Logbuch


Fiji: Wetterkapriolen - Länger als geplant in Suva

Wachsoldaten

Wachsoldaten

Für Suva hatten wir zwei bis drei Tage eingeplant, nun sind es schon fünf Tage und ein Aufbruch ist nicht in Sicht. Suva ist eine quirlige Stadt. Während Gegenwind an ihrem Ankerplatz von der Polizei bewacht wird und auch unser Dingi am Dingisteg unter Polizeiaufsicht steht, genießen wir das wuselige Treiben, die vielen Menschen, den riesigen Früchte- und Gemüsemarkt, sowie die Infrastruktur Suvas. Nur auf den stinkenden Straßenverkehr könnten wir gut verzichten. Wir haben inzwischen schon einen guten Teil des Stadtzentrums abgelaufen und das Fiji-Museum mit der hiesigen Geschichte angesehen. Ohne die als primitiv angesehene damalige Technologie der Pazifischen Inselwelt gäbe es heute wohl keine modernen Katamarane! UN-Generalsekretär A. Guterres war während unserer ersten Streifzüge durch Suva auch gerade zu Besuch – Klimawandel ist in der Politik auch hier ein Thema. Sichtbar ist Umweltschutz allerdings hauptsächlich für Touristen. Beim Eingang zum Parlament standen wir am Wachhäuschen vor einem modern und einem im Kolonialstil gekleideten Wachsoldaten und wir wurden eingeladen ein paar Fotos von ihnen zu machen. Der traditionell gekleidete Soldat strahlte uns seinen Stolz entgegen blieb aber stumm und steif, während sein modern gekleideter Kamerad gerne, wie hier eigentlich überall üblich, einen kleinen Klönschnack mit uns hielt. Bei einem wesentlichen Teil unserer Laufereien durch Suva ging es allerdings um unseren Aufenthalt und unsere Ausklarierung, die wir mit dem Zoll abstimmen müssen. Anders als gedacht bildet sich gerade ein verspäteter Zyklon nördlich von Fiji und die Zugrichtung sowie die Ausdehnung betrifft unseren Ankerplatz und unsere weitere Route nach Westen. Bis heute bietet allerdings noch kein Wettermodell eine Vorhersage, die über ein paar Stunden hinaus wirklich verwendbare Daten liefert. So warten wir und bleiben in Kontakt mit den Behörden für unsere Ausklarierung bis wir wissen, wie es sich weiterentwickelt. Suva bietet mehrere Kinos und am Samstag, den 18. Mai 2019 beschlossen wir uns in einem davon den Film „The Hustle“ (deutscher Titel: Glam Girls- Hinreißend verdorben) anzuschauen. Das moderne, gut klimatisierte Kino war eine schöne Abwechslung zu dem tropischen Paradies und seinen echt Nerv tötenden Wetterkapriolen. Viele Grüße aus dem großstädtischen Suva, Viti Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Angekommen in Suva

Suva empfängt uns grau in grau

Suva empfängt uns grau in grau

Jetzt oder nie - Und es war jetzt! Besser wird der Wetterbericht nicht, zumindest nicht für unsere verbleibende Zeit. Die Wettervorhersagen versprachen 4 Beaufort/ 15 kn Wind aus Südost mit Böen von maximal 6 Beaufort/ 25 kn und nur rauer See – das ist jedenfalls ruhiges Wetter nach hiesiger Definition auch wenn es uns eigentlich zu viel ist. Aber unsere Zeit in Fiji läuft ab. So haben wir dann tatsächlich ohne Widerspruch von Gegenwind die Leinen in Savusavu losgeworfen und sind am Montag, den 13. Mai 2019 um 10:25 Uhr in See gestochen (für die Segler: 3.Reff im Großsegel und halb eingerolltes Schlechtwettervorsegel, die Genua III). Gegenwind belohnte uns mit ihrer maximalen Geschwindigkeit und heftigen Wellensprüngen, in denen sie mächtig Wasser über das Deck, das Cockpit und uns schaufelte und sogar den Windgenerator und die Solarfelder ordentlich mit Seewasser spülte. Das ging so den ganzen Tag, so daß unsere Seebeine etwas wackelig blieben und unsere Mägen nach einem halben Jahr ruhigen Liegens am schaukelfreien Ankerplatz sich ziemlich unwohl fühlten. Etwas Besserung gab es gegen Mitternacht, als wir den Makangai-Channel passierten und nun geschützt vor den 2 m hohen Wellen im Schutz der Insel Makangai weitersegeln konnten. Nun hieß es allerdings Kreuzen (gegen den Wind im Zickzack fahren). Damit war dann unser Schlaf erledigt, zumal die Strecke nur in Teilen kartografiert ist, in denen wir dann unseren Kurs absetzten wollten und das ist Arbeit für zwei. In den Morgenstunden entschieden wir uns den Motor anstelle der Segel zu nutzen, denn sonst hätten wir eine weitere Nacht auf See einplanen müssen, was uns überhaupt nicht in den Kram passte. Suva empfing uns mit Weltuntergangsstimmung, es war grau in den trübsten Schattierungen und regnerisch dazu. So erreichten wir unseren Ankerplatz in Suva, der Hauptstadt Fijis tatsächlich noch mit dem letzten grauen Licht des Tages um 17:30 Uhr. Nun ankern wir in der Nukulekaleka-Bay (unter Seglern auch Lami-Bay genannt) auf 6,6 m Wassertiefe, Position: S18°06,653‘ E178°23,725‘. Wassertemperatur nur noch 26, 9°C (gut ein Grad kälter als in Savusavu). Und Ihr werdet es kaum glauben, angenehm frischen 27°C Lufttemperatur – es gibt nachts wieder eine dünne Bettdecke zum einkuscheln. Und so müde wie wir nach der Tour waren, fielen wir auch gleich todmüde in die Kojen. Viele Grüße aus dem großstädtischen Suva, Viti Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Wetter, Wetter und ein neuer Starttermin

Wetterplanung

Wetterplanung

Wie einfach ist doch das Segeln auf der Ostsee! Jetzt wo die Sommersaison dort beginnt bekommen wir immer wieder Meldungen über die ersten Segelstunden der Ostseesaison – einfach Segel setzten und ein paar Stunden Spaß haben. So einfach geht es hier leider nicht auch wenn unsere Temperaturen herrlichen „Sommer“ versprechen. Zum einen beginnt hier bei uns natürlich der Winter auf der Südhalbkugel und zum anderen hat die Zyklon- und Regensaison noch nicht aufgegeben, obwohl sie offiziell zu Ende ist. Ca. 1000 Seemeilen westlich von unserem Standort formiert sich eine tropische Störung, die sogar noch zu einem Zyklon werden kann. Das ganze System beeinflußt unser Wetter hier und bringt Regen, unbeständige und auch starke bis steife Winde. Abgekühlt hat es sich allerdings und wir haben uns während der letzten Nächte sogar mal wieder eine dünne Bettdecke übergeworfen – halt nur noch 26,6°C. Die Wetterberichte sind nicht so einheitlich, daß sie uns gute Daten über einen Tag im Voraus liefern und da wir keine Lust auf hartes Segeln bei rauem Seegang verspüren, warten wir – was in der Ostsee ein paar Stunden bedeutet, wird hier schnell zu Tagen oder Wochen mit viel Geduld – es heißt ja schließlich auch Langfahrtensegeln! Da sind doch ein paar Wochen mehr oder weniger mal drin, denn es geht beim Langfahrtensegeln ja dann auch gleich wieder auf ein paar hundert Seemeilen und einige Tage oder Wochen hinaus auf den Ozean. Der Wetterbericht scheint allerdings unsere Aufenthaltsgenehmigung für Fiji zu kennen, denn für die kommende Woche kündigt er Besserung an!?!? Viele Grüße aus dem heute schon wieder regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Gegenwind hat NEIN gesagt

Das Zeug war in unserem Dieseltank

Das Zeug war in unserem Dieseltank

Am Mittwoch, den 01. Mai 2019 wollten wir ja eigentlich mit der Segelsaison starten. Die Betonung liegt hier auf dem „eigentlich“. Wir hatten unseren Proviant fertig, die Segel angeschlagen, unsere Navigation präpariert und nun schauten wir uns noch einmal das Wetter an, das uns nicht mehr so ganz gefiel, aber es hätte nach unserer Einschätzung bis zum Ziel durchstehen müssen. Also ab an den Motorstart zum Ablegen. Dazu gehört bei uns immer ein kurzer letzter Blick auf Ölstand, Kühlwasser, Seewasserfilter und Dieselvorfilter. Zu blöd – aber der Dieselvorfilter war dunkel, so daß wir eine kleine Probe abließen, die uns schwarzklebrig entgegenkam. So sollte kein Diesel aussehen! Nach einigem Hin und Her nahmen wir Gegenwinds Aussage, sie fühlt sich nicht wohl mit der dunklen Brühe im Dieselfilter auf und entschieden uns zum Bleiben, um das Problem anzugehen bevor wir einen Motorausfall riskieren und damit womöglich in irgendeiner Engstelle  auf einem Riff hängenbleiben. So laufen Pläne dahin… . Jetzt hieß es erst einmal den Segelfertigzustand wieder auf kurzzeitigen Hafenmodus zurückzubringen und dann mal schauen wie wir das Problem lösen. Natürlich gab es hier nur eine Fiji-Lösung, denn in den Werkstätten und Fachgeschäften schaute man uns nur ziemlich unverständlich an, als wir nach Möglichkeiten einer Tankreinigung oder einer Absaugemöglichkeit fragten. Die anderen Segler um uns herum verstanden eher unser Vorhaben, konnten uns aber nicht helfen. Stattdessen nutzen sie unser Problem als Information um dann ihren eigenen Dieseltank zu inspizieren. Letztendlich fand Helge nach langem Palaver, viel Lauferei aber doch noch am selben Tag in einem der Baumärkte eine große Handölpumpe und ein paar „Bastelteile“. Anschließend bereiteten wir uns am Abend mental auf das Abtauchen in Gegenwinds Keller zu unserem Dieseltank vor.
Kellerarbeiten

Kellerarbeiten

Am Folgetag reinigten wir den Dieselfilter – Ersatz für das Filterelement gibt es wohl erst im nächsten Land in ca. 700 Seemeilen Entfernung. Danach fingen wir an den Grund von unserem Dieseltank leer zu pumpen. Die schwarzklebrige Masse, die wir dabei herausholten, verstopfte die Ölpumpe alle paar Züge, so daß wir sie ständig demontieren und reinigen mußten. Ziemlich genervt hörten wir mit Dunkelwerden auf, verschlossen unseren Keller wieder und taten noch einen frustrierten Blick in den Wetterbericht. Naja, der frische Wind, den wir an unserem Liegeplatz wahrnahmen, wurde von dem Wetterbericht bestätigt und so waren wir irgendwie doch froh, daß wir nicht losgekommen waren, denn Windstärke sechs bis sieben von vorne mit rauer See sind dann doch kein Segelspaß für uns. Wir müssen uns halt alle DREI wohlfühlen und wenn einer von uns NEIN sagt, ist die Entscheidung klar – diesmal war es Gegenwind die ihre Bedenken angemeldet hatte. Am Freitag lief es besser mit dem Auspumpen des Diesels aus dem Tank und zum Schluß war der Treibstoff sogar wieder klar. Seitdem Filtern wir knapp 100 Liter Diesel, die wir in Kanistern an Deck zwischengelagert haben und füllen sie sauber und klar Liter für Liter wieder in den Tank. Kaffeefilter tun dabei einen guten Dienst, es dauert halt nur lange. Heute am Sonntag lief der Motor das erste Mal nach der Aktion und es sieht so aus, als brauchen wir nur noch auf passendes Wetter mit weniger Wind und vielleicht auch weniger Regen warten, um einen neuen Start zu probieren. Viele Grüße immer noch aus dem heute wieder regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Unsere Segelsaison beginnt wieder

Segelfertig

Segelfertig

Es ist wirklich anstrengend in Fiji! Es regnet in Unmengen, mehr als jede gute Dusche an Wasser hergibt, dann scheint die Sonne und alles dampft und wir fühlen uns wie in einer Dampfsauna. Anschließend brennt die Sonne uns auf den Pelz, als wollte sie einem auf Maximum eingestellten Solarium Konkurrenz machen. So ganz nebenbei versuchen Spinnen, Kakerlaken, Moskitos und deren kleine Schwestern, die Sandfliegen uns einzuspinnen und auszusaugen oder einfach nur eine Bleibe zu finden. Trotzdem haben wir es geschafft Gegenwind segelfertig zu bekommen. Die Arbeiten wie Rigg checken, Segel anschlagen, Holzteile schleifen und lackieren und noch so einiges an Kleinkram an Deck und unter Wasser, das gepflegt, geprüft und überholt werden mußte, hatte nur Platz und Zeit in den wenigen Stunden in denen es nicht zu heiß oder zu nass war – also selten. Außerdem mußten sämtliche Vorräte gecheckt, abgelaufene Sachen verbraucht und ergänzt werden – Gegenwind wurde einmal auf den Kopf gestellt. Für die Insekten blieb uns hier letztendlich nur die großflächig eingesetzte Chemiekeule übrig. Allerdings mußten wir bei den Kakerlaken zum Einzelkampf übergehen und sie mit einem panzerauflösenden Spray außer Gefecht setzen – dabei sind leider auch Helges Fingernägel in Mitleidenschaft gezogen worden – aber wir haben gesiegt und gute zehn Stück beim Versuch bei uns an Bord heimisch zu werden vernichtet. In den letzten Tagen haben wir uns von unseren Freunden verabschiedet, was uns allen nicht ganz leicht fiel! Morgen, Mittwoch, den 1 Mai 2019 wollen wir nun unsere Leinen in Savusavu lösen und die Segelsaison mit einem ersten kleinen Segelstückchen nach Suva beginnen. Drückt uns die Daumen für einigermaßen brauchbares Wetter, denn der Wetterbericht ist hier doch nur bedingt realitätsnah. Viele Grüße aus dem heute regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Zwei Kulturen in einem Land

Auch Helge steht der Sulu

Auch Helge steht der Sulu

Es wird ja wirklich Zeit, das wir uns wieder einmal melden! Kaum zu glauben aber das tägliche Leben verschlingt auch bei uns so mancherlei: „Wir wollten doch noch!“, aber das kennt Ihr ja… . Unser neues Crewmitglied hat sich inzwischen super eingelebt und sich auch an den Einsatz zur  Schwerstarbeit als Großraumtransporter gewöhnt. Ein Dingi für Langfahrtensegler muß halt mehr leisten als ein Spaßdingi auf der Ostsee. Wir sind nun schon über vier Monate in unserem Zyklonversteck und haben inzwischen den Einen oder Anderen kennengelernt und auch zum Freund gewonnen. Dabei leben wir tatsächlich in einem Land mit zwei Kulturen. Die Melanesier, also die Urbevölkerung Fidschis konzentriert ihr Leben auch heute noch auf kleine mehr oder weniger entwickelte Dörfer mit einem Chief, der irgendwie als Bürgermeister gilt, aber doch mehr ist und unter anderem auch die Polizeifunktion wahrnimmt und eigentlich fast wie ein Vater für alles ist. Vor einiger Zeit besuchten wir unsere melanesische Freundin Mili und ihre Familie. Dazu mußten wir einige  Regeln einhalten. Zum Einen mußten wir einen Sulu tragen – so gab es Helge das erste Mal mit „Rock“ zu sehen – und Milis Mutter mußte unseren Besuch und das was wir in dem Dorf machen wollten und durften mit dem Chief absprechen. Natürlich konnten wir uns in Milis Haus bei ihrer Familie frei bewegen, aber im Dorf wurden wir von Mili oder ihrer Mutter immer begleitet. Als Ehrengäste wurden wir zusammen mit der Gesangtruppe des Dorfes ins benachbarte Resort gefahren und waren Teil der Gesang- und Tanzaufführung für die Luxustouristen des Resorts. So durften wir allerdings keine Fotos machen und jeder aus der Gesanggruppe zog uns einfach mit in die richtigen Positionen. Diese Art der Vorführungen sind eine der wenigen Möglichkeiten für das Dorf Geld für die Weiterentwicklung der Gemeinschaft zu verdienen. Es war ziemlich gewöhnungsbedürftig für uns in die richtigen Positionen geschoben zu werden und auch einen oder mehrere Begleiter bei uns zu haben aber wir hatten viel Spaß gemeinsam und wurden am späten Abend im Gemeindehaus sogar zu einer Kawa- Runde eingeladen - auch das natürlich strikt geregelt im Wechsel zwischen Händeklatschen, Trinken und Reden. Die Kawa- Runde ist eine traditionelle, gesellschaftliche Zeremonie in der man ein aus Pflanzen hergestelltes berauschendes Gebräu zu sich nimmt. Es ist für die Melanesier ein wichtiger hochgeachteter Bestandteil ihrer Kultur. Ein ganz anderes Erlebnis hatten wir vergangene Woche, als wir mit dem öffentlichen Bus in einer gut zweistündigen Tour quer über die Insel nach Labasa gefahren sind. Als erstes genossen wir die Bustour in die höher gelegenen vulkanischen Gebiete. Es war angenehm kühl und das nur mit offenen Fenstern. Die Landschaft auf dem Hochplateau bot einen tollen Ausblick auf tropische Regenwälder, Plantagen und Dörfer – eine echte Abwechslung zu unserem Savusavu. Auf dem Busbahnhof in Labasa wurden wir von einem wuseligen Treiben empfangen. Man hatte uns im Vorfeld schon erzählt, das Labasa als indische Stadt gesehen wird und tatsächlich hatten wir bei dem Besuch den Eindruck, daß es hier kaum Melanesier auf den Straßen gibt. Wir waren nach Labasa gekommen um ein wenig mehr von der indischen Kultur mitzubekommen und nun standen wir mittendrin. Uns zog es in den größten hinduistischen Tempel auf der Insel, den Sangam Tempel. Etwas zurückhaltend lasen wir am Eingang ein Schild mit der geforderten Kleiderordnung, der wir so gar nicht entsprachen. Aber da kam auch schon jemand auf uns zu und lud uns trotzdem ein seinen Tempel kennenzulernen. So bekamen wir eine private Führung um mehr über Vishnu und Shiva und die Glaubensregeln im Tempel zu erfahren. Anschließend führte uns Chalmaiya ins Büro um den Präsidenten der Anlage, die zusätzlich zum Tempel noch eine Schule, eine Krankenschwesternausbildungsstätte, sowie einige Handelsgebäude umfaßt, bei einem Kaffee kennenzulernen. Asha hatte mit ihrem indischen Namen dabei echtes Interesse geweckt und so vertieften wir uns ausgiebig ins Gespräch, so das wir gleich noch zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen wurden. Die Übernachtung beim Präsidenten und seiner Familie lehnten wir dann aber doch ab und nahmen den letzten Bus nach Hause. Wir erleben hier wie zwei Kulturen, die Ureinwohner, also die Melanesier und die indisch stämmigen Fidschianer, die durch die Kolonisation hergekommen sind, nebeneinander leben und in ihrem Verhalten sehr deutliche Unterschiede zeigen. Die Melanesier schauen vielfach grimmig drein, haben aber doch meist ein freundliches „Bula“ (hallo) für uns und untereinander übrig. Wir treffen sie nur mal eben zum Einkaufen oder zum Arbeiten in den großen Orten wie Savusavu. Wenn wir mit ihnen reden, erzählen sie hauptsächlich vom Fischen, von ihrer Familie und vom Dorfleben. Die Kinder lernen Englisch als Amtssprache in der Schule. Zuhause wird „Fidschi“ gesprochen. Die indisch stämmigen Fidschianer leben hauptsächlich im Ort, sind meist geschäftig, sitzen hinter dem Steuer oder an den Supermarktkassen und sagen so gut wie nie „hallo“. Auch deren Kinder lernen die Amtssprache Englisch in der Schule, aber sie sprechen zu Hause ihre indische Heimatsprache. Im Ort begegnen uns immer wieder indisch aussehende Frauen mit einem blauen Auge oder Kinder mit blauen Flecken – Gewalt in der Familie ist hier ein eigentlich nicht ausgesprochenes Thema. Viele Grüße aus dem sonnigen und regnerischen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Unser neues Crewmitglied

Unser neues Crewmitglied

Unser neues Crewmitglied

Gestern haben wir nun endlich den kleinen roten Teufel, unser geliehenes Dingi wieder an seinen Besitzer zurückgegeben. Wir wurden doch tatsächlich mit der Frage empfangen, wie häufig wir denn von ihm ins Wasser geworfen wurden. „Gar nicht!“ war unsere stolze Antwort. Natürlich gab es ein paar kritische Situationen, bei denen auch schon mal Wasser reinlief und ein paar lustige Balanceakte mußten wir auch überstehen aber abgesehen von nassen Füßen hatte der kleine Teufel uns nicht überlisten können. Mit dem Rücktransport unserer Leihgabe per Schlepp hatte unser neues Crewmitglied somit auch gleich seine erste Aufgabe prima gemeistert und das obwohl sie eine so lange Reise um die halbe Welt per Flieger hinter sich hatte. Nachdem klar war das wir unser neues Dingi bei SVB in Deutschland bestellen wollten, gab es einiges auf den Weg zu bringen. Alle Mitarbeiter die sich um unsere Bestellung gekümmert haben, leisteten einen tollen Job und das bei unseren Sonderwünschen – vielen Dank! Als das Paket oder eigentlich müssen wir sagen die beiden Pakete unterwegs waren, verfolgten wir die Sendungen mit Hochspannung, denn auch hier hatten wir die wildesten Geschichten von verirrten Paketen und entschwundenen Bestellungen gehört. Unser neues Schlauchboot sollte per DHL kommen, denn DHL ist der Lieferservice, der direkt hierher nach Savusavu liefert. Da das Schlauchboot mit all seinen Zubehörteilen zu schwer für ein DHL-Paket war, machte SVB zwei Pakete daraus – einmal das Schlauchboot und einmal die Zubehörteile – so paßte es. Es bedeutete für uns allerdings doppeltes Zittern. Nachdem wir die ersten Daten im deutschen Paket-Tracking-System fanden, liefen wir zum DHL- Service um unsere Pakete schon mal anzukündigen. Die deutschen Tracking Nummern waren allerdings nicht mit dem internationalen DHL-Verfolgungscomputer kompatibel und so ließ sich nichts finden – puhhh! Allerdings schickte man uns zum Zoll, genauer gesagt zu unserem Zollbeamten, der auch schon unsere Einklarierung vorgenommen hatte. Er beruhigte uns und schickte uns zur normalen Fiji-Post, wo man uns erklärte, das schon alles gut gehen wird und wir ja immer mal wieder vorbeigucken können – na, solche Aussagen kennen wir ja… . Außerdem sagten wir bei Beverly in unserem Marina- Büro Bescheid. Im Laufe der Wochen fanden wir im Tracking-System Aussagen wie „das Zielland ist erreicht“, danach „ist auf dem Weg ins Zielland“ bis zum Schluß „Verzollung im Zielland“ und „auf dem Weg zur Auslieferungsstelle“. In der Zwischenzeit wurden wir gute Bekannte mit unserem Zöllner, der DHL-Dame und den Leuten von der Fiji-Post. Es gab auch meistens ein paar kleine Alltagsgeschichten zum Austauschen. Am Freitag, den 22.02.2019 kam uns Beverly, mit dem Abholschein des ersten Paketes entgegen – eigentlich hatten wir die Adresse nicht als Lieferadresse angegeben – aber was soll’s. Wir liefen zur Fiji-Post – auch die Adresse hatten wir nicht als Lieferadresse angeben aber dort holten wir das Paket mit den Zubehörteilen ab. Jetzt hatten wir schon mal die Paddel! Am Mittwoch, den 27.02.2019 schauten wir bei der Fiji-Post vorbei und eine Mitarbeiterin zeigte uns unser zweites Paket, nur mitnehmen konnten wir es noch nicht, denn es fehlte noch der Zollstempel zur Freigabe. Das sollte am kommenden Tag erfolgen. So blieb uns noch ein netter Klönschnack und wir gingen am Folgetag wieder hin. Als die Postmitarbeiter uns sahen, legten sie das Paket bereit und schoben unserem Zollbeamten die Papiere zur Freigabe unter die Nase und nun war auch unser neues Schlauchboot nach nur gut dreieinhalb Wochen Lieferzeit in unseren Händen. Viele Grüße aus dem tropisch heißen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Übrigens

Unsere Lieblingssendung „Von Hamburg bis Haiti“ (NDR-Info) brachte letzten Sonntag einen tollen Bericht über die Insel vor der wir gerade an der Mooringtonne liegen: https://www.ndr.de/info/sendungen/zwischen_hamburg_und_haiti/Fidschis-freundlicher-Norden,sendung861686.html Viel Spaß beim Hören! Viele Grüße aus dem tropisch regnerischen, heißen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Schweißtreibendes Paradies

Treigut um Gegenwind

Treibgut um Gegenwind

Auch nachdem der Tropensturm Mona nun schon lange abgezogen ist, bleibt das Wetter hier das alles Bestimmende. Wenn wir jemanden treffen, lautet die Begrüßung in der Regel: „Hallo, heute ist es wieder sehr heiß…!“ oder „Hallo, man der Regen überflutet ja alles…!“ Wir sitzen also weiterhin regelmäßig am Wetterbericht und beobachten die Prognosen und machen halt das, was das Wetter gerade zuläßt. An den heißen Sonnentagen, zerfließen wir schon beim Frühstück und ab spätestens 10:00 Uhr morgens dürfen wir nicht vergessen Schuhe anzuziehen, wenn wir uns an Deck, oder an Land in der Sonne bewegen wollen, denn sonst verbrennen wir uns die Füße. Das sieht dann jedes Mal wie ein lustiger Stepptanz aus. Zu unseren Gängen in den Ort darf auf keinen Fall eine Flasche Wasser fehlen. Manchmal traut Helge sich auch auf einen ausgedehnten Spaziergang – zwei Stunden in der prallen Sonne sind aber auch genug. Der Wasserkonsum dabei ist enorm: zweieinhalb bis drei Liter Wasser gehen dabei drauf und die müssen im Gepäck mitgeführt werden. Im Ort gibt es allerdings auch ein paar Zapfstellen. Läden mit einer Klimaanlage gehören zu unseren Lieblingsplätzen und so kehren wir gerne mal bei einem der beiden technischen Kaufhäuser ein und schauen uns zum x-ten Mal die Auslagen an. In der angenehm klimatisierten Temperatur schöpfen wir wieder ein wenig Energie. Übrigens ergeht es den Einheimischen, die dieses Klima seit ihrer Geburt kennen nicht besser, auch sie wälzen sich nachts in ihren Betten, auch ihnen steht der Schweiß im Gesicht und auch sie sind erschöpft. Die Schulkinder die uns nachmittags auf dem Nachhauseweg begegnen schleppen sich uns schweißgebadet und mit einem Lappen den Schweiß wischend entgegen. An anderen Tagen regnet es dafür wie aus Eimern. Manchmal nur ein paar kurze Schauer, manchmal auch den ganzen Tag. Seitdem wir diesen Regen hier kennen, würden wir jeden  noch so heftigen norddeutschen Regen allerdings nur noch als Nieselregen bezeichnen und selbst die Regenzeit in Panama haben wir nicht so heftig in Erinnerung. Während dieser Schauer füllen wir aber innerhalb von einer halben Stunde mal eben dreißig bis fünfzig Liter Regenwasser für unsere Trinkwasserversorgung in Kanister. Das örtliche Trinkwassernetz, das aus den Hängen gespeist wird, ist überfordert mit so viel Wasser und liefert an Regentagen nur braunes Wasser mit wer weiß was drin. Die Straßen weisen nach solchen Regentagen gerne große Schlaglöcher im Teer auf, denn die Flicken werden meist ausgespült und die Straßenmeisterei ist ständig am Flickschustern. An den Regentagen bleiben wir in der Regel an Bord, denn der geht durch bis auf die Haut und auch das Dingi ist dabei schnell randvoll mit Wasser. Wir nutzen solche Schauer dann aber gerne mal als echte Regendusche. Die Feuchtigkeit läßt die Insektenwelt aufblühen und da hier nur wenig Wind vorhanden ist, wimmelt es überall von Fliegen und Moskitos. Abends zur Dämmerung, wenn es langsam kühler wird, zwingen uns die Biester bei ca. 30°C unter Deck um dann die Fenster und die Tür mit Netzten zuzuhängen. So summt es dann nur draußen während wir die Nacht im „Schwitzkasten“ verbringen. Diese Bedingungen sind ziemlich erschöpfend und verlangsamen das Leben im hiesigen tropischen Sommer enorm und da der Wetterbericht ziemlich unzuverlässig ist, bleibt uns auch nur ein spontanes, ans Wetter angepaßtes Leben übrig. Was heute nicht passiert, geht vielleicht morgen. So nun aber erst einmal genug zum Wetter. Denn wir versuchen hier natürlich auch wieder unser tägliches Leben zu gestalten. Für Gegenwind stehen einige aufwendige Arbeiten an. So muß das Sprayhood dringend nachgenäht werden, denn inzwischen sind alle Nähte auf. Da alle Reißverschlüsse der Korrosion zum Opfer gefallen sind und wir so nur am montierten Sprayhood arbeiten können, müssen alle Nähte an Deck per Hand erneuert werden. Vor gut zweieinhalb Wochen fing unser Schlauchboot an Luft zu verlieren - es ist aus PVC und hat uns nun zwei Jahre gedient. Die PVC-Klebungen halten den tropischen Anforderungen nicht länger stand. Nach zwei Reparaturen gaben wir auf, denn immer neue Löcher stellten sich ein. So weit ab vom Schuß ist es gar nicht so einfach Lösungen zu finden. Aber dank anderer Segler hier vor Ort sind wir weiterhin mobil und kommen an Land, denn wir konnten uns einen „kleinen roten Teufel“ mieten. Das kleine GFK-Dingi ist ein wenig kippelig und versucht schon mal uns abzuwerfen aber bisher haben wir es immer geschafft trocken überzusetzten. Vor Ort bekommen wir keinen Ersatz für unser Schlauchboot und so begaben wir uns im Internet auf die Suche. Dabei hatten wir Lieferanten von Neuseeland, Australien, China, USA und Deutschland durchgestöbert – jetzt ist ein Ersatzdingi aus Deutschland zu uns unterwegs! Wer glaubt, in den Tropen gibt es keine Erkältungen, der liegt nur fast richtig, denn die Fieberkrankheit, die hier gerade durchzieht wird von den Einheimischen gerne Erkältung genannt. Helge hat die Krankenwoche inzwischen fast überstanden. Mal sehen ob und wann es Asha erwischt. Viele Grüße aus dem tropisch regnerischen, heißen Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Besuch vom Tropensturm „Mona“

Regenfänger: Unsere Trinkwasserversorgung

Regenfänger: Unsere Trinkwasserversorgung

Wir haben uns ein echt aufregendes Plätzchen für die pazifische Sommerzeit gesucht. Seit dem Durchzug des Tiefdruckgebietes am Neujahrstag beobachteten wir das Wetter weiter sehr kritisch, mindestens zweimal täglich, denn ein weiteres Tief drohte mit mehr. Die Wetterberichte gaben sehr unterschiedliche Prognosen, die Menschen hier vor Ort wurden immer unsicherer und auch wir versuchten unsere eigenen Wetterinterpretationen der verschiedenen Wettermeldungen. Vor ein paar Tagen gingen in Fiji dann die Warnmeldungen über einen Tropensturm los. Dann bekam der Sturm einen Namen: Mona. In der „Fiji Times“ wurde von Evakuierungen berichtet, und auch hier in Savusavu vernagelten viele Geschäftsleute und einige Privatleute ihre großen Fensterfronten mit Brettern. Es wurden ein paar Vorräte besorgt und Taschenlampen bereitgestellt. Die Segler um uns herum zurrten alles fest, was nicht schon sturmsicher war und es wurden ein paar Extraleinen ausgebracht. Wie die meisten anderen waren wir ja von unseren Silvestervorbereitungen noch sturmklar. Jetzt hieß es warten! Schon seit Tagen schüttete es hier wie aus Kübeln, und vermutlich würde keine europäische Kanalisation diese Wassermassen auch nur ansatzweise bewältigen können, aber hier nimmt man die kleinen Bäche über die Straßen halt einfach hin. Leider schwemmte der Regen etliches Plastikzeug sowie Öle mit sich direkt ins Meer. Außerdem flossen an Gegenwind immer wieder Berge aus „Pampers“ vorbei – so einfach die Dinger beim Windelwechseln auch sein mögen aber für die Umwelt sind die kleinen Plastikhosen einfach eine Katastrophe. Für uns bedeutete der Regen Trinkwasser, denn die Wasserwerke liefern bei so einem Regen nur braunes, stark gechlortes Wasser, das eigentlich auch von keinem Einheimischen ungekocht getrunken wird – außerdem forderten die Behörden zum Abkochen auf. Mit unserem Regenfänger füllten wir unsere Trinkwasservorräte gut auf – Fünf Liter Kanister raus, zehn Minuten warten und schon wieder war ein Kanister voll. Also ist unsere Trinkwasserversorgung sicher 🙂 Die Unmengen von Regen verwandelten Gegenwind allerdings zu einer Tropfsteinhöhle. Ein norddeutscher, schmuddeliger Novembertag ist aus unserer hiesigen Sicht gemütlich am Kaminfeuer zu ertragen, während wir hier jetzt in immer feuchterem Klima schwitzen, und den schnell wachsenden Stockflecken in Gegenwind beim größer werden zugucken. Inzwischen ist alles klamm. Die Luft im Schiff ist zum Schneiden, denn der Sprühnebel, der bei so einem  Regen in der Luft liegt, dringt durch jede kleine Ritze. Erschrocken stellten wir heute fest, daß die heftige Feuchtigkeit nahezu alle lackierten Flächen – ob Zweikomponenten Lack an Deck oder nur einfachen Lack im Schiff zum Blasenwerfen bringt. In den letzten Tagen mußten wir außerdem jeden Tag mehrere Stunden den Motor laufen lassen um unsere Batterien zu laden, denn von der Sonne die unsere Solarfelder normalerweise speist, war nichts mehr zu erkennen und unserer Windgenerator war ja schon sturmsicher verpackt. Allerdings konnten wir so bequem an Bord duschen, denn dazu zogen wir nur unsere Badesachen an und gingen für fünf Minuten in die natürliche Regendusche an Deck. Die Spitzenwindgeschwindigkeiten im Zentrum von Mona, die am Sonntag, den 06.Januar 2019 nördlich an unserer Insel Vanua Levu vorbeizog, sollen laut den Wetterberichten um die 30-50kn betragen haben. Auf Gegenwind hatten wir hingegen Flaute mit dem einen oder anderen kleinen Windstupser von ca. 15kn Wind. Die Wetterberichte änderten sich während des An- und Durchzugs von Mona regelmäßig und korrigierten die Zugbahn und die Stärke ständig, so daß wir bei jedem neuen Blick wieder andere Daten bekamen. Der Pazifik ist halt ein launisch, wechselhafter Ozean. Naja, wenn so aber ein Tropensturm sein soll, dann lassen wir uns das gefallen. In unserem Fotoalbum zeigen wir die sich ständig verändernden Routen-Vorhersagen aus dem „Joint Typhon Warning Center (JTWC)“ von mehreren Tagen. (Hier der Link zum JTWC: http://www.metoc.navy.mil/jtwc) Viele Grüße aus dem Tropensturm geplagten Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Stürmische Neujahrsgrüße!?

Sturmklar: Großsegel abgeschlagen, Windgeneratorflügel demontiert

Sturmklar: Großsegel abgeschlagen, Windgeneratorflügel demontiert

Euch allen ein frohes und glückliches Jahr 2019!!! Seit dem zweiten Weihnachtstag stecken unsere Nasen zwei bis drei Mal täglich in den sich ständig ändernden Wetterberichten, denn da tat sich nordwestlich von uns ein kleines drehendes Tiefdruckgebiet auf. In den folgenden Tagen verdichteten sich die Prognosen, daß wir um den Jahreswechsel eine Depression oder vielleicht sogar einen Zyklon (tropischen Sturm) erwarten sollten. So mußten wir erst einmal alles stehen und liegen lassen und Gegenwind und uns auf das schlimmste vorbereiten und alle losen Teile entweder unter Deck verstauen oder gut vertäuen. Wir nahem das Großsegel ab, brachten extra Vorleinen aus und besorgten schon mal etwas mehr Trinkwasser und ein paar Extrarationen. Die Einheimischen waren da entspannter und schauten nur mal nach ein bisschen extra Trinkwasser, einer funktionierenden Taschenlampe und ein paar Dosen im Schrank. Am Sonntag, den 30. Dezember 2018 kam dann vom Fidschi-Wetterdienst die Zyklon-Warnung heraus. Fidschi sollte sich auf einen Zyklon der Kategorie 1 (34-47kn Windgeschwindigkeit) vorbereiten. So kamen am Silvestertag viele Segler, die es in die Umgebung gezogen hatte in unsere Bucht, außerdem wurden alle Schiffe, die in den unterschiedlichen Marinas festgemacht hatten losgebunden und die ganzen Mooringtonnen wurden belegt. Nichtsdestotrotz gingen die Planungen für Silvesterunternehmungen weiter und am Silvesterabend zog es die Mutigen zu den Veranstaltungen, während die Ängstlichen sich doch eher an Bord verzogen. Wir wollten unser leichtes Dingi so klein wie möglich ohne Luft sicher an Deck verstauen und so gehörten wir zu den Ängstlichen und machten uns einen gemütlichen Abend an Bord. Natürlich durfte dabei „Dinner for one“ nicht fehlen. Es regnete viel und nur kleine Pausen ließen uns ein wenig Luft schnappen. Pünktlich zur Mitternacht fing es heftig an zu gießen und so schauten wir uns die kleinen Feuerwerke von unserem Platz unter dem Sprayhood aus an, bevor wir in die Kojen gingen. Eigentlich hätte der Zyklon mit Hellwerden über uns hinwegziehen sollen, aber er hat es sich wohl im letzten Moment noch einmal anders überlegt und einen nördlicheren Kurs eingeschlagen. Der Himmel ist hier somit nur ein wenig grau in grau, der Wind streicht mit zwei Beaufort über Gegenwind hinweg und es wird nach den verschiedenen Wettermodellen auch kein Zyklon mehr über uns herüberziehen. Zumindest jetzt nicht! Laut Prognosen sind allerdings noch weitere Tiefdruckgebiete für die kommende Woche im Anmarsch auf Fidschi. Wir hoffen die haben auch ein Einsehen mit uns und jagen uns nur einen Schrecken ein ohne uns zu treffen. Das Jahr fängt also spannend an, mal sehen was daraus wird?! In diesem Sinne ein frohes neues Jahr aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Viele tropische Weihnachtsgrüße!

Der Weihnachtsmarkt: tropisch dargebotene Weihnachtslieder

Der Weihnachtsmarkt: tropisch dargebotene Weihnachtslieder

Am Samstag, den 15.Dezember 2018 eröffnete der hiesige Weihnachtsmarkt, der hier allerdings „Weihnachtskarneval“ heißt, für eine Woche die Tore. Wir gehörten dabei zu denen, die sich die abendlichen Veranstaltungen von der VIP- Tribüne anschauen konnten und einen extra leckeren Happen dazu serviert bekamen. Es ist faszinierend, wie Multikulturell das Fest war. Die Ansprachen wurden in den drei Landessprachen, Fidschi, Englisch und Hindi gehalten und die Veranstaltungen boten für jeden Kultur- und Glaubenskreis etwas „Weihnachtliches“. Angefangen mit christlichen Weihnachtsgottesdiensten wurden anschließend an verschiedenen Tagen Bollywood-Tänze präsentiert oder gemäß dem tropischen Verständnis Weihnachtslieder dargeboten. Natürlich durften auf dem Weihnachtsmarkt Kunsthandwerkstände und Futterbuden nicht fehlen. Außerdem sorgten eine Kinderhüpfburg und ein hiesiges Riesenrad mit viel Krach und einer ziemlich klapprigen Technik für den Spaßfaktor. Zu Helges Geburtstag verspeisten wir in unserem Lieblingsrestaurant, dem Lias Café, ein leckeres Stückchen extra hergerichteten Geburtstagskuchen und die drei Mädels, die uns dort regelmäßig servieren, boten Helge ein Geburtstagsständchen, in das sogar einige andere Gäste einstimmten. Zu unserem Leid hatte uns beide eine ziemlich lästige tropische Erkältung ereilt, von der wir uns zum Glück vor den Weihnachtstagen erholt hatten. So ganz nebenbei besuchten wir schon wieder einmal einen Friseur, nähten zum wiederholten Mal ein paar Nähte von Gegenwinds Sprayhood nach und verholten uns am Freitag, den 21. Dezember 2018 an unsere für die Zyklonzeit gebuchte sturmsichere Mooringtonne. Hier richten wir uns jetzt für ein paar Monate ein um unser Leben auf Fidschi möglichst angenehm zu gestalten. Die tropischen Temperaturen, die uns mächtig zu schaffen machen und den Schweiß in Strömen fließen lassen, bringen uns so ganz nebenbei aber auch eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit mit den Menschen um uns herum. Den Vormittag des Heiligabends haben wir wie fast alle Menschen auf der Welt mit den letzten Weihnachtseinkäufen verbracht. Und auch in Savusavu waren die Geschäfte überfüllt und die Schlangen an den Kassen lang. Für Heiligabend hatte Asha wie jedes Jahr ein leckeres Essen gezaubert: Es gab einen eingelegten Weihnachtsschinken im Backofen mit Ananasstückchen angerichtet, Backkartoffeln, selbstgemachten Rotkohl und als Nachtisch einen Jogurt mit Passionsfrüchten und Wackelpeter zubereitet. Anschließend genossen wir einen online Weihnachtsfilm. Den ersten Weihnachtsfeiertag starteten wir bei unserem Frühstück mit „Gruß an Bord“, einer Sendung von NDR-Info, die wir hier in Fidschi dank der guten Internetverbindung tatsächlich online hören konnten. Vielen Dank NDR- „Gruß an Bord“-Redaktion: Wir haben uns riesig gefreut über Eure ganz persönlichen Wünsche zu uns auf die Gegenwind! Frohe Weihnachten aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Pläne Entwickeln sich wie das Wetter

Savusavu unser Sturmschlupfloch google earth 16_12_2018

Savusavu unser Sturmschlupfloch/ google earth 16.12.2018

Anfangs haben wir nur auf stabileres Wetter gewartet. Jetzt werden wir uns hier in Savusavu für die kommenden Monate häuslich einrichten. Ja, eigentlich wollten wir ja schnell weiter nach Australien aber nun haben wir ein paar zu hohe Risiken in unserem Plan erkannt. Das Wetter und die Strecke nach Australien sind gespickt mit spontanen Wetteränderungen, die auch starke Gegenwinde und Sturm hergeben können und wir haben realisiert, das wir bei unserem Segeltempo nicht vor solch bösen Überraschungen gefeit wären. Wir sind nicht so hartgesotten, das wir Stürme gerne durchsegeln und so haben wir beschlossen in Savusavu ein geschütztes Fleckchen zu ergattern und uns hier für die kommenden Monate der Zyklonsaison einzurichten. Dazu haben wir ab eine starke, sturmerprobte Mooringtonne angemietet, die von Mangroven und einem Riff umschlossen ist und zusätzlich einen gemütlichen kleinen Marina- Anlegesteg mit netten Leuten bietet. Wir wollen uns diese Woche dorthin verlegen. Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Owen hält uns auf

zyGrib: Wettervorhersage vom 04.12.2018

zyGrib: Wettervorhersage vom 04.12.2018

Unser Plan sah Fidschi nur als kurzen Zwischenstopp vor, aber nun sind wir doch noch länger hier als erwartet. Schuld daran ist „Owen“, ein Zykon (so nennt man die tropischen Stürme im Südwestpazifik), der sich zurzeit im Korallenmeer austobt. Von Anfang November bis Ende April ist hier im Südostpazifik die Zyklonsaison und wir stecken mittendrin, da wir in der sogenannten südpazifischen Segelzeit (von Mai bis Oktober) aufgrund von zu viel Wind für unsere Verhältnisse immer wieder festgesteckt hatten. Jetzt während der Zyklonzeit ist es besser. Allerdings besteht so auch immer die Gefahr von Zyklonen. So beobachten wir das Wetter und die Wetterentwicklung um uns herum sehr intensiv.
zyGrib: Wettervorhersage vom 27.11.2018

zyGrib: Wettervorhersage vom 27.11.2018

Vor einer Woche entdeckten wir in unseren Wetterdaten, den „grib-files“ eine Störung um die Salomonen, gute tausend Seemeilen entfernt, denn dort entsteht unter Anderem das Wetter für uns hier auf Fidschi. Ein paar Tage später zeigten die offiziellen Warnsysteme eine mögliche Sturmentwicklung an.
cyclocane: mögliche Sturmrichtungen Stand: 30.11.2018

cyclocane: mögliche Sturmrichtungen Stand: 30.11.2018

Leider sind die Zyklone auf dem Pazifik nicht so schön berechenbar wie die Hurrikane auf dem Atlantik. Die Vorhersagen für die mögliche Sturmentwicklung gingen von Papua-Neu Guinea über Australien nach Neu Kaledonien und eine mögliche Richtung zeigte sogar nach Fidschi – wie blöd. Aber damit wollten wir nicht in Richtung Westen ablegen. Einige Zeit später verliefen einige Sturmprognosen immer noch über Neu Kaledonien, unserem nächsten geplanten Stopp und so verweilen wir hier auf Fidschi bis sich der Zyklon ausgetobt hat und die Folgen an uns vorbeigezogen sind. Hier werden die Wellen voraussichtlich etwas höher und wir werden wohl mit Regen und Gewitter rechnen dürfen sobald sich das Sturmgebiet auflöst und ostwärts abzieht. Also warten wir noch ab – und so schlecht gefällt uns Fidschi auch nicht, wenn es nur nicht so brütend heiß wäre.
cyclocane: der neueste Weg von "Owen" Status 04.12.2018

cyclocane: der neueste Weg von "Owen" Status 04.12.2018

Falls Ihr Lust habt unsere Wetterbeobachtungen mal zu Hause auszuprobieren, dann findet Ihr mit folgenden Links/ Programmen die von uns verwendeten Analyse Programme. Wir kommen dabei am besten mit dem GFS-Wettermodel zurecht, an das wir uns gewöhnt haben:
  • „windy.com“ bietet eine Möglichkeit Wind und Wetterkarten direkt im Internet anzuschauen (https://www.windy.com/). Dabei heißt es dann allerdings das GFS-Wettermodell auszuwählen, da sonst die Wetterkarten andere Vorhersagen liefern.
  • Die „Cyclocane“ Seite liefert uns die Zyklonvorhersagen, Warnungen und Analysen mit denen wir auch die akute Gefahr abschätzen (https://www.cyclocane.com/) .
  • zyGrib: ist das von uns bevorzugte Wetteranalyseprogramm, das kostenfrei aus dem Internet heruntergeladen und auf dem Computer installiert werden kann. Mit dem Programm kann man das gewünschte Gebiet auswählen und die Wetterdaten der US-Amerikanischen NOAA herunterladen  (http://zygrib.org/). Das sind dann die sogenannten „grib-files“.
Viel Spaß beim Nachforschen! Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fiji: Papierkrieg und pazifische Insel mit indischem Einschlag

Gegenwind aus luftiger Höhe

Gegenwind aus luftiger Höhe

Bei unseren ersten Schritten in Savusavu fragten wir uns, ob wir die pazifische Inselwelt verlassen haben, denn irgendwie schien im Ort alles sehr indisch zu sein. Das Aussehen und teilweise das Verhalten der Menschen, die Geschäfte, der Markt, die Restaurants, das Essen strahlten uns irgendwie nicht im pazifischen Stil an, sondern wirkten wuselig indisch. Wir müssen allerdings gestehen, daß wir bisher noch nicht in Indien waren, aber so stellen wir es uns dort ansatzweise vor. Ganz von der Hand zu weisen ist unser Eindruck allerdings nicht, denn knapp die Hälfte der Bevölkerung stammt bedingt durch die britische Kolonisation aus Indien, denn die Briten brachten viele indische Arbeiter für ihre Plantagen her. Bevor wir nun aber anfangen konnten uns auf unsere Umgebung zu stürzen, mußten wir erst einmal den Papierkram für unseren Aufenthalt in Fiji zu Ende bringen. Damit wir innerhalb Fijis herumsegeln dürfen, müssen wir ein sogenanntes „Cruising Permit“ haben, das die Marina für uns bestellen mußte. Nach drei Tagen und vielen Nachfragen bekamen wir das Papier ausgehändigt. Damit mußten wir noch zum Zoll laufen und es dort abstempeln und unterschreiben lassen. Nachdem wir das alles erledigt hatten, dürfen wir nun innerhalb Fijis herumsegeln. Trotzdem müssen wir uns einmal wöchentlich bei den Behörden per eMail melden und denen mitteilen wo wir gerade sind, wer sich an Bord befindet (Crewänderungen müssen übrigens vorher bekannt gegeben und genehmigt werden) und wohin wir wollen. Das ist insgesamt ein hoher Aufwand. Aber so etwas kennen wir schon aus anderen Commonwealth Ländern – „Die lieben ihren Papierkram!“ Ursprünglich stand Savusavu ja gar nicht auf unserem Reiseplan und so wollten wir auch gleich weiter. Das bedeutete, daß wir uns erst einmal um Gegenwind kümmerten. Wir checkten einmal alles routinemäßig durch, wobei diesmal auch wieder ein Kletterakt in den Mast dazu gehörte, um die Rollen, Bolzen, Drähte Leinen, die Kabel und die Elektronik zu prüfen. Fällig war auch ein Schnorchelgang um den Propeller und das Unterwasserschiff zu inspizieren und zu reinigen. Außerdem füllten wir unseren leergefahrenen Dieseltank und diesmal auch unsere Kollektion Deckskanister, um unsere Dieselreichweite für eventuelle Flauten zu vergrößern. In Savusavu entdeckten wir einen Schuh-Reparaturservice, der unsere durchgelatschten Schuhe wieder auf Vordermann brachte. Passende neue Schuhe sind nahezu nicht zu bekommen, denn hier trägt man Flipflops oder geht barfuß. Ein Inder der in einer kleinen Ecke sitzt und mit Nadel und Faden Stich für Stich die Schuhe bearbeitet, erledigte unsere Reparaturen für nur 5 FJD (keine 2,5€) – der Mindestlohn beträgt hier 3,10 FJD pro Stunde. Am Montag, den 26. November 2018 wollten wir nun endlich mal etwas mehr von der Insel sehen und so begaben wir uns zum hundert Schritt entfernten Busbahnhof. Wir bestiegen den Bus nach Labasa, der größten Stadt der Insel. Die Tour ging auf die andere Seite von Vanua Levu über die Berge hinweg. In einem vollen, eng bestuhlten Bus, 5 Sitzplätze pro Reihe, wurden wir in einer gut zweistündigen Busfahrt durch herrliche tropische Regenwaldlandschaften und vorbei an diversen Dörfern und Feldern kutschiert. Die Stadt Labasa war richtig wuselig und auch hier war der indische Einschlag deutlich dominierend. In den Abendstunden waren wir wieder zurück an Bord und durften erst einmal die Hitze des Tages aus Gegenwind herauslassen ohne gleichzeitig zu vielen Moskitos Zugang zum Salon zu gewähren. Übrigens sind die brüllende Hitze, tagsüber um die 35°C in Gegenwind und nachts noch um die 29-30°C sowie Massen an Moskitos hier eine echte Herausforderung an unsere Kondition. Wir schlafen keine Nacht durch, trinken pro Tag 4-5 Liter meist Wasser, wechseln ein durchgeschwitztes T-Shirt gegen ein gerade getrocknetes, die Hosen kleben und der Schweiß rinnt nahezu pausenlos über sämtliche Körperteile. Außerdem plagen uns Unmengen von Moskitos, die sich mit Leichtigkeit ihre Wege durch unsere Moskitonetzte und Kleidungsstücke suchen. Die Folge sind aufgekratzte Mückenstiche, die sich entzünden. Mit einer gewissen Beruhigung haben wir allerdings festgestellt, das es den Einheimischen vielfach auch nicht besser ergeht als uns. Es ist allerdings hart mitanzusehen, das auch Kleinkinder von Mückenentzündungen geplagt sind und dabei teilweise ganze Unterschenkel offene Wunden zeigen. Die Temperaturen lassen uns träge werden und wenn möglich folgen wir dem Beispiel der Einheimischen, die im Schatten sitzen oder liegen und sich möglichst wenig bewegen. So warten wir jetzt auf das passende Wetter für die Weiterfahrt. Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fiji Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 9.Tag, angekommen und einklariert

Datum: Montag, 19. November 2018 – 18:30 Uhr Samoa Zeit (17:30 Fidschi Zeit) GPS-Position: S 16°46,646‘, E 179°20,171‘ Angekommen an der Mooringboje (9,9m Wassertiefe) in der Coprashed Marina in Savusavu auf Vanua Levu, Fidschi, Etmal seit gestern 99 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 605 sm. Aktuelles Wetter: blauer Himmel, leicht bewölkt, brütend warm bei 32,1°C im Schiff, Wassertemperatur 28,8°C, Wind 0-1 Beaufort, Wellen keine. Die vergangene Nacht motorten wir bei völliger Flaute durch. Um 22:28 Uhr sprang unsere Positionsanzeige um – von 180° westlicher Breite auf 180°östlicher Breite und so sind wir nun wieder im Osten, da wo die Sonne aufgeht 😉 Pünktlich um 08:00 Uhr, fünf Seemeilen vor der Riffeinfahrt nach Savusavu wurde Helge aus der Koje geholt und der Motor für eine Stunde zum gemütlichen Frühstück abgestellt. Anschließend machten wir uns an die letzten Meilen zur Marina. Kurz vor Erreichen der Marina wollten wir uns per Funk anmelden, aber es meldete sich nur ein deutschsprachiger Segler mit der Aussage, heute ist Feiertag, Mohammed’s Geburtstag. So was blödes, denn ein Einlaufen am Wochenende/ Feiertag wollten wir eigentlich vermieden haben, denn die kassieren so schon ordentliche Gebühren. Naja, was soll’s, wir hatten noch die Hoffnung, daß die Offiziellen sich erst am Folgetag um uns kümmern würden, denn kurz vor uns war ein riesiger Kreuzfahrer, die Maasdam, eingelaufen. Um 12:40 Uhr machten wir an einer Mooringboje der Coprashed Marina fest und sofort war auch ein Mitarbeiter bei uns, um für die Begrüßung durch die Offiziellen zu sorgen. Eine halbe Stunde später saßen ein Beamter für Zoll & Grenzschutz und ein zweiter Beamter der Gesundheitsbehörde im Salon. Freundlich füllten sie die Papiere aus, ließen sich die Unterschriften geben und nahmen Helge gleich mit, damit er Geld zum Bezahlen der Gebühren direkt vom Automaten abheben konnte. Die Geldübergabe wurde dann schnell auf der Straße erledigt und die Quittung gab es auch dazu. Der nächste Beamte, der von der Umweltbehörde, stand schon am Marina-Shuttle bereit und so ging es wieder zurück zu Gegenwind. Seine erste Frage galt Asha, die die Leine von dem Marina- Shuttle annahm: „Nur der Captain darf von Bord. Du hast das Schiff noch nicht verlassen?“ Was für eine Frage … . Aber der junge Beamte war nett, füllte seine Papiere aus und wollte wissen welche Lebensmittel wir mit ins Land bringen. Wir erklärten ihm, daß wir keine frischen Lebensmittel mehr an Bord hätten, was ihn aber nicht befriedigte. So zeigten wir ihm unsere Konserven und er schrieb auch gleich Ketchup und Sardinendose auf seinen Zettel. Die anderen Dosen und Tüten wollte er gar nicht mehr so genau sehen, denn da waren keine Etiketten mehr drauf. Nun erklärte er uns noch, das wir die ganzen Sachen doch ganz schnell essen sollten, am besten heute noch und uns dann hier in Savusavu neu eindecken sollten. Wir fanden das Ganze ziemlich amüsant und als er uns dann noch erklärte, das er gerade in der Lernphase für seinen nagelneuen Job stecke und jetzt nur alleine zu uns kommen mußte, weil seine erfahrenen Kollegen gerade beim Kreuzfahrer und auf dem Flughafen zu tun hatten, mußten wir unser Schmunzeln ziemlich zurückhalten, zumindest bis er von Bord war. Übrigens: Die Kosten für die Einklarierung belaufen sich am Wochenende/ Feiertag auf 580 FJ$, (das ist der doppelte Preis der an Arbeitstagen während der Bürozeiten anfällt) Viele Grüße aus Savusavu, Vanua Levu, Fidschi Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 8.Tag, ins Inselgewirr von Fidschi

Datum: Sonntag, 18. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 16°43,554‘, W 179°19,442‘ Kurs 240°, Motorbootfahren, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 47 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 506 sm, noch zu fahren bis zum Zwischenstopp 96 sm. Aktuelles Wetter: blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, brütend warm bei 30,0°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 0-1 Beaufort, Wellen 0,3m aus Ost. Zum Dunkelwerden gestern Abend stellten wir den Motor ab, denn wir wollten eine ruhige Nacht verbringen und wären sowieso zu schnell gewesen um am Montag anzukommen. Was für eine Stille um uns herum. Es blieb ein leichtes Schaukeln von Gegenwind, ruhiger als an vielen Ankerplätzen und jedes noch so leise quietschen, knarren und fast sogar unser Atmen war zu hören. Ab und an zogen Vögel an uns vorbei und auch deren Flügelschlag war deutlich zu vernehmen. Heute Morgen starteten wir den Motor wieder und erreichten die ersten Inseln des Fidschi Archipels. Jetzt tuckern wir gerade entlang der Insel Taveuni. Hier heißt es jetzt gut aufpassen, denn Inseln und Untiefen spicken den Weg nach Savusavu. Eigentlich wollten wir es uns mit unserem ursprünglichen Ziel ja einfach machen und das ganze Inselgewirr umfahren aber so müssen wir mitten hindurch und entsprechend auf die Strömungen, die Untiefen und die Inseln achtgeben. Außerdem ist uns auch gleich beim Motorstart der erste Frachter begegnet. So motoren wir bei null Wind mit offenen Luken und Fenstern und unseren Planen als Sonnenschutz über dem Cockpit in der brütend heißen Sonne von Fidschi auf den kommende Marina zu. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Fidschi Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 7.Tag, Flaute auf dem Pazifik

Datum: Samstag, 17. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 16°15,155‘, W 178°45,152‘ Kurs 230°, Motorbootfahren gegen den Wind aber nun mit der Strömung, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 99 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 459 sm, noch zu fahren bis zum Zwischenstopp 138 sm. Aktuelles Wetter: grauer Himmel, immer wieder Regentropfen oder sogar Regeschauer, feuchtwarm bei 29,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,4°C, Wind 1 Beaufort aus West, Wellen 0,3m aus Ost, konfus. Seitdem wir gestern den Motor gestartet haben geht es wieder voran. Anfangs waren die Wellen ruppig, obwohl vom Wind nur ein Hauch übrig war aber nun haben sich die Wellen auch beruhigt und wir motoren die etwas kabbelige See gemütlich hoch und runter. Heute werden wir den Behörden unsere Planänderung über den neuen Ankunftsort mitteilen und dann mal sehen, daß wir zum Montagmorgen, am Arbeitsbeginn einlaufen. Dazu werden wir unsere Fahrzeit noch ein wenig strecken müssen. Am Wochenende wollen wir möglichst nicht ankommen, denn dann dürften wir noch eine Extragebühr, die sogenannte „Overtime“ zahlen. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Fidschi Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 6.Tag, Ziel oder Zwischenstopp

Datum: Freitag, 16. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 15°14,835‘, W 177°24,443‘ Kurs 230°, Motorbootfahren gegen den Wind, Geschwindigkeit 3,5 kn, Genua III ganz weggerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 39 sm (davon 10 unter Motor), zurückgelegte Distanz seit Apia 360 sm, noch zu segeln bis zum Ziel 465 sm, bis zum Zwischenstopp 238 sm. Aktuelles Wetter: grauer Himmel, Regeschauer, feuchtwarm bei 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 2 Beaufort aus West, Regenböen, Wellen 0,5m aus Ost, kabbelig. Der gestrige Wetterbericht hat uns mächtig ins Überlegen gebracht. Die kommenden 5 Tage werden mit 0-2 Beaufort Wind aus westlichen Richtungen vorhergesagt, also pustet es genau dorther wo wir hinwollen. Ach ja, das haben wir ja noch gar nicht verraten. Unser Ziel ist eigentlich die Westküste von Fidschi auf der Insel Viti Levu mit der Vuda Marina bei Lautoka. Dorthin hätten wir noch 465 Seemeilen vor uns. Das ist leider zu weit zum Motoren. Und eine Woche herumtreiben finden wir im Moment nur blöd. Wir haben heute Vormittag also mal alles Segeltechnische ausprobiert und dann den Motor gestartet, denn die Versuche waren nur deprimierend. Segeln mit einem Knoten Fahrt nach Nordwest, nach Süd oder zurück zum Ausgangsunkt wollten wir definitiv nicht. Ein Kurs der auch nur annähernd in unsere Richtung führte, wollte der Pazifik nicht. Nun haben wir uns eine Alternative gesucht, die mit unserem Dieselvorrat passen sollte. Es ist die Nordinsel von Fidschi, Vanua Levu mit der Copra Shed Marina in Savusavu. Wir werden mal sehen, ob sich die Behörden durcheinander bringen lassen wenn wir dort ankommen, denn den Ort hatten wir bei unserer Anmeldung nicht genannt. Wir sind mal gespannt welche Gemeinheiten der Wetterbericht heute für uns bereithält. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 5.Tag, Begleitung

Datum: Donnerstag, 15. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°56,605‘, W 176°52,792‘ Kurs 255°, Segeln am Wind (Wind schräg von Vorne), Geschwindigkeit 2 kn, Genua III in verschiedenen Größen ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 55 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 321 sm, noch zu segeln 499 sm Aktuelles Wetter: teilweise Sonnenschein, sonst bedeckter Himmel, feuchtheiß bei 31,5°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 2 Beaufort aus Nordost in Böen 3 Beaufort, norddrehend, Wellen 0,5m aus Ost. Auch wenn es langsam echt langweilig wird, Schwitzen bleibt auch jetzt unsere Hauptbeschäftigung. In den Nächten kühlt es sich um ein paar Grad auf etwa 28°C ab und die Gelegenheit nutzen wir um uns vom Tag ein wenig zu erholen und etwas zu regenerieren. Der Ozean um uns herum war bisher relativ leer, es springen keine Fische und Vögel kamen nur vereinzelt mal vorbei – andere Schiffe haben wir seit Verlassen von Samoa nicht mehr gesehen. Heute Morgen fing es allerdings um uns herum an zu piepen und zu quieken und eine ziemlich große Vogelschar weißer und brauner Seevögel ist auf der Jagd nach Fischen um Gegenwind herum. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 4.Tag, Untiefen auf dem Weg

Datum: Mittwoch, 14. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°41,077‘, W 176°00,585‘ Kurs West, Kreuzen vor dem Wind, Geschwindigkeit 2-3 kn, Genua III nur klein ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 70 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 266 sm, noch zu segeln 552 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein, Wolken ziehen auf, feuchtheiß bei 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 0,5m aus Ost. Wir mögen eigentlich nicht so gerne zu viel Wind, der uns in Französisch Polynesien immer wieder festgehalten hat, aber so wenig Wind gepaart mit dieser brüllendfeuchten Hitze ist absolut zermürbend. Gegenwind schaukelt wie verrückt, wir machen kaum Fahrt und schwitzen dabei als würden wir den ganzen Tag in einer Sauna eingesperrt sein. Das ist wohl der Preis um nicht mit Starkwind und Wasser im Cockpit zu segeln. Vergangene Nacht haben wir die Foss Bank passiert. Kleine Untiefen mit neun und fünfundzwanzig Metern Wassertiefe mitten im Ozean, der Drumherum überall seine 1000-5000 Meter tief ist. Wir haben diese Untiefen südlich passiert und nun erst einmal wieder freies Wasser. Die nächste Untiefe mit nur fünfundzwanzig Metern Wassertiefe ist die Rochambeau Bank, die wir im Norden passieren wollen. Der sogenannte Pazifische Feuerring, auf dem wir uns hier bewegen bildet durch seine Vulkane ein Menge Unterwassergebirge die zu Inseln geworden sind oder nur bis an die Meeresoberfläche reichen. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Grenzgebiet zwischen Tonga und Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 3.Tag, Grenzfahrt

Datum: Dienstag, 13. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°19,572‘, W 174°54,018‘ Kurs West°, Geschwindigkeit 3-4 kn, Genua III voll ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 96 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 196 sm, noch zu segeln 619 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein, ein paar Wolken sowie kleine Schauer, feuchtheiß bei 31,0°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost bis Südost, Wellen 0,5m aus Ost. Der gestrige Abend bot uns einen herrlich klaren, tiefdunkelblauen Sternenhimmel. Allerdings nur bis zum Wachwechsel. Asha konnte ihre Wache also gleich mit einem schönen Regenschauer starten. Der Wind ist auch alles andere als konstant, denn mal richtet Gegenwind ihre Nase mehr nach Süden mal mehr nach Norden. So haben wir das Gebiet von Samoa verlassen und segeln heute auf der Grenze zwischen Tonga und dem französischen Überseegebiet Wallis & Futuna. Wir haben unseren Kurs übrigens etwas nördlicher abgesetzt, als den direkten Weg zu unserem Ziel, denn der schwere bis orkanartige Sturm auf unserem Ziel hat sich laut Wettervorhersage deutlich abgeschwächt, kann uns aber wohl in den kommenden Tagen Gegenwind und damit eine Kreuz (Zickzacksegeln) bringen. Der Wind würde damit um 180° drehen. Mal schauen, wie sich das weiter entwickeln wird?! Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Grenzgebiet zwischen Tonga und Wallis & Futuna Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 2.Tag, Nacht der Blitze

Datum: Montag, 12. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 14°09,537‘, W 173°16,203‘ Kurs 255°, Geschwindigkeit 4-5 kn, Genua III voll ausgerollt, Etmal der letzten 24 Stunden 84 sm, zurückgelegte Distanz seit Apia 100 sm, noch zu segeln 713 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtheiß bei 31,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,9°C, Wind 2-3 Beaufort aus Südost, Wellen 0,5m aus Ost. Nachdem der gestrige Tag mit Motorbootfahren und Segeln ganz nett verlaufen war, löste sich am Abend die große dunkle Wolke von der Hauptinsel Samoas, Upolu und heftete sich an unsere Fersen. Mit Dunkelwerden fing es um die Wolke an zu blitzen und wir nahmen vorsichtshalber das Großsegel herunter. Es folge ein Flaute, die Gegenwind kräftig schüttelte und unser gewohntes Unwohlsein - genannt Seekrankheit - zu Beginn jedes Törns stellte sich ein. Dann holte uns die Wolke ein und überschüttete uns mit Regen. Es blitzte ständig überall um uns herum und ein paar Mal ließ sich auch ein langgezogenes Donnergrummeln vernehmen. Wir hatten, wohl mehr zur Beruhigung unseres Gewissens, ein paar Elektronikteile in den Backofen, unseren einzigen faradayschen Käfig, verbannt und ein dickes Kabel vom Oberwant aus ins Wasser gehängt. Das ist unser Blitzschutz. Zwischen unserem nächtlichen Wachwechsel und dem Hellwerden war der Spuk wieder vorbei und jetzt segeln wir wieder unter einer brütend heißen Sonne und überlassen Gegenwind die Arbeit uns voranzubringen. Viele Grüße aus dem Pazifik, dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Von Samoa Westsüdwest: 1.Tag, schon wieder auf See

Datum: Sonntag, 11. November 2018 – 12:30 Uhr Samoa Zeit GPS-Position: S 13°44,368‘, W 171°58,704‘ Kurs 250° zwischen den Inseln Upolu und Savai hindurch, Geschwindigkeit 4,5 kn, Motorfahrt, Genua III als Stützsegel klein ausgerollt, zurückgelegte Distanz seit Apia 16 sm, noch zu segeln 793 sm Aktuelles Wetter: Sonnenschein und ein paar Wolken, feuchtheiß bei 31,7°C im Schiff, Wassertemperatur 28,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, Wellen 0,3m Ost. Letzten Donnerstag hatten wir schon mit unserer Ausklarierung aus Samoa begonnen, indem wir der Einwanderungsbehörde einen Besuch abgestatteten um die Ausreisestempel in unsere Pässe zu bekommen – es dauerte nur eine knappe Stunde. Am Freitag bezahlten wir die Marinagebühren und konnten mit dem Beleg zum Zoll gehen um die Ausreisepapiere zu beantragen. Am Samstag erledigten wir unsere letzten Einkäufe, schleckten ein letztes Samoanisches Eis bei den Imbissständen am Gemüsemarkt – eine Portion Eis reichte für uns beide locker aus und kostete nur 2 Talar, umgerechnet knapp 70€Cent. Anschließend machten wir Gegenwind reisefertig und besuchten unseren deutschen Stegnachbarn zum Abschied. Heute Morgen um kurz nach 07:00 Uhr kam ein Zollbeamter wie angekündigt zu Gegenwind um uns die Ausklarierungspapiere zu bringen – da hat diesmal ja alles geklappt. Nach unserem Frühstück legten wir um 08:40 Uhr gemeinsam mit unserem deutschen Stegnachbarn ab. Nun sind wir dabei uns zwischen den beiden großen Samoanischen Inseln Upolu und Savai hindurch zu motoren um zur Nacht hin freies Wasser vor uns zu haben. Der Wetterbericht verspricht uns für die kommenden Tage leichte Winde. Und in vier oder fünf Tagen soll auch wieder eine Flaute anstehen. Über unserem Ziel soll sich allerdings in vier Tagen ein schwerer bis orkanartiger Sturm austoben, um sich dann abzuflauen und nach Süden abzuziehen – so der heutige Wetterbericht. Wir hoffen mal, daß das so stimmt. Viele Grüße aus dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Samoa: Schweiß, Kirchen und Männer mit Röcken

Polizei im Rock

Polizei im Rock

Gefühlt ist Samoa der bisher wärmste Ort unserer Reise. Schwitzen ist normal und es beginnt spätestens mit den ersten Bewegungen beim Wachwerden. Ab 08:00 Uhr morgens macht es „plop“ und die Sonne entfaltet ihre volle Kraft. Der Schweiß rinnt schon aus allen Poren sobald wir nur daran denken uns zu bewegen. Ab 10:00 Uhr morgens dürfen wir auf keinen Fall vergessen Schuhe anzuziehen, wenn wir an Deck oder auf dem Steg herumlaufen wollen, denn sonst verbrennen wir unsere Füße – von wegen Barfußrute. Spätestens ab diesem Zeitpunkt fällt unsere Leistungskurve ins Bodenlose und wir hangeln uns von Schatten zu Schatten. Im Schiff steigt die Temperatur gerne mal auf gute 36°C an und wir hängen an unseren Wasserflaschen, die wir kaum noch nachfüllen können bei dem Bedarf. Zum Schlafengehen legen wir uns schweißgebadet hin und hoffen auf die Erschöpfung, die uns dann einen ziemlich unruhigen Schlaf verschafft – Das ist ein normaler Tag. Oder es regnet. Dann ist es nicht ganz so warm aber alles fühlt sich an wie in der Dampfsauna. So langsam akklimatisieren wir uns aber hier auf Samoa. Außerdem konnten, oder besser gesagt mußten wir einige Dinge erledigen um wieder fit für die Weiterfahrt zu werden. Die Leichtwindschaukelei auf dem Ozean hat ein paar Spuren hinterlassen, die wir ausbessern mußten. So haben wir an unserm Vorsegel ein paar Nähte nachgenäht, neuen Dieseltreibstoff besorgt, die lockeren Schrauben an unserer Windfahnensteuerung fixiert, einen Spleiß an unserem Vorsegelfall repariert, unserem „Eisernen Gustav“ (elektrischer Autopilot) ein wenig Pflege zukommen lassen, die Shops nach Proviant zum Auffüllen durchstöbert und einen Haufen Wäsche von Hand durchgespült. Natürlich haben wir auch unsere Umgebung erkundet. Die Touristeninformation bietet eine tolle, kostenlose Vorführung der hiesigen Traditionen, wie ein echtes Samoanisches Tatoo-Ritual, das für die Männer mehrere Tage dauert und am Ende aussieht wie eine knielange auf die Haut gemalte Hose. Ein traditionelles Essen im Erdofen, das wir anschließend verspeisen konnten und die Herstellung der bedruckten Samoanischen Tücher, die aus einer Baumrinde hergestellt werden, sowie einer Tanzeinlage und der Anleitung zum Flechten eines Korbes aus Palmenwedeln konnten wir erleben. Auf unseren Streifzügen durch Apia kamen wir nicht umhin die vielen christlichen Kirchen zu bestaunen und dabei hatten wir fast den Eindruck, daß jeder Samoaner seine eigene Kirche hat. Aber erstaunlicherweise sind die Gottesdienste gut besucht und in einigen Kirchen zahlen die Leute tatsächlich so etwas wie einen Eintritt. Eine katholische Kirche, die man schon fast als Dom bezeichnen kann, dominiert das Stadtbild. Etwas befremdlich waren am Anfang die Männer, denn eine sehr große Zahl trägt einen traditionellen Rock und sogar die Polizisten verrichten ihren Dienst im Rock. Übrigens sind die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit. Die Taxifahrer sind allerdings ein wenig nervig, denn die wollen uns ständig irgendwohin fahren. Genauso treffen wir hier immer wieder auf kleine Jungs, die nach Geld betteln oder Popcorn verkaufen wollen. Heute, am 7.November 2018 war ein Gedenktag für eine große Katastrophe. Vor hundert Jahren kam ein neuseeländisches Passagierschiff nach Samoa und schleppte eine Influenza ein, die 8.500 Samoanern den Tod brachte. Etwas geschmacklos fanden wir es, das genau heute ein Kreuzfahrer Apia mit gut 3000 Passagieren heimsuchte. Etwas ganz besonderes konnten wir hier nach langer Zeit einmal wieder erleben: Einen Kinobesuch! Das hört sich für die meisten wahrscheinlich komisch an, aber es ist unser erster Kinobesuch seitdem wir Deutschland verlassen haben. Zu Beginn unserer Reise hatten wir keinen Bedarf, dann paßten die Sprachen nicht oder es gab gar kein Kino. Letzten Samstag hatten wir uns „Den Nußknacker“, ein Weihnachtsmärchen von Walt Disney in einem gut klimatisierten Kino angeschaut – Das war mal was ganz Anderes! Viele Grüße aus Apia, Samoa (ehemals West Samoa) Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Samoa: Geduld und Behörden

Gegenwind in der Apia Marina

Gegenwind in der Apia Marina

Nachdem wir am Montagvormittag, den 29.Oktober 2018 in der Apia Marina, Samoa festgemacht hatten war unsere Geduld gefragt. Wir hatten den Offiziellen Bescheid gegeben und sie wollten gleich kommen. Als am kommenden Morgen immer noch keiner bei uns vorbei gekommen war, wurden wir allerdings doch langsam nervös, denn wir wollten endlich die gelbe Flagge einholen und mal ein paar Schritte an Land gehen. Das wurde uns aber verboten, solange die Eincheckprozedur nicht erledigt ist. Kurz nach dem Frühstück kam ein Marina- Mitarbeiter und holte den Captain an Land ins Büro und auch Tusi, ein Taxifahrer, der „Son of the Chief“ im Marina- Bereich mischte sich in diese Behördenschlamperei ein. Und tatsächlich, Helge war noch nicht wieder an Bord, da stand schon der erste Behördenvertreter vor Gegenwind. Er war ein weinig ungehalten, daß der Captain nicht an Bord war, sondern kurz nach ihm von der Landseite ankam aber nach unserer Erklärung hatte er vollstes Verständnis dafür und schrieb sich diese Behördenschlamperei in sein Notizbuch. Er war allerdings von der Zollbehörde und durfte nicht an Bord, da es ja eine dringend einzuhaltende Reihenfolge der Offiziellen gibt. So gab er uns ein paare Papiere zum Ausfüllen und wir warteten auf den Beamten vom Gesundheitsamt. Als der dann endlich kam, war er auch schon fast wieder weg, denn er machte sich nur ein paar Notizen, fragte nach Ratten, Kakerlaken und unserer Gesundheit und sagte uns beim Gehen, das wir nun die gelbe Flagge einholen sollten. Nach einer weiteren Wartezeit beschlossen wir gegen Mittag etwas zu Essen, denn wer weiß wann der Zollbeamte wieder kommt - Natürlich beim Essen! Der Typ nervte uns mit dem Durchwühlen unserer Unterwäsche, dem genauen Inspizieren einiger Staukästen und auch unsere Schiffsbatterien wollte er sehen. Dabei fand er ein paar Kekse wohl lecker und sagte uns: „Davon will ich!“ Außerdem wollte er Eiswasser und gab sich mit unserem nur vorhandenen Kühlschrankwasser nicht so ganz zufrieden. Bei dieser ganzen Prozedur lernten wir wieder ein paar neue „Englische“ Begriffe, die uns mit unserer (inclusive Wörterbuch) Interpretation fast zum Verhängnis geworden wären. Englisch ist doch nicht gleich Englisch! Aber der Typ war auch irgendwann fertig. Helge mußte ihn nur noch in sein Büro begleiten um ein paar Kopien zu machen. Das war eine Lachnummer, denn wir fuhren mit seinem Auto. Vor dem Einsteigen mußte das Auto erst einmal gestartet werden und die Klimaanlage auf Volldampf den SUV abkühlen, dann konnten wir nach ein paar Minuten einsteigen um knappe 100 Meter (ein paar Sekunden Fahrt) zu seinem Büro zu fahren. Anschließend lief Helge zurück zu Gegenwind, was dann trotz Stopp beim Quarantäne-Büro deutlich kürzer dauerte als die Autofahrt. Helge brachte die Dame vom Quarantäne-Büro gleich mit. Sie hatte eine deutliche Abneigung gegen Wasser und kleine Segelboote und fühlte sich sichtlich unwohl beim Betreten von Gegenwind, aber dafür füllte sie ihre Papiere schnell aus und war froh ganz schnell wieder zu verschwinden. Jetzt stand für uns noch der Gang zur Einwanderungsbehörde an – wir durften also von Bord!!! Die Dame im Einwanderungsbüro war super freundlich und nachdem wir einen kleinen Zettel ausgefüllt hatten, bekamen wir unsere Stempel in die Pässe. Das war am späten Dienstagnachmittag. So blieb uns noch ein Gang zur Bank um das hier übliche Geld, die Talar in unser Portemonnaie zu bekommen und ein Eis zu schlabbern. Viele Grüße aus Apia, Samoa (ehemals West Samoa) Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 17.Tag, Ankunft in Apia


Datum: Sonntag 28. Oktober 2018 – 14:00 Tahiti Zeit beziehungsweise Montag, 29. Oktober 2018 – 14:00 Uhr Samoa Zeit
GPS-Position: S 13°49,669‘, W 171°45,568‘ Wir sind fest in der Apia Marina, Samoa (ehemals West Samoa)
Die letzten Seemeilen zum Ziel: 39 sm, Insgesamt haben wir 1300 Seemeilen zurückgelegt. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel bei super schweißtreibenden 33,1°C im Schiff, Wassertemperatur 29,6°C, Wind 0 Beaufort, Wellen 0 m.
Während der Nachtstunden hatten wir den Motor wieder abgestellt und trieben vor dem Hafen von Apia in der Flaute herum, denn wir wollten nicht im Dunkeln einlaufen.
Heute Morgen nach einer kleinen Salzwasserdusche stellten wir um kurz vor 09:00 Uhr Apia Zeit den Motor wieder an und fuhren, während wir frühstückten in den Hafen. Wir meldeten uns wie es sich gehört dazu bei Hafenbehörde an. Naja, wir hatten es lange per Funk versucht, aber gemeldet hat sich erst jemand, als wir die Ansteuerungstonnen passiert hatten. Wir wurden kurz willkommen geheißen und zur Marina weitergeschickt. Hier machten wir am Steg fest und nun warten wir auf die Behördenangestellten vom Gesundheitsamt, vom Zoll und von der Quarantäne, damit wir auch an Land dürfen. Den Grenzschutz dürfen wir dann selber noch aufsuchen. Die kleine Marina ist übrigens mit nur einer guten Handvoll Schiffen sehr überschaubar. Laut ist es hier, denn ein großer Trawler nebenan ist mächtig am Rostklopfen und Renovieren.

Viele Grüße aus Apia, Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 16.Tag, „Zurück in die Zukunft“


Datum: Samstag, 27. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 13°53,148‘, W 171°18,443‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 63sm, noch zu segeln 28sm Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel bei schweißtreibenden 32,0°C im Schiff, Wassertemperatur 29,1°C, Wind 0-1 Beaufort aus nordwestlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Gestern Abend in der Dämmerung konnten wir die Zukunft das erste Mal erblicken. Samoa lag unter einer Wolkendecke im Dämmerlicht voraus. Heute haben wir das Gebiet von Samoa (ehemals Westsamoa) nun erreicht und haben damit einen Sprung in die Zukunft gemacht. Wir haben die Datumsgrenze überschritten.
Von unserem Start in Kiel sind wir immer weiter in die Vergangenheit gefahren und während der halbe Tag in Kiel schon vergangen war, befanden wir uns noch im mitternächtlichen Tiefschlaf. Jetzt haben wir den Sprung in die Zukunft gemacht und sind Kiel um einen halben Tag voraus. Dabei verlieren wir allerdings einen Tag.
Tahiti Zeit: 27.10.2018 – 13:00 Uhr
UTC: 27.10.2018 – 23:00 Uhr
Kiel Zeit: 28.10.2018 -01:00 Uhr
Apia Zeit (Samoa): 28.10.2018 – 13:00

Viele Grüße aus dem Gebiet von Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 15.Tag, auf dem Rückweg


Datum: Freitag, 26. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit
GPS-Position: S 13°58,657‘, W 170°20,640‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 58sm, noch zu segeln 84sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit kleinen Wolkentupfern bei brütend heißen 32,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 0-1 Beaufort aus östlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen.
Seit heute um 11:00 Uhr sind wir auf dem Rückweg. Kiel liegt auf E010°10‘ und wir haben W170°10‘ passiert und damit die größtmögliche Distanz zu unserem Startpunkt erreicht. Jetzt ist es egal ob wir nach Ost oder West segeln, es geht zurück. Nach knapp viereinhalb Jahren haben wir nun die halbe Welt umsegelt. Dabei durften wir tolle Menschen kennenlernen, exotische Erfahrungen sammeln und die Vielfalt auf unserem Planeten bestaunen sowie einige Abenteuer bestehen.
Unsere Erlebnisse reichen dabei bisher von toller Kultur, großen Städten, imposanten Naturschauspielen auf dem Meer wie auch an Land, von Diskriminierung, Unterdrückung, aber auch Wohlstand und Reichtum, zu den Folgen der Kolonisation und heute noch praktiziertem Kolonialgebaren, von den Folgen des Tourismus, der Verschmutzung der Umwelt, der Bedeutung von Trinkwasser für das tägliche Leben, dem Leben in tropischen Temperaturen, der Liebenswürdigkeit, Toleranz und dem Vertrauen der Menschen bis hin zur Bürokratie und der politischen Situation verschiedener Staaten, der Schönheit der Natur und der Diversität von Ländern und Menschen.

Nun steht noch unsere Rückreise an – wir sind mal gespannt welche Herausforderungen wir dabei meisten dürfen.

Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Aufbruch von Französisch Polynesien: 14.Tag, wir fahren und treiben

Datum: Donnerstag, 25. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Tahiti Zeit GPS-Position: S 14°05,881‘, W 169°22,973‘ Kurs West (280°), Geschwindigkeit 4-5kn, Motorfahrt, Genua III klein eingerollt als Stützsegel, Etmal der letzten 24 Stunden 58sm, noch zu segeln 140sm Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit kleinen Wolkentupfern bei heißen 31,8°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 0-1 Beaufort aus nördlichen Richtungen, Wellen 0,5m aus östlichen Richtungen. Gestern Abend beim wunderschön rotschimmernden Sonnenuntergang sichteten wir Land! Die Insel Tau, Amerikanisch Samoa lag unter Wolken ca. 20 Seemeilen südwestlich vor uns. Da wir für die Nachtstunden den Motor ausschalteten und uns in der Flaute wieder treiben ließen begrüßte, sie uns auch heute Morgen wieder. Da uns die Samoanischen Behörden bisher noch nicht auf unsere eMail geantwortet haben, vertrödeln wir jetzt ein wenig Zeit um erst zu den Bürozeiten in Apia anzukommen – so konnten wir wenigstens ohne das Motorenbrummen die Nacht in absoluter Ruhe verbringen. Blöd ist dabei nur, daß Gegenwind in der Dünung kräftig schaukelt. Jetzt sind wir wieder dabei unter Motor einige Seemeilen zu fahren. Viele Grüße aus dem Gebiet von Amerikanisch Samoa Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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