Aufbruch von Osttimor – 24.Tag auf See

Datum: Sonntag, 19. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 03°40,498‘, E 100°16,675‘
Kurs ca.315°, Geschwindigkeit 5kn Motorfahrt, Tagesetmal 122sm, seit Dili 1819sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 283sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, brutal feuchtwarme 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordwest, See 0,1m.

Wir sind raus aus dem Verkehrstrennungsgebiet der Malakka Straße und können unseren Kurs wieder frei wählen. Wir befinden uns hier schon im Golf von Bengalen aber immer noch in der Malakka Straße. Es geht voran mit Motor, denn es herrscht totale Flaute und es ist regnerisch mit fürchterlich dampfender Luft. Der Schwitzfaktor ist ziemlich hoch.
Gestern haben wir den Rest des Verkehrstrennungsgebietes in Angriff genommen. Erst mit einer fürchterlichen Strömung, die unsere Geschwindigkeit auf zeitweise nur einen Knoten heruntergedrückt hatte und gleichzeitig einer Windwolke mit Gegenwinden und bis zu einem halben Meter hohen Wellen. Das hielt zum Glück nur wenige Stunden, denn die Gezeiten wechselten und wir fingen an wieder mehr Fahrt zu machen. Auch der Wind hatte sich gelegt. Dafür kamen mit der Dämmerung die Fischer, die sich sogar bis zur Hälfte unserer Fahrbahnseite des Verkehrstrennungsgebietes ausdehnten. Wir wichen den Fischer aus und begaben uns ebenfalls bis fast in die Mitte der Fahrbahn, denn vor uns wichen die Fischer nicht aus, wahrscheinlich weil sie unsere Navigationslichter nicht kannten oder uns auch für einen Fischer oder ein Fischerfähnchen hielten. Denn natürlich hatten auch diese Fischer nur Baumarktlichter in allen möglichen Farben aber keine Navigationslichter. Aber vor den Großen
Pötten hatten die Fischer Respekt und machten Platz. Zum Glück vollführten die Riesenschiffe beim Überholen der langsamen Gegenwind kleine Kursänderungen, so daß wir den Fischern und ihren Fähnchen aus dem Weg gehen konnten.
Bis Mitternacht ging das Spiel mit den Fischern weiter, dann wurde das Fahrwasser enger und flacher, die Gezeitenströmung heftiger, zum Glück in unsere Richtung und die Fischer blieben zurück. Mit bis zu sieben Knoten wurden wir über die Engstelle geschoben und um 03:00Uhr, zum Wachwechsel waren wir in freiem Wasser. Während Ashas Wache stellte sich dann aber heraus, das das Wasser doch nicht so frei war, denn die großen Pötte sortierten sich für die Ein- und Ausfahrt in das Verkehrstrennungsgebiet, um sich in die richtige Perlenschnur einzureihen oder am Ende der Perlenschnur richtig Fahrt aufzunehmen. Wir mal wieder mitten drin, denn wir wollten eigentlich ein wenig Platz gewinnen für den anstehenden Wind der uns laut Vorhersage genau auf die Nase wehen soll.
Viele Grüße aus der Malakka Straße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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