Aufbruch von Osttimor – 7.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 02. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit

GPS-Position: S 07°24,840‘, E 120°24,031‘

Kurs 300°, Geschwindigkeit 1kn, Genua III klein gerollt, treiben, Tagesetmal verschwindend magere 21sm, seit Dili 349sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1738sm von der Gesamtstrecke 2029sm.

Aktuelles Wetter: blauer Himmel, leicht bewölkt und diesig, 31,2°C im Schiff schweißtreibend feucht heiß, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 1 Beaufort aus Südost, See 0,3m.

Flaute, Flaute, Flaute! Mit ca. einem Knoten Fahrt treiben wir in die richtige Richtung. Wir warten. Jetzt haben wir gerade den Motor angestellt um die Batterien wieder zu laden und damit auch ein paar Seemeilen voranzukommen. Und ganz wichtig, damit gibt es heute wieder eine Kühlschrankkühle Cola zum Mittag. Außer uns darauf zu konzentrieren weiterzutreiben gibt es hier nichts Neues. So berichten wir mal über unsere kritischen Vorräte. Unser Dieselvorrat beträgt 150 Liter im Schiffstank und 100Liter an Deck. Das bedeutet bei einer Reserve von ca. 30Litern, die wir halten wollen eine Kapazität von 220Litern zum Verbrauch. Um es auf unsere Strecke zu beziehen sind das 128 Motorstunden oder umgerechnet bummelige 5Tage und so idealerweise (ohne Strömung und Wind) ca. 700 Seemeilen. Das entspricht ca. der Strecke von Singapur nach Phuket, also die Engstellen der Singapurstraße und der Malakka Straße, für die wir jetzt den Dieselvorrat auch schonen. Die zweite kritische Größe an Bord ist unser Wasservorrat, da unser Wassermacher nicht funktioniert. Wir haben 250 Liter im Tank und 150 Liter in der großen Backskiste und unter dem Salontisch verteilt. Wir verbrauchen täglich 5 Liter davon nur zum Trinken, wenn wir keine schweißtreiben Aktionen haben. Damit kommen wir mit unserem losen Vorrat 25 Tage aus und können dann noch ca. 40 Tage aus dem Tank trinken. Bei unserer Reise-Rechnung von Dili nach Phuket haben wir 4-8 Wochen Zeit einkalkuliert, also maximal 56 Tage ohne die Vorräte neu aufzufüllen. Den Verbrauch von Zahnputzwasser und zum Kochen haben wir mit 50 Litern aus dem Tank gerechnet, denn salzen können wir mit Meerwasser. Zum Waschen oder Duschen konnten wir dabei keinen Frischwasservorrat aufschlagen. Die Idee wir können ja einmal ins Meer springen oder uns einen Eimer Meerwasser über den Kopf gießen nutzen wir nicht, denn auch wir haben die Erfahrung gemacht, das ohne gelegentliches Nachspülen mit Trink-/ Brauchwasser die Haut scheuerstellen oder sogar Ekzeme bekommt, halt wie bei den alten Seefahrern auf ihren großen Entdeckungsreisen.

Viele Grüße aus der Flores See

Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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