nachbar brennt lichterloh

Am Donnerstag, den 30.Jannur 2020, nachdem wir wieder einmal nach einem anstrengenden Tag den Abend an Bord entspannen wollten passierte es!
Wir hatten unser abendliches Obst vorbereitet, unsere Sachen für einen gemütlichen Abend mit einer Hörgeschichte platziert, als es aus den anziehenden Wolken anfing zu regnen. Also packten wir alles im Eiltempo ein und verzogen uns in den viel zu warmen Salon. Wir hatten noch nicht alles am richtigen Platz als wir von einem gewaltigen „Buuuuum“ aufgeschreckt wurden.
Wir ließen alles stehen und liegen und eilten ins Cockpit. Der Regen war in den paar Augenblicken schon vorbei gezogen, hatte aber alles pitschnaß gemacht. Wir schauten uns um und sahen auf unserem Nachbarboot, einem einheimischen 15m Motor- Ausflugsboot mit zwei großen 200PS Außenbordmotoren am Heck, keine 100m entfernt von uns ein orangenes Flackern im Inneren, wie von Feuer.
Dann tauchte eine hektisch gestikulierende und rufende Person am Heck des Bootes auf. Jetzt stiegen auch schon Flammen aus den Fenstern, erst zögerlich dann heftiger werdend. Die Person sprang ins Wasser. Wir überlegten, was wir tun konnten, erkannten aber, daß das Ausflugsboot schon nach den ersten zwei bis drei Minuten verloren war, denn die Flammen schossen nach so kurzer Zeit lichterloh aus allen Fenstern. Wir machten uns bereit, um uns und Gegenwind in Sicherheit zu bringen. Auch auf der Polizeistation machten sie ihr großes Schiff zum Auslaufen fertig, denn der Qualm und die Funken flogen direkt in dessen Richtung. Wir alle hatten Glück, denn der Wind blies das Flammenmeer knapp an uns vorbei. Die Flammen strahlten aber mächtig Hitze aus und bei uns an Bord wurde es heiß vom Feuer. Wir blieben am Anker, hielten uns aber weiter bereit um bei einem Winddreher sofort reagieren zu können. Wobei das gar nicht so einfach gewesen wäre, denn wir hätten ganz dicht an
dem Feuerschiff und zwischen dem Riff im Dunkeln vorbei gemußt um ins Freie zu gelangen. Auf der Polizeistation breitete sich inzwischen immer mehr Hektik aus. Da die Polizei kein eignes kleines, geeignetes Fahrzeug besitzt, kamen sie mit ihrem Übersetztbötchen (etwas größer als eine Optimistenjolle) angepaddelt und lösten die Leinen von einem anderen Ausflugsboot, das ganz dicht hinter dem Feuerschiff ankerte und somit direkt in Gefahr war. Sie bewegten es auf den Strand in Sicherheit. Dann kam auch die Feuerwehr sowie ein paar Fischer, um sich um das lichterloh brennende Feuer zu kümmern. Mit viel Geschrei und einer Menge Improvisation schafften sie es, das Feuer zu löschen und den Brander auf den Strand zu bugsieren. Dabei trug nur ein einziger so eine Art Feuerwehrjacke, während der Rest in kurzen Hosen und mit freiem Oberkörper an die Feuerbekämpfung ging. Das ganze dauerte ungefähr eineinhalb Stunden.

Das ausgebrannte Wrack am Strand

Das ausgebrannte Wrack am Strand

In den folgenden Tagen schauten wir das am Strand liegende völlig ausgebrannte Wrack an. Es war zu einer Attraktion geworden, um die sich immer wieder Menschentrauben sammelten. Wir erfuhren, daß der eine, der von Bord gesprungen war, ins Krankenhaus gebracht wurde und ein zweiter kam in dem Feuer ums Leben. Er war gleich beim Ausbruch des Feuers eingeschlossen gewesen und man konnte nur noch seine verbrannten Überreste bergen. Das Feuer war in den letzten Tagen das Gesprächsthema im Ort. Was uns erstaunte, war der Umgang mit der Aussage das eine Person ums Leben gekommen war. Dazu hieß es nur locker „schade“ aber einer konnte sich ja retten und Euch ist auch nichts passiert.

Viele Grüße aus Dili, Timor-Leste, Asien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 6.Tag wieder zurück in Dili


Datum: Samstag, 25. Januar 2020 – 18:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 08°33,002‘, E 125°34,777‘ Wieder zurück an unserem alten Ankerplatz in Dili, Timor- Leste nach 638 sm. Aktuelles Wetter: Nach einem sonnigen Tag stehen wieder graue Wolken über der Insel, nur noch 30,4°C im Schiff, Wassertemperatur 28,1°C, Wind 2 Beaufort aus Nordwest.
Um 17:30 Uhr am Donnerstag, den 23.Januar 2020 sind wir wieder in Dili eingelaufen. Wir fuhren vom schönsten Sonnenschein in den Regen von Dili. Der Regen traf uns natürlich genau beim Einlaufen und Ankern. Und das war ein massiver Regen. Helge mußte die Brille abnehmen und wir mußten die Hände schützend über die Augen halten um überhaupt etwas sehen zu können. Asha stand dabei auf dem Vorschiff um uns um diverse Plastiktüten, Baumstämme und die anderen Ankerlieger herum zu dirigieren. Aber alles ging gut und der Anker liegt nahezu an derselben Stelle wie beim letzten Mal. Der Schauer hatte sogar etwas positives, denn er brachte uns eine erfrischende Dusche freischiff. Am Folgetag erfuhren wir, das der Schauer, bei dem wir hereinkamen etliche Schäden verursacht hatte und man sagte uns, das es auch Tote dabei gegeben haben soll.
Den Freitag machten wir dann unser Schlauchboot wieder einsatzbereit und klapperten die Behörden für eine Wiedereinklarierung ab. Diesmal wollten die Immigrationsbeamten noch eine Crewliste mit unserem Stempel drauf – darauf waren wir nicht vorbereitet und so werden wir die am Montag nachliefern müssen.
Jetzt kümmern wir uns erst einmal darum, unseren Frust über die Rückkehr einzudämmen und dann werden wir weiter sehen.
Viele Grüße aus Dili, Timor- Leste Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 6.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 23. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 08°09,615‘, E 125°12,336‘ Kurs: direkt auf Dili zu, Geschwindigkeit 4 kn unter Motor, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 123 sm mit der Strömung. Mitten in neuen Abenteuern, unser neues Ziel ist unser letzter Ankerplatz, noch 32 sm. Aktuelles Wetter: Graue Wolkenfelder, mit Sonnenschein der sich durch die Wolken drängt, 30,2°C im Schiff, feuchtheiß, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 2 Beaufort aus Nordwest, See 0,5m. Die Meeresströmungen sind konfus und schieben mal um dann wieder gegenan zu stehen. Wenn uns die Strömungen nicht zu stark zurückhalten, sollten wir heute Abend wieder an unserem alten Ankerplatz in Dili sein. Wir hoffen, daß wir noch rechtzeitig vor Dunkelheit ankommen werden und das wir bei den Ankermanövern nicht zu viel Müll an die Oberfläche befördern müssen bevor der Anker hält. Jetzt ist Timor-Leste aus dieser Entfernung schon gut im Dunst und unter Wolken zu

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 5.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 22. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 07°42,582‘, E 123°13,458‘ Kurs: Ost!, Geschwindigkeit 7 kn unter Motor, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 105 sm unter Segeln und Motor mit der Strömung. Mitten in neuen Abenteuern, unser neues Ziel ist unser letzter Ankerplatz, noch 156 sm. Aktuelles Wetter: Dichte graue Wolkenfelder, Squalls ziehen durch, 29,1°C im Schiff, feuchtheiß, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 2 Beaufort aus West/ Nordwest, See 0,5m. Jetzt schieben uns die Meeresströmungen mit ca. zwei Knoten oder mehr.
So richtig zufrieden mit der Fahrt zurück nach Dili sind wir definitiv nicht, aber das Meer und die Natur zeigen uns mal wieder wie klein und abhängig wir doch sind und unsere technischen Möglichkeiten haben definitiv ihre Grenzen.
Das Wetter ist wahnsinnig, es weht meist eher wenig Wind, ab und zu ziehen Squalls mit Windstärke sieben vorbei oder über uns hinweg. Sonst ist hier alles auf Weltuntergangsstimmung getrimmt: Grau in grau, so viele verschiedene helle und dunkle Grautöne kann man sich gar nicht vorstellen, dann Regenwolken, fast schwarz selbst am Tag und der Regen drückt das Wasser platt und schüttet wie verrückt. Außerdem donnert es und Blitze erhellen den ganzen Himmel immer wieder vor allem nachts – echt gespenstisch. Aber in diese Richtung kommen wir wenigstens voran und drehen nicht nur anstrengende Kringel!
Viele Grüße aus der Banda See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 4.Tag auf See

Schönstes Segeln aber Fahrt achteraus

Datum: Dienstag, 21. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 07°53,857‘, E 121°35,690‘
Neuer Kurs: Ost!, Geschwindigkeit 4 kn, unter Genua III, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 80 sm unter Segeln und nahezu NULL auf der Karte.
Mitten in neuen Abenteuern, unser neues Ziel ist unser letzter Ankerplatz.
Aktuelles Wetter: Dichte Wolkenfelder, Squalls ziehen durch, 29,6°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 2 Beaufort aus West, See 0,2m. Jetzt schieben uns die Meeresströmungen mit ca. zwei Knoten oder mehr.

Den gestrigen Tag konnten wir zeitweise Segeln mit bis zu vier Knoten gegen die Strömung in die richtige Richtung. Dann mußten wir reffen, das Großsegel ins dritte Reff, das Vorsegel kleingerollt und wir machten Rauschefahrt. Dann kamen Strecken in denen wir alles wieder ausreffen mußten und wir rauschten durchs Wasser. Bis der Wind nachließ und unsere Fahrt bremste und unsere Kreuz, die Zickzackkurse gegen den Wind abbremsten. So standen wir letzte Nacht nach viel Arbeit, noch mehr Frust nahezu am selben Punkt wie gestern zur Tagesmeldung.
Mit dem heutigen sehr späten Frühstück haben wir den Kampf aufgegeben und befinden uns nun auf dem Rückweg nach Dili, Osttimor. Der eine oder andere Fragt sich jetzt bestimmt, warum wir nicht einfach an einer der vielen Indonesischen Inseln anlegen. Das ist nicht so einfach, denn die nahen erreichbaren Inseln haben keine Einklarierungsmöglichkeiten und stehen uns so nicht zur Verfügung um einfach einen längeren Stopp einzulegen und auf bessere Bedingungen zu warten.
Viele Grüße aus der Flores See, dem Frauenmeer, Indonesien
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 3.Tag auf See


Datum: Montag, 20. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 08°06,897‘, E 121°33,486‘ Kurs West?, Geschwindigkeit 1-3 kn, treiben unter Segeln, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 81 sm. Mitten in neuen Abenteuern, unser dichtestes mögliches Ziel liegt noch in ca. 329 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder, 31,7°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 2 Beaufort aus West, See 0,2m. Die Meeresströmungen stehen gegen uns mit einem halben bis zwei Knoten.
Langsam wird uns gewiß, daß wir unser nächstes mögliches Ziel so nicht erreichen können, obwohl wir vorsichtig mit Diesel kalkuliert hatten und auch die Kreuzschläge, das Segeln im Zickzack gegen Wind und Strömung mit ordentlichen Sicherheitsfaktoren eingerechnet hatten, aber die Realität übertrifft unsere Befürchtungen. Gestern hatten wir zwei Segelversuche nach je guten Eineinhalbstunden abgebrochen, denn wir machten nur Weg nach Ost, also rückwärts und das obwohl wir mit ca. 5 Knoten durch Wasser rauschten. Unter Motor schafften wir dann auf direktem Kurs so gerade zwei Knoten – dafür reicht unser Diesel nicht. Und vergangene Nacht setzten wir ein weiteres Mal die Segel gegen 04:00 Uhr, denn selbst unter Motor schafften wir zu dem Zeitpunkt gerade noch einen halben Knoten. Dafür war unser Diesel uns zu schade. So konnten wir zumindest unsere Entfernung halten und machten nur Süd. Die Folge, heute sind wir todmüde. Aber vielleicht liegt ja doch noch ein be
sserer Wind in den Wolken des heutigen Tages?
Viele Grüße aus der Flores See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 2.Tag auf See


Datum: Sonntag, 19. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 07°54,557‘, E 122°27,743‘ Kurs West°, Geschwindigkeit 3,5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 81 sm, noch zu segeln 382 sm. Mitten in neuen Abenteuern, unser dichtestes mögliches Ziel liegt noch in ca. 382 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder, 32,4°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus West, See 0,2m. Die Meeresströmungen stehen gegen uns mit einem halben bis zwei Knoten.
Nachdem wir gestern unseren Blog geschrieben hatten kam etwas Wind auf und wir packten die Segel aus. Man war das frustrierend! Wind und Strömung ließen uns nahezu nur hin- und herfahren. Einmal nach Nord, dabei ging es teilweise sogar Rückwärts und in die andere Richtung fast nur nach Süd. Allerdings war dabei eine kleine Tendenz in unsere gewünschte Richtung erkennbar und so versuchten wir unser Bestes. Dadurch hatten wir allerdings fast den ganzen Tag einen tollen Blick auf die winzige, 747m hohe Vulkaninsel Komba, die wir nördlich passierten. Aus ihrem Schlot stieg Dampf und Rauch aus.
Gegen 21:00 Uhr nahmen wir die Segel wieder weg, denn der Wind war total eingeschlafen und wir trieben nur noch nach Osten. So stellten wir den Motor wieder an. Das ganze Segeln brachte uns in sieben Stunden mal gerade eben knappe zehn Seemeilen in Richtung Ziel. Das Motorbootfahren hat leider auch so seine Grenzen, denn unser Dieselvorrat wird nicht ewig reichen und so müssen wir hoffen, das sich zumindest zeitweise noch günstigerer Segelwind einstellt.
Viele Grüße aus der Banda See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Segeln im Frauenmeer! - 1.Tag auf See


Datum: Samstag, 18. Januar 2020 – 11:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 07°39,472‘, E 123°34,946‘ Kurs West°, Geschwindigkeit 4,5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 135 sm. Auf zu neuen Abenteuern, unser dichtestes mögliches Ziel liegt noch in ca. 449 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, ein paar Wolkenfelder, 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 27,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus West, See 0,3m. Die Meeresströmungen verändern sich ständig, die Wellen sind mal sanft mal ruppig.
Nachdem wir am Mittwoch unsere Ausklarierungsprozedur hinter uns gebracht hatten, verstauten wir unser Dingi, sowie die letzten Vorräte und Wasserflaschen, dann waren wir geschafft und ließen den Tag, Tag sein. Am Donnerstag machten wir Gegenwind endgültig segelfertig und anschließend kam Jim vorbei, um uns zu sich an Bord für einen Klönschnack zu holen. Er bot uns an, bei ihm an Bord zu duschen, was wir hocherfreut annahmen, denn das war die erste Dusche seit Verlassen Australiens. Am Freitag, den 17. Januar holten wir unseren Anker hoch, drehten noch eine kleine Hafenfunde zu den beiden anderen Seglern am Ankerplatz und dann verließen wir Dili Richtung Norden. Für unseren Geldbeutel wurde es höchste Zeit, denn wir haben noch genau einen 5 US-Dollar Schein und 1,35 Osttimor Dollar an Silbergeld in der Tasche.
Jahreszeitbedingt werden wir auf unserer Strecke mit Westwind, also Gegenwind und Gegenströmung rechnen müssen. Der Wetterbericht verspricht es auch so aber die Winde sollen nicht so stark sein. Naja, wir fahren immer noch unter Motor bei einem leisen Windzug. Aber das ist besser als zu viel Wind. Die ersten 24 Stunden hatten wir echt Glück mit der Strömung, denn die stand kräftig mit uns. Jetzt haben wir wechselhafte Strömungen, die meist gegen uns stehen. In der vergangenen Nacht konnten wir über den indonesischen Inseln immer wieder Blitze beobachten, während wir einen klaren Sternenhimmel über uns genießen konnten.
So sind wir von Dili aus direkt nach Norden zwischen den Inseln Atauro und Alor hindurch in die Banda See gefahren. Die Indonesier bezeichnen das Gebiet auch gerne als Frauenmeer, da es sanfter sein soll als das Männermeer südlich der Indonesischen Inseln.
Viele Grüße aus der Banda See, dem Frauenmeer, Indonesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Kurz vor Pleite


(Bilder folgen sobald wir ein besseres Internet finden)
Irgendwie geht es nicht ohne Geld, denn wir haben auf der ganzen Tour noch nicht gelernt wie man von Luft und Liebe leben kann. Zum Glück gibt es ja Bankautomaten!
Das mit den Bankautomaten ist hier in Osttomor aber doch nicht so einfach wie es sich anhört. Als unsere US-Dollar, die hiesige Währung, zur Neige ging, wollten wir, wie man das so macht, ein paar Dollar aus dem Automaten ziehen… . Und damit begann die Odyssee!
Kein Bankautomat nimmt hier europäische Bankkarten und scheint auch keine anderen weltweit bekannten Bankkarten zu akzeptieren. In den verschiedenen Banken, bei Geschäften oder bei den großen Hotels vor Ort oder auf dem internationalen Flughafen sieht es nicht besser aus. Natürlich fragten wir bei denselben Stellen, ob denn Kreditkarten funktionieren. Die Aussage half uns nicht weiter, obwohl das an einigen Bankautomaten oder der einen oder anderen Stelle sonst möglich ist. Aber das einzige Kreditkartensystem, das hier verfügbar ist, ist VISA. Unsere zurzeit noch so funktionierende Kreditkarte trägt allerdings einen anderen Namen. Um das herauszufinden war mehr als ein gesamter Vormittag verstrichen, ohne das wir wieder etwas Geld ins Portemonnaies füllen konnten. Außerdem führte unser Weg noch zur Portugiesischen Botschaft, die als Europäische Vertretung auch für uns zuständig ist. Das war denen wohl nicht so ganz klar und so wurden wir freundlich aber bestimmt
abgewimmelt ohne eine Lösung für unseren inzwischen als Problem erklärten Bargeldmangel.
So zog es uns erst einmal zurück an Bord und wir suchten die letzten verbliebenen EUROS zusammen, unseren Notfallgroschen, um es dann mit dem Geldwechsel zu probieren. Das klappte wenigstens, allerdings für einen Wechselkurs mit Gebühr, der einen Wegelagerer hätte blaß aussehen lassen. Aber so konnten wir uns zumindest für unsere Minimaleinkäufe von Trinkwasser, Diesel und Lebensmitteln ausstatten.
Viele Grüße aus Dili, Osttimor, Asien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Die Zyklone Blake und Claudia schütteln uns durch


(Bilder folgen sobald wir ein besseres Internet finden)

Mit Dili, Osttimor haben wir das eigentliche Zyklongebiet der Südhalbkugel jetzt zur Sommerzeit hinter uns gelassen. Das heißt aber leider noch nicht, das diese mächtigen Stürme keinen Einfluß mehr auf uns haben.
Vergangene Woche zog Blake südlich von uns die nordaustralische Küste von Ost nach West entlang und bescherte uns damit letztes Wochenende teilweise starken Wind aus westnordwestlichen Richtungen. Das ging ja noch aber die Wellen die der Zyklon verursachte kamen leider bei Hochwasser voll auf unseren Ankerplatz, denn das Riff, das uns Schutz bietet wird bei Flut überspült und so saßen wir auf Gegenwind bei ca. einem halben Meter Welle und ließen uns fast bis zur Seekrankheit durchschütteln – naja das war dann aber auch irgendwann überstanden.
Der nächste Zyklon bildete sich schon etwas südöstlich von uns und bekam heute einen Namen: Claudia. Auch Claudia zieht entlang der australischen Nordküste westwärts und auch dieser Zyklon schickt uns starken Wind, allerdings mit einer etwas günstigeren Windrichtung aus Westen aber auch diesmal schwappen die Wellen bei Hochwasser über das Riff und schütteln uns durch. Also ist auch dieses Wochenende wieder eine unruhige Zeit angesagt.
Wenn die Schaukelei alles wäre, das uns den Schlaf raubt! Aber das ist leider nicht der Fall, denn die Jungs und Mädels der Polizeistation nebenan sind leidenschaftliche Karaoke Sänger und nutzen nahezu täglich die Nachtstunden, die wohl sonst ziemlich langweilig sind, mit wenig tonsicherem aber dafür inbrünstigem, lauten Gesang bis weit nach Mitternacht und verbreiten ihr Werk über Lautsprecher über die gesamte Wasserfront, also hauptsächlich über uns. Diese Gesänge in nur ca. 100m Entfernung und dazu die noch Schaukelei durch die Wellen der Zyklone lassen unsere Nächte alles andere als erholsam sein. Da hilft es kaum sich ein Kopfkissen gegen die Musik über die Ohren zu stülpen und auch das krampfhafte Festhalten an der Matratze gegen das wilde Schaukeln ist nahezu erfolglos.
Viele übermüdete Grüße aus Dili, Osttimor, Asien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Osttimor – Gewitter, Plastikmüll und freundliche Menschen

Microlet die hiesigen Minibusse

Wir ankern vor der Hauptstadt Osttimors – Dili. Unser erstes Land in Asien.
Aktuelles Wetter am Mittwoch, den 01. Januar 2020: Sonnenschein bei 33,6°C im Schiff, die Gewitter- und Regenwolken ziehen gerade über die bis zu 2967 Meter Hohen Berge der Insel, Wassertemperatur 30,9°C, der Wind frischt gerade auf 3 Beaufort aus west-nordwestlichen Richtungen auf. Wir haben Hochwasser und so wird es nicht mehr lange dauern, bis die Wellen, die das schützende Riff überspülen unseren Ankerplatz ein wenig schauklig machen werden.

Seit unserer Ankunft hier in Dili leben wir fast jeden Tag mit richtig heftigen Gewittern, heftiger als zur Gewitterzeit in Panama (Bocas del Torro). Ab und zu regnet es dabei auch. Die Temperaturen sind mörderisch. Bei uns DREIEN läuft bedingt dadurch alles nur im Minimalmodus. Selbst Gegenwind läuft zurzeit auf Sparflamme, sie liefert uns im Moment nicht genug Energie über die Solarfelder, denn es ist vielfach einfach zu bedeckt und der Windgenerator schweigt aus Windmangel. Den Diesel lassen wir nicht laufen, um uns keine von den um uns schwimmenden Plastiktüten einzusaugen und der Generator mag keinen Regen, mit dem die Wolken immer wieder gemein drohen.
Das Einklarieren hier war ganz problemlos. Wir mußten dazu nur an Land um uns der Reihe nach bei Immigration, Zoll und Hafenmeister anzumelden. Die Schwierigkeit bestand nur in der Suche der Büros. Wir hatten zum Glück Anhaltspunkte von anderen Seglern, die vor uns schon hier durchgefahren waren. Das Immigrationsbüro mitten auf dem Hafengelände war vor vielen Jahren bestimmt mal ein schönes Gebäude im Kolonialstil, ist heute aber ziemlich verfallen und die Beamten sitzen in einem dunklen Raum bei einer kleinen elektrischen Funzel aber mit Klimaanlage vor ihren Computern und fertigten die Crews der Containerschiffe und auch uns freundlich ab. Die Zollbeamten hausen in einem kleinen Containerbüro ebenfalls auf dem Hafengelände, während es der Hafenmeister außerhalb des Hafengeländes, ganz am Ende des Hafenbereichs, mit einem festen Steinhaus aber einem winzigen Raum darin am besten hatte. Die ganze Einklarierungsprozedur bestand nur aus ein paar Formularen und einen
Bordbesuch auf Gegenwind wollte auch keiner machen.
Inzwischen haben wir es geschafft einen guten Teil unseres Dieselvorrats zu ergänzen, indem wir mit einer Fuhre leerer Kanister per Dingi und Taxi zur Tankstelle gefahren sind und sie dann schweißtreibend wieder an Bord verfrachteten. Außerdem können wir auch unser Trinkwasser wieder auffüllen. Vom Trinken des hiesigen Leitungswassers wurde uns von verschiedenen Seiten abgeraten, so daß wir im Supermarkt 20 Liter Kanister kaufen und die dann ebenfalls per Taxi oder Pedes und Dingi an Bord bugsieren um unsere eigenen 5 Liter Falschen damit zu füllen. Eine mühsame, langwierige und ebenfalls schweißtreibende Arbeit. Verschiedene Supermärke bieten alles was wir brauchen und so sind wir dabei uns wieder reisefertig zu versorgen. Das ist allerdings nicht so einfach, denn das Wetter sieht derzeit noch nicht danach aus.
Auf der Route hierher hatte Gegenwind sich eine von den vielen im Wasser treibenden Plastiktüten in den Propeller gezogen. Das Problem sind wir auch wieder los, denn die konnten wir aus dem Dingi heraus abpulen. Wir sind nicht bereit hier weiter als unbedingt nötig ins Wasser zu gehen, denn es sieht einfach nur „ekelig“, ölig und dreckig aus. Von einzelnen Autoreifen, über mega-massen Plastiktüten, Plastikwasserflaschen, Chips-Tüten und einigem inzwischen verunstalteten Plastikzeug treiben hier echte Massen undefinierbaren Drecks immer wieder an uns vorbei.
Die Menschen begegnen uns hier freundlich und teilweise sogar hilfsbereit. Auf der Suche nach einer Wäscherei nahm uns ein junger Vater, der sein kleines Kind auf dem Arm trug, gleich mit und führte uns durch die Straßen zur gesuchten Wäscherei und auch auf unserer Suche nach einer Internetkarte fragten wir eine Studentin, die spontan alles stehen ließ und uns zum Telefonladen begleitete und dafür sorgte, das wir einen Zugang zum Internet bekamen (der ist allerdings sehr langsam). Unser Dingi parken wir auf dem Gelände der „Wasserschutzpolizei“ und bekommen von den Jungs und Mädels hilfreiche Worte und vielfach - mindestens einmal täglich - halten wir mit ihnen auch einen längeren Klönschnack. Sobald Helge allein auf der Straße herumsteht, zeigen die jungen Frauen ein reges Interesse ihn kennenzulernen.
Das neue Jahr haben wir übrigens ziemlich ruhig begrüßt. Wir hatten es uns im Cockpit mit etwas zu Knabbern und einer Flasche Wein gemütlich gemacht. Mit „Dinner for one“ und einem längeren Film vertrieben wir uns die Zeit bis Mitternacht, um das Feuerwerk genau vor unserer Nase hochgehen zu sehen. Da hatten wir die erste Reihe erwischt, denn vor dem Gouverneurspalst wurde das offizielle Feuerwerk in die Luft geschossen. Natürlich gab es in der ganzen Stadt verteilt viele kleinere Feuerwerke über die wir auch einen prima Überblick hatten.
Viele Grüße aus Dili, Osttimor/ Asien und alles Gute für das Jahr 2020!!!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 8.Tag Ankunft in Dili, Osttimor


Datum: Donnerstag, 26. Dezember 2019 – 18:30 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien Jetzt stellen wir die Zeit um, diesmal auf Dili-, Osttimor- Zeit: 18:00 Uhr GPS-Position: S 08°33,055‘, E 125°34,779‘ Wir sind an unserem Ziel in Dili, Osttimor (Timor-Leste) angekommen, zurückgelegte Distanz 108 sm. Wir haben Asien erreicht! Aktuelles Wetter: Sonnenschein, diesig, dichte dunkelgraue Wolken über den Bergen Osttimors, bei 33,7°C im Schiff, Wassertemperatur 30,3°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordwest, ruhiger Ankerplatz.
Nachdem wir gestern einen ruhigen Nachmittag verbrachten und unter Segel gut vorankamen, öffnete sich am Abend mit Dunkelwerden der Höllenschlund. Es war wohl genauso warm wie am Eingang zur Hölle und bestimmt nicht weniger furchteinflößend. Je später die Stunde wurde desto mehr Blitzlichtgewitter zogen auf, bis es letztendlich um uns herum im fünf Sekundentakt den ganzen Himmel mit Blitzen erleuchtete. So manch ein Diskobetreiber wäre neidisch auf so eine Diskobeleuchtung, wenn es nicht so unheimlich dabei wäre. Die meisten Blitze zogen ohne Donner am Firmament auf. In den Morgenstunden mit Hellwerden verebbten die Blitzlichtgewitter wieder und der Höllenschlund schloß sich ohne uns verschluckt zu haben. Und so steuerten wir gegen 10:00 Uhr auf die Hafeneinfahrt von Dili, Osttimor zu. Die Hafeneinfahrt ist gut betonnt und wir schafften es auch dem schwimmenden Plastikmüll auszuweichen. Der Ankerplatz ist nicht ganz so einfach, die guten Plätze sind von lokalen M
otorbooten mit Mooringbojen belegt und die freien Plätze sind tief, mit einem steinigen Ankergrund. Wir brauchten gefühlt unzählige Ankerversuche, bei denen wir so manch einen Plastiksack an die Wasseroberfläche beförderten. Letztendlich hält der Anker jetzt auf einer Wassertiefe von 16,6m. Wir hoffen nur, daß wir uns nicht in irgendetwas verheddert haben, das unseren Anker für immer behalten möchte. Aber erst einmal sind wir angekommen und können uns wieder neu versorgen. Morgen wollen wir zu den Offiziellen zum Einklarieren, denn heute sind wir zu spät und dann wollen wir das quirlige Städtchen aufsuchen.
Viele Grüße aus Dili, Osttimor Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 7.Tag auf See


Datum: Mittwoch, 25. Dezember 2019 – 11:00 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 08°18,547‘, E 127°18,917‘ Kurs 280°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 79 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 107 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder bei 33,3°C im Schiff, Wassertemperatur 30,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Ost, See 0,2m.
Den vergangenen Tag segelten wir überwiegend unter Vorsegel langsam dahin, denn nach unsern Berechnungen für den Ankunftstermin wollen wir unser Einlaufen für die Tagstunden einplanen und so mußten wir die Geschwindigkeit reduzieren. Zum Wachwechsel gegen 02:00 Uhr starteten wir dann den Motor wieder und machen jetzt den Anlauf auf unser Ziel, das wir morgen Vormittag erreichen wollen. Jetzt, da wir den hohen Inseln Indonesiens und Osttimors näher kommen, erleben wir nachts auch wieder deutlich intensivere Blitze aber ohne Donner. Es flackert immer wieder hell auf und beleuchtet die Wolken und Landformationen gespenstisch – echt imposant und respekteinflößend.
Viele Grüße aus den Gewässern von Selat Watar, nördlich Osttimor, Indischer Ozean Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 6.Tag auf See


Datum: Heiligabend, Dienstag, 24. Dezember 2019 – 11:30 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 08°40,301‘, E 128°35,131‘ Kurs 280°, Geschwindigkeit 3 kn, segeln unter Genua III, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 117 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 185 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolkenfelder bei 33,2°C im Schiff, Wassertemperatur 30,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Südost, See 0,2m.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachten aus dem Indischen Ozean!
Für uns ist der Tag dieses Jahr alles andere als weihnachtlich. Wir quälen uns mit der Hitze und leben in einem zurzeit ziemlich harten Segelalltag. Bei den Temperaturen steigt selbst „Gustav“ unser elektrischer Autopilot immer wieder und immer häufiger aus und zwingt uns von Hand zu steuern bis er sich erholt hat. Außerdem schwimmen immer häufiger und immer mehr Plastiktüten und anderer Plastikkram an uns vorbei. Das Zeug ist kein Mikroplastik sondern treibt in voller Größe vielfach einen halben Meter unter der Wasseroberfläche und ist somit ein absolutes Sicherheitsrisiko! Letzte Nacht haben wir uns eine von diesen Plastiktüten um den Propeller gewickelt. Es gab anfangs eine ziemliche Unwucht beim Weiterfahren aber das Ding hat sich inzwischen zum Glück wohl wieder einigermaßen vom Propeller gelöst. Vor ein paar Stunden ist sogar ein Totenschiffchen an uns vorbeigetrieben. Gerade haben wir Diesel aus unseren Kanistern nachgetankt und nun wollen wir das let
zte Stück zu unserem Ziel angehen. Hoffentlich ohne weiteres Plastikzeug an Gegenwinds sensiblen Unterwasserteilen.
Viele Grüße aus der Timor See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Australien – Und weiter geht es! - 5.Tag auf See


Datum: Montag, 23. Dezember 2019 – 11:00 Uhr Northern Territory- Zeit/ Australien GPS-Position: S 09°01,617‘, E 130°29,175‘ Kurs 280°, Geschwindigkeit 5 kn, Motorfahrt, zurückgelegte Distanz in den letzten 24 Stunden 119 sm. Auf zum nächsten Kontinent, unser Ziel liegt noch in ca. 300 Seemeilen Entfernung vor unserem Bug. Aktuelles Wetter: Sonnenschein, kleine Wolkenfelder bei 33,7°C im Schiff, Wassertemperatur 31,2°C, Wind Flaute aus Ost-Nordost, See 0,2m.
Australien liegt jetzt in unserem Kielwasser! Wir haben die Arafura See verlassen und schippern nun auf der Tiomor See herum und der Pazifik liegt auch hinter uns! Jetzt segeln wir auf dem Indischen Ozean.
Natürlich schreiben wir auch heute wieder über die Temperatur: sie lähmt uns, macht uns absolut träge und wie bei einem verdurstenden in der Wüste ist die unerträgliche Hitze hier unser Hauptthema. Selbst in der vergangenen Nacht gab es kaum Abkühlung, im Gegenteil wir hatten sogar das Gefühl die Luft ist zum Atmen ungeeignet, wie ein dickflüssiges Medium. Aber trotzdem sind wir wieder ein Stück weiter vorangekommen. Nachdem wir gestern Mittag einem Squall, einer heftigen Regenwolke, ausgewichen sind und sie nördlich umfahren hatten ohne naß zu werden war der Wind auch ganz weg – seitdem haben wir totale Flaute. Heute Vormittag überflog uns noch einmal ein Flugzeug der australischen Grenzkontrolle und nahm per Funk Kontakt mit uns auf und jetzt treiben wir auf der spiegelglatten See, während ein Fischerboot in unserer Nähe herumfährt.
Viele Grüße aus der Timor See Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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