Logbuch


Hiva Oa: Ponane 2018 – Animalisch, ein ruhiger Jahreswechsel!

Der Silvestermorgen startete mit einem „bums“ an unserem Windgenerator, der sich gerade kräftig in einem Windstoß drehte. Wir stürmten ins Cockpit und sahen auch schon die Unwucht mit der er jetzt lief und im Wasser neben Gegenwind sahen wir die Ursache. Ein kleiner Vogel trieb blutüberströmt, tot neben Gegenwind. Er tat uns echt leid, aber wenigstens mußte er nicht leiden. Nun hieß es für uns erst einmal die Propellerblätter wieder neu auszurichten und auf Schäden zu prüfen. Das ist echt ein Drama, denn jeder der einen Windgenerator betreibt hat auch schon über Vogelschlag berichtet. Da ist es eigentlich an den Herstellern sich über eine Lösung des Problems Gedanken zu machen, denn so ist es weder für die Vögel noch für die Betreiber eine gute Lösung. Nachdem diese Aktion abgeschlossen war kam von Asha aus unserem WC-Raum ein lautes quieken: „Hier ist ein ungebetener Gast!“ Eine Kakerlake hatte den Weg zu uns gefunden und sich als blinder Passagier im WC- Raum versteckt. Wie lästig! Naja, wir haben ja schon Übung mit den Viechern und so holten wir unser gutes Kakerlaken- Gift aus dem Schränkchen und verlegten ihr den Weg. Jetzt heißt es abwarten. Damit waren unsere Silvesteraufregungen auch schon vorbei. Den Abend an Bord läuteten wir mit „Dinner for One“ ein. Anschließend gingen wir zu einem gemütlichen Filmeabend über. Es war super ruhig auf der Insel. Am Strand wurde ab und zu mal gelacht und ein wenig Musik gespielt aber sonst plätscherten nur die Wellen an Gegenwind vorbei auf den Strand, ein Hund bellte immer wieder und wir wurden müde. So machten wir uns noch vor Mitternacht Bett fein, lasen ein wenig und lauschten immer mal wieder auf eventuelle Böller – aber nichts. Fünf Minuten vor Mitternacht wurde am Strand etwas lauter angestoßen und Raketen stiegen in den Himmel. Aber bevor wir das Cockpit erreichten war das Feuerwerk auch wieder vorbei. So warteten wir noch ein wenig weiter bis wir uns dann um 12:00 Uhr ein „frohes neues Jahr“ wünschten und tatsächlich wieder ein paar Raketen in den Himmel stiegen. Sie kamen diesmal von einem Haus am Rande unserer Ankerbucht. Es waren immerhin ein halbes Dutzend Raketen. So richtig wunderten wir uns nicht über diese ruhige Silvesternacht, denn ein paar Dorfbewohner hatten uns in den Tagen zuvor schon erzählt, das es kein wirkliches Feuerwerk geben werde, denn entweder wird Silvester oder Weihnachten groß gefeiert. Dieses Jahr war es Weihnachten und so reichte das Geld halt nicht für ein großes Silvesterfeuerwerk.    Viele geruhsame Neujahrsgrüße aus dem Südseeparadies Atuona, Insel Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Zwischen Weihnachten und Neujahr! – Ponane 2018!

Gauguin Museum

Gauguin Museum

Pläne sind dazu da geändert zu werden und dazu ist immer wieder unsere Flexibilität gefordert! Unser Plan für Heiligabend wurde kurzerhand von dem Inselversorgungsschiff über den Haufen geschmissen. Anstatt den Abend nach unserem Weihnachtsmenü gemeinsam mit der Seglergemeinde zu verbringen, blieben wir an Bord, denn die Landungsboote des Inselversorgungsschiffes blockierten die Anlegestelle, so daß wir keine Möglichkeit hatten an Land zu kommen. So wurde aus dem geselligen Abend ein gemütlicher Fernsehabend mit einem Weihnachtsfilm. Dafür entschädigte uns der kommende Morgen. Pünktlich zum Frühstück gegen 06:00 Uhr füllte sich unsere Ankerbucht vor der Insel Tahuata mit einer riesigen Delfinschule, die um Gegenwind schwamm und lange in und vor der Bucht zu sehen war. Es ist und bleibt ein tolles Erlebnis Delfinen zuzuschauen! Wir verbrachten ruhige Tage und die ganzen Touristen und auch alle anderen Segler verließen die Bucht von Vaitahu nach und nach. Für uns war es dann am Donnerstag, den 28. Dezember 2017 so weit, das wir den Anker an Bord hievten. Eigentlich wären wir auch noch länger geblieben, aber wir hatten kein Brot mehr und der Bäcker im Ort erklärte uns, das er zurzeit nicht backen konnte, da er kein Mehl hatte. Die nächste Lieferung wird erst Anfang kommenden Jahres erwartet. So fuhren wir also unter Motor gegen eine schwache Brise Wind die 12 Seemeilen zurück nach Atuona auf der Insel Hiva Oa. Bei unserer Ankunft wurden wir von befreundeten Seglern, mit denen wir lange Zeit gemeinsam in Ecuador lagen, begrüßt. Es ist toll mit anderen Seglern mal wieder Deutsch reden zu können! Am 29. Dezember 2017 zog es uns in Atuona ins Museum. Die französischen Künstler Paul Gauguin und Jacques Brel lebten und arbeiteten auf Hiva Oa. Wir bestaunten die ausgestellten Gauguin Replikate, betraten sein ehemaliges Atelier und Wohnhaus und besuchten anschließend noch den Friedhof mit den Gräbern Gauguins und Brels, die auf Hiva Oa bei einem herrlichen Ausblick auf die Bucht ihre letzte Ruhe fanden. Und jetzt geht es rasend schnell auf den Jahreswechsel zu. Wir wünschen Euch aus dem Südseeparadies Atuona, Insel Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ponane 2018 (=Frohes Jahr 2018)! Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Tahuata: Frohe Weihnachten! – Koina Noere!

Das "Vater unser" auf Polynesisch

Das "Vater unser" auf Polynesisch

Weihnachten wurde für uns am 23.Dezember 2017 mit einer großen Kirchenmesse in Vaitahu eingeleitet. Der ganze Ort oder besser gesagt, die ganze Insel waren aufgeregt und selbst wir Segler wurden davon angesteckt. Dieses Jahr wird die französisch-polynesische Weihnachtsmesse von Vaitahu im Fernsehen übertragen. Die Informationen gingen im Ort und auf dem Ankerplatz hin und her und es ist kaum zu glauben wie viele unterschiedliche Informationen kursierten aber dann fanden sich doch alle irgendwie rechtzeitig und in der richtigen Kleidung ein. Weiß war angesagt! Das hatte bei uns ein echtes herumwühlen in den Schapps und Schränken verursacht, denn weiß ist bei uns eigentlich inzwischen nichts mehr wirklich. Helge hatte aber Glück, denn die Hosen der Herren durften auch andere Farben haben, aber bei Asha war es dann nicht so einfach und so mußte ein T-Shirt herhalten und wurde kurzerhand zu einem Rock umfunktioniert. Wie gut das Asha inzwischen so viel Training im Nähen hat. Um 18:00 Uhr rief uns dann die Kirchenglocke und um 19:00 Uhr wurde der Gottesdienst eingeleitet. Es wurde aus vollen Kehlen auf polynesisch gesungen und eine Trommel sowie Streichinstrumente begleiteten den Gesang – Beeindruckend schön! Für den Heiligen Abend bereitet Asha gerade unser Menü, danach geht es zur Seglergemeinde, die sich hier zum Picknick zusammenfindet und anschließend zur eigentlichen Weihnachtsmesse geht. Die Weihnachtsbräuche werden unterschiedlich gefeiert. Deutsche und Letten hier am Ankerplatz begehen den Heiligabend im Anschluß an die Adventszeit am 24. Dezember familiär. Während die Franzosen und damit auch die Polynesier keine Adventszeit kennen und den 24. Dezember leger beim Essen zusammensitzen und die Feierlichkeiten um Mitternacht beginnen, also mit unserem ersten Weihnachtstag. Auch die nordamerikanischen Segler und die Briten kennen keine Adventszeit und feiern Weihnachten am 25. Dezember. Wer Lust hat kann sich die Weihnachtsmesse auch im französischen-polynesischen Fernsehen bzw. im Internet (Polynésie 1ѐre) nachträglich anschauen und uns vielleicht auch auf dem einen oder anderen Ausschnitt entdecken! Die Übertragung wurde am 24. Dezember 2017 um 20:00 Tahiti-Zeit gesendet. Hier nun der Link unter dem wir die Weihnachtsmesse gefunden haben: Youtube: La messe de minuit a Tahuata Koina Noere (=Frohe Weihnachten) aus dem Südseeparadies Vaitahu, Insel Tahuata, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Tahuata: Festival der Marquesas Inseln

Zum Abend wurde getanzt: martialisch

Zum Abend wurde getanzt: martialisch

Am Montag den 18. Dezember 2017 startete das Festival der Marquesas Inseln in Vaitahu auf Tahuata. Das Festival wird alle vier Jahre ausgetragen und diesmal wurde Tahuata als Austragungsort gewählt. Delegationen mit jeweils um die 150 Teilnehmer von den verschiedenen Marquesas Inseln - Nuku Hiva, Fatu Hiva, Ua Pou, Hiva Oa, Ua Huka sowie etliche Offizielle reisten dazu an. Ein Schiff der französischen Marine brachte große Teile der Delegationen und auch ein Fernsehteam des französisch-polynesischen Fernsehens war dabei. Die Begrüßungsfeier mit den Offiziellen und der Vorstellung der Delegationen fand am Vormittag statt. Die Teilnehmer trugen die traditionelle polynesische Bekleidung und gerade die Männer gebärdeten sich martialisch. Dabei spielten Trommeln den Rhythmus und melodische genauso wie kriegerische Gesänge leiteten das Festival ein. Es war toller Eindruck! Den Nachmittag verbrachten wir damit die Kunstausstellungen zu besuchen. Von schön aufgearbeiteten Südseeperlenketten über Muschelarmbänder bis hin zu Figurenschnitzereien war alles dabei. Außerdem bot ein Tattoostand einen Einblick in die Vielfalt der klassischen und modernen Tattoosmotive, die auch heute noch üblich sind und bei etlichen Einheimischen den ganzen Körper bedecken. Am Abend besuchten wir die Tanzvorführungen der Delegationen aus Tahuata, Nuku Hiva und Hiva Oa, die jeweils eine Dreiviertelstunde dauerten und uns verzauberten. Am folgenden Tag wurden wir von dem Signalhorn der Aranui5, dem kombinierten Transport- und Kreuzfahrtschiff aus den Federn gerufen, so das wir das Anlanden der Waren und Passagiere beobachten konnten, denn die Aranui5 lag ein Stück weit entfernt vor Anker. Am dem Tag wurde ein großes Essen gegeben und die gegarten Speisen dazu waren traditionell in Erdöfen gekocht worden – das ist hier übrigens die Aufgabe der Männer. Das traditionelle Essen bestand aus Brotfrucht und Ziegenfleisch, sowie Krebsen. Zusätzlich gab es in kleine Scheiben geschnittenen rohen Fisch, der in einen leckeren Sud eingelegt war und wer Glück hatte bekam auch noch ein paar Früchte ab. Es wurde klassisch mit den Fingern gegessen und alle waren aufgefordert eine natürliche Schüssel, wie Kokosnuss- Schalen, Bananenblätter oder Bambusrohrstücke zu benutzen – Müllvermeidung auf Polynesisch. Am Abend bezauberten uns die Delegationen aus Ua Pou, Ua Huka und Hiva Oa mit ihren polynesischen Tänzen. Und sogar die Aranui5 blieb vor Anker um ihren Passagieren dieses Erlebnis zu bieten. Den dritten Tag des Festivals gingen wir ein wenig ruhiger an, denn wir waren doch ziemlich erschöpft von den ganzen Veranstaltungen. Nichtsdestotrotz hatten wir noch ein Treffen mit den englischsprachigen Seglern organisiert und uns so am späten Nachmittag noch zu einem Klönschnack zusammengefunden, bevor wir alle zur letzten Abendveranstaltung des Festivals gingen. Den ganzen Tag hatten die Delegationen geübt um die Tänze am Abend gemeinsam zu präsentieren. Wow – das war super, denn hunderte von Tänzern waren nun auf der Bühne. Mit der Verabschiedung der Delegationen am Freitagvormittag und einem letzten ruhigen Chansonabend ging das Festival zu Ende. Wer Lust hat kann sich das Festival auch im französischen-polynesischen Fernsehen (polynésie 1ѐre – Festival des Arts des iles Marquises) anschauen und uns ja vielleicht auch auf dem einen oder anderen Ausschnitt entdecken! Es ist im Internet herunterzuladen unter folgendem Link. https://la1ere.francetvinfo.fr/polynesie/emissions/festival-des-arts-des-iles-marquises (Achtung: Trotz Link kann es erforderlich sein, das noch einige weitere Klicks erforderlich sind) Viele Grüße aus dem Südseeparadies Vaitahu, Insel Tahuata, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Tahuata - Geburtstagszeit

Überfüllte Ankerbucht

Überfüllte Ankerbucht

Wir hatten es geschafft rechtzeitig vor den Festtagen mit unseren Arbeiten fertig zu werden! Nachdem wir nun also die Werft verlassen hatten, gingen wir noch in den Ort zum Shoppen um unsern Proviant aufzufüllen und dann holten wir am Donnerstag, den 14. Dezember 2017 um 07:40 Uhr unseren Anker ein, um zur Nachbarinsel zu segeln. Nach einem herrlichen Segelstückchen von 12 Seemeilen erreichten wir unser Ziel, die Baie Vaitahu auf der Insel Tahuata und ließen unseren Anker auf 10,8 Meter Wassertiefe fallen. Wir hatten echten Segelspaß, obwohl wir nur unser kleines Vorsegel gesetzt hatten. Gegenwind erreichte zeitweise sogar fast ihre Rumpfgeschwindigkeit. Was ist das für ein Unterschied mit dem neuen Unterwasserschiff im Vergleich zu der mühsamen zweiten Hälfte der Pazifikpassage. Die Bucht war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich voll. Wir waren das zwölfte Schiff, so daß wir lange nach einem Ankerplätzchen für uns suchten. Vaitahu wird von Bergen umrahmt und es ist daher mit drehenden Winden zu rechnen, was die Ankerplatzsuche nicht vereinfachte. Wir brachten platzsparend, wie einige andere Schiffe in unserer Nähe, den Heckanker aus. Unterschiedliche Ankermethoden zusammen mit den drehenden Winden bescherten uns und anderen Seglern in den kommenden Tagen allerdings einige Ankermanöver, denn jedes Schiff, große Katamarane, kleine und große, moderne und alte Einrumpfboote drehten sich unterschiedlich um die Anker. In den kommenden Tagen drängten sich dann über 35 Schiffe auf dem Ankerplatz zusammen. Zusätzlich kam täglich ein Schiff der französischen Marine angefahren und landete am Betonpier Festtagsteilnehmer für das Marquesas- Festival, das in der kommenden Woche hier stattfinden sollte. Die Bewohner von Vaitahu hießen die Delegationen mit einer traditionellen polynesischen Begrüßungszeremonie willkommen. Die paradiesischen Südseeklänge klangen fremdartig aber wunderschön und paßten prima zu Helges Geburtstag. Ungewöhnlich für die Südsee war allerdings Helges Geschenk, denn Asha bereitete ein leckeres Gyros, mit selbstgemachtem Zaziki und Krautsalat, auf das Helge schon seit ein paar Wochen immer wieder einmal Appetit hatte. Unsere ersten Landbesuche waren eine echte Herausforderung, denn wir mußten mit der Brandung auf dem Strand anlanden, da der Betonanleger für die Begrüßungszeremonien reserviert war und uns somit nicht zur Verfügung stand. Die Wellen oder besser gesagt die Dünung bringt ein ständiges auf- und ab der See von bis zu einem halben Meter in der ganzen Bucht. Am ersten Tag waren die Wellen gnädig und klein, obwohl doch auch dabei der eine oder andere Segler mit seinem Dingi beim Anlanden am Strand kenterte. Und das wegkommen vom Strand war ein nasser Spaß. Das Zweite Anlanden geschah dann bei größeren Wellen, die sich bis zum Strand auf den besagten halben Meter aufbauten um dann kräftig schäumend zu brechen. Wir schafften unsere Landung genauso wie es in Comics gezeigt wird. Die erste Welle ging ruhig unter uns hindurch. Aber die zweite Welle umspülte unser Dingi wild schäumend, sprudeln und zischend, hob uns dann regelrecht an, während wir vor uns den steinigen Grund auf uns zukommen sahen und mächtig Angst hatten an den Steinen hängenzubleiben, bevor sie uns perfekt und trockenen Fußes direkt auf dem Strand absetzte. Das erntete bei anderen Seglern echtes Erstaunen, während wir bei dem Spaziergang durch den Ort immer noch weiche Knie hatten. Im Ort lernten wir Teki kennen, der den Urlaub bei seiner Familie verbrachte und uns bei unserem Klönschnacks einen riesigen Beutel mit Früchten schenkte.    Irgendwann war es an der Zeit an Bord zurückzukehren und so standen wir am Strand, sahen unser winziges Dingi, die riesigen, schäumend brechenden Wellen und fragten uns wie wir da heil durchkommen wollten. Wir warteten. Es wurde aber nicht besser. Und so hielten wir aus, bis der Betonpier frei war, damit wir unser Dingi dorthin tragen konnten um es sicher ins Wasser zu setzen und dann zu Gegenwind zu paddeln. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Vaitahu, Insel Tahuata, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Kikeriki – Die Hähne krähen unter Gegenwind

Hühner laufen selbstverständlich unter Gegenwind

Hühner laufen selbstverständlich unter Gegenwind

Nach so viel Vergnügen dachten wir natürlich mal wieder ans Arbeiten! Es gibt hier auf Hiva Oa seit einem guten Jahr eine Schiffwerft die im Aufbau ist und so kamen wir nicht umhin dort einmal vorbeizuschauen und das ganze unter die Lupe zu nehmen, denn Gegenwinds Unterwasserschiff schreit halt regelmäßig nach Aufmerksamkeit. Uns gefiel die Werft – Modernes Gerät und umsichtige Mitarbeiter! Und so beschlossen wir kurzerhand direkt einen Termin zu vereinbaren und die Arbeiten in Angriff zu nehmen. Am Donnerstag, den 23. November 2017 holten wir den Anker aus dem modrigen Grund und fuhren zum Slip. Gegenwind wurde jetzt das erste Mal wie eine Jolle mit dem Trailer aus dem Wasser gezogen. Es war schon ein komisches Gefühl Gegenwind direkt auf einen Trailer zuzusteuern und langsam immer weiter vorwärts zu fahren bis ihr vorderer Teil auf dem Trailer auflag. Dann wurden die Stützen mit dem Trailer angehoben und mit ordentlichem Geschuckel lag sie dann vollständig auf und der Traktor zog uns langsam aber sicher die Rampe immer höher hinauf. Wir hatten eine interessante Aussicht bei der kurzen Fahrt mit Gegenwind über den Weg zu unserem Werftplatz. Nachdem Gegenwind abgestellt wurde, befreiten die Werftarbeiter sie mit einem Hochdruckreiniger von ihrem schlimmsten Unterwasserbewuchs in einer zweistündigen Aktion. Dann ging es für uns an die Arbeiten: Der Überblick folgt am Ende unseres Berichtes! Nun aber zu unserem Leben an Bord während des Werftaufenthalts. Unser Tag begann regelmäßig erst mit Sonnenaufgang, also um 05:00 Uhr morgens, obwohl wir eigentlich häufig genug zwischen 03:00 und 04:00 Uhr morgens geweckt wurden. Überall auf der Insel laufen Hühner und Hähne frei herum, so natürlich auch auf der Schiffswerft. Und die ersten Hähne waren echte Frühaufsteher und begannen ihr ganztägiges Kikeriki oder ein heiseres Krächzen zu dieser nachtschlafenden Zeit und das gerne auch unter Gegenwind. Nach dem Frühstück ging es zwischen 06:00 und 07:00 Uhr an die Arbeit. Zur Mittagszeit bereitete Asha uns ein Essen an Bord um danach gestärkt die Nachmittagsarbeiten aufzunehmen. Wir versuchten gegen 17:00 Uhr unsere Arbeiten langsam zu beenden, um dann ein Abendbrot und unseren leibgewonnenen Obstteller zu genießen. So gingen wir mit den Hühnern kurz nach Dunkelwerden gegen 20:00 Uhr schlafen. Die Werftbesitzerfamilie Vincent, Maria und ihre beiden Töchter Ganaia und Kimiora saßen regelmäßig mit ihren Mitarbeitern, uns Seglern und einigen Freunden wie eine große Werftfamilie zu einem „Afterwork- Klönschnack- Feierabend“ zusammen. Außerdem nahmen wir an einem Mittwochabend an dem wöchentlichen Barbecue gleich neben der Werft Teil, aber das war uns zu Französisch, denn wer kein gutes Französisch spricht bleibt bei den weißen Franzosen aus dem Mutterland gerne außen vor – man will keine andere Sprache sprechen, halt typisch Französisch (Natürlich gibt es durchaus auch nette Ausnahmen). Das eine oder andere Mal mußten wir in den Ort marschieren um unsere frischen Vorräte und ein paar Arbeitsmaterialien zu besorgen. Einmal hatte Ganaia, die neunjährige Werfttochter Lust Helge auf dem langen Weg durch die pralle Sonne zu begleiten – sie hatte tapfer durchgehalten und zur Belohnung gab es im Ort ein Eis. Die Werft selbst ist neben den Schiffsarbeiten ein faszinierender Ort. Wir lernten, das die Hühner ihren Sex im Wesentlichen auf dem einzigen Baum der Schiffwerft, dem „Hühnersexbaum“, machten und der stand genau neben Gegenwind. Wir fanden aber auf dem ganzen Gelände kein einziges Ei. Allerdings liefen einige Küken neben den Hennen her und piepsten uns den ganzen Tag voll. Zusätzlich surrten Massen von Bienen, die vermutlich von den vielen Bienenstöcken in den Gärten um die Schiffswerft herum kommen, überall herum (Honig ist allerdings auf den Inseln superteuer; 750g ca. 20€). Und in dem zurzeit noch provisorischen Toiletten- und Duschhäuschen hatten wir immer wieder Besuch von Ameisen und kleinen Geckos. Die Werft bot uns also neben unserer Arbeit noch so etwas wie „Leben auf dem Bauernhof“, was uns den Aufenthalt ein wenig versüßte. Am Montag, den 11. Dezember 2017 waren wir fertig und verließen die Werft wieder per Trailer, um dann um kurz nach 12:00 Uhr wieder in der Bucht von Tahauku, Port Atuona, am Anker zu schwimmen. Die Werft können wir empfehlen für alle die es familiär mögen, die umsichtige Mitarbeiter wollen, gepflegtes und gewartetes Material bevorzugen und eine Wertfamilie die sich kümmert suchen. Der Trailer kann Schiffe bis zu 20 Tonnen laden und wir fühlten uns mit unserem kleinen Schiff gut aufgehoben und nicht so winzig und verloren wie an anderen Plätzen, die für unsere Schiffsgröße nur überdimensionierte Liftsysteme bieten. Noch ist allerdings etliches, wie Büro und Ausrüstungsshop im Bau macht aber einen soliden Eindruck und selbst europäische Standards wie ein Wasserauffangbecken beim Abspritzen des Unterwasserschiffs sind umgesetzt. Nicht ganz unwichtig war es für uns das Vincent und Maria sich über Helges Französisch freuten aber sich trotzdem bemühten Englisch zu sprechen. (Maintenance Marquises Service: www.maintenancemarquises.com ) Hier folgt nun der Überblick über unsere Werftarbeiten: Unterwasserschiff abkratzen, schleifen und neu mit Antifouling malen Beim Unterwasserschiff durften wir im unteren Kielbereich wieder ein paar kleine Osmosestellen reparieren und leider auch im vorderen Bereich unterhalb der Wasserlinie eine ca. 10x20cm große Osmosestelle bearbeiten. Dazu mußte die betroffene Stelle erst einmal ordentlich aufgemacht und getrocknet werden, bevor wir mit Glasfasermatten, Harz, Spachtel, Primer und Antifouling alles wieder fit machen konnten. Das hatte unsere Werftzeit um eine knappe Woche verlängert. Übrigens ist Osmose an Kunststoffschiffen auf Langfahrt eher normal als eine Ausnahme. Ruderblatt und Skeg sind bei der Hanseat 70 aus Edelstahl und somit hält Farbe nur schlecht, so daß hier blankes Metall zum Vorschein gekommen war und wir nach dem kratzen und schleifen einen völlig neuen Farbaufbau von der Grundierung bis zum Antifouling vornehmen mußten Den Geschwindigkeitsmesser demontierten wir, legten ihn in Essig ein und gaben ihm viel neues Fett beim Wiedereinbau Der Auspuff bei unserer Hanseat befindet sich unter Wasser, so daß er voller hartnäckiger Muscheln war und einiges an Kratzarbeiten erforderte (wir wurden beim Einbau unseres Nanni Diesels gefragt ob wir das so lassen wollten und wir wollten es, aber heute würden wir definitiv anders entscheiden und den Auspuff über Wasser verlegen) Wir montierten neue Zinkanoden – es geht doch wirklich viel einfacher an Land als per Schnorchel unter Wasser Dem Propeller widmeten wir einen Tag kratzen, bürsten, polieren und Fetten (wir malen den Propeller nicht an, denn die Farbe blättert sowieso nach kurzer Zeit ab) Die ganzen Rumpfdurchlässe und Ventile reinigten wir und unterzogen sie einer Inspektion, dabei stellten wir fest, das unser Küchenauslaß durchgerostet war, so daß wir ihn ersetzen mußten. Außerdem saß das WC- Auslaßventiel locker. Also bauten wir es aus, reinigten es und setzten es neu eingedichtet wieder ein – das ging leider nur mit viel Gestank, Geschimpfe und einigen Schrammen an Helges Armen, denn es ist alles sehr eng dabei. Endlich befreiten wir auch den Rumpf vom moosartigen Bewuchs der langen Pazifikpassage und nun glänzt er wieder unter einer frischen Politur Der Windpilot (unsere Windsteueranlage) bekam eine Pflegekur, denn ohne lästiges Geschaukel ist es viel sicherer für die vielen Kleinteile und Schrauben, dafür konnten wir sogar von der Werft ein Gerüst nutzen Gegenwinds Deck und ihr Cockpit bekam endlich mal wieder eine ausgiebige Süßwasserwäsche, wobei wir feststellten, das ein Großteil der Nähte von unserem Sprayhood sich aufgelöst hatten – auch das so ein dummer Fehler vor unserer Abfahrt. Unser Segelmacher fragte uns als wir das Sprayhood bestellten, ob es eher dicht sein soll oder ob die Fäden länger der Sonne standhalten sollen. Wir wollten damals ein dichtes Sprayhood. Aus heutiger Langfahrtensicht würden wir uns eher für eine längere Haltbarkeit der Fäden entscheiden. Hier gibt es leider keinen Segelmacher und so sitzen wir jetzt Stunde um Stunde und nähen die Nähte von Hand nach. Das wird wohl noch eine ganze Zeit lang so weitergehen Wir spülten auch den Sumpf unserer Bilge mal wieder mit Süßwasser durch Und auch unsere Großwäscheteile spülten wir nach langer Zeit endlich mal wieder mit Süßwasser aus Die Beschaffung von Ersatzteilen ist hier in den Marquesas eher kompliziert, langwierig und sehr kostspielig. Wir hatten zum Glück die meisten Sachen die wir benötigten dabei. Nur Antifouling bekamen wir von einem anderen Segler, der viel zu viel gekauft hatte (das hätten wir allerdings auch in der Werft kaufen können). Primer und Spachtelmasse kauften wir in der Werft. Kleinkram wie Pinsel Rollen, Schleifpapier gibt es im Ort im Store. Den Auslaß für unsere Küchenspüle bekamen wir ebenfalls im Store, mußten allerdings mit einer Einheitsgröße vorlieb nehmen. So viel zu unseren Arbeiten! Viele Grüße aus dem Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Tiki Tiki Tiki

Tiki Tiki Tiki

Tiki Tiki Tiki

Auf Hiva Oa gibt es eine große Hauptstraße von West nach Ost mit einer Abzweigung an die Nordküste der Insel. Den westlichen Teil, nach Taaoa hatten wir schon abgelaufen und nun wollten wir auch noch einmal nach Osten und Norden. Der Weg war uns zu Fuß allerdings zu weit und so legten wir die 40 km nach Puamau per Mietwagen zurück. Wir trafen uns dazu wieder mit Douglas und Kathleen, der Crew der SY Gillean und stiegen am Freitag, den 17. November 2017 um kurz nach sechs Uhr morgens in einen allradgetriebenen Pickup und düsten los. Die betonierte Hauptstraße führte uns hoch hinaus in die tropische Vulkanlandschaft mit einem faszinierenden Blick in wolkenverhangene bergige Tropenwälder auf der einen Seite und einem bezaubernden Blick hinaus auf die Nachbarinsel und den glitzernden Ozean. Nach ca. der Hälfte der Strecke endete auf einmal die gut ausgebaute betonierte Hauptstraße die in steilen Serpentinen durch die Berge führte. Sie ging in einen etwas breiteren, schotternen Feldweg über, der sich an die Felswende schmiegt und sich in mehr oder weniger steilen Serpentinen und Kurven weiter nach Osten schlängelt. Wir hielten mehrmals an, um von dieser hinreißenden Landschaft ein paar Fotos zu machen. Der allradgetriebene-Pickup machte sich gut und so rüttelten wir über diese Inselhauptstraße noch durch einige winzige Dörfer, hielten hier und da am Strand an, erlebten wie die Hauptstraße noch spartanischer mehr zum Feldweg wurde bis wir schließlich in Puamau ankamen. Puamau ist der zweitgrößte Ort auf Hiva Oa und für deutsche Verhältnisse eher als ein miniwinziges Dorf zu bezeichnen. Immerhin sahen wir einen kleinen „Supermarkt“ sowie eine Post und ein paar allerdings geschlossene Herbergs-Restaurants, die nur nach vorheriger Anmeldung Essen servieren. Wir fuhren den letzten Kilometer bergan nach Iipona, einer archäologischen polynesischen Wohn- und Kultstätte, unserem heutigen Ziel, das wir gegen 12:00 Uhr erreichten. Ein anderer Besucher-Pickup beendete seine Sightseeing-Tour gerade und so hatten wir die Stätte für uns alleine. Auf den verschiedenen Wohn- und Kultebenen fanden wir mehrere Tikis, götterartige Steinfiguren. Diese Tikis sind die größten in Polynesien und ähneln denen auf den Osterinseln die allerdings um etliches größer sind. In der polynesischen Kultur und Götterwelt spielt die Frau und die Geburt eine zentrale Rolle und so stellen auch Tikis diese Rolle dar. Der Platz gefiel uns und wir genossen im  dem Schutz der Tikis ein kleines Picknick bevor wir uns auf den holprigen Rückweg machten. Auf der sogenannten Inselhauptstraße begegneten uns auch eine Handvoll entgegenkommender Autos, so daß wir uns vorsichtig aneinander vorbeiquetschen mußten. Und da wir nun schon ein Auto gemietet hatten bogen wir auf dem einzigen großen Kreisel rechts ab und fuhren auch gleich noch einmal zur Nordseite der Insel, nach Hanaiapa. Auch hier fanden wir ein winziges super gepflegtes Dörfchen, ein paar Fischerboote am steinigen Strand, ein Fußballfeld mit einem für jeden zugänglichen Gemeinschaftshaus, öffentliche Toiletten und den obligatorischen Wasserhahn, der mehr oder weniger gutes Trinkwasser bietet. Nach einer kurzen Rast düsten wir wieder nach Hause, allerdings nicht ohne nochmal am “Supermarkt“ anzuhalten und ein paar schwere Einkäufe im Pickup mitzunehmen. Und so kehrten wir schwer beladen und glücklich erschöpft auf Gegenwind zurück. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Ta’a Oa in Taaoa

Ta'a Oa die Kultstätte ist die größte auf Hiva Oa

Ta'a Oa die Kultstätte ist die größte auf Hiva Oa

Die Namen hier in Französisch Polynesien sind echt gewöhnungsbedürftig und sie sind für uns so fremd, das wir sie uns aufschreiben müssen um sie nicht zu vergessen. Also nochmal für uns alle zum Gewöhnen: Hiva Oa ist die Insel auf der wir uns gerade aufhalten, Ta’a Oa ist eine Polynesische Kultstätte im Ort Taaoa! - Wahrscheinlich ist nun die Verwirrung perfekt. Aber vielleicht bringen wir mit unserem Bericht ja wieder etwas Ordnung hinein. Zusammen mit Kathleen und Douglas, der Crew der SY Gillean unternahmen wir am Mittwoch, den 15. November 2017 ein Ausflug. Um 06:00 Uhr trafen wir uns am Dingiplatz und gingen los. Unser Weg ging durch Atuona, den Hauptort der Insel weiter in Richtung Südwest und führte uns über die Küstenstraße entlang einer herrlichen, tropisch grünen Vulkanlandschaft die bis auf eine Höhe von 1276m in den Himmel ragt. Der Weg war länger als gedacht und so marschierten wir letztendlich doch in der brennend heißen Tropensonne zu unserem Ziel. Wir wollten die Ruine einer polynesischen Kultstätte besuchen. Wir erreichten also das klitzekleine Örtchen Taaoa um von dort aus einmal rechts abzubiegen und steil bergan zu der Kultstätte zu kommen, die wir gegen 11:00Uhr erreichten. Ta’a Oa ist ein gewaltiges archäologisches Gelände und mit seinen verschiedenen Etagen und Plätzen war die Kultstätte für uns kaum zu verstehen aber es war schön anzusehen. Sogar ein Tiki (götterartige Steinfigur) war auf dem Gelände zu bestaunen. Übrigens hat die Kolonialzeit auch für Französisch Polynesien nicht nur positives gebracht, denn die Kultur und die Sprache waren lange verpönt oder sogar verboten und auch die französischen Atombombentests in den Tuamotos sind kein Glanzstück der Geschichte. Unser Rückweg führte uns steil bergab zurück ins Dorf Taaoa, wo es uns nochmal zum Strand und in die Kirche zog – auch in Französisch Polynesien hat übrigens die katholische Kirche Einzug gehalten. Unsere Suche nach einem kleinen Snack oder einem kühlen Getränk im Dorf war leider erfolglos, denn wir fanden kein Lädchen und unsere Wasserflaschen hatten wir schon auf dem Hinweg geleert – schöne Bescherung! Der Dorfwasserhahn bot uns auch nur braunes Trinkwasser, das wir aufgrund seiner Färbung und der Partikel darin verschmähten. Eine nette Bewohnerin des Pfarrhauses schenkte uns allerdings eine gut gekühlte Flasche Mineralwasser. Und so traten wir dann den Rückweg in der prallen Mittagssonne an. Wir brauchten aber nicht lange zu laufen, denn Kathleen schaffte es ein Auto anzuhalten und uns somit eine bequeme Mitfahrgelegenheit nach Atuona, dem Hauptort, zu organisieren. So eine Mitfahrgelegenheit per Anhalter ist nicht unüblich, denn die Menschen hier sind super freundlich in solchen Dingen. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: ARANUI

Im Strudel der Aranui 5

Im Strudel der Aranui 5

Jetzt verstehen wir endlich warum alle Jachten sich am Ankerplatz so weit in die Ecke drängen wie möglich und das diese Warnung die wir von anderen Seglern zu unserer Ankunft auf Hiva Oa erhalten hatten seine Berechtigung hat! Am Montag, den 13.November 2017 lief das große Insel-Versorgungsschiff in unsere Ankerbucht oder besser gesagt in den Hafen von Atuona ein. Die Aranui 5, so heißt das Schiff, hielt langsam aber zielsicher mit dem Bug auf die vor Anker liegenden Yachten zu, stoppte ein paar Meter vor der vordersten Yacht, ließ seinen riesigen Anker auf den von der Segelyacht ausgebrachten Anker rattern und wurde dann von einem ihrer Landungsboote an die Pier bugsiert. Auch Gegenwind tanzte in dem Strudelwasser das von dem Bugsierboot verursacht wurde. Ein imponierendes Schauspiel, das sich alle Segler und auch die Passagiere der Aranui 5 gespannt anschauten. Die Aranui 5 ist ein kombiniertes Transport und Passagierschiff, das etwa im dreiwöchigen Rhythmus zwischen den Polynesischen Inseln kreuzt. Ihr Weg führt von den Gesellschaftsinseln mit Tahiti über die Tuamotos zu den Marquesas Inseln, auf denen jeweils Waren ein- und ausgeladen werden und die Passagiere die paradiesischen Inseln besuchen dürfen. Am Abend löste die Aranui 5 ihre Leinen und verholte sich am eigenen Anker und mit Hilfe ihres Bugsierbootes wieder aus dem Hafen. Es war dabei schon ganz schön eng aber alles ging gut. In der Nacht vom 14. auf den 15. November 2017 besuchte die Toporo IX, ein deutlich kleineres reines Versorgungsschiff, Hiva Oa. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Einklarierung

Hiva Oa ist eine der großen Inseln der Marquesas mit mehreren Orten und sogar einem Flughafen, einer Gendarmerie  und mehreren Supermärkten. Supermärkte natürlich nur für Südseeverhältnisse, denn in Deutschland würde man die Läden wohl eher als Tante-Emma-Laden bezeichnen. So machten wir uns am Donnerstag, den 09. November 2017 per Pedes auf nach Atuona, in den Ort, um uns bei der Gendarmerie erst einmal offiziell für die Marquesas anzumelden und unsere Einklarierungsformalitäten hinter uns zu bringen. Es war europäisch unkompliziert und für den Beamten, der vor einer Woche frisch aus Paris eingetroffen war, waren wir die ersten Segler mit so einem Anliegen. Die ganze Prozedur kostete nur eine Briefmarke um die Papiere nach Papeete zu versenden. Als Besonderheit allerdings sollte man zur Einklarierung die MMSI-Nummer, mit der das UKW-Funkgerät registriert ist, mitbringen und wenn vorhanden die Telefonnummer fürs Satellitentelefon griffbereit haben. Danach ging es zur Bank um ein wenig von der lokalen Währung ins Portemonnaie zu bekommen (1€=119,33CFP) und anschließend machten wir die Supermärkte unsicher, wobei wir eigentlich nur ein paar frische Baguette besorgten und eines davon sofort trocken verschlangen - endlich mal wieder Brot! Auch hier fiel uns die Sauberkeit besonders auf, es ist fast wie in einer deutschen Kleingartensiedlung, nur in den Tropen. Das müssen wir einfach erwähnen, denn seit der Karibik sind wir Müll in allen Ecken gewöhnt. Außerdem wollten wir nach so langer Zeit der Enthaltsamkeit natürlich endlich mal wieder ins Internet, aber so einfach geht das hier nicht. Es gibt nur wenige WiFi-Spots und die sind teuer (eine Stunde für 4 EURO) und per SIM-Karte funktioniert das Internet nur sehr langsam – außerdem sind gerade keine Internet-SIM-Karten verfügbar. Wir versuchen es nun erst einmal mit den teuren WiFi-Spots, die allerdings derzeit eine gute Wegstunde von Gegenwind entfernt sind. Bei diesen Recherchen fiel uns auf, das die Erwachsenen genauso wie die Kinder und Jugendlichen hier miteinander reden und nicht wie sonst überall üblich ins Handy oder ins Pad vertieft ihre Fingerübungen machen – kaum zu glauben aber es gibt tatsächlich noch Gesellschaften in denen das Handy nicht „Gesprächspartner“ Nummer eins ist! Das ist doch paradiesisch – oder? Es hat natürlich zur Folge, das auch wir nicht so gut mit Internet versorgt sind wie wir es gerne hätten 😉 Viele Grüße aus dem Südseeparadies Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Hiva Oa: Eine andere Insel

Südseeträume

Südseeträume

Endlich mal wieder Segeln: Am Mittwoch, den 08. November 2017 holten wir um 06:20 Uhr unseren Anker vor Fatu Hiva auf und begaben uns auf einen kleinen Tagestrip weiter nach Norden. Schon die ersten Meter von unserem Ankerplatz machten echt Spaß, denn unter Motor erreichten wir mit dem frisch geschrubbten Unterwasserschiff wieder unsere normale Geschwindigkeit. Nachdem wir die Windabdeckung durch die Insel verlassen hatten setzten wir unser Großsegel im zweiten Reff und unser Vorsegel und wir rauschten mit normaler Rumpfgeschwindigkeit durchs Wasser  - das war doch mal wieder ein echtes Segelgefühl! Natürlich mußten wir zwischendurch einen kräftigen Squall mit ordentlichem Wind nur unter klein gerefftem Großsegel abwettern aber wir machten die 46 Seemeilen in neun Stunden. In unserer neuen Ankerbucht Baie Tahauku vor der Insel Hiva Oa hatten wir unseren Anker gerade fest, als wir von anderen Seglern darauf aufmerksam gemacht wurden, daß wir eventuell ein wenig zu dicht am Anleger für das Versorgungsschiff lagen, also nahmen wir den Anker wieder auf und suchten einen geeigneteren Platz. Das war gar nicht so einfach, denn hier wird nicht nur mit dem normalen Buganker, sondern auch mit einem nach hinten ausgebrachten Heckanker geankert. Es lagen also schon etliche Leinen auf dem Grund in denen wir uns natürlich nicht verfangen wollten. Dabei ankerten jetzt nur sieben Schiffe in der Ankerbucht, während sich in der Hauptsaison über 30 Schiffe hier tummeln sollen – wie das funktioniert ist uns allerdings schleierhaft. Aber schließlich hatten wir um kurz vor 18:00 Uhr auch unsere beiden Anker im Grund der Bucht vergraben. Um unseren Heckanker auszubringen mußten wir unser Dingi ins Wasser setzten und den Heckanker darin an seinen Platz fahren. Während  Asha also an Bord blieb um die Ankerleine von Gegenwind aus zu kontrollieren, paddelte Helge unser Dingi mit dem Heckanker zu seiner Position um ihn dort ins Wasser plumpsen zu lassen. Wir liegen jetzt bei 3,8m Wassertiefe auf Position S09°48,199‘ W139° 01,859‘ vor Hiva Oa. Gegenwind schaukelte uns todmüde wie wir waren nach dem anstrengenden, überwiegend sonnigen Segeltag mit heftig ausholenden Bewegungen in den Schlaf. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fatu Hiva: Ungewohnt

Wußtet Ihr, daß der Stamm einer Bananenstaude voll Wasser ist? Beim Druck auf den Stamm läuft das Wasser wie bei einem Schwamm heraus! Gestern, am Montag, den 6. November 2017 fuhr Helge mit leeren Wasserkanistern beladen an Land, um unseren Süßwasservorrat wieder aufzufüllen, während Asha an Bord blieb. Das war das erste Mal seit Ecuador, also knapp zwei Monaten, das wir weiter als zehn Meter voneinander getrennt waren – echt ungewohnt! Beim Abfüllen der Kanister am allgemeinen Dorfwasserhahn, hörten die Jugendlichen mit ihrem Fußballspiel auf, ein Mann sprang von seinem Ruheplatz auf und ein kleines Mädchen stand mit strahlend neugierigen Augen am Wasserhahn neben Helge. Jeder versuchte zu helfen und bei so vielen echt helfenden Händen waren die Flaschen und Kanister in null-komma-nichts voll und das Dingi wie von Geisterhand beladen, so daß es für Helge ein echt entspanntes Wasserholen war. Nur die Arbeit an Bord blieb noch zu erledigen. Diese Hilfsbereitschaft ist fantastisch ungewohnt und in dem Umfang eine absolut paradiesische Erfahrung. Viele Grüße aus dem Südseeparadies Fatu Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fatu Hiva: Erfrischende große Süßwasserduschbadewanne

Süßwasserduschbadewanne

Süßwasserduschbadewanne

Natürlich konnten wir auch in den letzten Tagen unsere Finger nicht von der Reparaturliste lassen und kümmerten uns um die letzten Kleinigkeiten an Gegenwinds Unterwasserschiff: eine neue Zinkanode war fällig, Ruderblatt und Propeller bekamen noch ein wenig Fett als Pockenschutz aufgeschmiert und das kleine Rädchen für unseren Geschwindigkeitsmesser befreiten wir ebenfalls von seiner Kruste. Die Seewasserentsalzungsanlage nahmen wir auseinander, reinigten alles und siehe da, sie funktioniert wieder. Unser elektronischer Schiffsmelder (AIS) funktioniert wieder, ohne das wir etwas tun mußten – hat der eine automatische Abschaltung nach 50 Tagen? Und Gustav, unser elektrischer Autopilot, bekam ebenfalls etwas Zuwendung. Heute Sonntag, den 05 November 2017 taten wir endlich mal etwas für uns! Wir standen mit dem Hellwerden kurz vor Sonnenaufgang um 05:00 Uhr auf und begaben uns nach dem Frühstück an Land. Die Menschen sind echt nett hier, sie bieten ihre Hilfe an und wir kommen schnell ins Plaudern, obwohl es mit Helges eingerostetem Französisch ganz schön mühsam ist und die Insulaner sprechen nur wenige Brocken Englisch. Es wird gelächelt. In zwei Häuser wurden wir auch schon eingeladen um uns einige handgefertigte Schnitzereien anzusehen, die uns natürlich zum Kauf angeboten wurden. Da wir aber kein hiesiges Geld haben, unsere „Give Aways“ nicht gleich bei der ersten Möglichkeit weggeben wollten und natürlich Gegenwind nicht mit zusätzlichem Ballast beladen wollten, beließen wir es beim Gucken. Unser Weg führte uns auf der Hauptstraße aus dem Dorf heraus, ein steiles Stück hoch, bevor wir bei der Ausschilderung links in einen Feldweg bogen. Die Ausschilderung hatten uns andere Segler beschrieben und wir mußten schon genau hinsehen, denn es handelte sich um kunstvoll hochgestapelte Steine. Von dort folgen wir den „Ausschilderungen“ über Stock und Stein auf immer kleineren Trampelpfaden in den Urwald bis wir vor einem super tollen, sprudelnden, riesig hohen Wasserfall standen, der in ein großes, tiefes Becken rauschte. Das war unsere echt erfrischende Süßwasserduschbadewanne – Paradiesisch herrlich! Viele Grüße aus Fatu Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Fatu Hiva: Unsere ersten Schritte im Südseeparadies

Endlich im Südseeparadies

Endlich im Südseeparadies

Langsam realisieren wir unsere Ankunft in der Südsee während Gegenwind sanft in der Dünung schaukelt, die in unsere Ankerbucht vor dem Ort Hanavave auf Fatu Hiva hineinläuft. Dabei geht es ca. einen halben Meter hoch und wieder runter. Die Brandung rauscht an den steilen Felswänden entlang und bricht sich am steinigen Strand vor dem Anleger. Einheimische Surfer versuchen sich hier sogar im Wellenreiten. Der Wind pfeift immer mal wieder in kräftigen Fallböen (bis zu Windstärte sieben) durch unsere Ankerbucht und rüttelt und schüttelt Gegenwind dann kräftig durch - Das bringt aber auch angenehme Kühle zu uns. Nach unserer Ankunft am Dienstag, den 31. Oktober 2017 erledigten wir nach ein wenig Ausruhen die ersten Arbeiten an Gegenwind. Zuerst stellten wir die Leerlaufdrehzahl bei unserem Nanni Diesel neu ein, denn der Alarm für das Vorglühen meldete sich bei unserer Ankunft sobald wir den Gang herausgenommen hatten. Anschließend prüften wir die Rotorblätter von unserem Windgenerator – der Vogelschlag hatte aber wohl nur dazu geführt, das die Rotorblätter aus ihrer Balance gekommen waren. Nach der Neuausrichtung liefert und der Windgenerator jetzt auch wieder den Strom den wir benötigen. Und zu guter Letzt ging es ins Wasser, um wenigsten das Ruderblatt und den Propeller von dem Bewuchs zu befreien. Die Pocken und vor allem die Entenmuscheln waren richtig hartnäckig und gaben selbst kaum auf, als wir ihnen mit einem ganz groben harten Metallkratzer zu Leibe rückten. Einige Pocken ließen sich nur mit spitzkantigen Werkzeugen und schweißtreibender Unterwasserarbeit abbekommen. Mal nebenbei bemerkt: Das Wasser mit seinen 27,3°C bringt uns eigentlich eher zum Frieren. Unsere erste Nacht am Anker war doch ziemlich ungewohnt und bei der Stille in den Kojen schliefen wir fast unruhiger als auf See – aber das wird schon noch! Den kommenden Tag begannen wir kurz vor Sonnenaufgang gegen 05:00 Uhr (Marquesas- Zeit) mit einem Müslifrühstück und anschließend ging es mit Taucherbrille, Schnorchel und Kratzer bewaffnet ins Wasser um Gegenwinds erste Seite von dem Unterwasserbewuchs zu befreien. Anschließend kam Besuch vom Nachbarschiff und brachte uns ein Stück selbstgebackenes Bananenbrot, das wir sofort mit Genuß verspeisten, nachdem Hanna von Bord war. Immer noch keine Ruhe, denn bevor wir an Land konnten mußten wir uns um unseren Außenborder kümmern, der in Ecuador an unseren letzten Tagen in den Streik gegangen war. Also schnell noch einmal den Vergaser demontieren, reinigen und alles wieder zusammenbauen – das ist inzwischen reine Flickschusterei, da fast alle Schrauben nur noch aus Korrosion bestehen und Ersatz nicht verfügbar ist. Asha bereitete uns ein Mittagsmahl auf das wir uns schon lange gefreut hatten: Eine Bordpizza! Die Zutaten bestanden aus einem Hefeteig mit Ananas, Dosenfleisch un d einer selbstgemachten Pizzasoße. Da wir Gas sparen müssen, wer weiß wann es wieder welches gibt, bereitete Asha die Pizza in der Pfanne zu – echt lecker!. Zu Guter Letzt pumpten wir unser Schlauchboot noch auf. Nun dämmerte es auch schon und zum Tagesabschluß genossen wir nach langer Zeit mal wieder einen Film auf unserem Computer. Nach der zweiten Nacht am Ankerplatz, die schon etwas entspannter war, stiegen wir wieder kurz vor Sonnenaufgang aus den Kojen und genossen unser Frühstück im Cockpit beim Anblick der schroffen Felswände um uns. Ziegen die überall auf den steilen Hängen herumklettern meckerten sich in den Tag und die Vögel flogen ihre Runden an den Felsen entlang, um sich ebenfalls ihr Frühstück zu suchen. Nachdem Frühstück ging es wieder ins Wasser um Gegenwinds zweite Seite vom Bewuchs zu befreien. Dann aber suchten wir unsere Sachen zusammen, machten unser Dingi abfahrbereit, schlossen die Luken und fuhren in Richtung Anleger. Zuvor hielten wir noch bei unserem Nachbarn, den wir schon aus Bahia de Caraquez kannten und sagten kurz „Hallo!“. Er reichte uns als Willkommen gleich ein paar Früchte rüber. Endlich um kurz nach 11:00 Uhr setzten wir unsere Füße an Land! Unser Dingi trugen wir an Land, denn auch in dem kleinen Becken zum Anlegen gehen die Wellen mit ca. einem halben Meter hoch und runter. Das Anlanden an der Rampe war eine ganz schön glitschige Angelegenheit und die Wellen die einem die Füße wegziehen wollen sind keine große Hilfe dabei. Unsere ersten Schritte im Südseeparadies fühlten sich an wie das erste Aufstehen nach langer bettlägeriger Krankheit. Trotzdem wanderten wir los. Wir durchquerten das Dorf, bei dem uns sofort auffiel, das alles super sauber und gepflegt war. So ein sauberes und gepflegtes Dorf haben wir wohl seit verlassen der Nordeuropäischen Küste nicht mehr gesehen. Obwohl uns das gehen schwer fiel wollten wir doch ein Stück weit weg vom Wasser um aus nächster Nähe einen Blick auf die bizarren vulkanischen Bergformationen zu werfen – beeindruckend schön! Viele Grüße aus Fatu Hiva, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 51. Tag – Angekommen

Gegenwinds Unterwasserparasiten

Gegenwinds Unterwasserparasiten

Datum: Dienstag, 31.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador) GPS-Position: S 10°27,874‘, W 138°40,067‘ Unser erster Ankerplatz in Französisch Polynesien liegt auf der Westseite der südlichsten Marquesas Insel: Fatu Hiva. Wir liegen in der Bucht von Hanavave auf 9,5m Wassertiefe. Letztes Etmal 47sm, Insgesamt haben wir 3895sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador zurückgelegt. Aktuelles Wetter in unserer Ankerbucht: Teilweise bedeckt, heftige Regenschauer und Fallböen, bei feuchtwarmen 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind 2-6 Beaufort aus Ost, Wellen: wir schaukeln gemütlich in der Dünung, die in die Ankerbucht sanft einläuft Uhrenvergleich: Deutschland 21:00 Uhr, Ecuador 15:00 Uhr und Marquesas/ Fatu Hiva 10:30 Uhr (Gesellschaftsinseln/ Tahiti 11:00 Uhr) Nachdem wir gestern unseren letzten Kreuzschlag auf Fatu Hiva gerichtet hatten, blickten wir immer wieder gespannt auf den Horizont vor uns, aber da war erst weiter nichts als Wolken und grauer Himmel zu sehen. Später verschwand der graue Himmel außer einer Wolke, die sich direkt vor unserer Nase hielt. Um 19:30 Uhr (Ecuadorzeit) konnten wir das erste Mal die Umrisse von Land ausmachen. Wir waren noch ca. 30sm von Fatu Hiva entfernt. Die Nacht verbarg die Insel wieder vor unseren Blicken, aber als der Morgen graute lag Fatu Hiva in fünf Seemeilen vor uns und zeigte uns die schroffen von Vulkanen gebildeten Felsen die in eine beträchtliche Höhe in die Wolken hineinragten und die Wolken sogar festzuhalten schien. Unter Motor und mit Schleichfahrt (mehr als 3kn ging nicht) machten wir die letzten Seemeilen zu unserer Ankerbucht, Hanavave. Um 13:00 Uhr (Ecuadorzeit) erreichten sie. Es lagen schon zwei andere Schiffe hier vor Anker, wovon wir eines aus Ecuador kennen. Leider brauchten wir über eine Stunde bis wir unseren Anker endlich dazu überreden konnten sich an dem steinigen Grund festzuhalten. Wir haben es geschafft – wir sind im Südseeparadies angekommen! Viele Grüße vom Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 50. Tag – Morgen!


Datum: Montag, 30.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°56,952‘, W 138°07,034‘
Kurs 300° auf die Südspitze von Fatu Hiva zu, Geschwindigkeit 2 kn, Großsegel geborgen, Genua III halb eingerollt, Etmal 55sm, 3847sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 47sm zu segeln
Aktuelles Wetter: Großteils bedeckter Himmel, Squalls, bei feuchtwarmen 29,6°C im Schiff, Wassertemperatur 27,3°C, Wind 3-4 Beaufort aus Ost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1-1,5m aus Ost

Wir haben gerade gedreht und sind nun auf dem hoffentlich letzten Kreuzschlag vor dem Wind und Fatu Hiva liegt direkt vor unserer Nase. Und obwohl die Insel laut Seekarte 1125 Meter aus dem Meer ragt, können wir sie noch nicht sehen, denn sie versteckt sich hinter dichten grauen Regenwolken – also auch das Paradies ist nicht nur Sonnenschein!
Man kann es kaum glauben aber obwohl wir schon so langsam unterwegs sind, haben wir heute unsere Geschwindigkeit reduziert. Mit unserer Geschwindigkeit ohne Unterwasserparasiten würden wir spätestens heute Abend ankommen, aber mit den Unterwasserparasiten würden wir, wenn wir alles rausholen irgendwann in der tiefsten Nacht ankommen. Das wollen wir nicht, denn die Seekarten sind ungenauer als die Ostseekarten und so werden wir versuchen morgen bei Sonnenaufgang am Ankerplatz zu sein – es wird echt höchste Zeit zumal sich unsere Seewasserentsalzungsanlage entschieden hat, das Salz im Trinkwasser zu lassen – welch Glück das das erst so kurz vor dem Ziel passiert ist

Fatu Hiva hat übrigens knapp 600 Einwohner, die relativ abgeschieden Leben. Nicht einmal eine Bank/ einen Geldautomaten soll es auf der Insel geben.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

PS: Hoffentlich habt Ihr in Deutschland die Zeitumstellung auf Winterzeit gut überstanden!

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 49. Tag – Vogelschlag


Datum: Sonntag, 29.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°28,053‘, W 137°18,360‘
Kurs 270° (leichte Nordtendenz), Geschwindigkeit 2,5 kn, Großsegel im dritten Reff gesetzt, Genua III voll gesetzt, Etmal 45sm, 3792sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 89sm zu segeln
Aktuelles Wetter: Großteils bedeckter Himmel, Squalls, bei feuchtwarmen 29,5°C im Schiff, Wassertemperatur 26,5°C, Wind 2-4 Beaufort aus Nordost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1-1,5m aus Nordost

Gerade ist mal wieder ein Squall über uns hinweggezogen und brachte uns ein paar Tropfen Regen mit gutem Wind. Gegenwind schaffte dabei sogar kurzzeitig mal 4,5kn. Wir müssen dazusagen, das wir kurz zuvor das Großsegel im dritten Reff gesetzt hatten. Jetzt läßt es aber auch wieder nach.
Unser Ziel rückt langsam aber sicher näher – es sind nur noch weniger als 100 Seemeilen!

Vergangene Nacht hatten wir Pech. Ein Landvogel hatte sich verirrt und suchte einen Landeplatz. Seinen ersten Versuch in der Dämmerung gab er auf und flog wieder davon aber ein paar Stunden später, er muß umgedreht haben um es nochmal mit einer Landung auf Gegenwind zu versuchen, geriet er in unseren Windgenerator, der sich kräftig drehte um Strom zu erzeugen. Das ergab ein fürchterliches Geräusch von irgendetwas zerbrechenden. Der Windgenerator stockt kurz nahm aber gleich wieder seine Geschwindigkeit an. Aber der Vogel, der nahezu die Spannweite unseres Windgenerators hatte (ca. 1m) schrie fürchterlich und stürzte ins Wasser, wo das Spektakel weiterging er aber nicht in der Lage war sich wieder in die Lüfte zu heben. Der Arme blieb in unserem Kielwasser zurück und wird wohl mit gebrochenen Flügeln im Ozean verendet sein. Unser Windgenerator hat leider auch einen Schaden abbekommen.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 48. Tag – Regen


Datum: Samstag, 28.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°40,806‘, W 136°36,720‘
Kurs 270°, Geschwindigkeit 2,5 kn, Großsegel geborgen, Genua III gesetzt, Etmal 38sm, 3747sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 130sm zu segeln
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel mit Squalls, bei feuchtwarmen 29,6°C im Schiff, Wassertemperatur 26,6°C, Wind 2-6 Beaufort aus Nord/Nordost, wir segeln mit halben Wind (Wind von der Seite), Wellen 1m aus Nordost

Gestern trieben wir fast ausnahmslos bis kurz nach unserem Wachwechsel Wind einsetzte und wir unser Vorsegel wieder setzten konnten. Seitdem kommen wir auch wieder voran. Die Wellen sind dabei natürlich wieder ungemütlich kabbelig. Also wir sind ständig am Rechnen wann wir denn endlich ankommen – vielleicht klappt es ja doch noch diesen Monat!

Seit gestern ziehen Squalls (Böenfeder) tatsächlich auch mit Regen über uns hinweg. Damit wird natürlich alles schön tropisch feucht. Die Squalls sind auch kurz vor den Marquesas anders als wir sie auf dem Atlantik kennen gelernt haben. Während sie sich auf dem Atlantik mit Zugbahn und Regen und langsam zunehmendem Wind gut angekündigt haben sind sie hier eher hinterhältig. Manche Squalls bauen sich mit dunklen Wolken auf um sich dann aber spontan wieder aufzulösen, während andere sich aufbauen aber nur ganz langsam ziehen, so daß wir schon den Eindruck haben sie bleiben stehen und noch andere sind erst kaum auszumachen, entwickeln sich dann aber rasend schnell und ziehen genauso schnell heran. Außerdem kündigen die Squalls sich nicht mit Regen an, sondern indem sie plötzlich mit kräftigem Wind über uns herfallen und der Wind wie mit dem Schalter eingeschaltet von 0 auf 6 Beaufort springt (wie es uns vergangene Nacht einige Male passierte). Der Regen kommt dann danach oder auch nicht. Diesmal haben aber etliche Squalls kräftig Regen dabei, den sie über uns ausschütten. Das ist ziemlich anstrengend, denn wir sind von der Tour und den letzten Flautentagen doch inzwischen ziemlich erschöpft.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 47. Tag – Stiller Ozean


Datum: Freitag, 27.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°35,810‘, W 136°01,029‘
Kurs 270°, Geschwindigkeit 3 kn, Großsegel geborgen, Genua III eingerollt, Motorfahrt, Etmal 28sm, 3709sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 165sm zu segeln
Aktuelles Wetter: grauer Himmel mit regenbringenden Wolkenfeldern, bei feuchten 28,0°C im Schiff, Wassertemperatur 26,6°C, Wind 0-1 Beaufort aus Nordost, wir motoren und treiben/ segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 0,5-1m aus Ost

Der Wind ist weg! Außer in einzelnen Windfeldern, die von teilweise regenbringenden Wolken stammen, treiben wir. Dafür, so finden wir, sind wir sogar noch ziemlich schnell. Zurzeit fahren wir wieder wie gestern für zwei bis drei Stunden unter Motor um unsere Batterien zu laden und Trinkwasser zu gewinnen und unseren täglichen Bericht zu senden.

Der „Stille Ozean“ macht seinem Namen wirklich alle Ehre, er will uns einfach nicht ankommen lassen, denn zum Segeln reicht der Wind nicht und für eine Fahrt mit Motor reicht unser Diesel nicht. So treiben wir die meiste Zeit. Irgendwie ist das Treiben aber auch faszinierend, denn es bringt das Gefühl, die Zeit ist stehengeblieben. Wir haben unsere Nachtwachen im Cockpit ausgestreckt nahezu verschlafen und sind nur aufgesprungen, wenn eine kleine Windbö über uns hinweg zog, die durch unseren Windgenerator, der sich dann auf einmal drehte, angekündigt wurde. Da rollten wir das Vorsegel aus und konnten aus der Flaute doch ein paar Seemeilen gewinnen. Während der Windstillen Zeiten ist der Ozean auch total still und nur Gegenwind, platscht in den Wellen und gibt ihre üblichen Knarrgeräusche von sich. Es springen inzwischen sogar wieder ein paar Fische um uns herum, deren platschen wir auch aus weiteren Entfernungen noch hören können. Außerdem schwammen zwei Delfinschulen mit ihrem typischen prusten beim Atmen an uns vorbei.
So, jetzt reicht uns die Flaute aber langsam, denn wir wollen doch schließlich auch mal ankommen – mal sehen was uns der Wettergott denn weiterhin beschert!

Übrigens: Allen die die allerletzte Hanseboot besuchen wollen viel Spaß dabei.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 45. Tag – Leergefischt Teil 2


Datum: Mittwoch, 25.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°36,791‘, W 134°56,500‘
Kurs 270°, Geschwindigkeit 3 kn, Großsegel im dritten Reff gesetzt, Genua III gesetzt, Etmal 53sm, 3643sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 228sm zu segeln
Aktuelles Wetter: blauer Himmel, bei warmen 29,9°C im Schiff, Wassertemperatur 26,5°C, Wind 3 Beaufort aus Nordost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1-1,5m aus Ost

Der Regen, den uns die Wolken gestern versprachen, blieb aus und so konnten wir auch die vergangenen 24 Stunden mit schwachen Winden, schlagenden Segeln und mit unserem etwas schlingernden aber direkten Kurs dem Ziel ein Stück näher rücken.

Und wieder waren da die Fischer und zwar fast durchgehend mit mehreren Schiffen um uns herum. Einige sendeten elektronische Positionssignale andere nicht. Zwei kamen sogar bis auf ein paar hundert Meter an uns heran. Insgesamt sahen wir in den letzten 24 Stunden wohl so um die 10 bis 15 Fischer. Seit Sonnenaufgang scheinen sie allerdings verschwunden zu sein. Wir passierten zwei Bojen, die wir im Abstand von wenigen Schifflängen neben uns aus den Wellen auftauchen sahen und wir verfluchten die Drohnen, die wie die Mücken um uns herum schwirrten. Wir mußten sogar unsere Alarmsignale abstellen, die uns eigentlich nahenden Schiffsverkehr melden sollen, denn die Drohnen kamen uns so nahe das sie sich nahezu den ganzen gestrigen Tag und die Nacht in unserem Alarmbereich (innerhalb von zwei Seemeilen) aufhielten.
Wir vermuten übrigens jetzt definitiv, das die Fischer um uns herum alles Leergefischt haben, denn seitdem wir so viele Fischer um uns herum sehen, sind die sonst überall munter springenden Fischschwärme einfach verschwunden und die Wellenkämme verlassen.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 44. Tag - Leergefischt


Datum: Dienstag, 24.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°36,379‘, W 134°03,977‘
Kurs 270°, Geschwindigkeit 1,5 kn, Großsegel im dritten Reff gesetzt, Genua III verschieden ausgerollt gesetzt, Etmal 42sm, 3590sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 280sm zu segeln
Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit Wolkenfeldern die Regen versprechen, bei sehr warmen 30,1°C im Schiff, Wassertemperatur 26,9°C, Wind 2-3 Beaufort aus Nordost, wir segeln/ treiben mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1-1,5m aus Ost

Und wieder sind wir unserem Ziel ein kleines Stückchen näher. Und auch heute kämpfen wir mit schwachen Winden, schlagenden Segeln und mit unserem Kurs.

Seit kurz vor Wachwechsel vergangene Nacht begleitet uns ein Fischer, die „Shan Shun No 168“ und läßt seine Hubschrauberdrohnen, die wir nur elektronisch erfassen (AIS), um uns kreisen. Von Privatsphäre haben die wohl noch nie etwas gehört, denn die Drohnen kommen bis auf wenige hundert Meter heran, bleiben für unsere Augen aber unsichtbar?
Die Fische um uns herum sind rar geworden und so fragen wir uns, wird der Pazifik von den „Asiaten“ überfischt? Wir sind bisher fast jede Nacht oder jeden Tag einem Fischer begegnet. Kann man so viele Fische wirklich ohne Schaden für die Population aus dem Ozean holen oder geraten viele Fischarten in den kommenden Jahren auf die roten Listen, der vom Aussterben bedrohten Tiere?
Wenn wir an unsere Atlantikquerung zurückdenken, denn gab es dort ein paar wenige fliegende Fische, aber sonst war nichts auszumachen. Andere Segler, die seit Jahrzehnten auf dem Atlantik unterwegs sind, erzählten uns von den vielen Fischen die sie früher auf dem Atlantik um sich hatten – Sind die Fische heute auf dem Atlantik alle weggefischt und gegessen? Und passiert das gleiche jetzt auch mit dem Pazifik, da der Atlantik nicht mehr genug bietet?
Wir haben leider keine Antworten auf unsere Fragen, aber den Gedanken, der uns bei diesen vielen Fischern langsam kommt, finden wir erschreckend.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 43. Tag


Datum: Montag, 23.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°38,835‘, W 133°21,332‘
Kurs 270°, Geschwindigkeit 2 kn, Großsegel im dritten Reff gesetzt, Genua III verschieden ausgerollt gesetzt, Etmal 52sm, 3548sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 322sm zu segeln
Aktuelles Wetter: blauer Himmel mit einigen lockeren Wolkenfeldern, bei sehr warmen 30,3°C im Schiff, Wassertemperatur 27,0°C, Wind 2-3 Beaufort aus Nordost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1-1,5m aus Ost

Ein kleines Hochdruckgebiet zieht südlich von uns durch und beschert uns schwache, drehende Winde. Wir kämpfen mit schlagenden Segeln und mit unserem Kurs aber immerhin sind wir unserem Ziel wieder ein Stück näher gekommen.

Wir sind immer wieder erstaunt wieviel Leben hier auf dem Pazifik tobt. Gestern Nachmittag entdeckten wir vor und unter Gegenwinds Bug einen riesigen Schwarm Tunfische, die uns begleiteten. Das Wasser ist so klar, das wir ein gutes Stück hineingucken können. Während der Nachtwache leuchtete Helge einmal, wohl mehr aus Versehen, ins Wasser und im Schein der Taschenlampe schwamm ein ca. 75cm langer Mahi Mahi, der sich dann aber vermutlich ertappt fühlte und unter Gegenwind Schutz suchte.

Außerdem zeigte unsere Elektronik kurz vor Dunkelwerden mal wieder ein Schiff an. „AIS Net Mark“ hieß das Ding. Wir kamen auf direktem Kurs so nahe (1sm), das wir unseren Kurs änderten um auszuweichen, aber es war nirgendwo ein Schiff zu sehen. Wir vermuten aufgrund des Namens, das es sich um eine elektronisch markierte Fischerboje (AIS) handelt, die wir ohne Elektronik nie gesichtet hätten.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 42. Tag - Tintenfisch


Datum: Sonntag, 22.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°11,941‘, W 132°44,253‘
Kurs 230°, Geschwindigkeit 3 kn, Großsegel im dritten Reff gesetzt, Genua III gesetzt, Etmal 63sm, 3496sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 359sm zu segeln
Aktuelles Wetter: blauer Himmel bei warmen 29,8°C im Schiff, Wassertemperatur 26,6°C, Wind 3-4 Beaufort aus Ost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1,5m aus Ost

Das Wetter ist ruhig und auch die Wellen sind so das die Segel nicht gleich um sich schlagen. Daher haben jetzt das Großsegel mal wieder gesetzt. Und unser Ziel ist wieder ein kleines Stück näher gerückt.

Beim Rundgang gestern fand Helge eine echte Schweinerei auf dem Vorschiff vor. Ein ca. fünfzehn Zentimeter langer Tintenfisch war gegen die an Deck stehenden Kanister geflogen und hatte sich dort verfangen oder besser gesagt festgeklebt und in seiner Wut oder vielleicht ja nur beim Aufprall seinen Tintenvorrat auf das ganze Vorschiff verspritzt. Leider war schon alles angetrocknet und nun werden wir nach unserer Ankunft mal sehen wie echt diese schwarze Tinte denn ist.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 41. Tag - Kleinigkeiten


Datum: Samstag, 21.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 09°32,354‘, W 131°55,268‘
Neuer Kurs 230°, Geschwindigkeit 3 kn, Großsegel geborgen, Genua III gesetzt, Etmal 60sm, 3433sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 412sm zu segeln
Aktuelles Wetter: blauer Himmel bei warmen 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 26,3°C, Wind 4 Beaufort aus Ost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 2m aus Ost

In der vergangenen Nacht hat sich die See glücklicherweise wieder beruhig und unsere Rodeostufe ist erträglicher geworden. Gerade haben wir unseren Kurs von nordwestlicher Richtung auf Südwest geändert und so segeln wir jetzt auf Backbord Bug, unser Vorsegel ist also auf der Backbord Seite.

Wir hatten bei etwas weniger Wellengang und nahezu keiner Fahrt im Schiff nochmal versucht Gegenwinds Anhängsel unter Wasser abzubekommen oder zumindest zu reduzieren. Dazu hatten wir ein Tau von vorne unter Gegenwind gezogen, das wir auf beiden Seiten an Deck festhielten und versuchten es abwechselnd hin und her zu ziehen und nach vorne und hinten zu bewegen. Was unter Wasser passiert ist können wir nicht sagen, aber die Entenmuscheln und der Bewuchs im sichtbaren Bereich schienen von unserer Aktion völlig unbeeindruckt zu sein. Die hatten einfach die Köpfe eingezogen und wir sind uns nicht sicher aber wir glauben die haben uns einfach wieder ausgelacht und die Streicheleinheiten genossen.

Um uns herum sind inzwischen auch wieder deutlich mehr Vögel, die ihre Kreise nach Futter drehen – das sieht gerade bei den Fregattvögeln so mühelos aus, wie sie dahingleiten! Gestern Abend bekamen wir noch Besuch. Ein kleines übermütiges Tier, vermutlich ein Jungtier, sprang neben einem Elterntier, dessen Rückenflosse wir nur sehen konnten immer wieder in den komischsten Sprüngen aus dem Wasser. Wir können allerdings nicht sagen ob es große Delfine ohne weitere Familie waren oder wie wir annehmen, das es kleine Wale waren.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 40. Tag - Überfahren


Datum: Freitag, 20.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°07,870‘, W 131°09,309‘
Kurs 270°, Geschwindigkeit 3 kn, Großsegel geborgen, Genua III verschieden gerefft, Etmal 58sm, 3373sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 452sm zu segeln
Aktuelles Wetter: blauer Himmel bei 28,8°C im Schiff, Wassertemperatur 25,9°C, Wind 4 Beaufort aus Südost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 2-3m aus Ost und Südost, kabbelig

Die letzte Nacht war mal wieder etwas unruhig, denn Wellen aus unterschiedlichen Richtungen machen die See ziemlich kabbelig. Gegenwind hat unsere Rodeostufe mal wieder erhöht.

Gestern war auch richtig viel los um uns herum. Ein Fischer hatte sich wohl vorgenommen morgens und abends bei uns vorbeizuschauen und zog so in gutem Abstand an uns vorbei und kurz vor der Dunkelheit kam uns ein Tanker, die Alpine Maya, entgegen und passierte in nur 1,5 Seemeilen Abstand auf unserer Steuerbordseite. Es war beeindruckend wie dieser Tanker in den Wellen auf und ab ging und die Gischt der Bugwelle bis fast hinauf auf sein Deck reichte. Die Mächtigkeit der Dünung war aber auch imposant, denn trotz der geringen Entfernung verschwand der Tanker, bis auf sein Brückenhaus immer wieder hinter den Wellenbergen.

Wir wußten gar nicht wie unvorsichtig doch Fische sein können. Wir ließen gestern Nachmittag unseren Motor mal wieder laufen und gaben natürlich auch Gas dabei. Dabei passierte es dann, es rumpelte kurz und einen kleinen Augenblick später trieb ein ca. 50cm großer Fisch bewegungslos in unserem Kielwasser – der war wohl mit dem Propeller zusammengestoßen.
Übrigens auf drei vielleicht vier Knoten Geschwindigkeit kommen wir unter Motor noch mit dem ganzen Bewuchs.

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 39. Tag - Betrachtungen

Datum: Donnerstag, 19.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador) GPS-Position: S 10°40,431‘, W 130°23,501‘ Kurs 290°, Geschwindigkeit 2-3 kn, Großsegel geborgen, Genua III verschieden gerefft, Etmal 56sm, 3315sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 496sm zu segeln Aktuelles Wetter: blauer Himmel bei warmen 29,1°C im Schiff, Wassertemperatur 26,0°C, Wind 3 Beaufort aus Ost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1,5m aus östlichen Richtungen Das Wetter ist zurzeit relativ konstant. Nur der Wind dreht immer wieder ein wenig und wir passen den Kurs an, indem war unser Vorsegel mal auf der einen, mal auf der anderen Seite haben. So schaukeln wir langsam dahin. Wir haben es aufgegeben mit der Geschwindigkeit zu spielen, denn der Bewuchs von Gegenwinds Unterwasserschiff bremst uns bei jedem kleinen Nachlassen des Windes ab und bring die Segel zum Schlagen – so bleibt uns bei diesen Windverhältnissen also nur eine Maximalgeschwindigkeit von ca. drei Knoten. Laut Wetterbericht wird das Wetter in den kommenden Tagen südlich von uns Starkwind bringen, der aber durch eine Flautenzone von uns getrennt bleiben soll. Auf unserer Route wird das Wetter wohl so bleiben wie es gerade ist – relativ gemütliches dahinschaukeln also! In den Nachtstunden ist es inzwischen auch wieder tropisch warm, obwohl es klamm feucht ist. Aber so fängt es wieder an Spaß zu machen den wunderschönen klaren Sternenhimmel anzuschauen und das tiefdunkelblau mit den glitzernden Sternen zu genießen. Wenn wir ein Licht am Sternenhimmel richtig deuten, müßte das die Internationale Raumstation sein, die ein künstlich aussehendes etwas flackerndes Licht zu uns heruntersendet. Außerdem zieht ab und an mal eine Sternschnuppe ihre Bahn am Sternenhimmel um dann plötzlich zu verlöschen. Leider hält der klare Sternenhimmel nur die erste dreiviertel Nacht, denn dann wird es diesig, dunstig bis die Sonne aufgeht. Viele Grüße vom Pazifik Asha & Helge Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 38. Tag – Vorfreude


Datum: Mittwoch, 18.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°23,956‘, W 129°33,222‘
Kurs 250°, Geschwindigkeit 3 kn, Großsegel geborgen, Genua III verschieden gerefft, Etmal 63sm, 3259sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 546sm zu segeln
Aktuelles Wetter: teilweise bedeckter Himmel, bei 28,8°C im Schiff, Wassertemperatur 26,1°C, Wind 3 Beaufort aus Südost, wir segeln mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1,5m aus östlichen Richtungen

Und wieder ein Tag auf See und wieder sind wir unserem Ziel ein paar Meilen näher gekommen. Langsam fragen wir uns, wann wir denn nun wirklich ankommen werden und wir fangen an mit einem möglichen Datum zu spekulieren. Wir hoffen auf jeden Fall, das es noch in diesen Monat klappt! Sonst wird es wohl auf jeden Fall der nächste Monat.

Wir freuen uns schon darauf uns mal wieder aufrecht hinzustellen, ohne uns an irgendetwas festklammern zu müssen, mal wieder ein paar Schritte auf festem Boden zu machen, eine Nacht in Ruhe durchzuschlafen, andere Menschen zu sehen und auch alte Bekannte wiederzutreffen, mal wieder ein Bad zu nehmen, Kochen ohne die Töpfe balancieren zu müssen, in frisches Obst und Gemüse hineinzubeißen. Und wir sind gespannt auf das Südseeparadies, das uns erwartet!

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 37. Tag – Verkrustet


Datum: Dienstag, 17.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 09°58,043‘, W 128°35,753‘
Kurs 240°, Geschwindigkeit 2 kn, Großsegel geborgen, Genua III verschieden gerefft, Etmal geringe 48sm, 3196sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 604sm zu segeln
Aktuelles Wetter: Großteils bedeckter Himmel, bei warmen 29,2°C im Schiff, Wassertemperatur 26,3°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, wir segeln/ treiben mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1,5m aus östlichen Richtungen

Wir kommen leider nur sehr langsam voran, aber seit gestern haben wir die Gewissheit woran es liegt. Der Wind war gestern teilweise sehr schwach und auch die Wellen waren „klein“. So konnten wir ein paar fällige Arbeiten erledigen. Zum einen befreiten wir das Ruderblatt des Windpiloten von seinen Entenmuscheln und checkten mal wieder alle Schrauben – alles OK. Und zum anderen hielten wir unsere wasserdichte Kamera mal unter Gegenwind um ihr Unterwasserschiff zu untersuchen. Dazu befestigten wir die Kamera an einen Besenstiel. Helge begab sich damit gut angeleint auf unsere Badeleiter am Heck, um sich frei schwebend an Gegenwind festzuklammern und den Besenstiel mit der Kamera ins Wasser zu halten. Dabei wurde er immer wieder kräftig eingetaucht. Es ist, wie schon vermutet erschreckend, denn uns bot sich beim Anschauen des Filmes ein völlig verkrustetes Unterwasserschiff und auch das Ruderblatt ist voll mit Muscheln und Bewuchs. Wir schätzen die Kruste auf ein bis zwei Zentimeter dicke. Zusätzlich hängen etliche Entenmuscheln, die sich ordentlich austrecken am ganzen Rumpf. Also kein Wunder, das Gegenwind nur noch sehr langsam segelt, selbst wenn genug Wind weht. Und auch über Gegenwinds Weigerung direkt vor dem Wind zu segeln (Wind genau von hinten) brauchen wir uns nicht mehr wundern, denn das Ruderblatt hat nicht mehr die volle Wirkung. Also geht es für uns jetzt langsam weiter. Übrigens verzichteten wir auf den Sprung ins Wasser und das eigentlich erforderliche Unterwasserkratzen, obwohl die Wellen zwar „klein“ waren aber sie schleuderten Gegenwind immer noch so hin und her wie Ostseewellen bei 6 bis 7 Beaufort. Und wir wollten nicht riskieren, das Gegenwind uns beim Schrubben und Kratzen auf den Kopf klopft.
Zusätzlich erneuerten wir noch die Halteleinen von unseren Solarfeldern. Die Leinen hatten sich inzwischen ein Stück weit durchgeschert. Das war ein echter Balanceakt.

Also auch weiterhin viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 36. Tag – Montagstreiben


Datum: Montag, 16.Oktober 2017, 15:00 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 10°06,447‘, W 127°55,290‘
Kurs 270-290°, Geschwindigkeit 2-3 kn, Großsegel geborgen, Genua III verschieden gerefft, Etmal nur 54sm, 3148sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 643sm zu segeln
Aktuelles Wetter: blauer Himmel, bei 28,7°C im Schiff, Wassertemperatur 25,8°C, Wind 2-3 Beaufort aus Ost, wir treiben mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1,5m aus östlichen Richtungen

Der Wetterbericht stimmt! Es ist schwachwindig und wir treiben mehr als das wir segeln. Und so nähern wir uns nur im Schneckentempo unserem Ziel. Heute Morgen kreuzte ein Fischer unseren Weg und vor einer Stunde spielte eine Delfinschule mit Gegenwind. Diesmal waren die Tiere ziemlich gesprächig, denn ihre Quieklaute waren in Gegenwind deutlich zu hören.
Nach über einem Monat auf See geht uns übrigens langsam der Gesprächsstoff aus, denn wir haben inzwischen alles schon mindestens drei oder viermal diskutiert, es fehlen uns einfach neue Impulse. Wir freuen uns also schon auf unsere Ankunft in den Marquesas!

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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Von Ecuador nach Französisch Polynesien – 35. Tag – Sonntagstreiben


Datum: Sonntag, 15.Oktober 2017, 15:20 Uhr Ortszeit (Ecuador)
GPS-Position: S 09°32,052‘, W 127°15,994‘
Kurs 260-180°, Geschwindigkeit 2-3 kn, Großsegel gerade geborgen, Genua III, Etmal 77sm, 3094sm seit Auslaufen aus Bahia de Caraquez, Ecuador und noch 685sm zu segeln
Aktuelles Wetter: grauer Himmel mit einigen kleinen blauen Flecken, bei 27,9°C im Schiff, Wassertemperatur 25,9°C, Wind 2-4 Beaufort aus Ost, wir treiben mit raumen bis halben Wind (Wind schräg von hinten bis von der Seite), Wellen 1,5m aus östlichen Richtungen

Das Wetter ist jetzt unbeständig. Wir haben gerade das Großsegel geborgen, da ein kräftiger Squall durchzog. Es bleibt nun auch geborgen, da der Wind inzwischen meistens so schwach ist, das es sowieso nur hin und her schlägt. Das Vorsegel rollen wir in verschiedenen Stellungen aus oder ein und so kommen wir in den Böen mit gut 3 Knoten bei südlichem Kurs voran, während wir in den windschwachen Zeiten von der Strömung mit knapp 2 Knoten direkt nach Westen geschoben werden. Wir hoffen also auf ein gutes Treiben!

Viele Grüße vom Pazifik
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

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