Zakynthos – Die kleinen Sprünge zum großen Treffen + Teil 2

Zakynthos die Ankunft bei Freunden
Zakynthos die Ankunft bei Freunden

Einen kleinen Gänsefuß hatte unser Ankerplatz vor der Ortschaft Kapsali der Insel Kythira dann doch, denn während unserer Nachtruhe wurden wir aufs gemeinste von Moskitos geplagt.
Wir blieben den kommenden Tag trotzdem am Ankerplatz vor Kapsali liegen, denn wir hatten ja mal wieder einiges zu tun. Zuerst stand die Vorsegelreparatur an, dazu mußten wir das Vorschiff leer räumen, um die größeren Segelflicken aus Gegenwinds Tiefen herauszubuddeln. Anschließend mußte ein passendes Stück zurechtgeschnitten werden um dann alles mit „Nadel rein, Nadel raus“ sauber von Hand zu vernähen.

Nach einem erholsamen Mittagessen, es gab Bratkartoffeln mit sauren Gurken, hieß es für Helge wieder einmal ab ins Wasser, denn die nächste Arbeit stand an. Bei dem klaren Wasser bot sich die Inspektion vom Unterwasserschiff an und eine Säuberungsaktion von unserem Propeller, um die noch kleinen Pocken herunterzukratzen und den grünen Flaum zu entfernen. Mit 22,7°C empfand Helge das Wasser als sehr kühl und nach einer Stunde Arbeit kam er zähneklappernd wieder an Deck – es sind halt keine tropischen Temperaturen. Zum Glück spendete die Sonne noch genug Wärme vor den kühler werdenden Abendstunden.
Für die Nacht schützten wir uns diesmal mit Moskitonetzen und Creme gegen die Plagegeister.

Am kommenden Morgen, Montag, den 27. Juni 2022 lichteten wir um 08:00 Uhr unseren Anker vor der Insel Kythira und motorten bei Flaute 32 Seemeilen weiter nach Nordwesten.

Dort ankerten wir um 15:25 Uhr auf Position N36°25,881` E022°29,117` bei einer Wassertiefe von 11,6 Metern in der Bucht von Kayio – erstmals seit verlassen von Cascais, Portugal am 01.November 2014 gruben wir damit unseren Anker vor dem europäischen Festland ein!

Die hübsche Bucht von Kayio gefiel uns und wir genossen die herrliche Landschaft für ein paar Tage, denn das Wetter sollte uns wieder festhalten. Wir blieben an Bord, denn es war tagsüber mächtig heiß in der Bucht und die Sonne brannte.

Die Zeit mußten wir nutzen, um uns für die Weiterfahrt zu präparieren, denn auf unserer weiteren Strecke sollten noch ein paar Schießgebiete für die Land, See und Luftstreitkräfte des griechischen Militärs, der NATO und der EU liegen und denen wollten wir nicht in die Quere kommen. Die Seekarten zeigten uns die Gebiete aber wann waren denn jetzt die Sperrzeiten?

Die Coast Guard in Chania hatte uns erklärt wir sollten uns vor Ort erkundigen, im Ort waren für uns von Bord aus aber nur ein paar Restaurants erkennbar und so ging die Suche weiter. Wir schalteten das Funkgerät ein und horchten auf die Wettermeldungen mit den anschließenden Warnnachrichten für Seefahrer. Die Meldungen strapazieren unsere Nerven über Gebühr, denn zuerst erfolgten die Meldungen auf griechisch – über zwei Stunden lang. Danach folgten die Wetter und Warnnachrichten auf englisch aber da kapitulierten wir vor der schieren Länge. Wir brachten dann aber in Erfahrung, das es unsere gesuchten Informationen im Internet, auf einer amtlichen griechischen Seite geben sollte. Und tatsächlich wir wurden fündig und bekamen die gesuchten Infos. (für Interessierte: https://www.hnhs.gr/geoindex/messages.html?lang=en ). Die schießfreien Zeiten in denen wir die Gebiete passieren durften, beschränkten sich auf Wochenenden und Nachtzeiten aber das paßte nicht zum Wetter und zu unserem Plan für die Weiterfahrt und so mußten wir einen Kurs drumherum absetzten. Das bedeutete einen ca. zehn Seemeilen langen Umweg.

Am Mittwoch, den 29.Juni 2022 um 09:55 Uhr brachen wir zu unserem letzten Etappenstückchen auf und außer dem Umweg um das Schießgebiet „Methoni“ und einem herrlichen, eineinhalbstündigen Segelstückchen war es eine einfache Motorbootflautentour. Die Nacht konnten wir, wie wir es von unseren längeren Etappen gewohnt sind, im Wachwechsel recht ordentlich in unseren Kojen mit Schlafen verbringen. Am kommenden Vormittag, Donnerstag, den 30.Juni 2022 um 11:20 Uhr liefen wir nach 134 Seemeilen in den Hafen der Insel Zakynthos ein. Kurz vorher stand unser Telefon nicht mehr still, denn wir hatten unsere Ankunft ja schon einige Zeit vorher angekündigt und nun galt es, unser Ziel auch wirklich ausfindig zu machen in dem Hafen. Freunde aus Deutschland, Rainer und Sabine warteten gemeinsam mit Thomas und Jutta auf deren Motoryacht Azura auf uns und bereiteten uns ein herzliches Willkommen und eine überwältigende Wiedersehensfreude!

Viele Grüße aus Zakynthos, Griechenland (endlich wieder unser aktueller Standort)
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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