Madeira, Kurs Nord: Aufbruch von Porto Santo – 2.Tag auf See

Datum: Dienstag, 23. Juli 2024 – 13:00 Uhr Porto Santo Zeit GPS-Position: N 35°39,651‘, W 020°42,955‘ Kurs 300°, Geschwindigkeit 5-6 kn, Groß im 1. Reff und Genua I gesetzt, zurückgelegte Distanz seit Porto Santo 287sm, Etmal der letzten 24 Stunden 142sm, noch zu segeln 268sm Aktuelles Wetter: bewölkt bei 24,5°C im Schiff, Wassertemperatur 23,5°C, Wind Nordost 3-4 Beaufort, Wellen 0,4m aus Nordost.
Wir haben mehr als die Hälfte der Strecke bis zu den Azoren hinter uns gebracht. Wir sind deutlich schneller unterwegs als wir gehofft hatten und Ashas übliche Seekrankheit hat sich auch schon merklich verbessert. Helge hat während seiner Freiwache in der vergangenen Nacht wie ein Murmeltier geschlafen und das trotz der heftigen Schiffsbewegungen.
Der vergangene Seetag verlief nahezu ereignislos. GEGENWIND lief mit einigen kleinen Kurskorrekturen am Windpilot wie auf Schienen ihrem Ziel entgegen, während wir uns auf unsere übliche Seeroutine einstellten.
Unser Seetag beginnt also wieder mit einem gemeinsamen Frühstück und dem anschließenden Klönschnack über das was uns während der Nachtwache bewegt. Danach folgt das Aufnehmen der täglichen Navigationsdaten und das Posten in unseren Blog, sowie das Ziehen und Analysieren der Wetterdaten. Nach der Tortur am Laptop folgt eine Pause mit einer Stärkung zum späten Mittag – gestern gab es übrigens Kaiserschmarrn, den Asha für die ersten Tage vorbereitet hatte und der damit fertig zum Zulangen im Kühlschrank steht. Der restliche Nachmittag vergeht mit einem Schiffsrundgand an Deck, um zu gucken ob irgendwo etwas nicht so ist, wie es sein soll und dann geht es auch langsam in den frühen Abend hinein, an dem Asha sich Kojen-fertig macht und Helge die Wache übernimmt. Zwischen 02:00 und 03:00 Uhr ist Wachwechsel.
Vergangene Nacht wurde Asha kurz vor Wachwechsel allerdings etwas unsanft geweckt, da der Wind plötzlich um ein bis zwei Windstärken auffrischte und Helge das Vorsegel mit viel Geflatter und Getöse ein Stück wegreffte – bei dem Krach schläft niemand mehr.
In den Morgenstunden hatte sich der Wind ausgetobt und wir konnten das Vorsegel wieder ausreffen. So düsen wir nun weiter den Azoren entgegen und hoffen, daß das Wetter so lange durchhält, bis wir ankommen, denn die Vorhersagen sprechen ab Donnerstag von abnehmenden und später drehenden Winden, die uns entgegenwehen.
Viele Grüße von der GEGENWIND Asha & Helge Crew der SY Gegenwind
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Madeira, Kurs Nord: Aufbruch von Porto Santo – 1.Tag auf See

Datum: Montag, 22. Juli 2024 – 13:00 Uhr Porto Santo Zeit GPS-Position: N 34°23,505‘, W 018°19,218‘ Kurs 300°, Geschwindigkeit 5,8 kn, Groß im 1. Reff und Genua I gesetzt, zurückgelegte Distanz seit Porto Santo 145sm, noch zu segeln 407sm Aktuelles Wetter: bewölkt mit zeitweise durchscheinender Sonne bei 24,7°C im Schiff, Wassertemperatur 23,3°C, Wind Nordost 4-5 Beaufort, Wellen 0,5m aus Nordost.
Etwas später als gedacht lösten wir gestern unsere Leinen in Porto Santo. Aber wir wollten uns nicht drängeln lassen, obwohl die Liegeplätze an einem Marinasteg sehr beliebt sind. Die letzte Dusche vor Abfahrt wollten wir noch nutzen.
Das kleine Geschwader, das mit uns aufbrechen wollte, hatte sich schon vor dem Aufbruch aufgelöst. Das erste Boot verließ pünktlich um 10:00 Uhr den Hafen, wir folgten um 11:40 Uhr und etwa eine halbe Stunde später folgte uns das dritte Boot, ein Katamaran. Vom Aufbruch der anderen beiden Boote haben wir nichts mitbekommen. Freunde machten von unserem Aufbruch noch Fotos und winkten kräftig – wie schön so in See zu gehen.
Für uns war es gefühlt höchste Zeit weiter zu kommen, denn auf unserem Weg in den Norden droht ja schon die kommende kalte Jahreszeit. Wir wollen vorher ankommen und müssen ja auch eine Bleibe für uns DREI finden, bevor uns der Frost an Bord einholt.
Nach dem Verlassen des Hafens haben wir angefangen unsere Segel zu setzen. Das Großsegel im zweiten Reff ging als erstes hoch und als es anfing zu ziehen, rollten wir auch die Genua aus um dann den Motor abzustellen. Unser erster Kurs führte uns um den Ostzipfel von Porto Santo auf einem am Wind Kurs in Richtung 65°. Wir änderten die Segelstellungen und banden das zweite Reff aus. Dabei blieben wir erst einmal auf dem Kurs und brachten mit 5 kn Fahrt etwas Raum zwischen uns und Porto Santo. Gegen 14:00 Uhr konnten wir schließlich eine Wende fahren und dann frei von der Insel unseren Kurs von 300° Richtung Ziel anliegen. Der Katamaran, der nach uns ausgelaufen war, hatte uns eingeholt und geriet langsam außer Sicht. Wir segeln seitdem auf Backbord Bug (die Segel auf der linken/ Backbord Seite). Bei dem Wind scheint GEGENWIND sich richtig wohl zu fühlen, denn sie sprintet was das Zeug hält, so daß wir zeitweise sogar mit 7 kn vorankommen.
Für uns ist der schnelle am Wind Kurs allerdings ziemlich gewöhnungsbedürftig, denn GEGENWIND hat dabei eine Neigung von etwa 10° zur Backbord Seite und alles, inklusive uns ist dabei ständig in Versuchung auf diese Seite zu fliegen, purzeln oder beim falschen Handgriff schlichtweg dort zu landen. Auch das Schlafen ist nicht das, aus dem Passatsegeln, gewohnte hin- und her Rutschen auf der Matratze, sondern einfach ein in die Ecke sacken, wie ein fallengelassenen Mehlsack. Wir werden uns wohl daran gewöhnen und es ist ja auch erst der erste Seetag, da sind die Seebeine ja sowieso noch am Wachsen.
Viele Grüße von der GEGENWIND Asha & Helge Crew der SY Gegenwind
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Madeira, Kurs Nord: Aufbruch von Porto Santo – Wir lösen die Leinen!

Datum: Sonntag, 21. Juli 2024 GPS-Position: N 33°03,704‘, W 016°18,937‘ Endlich geht es weiter. Wir sind dabei unsere Leinen auf Porto Santo zu lösen und Kurs Richtung Nordwest abzusetzen. Der Wetterbericht verspricht einen direkten Kurs am Wind. Mit uns laufen vier andere Schiffe aus. Eine kleine Regatta oder verlieren wir uns auf dem Ozean so schnell aus den Augen, das doch jeder alleine fährt? Aktuelles Wetter: Sonnenschein gespickt mit etlichen Wolken, angenehme 24,5°C im Schiff, Wassertemperatur 23,0°C, leichte bis schwache Brise aus Nordost.
Viele Grüße von der GEGENWIND Asha & Helge Crew der SY Gegenwind
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Porto Santo – Verzögerung, kleines Update

Unser Logo an der Hafenmole von Porto Santo
Unser Logo an der Hafenmole von Porto Santo

Wir liegen immer noch in der Marina von Porto Santo und kurieren die letzten Reste unserer Inselerkältungen aus. Die sind mächtig hartnäckig, aber es wird wenigstens langsam besser. Ashas Hustenanfälle hallen zwar schubweise immer noch über den Hafen, aber trotzdem fangen wir wieder an Ausschau zu halten auf das nächste Wetterfenster für unsere Weiterfahrt.
Bedingt durch diese Verzögerung liebäugeln wir inzwischen sogar mit einem größeren, direkten Segelschlag Richtung Norden, ohne Zwischenstopp. So sind wir dabei unsere Vorräte auf etwa 20-25 Tage Segeln aufzustocken.
Bis zu unserem Auslaufen wird es also hoffentlich nicht mehr allzu lange dauern.
Wir wollen auch wieder live von See hier berichten.
Drückt uns die Daumen, das Gesundheit und Wetter für ein baldiges Lossegeln mitspielen!

Wir haben inzwischen die Zeit so gut es ging genutzt und uns nun auch an der Hafenmole mit unserem Logo verewigt. Das hatten wir 2014, bei unserem ersten Besuch hier nicht geschafft, da uns ein aufkommender Sturm zu schnell vertrieben hatte. Die Hafenmole ist voll mit den verschiedenen Bildern und Logos der durchreisenden Segler. Nun strahlt auch unser Meisterwerk an der Molenwand allen gut sichtbar entgegen. Es stecken also sogar gewisse künstlerische Fähigkeiten in uns, denn das Bild ist frei Hand gemalt.

Viele Grüße aus Porto Santo, Madeira-Archipel
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Porto Santo – „JUST MARRIED!“

Hochzeit auf Porto Santo
Hochzeit auf Porto Santo

Bevor wir mit der Tür ins Haus fallen, als allererstes:
Heute haben wir unser 10-jähriges Jubiläum – genau heute vor 10 Jahren, am 5.Juli 2014 um 15:00 Uhr in Kiel, Düsternbrook, legten wir zu unserer großen Reise ab. Wir hatten nie erwartet, tatsächlich ganze 10 Jahre unsere schöne Welt und die vielen tollen Menschen so zu erleben wie wir es während der Reise durften – wir bringen viele Erfahrungen mit zurück und hoffen, darauf, das wir sie in unser weiteres Leben einbringen können und Menschen und Firmen finden, die diese Werte auch für unsere zukünftigen  Arbeitsfelder nutzbringend einbringen wollen.

Jetzt kommen wir der Tür, mit der wir ins Haus fallen wollen, ein Stück näher:
Heute vor 10 Jahren und 8 Tagen, genauer gesagt am Freitag, den 27. Juni 2014 waren wir endgültig, zusammen mit Sack und Pack auf unserer GEGENWIND eingezogen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir unsere Wohnungen aufgegeben und unser Hab und Gut befand sich nun, abgesehen von einigen eingelagerten Kisten, auf GEGENWIND. Seitdem ist GEGENWIND unser zu Hause und wir DREI zu den Abenteuern um die Welt aufgebrochen.

Nun fallen wir aber endlich mit der Tür ins Haus!
Das Zitat aus dem Gedicht von 1799 von Friedrich Schiller „Das Lied von der Glocke“ erscheint uns dazu eine sehr passende Einleitung nach 10 Jahren Segeln: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob das Herz zum Herzen findet, der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“

Geprüft haben wir ja wohl lange genug!?

Und nun war es soweit! Am 27.Juni 2024 zog es uns zum Standesamt auf Porto Santo, um unsere Ehe zu schließen und ganz im Sinne von F. Schiller die Verantwortung einer Bindung auch Formal zu übernehmen.
Interessanter Weise war die Frage nach gegenseitiger Verantwortungsübernahme weltweit keine Diskussion, gerade offiziellen Stellen gegenüber, aber hier in Europa scheint eine Urkunde einen höheren Stellenwert zu haben, als das eigentliche Handeln.  

Aber der Reihe nach:
Am 27.Juni 2024 fanden unsere Laufereien, Telefonierereien und Emails endlich ihr Ziel.

Wir brauchten zur Vermählung jeweils Geburtsurkunden und eine Ehefähigkeitsbescheinigung um zur Tat zu schreiten.
Aber diese drei Unterlagen hatten es doch irgendwie in sich, denn wir hatten uns ein Zeitlimit gesetzt, um unsere Reise nach Norden fortzusetzten und der Postweg beanspruchte für jedes Dokument etwa 12 Tage. Dazu mußten wir für das Ehefähigkeitszeugnis noch einen beglaubigten Antrag einreichen. Insgesamt waren vier verschiedene Standesämter beteiligt und drei Einwohnermeldeämter hatten wir aufgrund mangelnder Informationen auch kontaktiert, um endlich alles beisammen zu bekommen. Der bürokratische Weg erschien uns wie eine Sisyphusarbeit aus dem vergangenen Jahrhundert, denn trotz unseres eigentlich modernen digitalen Zeitalters, basiert der Prozeß der Eheschließung nach wie vor auf geduldigem Papier im Original. Leider sind die Telefonanschlüsse, um mal eben schnell etwas zu klären, ebenso geduldig mit ihren Warteschleifen, wie das Papier.
Aber die Menschen in den Ämtern waren so hilfreich und zuvorkommend, daß wir hier wirklich noch einmal ein dickes Lob aussprechen, denn ohne sie hätten wir das so nicht hinbekommen!

Am Donnerstagabend, den 20. Juni 2024 hatten wir das letzte erforderliche Dokument über den Postweg in unsere Hände bekommen. Am Freitag konnten wir bei dem hiesigen Standesamt einen Termin vereinbaren, um die Papiere zu erstellen. Dazu brauchten wir noch einen Übersetzter.
Wir schafften es tatsächlich mit Hilfe von Freunden einen Übersetzer zu finden, der auch noch Zeit für uns hatte. Einen Termin erhielten wir für Dienstag, den 25. Juni 2024 – den Termin hatten wir zwar schon für die eigentliche Zeremonie gedacht, aber wie das so ist mit den Ideen?!
Nach dem Tag des Papierkrams konnten wir dann auch den Hochzeitstag festlegen: Donnerstag, den 27. Juni 2024 um 15:30 Uhr im Standesamt von Porto Santo.

Wie sind wir nur auf Porto Santo gekommen?
Wir wollten für unsere Hochzeit einen besonderen Ort haben, der einen Bezug zu unserer Reise hat – und das hat Porto Santo: 2014 war es der erste Platz nach einem echten Ozeansegelstück, nach unserem ersten echten Sturm auf See, sowie Segeln für Asha das erste Mal nach drei Segeltagen ohne Seekrankheit war. Außerdem kam uns klar ins Bewußtsein, von hier aus liegt der erste Ozean wirklich vor unserem Bug. 2024 ist Porto Santo das erste Segelstück auf dem Weg Richtung Norden, die Kälte des Nordens liegt nach sooo vielen Jahren in den Tropen wieder vor uns, die Heimat ruft und sturmerprobt haben wir die Abenteuer unserer Reise gemeinsam überstanden. Wenn das nicht bindet, was denn dann?

Asha hatte sich schon in Gran Tarajal, Furteventura auf das Ereignis vorbereitet und war mit Veronika, durch die Geschäfte gezogen, um ein passendes Outfit zu finden. Da hatte sie echt Glück, daß Veronika und Jeremy mit ihrem Schiff im Hafen neben uns lagen und wir die seit 9 Jahren bestehende Freundschaft – die in der Karibik entstand –  einmal wieder live und mit „Anfassen“ genießen konnten.

Jetzt war es endlich soweit, unser Hochzeitstag, an dem das Brautkleid zum Einsatz gebracht wurde.   
Wir kamen auf getrennten Wegen zum Standesamt, denn Helge sollte Ashas Outfit ja nicht zu früh sehen. Während Helge sich zu Fuß aufmachte, wurde Asha mit dem Auto von zwei Seglerfreunden, von der TIMSHAL vorgefahren.
Vor dem Eintritt ins Standesamt kamen wir schließlich alle zusammen, so daß wir begleitet von Christina und Peter von der TIMSHAL, Claudia und Peter von der SABIR und natürlich unserem Übersetzter Michael eintraten. Es ging hinein ins Zimmer der Standesbeamtin und die Zeremonie begann. Michael übersetzte fleißig aus dem Portugiesischen und wir brachten schließlich zum richtigen Zeitpunkt das Wort „Ja!“ heraus.

Während wir im Standesamt waren, versammelte sich heimlich die hiesige Seglergemeinschaft vor dem Gebäude und als wir vor die Tür traten, wurden wir herzlich mit Fanfaren und guten Wünschen empfangen. Was für eine super tolle Überraschung!

Anschließend genossen wir zusammen mit unseren Begleitern das hiesige Eis in dem Eisladen, das bei jedem Besuch des Portugiesischen Präsidenten hier ein muß für ihn ist.

Für uns hatten wir den perfektesten Tag der Woche erwischt, der einzige Tag der Woche ohne Regen, sondern nur mit herrlich blauem Himmel.
Das ist unser Verständnis für ein tolles Hochzeitswetter, allerdings hat man in Portugal eigentlich ein anderes, denn hier heißt es: „Regen am Hochzeitstag bringt Glück!“ Also wünscht man dem Paar hier zum Hochzeitstag: Regen!
Wir finden allerdings nach wie vor, daß Hochzeitsfotos bei Sonnenschein deutlich attraktiver sind, als bei Regen. So zogen wir zum Meer, um die schönsten Fotos des Tages zu machen!

Danach machten wir es uns zu zweit gemütlich im Ort, bevor wir zu GEGENWIND zurückkehrten. In der Marina erhielten wir weitere Glückwünsche von der Seglergemeinde und auch GEGENWIND hatte von dem Tag etwas abbekommen, denn sie war von einigen Seglern mit Luftballons, Glückwunschfähnchen, klappernden Dosen und einem Schild „Just Married“ liebevoll hergerichtet worden.

Auf diesem Weg noch einmal vielen lieben Dank für die tollen Bilder an unsere Hochzeitsphotographen!

PS: Eigentlich wären wir jetzt schon längst wieder auf See – Hochzeitsreise!
Aber uns hat die hiesige, allgemeine grassierende Inselerkältung sehr heftig erwischt und so müssen wir uns erst einmal auskurieren, um wieder fit ans Segeln zu gehen.

Viele Grüße aus Porto Santo, Madeira-Archipel
Asha Reich & Helge Aßmann
Crew der SY Gegenwind

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Porto Santo – Schiffswerft, rein und wieder raus

Zurück ins Wasser
Zurück ins Wasser

Nach unserer Ankunft auf Porto Santo fingen wir an, unsere anspruchsvolle „to do“ Liste anzugehen und das obwohl uns der Ort doch zur Gemütlichkeit einlud.

Wir erwarteten einige Post aus Deutschland für ein paar Amtsbesuche. Dazu mußten wir erst einmal herausfinden welche Behörde in Deutschland uns das richtige Formular für das hiesige Amt zusenden konnte. Dabei kam uns spontan Asterix bei den Römern in den Sinn, „Das Haus das Verrückte macht“. Das war dabei definitiv auch hier zutreffend. Trotzdem, oder gerade deshalb wollen wir auf jeden Fall betonen, daß die Mitarbeiter in den deutschen Ämtern super bemüht waren, uns bei der Umsetzung unserer Anfragen zu helfen und anders als es in vielen Kommentaren dargestellt wird, die eine oder andere Extrameile dabei zurücklegten und das nur für uns – Hut ab und vielen Dank!

Die zweite große Baustelle, die wir hier angehen wollten, war die Überarbeitung von GEGENWINDs Unterwasserschiff. Dazu mußten wir einen Werfttermin und Unterwasserfarbe organisieren. Eigentlich hatten wir für Porto Santo einen drei bis vierwöchigen Aufenthalt geplant, so daß uns auch für die Werft genug Spielraum bleiben sollte. Dabei hatten wir aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn bei unseren ersten Anfragen hieß es „Da müssen wir mal sehen ob das noch klappt, denn der Kranfahrer geht für eineinhalb Monate in den Urlaub.“
Da haben wir ganz schön geschnaubt, denn nach etwa zweieinhalb Jahren im Wasser wollten wir den Unterwasseranstrich doch dringend überholen, damit wir für die kommenden etwas mehr als 2500 Seemeilen, die nun vor unserem Bug liegen wieder Ruhe vor dem ständigen Kratzen haben. Außerdem führt uns unser Weg ins Kalte und das ist zum stundenlangen Baden um das Unterwasserschiff freizukratzen trotz Neoprenanzug definitiv kein Vergnügen.
Nach einigem Hin und Her hieß es dann für uns ganz spontan ihr könnt heute, in etwa einer Stunde an Land. Ufffff – zum Glück bot uns Batista, der Hafenmeister, eine Alternative an, die drei Tage später, am Montag um 10:00 Uhr möglich war. Gleichzeitig fragte er uns aber auch, ob wir dann bis Donnerstag oder Freitag fertig würden, oder ob wir erst ab Mitte Juli wieder ins Wasser wollten und so lange, bis der Kranfahrer aus seinem Urlaub zurück kommen sollte, an Land stehen bleiben wollten. Die Antwort war ganz klar für uns: „ Wir wollten am Montag raus und spätestens am Freitag wieder zurück ins Wasser!“ Wie wir das schaffen wollten, war uns noch nicht ganz klar, aber wenn dann so!
Farbe konnten wir zum Glück bei Batista bekommen, denn da kam regelmäßig Nachschub von der Hauptinsel Madeira herüber. Wir hatten sogar Glück und bekamen über Batista einen Topf von einem anderen Segler, der zu viel bestellt hatte – das paßte.

Das, was nicht paßte, war der Termin am Montag, denn der mußte verschoben werden auf Dienstag. Da standen uns schon die Schweißperlen auf der Stirn, denn das Zeitfenster für die Arbeiten am Unterwasserschiff wurde damit kleiner, denn der Termin am Freitag war die letzte Möglichkeit, um nicht ewig an Land stehen zu bleiben.
Am Dienstag, den 4. Juni 2024 um 10:50 Uhr wurden wir schließlich bei Hochwasser mit dem Travellift aus dem Wasser gehoben. Das Herausheben bei dem im Hafen vorhandenen Schwell war schon spannend. Zuerst wurde ein Gurt um GEGNWINDs Bauch am Bug stramm gezogen und wir wurden damit ein kleines Stück angehoben, dann kam der zweite Gurt dran, um anschließend schnell angehoben zu werden, damit wir nicht mitsamt dem Lift durch die Wellen ins Pendeln gerieten. Die Leinencrew an Land mußte gut zupacken.

Wir kamen sicher an Land und GEGENWIND wurde auf die Lagerböcke gestellt. Nun war es an uns, sie abzuspritzen, den Bewuchs, vor allem Kalkablagerungen zu entfernen, sie anzuschleifen und sie ein wenig, so gut es in der kurzen Zeit halt ging, trocknen zu lassen. Zu allem Überfluß war für Donnerstag noch heftiger Regen angesagt.

Wir kratzten und schliffen im Akkord und konnten so tatsächlich am Donnerstagmorgen anfangen die Unterwasserfarbe auf einen sauberen Untergrund aufzutragen. Sogar das Wetter hatte ein Einsehen mit uns und ließ uns mit dem Anstrich, eine komplette Runde, sowie die exponierten Stellen mit einer zweiten Schicht, und dem Anbringen der neuen Anoden fertig werden, bevor der Regen begann.
Wir waren so intensiv am Arbeiten, daß wir davon nicht einmal Bilder gemacht haben – das erste Mal in all den Jahren, daß wir dafür nicht einmal einen Gedanken übrig hatten.

Am Freitag, den 5. Juni 2024 wurde GEGENWIND am Vormittag in den Kran gehängt, damit wir die Stellen auf denen sie Stand noch malen konnten und kurz nach 14:00 Uhr brachte der Travellift sie wieder zum Wasser.
Der Schwell im Liftbereich war doch beachtlich, wir schätzen ihn auf etwa 30-40cm und da sollten wir hinein. Die Liftcrew stand an den Leinen bereit, wir wurden an Bord von GEGENWIND gelassen und dann ging es abwärts. Zuerst ging GEGENWINDs Bug ins Wasser und das Heck blieb stramm im Gurt, so daß Helge die Ventile checken und den Motor starten konnte, während Asha damit beschäftigt war, hier und dort auf Abstand zu achten. Als alles an Bord fertig war, wurden wir sehr schnell komplett ins Wasser abgelassen und bekamen den Befehl „Vollgas“. An den gefährlichen Ecken der Liftrampe standen noch ein paar Segler mit Fendern bereit, um im Notfall nochmal abzuhalten. Aber das war zum Glück nicht nötig, denn GEGENWINDs Motor war kräftig genug, um uns mit Schwung gegen den Schwell aus der Mausefalle herauszubewegen. Das war wohl unser Rekordwerftaufenthalt – nur vier Tage für einen schönen neuen Unterwasseranstrich.

Auch mit unserem Liegeplatz hatten wir jetzt tatsächlich noch Glück, denn die Hafenmeistercrew bot uns einen Platz zwischen den kleineren Motorbooten an, der gerade frei war und den wir zumindest erst einmal nutzen konnten. Wir paßten von der Breite her auch gerade hinein, während GEGENWINDs Heck doch ein wenig daraus heraus ragte.

Damit hatten wir den ersten Teil der Vorbereitungen für die kommenden gut 2500 vor unserem Bug liegenden Seemeilen abgeschlossen.

Jetzt warten wir noch auf Post mit einigen Aktionen, die daraus für uns noch folgen und ganz besonders freuen wir uns auf ein super spannendes Event, das wir planen, bevor wir die Leinen lösen.

Viele Grüße aus Porto Santo, Madeira-Archipel
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Eine neue Segelzeit: Aufbruch von Fuerteventura – Unser eigentliches Etappenziel

Flughafen Madeira: Fallwinde und die Möglichkeit ins Wasser zu fallen
Flughafen Madeira: Fallwinde und die Möglichkeit ins Wasser zu fallen

Wir blieben eine zweite Nacht vor Funchal vor Anker liegen und genossen den Blick auf die Stadt.
Am Samstag, den 25. Mai 2024 holten wir morgens um 08:00 Uhr unseren Anker wieder an Deck und weiter ging es mit Kurs Ost, entlang der Küste Madeiras.

Die Wettervorhersage versprach uns einen Flautentag und so sah es auch aus. Wir motorten bei 1-2 Windstärken aus Nord mit 4,5-5kn Fahrt in den Tag hinein. Die Sonne strahlte und die See war ruhig. Auf Wind wollten wir allerdings nicht gewartet haben, obwohl wir ja mit dem Segelboot unterwegs sind, aber die Vorhersage versprach uns für etwa eine Woche Wind genau auf die Nase und das für unsere Vorstellungen auch noch viel zu stark, mit 6 Windstärken. Da erschien uns eine gemütliche Motorbootfahrt jetzt doch deutlich angenehmer.

Porto Santo vor der Nase

Porto Santo vor der Nase

So kamen wir entspannt aber von der Sonne etwas müde um 17:20 Uhr am Ziel unserer Etappe an. Wir machten im Hafenbecken von Porto Santo auf Position N 33°03,758‘ W 016°18,845‘ an einer Mooringboje auf 4,4m Wassertiefe fest. Die Temperatur betrug angenehme 25,9°C, während das Wasser nur 21,5°C warm war. Die Tour brachte uns 42 Seemeilen weiter auf unserem Weg.

Nachdem wir alles an Bord einigermaßen klariert hatten und uns unseren Besuch bei den Offiziellen am folgenden Tag vornehmen durften, bekamen wir noch kurz Besuch von unseren Nachbarn, der Crew der Timshal, die wir aus Gran Tarajal schon kannten. Sie wünschten uns ein herzliches Willkommen und brachten uns auch gleich einen hierher vorausgesandten Brief aus Deutschland mit.
Dann gab es bei uns an Bord noch unseren üblichen, abendlichen Obstsalat, bevor wir den Abend ausklingen ließen und müde in die Kojen fielen.

Am folgenden Tag holten wir unser Schlauchboot aus seiner Lagerkoje und nachdem wir es aufgepumpt und zu Wasser gelassen hatten, begaben wir uns zur offiziellen Einklarierung an Land. Der Ort strahlt eine gelassene Gemütlichkeit aus!
Leider konnten wir die Gemütlichkeit hier bisher nicht so genießen, wie sie uns entgegen strahlt. Wir haben uns hier ein strammes Programm vorgenommen, bevor wir die Leinen wieder lösen werden, aber dazu später mehr.            

Viele Grüße von der GEGENWIND von Porto Santo
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Eine neue Segelzeit: Aufbruch von Fuerteventura – 5.Tag

Funchal mit Seilbahn Blick von unserem Ankerplatz
Funchal mit Seilbahn Blick von unserem Ankerplatz

In den Nachtstunden des 23.Mai 2024 machten wir gegen den zunehmenden Wind und eine kräftig nach Südwest setzende Strömung kaum noch Fahrt in Richtung Ziel. Wir versuchten einen halbwegs passenden Kurs unter gerefftem Großsegel und Motor, aber das ging nur im absoluten Schneckentempo. So fiel gegen kurz nach 22:00Uhr die Entscheidung einen Ausweichplatz anzulaufen, der zwar mühsam aber wenigstens während der folgenden Stunden erreichbar war. So kämpften wir uns mit knapp 2kn Fahrt zum Ankerplatz vor der Hauptstadt Madeiras, Funchal. Hier fiel unser Anker am 24.Mai 2024 um 00:40 Uhr auf Position N32°38,668′ W016°54,116′ bei einer Wassertiefe von 14,8m. Die Temperatur an Bord betrug 20,6°C, die Wassertemperatur lag bei 20,6°C.

Somit hatten wir nach insgesamt 409sm erst einmal eine ungeplante Zwischenetappe erreicht, um uns etwas zu erholen. Zuallererst riefen unsere Kojen nach uns.

Unsere Schlafenszeit fiel trotz der Anstrengungen der Überfahrt gar nicht so übermäßig üppig aus. Gegen 09:00 Uhr saßen wir, wenn auch etwas matt, beim Frühstück, aber ein neuer Tag hatte begonnen. Wir schauten dem Treiben an Land von unserer Bordperspektive aus zu und fingen mit unseren Bordarbeiten an. Aufräumen, Sachen trocknen, Ausrüstung prüfen, Essen für das nächste Segelstückchen vorbereiten und Helge mußte noch ins Wasser, denn am Propeller waren während der Motorfahrt ungewohnte Geräusche zu hören gewesen. Tatsächlich stellte sich bei dem Schnorchelgang heraus, daß sich die Propelleranode verabschiedet hatte. Zumindest kannten wir jetzt die Ursache für die ungewohnten Geräusche. Dann waren wir wieder fertig zum Weiterfahren. 

Viele Grüße von der GEGENWIND
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Eine neue Segelzeit: Aufbruch von Fuerteventura – 4.Tag

Für Donnerstag, den 23.Mai 2024 hatten wir eigentlich unsere Ankunft gedacht. Naja, da hätten wir mit den Meeres- und Wettergöttern wohl besser verhandeln müssen oder mehr Schmiergeld zahlen. Wir sind nicht angekommen.

Unsere Mittagsposition um 14:30 Uhr Kanarenzeit betrug N32°12,815′ W017°11,953′ mit Kurs 40° und 3,5kn Geschwindigkeit. Im Schiff lag die Temperatur bei 24,4°C, während das Wasser nur 20,7°C bot. Der Wind hauchte uns mit 2 Windstärken aus Nord entgegen, während die See uns mit ruppigen 0,4m hohen Wellen durchschüttelte. Dafür schien die Sonne an einem blauen Himmel und wir hatten insgesamt bisher 378sm zurückgelegt, davon wieder 93sm während der letzten 24 Stunden. Die Umrisse von Madeira lugten uns am Horizont entgegen.

Der Abend und die Nacht zum Donnerstag waren ziemlich unruhig. Der Wind und damit der Kurs veränderten sich immer wieder, so daß wir zeitweise unter Motor und nur mit gerefftem Großsegel vorankamen. Ab Mitternacht konnten wir den Motor abstellen und wieder segeln. In den frühen Morgenstunden, während Ashas Wache, ärgerte uns der Wind wieder und drückte unseren Kurs Richtung West. Wir versuchten eine Wende aber der Wendewinkel war so mies, das uns der Kurs Richtung Südost brachte. Also gingen wir zurück auf Westkurs bis etwa 09:00 Uhr, als der Wind zu schwach zum Segeln wurde. Wir starteten den Motor, bargen das Vorsegel, holten das einfach gereffte Großsegel dicht und legten einen Kurs auf unser Ziel an.

Viele Grüße von der GEGENWIND
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Eine neue Segelzeit: Aufbruch von Fuerteventura – 3.Tag

Auch dieser Tag bot eine einfache, ruhige Segelzeit.
Heute, am Mittwoch, den 22.Mai 2024 um 14:30 Uhr Kanarischer Zeit erreichten wir die Position N31°00,639′ W017°42,000′. Ein Kurs von 35° lag an und wir fuhren mit etwa 4kn Geschwindigkeit direkt auf unser Ziel zu. Leider war der Wind auf 2 Windstärken aus Nord abgeflaut, so daß wir um 12:00 Uhr die Segel bargen und unsere Fahrt unter Motor aufnahmen. Die eigentlich kleinen, nur 0,3m hohen Wellen drückten unseren Kurs unter Segeln immer weiter von unserem Ziel weg und ein Kreuzschlag in die andere Richtung brachte uns nur um 180° zurück in die Richtung aus der wir kamen. Dieser Versuch gegen 06:30Uhr brachte uns nur Frust und Helge um seinen Schlaf.
Insgesamt lagen jetzt 285sm im Kielwasser, davon 93sm während der letzten 24 Stunden.

Die Nacht brachte uns eine gefühlte Eiseskälte und wir verkrümelten uns während der Wache in dicke Segelkleidung gehüllt, sowie einer zusätzlichen Decke, in unsere Ecke. Zum Schlafen in der Koje mußte nun auch wieder ein langärmeliger Schlafanzug, eine Bettdecke, eine Fliesdecke und der lange verbuddelte Schlafsack her und das bei 21,1°C kaltem Meerwasser um uns herum.

Viele Grüße von der GEGENWIND
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Eine neue Segelzeit: Aufbruch von Fuerteventura – 2.Tag

Endlich mal wieder ein Sonnenuntergang unter Segeln
Endlich mal wieder ein Sonnenuntergang unter Segeln

Wir durften einen schönen Segeltag genießen.
Wir segelten unter Großsegel und unserer kleinen Genua mit 3-4 kn Fahrt dahin. Sogar die Richtung hatte sich etwas zu unseren Gunsten entwickelt und wir konnten mit einem Kurs von 340° etwas dichter auf unser Ziel zuhalten.
Unsere Mittagsposition lautete N 29°51,644′ W 016°43,048′ um 14:30 Uhr Kanarische Zeit. Bewölkung hatte sich am ganzen Himmel breitgemacht, aber trotzdem schaffte die Sonne es immer wieder eine Lücke zu finden, um uns ihre wärmenden Strahlen zu schicken. Im Schiff herrschte eine Temperatur von 23,4°C während das Wasser mit 20,9°C etwas wärmer zum Vortag geworden war.
In den vergangenen 24 Stunden hatten wir 93 sm zurückgelegt, das macht insgesamt für diese Etappe bisher 192 Seemeilen, kein schlechter Schnitt, definitiv aber auch kein Rekord, sondern einfach recht gemütliches Segeln und das für einen Kurs hart am Wind bei 3 Beaufort aus Nordost und etwa 0,3m Welle.
Irgendwie war das Segeln jetzt einmal echt super, um alle organisatorischen Herausforderungen loszulassen und mal nur das hier und jetzt zu erleben. Wie schön ist es doch, das Land einfach mal am Steg zurückzulassen und neuen Schwung zu holen für die Dinge, die im wahrsten Sinne vor unserem Bug liegen.

Viele Grüße von der Gegenwind
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Logbuch: Eine neue Segelzeit: Aufbruch von Fuerteventura – 1.Tag

Gran Tarajal im Kielwasser
Gran Tarajal im Kielwasser

Unsere Zeit auf Fuerteventura ist abgelaufen, wir haben uns sehr viel mit unserem nächsten Lebensabschnitt beschäftigt, etliche Formalitäten dazu angestoßen und wir haben uns intensiv mit unserer Rückkehr nach Deutschland beschäftigt. Wer glaubt das ist einfach, der kennt Deutschland nicht. Eine interessante Erkenntnis lacht uns dabei massiv entgegen „Der Hauptmann von Köpenick“. Kaum zu glauben aber der Hintergrund dieser Geschichte ist auch im modernen Deutschland noch aktuell.
Nun sind wir aber auf See, um von unseren theoretischen Vorbereitungen für eine Rückkehr in die Praxis überzugehen.
Während der vergangenen Wochen haben wir GEGENWIND und uns wieder seefertig gemacht. Dazu galt es, den Bewuchs vom Unterwasserschiff zu  entfernen, das dank der vielen Fische, die täglich daran herum geknabbert haben, recht zügig ging. Außerdem inspizierte Helge den Motor und wir checkten Mast und Rigg von unten bis ganz oben. Asha kümmerte sich um unsere Vorräte und dann ging es ans Aufräumen, sowie seefest stauen. Es ist jedes Mal wieder aufregend, unser Heim aufs Auslaufen vorzubereiten und es ist kaum zu glauben, wieviel dabei anfällt. Diesmal wollte uns unser Wassertank ärgern. Wir hatten ihn hier so schön sauber gemacht und nun lief er beim vollständigen Füllen einfach durch eine undichte Dichtung im Inspektionsdeckel aus und füllte GEGENWINDS Bilge. Da half alles nichts, der Tisch, die darunter verstauten Wasserkanister und die Fußbodenbretter mußten raus und das am Abend vor unserem Ablegen. Zumindest konnten wir die undichte Dichtung mit Bordmitteln reparieren.

Am Sonntag, den 19. Mai 2024 war es soweit, wir nahmen Abschied von unseren Freunden und wuselten wie wild an den letzten Vorbereitungen, wie dem Anschlagen der Segel, Wettervorhersagen, den letzten Infomails, den letzten frei herumfliegenden Teilen, die ihren Platz noch suchten und dann wollten wir die Leinen lösen. Viel zu spät natürlich für den vorhergesagten Wind. Wir wollten die Nordspitze Fuerteventuras runden und dazu hätten wir früh starten müssen, nun aber herrschten 4-5 Windstärken genau gegen an. Das war uns zu viel, so daß wir nach einer längeren Diskussion beschlossen, nicht mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern als Alternative um die Südspitze Fuerteventuras mit dem Wind im Rücken auszulaufen.
So lösten wir nach einem kurzen Mittagessen – von Asha vorbereiteter Kaiserschmarrn – unsere Leinen.
Erstaunlich, wie einfach wir doch trotz unserer langen Hafenzeit die Seeroutine wieder umsetzen konnten – das ist wohl wie Fahrradfahren, das verlernt man ja auch nicht.

Wir wollten nach Norden, das bedeutete, das die vorherrschenden Winde uns entgegen bliesen, so daß wir lange Kreuzschläge einplanen mußten (im Zickzack gegen den Wind). Nach so langer Zeit auf der Passatroute war das mal eine neue Erfahrung für uns, die wir schon lange nicht mehr angewendet haben. Auch segelten wir dieses Stück ohne tägliche Wettervorhersage und ohne täglich in unseren Blog zu posten, da wir noch keinen neuen Satellitenanschluß haben. Aber vor der modernen Technik sind Segler ja auch ohne Kommunikation und aktuellen Wetterbericht auf See zurecht gekommen.

Die erste Nacht verlief ruhig, wir konnten unseren Wachrhythmus aufnehmen und ein recht ordentliches Segelstückchen zurücklegen. Unser erster Kreuzschlag führte uns Richtung Nordwest.
Das Wetter war dafür am ersten Tag sogar fast gemütlich, leicht bedeckt, 23,4°C warm im Schiff, obwohl es sich echt kalt anfühlte und sich nur mit dickem Pullover, langer Hose und Socken aushalten ließ. Die Wassertemperatur betrug 20,5°C, die See war ruhig, mit nur kleinen Wellen, aber es schwamm einiges an Sargassokraut um uns herum. Das hätten wir hier nicht erwartet.

Nach dem ersten Tag auf See segelten wir jetzt mit Kurs 300° und einer Geschwindigkeit von derzeit 3,5kn. Um 14:30 Uhr befanden wir uns auf Position N28°44,553′ W015°32,152′ unter vollem Großsegel und unserer kleinen Genua. Damit hatten wir eine Strecke von 99 Seemeilen zurückgelegt.

Viele Grüße von der GEGENWIND
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Fuerteventura – Osterfreude

Wir sitzen tatsächlich mal wieder vor dem Rechner, um einen Bericht für unseren Blog zu schreiben und diesmal blieb das Blatt nicht leer! Offen gesagt, wir haben zurzeit so unsere Probleme viel Neues zu berichten, obwohl sich vieles bei uns bewegt. Nur können wir diese Abenteuer nicht in Bildern wiedergeben und sie sind auch kaum zu beschreiben, denn das meiste spielt sich in unseren Köpfen und am PC ab.

Aber heute können wir echt super Tolles berichten.
Ein Schiff lief in unsere Marina ein, eigentlich eher normal für eine Marina, aber das Schiff gehört Jeremy und Veronika.
Veronica hatten wir im Juni 2015 in der Karibik, genauer gesagt auf Union Island, als Tramperin auf dem Meer kennengelernt und einige Zeit in der Gegend gemeinsam mit ihr verbracht. Dann zog es sie auf verschiedenen Schiffen weiter bis auf den Pazifik. Inzwischen hat sie mit ihrem Partner ein eigenes Schiff, mit dem sie die Meere erkunden. Vor einigen Wochen bekamen wir nun die Nachricht, daß die beiden auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln waren und nach einem passenden Hafen suchten. Nun sind sie hier an unserem Steg und wir verbringen wieder eine gemeinsame Zeit miteinander. Wir haben uns eine Menge zu erzählen von den verschiedenen Abenteuern unserer unterschiedlichen Reisen, Erlebnisse und Erfahrungen.
Aber das Beste an unserem jetzigen Wiedertreffen ist es, das es sich anfühlt, als war unser erstes Treffen mit Veronica in der Karibik gerade erst gestern! 

Währenddessen bot Gran Tarajal für die Osterwoche auch eine schöne Abwechslung, denn ein kleiner Jahrmarkt mit Riesenrad, Schiffschaukel, Autoskooter und Bullenreitmaschine verbreitete Riesenspaß für die Menschen hier. Wir mögen dieses Flair, denn der Trubel und der Spaß sind den Menschen anzusehen und der Jahrmarkt ist hier etwas Besonderes, obwohl er deutlich kleiner ist als ein Großstadtmarkt.

Auch herrschte unter unseren Nachbarn, den Fischern, in der Osterwoche Hochstimmung, denn die Tunfischzeit hatte begonnen und so fuhren sie nahezu Tag und Nacht zum Fischen raus, um mit Kuttern voller Fisch wieder einzulaufen. Es wird mit lebenden Köderfischen und Leinen gefischt. Die Köderfische werden in Bottichen an Bord der Fischkutter gehalten und benötigen des Nachts ständig helles Licht und so erhellten viele Lichter unseren Steg auch nachts taghell. Aber die Ausbeute der Fischzüge machte wirklich Eindruck.
Zurzeit ist daher der Hafen entsprechend voll mit Fischerbooten, so daß selbst der Gästesteg nur bedingt von den vielen Seglern genutzt werden kann.
Einer der Fischer erzählte uns, daß er einen einzigen Fisch gefangen hatte und als wir ihn beim Annehmen seiner Leinen schon bedauern wollten, erklärte er uns super stolz, daß der eine Fisch gute 200kg auf die Waage brachte.
Unser Nachbarfischer hielt uns einen seiner Fische, den er nur mühsam tragen konnte, vor Freude strahlend, vor die Kamera. Anschließend gab er uns noch einen Fisch für unsere Pfanne zum Mittagessen.

Viele Grüße aus Gran Tarajal
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Fuerteventura – Kleine Highlights

GEGENWINDs Schwester kommt zu Besuch vorbei
GEGENWINDs Schwester kommt zu Besuch vorbei

Gran Tarajal, unser derzeitiger Gastort ist eigentlich ganz knuffig. Es ist hier wenig los, nur wenige Touristen verirren sich hierher und auch sonst ist es ein verschlafenes Plätzchen, das genug zum täglichen Leben bietet, aber nichts Aufregendes darstellt.

Der Strand und das Fußballfeld sind die Plätze, auf denen man sich normalerweise trifft. Abends, sobald die Sonne aufhört alles niederzubrennen geht das Leben los. Es wird Fußball gespielt, das örtliche Stadion ist nahezu jeden Abend mit Flutlicht und Fußballaction belebt und die Strandpromenade wird zum Auf- und Abschlendern oder zum Joggen rege genutzt. Außerdem sind die Strandlokale auf der Promenade täglich gut besetzt und der große Spießplatz auf dem Strand wimmelt in den Abendstunden von Kindern aller Altersklassen.

In Abständen scheint es hier allerdings Highlights zu geben, um das normale Leben etwas anzuregen.
Noch aus dem Vergangenen Jahr, am Donnerstag, den 12.Oktober 2023 war ein großer Strandabschnitt gesperrt und für das jährliche Piratenschauspiel vorbereitet. Es wird in Gedenken an den Piratenangriff der Engländer veranstaltet, die am 12. Oktober 1740 versuchten Fuerteventura zu erobern. Dieses Ereignis wird jedes Jahr am Strand von Gran Tarajal mit einem großen Spektakel aus traditioneller Kleidung, Pulverdampf, Kanonendonner und einem Piratenschiff, das die „Rotröcke“ an Land bringt, gefeiert. Das war wirklich ein hübsches Schauspiel, leider versperrte der übergroße Spielplatz unsere Sicht für brauchbare Fotos.
Auch aus dem vergangenen Jahr, am ersten Novemberwochenende fand ein Laufwettbewerb statt, der den ganzen Ort auf die Beine brachte.

Unsere eigenen Highlights bestanden in dem vorbeischauen von GEGENWINDs Schwestern, der MOANA und der ENTE auf dem Weg in die Karibik. Daraus wurde jeweils ein netter Klönschnack.

Jetzt warten wir auf das große Karnevalspektakel, das es aber erst von Ende Februar bis Anfang März geben wird.

Viele Grüße aus Gran Tarajal, Fuerteventura
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Fuerteventura – Alles Gute für 2024!

Heilige Drei Könige - Balthasar, Melchior und Caspar
Heilige Drei Könige – Balthasar, Melchior und Caspar

Das neue Jahr hat begonnen und doch läuft alles nahtlos weiter wie im alten Jahr.

Wir wünschen Euch trotzdem ein erfülltes, gesundes und friedliches neues Jahr!

Inzwischen haben wir unseren ursprünglichen Liegeplatz auf Gan Tarajal wieder eingenommen, denn der demolierte Steg wurde in Windeseile geflickt und ist nun auch vom Hafenmeister wieder zur Benutzung freigegeben.

Ende letzten Jahres klopften vermehrt Fische an GEGENWINDs Bordwand und gaben uns somit zu verstehen, daß ihr Bewuchs am Unterwasserschiff langsam überhand nahm. Das war ein deutliches Zeichen für Helge doch endlich einmal wieder mit dem Kratzer ins Wasser zu gehen und den Bewuchs zu entfernen. Am Silvestertag konnte er sich endlich dazu überwinden, zog den Neopren an und begann den Fischen ihre Mahlzeit mundgerecht zuzubereiten. Es wimmelte von Freßfreunden. Nach einer Stunde aber reichte es erst einmal für den Tag, denn es wurde trotz Neoprenanzug langsam anstrengend im nur 20°C kühlen Wasser. Im kommenden Jahr, naja in den folgenden Tagen also, sollten noch zwei weitere Unterwasserreinigungsgänge erfolgen, damit der Bewuchs erst einmal wieder ab ist.

Der Jahreswechsel verlief hier sehr beschaulich, denn es ist in Spanien ein Familienfest. Bei uns kam Hendrik am Abend zu Besuch zum gemeinsamen „Dinner for one“ gucken. Dazu gab es ein leckeres Gläschen Punsch ohne Schuß und vor Mitternacht zog es uns mit einem Gläschen Sekt zum Anstoßen auf die Promenade. Pünktlich um Mitternacht knallte der Korken und wir konnten drei kleine Feuerwerke in der Bucht bestaunen, die das neue Jahr einläuteten. Dann war alles wieder ruhig.  

Das Wetter bescherte uns auch zu Beginn des neuen Jahres wieder ein paar Tage anstrengendes Hafenschaukeln, mit Wind und Wellen aus östlichen Richtungen, die in den Hafen hineinguckten. Zum Glück waren die Bedingungen dabei nicht so heftig wie im Dezember. Die Wetterlage bot allerdings gute Bedingungen für alle, die von Afrika zu den Kanarischen Inseln aufbrechen wollten. Das waren aber nicht nur Segler, sondern die lokalen Zeitungen berichteten, daß damit auch wieder eine größere Welle von Migranten mit ihren Booten aufgebrochen war. Tatsächlich liegt die afrikanische Küste nur eine gute Tagesfahrt von den Kanarischen Inseln entfernt. Das Rettungsschiff aus Gran Tarajal verließ auch immer wieder den Hafen.

Mit dem Beginn des neuen Jahres folgte der Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten. Die „Heiligen Drei Könige“ sind hier das höchste Weihnachtsfest, das am 6. Januar gefeiert wird. Gran Tarajal erlebte dazu am 5. Januar 2024 den Einzug von Baltasar, Melchior und Kasper mit einer großen Parade. Die Könige ritten dabei auf Kamelen in die Stadt. Die Karawane zog zum Festplatz, auf dem eine Tribüne aufgebaut war, um die Thronsessel auf dem sie Platz nahmen, für jeden sichtbar zu präsentieren. In einem großen Spektakel durften die Kinder nun ihre Wunschzettel entweder in einen extra platzierten Briefkasten einwerfen oder sich mit ihren Eltern in eine lange Schlange einreihen, um ihre Wunschzettel direkt bei den Heiligen Drei Königen, Baltasar, Melchior und Kasper abzugeben.
Die Bescherung der Geschenke erfolgt am 6. Januar in den Familien, am Tag der „Heiligen Drei Könige“. Und so sahen wir die Kinder am 6. Januar mit ihren schicken neuen Geschenken auf den Straßen des Ortes und der Promenade spielen.
Wir schauten uns noch ein letztes Mal das wunderhübsche Krippenspiel an, das am Festplatz in einem Schaufenster aufgebaut war, bevor die Feiertage vorbei waren und der gesamte Festtagsglanz wieder abgebaut wurde.

Inzwischen hat Asha sich eine fiese Erkältung eingefangen, die uns beide ziemlich nervt. Helge hofft immer noch, von dem Bazillus verschont zu werden. 

Viele Grüße aus Gran Tarajal, Fuerteventura
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Fuerteventura – Weihnachten und eine harte Woche davor

Adventliches Gran Tarajal - Asha im  Lichterbogen
Adventliches Gran Tarajal – Asha im Lichterbogen

Frohe Weihnachten! – ¡Feliz Navidad! – Merry Christmas! – Joyeux Noël!

Die Sonne strahlt, so daß wir einen herrlich blauen Weihnachtshimmel erleben! Die Temperaturen liegen zurzeit im Tagesverlauf bei etwa 25°C, während es in der Nacht auf kalte 18°C abkühlt und uns bei unserem täglichen Abendspaziergang in Pullover, lange Hose und Socken treibt. Die Duschen hier bleiben kalt, denn es gibt in Gran Tarajal, in der Marina, kein warmes Duschwasser. Das Meer ist mit etwa 20°C für uns auch recht frisch und lädt, wenn überhaupt, nur zu einem ganz kurzen Eintunken ein.
Der Ort ist festlich geschmückt und bietet an dem einen oder anderen Abend kleine, lokale, weihnachtliche Musik- oder Tanzaufführungen im Ortszentrum an der Promenade.

Wir begingen diesen Heiligabend wieder zu zweit, mit einem leckeren Weihnachtsmenü aus drei Gängen, denn auch dieses Jahr ließ Asha es sich nicht nehmen, uns mit einem reichlich festlichen Gaumenschmaus zu verwöhnen und dafür stand sie gute eineinhalb Tage in unserer kleinen Pantry, um alles zusammen zu zaubern:
Als Vorspeise genossen wir gegrillte Paprika, gefüllt mit einer scharfen Sahnecrem mit frittierten Tintenfischstückchen. Darauf folgte ein klassischer Hauptgang aus Entenbrust, Rotweinzwiebeln, Rotkohl und Kartoffelklößen mit Pilzfüllung. Der krönende Abschluß war dann der Nachtisch, ein Zimt-Rosinen-Apfelkompott, dazu Joghurt mit Schokosplittern und alles garniert mit einem karamellisierten Haferflockentopping.

Den ersten Weihnachtstag bekamen wir Besuch zum Klönschack von Hendrik, einem Stegnachbarn, der zu unserem Orangenpunsch einen selbstgebackenen Kuchen beisteuerte.
Am zweiten Weihnachtstag war es ruhig und wir genossen die Sonne und verfassten endlich mal wieder einen Blogbeitrag!  Außerdem holten wir uns per Internet natürlich auch Familie und Freunde an Bord.

Ganz anders sah es vor gut einer Woche aus.
Am Samstag polterte alles durcheinander. Für den Tag war eine frische Brise aus östlichen Richtungen vorhergesagt und es gab in den Kanarischen Medien eine Wellenwarnung für die Küsten.
Wir lagen ja im sicheren Hafen, was soll da also passieren, könnte man denken?
So dachten das auch einige durchreisende Segler und der eine oder andere Urlauber betrachtet einen Hafen in so einer Situation wohl auch als sicher.

Naja, es fing jedenfalls am Samstagmorgen an, etwas schaukliger in unserer Marina zu werden. Das hatten wir nach dem Wetterbericht erwartet. Während sich Asha zum Einkaufen aufmachte, da Alexander, unser Stegnachbar von der LIA, eine Autofahrt zu einem entfernteren Supermarkt anbot, fing Helge an, ein paar Zusatzleinen auszubringen und einigen unerfahreneren Seglern den Tipp zu geben, dies ebenfalls zu tun.
Währenddessen wurde es im Hafenbecken immer schaukliger und so nach und nach kamen immer mehr Segler aus ihren Schiffen heraus und verstärkten die Leinen. Dabei verstärkte sich der Seegang im Hafen spürbar und jeder half mit, zusätzliche Leinen auszubringen.

Als Asha und Alexander vom Einkauf zurückkamen, wurde das an Bord bringen des Einkaufs schon ein Balanceakt, denn der Schwimmsteg tanzte im Wellenrhythmus und GEGENWIND wurde an dem sich schlängelnden Steg hin- und hergerissenen. Asha ging gleich wieder an Land, denn es reichte, wenn einer von uns auf dem tanzenden Schwimmsteg als ständige Leinencrew zurückblieb.

Nach kurzer Zeit zeigte der gesamte Schwimmsteg an verschiedenen Auslegern, an denen jeweils größere Schiffe befestigt waren, erste Ermüdungserscheinungen. Festmacherleinen einiger Schiffe brachen und zusammen mit den Marina-Mitarbeitern wurde immer intensiver an der Sicherung der Steganlagen und der Schiffe gearbeitet. Die ersten Stege mußten nun mit Leinen kreuzweise gesichert werden, denn Ausleger, an denen Schiffe lagen, brachen langsam entzwei.
In dem ganzen Wirrwarr, stolperten wir fast über einen Vater mit seinem etwa 5-6 Jahre alten Sohn, der sich zwischen die anpackenden Helfer gesellt hatte. Nachdem Helge ihn auf die gefährliche Situation aufmerksam gemacht hatte und ihn bat aus Sicherheitsgründen den auseinanderbrechenden Steg zu verlassen, entbrannte eine heftige Diskussion mit dem uneinsichtigen Landsmann. Er wollte mit seinem Sohn unbedingt mitten im Geschehen dabei sein und zugucken oder schlimmer noch im Weg stehen, während andere um Hab und Gut kämpften. Letztendlich konnte der Vater mit seinem Sohn nur von der Autorität eines Marina-Mitarbeiters, der deutlich sichtbar mit Handschellen und Schlagstock an seinem Gürtel spielte, überzeugt werden, den Steg zu verlassen.
Die Wellen im Hafenbecken nahmen von dem Geplänkel natürlich keine Notiz und tobten weiter ihr wildes Spiel. Da kam schließlich die Feuerwehr hinzu und zusammen mit dem Hafenmeister und seinen Leuten überlegten sie einen Evakuierungsplan. Nun wurde es Zeit, Asha an Bord zurückzurufen und sie folgte dem Ruf im Eilschritt.
Bei GEGENWIND waren inzwischen zwei Leinen gebrochen und eine massive Lippklampe (Beschlag zur Leinenführung) an der Steuerbordseite achtern hatte sich komplett zerlegt.
Jetzt begann die Evakuierung an andere, tiefer im Hafenbecken gelegene Plätze, die irgendwie, zumindest Zeitweise, zur Verfügung gestellt werden konnten. Zuerst wurden die Boote verlegt, deren Befestigungsausleger den Schwimmsteg weiter zerlegten und dann waren auch wir dran. Wir hatten provisorisch alles was man der Gemütlichkeit halber am Liegeplatz im Cockpit ausbreitet, einfach unten in den Salon gepackt und machten uns auf, zu dem neu angewiesenen Platz. Mit dem Vertäuen dort und dem Helfen der anderen Boote beim Verlegen, schienen auch die Wellen sich zu beruhigen.
Die Wellen hatten im Hafen etwa eine Höhe von einem halben Meter erreicht, doch nun, mit dem langsamen Abnehmen der Wellen, kehrte auch unter uns Segler wieder die normale Ruhe zurück. In der Dunkelheit merkten wir dann auch die Erschöpfung von dem ganzen Tag Boote schubsen und Leinen pullen.

So eine Schadensbilanz im Hafen hatten wir auf unserer Reise bisher noch nirgendwo: Zwei Leinen durch, eine Lippklampe Schrott, Ashas Hose hatte einen langen Riss, aber zumindest hatte die Haut nichts abbekommen. Am Folgetag zeigte sich an Helge linkem Handgelenk eine Sehnenentzündung und heftiger Muskelkater erinnerte ein paar Tage später noch an dieses Ereignis. 

Die Häfen auf den Ost-Südostseiten der Kanarischen Inseln sind bei den vorherrschenden nördlichen Winden die meiste Zeit des Jahres gut geschützt, aber während der Wintermonate, in denen die nordatlantischen Winterstürme Ost- bis Südostwinde mit teils hohen Wellen mit sich bringen, ist die sonst so geschützte Seite der Gewalt des Atlantiks voll ausgesetzt.

Viele Grüße aus Gran Taranja, Fuerteventura
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Fuerteventura – Ein sandiger Steinhaufen

Schatten eines Abenteurers
Schatten eines Abenteurers

Mit dem Erkunden unserer Umgebung haben wir uns diesmal etwas schwer getan. Nachdem unsere Erkältungen abgeklungen waren, stand der Wüstenwind vor der Tür und verhüllte alles in eine dicke feine Staubschicht. Sand kroch in Mund, Nase und Augen und in jede Ritze von GEGENWIND. Die Luftfeuchtigkeit fiel dabei auf etwa 20%, so daß sogar frisches Brot, das nicht in Plastik verpackt war, in wenigen Stunden steinhart wurde. Es war warm dabei, 35°C waren jetzt normal und auch die Nächte spielten mit dem Thermometer ein selbst für uns ungewöhnliches Spiel. Abends gegen 23:00 Uhr zeigte das Quecksilber nur 29°C, kletterte dann aber während der Dunkelheit, in der eigentlich alles abkühlen sollte, auf 31°C nachts um 02:00 Uhr. Unter diesen Bedingungen hatten wir wenig Spaß, uns auf der Insel ernsthaft umzusehen. So versuchten wir schwitzend unsere Zukunftspläne am Laptop, unter Deck, weiter zu schmieden, während wir hauptsächlich durch den kleinen gemütlichen Ort tingelten, nur um zum Einkaufen einen Supermarkt aufzusuchen.

Ein paar Spaziergänge führten uns dann aber trotzdem auf die direkten, umliegenden Anhöhen. Sobald wir die Ortschaft mit den schattenspendenden Häusern verließen, brannte die Sonne unerbittlich auf uns ein. Es gibt hier keine schattenspenden Bäume oder Palmen, denn die Wasserversorgung der Insel erfolgt zu 100% über Seewasserentsalzung und damit steht für schönes Grün nur ein sehr geringer Teil zur Verfügung, zumal sogar immer wieder Versorgungsengpässe durch Leitungsprobleme auftreten.

So ist auch die Landschaft fast ausschließlich braun, geprägt von Steinen und Sand. Die Kombination von Sonne, fehlendem Grün, dafür aber braunem Stein- und Sandboden sorgte im Tagesverlauf zu dem Gefühl, das wir unsere kleinen Spaziergänge wie in einem Backofen mit Ober- und Unterhitze unternahmen. Naja, es hat sich aber trotzdem gelohnt, denn die Aussicht von den Anhöhen bot einen wirklich interessanten Anblick, wie auf eine braune Wüste mitten im blauen Atlantik. Schaut doch einfach mal in unser Fotoalbum.    

Viele Grüße aus Gran Tarajal, Fuerteventura
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Fuerteventura – TRAN TRAN

Clowns Festival TRAN TRAN
Clowns Festival TRAN TRAN

Eine Erkältung ist echt nicht zu gebrauchen!

Gleich mit unserer Ankunft in Gran Tarajal begann im Ort das jährliche internationale Clowns-Festival. Wir waren wie verrückt am Husten und Schniefen, wollten aber trotzdem etwas von dem bunten Treiben der Kleinkünstler mitbekommen und so zogen wir los um uns ins Vergnügen zu stürzen. Mit Rücksicht auf die Menschen drum herum hielten wir mit unseren „Schniefnasen“ einen größeren Abstand und schauten den Clowns zu. TRAN TRAN bot von Pantomime bis zu Stelzenläufern und lustig verkleideten Schaustellern ein kunterbuntes Clowns- Spektakel. Es war im wesentlichen ein Spaß für die ganze Familie. Kinder tobten und freuten sich überall über die Mitmachaktionen und Vorführungen.
Am Samstag gab es dann eine, für den kleinen Ort, große Parade und die Straße war gesäumt von hunderten fröhlicher Menschen. Wir hatten etwas Mühe mit unserem Schnief- Abstand, aber der Spaß fand ja im Freien statt. Nach den Veranstaltungen und dem ganzen Trubel zog es uns doch wieder zurück auf GEGENWIND, denn die Anstrengung hatte uns erschöpft und so widmeten wir uns nun nach dem Festival erst einmal dem Auskurieren unserer Erkältungen.

Viele Grüße aus Fuerteventura
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Fuerteventura – Ein anstrengender Ankerplatz

Ankerplatz vor Morro Jable
Ankerplatz vor Morro Jable

Mit unserem Ankerplatz vor Morro Jable hatten wir auf einen gemütlichen Ort gehofft. Aber da waren unsere Erwartungen wohl etwas zu hoch. Am ersten Abend erlebten wir dröhnende Musik von Land bis spät in die Nacht. Der Ort stellte sich für uns als Touristenburg dar. So war der kleine Ankerplatz für die Touristen vermutlich super schön anzusehen, während unser Blick in Richtung Land eine Bettenburgenidylle zeigte. Naja, dafür war das Wasser herrlich klar. Während der Nacht kam zu unserem Leidwesen leider ein Schwell vom Atlantik um die eigentlich schützende Landzunge herum und GEGENWIND fing an, wild auf den Wellen herumzutanzen.
Den folgenden Tag verbrachten wir somit mit Nichtstun, denn es schaukelte wie verrückt und der Wind blies mit einer frischen Brise genau aus der Richtung, in die wir wollten. Da machte eine Weiterfahrt keinen Sinn. Der Wetterbericht versprach uns, daß das Wetter für einige Tage anhalten sollte. Schade, daß der Ankerplatz nicht die Ruhe bedeutete, die wir erhofft hatten. GEGENWIND machte ihren Job und richtete ihren Bug brav in den Wind und damit zeigte das Heck auf den offenen Ozean, so wie es sich gehört. Nur leider kamen viele Wellen so um die schützende Landzunge herum, daß sie noch eine stattliche Höhe von etwa einem halben Meter erreichten. Einige dieser fiesen Wellen besaßen sogar die Frechheit, heftig gegen das Heck zu klatschen und dann mitten im Cockpit zu landen. Das war anstrengend und wir mußten uns, bei allem was wir taten, ordentlich festhalten, um nicht durch GEGENWIND zu purzeln. Der Abend brachte eine weitere Herausforderung, denn es zeigte sich, daß Asha aus Gran Canaria eine Erkältung mit an Bord geschleppt hatte, die nun in vollen Zügen ausbrach.
Der zweite Tag am Ankerplatz wurde auch nicht besser und die mitgebrachte Erkältung breitete sich aus. Nun kränkelten wir beide.
Das Wetter hielt sich hartnäckig für einige Tage und so blieb der Ankerplatz sehr unruhig und ungemütlich, während wir zusätzlich an unseren Erkältungen litten.

Am Donnerstag, den 21. September 2023 ließen Wind und Wellen etwas nach und da nutzen wir die Chance, diesen ungemütlichen  Ankerplatz zu verlassen und 21 Seemeilen entlang der Küste Fuerteventuras nach Nordosten zu motoren. Hustend und Schniefend erreichten wir nach fünfeinhalb Stunden Fahrt Gran Taranjal. Wir funkten den Hafen an und hofften auf ein freies Plätzchen in der Marina für uns.
Wir hatten Glück und bekamen einen Stegplatz auf Position N 28°12,452’, W 014°01,554’ auf 5,3m Wassertiefe zugewiesen und unsere neuen Stegnachbarn nahmen uns prompt die Leinen ab, so daß wir fast keinen Handschlag mehr selber machen mußten. Auch die NASARENE lag wie in Las Palmas wieder neben uns. Das wichtigste für uns war es jetzt, daß endlich dieses elendige Geschaukel vorbei war und wir uns nach einer kurzen Registrierung im Anmeldebüro ganz unserem Husten und Schniefen hingeben konnten.

Viele Grüße aus Fuerteventura
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Kanarische Inseln – Ein herrlicher Segeltag

Makelloser blauer Himmel
Makelloser blauer Himmel

Vor dem Vergnügen kommt bekanntlich die Arbeit. Und da wir mal wieder segeln gehen wollten, mußten wir im Vorfeld GEGENWIND vorbereiten. Ein paar Einkäufe und vor allem die Ausrüstung und das Unterwasserschiff brauchten Aufmerksamkeit. In mühevoller Kratzarbeit befreiten wir GEGENWINDS Unterwasserschiff von einem hartnäckigen Muschelpanzer und auch den Propeller kratzten wir von einem Biotop scharfkantiger Muscheln frei. Helge benötigte mehrere Tage für diese Aktion und das Wasser war mit nur 24°C dabei gefühlt sehr kalt. Wir haben uns wohl doch zu sehr an die tropischen Temperaturen gewöhnt.

Wir zögerten unsere Abfahrt Stückchen für Stückchen weiter heraus. Ab Septemberbeginn drohte uns doch der Rauswurf aus der Marina Las Palmas, denn für die ARC, die Atlantikrally, müssen die Liegeplätze geräumt werden. Zum Glück erreichen nicht alle Schiffe gleichzeitig Las Palmas, so daß wir die Übergangszeit nutzen konnten und noch ein wenig bleiben durften. Damit warteten wir auf ein passendes Wetterfenster.

Am Samstag, den 16. September 2023 um 08:15 Uhr war es dann soweit. Wir lösten in Las Palmas unsere Leinen und richteten unseren Bug nach Osten. Mit uns zusammen fuhr auch unser Liegeplatznachbar, die NASARENE los. Der Himmel zeigte sein allerschönstes Blau. Die Sonne blieb in den Vormittagsstunden angenehm von unseren Segeln verdeckt, so daß wir das Segeln in der schwachen Brise genießen konnten. Die Wellen waren anfangs etwas ruppig, beruhigten sich später aber. So könnte Segeln immer sein!
In den Nachmittagsstunden kam Fuerteventura in Sicht und enthüllte ihre sandigen Steinformationen, irgendwie wunderschön, aber zugleich etwas wüstenartig-trostlos.

Am Abend, um 20:30 Uhr ließen wir nach einem super herrlichen und völlig ereignislosen Segeltag unseren Anker vor Morro Jable auf 12m Wassertiefe fallen. Der kleine Ankerplatz im Süden Fuerteventuras auf Position 28°02,765’N, 014°21,146‘E sollte uns  nach 58 Seemeilen ein wenig Schutz vor Wind und Wellen für die Nacht und ein paar weitere Tage bieten. Das Wasser war glasklar und mit 25°C noch passabel temperiert. Auch die Lufttemperatur lag mit 27° noch im angenehmen Bereich. Wir froren noch nicht ;-).     

Viele Grüße aus Fuerteventura
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Hitzerekorde endlich überstanden

Am Strand von Maspalomas
Am Strand von Maspalomas nach der Hitzewelle

Während der vergangenen Wochen herrschte hier auf den Kanaren Hochsommer. Auf unserer Nachbarinsel Teneriffa hielten Feuer die Menschen in Atem und anschließend drohte aufgrund der Feuerstürme ein Trinkwasserproblem, denn ein Kanal war in Mitleidenschaft gezogen worden. Bei uns war es einfach nur sehr warm. Der Calima, der Wüstenwind brachte Hitze und Staub, so daß der Himmel einen dunstigen, grauen Schleier zeigte. Die Höchsttemperaturen stiegen laut lokalem Wetterdienst auf 44°C, ein Nachbar erzählte uns, daß sein Thermometer sogar auf 49°C geklettert sei. Dabei überschritten etliche Nächte die 25°C Marke und erlangten damit die Bezeichnung „Glutnächte“, während einige Nächte es über 30°C schafften und so die offizielle Bezeichnung „Höllennächte“ erhielten. Nach unseren vergangenen Jahren in den Tropen staunten wir über die Bezeichnung nicht schlecht, denn wie viele Höllennächte hatten wir in den letzten Jahren dann schon erlebt? In den tropischen Sommernächten ist es eigentlich durchgängig über 30°C. Aber die Bezeichnung ist wohl Ansichtssache und jeder hat da sicherlich unterschiedliche Grenzen. Trotzdem sind wir froh, daß diese heiße Tage hier ein Ende haben und wir damit dem Herbst entgegensehen.

Wir sind jetzt dabei uns wieder segelfertig zu machen, um ein anderes Plätzchen für uns zu suchen. Die ARC-Regatta, die alljährliche Wettfahrt über den Atlantik, hat auf Gran Canaria ihren Startpunkt und dazu sammelt sich die ganzen Flotte in Las Palmas, um dann am 19. November in einer betreuten Wettfahrt gemeinsam aufzubrechen. Damit sich die über zweihundert Schiffe in Las Palmas versammeln können, müssen alle, die dort jetzt liegen, die Plätze räumen und dazu zählen auch wir. Leider sorgen Massenveranstaltungen nicht nur für Spaß und schöne Bilder, es wird auch eng auf den Inseln, denn es müssen ja alle, die schon hier sind, irgendwo einen anderen Platz finden und der ist auf Inseln ja bekanntlich begrenzt.

Wir stecken nun in den letzten Vorbereitungen, um unsere Leinen zu lösen. Das Unterwasserschiff ist schon nahezu komplett von seinem Bewuchs befreit, die ersten Vorräte sind auch schon an Bord und dann heißt es in den kommenden Wochen nur noch einen neuen, passenden Platz in der Inselgruppe zu finden. 

Viele Grüße aus Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Die nächste beeindruckende Zahl

Wir DREI im Sommer von Las Palmas
Wir DREI im Sommer von Las Palmas

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Ihr alle seid ein Teil davon! Super, das ihr uns auf unserer Reise begleitet!

Gegenwind liegt nach wie vor in der Marina von Las Palmas, während wir auf Gran Canaria dabei sind, uns auf neue Abenteuer einzustellen.
Unsere neuen Abenteuer haben nur weniger mit dem Segeln zu tun, sondern mit der Organisation eines neuen Lebensabschnittes. Aber keine Angst, wir wollen und können das Segeln natürlich nicht lassen, nur im Moment brauchen wir etwas Zeit, um uns mit Behörden, rechtlichen Situationen und der Frage, wohin denn unsere nächsten Schritte führen sollen, zu beschäftigen. In den letzten Wochen haben wir dabei sogar zu hören bekommen, daß das Problem, mit dem der „Hauptmann von Köpenick“ zu kämpfen hatte, auch heute noch aktuell ist und auch wir davon betroffen sind.
Wir sind also unter anderem dabei, uns mit dem Arbeitsmarkt zu beschäftigen und uns ein aktuelles Bild davon zu machen, sowie unsere Unterlagen dafür vorzubereiten. Uns interessieren anspruchsvolle Herausforderungen, gerne mit Haken und Ösen, aber wir wollen unsere Gegenwind dabei nicht völlig aus den Augen verlieren und die Gegend, in die es uns ziehen soll, muß schadstoffarme Luft bieten.

Viele Grüße von Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Neun Jahre und drei Tage

Las Palmas
Las Palmas

Wie schnell doch die Zeit vergeht!
Heute vor neun Jahren und drei Tagen, am 5. Juli 2014 sind wir zu einer Reise um die Welt aufgebrochen. Geplant waren 3 bis 5 Jahre, wer hätte da schon gedacht, daß wir die Reisezeit so lange ausdehnen?
Wir jedenfalls nicht, aber zu dem Zeitpunkt war uns auch noch nicht klar, was es bedeutet Menschen und Länder etwas näher kennenzulernen und nicht nur ein paar Sightseeing Spots anzuschauen.
Naja, inzwischen haben wir den Punkt erreicht, an dem wir unsere Kiellinie um den Globus gekreuzt und die Suche nach der weiteren Route begonnen haben.
Die Welt hat sich so deutlich verändert, wie wohl kaum zuvor während unseres bisherigen Lebens, der Druck dieser Veränderungen ist vielerorts wahrzunehmen.

Wir sitzen die meiste Zeit am Computer und suchen nach den unterschiedlichsten Informationen. Ehemals Bekanntes hat sich verändert, es gibt Neuerungen, die Welt ist größer und zugleich kleiner geworden, wir haben uns verändert und damit sind unsere Wege nicht mehr so klar und eng gesteckt, wie wir sie 2014 verlassen haben.
In die Zukunft nehmen wir Wünsche und Anforderungen mit, die wir auf unserer abenteuerlichen Route entdeckt haben und für die wir einen Platz suchen. Wir wollen uns einbringen mit unserem Wissen, unseren Erfahrungen und Fähigkeiten. Dabei beabsichtigen wir in unser Leben auch weiterhin einen ordentlichen Schuß Spannung, Herausforderung, Lebendigkeit, sowie ein gutes Stück Abenteuer einzubringen, auch wenn wir uns in diesem nächsten Schritt auf die Suche nach Aufgaben begeben, die uns als Leistungsträger zurück ins Wirtschaftsleben bringen sollen.

Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Viele Grüße aus Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Der Wilde Westen

Pferdetrieb absolut imposant
Pferdetrieb absolut imposant

Nun rief uns der Wilde Westen von Gran Canaria zu einem Besuch. Wir buchten die Online-Tickets und stellten uns in den Morgenstunden an die Abholbushaltestelle, um von dem Veranstaltungsbus eingesammelt zu werden. Damit ging es auf nach Sioux City, dem Western Park auf Gran Canaria. Hier wurde 1964 der Clint Eastwood-Film „Für eine Handvoll Dollar“ gedreht. Mit dem Aussteigen aus dem Bus betraten wir eine wirklich hübsch gestaltete Westernkulisse und wurden sogleich von Cowboys und Indianern empfangen. Nachdem wir uns eine Zeitlang in der Kulissenstadt umgeschaut hatten und auch das Gefängnis mal ausprobieren konnten, ging die Show los. Als Zuschauer waren wir nahezu mittendrin, denn die Showeinlagen fanden direkt vor unserer Nase statt. Mit knapp 40 Besuchern hatte jeder einen Platz ganz vorne. Es begann mit dem Aufmarsch des Actionensembles, gefolgt von klassischen Western-Gefangenenszenen mit anschließender Eseldarbietung und dem Ziegen- und Schafsstreichelzoo, der selbst für Erwachsene einfach nur niedlich war. Mit kleinen Pausen, um die Stadt zu erkunden, folgten dann auch die nächsten Szenen. Eine Herde Langhornrinder wurde in Wildwestmanier an uns vorbeigetrieben und anschließend wurde eine Gruppe Pferde in rasantem Galopp im Cowboystiel durch die Straße gejagt. Der Boden vibrierte, denn als Zuschauer waren wir gefühlt mittendrin, das war toll gemacht. Nach den absolut spektakulären Vorführungen folgte ein Westernbankraub mit Schießerei und einem Duell, sowie einem Sturz vom Dach. Langeweile kam da wirklich nicht auf, denn nach einer kurzen Erholungspause, in der wir unser mitgebrachtes Picknickpäckchen verspeisten, wartete die nächste Show im Saloon auf uns. Asha war jetzt Teil der Bühnenshow und durfte mitmachen, um die Westernschönheit in zwei Teile zu trennen und wieder zusammenzufügen. Zum Abschluß folgte eine ordentliche Saloon Prügelei mit Schüssen mitten im Publikum, um dann in einem Pistolenduell ausgewählter Zuschauer zu enden. Helge durfte dabei seine Künste im schnellen Ziehen des Revolvers unter Beweis stellen, aber der andere war schneller, es war einfach lustig.

Am Nachmittag holte uns der Veranstaltungsbus wieder ab und brachte uns zurück.
In den Abendstunden genossen wir zum Abschluß des Tages noch ein leckeres Dinner im Restaurant.

Viele Grüße aus Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Klein Venedig

Häuser und Wasserläufe wie in Venedig
Häuser und Wasserläufe wie in Venedig

Und wieder haben wir uns in den Linienbus gesetzt. Diesmal führte unser Weg in das hübsch gestaltete Fischerdorf Puerto de Mogán, auch klein Venedig genannt. Hier waren wir vor acht Jahren ja auch schon einmal und siehe da, irgendwie hat sich der Ort kaum verändert. Er ist touristisch und als wir aus dem Bus ausstiegen, wurden wir von den Menschenmassen fast erstickt, denn es war Freitag, also Markttag und das ist anscheinend ein absolutes, touristisches Highlight. Hätten wir das geahnt, hätten wir uns garantiert einen anderen Tag ausgesucht. Naja, so tingelten wir durch die überfüllten Straßen, deren Niedlichkeit durch die vielen Schaulustigen kaum beeinträchtigt wurde, es war halt eng dadurch. Brücken führen über Wasserläufe und geben dem Ort damit wohl seinen Beinamen Klein Venedig. Wir besuchten den Hafenmeister, um uns nach alternativen Liegemöglichkeiten für Gegenwind umzusehen und zogen mit den gewünschten Infos wieder weiter. Wir suchten schließlich einen schönen Platz für unser mitgebrachtes Picknick und fanden einen Ecke mit Blick auf die Hafenausfahrt mit den ganzen ein- und auslaufenden Booten und Spielzeugen. Nach unserem Mittagspäuschen drehten wir noch eine Runde durch den inzwischen etwas leereren Ort, denn der Markt war vorbei und die Touristenströme verflüchtigten sich damit zusehends. Zu guter Letzt fanden wir sogar ein ruhiges Fleckchen, an dem wir uns ausbreiten konnten, um einmal ein Resümee über unsere bisherigen Forschungen zu den nächsten Schritten unserer Etappe zu ziehen. Ja, wir haben inzwischen einiges zusammengetragen aber der weitere Weg liegt noch verborgen und unklar irgendwo dazwischen vor uns und es scheint uns, als wäre der Weg zurück ebenso schleierhaft wie der Weg zu unserem Reiseaufbruch. Aber das ist wohl normal, wenn es darum geht, unbekannte Pfade zu suchen. Nachdem wir zumindest unsere Daten und Gedanken dazu sortiert hatten, fuhren wir mit dem Bus wieder zurück.

Viele Grüße aus Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Besuch in den Ruinen der Ureinwohner

Galdars Ausgrabungsstätte mit mehr als 50 Häusern
Galdars Ausgrabungsstätte mit mehr als 50 Häusern

Neben dem ganz normalen Alltag, den wir zurzeit großteils am Computer verbringen, um die nächsten Wege auszumachen, unternehmen wir immer wieder kleine Ausflüge um die Insel etwas besser kennen zu lernen. Dieser Sonntagsausflug führte uns mit dem Linienbus nach Galdar, in die nördliche Bergregion Gran Canarias. Der Ort bietet eine kleine Fußgängerstraße, einen hübschen Kirchplatz und vor allem eine archäologische Ausgrabungsstätte. Die war heute unser Ziel, um uns ein wenig zur Geschichte der Guanarteme, der Ureinwohner, anzugucken. Das Areal ist recht beindruckend und zum Glück überdacht und damit vor der Sonne geschützt. An dem Ort stand vor der Eroberung Gran Canarias durch die Spanier eine der bedeutendsten Siedlungen der Ureinwohner. Der Höhepunkt der Ausgrabungsstätte ist eine bemalte Höhle. Die Felsmalereien sind heute durch eine Dunkelammer mit Glasscheiben so gesichert, daß kein Außenlicht eindringen kann und vor allem die Besucher die ausbleichenden Farben nicht noch weiter beeinträchtigen. Die Höhlenmalereien bestehen aus geometrischen Mustern in drei Farben und sind nach Angaben des Museums die wohl bedeutendsten im atlantischen Raum. Außerdem konnten wir die Rekonstruktion der damaligen Wohn- und Lebensverhältnisse anschauen. Das gab einen gelungenen Eindruck über die vorspanische Geschichte der Insel. Wobei das Interesse der Spanier an den Kanarischen Insel erst seinem Höhepunkt zustrebte, als Columbus sich auf den Weg machte, die neue Welt zu entdecken, denn für die Segelschiffe waren damals wie heute die Kanaren der eigentliche Absprung, um den Atlantik mit Hilfe der Passatwinde zu überqueren. 

Nach so viel Historie hatten wir Hunger bekommen und so suchten wir uns einen gemütlichen Platz vor der Kirche des Ortes, um unser mitgebrachtes Picknick vor einem hübschen Hintergrund zu verspeisen.
Anschließend ging es mit dem Bus wieder zurück nach Hause zu Gegenwind.

Viele Grüße aus Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Kleine Ausflüge

Vom Naturschutzgebiet el Confital bekommt Las Palmas eine andere Perspektive
Vom Naturschutzgebiet el Confital bekommt Las Palmas eine andere Perspektive

Eigentlich ist unsere Zeit hier auf Gran Canaria tatsächlich etwas unspektakulär. Wir haben unseren Alltag organisiert, unsere Supermärkte zum Einkaufen gefunden und wir sitzen viel am Computer um für unsere weiteren Pläne zu recherchieren. Außerdem haben wir ein Projekt angefangen, das uns wichtig ist, von dem wir jetzt aber noch nicht berichten wollen.
Nichtsdestotrotz unternehmen wir den einen oder anderen Ausflug, denn die Insel bietet ja ein paar ganz hübsche Fleckchen.

Mit Tami und Rene, unserem Familienbesuch aus Deutschland nahmen wir uns an einem Tag einen Mietwagen und tingelten damit ein Stück weit über die Insel, in die Berge. Dabei legten wir einen kleinen Zwischenstopp beim Lidl ein, um uns mit Proviant und Getränken für den Tag zu versorgen und anschließend wollten wir eigentlich bei den Dünen von Maspalomas einen Halt einlegen, aber da war so einfach kein Parkplatz beim Faro de Maspalomas, dem südlichsten Leuchtturm der Insel zu bekommen, so daß wir direkt weiter in die Berge steuerten. Die Strecke bot uns eine wunderschöne Landschaft, von steinig braunen bis hin zu bewaldet grünen Bergzügen. Inmitten dieser grandiosen Landschaft und strahlendem Sonnenschein stellten wir das Auto ab und suchten uns gegen Mittag einen pittoresken Platz für unser mitgebrachtes Picknick. Bei der Tour machten wir an diversen Stellen einen kurzen Stopp, um einen Augenblick die Landschaft in vollen Zügen zu genießen. Zur Kaffeezeit zog es uns in das beschauliche Bergdorf Tejeda. Die örtliche Bäckerei bot einige kleine Leckereinen, die wir uns gönnten. Danach ging es über die kurvenreichen Bergstraßen zurück nach Las Palmas, um das Auto wieder abzugeben. Ein paar Tage später mußten Tami und Rene leider in den Flieger steigen, um zurück ins winterliche Deutschland zu düsen. Sie kamen mitten im Schneesturm in Hannover an.

Unsere weiteren kleinen Ausflüge unternahmen wir entweder zu Fuß oder mit dem Bus, der hier sehr gut funktioniert. Wir lernen hier auch wieder getrennte Wege zu gehen. Das ist nach so langer Zeit an Bord etwas gewöhnungsbedürftig aber es funktioniert schon wieder ein Stück weit. So hatte Helge auf seinem Weg zum Decathlon, einem Sportausrüster, Asha auf halbem Weg bei Lidl und Aldi zurückgelassen, um die restlichen vier der insgesamt etwa acht Kilometer alleine zu Fuß hin und zurück zu marschieren. Damit kamen wir zu unserem Nachschub an Wandersandalen und Helge warf dabei noch einen Blick in die größte Shopping Mall auf der Insel, dem Alisios Center gleich nebenan. Auf dem Rückweg trafen wir uns vor den Supermärkten, die Asha alleine durchstöbert hatte wieder und es gab erst einmal den Lidl- Kartoffelsalat mit einigen Beilagen als Wegzehrung. Dieser leckere, deutsch schmeckende Kartoffelsalat weckte unsere Erinnerungen an die Heimat und er sorgte an dem Tag dafür, gestärkt Ashas Großeinkauf auf unseren Rücken zum Schiff zu tragen.

Für einen „Sonntagsausflug“ am Dienstag, den 21. März 2023 hatten wir uns mit den Busfahrplänen etwas näher beschäftigt. So stiegen wir mit Picknickutensilien im Rucksack an der Busstation San Telmo in den direkten Bus nach Teror. Den Ort hatten wir schon bei unserem ersten Gran Canaria- Besuch vor etwa acht Jahren bei Regen und zur Weihnachtszeit zusammen mit der Crew der Felba besucht. Jetzt erlebten wir den Ort ohne Weihnachtsgetummel bei strahlendem Sonnenschein. Es ist eine der ursprünglichsten Ortschaften der Insel, mit der hübschen Basilika Nuestra Senora del Pino im Zentrum. Laut der Überlieferung soll die Jungfrau Maria hier vor der endgültige Eroberung der Insel durch die Spanier 1481 einigen Bewohnern in einer Pinie erschienen sein, so daß auch heute Pinien hier eine besondere Bedeutung ausstrahlen. So wurde Maria vom Papst 1912 zur Schutzheiligen von Gran Canaria erklärt. Für uns bot der Platz vor der Basilika eine perfekte Kulisse für unser mitgebrachtes Mittagspicknick. Anschließend schlenderten wir durch den schönen Ort, bevor uns dann der Bus wieder nach Hause brachte.

Wir übten uns ein weiteres Mal im getrennt sein, indem Asha an Bord noch einiges erledigen wollte und Helge einen mehrstündigen Spaziergang zur Nordostecke der Insel unternahm. Nach dem Durchqueren der Stadt und des Touristenstrandabschnitts, Playa de Las Canteras wurde die Landschaft rauer und ursprünglicher. Ein Weg führte entlang des steinigen, schroffen Steinstrandes, der vor allem von Einheimischen rege genutzt wurde, bis hin zu einer Absperrung am Küstenbunker. Die Landschaft um den Playa el Confital ist Naturschutzgebiet und bietet die Möglichkeit den Touristenströmen einmal zu entkommen und dabei der teils hochaufschäumenden Brandung an den Felsen fasziniert zuzuschauen. Und wir beide konnten unsere Nachmittage jeder für sich genießen.

Viele Grüße aus Las Palmas, Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Karnevalzeit

Drag-Queens im Backstage
Drag-Queens im Backstage

Bis zum Sonntag, den 05. März 2023 herrschte hier in Las Palmas die „Tolle Zeit“ – Karneval. Es gab für einen Monat nahezu jeden Tag Veranstaltungen, viele leider nur mit Tickets und die waren bei unseren Versuchen, uns das Spektakel anzuschauen, ausverkauft. Naja, es blieb ja immer noch ein Blick durch den Zaun, so wie es viele andere auch taten.

Zwischendurch bekamen wir Besuch von Lisa und Kalle, die uns von Kameraden aus unserem heimatlichen Segelverein, der Marine-Jugend Kieler Förde, ans Herz gelegt wurden. Die beiden brachten uns einen gemütlich, schönen Tag, ganz ohne Karneval, dafür gab es aber viele Geschichten über unsere Reise und interessante Alltagsneuigkeiten aus Norddeutschland – vielen Dank für den super tollen Tag!

Der Karneval lockte uns am Samstag, den 04.März 2023 zu dem ganz großen Umzug durch die Stadt. Auf den Straßenschildern wurden ein paar Tage vorher sogar schon massive Straßensperrungen angekündigt. Eigentlich fehlt uns das Karnevals-Gen aber dieses bunte Treiben wollten wir uns doch nicht entgehen lassen. Zusammen mit unserem zweiten Besuch hier, Tami und Rene, die am Tag zuvor in Las Palmas angekommen waren, um eine Woche mit uns zu verbringen, stürzten wir uns ins Getümmel.

Das Karneval-Motto galt dem „Studio 54“. Es war laut, bunt, schrill, proppenvoll und stellte selbst den Düsseldorfer Karneval, mit dem Tami groß geworden ist, in den Schatten. Über einhundert Wagen bildeten den Zug. Der Umzug zog sich über fünf Stunden durch die Hauptstraße und beschallte anschließend die Nacht mit einzelnen Partyszenen bis in die frühen Morgenstunden mit Musik und Spaß. Das war sogar bei uns an Bord zu hören.
Am Sonntag wurde der Karneval dann mit der „Beerdigung der Sardine“ beendet. Dabei wird ein übergroßer Fisch aus Pappmasche zum Strand von Las Canteras getragen und dort auf dem Wasser verbrannt. Den Zug verpaßten wir, da wir uns mit Tami und Rene verklönt hatten und die Zeit viel zu schnell verging. Aber das Verbrennen der Sardine auf einem schwimmenden Scheiterhaufen und das superschöne, spektakuläre Feuerwerk am Strand konnten wir zu viert in vollen Zügen genießen.
Damit war dann die schrille Karnevalszeit vorüber und wir konnten uns mit Tami und Rene voll auf unsere Familien- Klönschnacks konzentrieren und die gemeinsame Urlaubszeit mit den beiden angehen.

„Wir haben dazu über 20 Karnevalsbilder im Fotoalbum“

Viele Grüße aus Las Palmas, Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Vergleiche

Die Sonne ist durch den Wüstenstaub abgedeckt
Die Sonne ist durch den Wüstenstaub abgedeckt

Las Palmas ist irgendwie vertraut und irgendwie neu. Es ist für uns noch jedes Mal spannend durch die Straßen von Las Palmas zu gehen und zu sehen was wir wiedererkennen oder was sich wie verändert hat. So haben sich zum Beispiel die Hafenanlagen deutlich vergrößert, die riesige Außenmole der Anlage ist jetzt fertig und in Betrieb und nicht wie vor acht Jahren eine Baustelle. Dagegen ist die Marina nahezu unverändert geblieben. Leider kann man hier jetzt keinen Spaziergang mehr über die Marinastege machen, da anders als vor acht Jahren die jeweiligen Tore überall funktionierende Schließmechanismen haben, die sich nicht mehr austricksen lassenJ Die Straßen und Fußwege sind vielerorts massiv mit Fahrradwegen ausgestattet worden und wir müssen uns erst noch daran gewöhnen, daß Radfahrer und E-Skooter wie aus dem nichts herbeischießen und genauso schnell wieder aus dem Blickbereich verschwinden. Der Supermarkt „HiperDino“, bei dem wir vor acht Jahren einen großen Teil unseres Proviants einkauften, existiert noch nahezu unverändert, er hat die meisten Produkte sogar noch am selben Platz stehen, so daß wir ohne überlegen sogar bei unserem ersten Besuch intuitiv die direkten Wege nahmen, um unseren Einkauf zu erledigen.

Am 12. Februar 2023 feierten wir unseren Jahrestag hier in Las Palmas, denn exakt vor acht Jahren brachen wir hier an unserem jetzigen Steg zur Atlantiküberquerung in die Karibik auf.
Es ist wirklich faszinierend, was wir in der Zeit alles erlebt haben und nun das erste Mal wieder auf Bekanntes stoßen.

Von Sonntag, dem 12. bis Dienstag, dem 14. Februar 2023 zog über die Kanarischen Inseln der berüchtigte Calima, der Wüstenwind hinweg und verhüllte unter anderem Gran Canaria in eine staubige Dunstglocke. Auch das war wie vor acht Jahren. Der Wüstenstaub ist superfein und dringt in jede kleine Ritze ein. Damals fanden wir die letzten Reste des Wüstenstaubes sogar noch in Panama im Rigg und in einigen versteckten Ecken wieder, bis zum Hurrikan Otto, der dann alles wegspülte. Auch dieses Mal war der Staub wieder sehr belastend. Der Mund wurde trocken und fühlte sich staubig an, wir husteten vermehrt und die Sicht reichte kaum über den Hafenbereich. Selbst die Sonne sah aus, als hätte sie jemand mit einem hellen Tuch abgedeckt. Zum Glück hielt der Calima nur wenige Tage an und heute scheint wieder die Sonne bei einem schönen blauen Himmel und 23°C.          

Viele Grüße aus Las Palmas, Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Gran Canaria – Nach acht Jahren wieder hier!

Wieder auf Gran Canaria nach acht Jahren
Wieder auf Gran Canaria nach acht Jahren

So, wir haben uns jetzt langsam „wiedergefunden“!

Unsere Ankunft in Las Palmas, auf Gran Canaria war ein Super-Mega-Highlight für uns!
Nach acht Jahren sind wir wieder zurück an dem Ort, an dem wir die letzten Vorbereitungen für unsere Atlantiküberquerung getroffen hatten.
Zum zweiten Mal auf unserer Reise erreichten wir am Mittwoch, dem 25. Januar 2023 nach der Mittelmeerpassage und unserem längeren Aufenthalt in La Linea/ Gibraltar die Insel Gran Canaria und seine Hauptstadt Las Palmas.

Die sechs Segeltage waren sehr anstrengend und lausig kalt, wie wir es laut Wetterbericht eigentlich auch erwartet hatten. So hatten wir den Atlantik schon damals erlebt. Er bot eine schnelle und ruppige Passage.

Einen riesen Schrecken verspürten wir, als wir die neuesten Berichte über die Orca- Vorfälle mitbekamen, denn da hatten wir wohl einen Schutzengel, der uns begleitet hat. Am Sonntag, den 22.01.2023 hatten drei Tiere bei einem Segelschiff wieder einmal das Ruder schwer beschädigt, so daß es abgeschleppt werden mußte. Der Vorfall ereignete sich nur drei Tage nach unserer Passage aber ziemlich genau auf unserer gefahrenen Route in der Straße von Gibraltar, zwischen den Verkehrstrennungsgebieten. Zum Glück sind wir nun heraus aus dem Orca- Gefahrenbereich!

Unsere Ankunft in Las Palmas gestaltete sich etwas aufwendiger, als wir gehofft hatten, denn bei unserer Ankunft vor der Marina, teilte man uns per Funk mit, daß es zurzeit keinen Liegeplatz für uns gibt und wir vor dem Hafen an den Ankerplatz gehen müssen. Schade, aber zumindest war der Ankerplatz derzeit ruhig genug um gemütlich in die Koje zu steigen und durchzuschlafen.
Am kommenden Vormittag hieß es von der Marina per Funk wieder: “Wir haben keinen Platz!“ Aber sie boten uns an, an den Rezeptionssteg zu kommen und auf den Folgetag zu hoffen. Das Angebot nutzen wir sofort, holten den Anker ein und fuhren in die Marina.

Mit Tröten und Winken wurden wir von der SY Thalassa, die an einem der vielen Stege lag und unser Kommen erwartet hatte, begrüßt – das war super schön!
Natürlich mußten wir direkt an den Rezeptionssteg um uns anzumelden. Das kam uns soooo vertraut vor.
Anschließend machten wir uns direkt auf, um in die Stadt zu laufen und ein paar Kleinigkeiten für die kommenden Tage zu besorgen, denn wir wußten ja nicht, ob wir am kommenden Tag wieder zurück an den Ankerplatz mußten oder ob ein Platz für uns frei werden würde. Das Beine vertreten tat auch echt gut nach den ruppigen Schaukeltagen.
Als wir unsere Einkäufe schließlich zurück an Bord gebracht hatten, machten wir uns endlich auf zu einem Besuch bei unserem Begrüßungkomitee.

Das war ein herzliches Zusammentreffen mit Ingo und Antje auf der SY Thalassa, ihrem neuen Schiff, mit dem sie zu neuen Reisen aufgebrochen sind. Bisher kannten wir uns nur aus unseren elektronischen Kontakten aber das seit 2014. Sie waren damals mit Gegenwinds Schwesterschiff, der SY Amazone unterwegs auf ihrer Atlantikrunde und segelten immer mit dem besseren Wetter vor uns her, so daß wir es nicht schafften sie einzuholen und so zusammenzukommen. Nun endlich konnten wir uns persönlich treffen!  
Den Link zu dem Blog der SY Amazone findet ihr unter „Unseren Verbindungen“ oder ihr könnt die Reise der SY Amazone in dem Buch „14 Monate Sommer“ lesen.

Der Abend bei den beiden an Bord wurde etwas länger und so waren wir noch recht müde, als wir am kommenden Morgen wieder im Büro der Marina nach einen Liegeplatz anfragten. Nach einigem Hin und Her waren sich die Hafenmeister einig und boten uns einen frei gewordenen Platz an. Erleichterung machte sich bei uns breit, denn eigentlich hatten wir keine Lust auf den inzwischen unruhigen Ankerplatz, sondern wollten einfach nur in einem ruhigen Hafen ankommen. So verholten wir mit der freundlichen Hilfe der Marina- Mitarbeiter an den uns zugewiesenen Liegeplatz.

Die Marina verfügt über mehr als 1300 Liegeplätze und wir bekommen einen Platz, der bis auf ein paar Meter dem Platz entspricht, von dem wir hier vor acht Jahren zu unserer Atlantiküberquerung gestartet waren – da kommen Erinnerungen hoch.

Viele Grüße aus Las Palmas, Gran Canaria
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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