Logbuch – von Dili bis Phuket, 30 Tage auf See

In der Singapurstrasse
In der Singapurstraße

Endlich, wir haben jetzt die Bilder unserer Überfahrt ins Fotoalbum eingestellt!
Viel Spaß beim Anschauen!

(der direkte Link: „Logbuch – von Dili bis Phuket 30 Tage auf See“)

Viele Grüße aus der ziemlich herausfordernden Quarantäne vor Phuket
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind 

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Phuket – Corona hat uns zurück: Quarantäne

Datum: Dienstag, 28. September 2021
Unser Quarantäne-Platz GPS-Position: N 08°01,716‘, E 098°27,168‘
Am Anker auf 9,2m Wassertiefe westlich von Nakha Noi Island und nördlich Phae Island
Aktuelles Wetter: großteils bedeckter Himmel, Regenschauer im Laufe des Tages in Sicht, um 17:00Uhr Ortszeit feuchtwarme 32,7°C im Schiff, Wassertemperatur 30,1°C, Wind 2 Beaufort aus West, ein ruhiger Ankerplatz.

Nachdem wir das Wochenende an unserem vorläufigen Ankerplatz verbracht hatten, stand gestern, an unserem offiziellen Ankunftstag, Montag den 27. September der Wechsel auf den Quarantäne-Ankerplatz an. Wie von unserem Agenten vorgegeben wechselten wir früh morgens nach dem Hellwerden auf die angegebene Position. Wir schafften es sogar rechtzeitig vor dem heranziehenden Regenschauer unseren Anker um 07:30Uhr einzugraben. Nun waren wir offiziell in Thailand angekommen. Den Tag verbrachten wir mit abhängen in der feuchtheißen Luft, die auch nicht gerade zu Aktivitäten einlädt. Am Nachmittig bekamen wir noch einmal eine Aufforderung von unserem Agenten, den Ankerplatz weitere gute 300m nach Norden zu verlegen. Das Taten wir und brauchten dabei drei schweißtreibende Anläufe, da der Anker bei den ersten beiden Versuchen auf hartem Grund einfach nicht halten wollte.

Heute Morgen war Besuch angesagt. Ein Speedboot mit Ärzten sollte vorbeikommen für unseren ersten von drei erforderlichen Corona-Tests, die wir während der vierzehntägigen Quarantänezeit durchzustehen haben und das obwohl wir voll Durchgeimpft sind. Die Impfung war übrigens eine Voraussetzung um überhaupt einreisen zu können. Um 10:00Uhr kamen sie, ein Speedboot größer als Gegenwind, brachte drei Ärzte in Vollschutz zu uns. Wir übergaben ihnen unsere Pässe und die Ausklarierungspapiere aus Dili und bekamen unseren allerersten PCR-Test. Der war echt sehr unangenehm, jetzt verstehen wir auch worüber alle Welt bei dem Test immer wieder stöhnt.
Wir bekamen aber noch mehr von den Ärzten. Sie brachten uns noch jedem ein Online-Tracking-Armband für Puls und Temperatur, das wir nun ständig während der Quarantänezeit an Bord tragen müssen. Um 10:10Uhr düste das Speedboot mit den Ärzten wieder davon bis zum nächsten Termin in einer Woche.
Außerdem lieferte uns die Speedbootcrew, die bei unserem Agenten bestellten frischen Waren, die uns schon vor einiger Zeit ausgegangen waren, dazu zählen frische Kartoffeln, Möhren, Eier, Äpfel, ein Kürbis und vor allem Trinkwasser für die kommenden zwei Wochen. Und die Lieferung enthielt SIM-Karten für einen Internetzugang, damit wir uns wenigstens die Zeit ein wenig vertreiben und wieder Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können.

Viele Grüße aus der Quarantäne vor Phuket, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 30.Tag angekommen

Datum: Samstag, 25. September 2021 – 12:00 Uhr Thailand-Zeit
GPS-Position: N 08°02,016‘, E 098°26,862‘
Am Anker auf 6m Wassertiefe, Tagesetmal 33sm, seit Dili 2211sm vorangekommen, ursprünglich errechnete Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, grau in grau, Regenschauer, schimmelbildende feuchtwarme 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 29,2°C, Wind 1-2 Beaufort aus West, See ein ruhiger Ankerplatz.

Die Fahrt unter Motor ging schnell gestern und bei der Einfahrt in die Gewässer auf der Ostseite Phukets wurden wir von einer interessanten Landschaft und einigem uns entgegen kommendem Müll, meist Styropor-Speiseboxen oder Trinkbechern und etlichen Plastikflaschen empfangen. Kräftige Gegenströmung von deutlich mehr als einem halben Knoten des ablaufenden Gezeitenstroms bremste unsere Fahrt, die wir allerdings mit Motorkraft weitgehend ausglichen und so erreichten wir um 18:40Uhr Dili-Zeit unseren jetzigen Ankerplatz.
Puhhh, geschafft!!! Wir sind in Thailand, naja eigentlich ja noch nicht, denn wir können ja noch nicht einklarieren, sondern dürfen hier erst einmal nur ankern.
Für die Einklarierung in Thailand brauchen wir zu Corona-Zeiten zwingend einen Agenten, mit dem wir inzwischen ja schon seit einigen Monaten in Kontakt stehen, um die Einreiseformalitäten zu erledigen. Wir haben uns dabei für Seal Superyacht entschieden. David, unser Agent hatte uns auch geholfen in Langkawi, Malaysia Diesel geliefert zu bekommen. Und jetzt stehen wir mit ihm in engem Kontakt für die weiteren Einreiseprozeduren. An unserem jetzigen Ankerplatz werden wir noch bis zu unserem eigentlich ersten Einchecktermin am Montag, den 27.September 2021 bleiben. Den Termin mußten wir übrigens zweieinhalb Wochen vor unserer Ankunft unverrückbar festlegen. Das hat uns während der Fahrt mächtig unter Streß gesetzt, denn das Wetter ist über einen so langen Zeitraum auch in der heutigen Zeit nicht wirklich berechenbar – es macht halt noch was es will.
Die vergangene Nacht am Anker konnten wir dann beide ohne Wache zu gehen die Nacht durchschlafen. Naja, wenn das so einfach wäre. Es war noch heißer und feuchter als auf See und unser Schlafrhythmus ist auf Wachen, Schaukeln, spontane Aktionen und ständige Aufmerksamkeit auch beim Schlafen eingestellt, so daß unsere Nacht tatsächlich unruhiger war als beim Segeln. Heute ziehen immer wieder Schauer über uns hinweg und im Schiff wird es immer feuchter. Wir hängen dafür ein wenig herum und regenerieren uns, falls man unser heutiges Faulenzen so nennen möchte. Nun aber erst einmal etwas zu unserer Uhrzeit. Wir haben die gesamte Tour in Dili Zeit gerechnet, um uns unterwegs nicht selbst mit dem Hin-und Her- Rechnen zu verwirren. Nun haben wir unsere Uhren allerdings auf die Lokal-Zeit in Thailand (Bangkok) umgestellt. Heute um 14:00Uhr in Dili ist es 12:00Uhr in Thailand während die Uhr in Deutschland 07:00Uhr anzeigt.

Viele Grüße vom Ankerplatz vor Phuket, Thailand
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 29.Tag auf See

Datum: Freitag, 24. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 07°31,645‘, E 098°36,335‘
Kurs 340°, Geschwindigkeit 5kn, Motorfahrt, Tagesetmal 114sm, seit Dili 2178sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 30sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, feuchtheiße 30,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordost, See 0,1m.

Gestern Nachmittag kurz nach 14:00Uhr kam unser Diesellieferant zum vereinbarten Treffpunkt vor Langkawi, Malaysia auf N 06°16‘ E 099°39‘ und wir bekamen unsere bestellten 100l Diesel in 25Liter Kanistern geliefert. Die Übergabe war etwas wackelig bei einem halben Meter Welle aber es gab genug Hände zum Abhalten. Zusätzlich zu dem vereinbarten Preis kam noch eine kleine Gebühr von 30USD, dafür erhielten wir aber auch noch 10l Trinkwasser.
Im Anschluß an die Dieselübernahme waren wir gut mit dem Umfüllen beschäftigt, was aus den 25l Kanistern und bei der hohen Welle nicht ganz einfach war. Seitdem haben wir einen leichten Dieselgeruch, halt wie eine Tankstelle, im Cockpit. So frisch versorgt starteten wir um 17:10Uhr um die letzten Seemeilen nach Phuket in Angriff zu nehmen. Es herrscht totale Flaute und wir sind echt froh über den Diesel, denn zum Zeitpunkt unser Dieselübernahme stand der Füllstandsanzeiger auch schon kurz vor Leer.
Auch hier haben wir natürlich überall Fischer um uns herum. Auf der gesamten Strecke konnten wir verschiedene Arten von Fischern ausmachen, wahrscheinlich nicht allumfassend aber doch etliche verschieden Fangmethoden und Verhaltensweisen. Zum einen sind da Fischer die fahren kreuz und quer unberechenbar durch die Gegend. Die haben in der Regel ihre Bojen irgendwo ausgesetzt und kurven von einer Boje zu nächsten. Nachts sind sie meist nur mit allen möglichen Scheinwerfern und Neonlampen auszumachen. Eine zweite Kategorie konnten wir ausmachen, die langsam, mit meist 3-4kn Geschwindigkeit in Bögen herumfahren dabei aber wohl eher den Fischen folgen als auf andere Fahrzeuge zu achten. Die sind dabei ein Schleppnetz hinter sich herzuziehen. Nachts sind sie am besten von hinten zu erkennen, denn da strahlen Scheinwerfer auf das Kielwasser, während sie von vorne oder der Seite eher schlecht auszumachen sind. Eine große Flotte von Fischerbooten sieht aus wie riesige Wäschest
änder, die wenn sie am Fischen sind eher nur herumtreiben also relativ stationär sind. Nachts haben sie in einigen Gebieten ringsherum nur weiße Neonbeleuchtung oder sie leuchten schon von weitem als Halbkugel am Horizont sichtbar mit Neongrünen Lampen ihr ganzes Gestell aus. Außerdem gibt es natürlich noch viele kleinere Fahrzeuge die meist schnell mal hier mal dort sind und denen wir keine Kategorie zuordnen können. Positionslichter zur Navigation sind eher nicht vorhanden.

Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 28.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 23. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 06°19,624‘, E 099°34,673‘
Kurs wir treiben vor Langkawi, Geschwindigkeit 1,5kn, Warten, Tagesetmal 70sm, seit Dili 2064sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 136sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 31,0°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordost, See 0,5m.

Gersten spätabends haben wir den Motor angestellt und unseren letzten Diesel in Richtung Langkawi, Malaysia verfahren. Seit heute früh um 08:00Uhr treiben wir nun vor der Insel und warten, denn wir konnten unseren Notfallplan initiieren und werden nun im Laufe des Tages ein Treffen zur Dieselübergabe haben. Corona-bedingt dürfen wir nicht in den Hafenbereich, auch nicht zu einer Tankstelle einlaufen, so daß wir einen Treffpunkt zur Dieselübergabe 2,5sm vor dem Hafenbereich vereinbaren mußten. Das wird damit wohl der teuerste Diesel den wir bisher auf unserer ganzen Reise kaufen mußten. Mit 250USD für 100l schlägt der Betrag schon mächtig zu Buche.
Hier müssen wir tatsächlich mal auf unsere Situation aufmerksam machen. Wir finanzieren unsere Reise aus Erspartem und das hat mit unserer Planung bisher auch prima gepaßt. Mit den Corona- Maßnahmen, die die Preise massiv hochtreiben, bekommen wir allerdings doch langsam Schwierigkeiten. Denn die Preise sind nicht einfach nur um ein paar Euro gestiegen, sondern die Kosten die jetzt für unsere Weiterfahrt nach Europa entstehen, erhöhen sich mal hier um ein paar Tausend, mal dort um einige Hundert und das alleine jetzt für die Administration, um überhaupt von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Allerdings sahen wir auch keinen Sinn darin, weiterhin in Dili festzusitzen, denn ohne Wartung von Gegenwind und ohne eine Möglichkeit an Ersatzteile heranzukommen die mindestens ein halbes Jahr in den Lieferketten unterwegs sind und deren Kosten sich dann auf Deutschland bezogen mindestens um den Faktor 3-4 Erhöhen sowie und bei den herrschenden Bedingungen am Ankerplatz für
uns, die definitiv nicht für einen Langzeitaufenthalt dort ausgelegt sind, hatten wir DREI langsam unsere Grenzen der Belastbarkeit erreicht. So versuchen wir nun die Notwendigen nächsten Reiseschritte zu unternehmen um wieder nach Europa zu gelangen. Nun unser Wunsch für alle die unsere Berichte lesen und denen unsere Berichte gefallen: Wir haben auf unserem Bog einen Link zu unserem PayPal-Konto – es wäre Super wenn ihr uns mit einem Beitrag dort über die Corona-Kostensteigerungen etwas hinweghelfen könnt.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 27.Tag auf See

Datum: Mittwoch, 22. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 05°25,303‘, E 099°18,427‘
Kurs wir treiben, Geschwindigkeit 0-2kn, Segelversuche mit wechselnder Besegelung, Tagesetmal 29sm nur auf der Stelle, seit Dili 1994sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 168sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 30,4°C im Schiff, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nord, See 0,3m.

Der vergangene Tag bietet ein ziemlich frustrierendes Ergebnis. Wir haben es trotz flauen Winden zwar geschafft 29sm in unserem Kielwasser zu lassen, sind unserem Ziel damit aber kein Stück näher gekommen. Der Wind weht schwach aus Nord und auch die Strömung drückt uns nach Süden, so daß wir unsere Kreuzversuche in den Windfeldern nur mit hin- und hersegeln zubringen konnten. Der Wendewinke lag zwischen 180-200Grad.
Unser Highlight war natürlich wieder einmal des Nachts um 03:30Uhr, denn bei unserem Herumtreiben hatte uns ein Frachter, die Asahi Ocean, genau vor ihrem Bug, so daß wir zum Funkgerät greifen mußten, um auf uns aufmerksam zu machen. Dann haben sie unsere Kennung auf ihrer Elektronik, dem AIS-System bestätigt und korrigierten ihren Kurs um ein paar Grad um die treibende Gegenwind nicht unterzupflügen.
Der Wetterbericht sieht für längere Zeit nach Flaute aus und unser Diesel reicht beim positivsten, hundertsten Nachrechnen definitiv nicht bis Phuket und außerdem steht in Phuket ja auch unser Ankunftstag fest, den wir nicht nach hinten verschieben dürfen. So sitzen wir heute an Notfallplänen, denn in Corona- Zeiten kann man ja nicht einfach irgendwo ranfahren und nachtanken.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 26.Tag auf See

Datum: Dienstag, 21. September 2021 – 12:30 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 05°24,574‘, E 099°27,942‘
Kurs grobe Richtung Phuket mal treiben wir mal versuchen wir ein Stück aufzukreuzen unter Segel, Geschwindigkeit 0-4kn, Segeln unter wechselnder Besegelung, Tagesetmal 49sm davon nur 31sm in die richtige Richtung, seit Dili 1965sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 168sm von der Gesamtstrecke 2029sm. Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, brutal feuchtheiße 31,2°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 1 Beaufort aus Nord, See 0,3m.

Wir warten auf Segelwind, und schaukeln treibend dahin. Jede Seemeile die wir vorankommen erkämpfen wir uns. Durch die damit verbundenen vielen Segelmanöver und das zusätzliche Slalomfahren um die Fischer, gerade während der Nacht, sind unsere Wach- und Schlafrhythmen völlig durcheinander und wir damit recht müde und so nutzen wir jede Minute um uns ein wenig zu erholen. Gestern Nachmittag hatten wir hier aber auch tolle Gesellschaft, eine Delfinschule begleitete uns ein kleines Stück, während Gegenwind die um uns herumschwimmen Plastikflaschen aus dem Weg kickte.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 25.Tag auf See

Datum: Montag, 20. September 2021 – 12:30 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 04°53,391‘, E 099°30,585‘
Kurs grobe Richtung ca.315° mal treiben wir mal versuchen wir ein Stück aufzukreuzen unter Segel, Geschwindigkeit 0-4kn Segeln unter wechselnder Besegelung, Tagesetmal 97sm, seit Dili 1916sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 199sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, immer noch brutal feuchtwarme 29,7°C im Schiff, Wassertemperatur 29,0°C, Wind 1-4 Beaufort aus Nordwest, See bis 0,5m.

Seit vergangener Nacht ist der Motor aus, damit wir für unsere Ansteuerung und Notmanöver noch genug Diesel haben. Seitdem versuchen wir mit dem wechselhaften Wind, der uns zudem genau auf die Nase weht, zurechtzukommen. Vom Beidrehen über Segeln nur unter Vorsegel oder unter Vollzeug ist alles dabei. Die Kurse variieren dabei, denn Strömungen schieben uns mal oder werfen uns sogar zurück. Außerdem müssen wir im horrormäßigen Slalom um die Fischermassen kurven. Die Große Pötte treffen wir dagegen nur noch vereinzelt. Unsere Wachen sind bei dem ganzen völlig durcheinander gekommen und wir sind inzwischen ziemlich erschöpft.
Viele Grüße aus der Malakka Straße, Golf von Bengalen
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 24.Tag auf See

Datum: Sonntag, 19. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 03°40,498‘, E 100°16,675‘
Kurs ca.315°, Geschwindigkeit 5kn Motorfahrt, Tagesetmal 122sm, seit Dili 1819sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 283sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer passieren, brutal feuchtwarme 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus Nordwest, See 0,1m.

Wir sind raus aus dem Verkehrstrennungsgebiet der Malakka Straße und können unseren Kurs wieder frei wählen. Wir befinden uns hier schon im Golf von Bengalen aber immer noch in der Malakka Straße. Es geht voran mit Motor, denn es herrscht totale Flaute und es ist regnerisch mit fürchterlich dampfender Luft. Der Schwitzfaktor ist ziemlich hoch.
Gestern haben wir den Rest des Verkehrstrennungsgebietes in Angriff genommen. Erst mit einer fürchterlichen Strömung, die unsere Geschwindigkeit auf zeitweise nur einen Knoten heruntergedrückt hatte und gleichzeitig einer Windwolke mit Gegenwinden und bis zu einem halben Meter hohen Wellen. Das hielt zum Glück nur wenige Stunden, denn die Gezeiten wechselten und wir fingen an wieder mehr Fahrt zu machen. Auch der Wind hatte sich gelegt. Dafür kamen mit der Dämmerung die Fischer, die sich sogar bis zur Hälfte unserer Fahrbahnseite des Verkehrstrennungsgebietes ausdehnten. Wir wichen den Fischer aus und begaben uns ebenfalls bis fast in die Mitte der Fahrbahn, denn vor uns wichen die Fischer nicht aus, wahrscheinlich weil sie unsere Navigationslichter nicht kannten oder uns auch für einen Fischer oder ein Fischerfähnchen hielten. Denn natürlich hatten auch diese Fischer nur Baumarktlichter in allen möglichen Farben aber keine Navigationslichter. Aber vor den Großen
Pötten hatten die Fischer Respekt und machten Platz. Zum Glück vollführten die Riesenschiffe beim Überholen der langsamen Gegenwind kleine Kursänderungen, so daß wir den Fischern und ihren Fähnchen aus dem Weg gehen konnten.
Bis Mitternacht ging das Spiel mit den Fischern weiter, dann wurde das Fahrwasser enger und flacher, die Gezeitenströmung heftiger, zum Glück in unsere Richtung und die Fischer blieben zurück. Mit bis zu sieben Knoten wurden wir über die Engstelle geschoben und um 03:00Uhr, zum Wachwechsel waren wir in freiem Wasser. Während Ashas Wache stellte sich dann aber heraus, das das Wasser doch nicht so frei war, denn die großen Pötte sortierten sich für die Ein- und Ausfahrt in das Verkehrstrennungsgebiet, um sich in die richtige Perlenschnur einzureihen oder am Ende der Perlenschnur richtig Fahrt aufzunehmen. Wir mal wieder mitten drin, denn wir wollten eigentlich ein wenig Platz gewinnen für den anstehenden Wind der uns laut Vorhersage genau auf die Nase wehen soll.
Viele Grüße aus der Malakka Straße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 23.Tag auf See

Datum: Samstag, 18. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 02°22,436‘, E 101°46,829‘
Kurs wir folgen dem Fahrwasser der Malakka Straße, Geschwindigkeit 5-6kn, Motorfahrt, Tagesetmal 138sm, seit Dili 1697sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 402sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: wir sind im tropischen Nordsommer angekommen, großteils bedeckter Himmel, brutal heiße 31,6°C im Schiff, Wassertemperatur 29,5°C, Wind 2 Beaufort aus Ost, See 0,1m.

Wir schippern jetzt entlang der Fahrwassergrenze der Malakka Straße. Nachdem wir jetzt heftig anstrengende, stressige zwei Tage hinter uns haben, erholen wir uns gerade wieder etwas und holen Schlaf nach.
Da unser Bericht über die Singapurstraße gestern etwas spartanisch ausgefallen war, wollen wir das nun aber nachholen. Vorgestern Abend mit Dunkelwerden verdichtete sich der Schiffsverkehr mit lauter Frachtern und Tankern, die genau wie wir Anlauf auf die Singapurstraße genommen haben- natürlich alles unter Motor. Der Horizont in Richtung Stadt sah aus als würde ein riesiges Feuer über Singapur wüten. Unsere eigentliche Überquerung des Verkehrstrennungsgebietes begann gegen 23:00Uhr gut zwei Seemeilen vor der mehrspurigen Schiffsautobahn mit dem suchen nach geeigneten Lücken um durch den passierenden Durchgangsverkehr hindurchzukommen – halt wie beim Überqueren einer Autobahn zu Fuß. Zum Glück war der Mond hell bei einem klaren Sternenhimmel und so hatten wir gute Sicht.
Um 01:10Uhr erreichten wir die Nordseite des Verkehrstrennungsgebietes und fuhren unter Motor weiter am Rande der Straße, während die Großen und die Riesen wie an einer Perlenschnur an uns vorbei rasten. Unsere Geschwindigkeit reduzierte sich trotz Motorfahrt auf gerade mal zwei Knoten, denn eine sehr kräftige Strömung stand uns entgegen. An Schlaf war diese Nacht nicht mehr zu denken, denn auch am Fahrwasserrand tobte das Leben. Kleine Fischer mit ihren schnellen Booten flitzen um uns herum und brachten schnell ein paar Leinen oder Bojen aus um sie kurze Zeit später wieder herauszuholen und das so dicht wie möglich am Durchgangsverkehr. Je dichter wir dem Stadtzentrum mit seinen Hafenanagen kamen umso mehr große und riesige Schiffe ankerten außerhalb des Fahrwassers oder nahmen gerade Fahrt auf oder wollten sich einen Ankerplatz suchen und wir mitten in deren Routen. Am Morgen gegen 06:00Uhr hörte die massive Gegenströmung auf und wir konnten wieder mit unserer Mo
tormarschfahrt von fünf Knoten vorankommen. Die ganzen Lichter von den Schiffen, von Gebäuden an Land, Fischerblinklichter, schummrige unbeleuchtete Schleppkähne machten aus der ganzen Umgebung eine bunte Lichterlandschaft auf dunklem Grund. Mit Sonnenaufgang konnten wir einen ersten richtigen Blick auf das Geschehen werfen und es zeigte sich überwältigend. Auf der einen Seite hatten wir das Fahrwasser, mit der Perlenschnur vorbeirauschen großer und riesengroßer Schiffe, während auf der Stadtseite die Wasserfläche vollgeparkt war mit den gerade nicht fahrenden großen und riesengroßen Pötten und allem was sonst noch schwimmt. Immer wieder kamen Schiffe aus dem Ankerfeld heraus oder wollten hinein und hielten Kurs auf uns zu und forderten somit unsere volle Aufmerksamkeit. Im Laufe des Tages kamen wir vorbei an einer Flotte unzähliger ankernder Kreuzfahrtschiffe, dann lagen dort noch viel mehr Frachter und Containerschiffe und hinter den beeindruckenden Riesenpött
en tauchte die Skyline von Singapurs Zentrum mit all seinen Hochhäusern auf, die neben den Schiffen um uns herum schon fast winzig aber dennoch beeindruckend wirkten. Und wir immer mittendrin, mal zwischen zwei Riesen mal davor und teilweise von einer heftigen Strömung mit bis zu neun Knoten Geschwindigkeit unterwegs. Nach der Mittagszeit kamen wir dann auf der Westseite der Singapurstraße an einer mächtigen vor Anker oder an Bojen liegenden Tankerflotte vorbei. Etlicher der Riesentanker lagen sogar im Päckchen an den Bojen. Um 15:00Uhr hatten wir die Malakka Straße erreicht und die Singapurstraße lag in unserem Kielwasser, genau wie die Schiffsmassen jetzt achteraus blieben. Unser Streßpegel konnte sich beruhigen und wir merkten wie müde wir waren. Bei der Anzahl an Riesenpötten die wir hier in Singapur gesehen haben, kamen wir auf den Gedanken, das auf den Weltmeeren jetzt gerade kein einziges Schiff mehr zu finden sein dürfte – beeindruckend welch eine irre gr
oße Flotte doch für den Welthandel unterwegs ist. So viele Schiffe haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen.
Die Malakka Straße ist ebenfalls als Verkehrstrennungsgebiet eingerichtet und wir halten uns weiterhin am Rand auf. Bei flauen Winden fahren wir unter Motor hindurch und so wollten wir uns hier eigentlich etwas erholen aber gestern Nachmittag viel das Barometer erst einmal kräftig ab und so präparierten wir uns für eine weitere ungemütlich Nacht, zusätzlich tankten wir noch einmal Diesel aus unseren an Deck verschnürten Kanistern nach. Mit der Dämmerung kam dann ein heftiges Blitzen auf, ein Blitz sah in seiner Ausdehnung fast wie ein Tornado aus. Der Wind frischte auf teilweise 20kn auf, kam aber aus Ost, also von der Seite Malaysias und so hielten wir unter Motor durch und versuchten einen Nachtwachenrhythmus zu finden bei dem wir den vermißten Schlaf nachholen konnten. Der Wind ließ nach ein paar Stunden nach, während das Blitzen, natürlich nicht ganz so heftig, uns bis zum Hellwerden begleitete. Aber es blieb trocken. Und so sind wir heute wieder einigermaßen
fit für die nächsten Seemeilen.
Viele Grüße aus der Malakka Straße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 22.Tag auf See

Datum: Freitag, 17. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 01°10,116‘, E 103°42,370‘
Kurs wir folgen dem Fahrwasser der Singapurstraße, Geschwindigkeit mal 2 und dann wieder bis zu 9kn, Motorfahrt, Tagesetmal 124sm, seit Dili 1559sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 540sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, unangenehm heiße 31,1°C im Schiff, Wassertemperatur 28,6°C, Wind 1-2 Beaufort aus Süd, See 0,1m.

Wir sind hundemüde nach einer nahezu durchgemachten Nacht und im Streß der Schifffahrtsroute und den irren Massen an Riesenschiffen in der Singapurstraße und wir mittendrin und mal im Slalom drum herum. Und wir sind noch nicht durch! Morgen ausführlicher.
Viele Grüße aus der Singapurstraße
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 21.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 16. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: N 00°44,435‘, E 105°27,002‘
Kurs 315°, Geschwindigkeit um und bei 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 69sm, seit Dili 1435sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 665sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, unangenehm warme 29,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See 0,3m.

Seit gestern sind wir wieder auf der Nordhalbkugel! Um 13:07Uhr (Dili Zeit) haben wir den Äquator auf E106° 15,272‘ überquert. Auch hier im Südchinesischen Meer haben wir keine Markierungslinie dafür entdecken können.
Der Tag und auch die Nacht vergingen erholsam und wir sind wieder einigermaßen fit für die nächsten Abenteuer. Und da steht auch wieder ein neues Abenteuer auf dem Plan. Wir starten jetzt den Anlauf auf die Singapur Straße, die wohl meistbefahrene Seestraße. Sie ist wie eine Autobahn mit einer rechten und einer linken Spur, seemännisch Verkehrstrennungsgebiet genannt. Wir sind gespannt wie wir das Abenteuer, Gegenwind inmitten der großen vorbeirauschenden Pötte, erleben werden!
Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 20.Tag auf See

Datum: Mittwoch, 15. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 00°02,133‘, E 106°17,434‘
Kurs 315°, Geschwindigkeit um und bei 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 63sm, seit Dili 1366sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 737sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, teilweise Regentropfen, feuchtwarme 28,9°C im Schiff, Wassertemperatur 28,2°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See 0,3m.

Den vergangenen Tag konnten wir etwas Luft holen und Ruhe genießen. Wir segeln so vor uns hin, hatten entspannte Wachen und angenehme Schlafenszeiten. Trotzdem sind wir noch etwas geschafft von dem Sturm, aber der Wetterbericht verspricht weiterhin ruhiges Wetter. Wir verbringen noch unsere letzten Augenblicke auf der südlichen Halbkugel!
Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 19.Tag auf See

Datum: Dienstag, 14. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 00°46,168‘, E 107°00,419‘
Kurs 315°, Geschwindigkeit wir treiben, Genua III klein gerollt, Tagesetmal 29sm aber nur 20sm in die richtige Richtung, seit Dili 1303sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 799sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Tropfenschauer, feuchtwarme 28,8°C im Schiff, Wassertemperatur 28,7°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südwest, See 0,3m.

Sturm! Der gestrige Nachmittag wurde immer drückender und heißer. Dann fing das Barometer an massiv zu fallen, ganze 9mbar. Die Wolken wurden immer dunkler, so daß wir unsere Vorbereitungen für Schlechtwetter trafen. Helge machte seinen Kontrollgang übers Deck, um ein paar Dinge noch mal neu zu Stauen, während sich Asha sich darum kümmerte unter Deck alles zu sichern und vor allem noch ein schnelles Mittagessen, eine Dose Erbseneintopf zuzubereiten. Währenddessen verdichteten sich die dunklen Wolken immer weiter. Wir drehten bei, mit einem zur Taschentuchgröße verkleinerten Vorsegel und das Großsegel lag sowieso fest verschnürt auf dem Baum. Dann gab es Mittag. Nach dem Essen, Asha schafft gerade noch den Abwasch, fing der Spuk an. Gegen 16:30Uhr heulte der Wind auf, natürlich genau von vorne und Gegenwind drehte sich in einen Winkel von ca. 60 Grad zum Wind und wir trieben damit ganz langsam nach Lee. Der Wind erreichte Sturmstärke, neun Beaufort, die auf unser
em Windmesser mit satten 42 Knoten Wind angezeigt wurden. Langsam wurden auch die Wellen höher und wuchsen auf zwei bis drei Meter an, was das Ganze noch deutlich ungemütlicher machte und wir uns damit kräftig abstützen oder verkeilen mußten. Helge übernahm die Wache im Cockpit während Asha unter Deck, die doch immer mal wieder herumpurzelnden Sachen einfing und sich sonst in ihrer Koje einklemmte. Der Schlimmste war gegen 18:00Uhr vorüber gezogen und gegen 19:30Uhr fingen wir vorsichtig wieder an zu segeln, allerdings nun auf einem am Wind Kurs der so gar nicht zu unserer Route paßte. Nach Mitternacht kreuzten noch ein paar nicht seemännisch beleuchtete Fischer und ein Schleppverband unseren Kurs und sorgten für Streß. Gegen 03:00Uhr stand der Wachwechsel an und Asha übernahm die nächste Starkwindfront, die gegen 04:30Uhr nur mit knapp 30kn Wind über uns hinwegbrauste.
Seit Hellwerden ist der Himmel nur noch bedeckt, die See hat sich beruhigt und der Wind ist mit einer Flaute eingeschlafen. Wir versuchen jetzt uns von dem Spuk zu erholen und unsere verspannten Muskeln mit etwas Ruhe wieder zu beruhigen.
Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 18.Tag auf See

Datum: Montag, 13. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 01°03,855‘, E 107°10,098‘
Kurs 315°, 15 Seemeilen westlich unserer abgesteckten Route, Geschwindigkeit 1kn, Genua III klein gerollt, Tagesetmal 78sm, seit Dili 1274sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 819sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Tropfenschauer, sehr feuchtheiße 30,6°C im Schiff, Wassertemperatur stark angestiegen auf 28,5°C, Wind 1-2 Beaufort aus Südost, See 0,3m.

Wir sind ziemlich dicht am Äquator, vielleicht schwitzen wir deshalb wie verrückt, vielleicht aber auch, da wir uns dem ausklingenden Nordsommer nähern. Auf jeden Fall ist uns ziemlich heiß.
Der Wind ist unzuverlässig, den gestrigen Nachmittag trieben wir einfach nur vor uns hin, nachdem wir den Motor für zwei Stunden zum Batterieladen laufen hatten und ganz nebenbei so auch noch ein paar Seemeilen gut machen konnten. Damit sind wir wenigstens dem Hauptschifffahrtsstrom entgangen. Nun sehen wir die großen 200-300Meter langen Riesen nur noch in guter Entfernung neben uns vorbeiziehen. Vergangene Nacht kam so viel Wind auf, daß wir sogar noch ein ansehnliches Stück Strecke segeln konnten. Mal sehen wie das heute wird, kommt der Wind in der Nacht wieder oder treiben wir heute durch die Nacht durch?
Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 17.Tag auf See

Datum: Sonntag, 12. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 01°47,903‘, E 108°13,999‘
Kursänderung auf 315°, Geschwindigkeit 3kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 89sm, seit Dili 1196sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 892sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, feuchtheiße 29,8°C im Schiff, Wassertemperatur 27,8°C, Wind 3 Beaufort aus Südost abnehmend, See 0,3m.

Wie schön das es auch völlig ereignislose Tage gibt, da kann man sich doch mal wieder etwas erholen. Auch die Wellen brauchen anscheinen mal eine Pause, denn das Schaukeln hat ein gut erträgliches Maß erreicht. Naja, vielleicht liegt das aber auch daran das wir gerade ein weiteres Weltmeer erreicht haben, auf dem wir jetzt unser Kielwasser hinterlassen. Die Java See liegt hinter uns und nun schippern wir auf dem Südchinesischen Meer herum in Richtung Singapur Straße.
Viele Grüße aus dem Südchinesischen Meer
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 16.Tag auf See

Datum: Samstag, 11. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 02°40,837‘, E 109°22,644‘
Kursänderung auf 310°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 90sm, seit Dili 1107sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 986sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: grau in grau bedeckter Himmel, 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,6°C, Wind 5 Beaufort aus Ost, See ruppige 0,5m.

Bergfest, Bergfest, Bergfest!! Jetzt haben wir die halbe Strecke hinter uns gebracht und wir haben nur noch eine dreistelle Teilstrecke vor unserem Bug! Das Segeln in diesen Gewässern ist und bleibt ermüdend. Die See ist ruppig und die Winde wechselhaft. Aber das unser Kurs jetzt ganz deutlich nach Norden zeigt spornt uns an und wir konnten ja auch wieder ein gutes Stück Strecke ins Kielwasser bringen.
Aber nun wieder zu den Fischern, ihr werdet es nicht glauben, gestern Abend in der Dämmerung waren sie alle wieder da, rechts und links und hinter uns. Vor uns war es allerdings dunkel, nur die Lichter von ein paar Frachtern und Tankern, sowie ganz vereinzelt mal ein undefinierbares Licht, tauchten aus der Dunkelheit auf. Und tatsächlich, wir haben den Fischer-Spuk überstanden. Plötzlich war da keine Fischereiflotte mehr um uns herum. Wir können nun wieder normal segeln und müssen uns nur noch mit Frachtern und Tankern arrangieren. Was für eine Erleichterung!.
Viele Grüße aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 15.Tag auf See

Datum: Freitag, 10. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 03°57,979‘, E 110°06,863‘
Neuer Kurs 325°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 93sm, seit Dili 1017sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1075sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur konstante 27,5°C, Wind 3-4 Beaufort aus Südost, See ruppige 0,5m Welle.

Das ständige Aufpassen auf die unendliche Flotte an Fischern ist ziemlich erschöpfend. Es gibt wirklich keine Zeit mehr zum Entspannen, einer von uns ist jetzt zwingend draußen im Cockpit, selbst der kurze Gang zur Toilette muß sehr gut abgepaßt werden. Aber wir sind ein Stück weiter und jetzt liegt sogar ein Nordkurs an, denn die Insel Borneo können wir nun auf ihrer Westseite passieren.
Es ist erstaunlich aber bei den vielen Fischern landen nachts immer noch wieder fliegende Fische an Deck, die meisten sind zwar sehr klein aber es gibt sie noch. Leider ist der Flug auf Gegenwinds Deck ihr letzter Flug, denn den Tag erleben sie nur als Trockenfisch und landen bei Helge Decksrundgang so dann wieder bei ihren Artgenossen.
Außerdem sehen wir neben dem inzwischen üblichen Plastikmüll jetzt auch immer wieder Treibholz, meist behauene kleine Stücke, neben uns auftauchen.
Neu und absolut gewöhnungsbedürftig ist für uns hier auch die Wassertiefe von nur 30 Metern, unser Echolot ist anders als auf dem offenen Ozean mit seinen tausend Metern Tiefe, hier mächtig am Arbeiten.
Viele Grüße aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 14.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 09. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 04°42,722‘, E 111°25,550‘
Kurs 285°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 83sm, seit Dili 924sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1170sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: großteils bedeckter Himmel, 29,7°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 4 Beaufort aus Südost, See teilweise ruppige 0,5m.

Mit viel Aufwand und ständiger Segel- und Kurskorrektur haben wir doch wieder ein gutes Stück Strecke im Kielwasser gelassen. Der Wind war sehr launisch und alle fünf bis fünfzehn Minuten mußten wir an der Segelstellung und am Kurs etwas ändern um voranzukommen. Und dann waren da ja noch die Fischer um uns herum.
Auch wenn sich das mit den Fischern jetzt nach einer Wiederholung anhört, aber die sind uns gestern echt gefährlich auf die Nerven gegangen.
Auch am gestrigen Nachmittag kamen wir in Schwierigkeiten mit diesen unberechenbaren, verantwortungslosen Fischern. Wir halten uns in der Regel so gut wir können von Fischereifahrzeugen fern, denn die sind ja weltweit unberechenbar gefährlich in ihren Aktionen und Kursen. Aber einer von denen hier, gestern Nachmittag, setzt bisher dem Ganzen die Krone auf. In sicherem Abstand von ca. eineinhalb Seemeilen führte unser Kurs an dem besagten Fischer vorbei, er war also gerade über den Wellenbergen zu sehen. Wir waren allerdings nur mit knapp drei Knoten Geschwindigkeit unterwegs, da änderte der Bursche seinen Kurs um 90 Grad und hielt genau auf uns zu. Um vor ihm lang zu kommen waren wir zu langsam, also ging es mit einigen Segelmanövern hinter ihm lang und anschließend versuchten wir den Abstand zu vergrößern. Dann vollführte der Heini seine nächste 90 Grad Wende und fuhr parallel zu uns, um dann noch eine 90 Grad Drehung zu machen und wieder genau auf uns zuzuhalten
. So schnell konnten wir keinen weiteren Abstand gewinnen. Gut zwanzig bis dreißig Meter entfernt ging er an unser Heck heran. Die etwa 20 Leute an Bord hielten Fisch zum Angebot hoch, während wir fürchteten vor dem steil aus der See ragenden Bug in Grund und Boden gerammt zu werden, denn die Wellen erreichten zu dem Zeitpunkt gute eineinhalb Meter. Wir konnten nicht nur den Leuten an Bord unseren Unmut zurufen, sondern hörten auch wie sie ihre Fischangebote herüberschrien. Auch konnten wir jede einzelne Pocke an deren weit aus dem Wasser ragenden Unterwasserschiff begutachten und deren Diesel kräftig riechen. Nachdem wir es mit dem nächsten Segelmanöver geschafft hatten aus dem Gefahrenbereich herauszukommen und die anscheinend verstanden hatten, das wir keinen Fisch von ihnen kaufen wollten, zitterten unsere Knie noch eine ganze Zeitlang danach und wir waren froh das wir noch in einem Stück waren.
Viele Grüße aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 13.Tag auf See

Datum: Mittwoch, 08. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 05°12,893‘, E 112°42,480‘
Kurs 285°, Geschwindigkeit 4-5kn, Genua III etwas eingerollt gesetzt, Tagesetmal 80sm, seit Dili 841sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1252sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, vereinzelte Sonnenstrahlen, immer wieder passieren Regenschauer, 28,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 4-5 Beaufort aus Südost, See ruppige 0,5-1,5m.

Wie gut das es gestern etwas ruhigeres Segeln gab. Seit vergangener Nacht bockt und schaukelt Gegenwind wieder in einer ruppigen durcheinander laufenden See. Dafür haben wir wieder ein gutes Stück Strecke hinter uns gebracht.
Seit den gestrigen Abendstunden haben wir nun ständig Fischer um uns herum. Helge hatte dabei mal die Lichter gezählt, die gleichzeitig um uns herumwuselten und kam dabei bummelig auf sechzig Stück. Wenn das in dem kleinen für uns sichtbaren Umkreis so ist und wenn das auf der ganzen Java See so zugeht, vielviele tausend müssen das dann sein? Da ist es ein Wunder das es überhaupt noch Fische im Wasser gibt oder wann ist die See auch hier leer gefischt? Zusätzlich sehen wir bei fast jedem Blick über das Wasser Plastik, meist Plastiktüten unterhalb der Wasseroberfläche herumtreiben und das bei so schönem klarem Wasser. Heute Vormittag kamen wir einem Fischer sogar auf Zeichenweite nahe und er hielt tatsächliche einen recht ordentlichen Fisch für uns hoch. Wir lehnten ab, denn die Übergabe hätte bei dem Seegang wohl einfach nur Bruch und Kleinholz verursacht.
Viele Grüße aus der wieder sehr ruppigen Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 12.Tag auf See

Datum: Dienstag, 07. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 05°37,587‘, E 113°58,749‘
Kurs 285°, Geschwindigkeit 3-4kn, Genua III und Großsegel im 3.Reff gesetzt, Tagesetmal 65sm, seit Dili 761sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1332sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, warme 30,1°C im Schiff, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3-4 Beaufort aus Südost, See erträgliche 0,5m.

So ist das Segeln mal sehr angenehm. Es wurde ja auch Zeit, damit wir uns wieder ein wenig von dem Geschüttel der letzten Tage erholen können. Heute Morgen gab es auch nur einen kleinen Regenschauer mit wenigen Tropfen und auch das Blitzen war während der Nacht nur vereinzelt zu sehen.
In den Abendstunden, während Asha sich in ihre Kojo verzieht gibt es für Helge immer ein kleines Schauspiel, den Sonnenuntergang. Er dauert keine fünf Minuten ist aber jedes Mal wieder ein Hingucker, denn die Sonne fällt in einem enormen Tempo mit einem immer wieder wechselnden Farbspiel einfach ins Wasser und verlischt dann. Uns so schnell wandelt sich auch der Tag in die Nacht. Das war auch gestern so, nur das mit der Dunkelheit auf einmal hunderte von Lichtern um uns herum angingen. Bei Tageslicht war rings um uns alles frei und plötzlich sah die See um uns herum aus wie eine lebendige leuchtende Stadt. Die Lichtervielfalt war enorm und umfaßte wohl alle Regenbogenfarben, die blinkten, blitzten oder einfach nur leuchteten. Wo die wo alle so schnell herkamen? Mit unserem Kurs mußten wir nun natürlich aufpassen aber erstaunlicherweise paßte es irgendwie immer.
Viele Grüße aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 11.Tag auf See

Datum: Montag, 06. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 05°52,750‘, E 115°00,338‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 1-3kn, Genua III immer wieder in wechselnder Größe gesetzt, Tagesetmal 64sm, seit Dili 696sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1396sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regenschauer wie auf der Autobahn, zeitweise Gewittergrollen, diesig, angenehm kühle 28,1°C im Schiff aber alles fühlt sich klamm an, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3-7 Beaufort aus Südost bis Ost, See sehr kabbelige 0,5-1m.

Die Woche fängt mit Regenschauern und Gewittern an. Auch vergangene Nacht begleiteten uns Blitze und teilweise Donnergrollen sogar bis in den heutigen Tag hinein und das ganze scheint noch kein Ende zu nehmen. Der Wind frischt während der Regenschauer spontan auf gute sieben Beaufort auf, um zwischen den Regenschauern dann auch mal ein Stück Flaute zu bieten. Wir sind also gut damit beschäftigt das Vorsegel groß und klein zu rollen, um es dem Wind anzupassen, während das Großsegel komplett zusammengewickelt auf dem Baum bleibt. Immerhin haben wir auch so wieder ein Stück Weg geschafft.
Zwischendurch passieren uns immer wieder alle möglichen großen Frachter und Tanker, die einen sicheren Bogen um uns machen.
Bei den lokalen Holzschiffen um uns herum sind wir nicht mehr so sicher, das das alles Fischer sind oder vielleicht doch mal der eine Menschen- oder Materialtransporter, wie wir sie schon in Timor-Leste täglich an uns vorbeifahren sahen. Einige kamen uns inzwischen so nahe, das wir eine ganze Menge Menschen darauf gesehen haben. Wir haben auch versucht ein paar Fotos von ihnen zu schießen aber da ist schaukelbedingt bisher nur Wasser oder Himmel drauf.
Viele Grüße aus der sehr ruppigen und ungemütlichen Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 10.Tag auf See

Datum: Sonntag, 05. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 06°02,595‘, E 116°03,032‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 1,5kn, Genua III gerefft gesetzt, Tagesetmal 89sm, seit Dili 632sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1459sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, Regen, diesig, nur kühle 27,2°C im Schiff eine angenehme Temperatur aber sehr feucht, alles fühlt sich klamm an, Wassertemperatur 27,7°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, See kabbelige 0,5m.

Ein Regensonntag. Die ganze Nacht begleiteten uns Blitze nördlich von unserem Kurs meist über Sulawesi und Borneo. Seit gut dreieinhalb Stunden regnet es nun. Wir haben trotzdem ein ganz ordentliches Stück Strecke zurückgelegt.
Mit der Überquerung der Makassar-Straße, also zwischen den Inseln Sulawesi und Borneo befinden wir uns auf den großen Schifffahrtsrouten. Die Makassar-Straße führt einmal nach Süden in Richtung Bali und die Kreuzung, die wir vergangenen Nacht gequert haben verläuft von West nach Ost und bringt Schiffe von Australien in Richtung Singapur. So haben wir seitdem immer wieder mehrere Tanker und Frachter um uns herum. Einmal begegnete uns sogar ein Schleppverband dabei. Die Großen Pötte können wir prima auf unserer Elektronik verfolgen und die sehen uns auf ihrer Elektronik und damit hat das bisher auch immer gut gepaßt. Natürlich tuckern zwischendurch immer wieder Fischer vorbei. Bei den Fischern ist das anders, die sind unsichtbar für uns, denn die meisten senden kein Signal, das wir verfolgen können und selbst auf dem Radar sind sie nicht zu erkennen, denn die Dinger, meist um die geschätzten 30 Meter lang sind aus Holz. Und auch die klassische Methode, aus deren
Navigationslichtern Richtung und Kurs abzulesen ist in der Regel vergeblich, denn die haben alles Mögliche oder gar nichts an aber keine erkennbaren Positionslaternen. So sind sie für uns Geisterschiffe, die hoffentlich verschwinden wenn es knapp wird.
Viele Grüße aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 9.Tag auf See

Datum: Samstag, 04. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 06°18,446‘, E 117°29,502‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 3-4kn, Genua III gesetzt, Tagesetmal 106sm, seit Dili 543sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1546sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: bedeckter Himmel, regnerisch, diesig, nur 28,,1°C im Schiff angenehme Temperatur aber sehr feucht-klamm, Wassertemperatur 27,8°C, Wind 3-4 Beaufort aus Süd bis Südost, See 0,5m, vereinzelte Wellenberge mit 1-1,5m. Wir sind gut vorangekommen die letzten vierundzwanzig Stunden, gestern Nachmittag und die erste Nachthälfte sogar unter Genua und dem Großsegel im dritten Reff. Die zweite Nachthälfte haben wir zur Wachübergabe das Großsegel geborgen und sind dann nur unter Genua gesegelt. Dabei stellten sich mehr und Blitze meist etwas nördlich von uns ein, die dann in den frühen Morgenstunden zu richtigem Gewitter wurden und uns ziemlich nahe kamen. Die Blitze folgten zeitweise sogar im fünf Sekunden Takt. Außerdem kam mit dem Hellwerden Regen dazu, der Asha eine ungemütlich Wache verschaffte, während Helge sich in der Koje noch einmal umdrehte.
Eigentlich ist auf der Südhalbkugel jetzt ja noch Winter, also Trockenzeit, so daß wir den Regen und die Gewitter eher damit erklären, das wir uns langsam in die Übergangszone zwischen Nord- und Südhalbkugel bewegen und damit auch Regen und Gewitter normal werden auf unserem Weg in den Norden.
Viele Grüße jetzt aus der Java See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 8.Tag auf See

Datum: Freitag, 03. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit GPS-Position: S 06°33,808‘, E 119°13,960‘
Kurs 300°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III, wir segeln wieder, Tagesetmal 88sm, seit Dili 437sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1652sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, diesig, 30,5°C im Schiff feucht heiß, Wassertemperatur 27,5°C, Wind 3-4 Beaufort aus Süd, See 0,3-0,5m. Der Wind hat wieder Lust uns voranzuschieben. Nachdem wir gestern den Motor vier Stunden zum Batterieladen und Seemeilenmachen laufen ließen, wurden die Wellen immer höher und unangenehmer. Aber dann hatte der Wind ein Einsehen und fing an unsere Segel zu blähen und die Wellen fanden damit ihre Erklärung. Seitdem segeln wir mit ca. vier Knoten Fahrt dahin.
In den Abendstunden bekamen wir noch Besuch von einem Tölpel. Dieses blöde Vieh setzte sich doch tatsächlich irgendwie oben auf den Mast genau auf den empfindlichen Windmesser. Er ließ sich mit kräftigem Mastschütteln und Schreien irgendwie von seinem Platz vertreiben und hat sich nach einer Flugrunde ums Schiff dann verzogen. Normalerweise sind diese Vögel hartnäckiger in ihren Versuchen genau den ausgewählten Schlafplatz einzunehmen. Zumindest arbeitet der Windmesser noch.
Heute Morgen kam ein angenehmerer Besucher vorbei, ein kleiner Landvogel, der sich auf unserm Großbaum eine halbe Stunde ausruhte.
So jetzt segeln wir aber weiter im Slalom um die ganzen Inseln herum.
Viele Grüße aus der Flores See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 7.Tag auf See

Datum: Donnerstag, 02. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit

GPS-Position: S 07°24,840‘, E 120°24,031‘

Kurs 300°, Geschwindigkeit 1kn, Genua III klein gerollt, treiben, Tagesetmal verschwindend magere 21sm, seit Dili 349sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1738sm von der Gesamtstrecke 2029sm.

Aktuelles Wetter: blauer Himmel, leicht bewölkt und diesig, 31,2°C im Schiff schweißtreibend feucht heiß, Wassertemperatur 28,0°C, Wind 1 Beaufort aus Südost, See 0,3m.

Flaute, Flaute, Flaute! Mit ca. einem Knoten Fahrt treiben wir in die richtige Richtung. Wir warten. Jetzt haben wir gerade den Motor angestellt um die Batterien wieder zu laden und damit auch ein paar Seemeilen voranzukommen. Und ganz wichtig, damit gibt es heute wieder eine Kühlschrankkühle Cola zum Mittag. Außer uns darauf zu konzentrieren weiterzutreiben gibt es hier nichts Neues. So berichten wir mal über unsere kritischen Vorräte. Unser Dieselvorrat beträgt 150 Liter im Schiffstank und 100Liter an Deck. Das bedeutet bei einer Reserve von ca. 30Litern, die wir halten wollen eine Kapazität von 220Litern zum Verbrauch. Um es auf unsere Strecke zu beziehen sind das 128 Motorstunden oder umgerechnet bummelige 5Tage und so idealerweise (ohne Strömung und Wind) ca. 700 Seemeilen. Das entspricht ca. der Strecke von Singapur nach Phuket, also die Engstellen der Singapurstraße und der Malakka Straße, für die wir jetzt den Dieselvorrat auch schonen. Die zweite kritische Größe an Bord ist unser Wasservorrat, da unser Wassermacher nicht funktioniert. Wir haben 250 Liter im Tank und 150 Liter in der großen Backskiste und unter dem Salontisch verteilt. Wir verbrauchen täglich 5 Liter davon nur zum Trinken, wenn wir keine schweißtreiben Aktionen haben. Damit kommen wir mit unserem losen Vorrat 25 Tage aus und können dann noch ca. 40 Tage aus dem Tank trinken. Bei unserer Reise-Rechnung von Dili nach Phuket haben wir 4-8 Wochen Zeit einkalkuliert, also maximal 56 Tage ohne die Vorräte neu aufzufüllen. Den Verbrauch von Zahnputzwasser und zum Kochen haben wir mit 50 Litern aus dem Tank gerechnet, denn salzen können wir mit Meerwasser. Zum Waschen oder Duschen konnten wir dabei keinen Frischwasservorrat aufschlagen. Die Idee wir können ja einmal ins Meer springen oder uns einen Eimer Meerwasser über den Kopf gießen nutzen wir nicht, denn auch wir haben die Erfahrung gemacht, das ohne gelegentliches Nachspülen mit Trink-/ Brauchwasser die Haut scheuerstellen oder sogar Ekzeme bekommt, halt wie bei den alten Seefahrern auf ihren großen Entdeckungsreisen.

Viele Grüße aus der Flores See

Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 6.Tag auf See

Datum: Mittwoch, 01. September 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 07°34,602‘, E 120°41,154‘
Kurs 300°, Geschwindigkeit 1-2kn, Genua III klein gerollt, mehr treiben als segeln, Tagesetmal magere 43sm, seit Dili 328sm vorangekommen, noch zu segelnde Strecke 1758sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: wieder blauer Himmel und diesig, 30,9°C im Schiff schweißtreibend heiß, Wassertemperatur 28,2°C, Wind 1 Beaufort aus Südost, See 0,2m.

Flaute! Die meiste Zeit treiben wir mit ein bis zwei Knoten dahin, aber zum Glück in die richtige Richtung. Der Wind hat einfach keine Lust uns voranzuschieben, egal was wir probieren.
Bei unserer gestrigen Motorfahrt gab es noch einen Schreckmoment, als ein hier übliches Fischereigerät direkt neben uns auftauchte. Das war allerdings so überraschend, das wir nicht einmal an ein Foto dachten. Bei dem Fischereigerät handelt es sich um hier übliche Flöße aus Bambus, ca. 1-2 Meter im Quadrat und etwa einen halben Meter über die Wasserlinie ragend. Obendrauf Stand noch so etwas wie ein umgedrehter Besen. Diese Dinger soll es hier häufig geben. Vielleicht können wir ja noch mal einen zum Fotografieren entdecken, obwohl wir eigentlich lieber weit von den Dingern wegbleiben würden, denn sie sind ungekennzeichnet und normalerweise sollen sie nachts auch unbeleuchtet sein, so daß man sie sieht oder halt auch nicht.
So jetzt müssen wir uns heute wieder darauf konzentrieren weiterzutreiben und den Tag langsam vorüber streichen zu lassen;-)
Viele Grüße aus der Flores See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 5.Tag auf See

Datum: Dienstag, 31. August 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 07°44,491‘, E 121°19,795‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 4,5kn, Genua III klein gerollt, Motorfahrt, Tagesetmal traurige 37sm, seit Dili 285sm gesegelt, noch zu segelnde Strecke 1797sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: blauer Himmel, diesig, 31,6°C im Schiff erschöpfend schweißtreibend heiß, Wassertemperatur 28,1°C, Wind 1 Beaufort aus Südost, See 0,3m.

Flaute! Den größten Teil der Nacht sind wir getrieben. Auch jetzt ist vom Wind kein Zeichen zu sehen. Wir fahren für zwei Stunden unter Motor um die Batterien zu laden und vielleicht heute mal eine kühle Cola zu Mittag zu genießen. Wenn der Wind nicht wieder kommt, werden wir weiter treiben, denn unseren Dieselkraftstoff müssen wir für die Passage von Singapur nach Thailand sparen.
Wir haben es jetzt geschafft weiter zu kommen als bei unserem Versuch im Januar 2020 als Gegenwinde und Strömungen uns einfach nach Timor-Leste zurückgeschoben hatten. Nun laufen Wind und Strömung zumindest in unsere Richtung.
So ein ruhiges Seestück birgt allerding eine einmalige Gelegenheit, wir haben Zeit das Erlebte einmal in aller Ruhe zu reflektieren. Timor-Leste hat uns einige ungeahnte Herausforderungen beschert. Da war der Ankerplatz, der ständig unsere volle Aufmerksamkeit erforderte, mit der sich immer wieder verknotenden Ankerkette, mit starkem Wind und Wellen, die uns spontan und ungeplant einfach mal so für Wochen an Bord gefesselt hatten und uns zudem ein Leben wie auf einem Rodeo-Pferd brachten. Außerdem mußten wir ein Feuer auf einem Nachbarboot miterleben, das uns mächtig einheizte und auch eine erhebliche Gefahr für uns darstellte. Weiter haben wir einen entstehenden Zyklon überstanden, bei dem wir schon Notfallpläne bereithielten. Aber zu unserem Glück brachte der Zyklon hauptsächlich Regenmassen, die schlimm für das ganze Land waren und uns inmitten eines Flutkatastrophengebietes katapultierten. Wir haben die Härte eines Entwicklungslandes miterlebt. Wir haben in S
upermärkten vor der Aussage gestanden, das gibt es erst mit der nächsten Lieferung in ein paar Monaten wieder. Wir haben Tonnen von Trinkwasser in Rucksäcken und mit dem Dingi an Bord geschleppt. Wir haben gelernt was es bedeutet, keinen einfachen Zugang zu Brauchwasser zu haben und auch mal für Wochen auf eine Dusche zu verzichten. Wir haben um uns herum Plastikmüll, Öl und Wegwerfwindeln als normal kennengelernt, in dem wir wirklich nicht einfach mal baden wollten. Wir haben Dili, die Hauptstadt im Großen und Ganzen eher als positiv langweilig schätzen gelernt und wüden wenn sich die Möglichkeit bietet auch gerne wieder einmal zurückkehren.
Das eigentlich tollste an Dili, Timor-Leste, sind seine Menschen. Wir haben viele freundliche Menschen kennengelernt und auch einige neue Freunde gefunden und die Policia Maritima, bei denen wir unser Dingi abgestellt haben, nannten uns einen Teil ihrer Familie. Das auffälligste an den Menschen war für uns die Ehrlichkeit, und die gegenseitige Freiheit einfach zu alles Fragen was uns oder unsere Gesprächspartner interessierte. Die Antworten kamen immer offen und frei heraus ohne gleich an ein was wäre wenn zu denken.

Viele Grüße aus der Flores See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 4.Tag auf See

Datum: Montag, 30. August 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 07°51,248‘, E 121°53,939‘
Kurs 280°, Geschwindigkeit 4kn, Genua III und Großsegel im 2. Reff gesetzt, Tagesetmal 65sm, seit Dili 248sm gesegelt, noch zu segelnde Strecke 1832sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: blauer Himmel aber diesig, 30,3°C im Schiff wieder unangenehm schweißtreibend heiß, Wassertemperatur 27,9°C, Wind 3-4 Beaufort aus Südost, See 0,3-0,5m.

Gestern sind wir wieder großteils getrieben. Gegen Abend haben wir dann den Motor für zwei Stunden gestartet um die Batterien zu laden und nebenbei ein Stück voranzukommen. Wind- und Sonnenenergie sind ja eigentlich ganz schön aber bei dem bedeckten Himmel und dem fehlenden Wind muß doch der Diesel ran. Seit ein paar Tagen sparen wir schon Strom indem der Kühlschrank abgeschaltet ist aber nun braucht die Navigation Strom und damit unseren Schiffsdiesel. Dabei mußten wir leider feststellen, das unser Problem mit dem unrund laufenden Propeller wieder aufgetaucht ist – der wird so wohl durchhalten müssen bis wir angekommen sind und Gegenwind aufs trockene Stellen können. Das ist ja eigentlich auch schon längst überfällig, war aber leider nicht denkbar in Timor-Leste.
Die Nacht hatte allerdings auch ihre wunderschönen Seiten, einen tiefdunkelblauen Sternenhimmel, mit Sternen die wie tausend Diamanten funkelten bis der Mond aufging.
Zum Wachwechsel gegen 02:00Uhr hatte uns die Realität dann wieder und riesige, fiese Wellen von gut eineinhalb Metern warfen uns hin und her, denn der passende Wind der Gegenwind stützen konnte blieb aus. Der Rodeo-Ritt dauerte über eine Stunde, dann kam Wind auf und die Wellen ließen sich damit besser ertragen. Jetzt segeln wir mit dem Großsegel im zweiten Reff und der ausgerollten Genua und guten vier Knoten dahin. Mal sehen wann der Wind wieder einschläft?!

Viele Grüße aus der Flores See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Aufbruch von Osttimor – 3.Tag auf See

Datum: Sonntag, 29. August 2021 – 12:00 Uhr Osttimor-Zeit
GPS-Position: S 07°53,639‘, E 122°58,192‘
Kurs West, 270°, Geschwindigkeit 3kn, Genua III und Großsegel im 2. Reff gesetzt, seit Dili 183sm gesegelt, noch zu segelnde Strecke 1895sm von der Gesamtstrecke 2029sm.
Aktuelles Wetter: blauer Himmel aber diesig, 30,2°C im Schiff unangenehm schweißtreibend heiß, Wassertemperatur 27,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Südost, See 0,3-0,5m.

Die vergangenen 24 Stunden waren ereignisarm. Segeln mit wenig Wind oder fast auf der Stelle treibend in der Nacht. Das unangenehme dabei sind nur die hohen Wellen, die uns mächtig durchschütteln und uns die Ruhe rauben, aber das war am Ankerplatz vor Dili ja ähnlich. Hier kommen wir allerdings voran, wenn auch langsam. Zu unserem Wachwechsel letzte Nacht gegen 02:30Uhr kam uns ein großer Frachter auf dem Weg nach Australien nahe, der seinen Kurs ein Stück veränderte um uns in Ruhe treiben zu lassen. Heute Vormittag haben wir dann unser Großsegel im 2.Reff gesetzt, um den wenigen vorhandenen Wind auszunutzen. Eigentlich sollte man ja meinen, das bei wenig Wind eher ein volles Großsegel hilft ein klein gerefftes. Das funktioniert ja auch wenn keine Welle vorhanden ist, aber bei den hier herrschenden Wellen würde ein volles Großsegel nur schlagen, mit dem klein gerefften Segel bleibt es sicher stehen. Nun läßt der Wind allerdings wieder stärker nach und wir müssen
mal wieder ran an die Segel.

Viele Grüße aus der Banda See
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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